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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die Woche: Wahrheiten, Avatare, Dating als Spielerei und Männerängste

Der Unterschied zwischen den Behauptungen der Dating-Branche einerseits und der Realität andererseits wird immer größer. Während die Branche versucht, mit allerlei Pseudo-Wissenschaft, angeblichen Studien und aus der Luft gegriffenen Behauptungen versucht, Kunden anzulocken, bleibt die Realität nüchtern.

Richtig daten ist ein falscher Rat

Und die ist: zu viele Menschen versuchen, sich zu verhalten, wie es angeblich „richtig“ ist. Beispielsweise haben sie gelesen, sie sollten sich Fragen überlegen oder ganze Fragenkataloge mitbringen. Und letztlich sollen sie eine überzeugende Rolle spielen. Und was dazu kommt: unbedingt „geschlechtsspezifisches Verhalten“ zu zeigen. Was für ein Unsinn … du gehst „als du selbst“ zum Date, nicht als ein Fleisch gewordener Dating-Avatar.

Dating im Land der Fantasien?

Klar, die App-Betreiber, die Nachhaltigkeit versprechen, wollen möglichst Kunden, die sich „ernsthaft binden“ wollen. Also verbreiten sie Meldungen, wonach das gerade ein Megatrend ist. Andere setzen bewusst auf den Spieltrieb, der einst mit „Hot or Not“ begonnen hatte und seither vielfach kopiert wurde. Und schließlich waren da noch die virtuellen Welten, die ihre Avatare auf uns ansetzten. Und nun haben beide einen PR-Kampf begonnen, wer die besseren Matches liefert.

Die angebliche Furcht der Männer vor Begegnungen mit Frauen

Auf eine App-PR ist auch eine „Studie“ zurückzuführen, die belegen soll, welche Ängste Männer beim Dating haben. Ich habe das tatsächlich gelesen und festgestellt: Ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Und es gibt Tipps für Männer, die nicnt aus der Luft gegriffen sind und keine Werbung für etwas oder jemanden.

Mehr Dates in kürzerer Zeit

Unser Beitrag klingt zunächst zu simpel: Du brauchst mehr Dates, nicht weniger. Aber im Artikel beweisen wir euch, dass viele, gezielte Dates innerhalb einer relativ kurzen Zeit (bis zu sechs Monaten) wesentlich effektiver sind als die „lange Bank“. Viele Dates über viele Jahre sind Spielereien von Menschen, die sich oft selbst maßlos überschätzen.

Gib mir Feedback: Wie war ich?

Ach so – wenn du deine Partnerin nach der ersten Nacht fragst: „Wie war ich“, dann ist das schon blöd genug. Aber sage bitte nie, du hättest „Feedback angefordert“.

High Fidelity oder Strapse?

Auf Halbakten, Wäschefotos oder anderen „frivolen“ Bildern der 1970er-Jahre kann man gelegentlich teures Hi-Fi-Equipment sehen. Ich glaube ja nicht, dass viel von euch dorthin schauen – aber solche Geräte waren eigentlich erst in den 1970er-Jahren populär. Ich hatte es wegen der auffälligen Strapse ursprünglich auf die 1950er/1960er-Jahre datiert. Das habe ich inzwischen korrigiert.

Tröten statt zwitschern

In eigener Sache: Ich zwitschere nicht mehr – aus und vorbei. Im Moment lasse ich mir die Nachrichten noch ans E-Mail-Postfach anliefern, aber ich werde nicht mehr aktiv. Allerdings bin ich in ein neues Netzwerk eingestiegen – mastodon. Der Name erinnert an die inzwischen vergessene Bezeichnung für „Rüsseltiere“. Falls ihr denkt, dass dort nur männlichen Mitgliedern Zugang gewährt wird: Nein, absolut nicht. Nicht weil die Gattung der Mastodonten auch „Zitzenzähner“ genannt wird – sondern sowieso. Ich rate also allen Menschen mit Langmut und Elefantengedächtnissen, mich dort zu suchen.

Abgesang

Diesmal waren wir vielleicht etwas einseitig auf die Datingbranche konzentriert. Nächste Woche haben wieder „heiße“ Themen gegen die kalte Witterung zu bringen. Sie liegen schon im Brutschrank. Wie auch immer – die Liebeszeitung versucht, sich mit einem minimalen Budget über Wasser zu halten. Und euch wünsche ich, dass ihr trotz des kalten Wochenendes noch einige wundervolle Erlebnisse habt.

