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  Eigenwerbung

Unterwürfigkeit empfinden …

Devot sein, unterwürfig sein, sich einordnen .. wie ist das?
Neulich wurde ich gefragt, ob es mehr dominante oder mehr devote (submissive) Menschen gäbe. Die Frage ist delikat, weil jeder, der eine Antwort darauf versucht, sofort ins Raster von Vorurteilen fällt.

Grundsätzlich ist Dominanz ein neutrales Wort für die „Vorherrschaft“ oder das Hervortreten von Eigenschaften. In der Gesellschaftsordnung existiert als Pendant zur Dominanz die Unterordnung. In vornehmen Kreisen wird sie auch „Einordnung“ genannt. Dies ist bei den meisten Säugetieren der Fall, also auch bei Primaten und demzufolge auch bei uns Menschen.

Die Mehrheit ordnet sich ein

Womit deutlich wird: Es gibt mehr Menschen, die sich einordnen oder gar unterordnen. Also gibt es deutlich mehr Menschen, die sich zumindest in Teilen ihres Lebens beherrschen lassen.

Das Spiel mit der Beherrschung und der Unterwerfung lernen die übrigen Säugetiere wie die Menschen. Manchmal ist es besser, einen Rang zu erwerben oder ihn zu behaupten. Doch bei anderen Gelegenheiten ist es besser, „mit eingezogenem Schwanz“ zu verschwinden, um weiterhin an seinem eigenen Glück und Erfolg zu arbeiten. Die Kalkulation geht oft auf: Die Person „A“ macht ihr Ding, und solange ich sie dabei nicht behindere, kann ich „mein Ding“ machen.

Dominanz und Unterwerfung bei der Partnersuche

Bei den Begegnungen ist nicht ganz klar, welche Rolle interessanter ist. Manche Männer und eine große Anzahl von Frauen wollen „gefunden“ werden – das ist eher die inaktive Variante. Wer hingegen selbstbewusst und aktiv sucht, stellt sich von vornherein auf die Seite der Dominanz. Bei der Sexualität ist die Sache noch komplizierter: Männer gelten als dominant, Frauen als devot – meist nur deswegen, weil der Mann als fordernder „Beschäler“ auftritt. Dann wird behauptet, die Frau „erdulde“ den Sex, während der Mann seine Geilheit auslebt. Manche Klischees sind einfach nicht auszurotten.

Doch sobald wir zu den sinnlicheren Seiten des sexuellen Verhaltens gehen, finden wir ganz andere Gefühle. Die Lust, passiv zu sein, ist eine Lust besonderer Art. Wenn „passiv sein wollen“ schon „devot sein“ ist, dann sind Männer inzwischen in erotischer Hinsicht tatsächlich häufiger „devot“ als noch vor vielen Jahren.

Unterwerfung im Rollenspiel

Bei erotischen Rollenspielen haben wir es mit einer Besonderheit zu tun. Die devoten Spieler(innen) bilden zwar die Mehrheit, sind aber nicht mehrheitlich devot. Vielmehr genießen sie die devote Rolle, die für sie oftmals wie ein „sicherer Hafen“ wirkt. Ebenso ist es mit der angeblichen Dominanz im Rollenspiel. Wer dominant ist, übernimmt darin eine besonders verantwortungsvolle Rolle – und das ist genau die Rolle, die er/sie im Leben ansonsten nicht hat.

Bei den sehnsüchtig nach Unterwerfung Hungernden können Umstände eintreten, die dazu führen, sich wirklich devot zu verhalten. Bei jenen, die sich in der devoten Rolle wohlfühlen, kommt es vor, dass sie „Tribut“ zahlen – eine in der Branche gebräuchliche Umschreibung für den Lohn der Dienstleistung. Anders bei jenen die von Anfang an wussten, wie lustvoll das Rollenspiel für sie ist. Für sie ist es eine Wonne, die den Alltag versüßt.

