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Die Liebeszeitung wird gestärkt

Wie bereits mehrfach angekündigt, wird die Liebeszeitung zum zentralen Blog aller Interessen, die ich im Bereich von Partnersuche, Liebe, Lust und Leidenschaft abdecke. Betroffen sind davon nun auch die Neugründungen „sinnlich leben“, das heute eingestellt wurde und „sinnlich schreiben“, das Blog, das ich immer wieder mit Leben befeuert habe, obwohl ich es eigentlich schon vor Monaten aufgeben wollte. Was die Liebeszeitung selbst betrifft, so wurde sie vor Monaten auf eine neue Datenbank gesetzt, die sich inzwischen als stabil erwies. Außerdem wurde das Sicherheitszertifikat verlängert.

Damit ist diese Zeitung gut aufgestellt. In ihr wird nach wie vor alles zu lesen sein, was mit der „wahren“ und nicht ganz so wahren Liebe und all ihren Facetten zusammenhängt. Artikel über die Partnersuche werden konkreter, direkter und schnörkelloser – die Wahrheit mag gelegentlich schmerzen, aber es gibt keinen Grund für mich, Romantikkitsch und Küchenpsychologie als Wahrheiten zu verkaufen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich mich auf keinen der einschlägigen Erotik-Blogs mehr verlasse. Sie sind bestenfalls amüsante Unterhaltung, schlimmstenfalls aber verbreiten sie bewusst oder unbewusst fragwürdige Informationen. Und davon abgesehen dienen viele inzwischen ausschließlich der Produktwerbung.

Wer von Liebe schreibt, der schreibt eigentlich von einem Lebenselixier, das so wichtig ist wie die Nahrung. Ich denke, wir sollten das, was schön ist, und was wir lustvoll genießen können, auch so bezeichnen – egal, ob andere unsere Geschmacksrichtung als zuckersüß, süßsauer oder bittersüß einstufen.

Trotz der Aufgabe von „Sinnlich Schreiben“ bin ich nach wie vor der Meinung, dass ausgesprochen sinnliche Kurzgeschichten in ein Magazin wie die „Liebeszeitung“ passen. Wer Ideen dazu hat, darf sich gerne bei mir melden.

Ich jedenfalls freue mich auf die „Sinnlichkeit mit Sinn“, die hier ihren Platz finden kann.

Die Codes der (Un-) Käuflichkeit - KfI, OfI und FI

Verlockung: Ohne FI
Der Code der käuflichen Liebe, die nicht deutlich als „käuflich“ gekennzeichnet werden soll, besteht seit über 50 Jahren und er heißt „FI“. In der Langform: Die Inserentin hat „finanzielle Interessen“ oder weniger verblümt: Sie erwartet einen Lohn für ihre sexuellen Dienstleistungen. Doch auch, wenn die Käuflichkeit ausdrücklich durch „OFI“ oder „KFI“ verneint wird, ist Vorsicht angesagt: Eine seriöse, nach einer Affäre dürstende Frau wird kaum jemals ein „kfI“ in ihrer Anzeige oder ihrem Profil hinterlassen.

KFI - ein Mensch "ohne finanzielle Interessen" bietet sich sexuell an

Zu den meistgesuchten Begriffen im Erotik-Code gehört die Bezeichnung „KfI“. Sie bedeutet, dass die Dame oder der Herr vorgibt, für die angebotenen erotischen Dienstleistungen kein Geld zu fordern – oder, falls es sich um eine Anfrage handelt, nicht beabsichtigt, dafür zu zahlen.

Einst gehörte diese Floskel zu den Anzeigencodes in „halbseriösen“ Zeitungen, insbesondere in den kostenlosen Anzeigenzeitungen, die bisweilen groß in Mode waren.

Manche Damen verwenden vornehmere Floskeln

Die Damen, die vornehm verschleiern wollten, dass sie für ihre erotische Großzügigkeit belohnt werden wollten, verwendeten ganz andere Floskeln. Sie suchten einen „echten Gentleman“ oder einen „solventen Herrn“. Diese Art von Verschleierung wird heute noch gelegentlich verwendet, etwa, wenn „Peitschenfrauen“ (sogenannte Dominas) einen „Tribut“ erwarten. Eine Frau, die sich an „nicht ganz so solvente“ Männer wandte, sprach oftmals davon, ein „Taschengeld“ zu erwarten. Auch dieser Begriff wird heute noch verwendet.