Was Männer beim Date ängstigt – und warum das nicht sein muss

Immer wieder flattern mir „Studien“ auf den Schreibtisch, in denen behauptet wird, was „Männer“ oder auch „Frauen“ am meisten befürchten, wenn sie zu einem Date gehen.

Und wann immer jemand befragt wurde, steht dahinter eine Firma oder Marke, die eine Dating-App vertreibt. Ist etwas dran an dem, was jetzt angeblich zum „Welt Männertag“ festgestellt wurde? Das werde ich jetzt zerpflücken. (1)

Erzeugt Erfolgsdruck Angst?

Nach der vorliegenden „Studie“ stehen Männer unter Erfolgsdruck, weil „sie sich immer noch … über ihren beruflichen Status definieren.“ Das Interessante daran ist, dass keine Frau einen Mann heiraten würde, der nicht einmal in der Lage ist, sich selbst ausreichend zu ernähren und eine Wohnung zu halten. Es ist also nötig, sich über den beruflichen oder sozialen Status zu definieren – aber eben nicht ausschließlich. Das ist das ganze Geheimnis.

Tipp: Der eigene soziale/finanzielle/berufliche Status ist wichtig, aber er ist nun mal, wie er ist. Wenn du nicht zu hoch hinaus willst, brauchst du nicht zu befürchten, abgelehnt zu werden. Das heißt, solange du auf deiner eigenen Ebene suchst, spielt der Status keine Rolle.

Ist Zeitdruck wirklich „zeitlicher Druck“?

Frauen stehen häufiger unter „Zeitdruck“, wobei „Zeitdruck“ nicht das Problem ist, sondern die Furcht, dass ihr oder ihm die „Felle davonschwimmen“. Männer haben hier aus vielen Gründen geringere Probleme als Frauen. Das lehrt jedenfalls die Erfahrung – und wer nicht daran glaubt, erfährt dies über eine Analyse des Partnermarkts. Wenn du als Mann denkst, dass du Zeitdruck hast, dann bedrückt dich in Wahrheit etwas anderes. Das solltest du mit jemandem besprechen.

Tipp: Zeitdruck lässt sich am besten reduzieren, indem du (Mann oder Frau) zeitig mit der Herumspielerei aufhörst und dich für einen festen Partner (eine feste Partnerin) entscheidest. Aber auch spät eingegangene Partnerschaften können noch sehr glücklich werden.Versuche darüber hinaus, im Hier und Jetzt zu leben - das hilft.

Die Angst davor, Gefühle aufzudecken – gibt es die?

Angeblich hat jeder vierte Mann „damit zu kämpfen“, seine Gefühle auszudrücken. Die Sache ist nur: Darum geht es beim ersten Date gar nicht. Es reicht völlig, auf Fragen offen zu antworten. Das bedeutet, die Gefühle weder zu verdecken noch hinaus zu tröten, sondern angemessen über sie zu sprechen. Sprüche wie „sich emotionsmäßig zu öffnen“ stammen aus dem Psychojargon. Die Erfahrung lehrt, dass Männer oft zurückhaltender sind, wenn sie ihre Gefühle äußern sollen – und ihnen dafür auch oft die Worte fehlen. Frauen haben es leichter mit der Wortwahl, gehen aber sehr selten „in die Tiefe“, sondern halten „den Ball flach“, wenn es um tieferliegende Gefühle geht.

Tipp: Versuche, einige deiner Gefühle zu beschreiben, und zwar so, dass sie zu dir und deinen üblichen Formulierungen passen. Wenn du das schaffst, giltst du als „integre Persönlichkeit“. Vermeide aber „Aufgesetzte“ oder „sehr tief liegende“ Gefühle und solche, die missverstanden werden könnten.

Die Angst, keinen schönen Körper zu haben – (Seufz)

Bestimmte Merkmale des Körpers stehen für „Gesundheit“. Da wären zum Beispiel „Breite Schultern und starke Arme“, aber auch „athletischer Körperbau und Durchhaltevermögen“. Allerdings haben nur wenige Männer den idealen Körperbau, und nicht immer ist ein „Supermacker“ auch ein idealer Ehemann. „Mittelmaß“ ist daher kein Hinderungsgrund, genommen zu werden. Biologisch gesehen zählt der „gesunde Körper“ weil damit auch „gesunde Nachkommen“ assoziiert werden.