Die Woche: Mythen, Wahrheiten und Lüste

Dieser Artikel verdient Feedback, oder etwa nicht?
Kampftage für die Liebe – das scheint mir derzeit plausibler als „Kampftag der Arbeit“. Was wir so alles mit uns herumschleppen – „Tag der Arbeit“, „Christi Himmelfahrt“ aka „Vatertag“, „Frauentag“, „Muttertag“ … ich kann es wirklich nicht mehr hören.

Der Mai ist gekommen ... oder doch noch nicht?

Nachdem das gesagt ist … kommen wir mal zum Mai. Vom Wonnemonat kann wahrlich nicht die Rede sein. Noch stehen wir unter Lockdown und Corona-Furcht, und das Wetter verleitet nicht gerade dazu, auf der Parkbank das Höschen herunterzulassen. Doch weil sich alles ändert, müssen wir von der Zeit nach der Pandemie reden.

Nach der Pandemie - so weiter wie vorher?

Miss Y hat mal nachgelesen, wie Frauen vorgehen wollen, wenn sie wieder in die Welt hinausschwirren können wir die Kolibris. Es gibt immer zwei Möglichkeiten und eine Dritte – mehr desselben, etwas anderes oder lieber gar nichts dergleichen. (Ist ein Leitsatz der Problemlösungstheorie, wirklich).

Beziehungsfrauen, Escort-Frauen und "würdevolle Behandlung"

In den letzten Wochen blasen „die üblichen Verdächtigen“ uns Sätze ins Ohr wie „Dating mit mehr Respekt und Würde“ anzugehen. Ich habe genau hingeschaut - außer Psychologen, Paarberatern und den üblichen Moralaposteln fordern vor allem teure „Escort-Frauen“ an, „respektvoll“ behandelt zu werden.

Die Psyche - immer wieder als Thema beliebt

Die Psyche wird auch immer wieder strapaziert – wir lernen sie als Träger der Freude und des Schmerzes kennen, und zumeist wird sie – nach Sigmund Freud – als eine Art „ewiger Kondensator“ für Gefühle betrachtet. Wie verhält es sich nun aber mit „Körper und Psyche“? Ubi forscht … und weiß nun so viel wie du auch: Bei jedem Menschen verhält sich die „Sache mit Körper und Psyche“ unterschiedlich. Sogar beim Einfluss der sexuellen Aktivitäten nach dem ersten Date.

Nein, Frauen sind keine begeisterten Masochistinnen

Apropos Psyche: Die Lust am Schmerz, häufig Masochismus genannt, ist höchst real und die Wirkung auf die Psyche ist nicht wirklich erforschbar. Stattdessen wird der Mythos gepflegt, Frauen seien von Natur aus devot und würden sich jederzeit dem Masochismus zuneigen. Nein, tun sie nicht. Es ist ein wahrhaftig ein Mythos.

Bleibt beim Date im "Hier und Jetzt"

Von mir gab es einen Tipp: Versuche immer, im Hier und Jetzt zu leben - auch beim Date. Nicht im Dort und Damals und recht wenig im „Irgendwann und Dann“. Zwar willst du mit deiner Verabredung in der Zukunft leben – aber es gibt keine Zukunft ohne Klarheit über die Gegenwart.

Sehpferds Jubiläum, eine Bitte und Humor

Das Gute zuerst: Das „bloggende sehpferd“, mit dem alles begann, ist nun über 20 Jahre alt geworden – Zeit für mehrere Rückblicke. Ich verzichte auf Berichte über all die Neider, aufbrausende Akademiker(innen) und andere böswillige Gestalten, die versucht haben, mir das Wasser abzugraben. Und Hallo – eine Webseite über die Liebe darf nicht dort haltmachen, wo Peinlichkeiten und Schamgefühle die Lippen üblicherweise verschließen.

