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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Future Faking oder Selbstbetrug?

Illusion aus dem 19. Jahrhundert
Aha, da wird mir ein neuer „Dating-Trend“ serviert: Future Faking. Wie immer, wäge ich gründlich ab, bevor ich über sogenannte „Trends“ schreibe. Denn erstens ist noch lange kein Trend, was „dann und wann“ passiert. Und zweitens ist ausgesprochen populär, irgendetwas aufzuschnappen und dem dann einen Namen (ein Etikett) zu verpassen.

Dieser Tage las ich in „Esquire“, es handele sich um einen Anti-Trend, der „ebenso mies“ sei wie ein paar andere, etwa Orbiting oder Ghosting.

Alles Narzissmus oder was?

Wenn wir mal genau hingucken, dann wird der neue „Trend“ oder „Anti-Trend“ mit einem anderen, ständig verwendeten Etikett verwendet: Dem Narzissmus, und der wird nun allerdings relativiert (1):

Die pathologische narzisstische Persönlichkeitsstörung betrifft nach Studien etwa 0,4 bis 0,8 Prozent der Bevölkerung.

Das allerdings scheint nicht ganz zu stimmen, denn laut anderen Quellen sind es immerhin sechs Prozent, wobei auch psychiatrische Diagnosen nicht ganz frei von Subjektivität sind. Dennoch (2):

Männer erhalten die Diagnose mit 7,7 Prozent etwas häufiger als Frauen mit 4,8 Prozent.

Bleiben wir mal bei sechs Prozent, so heißt das, dass du etwa 17 Kandidatinnen oder Kandidaten treffen musst, um auf einen Narzissten oder eine Narzisstin zu treffen. Wobei Frauen erfahrungsgemäß übrigens eher ein „gutes Recht“ für sich in Anspruch nehmen, „übertrieben eitel“ oder gar „anspruchsvoll“ gegenüber anderen sein zu müssen. Das ist dann zwar kein „pathologischer Narzissmus“, aber diese Lebenshaltungen erden ebenfalls als wenig positiv angesehen. Der Trick beim „gewöhnlichen Narzissmus“ ist ja, sich selbst als „zu hoch zu bewerten“ und andere davon zu überzeugen, dass es stimmt. Man sagt abseits der Psychologie auch „Fake It Before You Make It“, was übersetzt etwas so viel heißt: Wenn du andere davon überzeugen kannst, dass du ein besonderer Mensch bist, obwohl es nicht stimmt, dann wirst du auch einer.

Dates, Ansprüche, Betrug und Selbstbetrug

Nachdem dies gesagt und geschrieben wurde, will ich noch einmal auf „erste Dates“ zurückkommen. Unter den Menschen, die darin nicht erfahren sind, gibt es den Trend, die Zukunft gleich bei den ersten Dates (möglicherweise nicht beim allerersten) auszurollen. Das leistet nicht nur dem Selbstbetrug Vorschub, sondern zwingt auch den Partner/die Partnerin, zu weit nach vorne zu denken. Und ist man erst einmal in einer zwar rosigen, aber völlig unscharfen Zukunft, dann gehen die Illusionen eben weiter.

Anspruchshaltung, Selbstbetrug und Illusionen gehen Hand-in-Hand. Das ist leicht beweisbar, denn der „Anspruch“ trifft bestenfalls auf einen von fünf Dating-Partnern zu. Die Spanne schwankt je nach Anspruchshaltung natürlich erheblich. Nun sind wir aber nicht an der Losbude: Nicht jedes fünfte Los gewinnt, sondern dahinter steht wieder ein Mensch, der seinerseits Ansprüche und Lebensentwürfe hat. Die Erfolgsaussichten sinken damit auf wenige Prozent – sogar gegen null.

Und die eigene Verantwortung?

Und auf diese Weise geraten Menschen an Betrüger(innen) und Faker(innen). Und sie betrügen sich selbst, indem sie die Illusionen weiterhin nähren.

Gegenseitige Illusionen verhelfen vielen Menschen immerhin zu einer kurzen, schönen Zeit – aber dann müssen sich beide darüber klar sein, dass ihre Beziehung nicht ewig fortgeführt werden kann.