Was bei Männern oft fehlt, ist der Sinn für schöne, saubere und gepflegte Kleidung, aber auch die Körperpflege. Besonders Haare, Bart, Hände und Füße (die sieht man natürlich nicht immer sofort) werden gerne als Beweis für den sorgfältigen Umgang mit dem Äußeren genommen.

Tipp: Natürlich könntest du etwas ändern – aber das dauert. Was schneller geht, ist eine bessere Erscheinung. Das ist die Kombination aus Haltung, Mimik, Gestik und passender Kleidung. Auch die Körperpflege lässt sich schnell verbessern.

Die Befürchtung, keine Gespräche führen zu können

Ich muss vorausschicken: Gespräche beim Dating sollten nicht mit „Small Talk“ (wie zum Beispiel auf Partys) verwechselt werden. Es geht also nicht darum, ein Gespräch „irgendwie“ aufrechtzuerhalten, sondern es sinnvoll zu vertiefen. Das ist in erster Linie durch eine ausgefeilte Fragetechnik und aktives Zuhören zu erreichen. Wenn du selber antwortest, vergiss nicht, am Ende zu fragen: „Wie ist denn das bei dir?“ Generell gilt: Es ist gut, die „Komfortzone“ des Small Talks zügig zu verlassen und sich zunächst ein wenig, dann immer mehr, für den anderen (die andere) zu öffnen. Wenn du das halbwegs oder gar perfekt beherrscht, musst du nie wieder Angst haben, für einen schlechten Verlauf des Gesprächs verantwortlich zu sein. Bitte unbedingt vermeiden: Fragekataloge – sie sind Gift für die Kommunikation.

Tipp: Die Fragetechnik zu erlernen, ist sehr einfach. Das gute und gelassene „aktive Zuhören“ ist etwas schwieriger zu erlernen. Beide Techniken zusammen ergeben tiefe Einblicke in das Leben des (der) jeweils anderen. Wer Kommunikation beherrscht, findet die Geheimnisse der Persönlichkeit des Gegenübers heraus, indem er den anderen motiviert, über sich selbst offen zu sprechen.

Habe ich euch geholfen?

Ich hoffe, ich konnte einige „dumme Vorurteile“ ausräumen und euch wirklich helfen. Wie ihr wisst, tue ich dies nicht aus kommerziellen Erwägungen, sondern weil euer Glück mir am Herzen liegt.

(1) Ihr könnt meine Quelle gerne anschauen - aber hier steht in jedem Fall mehr.

Noch Single? Du hast zu wenig Dates!

Zu viele Möglichkeiten? Oder noch nicht genug?

Klar gibt es andere Gründe, warum du noch Single bist. Gute Gründe, vorgeschoben Gründe und ein bisschen freundlicher Selbstbetrug. Das dachte ich auch, bevor ich gelesen habe, dass ein Herr offenbarte, in etwas mehr als vier Jahren etwa 80 Dates gehabt zu haben.

Sind 80 Dates zu viel?

Nun, ich dachte mir zuerst: „80“ ist eine stolze Zahl. Da drängt sich schon auf, dass es „zu viele Dates“ waren. Dieser Meinung war auch eine empörungswillige Dame, die genau ausgerechnet hat, dass der Mann dann ja „alle drei Wochen ein erstes Date“ hatte - oder ungefähr 17 Dates pro Jahr.

Keine größere Wahrscheinlichkeit bei „mehr Dates“?

Und plötzlich wird die „große Zahl“ ganz klein. Rund gerechnet 18 erste Dates in einem Jahr sind physisch, psychisch und intellektuell durchaus zu verkraften. Und Entscheidungen werden nicht besser, wenn man sie auf die „lange Bank“ schiebt. Die Wahrscheinlichkeit, die passende Frau beim ersten Date zu finden, mag gering sein – aber beim achtzigsten Date ist sie genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich. Kurz: Die Annahme, je mehr Dates man hat, umso besser würden die Chancen, ist völliger Unsinn.

Das Geheimnis: nicht „mehr Dates“, sondern …

Warum sage ich dann, „Singles haben zu wenig Dates?“ Weil ihr die Zeit, in der ihr sucht, ganz oft zu lange streckt … das nützt euch gar nichts.