Zum Humor: Küsse, Pandemien und Wissenschaften – anno 1920. Man küsse einander durch Siebe, sagen angebliche Wissenschaftler – aber der Unterton verrät, dass es nicht ernst gemeint ist.

Ja, da wäre noch etwas. Die größten Expertinnen und Experten für die Lust sind meine Leserinnen und Leser … aber leider verstecken sie sich in ihren Kaninchenlöchern. Könnt ihr das bitte ändern?

In diesem Sinne wünsche ich euch, dass ihr bald den Mai bei linden Lüftchen auf Parkbänken genießen könnt - oder wo sonst eure Liebe erwachen mag.

Wenn du genüssliche Schmerzen schenken willst

Sie weiß, was sie tut - und er genießt es offenbar
"Wenn du genüssliche Schmerzen schenken willst" ist eine Sammlung der Darstellungen, die von dominanten Frauen stammt. Es ist nicht auszuschließen, dass einige aus ihrer Berufserfahrung sprachen, aber sie wendete sich ausdrücklich an Paare, die mit der Schmerzlust spielen wollten.

Was sagen dominante Frauen über die Lust, sinnlichen Schmerz zu schenken? Wir sind tief abgetaucht in die Welt der Domination und haben ein Potpourri aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. (1)

Sei cool - und bleibe cool

Wenn du deinen Ehemann oder Partner das erste Mal zu einem Spiel mit der Schmerzlust einlädst, solltest du sicher sein, dass du absolut gelassen bist. Denn wahrscheinlich ist er der Teil von euch beiden, der aufgeregter ist.

Eigentlich ist es wie bei einem Date, denn dabei übernimmt immer derjenige die Führung, der gelassener ist und „so etwas“ durchaus kühl und gelassen sehen kann. Hast du jemals von erfolgreichem, nervösem Verführer(innen) gehört? Wahrscheinlich nicht.

Offen und einfühlsam, aber konsequent

Nehmen wir mal an, du bist die Frau oder der Mann, der die Rolle des Strafenden übernehmen soll. Dann ist es gut, offen und einfühlsam zu sein und dennoch konsequent und emotionslos zu handeln. (2) Die Rolle, die du annimmst, solltest du beherrschen, auch wenn du ansonsten nicht die Person bist, die du darstellst.

Die Gefühlswelt der anderen

Was tatsächlich „im anderen“ vorgeht, wird dir fremd bleiben. Das schmerzhaft-erotische Erleben findet ausschließlich im Kopf des Unterwürfigen statt. Deine Worte, dein Kostüm, deine Schauspielkunst und nicht zuletzt deine Schläge lösen die Gefühle des anderen aus – und du wirst vielleicht nie erfahren, wie dies alles in ihm zusammenwirkt.

Erweiterte körperliche Berührungen

Alle „körperlichen erotischen Bestrafungen“ sind „Berührungen anderer Art“. Mit den Händen, den Fingernägeln, vielleicht mit Federn oder Bürsten? Mit Nervenrädern oder Vampirhandschuhen? Zu Beginn stellst du erst einmal fest, wie dein Gegenüber daraus reagiert, wenn deine Hände seien Haut treffen. Erst ohne Gegenstände, dann mit sanften Mitteln. Erst an Stellen, die Menschen üblicherweise im Sommer am Stand freilegen, dann auf intimeren Stellen. Der „eigentliche Ort des Geschehens“, das Gesäß, ist erst später dran. Es eignet sich ausgezeichnet, um die Sinne zum Glühen zu bringen, und damit meine ich nicht nur den Schmerz.