Quellen: (1) Esquire.
(2) Quarks.

Bild: Joseph Apoux zugeschrieben, der von 1846-1910 lebte. Das Bild wurde retuschiert, weil es im Original zu "offensiv" gewesen wäre.

Du bist nicht richtig erzogen, wenn du nicht zahlst

Der Tisch ist schon gedeckt ... und selbstverständlich zahlt der Herr ...
Kennt ihr „Nelly“? Nein? Oh, sie ist die „Dating-Expertin“ auf „TikTok“. Wer nicht weiß, was TikTok ist, ist entweder über 30 oder er ignoriert soziale Netzwerke - was nicht gut für die Einkünfte ist, aber recht gut für einen klaren Verstand.

Na schön, und diese Nelly hat nun angeblich gesagt:

Wer als Mann beim Date nicht die Rechnung übernimmt, ist nicht richtig erzogen, kein Gentleman und hat keinen Respekt für die Frau.

Hat sie offensichtlich bei ihrer Mutter oder Großmutter abgeguckt - denn der Mann muss ja - nach US-amerikanischen Vorstellungen - beim Date beweisen, dass er eine Frau ernähren kann.

Na hübsch. Im Fernsehen wird uns vorgeführt, dass es „gentlemanlike“ sei, das Essen zu bezahlen. Ich habe diesen dümmlichen Satz inzwischen von Menschen jeder Bildungsstufe gehört. Und wie „entzückend“ sich die Damen dafür immer bedanken! Richtig niedlich, diese Welt der Tugenden.

Für andere ist es freilich nicht nur der Versuch, sich einzuschleimen, sondern auch noch ein emotionales Schuldenkonto bei der Frau zu eröffnen. „Ich zahle das Essen, jetzt bist du mir was schuldig“.

Die Frage ist gar nicht, wer das Essen bezahlt - das ist bei Dates in Deutschland überhaupt kein Thema, weil die Rechnungen meist überschaubar sind - es ist ja nicht das „Dinner bei Kerzenschein“, das für Dates bevorzugt wird. Die Frage wäre eigentlich, warum manche Frauen auf eine „große Abendeinladung“ bestehen. Sie ist für beide aufwendig (man denke an die Garderobe, den Friseurtermin und den emotionalen Stress). Und sie kann - je nach Restaurant und Weinkonsum - auch mal 100 - 150 Euro pro Person kosten.

Nein, ich bin nicht geizig, und ich habe bisweilen schon Rechnungen für ein Essen zu zweit bezahlt - auch ohne ein Date zu haben. Aber darauf zu hoffen, dass der Mann Restaurantrechnungen in beliebiger Höhe bezahlt, ist unverschämt.

Kehren wir es doch mal um: Wer sich einladen lässt, handelt ladylike, hat Respekt vor Männern und ist „richtig erzogen“? Das sehe ich, mit Verlaub, etwas anders.

Zitat aus "24 Hamburg" - nur eine von vielen Quellen, die darüber schrieben.
Bild: Nach einer französischen Karikatur, ca. 1901.

Die Woche: die Moral, das Licht, zweite Dates und lustvolle Hiebe …

Wer mich kennt weiß, wie sehr ich gegen die pseudo-wissenschaftliche Etikettierungswut bin. Das gilt im Übrigen auch für Wissenschaftler, die alles etikettieren müssen und damit nichts als Schaden anrichten. Mittlerweile haben wir mehr angebliche „sexuelle Identitäten“ als wir Persönlichkeitsmerkmale aufzählen können – und wozu? Ist jemand wirklich froh, wenn er weiß, welches Etikett er auf der Stirn zu tragen hat? Das hat nichts damit zu tun, was er selbst „ist“ und wie er sich dabei fühlt. Das Thema greife ich auf, weil mal wieder Schindluder mit dem Begriff „Bisexuell“ getrieben wird.

Sozial herauf und hinunter mit Sex und Ehe

Irgendwann sollten wir uns mal von der moralischen Bewertung verabschieden, wie man sich durch geeignete Sexualpartner („heraufschlafen) oder Ehepartner(innen) („heraufheiraten“) sozial verbessern kann. Wer es tut, der verantwortet dies selbst – wer denn sonst? Wir wissen, dass es geht, und wir wissen, dass es nicht immer gut geht. Das ist wirklich alles. Eine Autorin schrieb dieser Tage offenbar aus Selbstüberschätzung, warum „Downdating“ für niemanden infrage kommen sollte. Dazu gab es etwas zu sagen.

