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Die Liste deiner erotischen Wünsche

Du kannst ja schon mal drüber nachdenken ...
Ist „die Krise“ bald überwunden? Oder ist das, was wir bisher erlebten, nur ein Vorgeschmack? Wird es eine zweite Welle geben und wie intensiv wird sie uns treffen?

Mach dich nicht verrückt - plane, worauf du jetzt Lust hast

Warum machst du dir Gedanken darüber? Frag dich lieber, was du gerne tun würdest, wenn du die völlige Freiheit hättest … auch (und gerade) erotisch.

Heimliche Sex-Wunschlisten

Viele Menschen haben heimliche Wunschlisten. Solche, auf denen etwas steht, was sie niemals vorzeigen. Aber es bohrt in ihren Hirnen, befeuchtet ihre Vaginen und lässt Penisse erstarken. Nachts, wenn alle Gedanken frei sind und sich die Finger ungeduldig an die Geschlechtsteile schleichen, werden sie wach, diese Wünsche. Die meisten von ihnen wirst du nie in Realitäten überführen, aber es könnte ja sein, oder nicht? Meistens steht noch ein Satz auf solchen Listen: Erotische Dinge, die ich tun will, bevor …“ manchmal ist es eine bevorstehende Ehe – da hatten schon die „höheren Töchter“ zum Ende des 19. Jahrhunderts so ihre Vorstellungen. Manchmal ist es das Jahresende oder ein bestimmtes Alter. Bevor du 30 wirst? Oder 40? Oder gar, bevor du in Rente gehst?

Anrüchige Wünsche

Die Wünsche sind zumeist etwas anrüchig. Es sind genau die, die du mit keinem Mann teilst, aber auch sicher nicht mit Mutter und Tochter. Sie teilen sich in „Sex in Gruppen“ sowie sexuelle Unterwerfungen, gefahrvolle Abenteuer und gleichgeschlechtliche Aktivitäten. Deswegen bringst du sie nicht zu Papier, und in dein Tagebuch schreibst du bestenfalls harmlose Verschleierungen. Männer haben all dies auch – aber sie bringen sie nicht einmal über die Lippen, geschweige denn zu Papier.

Manchmal handelt es sich um Wünsche, die „man“ besser nicht verwirklicht, doch einige dieser Vorstellungen sind durchaus erfüllbar. Und all die Wünsche, die „gar nicht gehen“ lassen sich wenigstens zu farbigen Fantasien ausschmücken.

Das Leben nach den Restriktionen - sei vobereitet

Jetzt wäre die Zeit, dies zu tun. Mag die Realität grau sein, mag sie auch auf sich warten lassen – jeder Tunnel hat ein Ende. Hast du einmal beobachtet, wie Autofahrer reagieren, wenn sie aus einem Tunnel fahren? Sie fühlen sie befreit, und diejenigen, die schnell, klug und besonnen reagieren, erwischen die richtige Spur. Plötzlich pulsiert das Leben wieder.

Wenn du Pläne hast, bist du am Ende des emotionalen Tunnels eher bereit, auf die richtige Spur zu wechseln. Wenn du Vorstellungen hast, wie alles ablaufen soll, kannst du Menschen ansprechen, die dir begegnen, ohne mit der „Tür ins Haus zu fallen“. Wahrscheinlich werden alle, die sich am Ende von der Last des Verzichts befreit haben, ebenso experimentierfreudig sein wie du. Natürlich bleibst du vorsichtig. Aber es ist eine angstfreie Vorsicht – nicht eine, die von Dämonen überschattet wird.

Nun, es gibt zahllose Listen dieser Art. manche von ihnen enthalten fünf bis zehn Punkte, andere mehr als 50. Einige sind nahezu realistisch, andere reine Produkte der Fantasie.

Solo ist es am einfachsten

Bei den meisten muss eine Hürde überwunden werden, bevor du sie realisierst. Wenn du solo bist und auch alleine verwirklichen kannst, was du gerne ausprobieren möchtest, geht es auch jetzt und hier. Dazu gehört zum Beispiel der Vorsatz, dir „effektive“ Toys zu kaufen oder endlich auszuprobieren, wo dein G-Punkt sitzt und ob es wirklich funktioniert, ihn zu stimulieren.

Schwieriger wird es, wenn du einen Mann oder eine Frau dazu brauchst, sehr schwierig, wenn mehrere Frauen und/oder Männer daran beteiligt sein sollen. Aber trotzdem lohnt es sich, die Liste zu vervollständigen, denn zu jedem Thema kannst du mehrere Fantasien haben, die du zum Teil zuerst selbst ausleben kannst.

Die häufigsten Fantasien der Frauen

Die geheime Wunschliste für Frauen stellt sich objektiv ungefähr so da:

Abenteuer, Oralverkehr (aktiv und passiv, auch gemischt),Handverkehr (aktiv wie passiv) sowie sexuelle Domination (ebenfalls aktiv und passiv) stehen an den ersten Stellen, gefolgt von Sex mit mehr als zwei Personen (1) und gleichgeschlechtlichen Kontakten.

Erotische Wünsche ohne Sex

In der reinen Erotik (ohne Sex) steht an erster Stelle, sich eine romantische Umgebung zu erträumen: Kerzen, Champagner, Musik, sanfte, seidige Wäsche und sinnliche Gedanken. Aber ich denke, dazu brauchst du keine Wunschliste.