Vorsichtig antesten, was Freude bereitet

Wenn du mit jemandem ein Rollenspiel eingehst, tust du gut daran, seine / ihre Empfindsamkeit für körperliche Berührungen gründlich festzustellen und dabei seine Schmerzbereitschaft zu überprüfen. Die Streichelpeitsche ist dabei ein hübsches und sinnreiches Werkzeug. Sie hinterlässt so gut wie keine Spuren, aber dein Partner bekommt einen Eindruck davon, wie sich die Prozedur anfühlt. Er/sie erlebt das eigenartige Gefühl, wenn die sanfte Peitsche auf den Pobacken auftrifft. Wenn die geschlagene Person Prozedur liebt, wird sie sehnsüchtig darauf warten, dass der zweite Hieb kommt, und dann immer mehr … und meist hofft sie auch auf intensivere Schläge.

Sei selbstbewusst und erkenne deine Grenzen

Das alles hat nicht viel mit den intensiven, schmerzvollen und dennoch sinnlichen Schlägen zu tun, die manche Männer und Frauen fordern. Es ist eher der Versuch, sich an die emotionale Situation anzupassen, die nichts mehr mit der „Augenhöhe“ in einer Beziehung zu tun hat, sondern sie bewusst „umkehrt“. Wichtig ist, dass du weißt, was du tun kannst und tun möchtest. Denn bevor du die Grenzen eines Menschen ausleuchtest, der dich um eine Züchtigung bittet, wäre es gut, deine eigenen Grenzen zu kennen. Aber das gilt eigentlich für jede ekstatische Lust.

(1) Keine unserer Quellen ist verlinkbar. Sorry.
(2) Was wie ein Widerspruch klingt, ist keiner. Einfühlsam in eine Rolle zu gehen, heißt nicht, eigene Gefühle zu verwirklichen. Bild: "Eheliche Zucht", vermutlich 1930, von "Milewsky" bürgerlich Gerhard Windisch (1895-1961)
(Zusammengestellt von Isi F. nach Recherchen von Ubi U.)

Die andere Öffnung - was bedeutet "anal" für die Beziehung?

Was du nicht siehst, ist das, worauf es ankommt
Schreiben wir zu wenig über anale Lüste? Oder ändern sich die Lüste so schnell, dass wir gar nicht genug darüber schreiben können?

Der Mann - aktiv und passiv

Reden wir zunächst mal von Tatsachen: Der Mann kann auf zwei Arten anal verkehren: Aktiv und passiv. Konkret: Er kann also penetrieren oder penetriert werden. Aus mancherlei Gründen haben heterosexuelle Männer ein großes Vergnügen daran, obwohl sie dies meist abstreiten. Denn rein körperlich können Männer beim passiven Analverkehr sensationelle Gefühle haben, auch wenn sie manchem Mann zu intensiv sind. Und psychisch schämen sie sich zumeist, weil sie glauben, für "homosexuell" gehalten zu werden.

Die Frau - passiv aber durchaus auch mit aktiver Dominanz

Die Frau kann es ebenfalls passiv, fühlt dabei aber aus anatomischen Gründen nicht die enorme Lust, die der passive Analverkehr Männern breitet. Sie kann es in der Tat auch aktiv – freilich mit einem Hilfsmittel, dem Dildo zum Umschnallen. Dabei fühlt sie allerdings so gut wie gar nichts.

Kein Gewinn aus dem Analverkehr?

Nachdem dies klar sein sollte, fragt sich, worin eigentlich der Gewinn liegen soll, wenn das Gebiet des analen Geschlechtsverkehrs doch so trüb, schmutzig und letztlich unbefriedigend für die Frau ist.

Geschlechterrollen - und die Lusterwartungen

Die Sache stellt sich schnell anders dar, wenn du „Sex“ völlig von „Liebe“ trennst. Beim Sex ist immer klar, wer wenn gibt. Wenn du ein junger oder aufdringlicher Mann bist, hältst du möglicherweise für selbstverständlich, dass eine Frau im Prinzip alles im Angebot hat. Sie kann ja oral, vaginal und anal. Was sie damit verbindet und wie schmerzhaft oder peinlich das alles ist, fragt der junge Mann nicht. Das geht aber nur, wenn du annimmst, dass Frauen alles aus Liebe tun. Der Mann seinerseits hat meist nur den Penis im Angebot und erwartet, dass die Frau etwas „damit macht“.