Lustvolle Schläge – das kontroverse Thema nüchtern betrachtet

Kontrovers werden stets erotische Züchtigungen beurteilt – unter Erwachsene und im gegenseitigen Einverständnis, versteht sich. In den heiklen Tagen dunkler Nächte, rutenschwingender Gesellen oder gar dem Treiben in den Raunächten fanden wir: Da müssen wir mal drüber reden. Demnächst werden wir noch einmal „Femdom“ beleuchten und damit die Frage nach der „Lust an der Abgabe der Macht“ stellen.

Sinn und Unsinn über zweite Dates - und fünf "Knackpunkte"

Vor einigen Tagen habe ich auf dem Autorenportal „Medium“ einen völlig unsinnigen Artikel über „zweite Dates“ gelesen. Da gab es nicht einmal mehr etwas „richtigzustellen“. Doch dieser Artikel war der Auslöser, einmal ernsthaft über „zweite“ und weitere Dates nachzudenken. Ja, sie können schrecklich sein – aber wenn sie schrecklich sind, dann hat sich mindestens einer von beiden beim ersten Date „verstellt“.

Lichterkönigin statt Christkind-Rummel?

Mancher von euch wir sich gewundert haben, was ich über die Lucia geschrieben habe - die Lichterkönigin. Für mich ist es sehr vernünftig – und zudem sehr moralisch – vor Weihnachten eine Lichterkönigin zu krönen, statt junge Frauen als „Christkinder“ zu vermarkten.

Moral als Pseudo-Argument

Was nun die Moral betrifft – da gibt es dieser Tage ohnehin Diskussionsbedarf. Ich bin ernsthaft gefragt worden, ob ich die 2G-Regeln für moralisch halte oder ob Ungeimpfte „diffamiert“ würden. Was denn noch? Ich will gerne Stellung nehmen – in Anlehnung an die „Bautzener Deklaration“:

Ich will und kann nicht hinnehmen, dass die Protestler, die derzeit durch unsere Städte „spazieren“, die Krise durch Egoismus befeuern.

Lasst euch die Freude nicht nehmen

Viele Menschen sind derzeit emotional ausgelaugt. Wir sollten all die Menschen loben, die täglich trotz aller Erschwernisse ihrer Berufstätigkeit nachgehen – mit Impfungen. Dazu zählen nicht nur Ärzte und Pfleger, sondern jeder einzelne, der den Zug „Gesellschaft“ als Lokomotive zieht, statt uns alle im Bremserhäuschen zu behindern.

Die meisten von uns wollen Friede, Freude, Lust und Begegnungen. Und nur das wünsche ich allen, die mich lesen. Und damit: Auf in den vierten Advent - und auf keinen Fall den Rüssel hängen lassen.

Willst du ein zweites Date?

Wird es ein zweites Date geben?
Viele Male haben Menschen einander gefragt, ob sie ein zweites Treffen wollten. Am häufigsten in der Realität - und bis zum Abwinken auch in einschlägigen Fernsehserien.

Das zweite Date - der Schlüssel zur Beziehung

Was das zweite Date bedeutet, dürfte (jedenfalls im Alltag) hinreichen bekannt sein: Für die Zaghaften ist es eine weitere Gelegenheit, sich einmal gründlich zu beschnüffeln – diesmal ohne den Stress der ersten Begegnung. Für die Mutigen ist es der Schritt zur körperlichen Näherung, von Küssen bis hin zu dem ersehnten Moment, indem die Realität verschwindet und die Lust die Oberhand gewinnt. Nein, es muss nicht alles beim zweiten Date stattfinden. Aber bei jedem Date sollte es eine Erweiterung oder Vertiefung der Erfahrungen miteinander geben.