Alle sinnvollen Entscheidungen werden von Menschen innerhalb eines begrenzten Zeitraums getroffen. Stell dir vor, du wärest Personalchef(in) und hättest eine wichtige Stelle im Betrieb zu besetzen. Würdest du dir vier Jahre lang Bewerber anschauen wollen? Wahrscheinlich würde man dich rauswerfen, wenn du so lange suchst. Also sucht du nicht die „ideale Person“, sondern jemand, der sich offensichtlich gut eignet. Das funktioniert zumeist ganz gut.

Du sucht nach Zahlen?

Wenn du absolut Zahlen hören willst: Bis vor einigen Jahren galt mal: Jeder siebte Partner ist ein brauchbares „Match“. Das heißt, dass du bei jedem siebten Date mit einer Art Beziehung rechnen konntest. Die ersten drei Dates solltest du als „Lernphase“ hinzuzählen, was für dich als „Anfänger(in)“ dann 10 Dates ergeben würde. Die lassen sich locker in drei Monaten einrichten.

Aber: Seit etwa 10 Jahren sind die sogenannten „Ansprüche“ enorm gestiegen. Das heißt, dass du jetzt wahrscheinlich zwischen 10 und ungefähr 24 Dates brauchen könntest – je nach Anspruch und Vorauswahl. Und dazu würdest du dann mindestens ein halbes Jahr bis zu einem Jahr benötigen. Sucht du länger, verlierst du die Lust - und das ist wirklich ganz schlecht.

Dein Ziel - den Zeitraum begrenzen

Die Formel heißt: Mehr Dates in kürzerer Zeit. Bis zu 24 Dates in einem Jahr sind möglich, können aber anstrengend sein. Wenn du klug ausgewählt hast und kein(e) Anfänger(in) bist, können aber bereits die Dates von eins bis sieben ein Erfolg sein. Wenn nicht, ist oft eine kurze Verschnaufpause nötig, in der du auch deine Strategie nochmals überprüfen kannst. Setz einen Monat aus, und fang dann wieder an.

Das Konzept ist außerhalb der Dating-Welt sehr bekannt und außerordentlich bewährt. Deswegen funktioniert es auch beim Dating – einmal abgesehen davon, dass du dich auch „Hals über Kopf“ verlieben könntest. Aber das wäre auch nicht schlecht, oder?

Bild: ungarischer Künstler, gegen 1910.

Nachhaltigkeit kontra virtuelle Begegnungen beim Kennenlernen

In der Dating-Arena oder in der Realität?
Dieser Tage fiel mir ein Beitrag auf den Wecker, der sich – wie schon so viele andere – mit „nachhaltigen Partnerschaften“ beschäftigte. Der Begriff „Nachhaltig“ wurde noch ergänzt mit „echt“ und „gesund“, und das Produkt – man kann es sich denken, wird schon bald aus dem Zauberhut gezogen. Es ist eine neue App. Sie soll dafür sorgen, dass nicht nur eben diese nachhaltigen, gesunden und „echten“ Partnerschaften entstehen, sondern soll auch noch die „psychische Gesundheit“ fördern.

Psychische Wohlbefinden aus einer Dating-App?

Kann man „psychische Gesundheit“ per Dating-App hervorrufen? Die Gründerin appelliert leidenschaftlich (1,3):

Es liegt in unserer Verantwortung als Organisatoren der Zukunft, wie wir uns treffen, verabreden und Familie gründen – und dies mit einer Sorgfaltspflicht … Wir müssen unseren persönlichen Beziehungen einen hohen Stellenwert in unserem Leben einräumen – sowohl aus persönlicher als auch aus beruflicher Sicht.

Bei so viel ethischem oder psychologisch bedingten Engagement wäre natürlich gut, die Kriterien zu kennen, nach denen die neue App funktioniert - doch darüber erfahren wir nichts.

Dating Apps haben Risiken und Nebenwirkungen

Nun wissen wir, dass Dating-Apps die berühmten „Risiken und Nebenwirkungen“ haben – und ja, es wäre sinnreich, davon loszukommen. Und tatsächlich wächst der Frust der „echten“ Partnersuchenden, wenn sie „Apps“ benutzen.

Das Problem ist nur: Es gibt keine Möglichkeit, gesunde, positive und nachhaltig wirksame Beziehungen „per App“ herzustellen. Ja, es gibt nicht einmal die Möglichkeit, die genaue psychische „Konfiguration“ der Teilnehmer zu untersuchen. Ales, was dazu „am Markt“ ist, sind Spielereien, die mit Mühe und Not psychologisch begründet werden können, aber auf Nachfrage zusammenfallen wie ein Kartenhaus. Das liegt einerseits an der einfachen Tatsache, dass die gängigen Fragekataloge nur einen Bruchteil der Persönlichkeit abbilden – und nicht unbedingt diejenigen, auf die es bei der „Zukunftsfähigkeit“ ankommt. Und zum Zweiten - auch dies ist seit Langem bekannt – gibt es keine glaubwürdigen Argumente dafür, warum sich die Person „A“ mit der Person „B“ bestens vertragen sollte.