Die gleiche Prozedur für Gans und Ganter?

Wenn es um „anal“ geht, wird aber alles anders. „Zur Gans gibt es die gleiche Soße wie zum Ganter“ sagt man im Vereinigten Königreich. Und genauso so ist es. Aber – das merkst du erst, wenn du die Rolle wechselst.

In einem Beitrag zum Thema lasen wir (1):

Nach dem Rollenwechsel im Schlafzimmer wird dein Partner verstehen, wie es sich anfühlt, der Empfänger beim Sex zu sein – zum Beispiel, warum er Vertrauen in doch braucht und offen zu dir sein sollte.


Dein Partner beim Sex bekommt nicht nur eine neue Rolle - auch sein Selbstverständnis dürfte sich ändern. Er bekommt nicht nur ein völlig neues Gefühl für den Sex, sondern erlebt auch, wie es ist, unterwürfig zu sein. Nun befriedigt er sich nicht an dir, sondern hofft darauf, dass er selbst „irgendwie“ befriedigt wird. Und er lernt dadurch nicht nur, sich zu gedulden, sondern auch etwas zu erdulden, bevor es wirklich „schön wird“.

Erfahrungen für sie und ihn - ziemlich nützlich

Da ist das wirklich Entscheidende: Auch wenn du alles noch so genau abgesprochen hast, wirst du als Geberin erfahren, dass du „herausfordernd“ bist. Und so viel Mühe du dir auch gibst: Du weißt nicht wirklich, ob dein Partner auf dem Weg zu enormen Lustschüben ist oder ob er gerade mal erträgt, was du ihm bietest.

Und ebenso wird „er“ feststellen: Er muss da wohl erst mal durch, bevor er überhaupt irgendeine Lust spürt. Und er wird vielleicht zum ersten Mal erfahren, dass „Stöße“ erhebliche Herausforderungen sein können. Ähnliche „Stöße“ wir die, die er selbst jahrelang als „selbstverständlich“ angesehen und vollzogen hat.

Eine Sache heftiger Emotionen

Ob es mit den Lüsten „weit her“ ist? Diejenigen, die wir fragen konnten, wollten lieber von Erfahrungen reden. „Es sind nicht die sexuellen Lüste“, sagen viele Leute, die sich auskennen, „es ist die Herausforderung, der du sich stellst.“

Das sagt sinngemäß auch Ian Kerner (2,3):

Die psychische Befriedigung rivalisiert dabei mit der körperlichen, und möglicherweise durchdrungen sie einander. Es mag der Wechsel zur unterwürfigen Geschlechterrolle sein, das Spiel mit der Macht oder auch die Faszination einer Frau, die einen Penis trägt. Das kann einen Mann enorm anmachen.

Es geht also für den Mann nicht nur darum, etwas Neues, möglicherweise Sensationelles zu erleben. Vielmehr werden durch den Rollentausch auch sexuelle Stereotypen aufgeweicht (Dr. Gayle Brewer 2,3):

Es kann befreiend sein, sie (die Stereotypen) fallen zu lassen. Traditionell haben wir die Idee, dass es die Rolle des Mannes ist, sexuell die Kontrolle zu übernehmen, und dass Frauen im Schlafzimmer unterwürfig sind.

Wenn das gut funktioniert, darüber sind sie nahezu alle Berater einig, dann können vorgefasste Meinungen verschwinden. Und zusätzlich können Paare offener über ihre Lüste kommunizieren.