Der Fluch des ersten Dates - Oberflächlichkeiten und falscher Rat

Ganz sicher kann es auch anders kommen: Beim ersten Date fällt ja öfter der Begriff „Gentleman“ und „er soll mich zum Lachen bringen.“ Das geht regelmäßig schief. Jemand, der den „höflichen Herrn“ heraushängen lässt, verstellt sich in der Regel – und ein Clown bringt zwar Menschen zum Lachen, geht aber keine Beziehungen mit ihnen ein.

Manche Ratschläge wie „sei ein Gentleman“ oder „bringe sie zum Lachen“ kommen aus den USA, wo es nach wie vor „ritualisierte“ Dates gibt. Man sagt einander also eher nicht, wie man denkt und fühlt, sondern macht eine Show daraus, wie man gerne sein würde.

Falsche Ratschläge für Frauen

Das gilt übrigens nicht nur für Männer - sondern auch für Frauen. Die wenigsten Dating-Partnerinnen sind wirklich geheimnisvoll und unterschwellig vielversprechend. Es mag ja Spaß machen, diese Rolle zu spielen, aber wenn nichts dahintersteckt, merkt der Mann doch beim zweiten oder dritten Date, dass er seine Zeit an ein Püppchen verschenkt hat. Ebenso fragwürdig ist, sich erotisch geheimnisvoll zu geben und zu suggerieren: „Wenn wir zusammenkommen, dann wirst du dich wundern, was du alles zu sehen bekommst und genießen kannst.“

Fünf Gründe, warum zweite Dates schrecklich sein können

Das alles hat keinen Sinn. Das zweite Date leitet den Übergang dazu ein, wie sich jemand verhält, wenn er nicht unter Spannung steht und keine Rolle zelebriert. Zweite Dates können aus diesen Gründen schrecklich frustrierend sein:

1. Wenn der/die andere versucht, seine „aufgesetzte“ Rolle weiter zu spielen.
2. Wenn der/die andere plötzlich die Maske fallen lässt und du erkennst, dass die Person, die vor dir sitzt, nicht die ist, die du kennengelernt hast.
3. Wenn er/sie (und auch du) nichts „herauslässt“ und die Fassade erhalten bleibt.
4. Wenn der/die andere nicht erkennen lässt, worauf er/sie hinauswill.
5. Wenn es zu gar keinen körperlichen Kontakten kommt.


Heißt im Klartext: Das zweite Date und jedes weitere sollte einen gewissen Fortschritt in die Zweisamkeit und möglichst auch in die Intimität bringen. Und das klappt überhaupt nur dann, wenn sich beide darüber einig sind, bei diesen Treffen etwas gewonnen zu haben, was sie wirklich wollen.

Hilft uns „künstliche Intelligenz“ bei der Partnersuche?

„Künstliche Intelligenz“ beruht darauf, Sachverhalte und Situationen zu erfassen, in technisch verarbeitbare Formeln umzusetzen und daraus Schlüsse zu ziehen oder Aktionen auszuführen. Manche Systeme sind in der Lage, zu lernen und sich selbst zu optimieren – aber schon das ist nicht ganz einfach. Gegenwärtig liegt die Intelligenz vor allem in den Formeln – der Rest, der oft verblüfft, beruht auf der ungeheuren Datenmenge, die sich Daten verarbeitende Systeme aus unterschiedlichsten Informationsquellen holen können. (Eine allgemeinere, neutrale Definition findet ihr in "Computer Weekly (deutsch)".

Die Schwierigkeiten, ein zutreffendes Programm zu erstellen

Damit sind auch die Schwierigkeiten bereits definiert, nämlich:

- Was sind, auf das jeweilige Thema bezogen, überhaupt „relevante Sachverhalte?“
- Welche und wie viele Informationen benötigt man daraus, um ein Programm zu erstellen?
- Wie müssen die Formeln aufgebaut sein, um Schlüsse ziehen zu können?
- Aufgrund welcher Kriterien können (oder sollen) überhaupt Schlüsse gezogen werden?
- Welche der möglichen Schlüsse werden ausgegeben udn mit welcher Toleranz?