Die konträre Auffassung -führen Spielereien am Computer zu besseren Beziehungen?

Auf der anderen Seite las ich nun, dass Beziehungen auch im Metaverse stattfinden könnten – also in einer künstlichen Realität des Internets, die der Wirklichkeit angeblich „ähnlich“ sein soll – nur dass sie es nicht ist.

Ich erinnere mich, dass es ähnliche Versuche gab – aber bisher scheiterten sie kläglich. Das liegt vor allem daran, dass der Unterschied zwischen „bloßer Spielerei“ und „spielerischem Interesse“ nicht ausreicht, um Beziehungen hervorzubringen.

Neue Versuche sollen laut Presseberichten nun in Decentraland stattfinden, wo gerade eine neue „Virtuelle Realität“ („VR“) für Singles aufgebaut werden soll.

Ein bereits bekannter Anbieter der Dating-Branche behauptet nun sogar, dass virtuelles Dating dem persönlichen Dating überlegen ist, denn … (2,3)

Dating in der virtuellen Realität über Avatare ermöglicht es Menschen, Verbindungen ohne die materialistischen, oberflächlichen Faktoren oder Urteile herzustellen, die sie möglicherweise haben in der externen, physischen Welt machen oder ausgesetzt werden.

Das klingt nahezu so überheblich wie die Behauptung der Gründerin der neuen App, Stacy Thompson, zumal in der Konsequenz von der „Virtuellen Fraktion“ etwas sehr Ähnliches behauptet wird:

Singles können Beziehungen aufbauen, die sich auf Persönlichkeit, gemeinsame Werte und gemeinsame Interessen konzentrieren … ohne Zeit und Geld für persönliche Verabredungen zu verschwenden.

Ein Scheinkonflikt der Branche - in der Realität zähle nur persönliche Treffen

Offensichtlich handelt es sich um einen Scheinkonflikt. Die Datingbranche kämpft mit harten Bandagen um Geldgeber und Kunden. Zumindest derzeit ist das Wort „Nachhaltigkeit“ offenbar sehr werbewirksam. Dabei bliebt „außen vor“, dass die „Vermittlung“ von Partnern kaum mehr bedeutet, als den Zugriff auf die Datenbanken, verbunden mit ein bisschen Wegweisung.

Insgesamt ist allerdings wahrscheinlicher, dass persönliche Treffen weitaus erfolgreicher sind als das virtuelle Abklopfen von Menschen, bei denen gar nicht sicher ist, ob sie wirklich Partner suchen.

Hinweise und Quellen:
(1) Über Online Personal Watch.
(2) aus "The Drum"
(3) Wir vermeiden grundsätzlich, die Apps oder Anbieter mit ihren Firmennamen zu benennen oder indirekt auf Webseiten dieser Art zu verlinken.
Bild: dating_avatare by liebesverlag.de

Die Woche: Gefühle, Ehe, Unterwerfung, Blasen und Lover addieren

Differenzierte Meinungen zu verbreiten ist deutlich schwieriger als den Leserinnen und Lesern ein paar einfache Sätze, um die Ohren zu hauen. Ich mache diese Erfahrung immer wieder. Dennoch versuche ich, engagiert zu informieren udn dabei auch Fakten sprechen zu lassen.

Viel zu viel Gefühl

Ein beliebtes Thema ist derzeit, über Gefühle zu sprechen – vor allem beim Dating. Manche Frauen sagen, dass sie ausschließlich bestimmte Gefühle abfragen. Da graust es den Liebhaber gepflegter Kommunikation, und auch die Frauen tun sich keinen guten Dienst damit. Denn „echte“ Gefühle auszudrücken und sie beim Partner auch „anzubringen“, sodass sie richtig verstanden werden, hat nichts damit zu tun, Gefühle abzufragen. Psychologen sehen dies Thema bei Weitem zu blauäugig – und werfen nur allzu oft den Begriff „Emotionale Intelligenz“ in den Ring. Sobald die so ist, wird die Diskussion einseitig. Kritiker wissen dies und warnen davor, der „EI“ oder dem „EQ“ zu trauen. „Mehr Sorgfalt im Umgang mit Gefühlen“ heißt mein Rat.