Wenn eine Frau zeigen wollte, dass sie durchaus erotische Ambitionen hatte, sich die Erfüllung aber „auf Gegenseitigkeit“ vorstellte, dann wurde oftmals die Formel „keine FI“ oder KFI oder OFI verwendet. Das sollte dem Anzeigenleser signalisieren: „Was ich mit dir vorhabe, liest sich vielleicht so, als ob ich Geld nehmen würde, aber es ist nicht so.“ Damit wollte man sich vor allem von den getarnten Huren absetzen, die in den gleichen Anzeigenspalten zuhause waren.

Auf manchen Erotik-Portalen erwarten mehr 90 Prozent der Frauen Geld

Obgleich die Codes KfI, OfI und FI heute zumeist unnötig sind, werden sie dennoch weiter benutzt. Auf typischen Erotik-Portalen erwarten mehr als 90 Prozent der Frauen offenkundig finanzielle Zuwendungen, während sich etwas fünf bis zehn Prozent ganz bewusst als „ohne finanzielle Interessen“ anbieten.

So gut wie alle Frauen, die auf einschlägigen offenen Kontaktseiten inserieren, sind professionelle Escorts. Dennoch wird in einigen Anzeigen verschleiert, dass es es „nur“ um Geld geht. Gerade der naive, sehnlich suchende Mann soll im Glauben gehalten werden, dass Geld – wenn es denn schon verlangt wird – eher ein kleines Geschenk ist, während die Liebe davon unabhängig mit natürlicher Leidenschaft ausgelebt wird (man nennt diese Form auch GFE). So beharrt eine Dame iin ihrem Profil darauf, dass sie selbst an Sex interessiert sei, denn bei ihr handle es sich um „eine zärtliche und leidenschaftliche Dame von Welt, die jede Stunde mit dir genießen will“.

Wer hat keine finanziellen Interessen?

Offenbar haben aber auch Anzeigen Erfolg, in denen zwar offenkundig mit der Schlafzimmertür geklappert wird, doch völlig ohne Geld und mit viel Romantik. Da wäre eine Studentin, frisch, jung und abenteuerlustig, die dem geneigten Herrn den Traum einer sinnlichen Sommernacht erfüllen will – Anruf genügt.

Und den Männern, die wirklich glauben, dass es die professionell vorgespielte „Liebe“ kostenlos gibt? Ihnen kann man nur einen Satz aus Josephine Bakers Song „Don’t Touch My Tomatoes“ entgegenrufen:

Mister, take advice from me
The more you look is the less you'll see
But if you just must have your way
Double the price you'll have to pay


Das kann ungefähr so übersetzt werden:

Lieber Mann,, du musst dies verstehen:
Je mehr du guckst, umso weniger gibt’s zu sehen.
Aber wenn's nach deinem Kopf gehen soll.
Zahlst du eben den doppelten Zoll.


Heute gibt es Ausnahmen - aber sie sind nicht öffentlich zugänglich

Heute ist die Welt ein wenig anders als vor etwa 40 Jahren, als man davon ausgehen musste, dass sich in Foren, auf Anzeigenseiten oder ähnlichen Publikationen nahezu ausschließlich notgeile Männer mit käuflichen Frauen trafen. Inzwischen gibt es sie, die Frauen, die dezent (aber eben nicht aggressiv) nach Männer für eine Nacht suchen. Dies ist bei einigen Formen von "Casual Dating" der Fall.

Aber der Satz der Josephine Baker gilt immer noch: Wer seinen eigenen Dickschädel durchsetzen will, zahlt am Ende mehr, als ihm lieb sein kann.

Den ersten Schritt macht die Frau – wer sonst?

Der erste Schritt ins kalte Wasser fällt oft schwer
Der Gedanke, dass Männer den ersten Schritt machen müssen, um mit einer Frau in Kontakt zu kommen, liegt wie Blei in den Köpfen der Frauen - und es behindert die Partnersuche enorm. „SIE“ darf sich (gerade jetzt im Sommer) im durchsichtigen Sommerkleid, mit einem Bikinioberteil und einem Minirock, mit offener Bluse ohne BH oder sonst wie aufreizend präsentieren. SIE darf Flirt-Gesten aussenden, die jeder Hure Konkurrenz machen würden. Aber eines darf „SIE“ nicht: Ihn anquatschen.

Das Prinzip sexy sein und warten - ein Blödsinn

Und das Prinzip funktioniert überhaupt nicht. Weder bei der Partnersuche in freier Wildbahn noch online.

Und wenn du’s trotzdem so machst?