Zweifel am Wert der künstlichen Intelligenz bei der Partnersuche

Sieht man die Sache weniger logisch, so wird ein Mysterium daraus. Niemand sagt uns, was „relevante Sachverhalte“ sind, die als Input unbedingt benötigt werden. Ganz einfach, weil niemand genau weiß, unter welchen Gesichtspunkten Paare tatsächlich zusammenkommen werden. Insofern weiß man eben auch nicht, welche Informationen über eine Person relevant sind. Was der Programmierer dann tun kann, ist wenig: Er mischt die Daten ab, die er bekommt, bastelt die Wahrscheinlichkeiten zusammen und kontrolliert, ob es möglichst viele „gute Matches“ gibt. Sonst werden die „Suchenden“ sauer. Dafür, was ein gutes Mach ist, gibt es immerhin Stellschrauben in einem Computerprogramm, die sich auch nachträglich lockern lassen. Nun kommt der „Output“ – er muss zwangsläufig reichlich und positiv sein, sonst motzen die Kunden.

Das kling natürlich alles sehr aufregend. Aber ein Algorithmus ist noch keine künstliche Intelligenz, und so lese ich schmunzelnd:

So verwendet (ein Unternehmen der Branche) einen Algorithmus, um kompatible Myers-Briggs-Persönlichkeitstypen zu identifizieren und zuzuordnen – Benutzer füllen einfach einen Fragebogen aus.

Das bedeutet, auf einer stark angejahrten Persönlichkeitstheorie von Carl Gustav Jung aufzubauen, die 1944 für Fragebogen aufgearbeitet und später kommerzialisiert wurde. Niemand hat nachgefragt, was passiert, wenn eine über 75 Jahre alte Methode auf den Menschen des 21. Jahrhunderts angewendet wird. Aber weil der Konsument ohnehin nicht unterscheiden kann, was „künstliche Intelligenz“ ist, was Algorithmen bedeuten und wie die Ergebnisse zustande kommen, staunt er eben. Darauf baut die ganze Chose auf.

Ethik kann in Formeln gefasst werden - aber halten die Formeln stand?

Ob Computer irgendeine Ethik begreifen können? Ja, können sie, falls die Ethik-Regeln für alle gleich sind und es keine individuellen Abweichungen gibt. Bei Liebe, Lust, Leidenschaft, Begierden und ähnlichen Themen gibt es aber durchaus Unterschiede in der Sichtweise. Und es gibt eine eindeutige Stellungnahme: Menschen denken situativ durchaus unterschiedlich über das, was jetzt für sie wichtig ist. Es muss nicht das Gleiche sein, was sie beim Ausfüllen von Fragebogen dachten oder das, was sie bei einem Date vor drei Wochen gedacht haben.

Der KI-Experte David Tuffley drückte es so aus:

Die Realität ist, dass wir Menschen in Ethik nicht so sicher sind, weil wir uns nicht völlig klar sind, welche moralischen Anforderungen an erster Stelle stehen.

Das heißt kaum mehr, als dass die künstliche Intelligenz auch nichts verbessern kann, wenn sich die Menschen, die den Computer „füttern“ ungenaue Vorgaben verwenden.

Noch weiter geht Adrian David Cheok, ein Professor aus Tokio. Er sieht eine gefährliche Rückkoppelung im Verhältnis von Menschen zu KI:

Benutzer sollten sich des enormen Einflusses bewusst sein, den KI unwissentlich auf sie haben kann, und drauf achten, wer KI benutzt, denn

wenn Unternehmen die Macht dazu haben, können sie die Menschen definitiv dazu bringen, jemanden zu lieben. Also ist es wichtig, wer die KI kontrolliert.

Das ist nicht neu – nur ging die Faszination in früheren Zeiten von Kartenschlägerinnen, Astrologen und populistisch agierenden Psychologen aus, die alle eine gewisse Faszination auf das Volk ausübten. Auch das Wort „Algorithmus“ fehlt nirgendwo, wo die Passungen ausgebrütet werden, weil es so herrlich wissenschaftlich klingt.

Und nun? Nun heißt der neue Star „Künstliche Intelligenz“. Wer da in Ehrfurcht erstarrt, sollte schnell aufwachen.

Die Zitate entnahmen wir dieser Publikation.

Der Autor war 20 Jahre lang IT-Mitarbeiter, reisender Schulungsreferent und IT-Organisator.