Nochmals Dr. Brewer (2,3):

Männern geben wir damit die Möglichkeit, uns zu sagen, dass sie nicht die ganze Zeit die Kontrolle haben wollen. Oder dass sie es mögen, wenn ihre Partnerin sexuelle Aktivitäten initiiert. Und Frauen können damit das Gefühl vermitteln, dass es gut für sie ist, die Kontrolle zu übernehmen. Das ist wichtig, denn dadurch erfahren sie, dass Sex nicht etwas ist, das ihnen passiert, sondern etwas, das sie lenken können.

Manches von dem Gesagten wird euch befremden – aber ebenso sicher werden euch manche Sätze auch nachdenklich stimmen.

Es wäre schön, wenn andere Leser von euren Erfahrungen profitieren könnten – habt ihr etwas zu sagen?

Zitat (1) aus einem Blogbeitrag.
Zitat (2) Marie Claire.
(3) Übersetzung stark gekürzt, teils sinngemäße Begriffe verwendet, um den Zusammenhang transparent zu halten.
Bild: © 2021 by liebesverlag.de
Hinweis: An diesem Beitrag haben mehrere Autoren mitgewirkt.

Als junge Gentleman zu Ladys erzogen wurden

Zwei Sichtweisen - ein Jüngling
Als junge Gentleman zu Ladys erzogen wurden ... jedenfalls in der Literatur. Wir untersuchen, woher der Trend kam, wie er via Frankreich in die Geschichte einging und wie er als "Englische Erziehung" weiterhin existiert.

Über die Lust an Schlägen, dem Anlegen von Frauenkleidern und anderen Phänomenen, die Briten zugeschrieben wurden.

Es gibt kaum einen Zweifel, dass ein talentierter britischer Rechtsanwalt die Wurzel allen „Übels“ war. Denn wann immer von der „Englischen Erziehung“ die Rede ist, wird sein Werk „Gynecocracy“ genannt. Die heutigen Ausgaben besehen aus drei Teilen, und es scheint zumindest so, als würde wenigsten der erste Teil aus der Feder von Stanislas Matthew de Rhodèes stammen, der es 1893 anonym veröffentlichen ließ.

Ein Jüngling wird in eine junge Frau verwandelt

Die Trilogie basiert darauf, einen jungen Gentleman optisch in eine junge Lady zu verwandeln. Dafür existiert in der englischsprachigen Literatur der Begriff „Petticoat Discipline“. Neben der optischen Wandlung des jungen Mannes zur jungen Frau wird eine weitreichende emotionale Wandlung versucht. Sie wird teilweise durch eine Art „Gehirnwäsche“ versucht, andererseits aber auch durch „Zuckerbrot und Peitsche“. Letztlich schenken die an der Erziehung beteiligten Damen ihm bei Wohlverhalten minimale erotische Lüste. Fehlverhalten wird hingegen durch ganz außerordentlich heftige Schläge geahndet.

Viktorianischen Erotik beinhaltet oft Schläge und homoerotische Begegnungen

Selbstverständlich hat der Held Zweifel an der Wandlung, doch bis zum guten Ende, ein devoter Ehemann zu werden, muss er allerlei Zweifel an sich und anderen überwinden. Anklänge an Homosexualität werden - wie auch sonst in der er sogenannten „viktorianischen“ erotischen Literatur, keinesfalls ausgelassen. Dabei wird der Kunstgriff des Changierbeutels verwendet - es scheint so, als sei eine Handlung homosexuell, in Wahrheit ist der Verführer eine Frau, die den Verführten durchaus als Mann erkennt.

Die französische Sicht

So mit Fakten ausgestattet, wenden wir uns nach Frankreich, etwa um 1908.

Hier entsteht ein Werk, das eine sehr ähnliche Konstellation verwendet und dem man einen Titel gibt, der keinen Zweifel an der Herkunft des Genres lässt: „Éducation Anglais“ - „Englische Erziehung“. In dieses Werk wurden auch Zeichnungen aufgenommen, die recht drastisch die Brutalität dieser Erziehung demonstrieren sollten. Neben Schlägen werden dabei zur Disziplinierung betont enge Schnürungen verwendet, wie sie zu dieser Zeit noch allgemein üblich waren.