Wer ist eigentlich „unterwürfig“, und wie ist das?

Die meisten Menschen glauben, dass Unterwürfigkeit ganz schlecht ist, vor allem für Frauen. Doch wenn wir näher hinschauen, haben wir alle „unterwürfige Züge“. Es ist eine Art „Anpassung“ an die soziale Umgebung. Wie aber ist es im Spiel? Und was ist der Unterschied? Wann droht eine Gefahr durch Unterwürfigkeit? Mein Artikel „echte Unterwürfigkeit und das Spiel damit“ stellt das Wissen der Zeit zusammen.

Hat die Ehe nun eine Zukunft oder nicht?

Die Ehe als Phänomen, ohne Zukunft mit Fragezeichen anzukündigen, lockte viele Leser(innen). Der Artikel bezieht sich auf das Buch einer Soziologin, die jüngst darüber schrieb. Wer das Buch aus gesellschaftlichem oder historischem Interesse liest, wird satt mit dem Lesefutter. Wer sich hingegen um die eigene Zukunft in der Ehe sorgt, eher nicht. Und was denke ich? Ehe lässt sich auch unter ökonomischen und mentalen Gesichtspunkten betrachten – beides hat zu wenig Gewicht in der Debatte.

Eine Liebe für einen Winter?

Wie bekannt, veröffentliche Aufrufe, den November als letzte Möglichkeit zu ergreifen, im laufenden Jahr eine Partnerschaft zu beginnen, egal, wie lange sie dauern mag. Die Meinung der meisten Frauenzeitschriften ist anders – und die haben urplötzlich das „Wintermantelphänomen“ entdeckt. Dabei ist die Frau der Wintermantel, den man im November aus dem Schrank holt und am Valentinstag oder im März wieder „entsorgt“. Diese „Damenphilosophie“ soll ein neuer „Datingtrend“ sein – ist sie aber nicht. Ich habe genau nachgesehen – und bin im Jahr 2009 gelandet. Und ja, ich bleibe bei meiner Meinung.

Das Blasen und die Ahnung vom Tuten und Blasen

Wer gebildet ist (oder so erscheinen will), sagt weder „BJ“ noch „französisch“ noch „einen Blasen“, sondern „Fellatio geben“. Doch woher kommt eigentlich der Name „ihm einen blasen?“ Wir sind auf die Flötentöne gestoßen und haben einen Ausflug ins Vereinigte Königreich gemacht. Dann haben wir es aufgeschrieben.

Sexpartner- höchstens vier oder mehr als 100?

In der Vergangenheit sind wir das Thema humoristisch angegangen: „Wie viele Sexpartner hattest du schon?“ Als abschreckende Antwort schlug damals jemand vor, diesen Satz zu verwenden: „Bisher noch recht wenige, aber mit dir mache ich die 100 voll.“ Diesmal haben wir die Wissenschaft und ihre Erbsenzähler konsultiert. So viel sei verraten: Von null auf 100 zu kommen dauert meist eine Zeit. Wir hatten uns zunächst nur für die Frauen interessiert, die im „heißen Datingalter“ waren. Apropos „heißes Datingalter“ – die Studie endete bei Frauen in der Mitte ihrer 40er. Gabe es da nicht noch eine Altersgruppe, die als besonders verwegen angesehen wird? Cougars oder so?

Abgesang

Ob mehr Fakten weniger Leser(innen) bringen? Oder mehr Behauptungen und Spekulationen? Das „Wintermantelthema“ hat mal wieder beweisen: Die Presse verbreitet jeden Blödsinn. Die Liebeszeitung folgt dem nicht – sie ist und bleibt kritisch. Und falls du dies Mitte November liest: Noch ist es Zeit, dir das Winterglück ins Haus zu holen. Das wird Mitte Dezember deutlich schwieriger, wenn wieder viele Singles „in Familie machen“. Und im Januar geht traditionell „die große Singlejagd“ mit einem Überangebot los, die meist ziemlich frustrierend ist.

Also: Handele jetzt – es ist niemals zu früh. Am Wochenende hast du doch Zeit, oder?

Falls ihr euch wundert: Ich verlinke nicht mehr zu Tinder und schon lange nicht mehr zu Facebook.