Ich zitiere hier mal:

Auf diese Weise wird dich kein normaler Mann ansprechen. Das „Beste“, was dir passieren kann: Dich schleppt einer von diesen abscheulichen Macho-Typen ab. Aber die taugen nie was im Bett.


Wenn du eine Frau bist und „draußen“ gefunden werden willst, dann fliegen immer die Typen auf dich, die darauf warten, dass jemand WIE DU hereinkommt: Nämlich jemand, der sich freut, angequatscht zu werden. Die Typen wollen dich eigentlich gar nicht – sie wollen nur wissen, ob sie dich haben können, und wenn sie dich haben können, dann vögeln sie dich und das war es.

Der kulturelle Blödsinn: Der Mann als Initiator der Lust


Dazu wieder ein Zitat:

Aus kultureller Sicht gelten Männer als Aggressoren und Initiatoren, aber dies ist ein künstlich konstruiertes Rollenverhalten. Es passt so gut wie nie – weder auf Männer noch auf Frauen.


Na schön – das Märchen: Männer sind die Initiatoren, Frauen sitzen still auf Barhockern und warten, bis sie angequatscht werden – das hat nie funktioniert. Frauen, die Männer gezielt anflirten, haben wenigsten die Hoffnung (und die Chance) dass „der richtige Mann“ angelockt wird. Frauen, die nur „sexy“ in Bars herumsitzen, müssen damit rechnen, dass sie die bereits erwähnten PUAs und andere Wühlkistenschnüffler mitnehmen.

Und wie ist es online?

Immer noch glaubt der größere Teil der Frauen, sie müssten „irgendwie gefunden werden“ – und das werden sie auch – von dem Äquivalent der Männer, die in Bars darauf warten, irgendeine Frau zu vernaschen. Je nach Art des Online-Datings geht das mal fixer und mal dauert es länger – aber das Prinzip ist das Gleiche: Die Männer, die mit dem Lasso unterwegs sind, fangen sich genau die Frauen ein, die gefunden werden wollen. Mal hartnäckig, mal mit sinnlichen Gedichten, mal mit Humor.

Online kannst du etwas nicht einsetzen, was dir in feier Wildbahn nützt: Körpersprache. Aber du kannst sorgfältig wählen, mit wem du dich triffst. Und wenn du erst einmal ein Treffen vereinbart hast, ist immer noch Zeit und Gelegenheit, dien ganzes Repertoire einzusetzen, um ihn für eine Nacht, ein paar Monate oder ein ganzes Leben zu fesseln.

Oh – ich merke gerade – wir müssen noch über Flirt-Gesten reden. Sie gehen überall. Von der Kollegin zum Kollegen, von der Verkäuferin zum Kunden und überall sonst, wo Menschen einander aus irgendwelchen Gründen ohnehin begegnen.

Zitate von Jen - leider nicht verlinkbar.
Bild: Buchillustration von 1919

Partnersuche: Kann man Wissenschaftlern vertrauen?

Kanadische Wissenschaftler haben festgestellt … ja, sie haben etwas „festgestellt“. Sie haben nämlich das 2008 gestartete Beziehungs- und Familienpanel pairfam ausgewertet. Darin sind Daten von 12.000 bundesweit zufällig ausgewählten Personen enthalten. Man verwendete die Daten der Geburtsjahrgänge 1971-73, 1981-83 und 1991-93. Davon erhoffte man sich Auskünfte über die Entwicklung von Partnerschaftsbeziehungen in unterschiedlichen Lebensphasen.

Was hat man nun Bedeutsames festgestellt?

Nun, man hat 332 Menschen aufs Korn genommen, die schon einmal einen Partner hatten und später eine neue Partnerschaft eingegangen sind. Dabei stellten sie offenbar fest, dass eine signifikante Übereinstimmung zwischen dem Ex-Partner und dem neuen Partner bestünde.

Der signifikante Unsinn

Die Übereinstimmungen wurden offenbar aufgrund des Fünffaktorenmodells festgestellt, dem Standard für angeblich „wissenschaftliche“ Vergleiche zwischen Persönlichkeiten. Das Modell ist zwar „Stand der Wissenschaft“, ob es aber tatsächlich relevante Eigenschaften für Beziehungen abbildet, konnte niemals bewiesen werden. Und weil das so ist, ist die sogenannte „Signifikanz“, also die Bedeutsamkeit, zumindest fragwürdig, wenn nicht gar Unsinn.

Was, wenn überwiegend das Milieu entscheidet?