Es ist keine Frage, dass man sich im „schönen Frankreich“ moralisch distanzieren wollte. Und dies, obgleich man genau dieselben Kreise als Leserschaft ansprach, die auch „Gynecocracy“ verschlangen. Nämlich junge Männer, die von erotischen Schlägen schöner, dominanter Ladys träumten – und möglicherweise sogar davon, sich ihnen rückhaltlos zu unterwerfen.


Oh, seht ... diese unmoralischen Engländer ...

In „Éducation Anglais“ wird kapitelweise vorausgeschickt, wie unverschämt die Engländer sind, bevor die Erzählung überhaupt begonnen wird:

Und jetzt wollen wir denjenigen das Wort erteilen, die diese schmerzhaften und deprimierenden Phasen durchlaufen haben, und zwar durch jene Erziehung, durch die der Engländer seine erhebliche Neigung zu Heuchelei und Sadismus erhöht.
Die Inhalte dieser französischen Bücher haben nicht die Qualität des englischen Vorbilds, sind aber dennoch sehr ähnlich. Hier ein Textbeispiel:

Ungeachtet ihrer Handschuhe öffnete sie mit ihren flinken Fingern blitzschnell die Knöpfe meiner Hose, die sie bis zu den Fersen herunterzog. Anschließend zog sie ein Hemd hoch, legte mich über ihre Knie und schlug mich so heftig, dass ich mehrfach aufschrie. Doch sie ließ nicht von mir ab, und die Schläge wurden härter und heftiger. Dann sagte sie zu mir: „Schreien Sie nur, junger Herr. Schreien Sie, solange Sie wollen. Niemand wir kommen, um Sie zu retten. Und ich verspreche Ihnen: In Zukunft werden sie noch besser Gründe bekommen, um heftig zu schreien.

Später haben sich manche Autoren gefragt, warum den Engländern die Eigenschaft zugeschrieben wurde, heuchlerisch und sadistisch zu sein. Denn inzwischen wurde das „Englische Laster“, das auch „Englische Erziehung“ genannt wurde, über Frankreich in ganz Europa verbreitet.

Ein britischer Autor (1) meint:

Mit den Franzosen wurde noch nie eine … Übereinkunft … erreicht, um festzustellen, was genau „The English Vice“ tatsächlich ist. Je nachdem, welche Autorität darüber schreibt, könnte es sich historisch gesehen um Heuchelei oder Geißelung handeln, obwohl keiner der Zeitvertreibe mehr eine einzigartige englische Beschäftigung zu sein scheint, und ich bezweifle, dass dies jemals der Fall war.
Er fährt fort, dass die wahrscheinlichste Erklärung der britische Liberalismus sein könnte, der auch schon im Vorwort von „Éducation Anglais“ erwähnt wird. Dort allerdings mit dem diffamierenden Hinweis, dass der Engländer andere unterdrücken muss, um sich selbst frei zu fühlen. Oder sollte es doch die angelsächsische Eigenart sein, Autobiografien und Pseudo-Autobiografien zu lieben? Verstanden die Franzosen damals einfach alles falsch?

Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, dass den Briten seither die Erfindung einer Erziehung mit Zuckerbrot und Peitsche nachgesagt wird, die wundersame Auswirkungen auf das Gemüt hat. Und dann und wann auch auf die sexuelle Ausrichtung.

Zitate: Aus „Gynecocracy“ (Britische Originalausgabe, Nachdruck), aus „Éducation Anglais“ (verschieden Ausgaben mit unterschiedlichen Zeichnungen) und einem Beitrag der „Indipendent (1)“. Bilder: Rechts extrem enge Schnürung nach der Zeichnung von M. Del Giglio (Pseudonym), Links nach der Zeichnung von Gaston Smit (aka Georges Topfer).