Mit anderen Worten: Es ist wesentlich wahrscheinlicher, dass sich jemand nach seiner Scheidung/Trennung einen Partner sucht, der verfügbar ist und an dem er sich emotional, sexuell und sozial erfreut. Hingegen ist unwahrscheinlich, dass er sich nach irgendeinem „Persönlichkeitsprofil“ orientiert. Hinzu kommt noch, dass die Persönlichkeitsprofile in der Bevölkerung nicht gleichmäßig verteilt sind. Wer sich also aus einem „bekannten Milieu“ (Beruf, soziale Umgebung) Partner wählt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit „ähnliche Typen“ treffen. Und zwar sowohl solche, bei denen mit „Common Sense“ festgestellt werden kann, dass sie ähnlich sind wie der/die Ex als auch solche, die im Sinne der „Big Five“ ähnlich sind, weil sie häufiger auftreten als andere. Das hat mit „unbewusster Partnerwahl“ möglicherweise nicht das Geringste zu tun.

Suchen Geschiedene überhaupt nach Psycho-Kriterien?

Die Vorstellung, dass sich Geschiedene „jemand völlig Anderes“ suchen würden, weil sie glauben, dass es mit dieser Person „besser geht“ ist in diesem Zusammenhang absurd. Die meisten Geschiedenen suchen sich eine andere Person, nicht jemanden, der „anders ist“ und auch nicht jemanden der „ähnlich ist“ wie die/der Ex. Schon gar nicht im Sinne der „Big Five“ (Fünffaktorenmodell).

Auch die Wissenschaftler zweifeln an der Bedeutung

Auch die Wissenschaftler selbst wissen noch nicht so recht, was ihre Ergebnisse bedeuten könnten. Auf der einen Seite sagen sie, dass die Strategie „ähnlich wie die/der Ex“ erfolgreich sein könnte. Sie beurteilen dies so, dass man in einer erneuten Beziehung mit einem „ähnlichen“ Menschen all sein Wissen über die Gestaltung von Beziehungen wiederverwenden könne. (1)

Auf der andern Seite jedoch fürchten sie, dass die Wahl eines ähnlichen Partners auch negativ auswirken könne. Dabei gehen sie offenbar davon aus, dass sich das Paar zuvor aufgrund inkompatibler Persönlichkeitsstrukturen getrennt haben könnte. (1)

Die Forscher sind dabei extrem vorsichtig und behaupten nicht, dies zu wissen. Sie sagen, dass weiter Forschungen zum Thema erforderlich seien, geben aber an (2):

Wenn Sie also feststellen, dass Sie von Beziehung zu Beziehung dieselben Probleme haben, sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, wie die Hinwendung zu denselben Persönlichkeitsmerkmalen bei einem Partner zum Fortbestehen Ihrer Probleme beiträgt.

Gründe des Scheiterns – psychische Inkompatibilität?

Hier taucht ein weiterer Mangel der Studie auf: Werden Scheidungen (Trennungen) wirklich wegen psychischer Inkompatibilität gewünscht oder sind es nicht vielmehr ganz andere Gründe, die zu Scheidungen führen? (Seitensprünge, sexuell attraktiven Partner gefunden, überdrüssig geworden sein, über die Zeit einen anderen Lebensweg eingeschlagen haben?)

Skepsis gegenüber der Forschung zahlt sich aus

Deutlich wird: Es ist immer gut, gegenüber Forschungsergebnissen skeptisch zu sein. Das Fünffaktorenmodell ist ein Maßstab für die Persönlichkeit, aber kein Maßstab für Partnerkompatibilität. Bestenfalls kann man sagen: Geschiedene Partnersuchende setzen möglicherweise auf eine Persönlichkeit, die dem Ex-Partner nach der gängigen psychologischen Ansicht ähnlich ist.

Mal ganz einfach gedacht: Dem „Durchschnittsmenschen“ sind eben viele anderer „Durchschnittsmenschen“ ähnlich. Wirklich „ganz andere Menschen“ besiedeln selten den Kreis der Durchschnittsmenschen.

(1) Unter Verwendung von Zitaten aus Science Daily
(2) Wörtliches Zitat, ebenda.
Abstract; Pnas.

Weihnachten ist öfter

Weihnachten im Juni
Bei zahlreichen Interessenten von Dating-Portalen landete dieser Tage eine E-Mail mit dem Bild einer dürftig bekleideten angeblich „asiatischen“ Schönheit.

Ein Blick nach rechts zeigt: Weihnachten ist öfter. Sogar im Sommer.