Die drei Hauptvorteile von erotischen Wunschlisten

Die Vorteile:

1. Eine Wunschliste zu erstellen, ist als solches sehr erregend.
2. Zu jedem Punkt kannst du dir jetzt schon mehrere Szenarien ausmalen. Die wahrscheinlichste kannst du später verwirklichen.
3. Diese Praktiken lassen sich teilweise auch ohne Partner erproben. (Gleitmittel, Analdildo, Materialien auf der Haut und ihre Wirkung). Damit bist du vorbereitet und erschrickst nicht, wenn’s Wirklichkeit wird.

Das Wichtigste ist aber, dass du für eine Zeit planst, in der dich das erotische Glück erneut ergreifen wird. Dann kannst du es anlächeln und sagen: „Komm…“

(1) Hier wurden alle Wünsche mit mehr als zwei Personen zusammengefasst, vom Dreier bis zur Orgie.

50 und mehr Vorschläge (englisch):

"LOL"
OPRAH
TheStir
Und auf deutsch für Frauen über 40: Bevor du den Löffel abgibst ...
Und natürtlich ... COSMO.

Der Hunger nach der Haut der anderen

Die Lust auf Haut lässt sich nicht wegsperren
Wen darf ein Mensch eigentlich noch berühren? Und wie intim darf er oder sie dabei werden? Fragen wir dies Politiker oder Virologen, so bekommen wir Antworten, die wir längst kennen.

Am besten, so wird uns beschieden, sollten wir ihn gar nicht berühren. Die Hände stecken in unsichtbaren Handschellen, der Körper, der ohnehin nicht mehr attraktiv dargeboten wird, in einem virtuellen Kondom.

Wir gehen auf Abstand und finden keine Nähe zueinander

Wenn wir Abstand halten, halten wir uns auf Abstand, aber auch jeden anderen. Dadurch verhindern wir auch den erotischen Zufall, der durch Nähe entsteht. Eigentlich ist die Formel einfach: Nähe plus Lust plus Begierde plus Sympathie ergeben erotisches Verlangen. Ohne Hautkontakt funktioniert aber nicht einmal das. Oder wie es das Wiener Künstlerprojekt KISS ausdrückt (Zitat):

Die Arbeiten entfalten sich als Reaktion auf die Vorgaben und Konsequenzen des Abstandhaltens, das die Macht und das Potenzial eines Kusses durch Unbehagen und Unsicherheit untergräbt, und verdeutlichen, welche komplexe Wandlung die Idee des öffentlichen Raums momentan erfährt.

Es ist nicht allein der „öffentliche Raum“, es ist vor allem der „innere Raum“. Wie lange wird es dauern, bis wir meschugge werden, weil uns der Hautkontakt fehlt? Wann brennen die ersten Sicherungen durch und bei wem? Was passiert mit unserem „realen“ sozialen Zusammenhalt, wenn die Intimität entfällt?

Dem Zufall keine Chance - ist das gut?

Abstand zu halten bedeutet, dem Zufall keine Chance zu geben - schlecht für die Viren, zugegeben. Aber auch schlecht für diejenigen, die nach Berührungen lechzen. Sollen sie darben, emotional verkommen, die Fesseln des modernden Berührungstabus durchbrechen?

Wir tun so, als gäbe es gar keine Kontakte mehr, die durch die Haut gehen. Ja, ja ... natürlich ... die beständigen Paare, namentlich die Ehepaare - die haben doch noch Hautkontakt? Die Katholiken und alle anderen moralisch eher konservative veranlagte Menschen freuen sich über solche Äußerungen, gerade so, als ob sie zum Freuen wären. Doch was ist mit den jungen Menschen, die hier und jetzt erotische Erfahrungen machen wollen, vielleicht sogar die ersten ihres Lebens? Wie lange werden sie die mentalen Keuschheitsgürtel noch ertragen?

Das Leben ist ja so ... vorübergehend

Gut, ich höre es schon ... „es ist ja vorübergehend. Sie haben ja noch so viel Zeit.“ So reden ältere Herrschaften, die nicht mehr so viel Zeit haben. Die jungen Menschen und jene in mittleren Jahren wollen ihre Körper spüren, und zwar durchaus gegenseitig.

Die Liebe hat einen einzigen Verbündeten: Die Begierde, die ohnehin keine Regeln einhält. Sie ist absolut natürlich, eingebettet in die Evolution. Und sie wird mit und ohne Vernunft praktiziert - völlig unabhängig davon, ob sie ethisch „koscher“ ist oder eher nicht.

Ehrenwert dauert es am längsten

Ich bin keine Instanz - also fragt ich nicht, was ihr tun sollt. Was ich so höre ist dies: Bei der „hochwohlanständigen“ Suche bleibt man vorerst auf Distanz und hofft, dass der Austausch von Berührungen eines Tages folgen wird. Bei den weniger „ehrenwerten“ Begegnungen wird vollzogen, was die Natur verlangt - heimlich, mit hochrotem Kopf und schlechtem Gewissen.

Relative Nähe macht oft Mut zur Intimität

Nähe erweist sich dabei ab und an als Zauberwort: Wer sich ohnehin schon irgendwie „näherkommt“, fasst sich jetzt leichter ein Herz, um auch den letzten Schritt zu vollziehen. Manche Paare erzählen jetzt davon, und ich denke, dass es nicht so schlecht sein kann, die Nähe zu nutzen. Oder um es mit den Worten der Vorgängergeneration zu sagen: Wo ein Wille ist (und noch einer, versteht sich) , findet sich garantiert auch eine Gelegenheit, um die Lust zu vollziehen.

Jetzt: Richte deine Wohnung erotisch ein!

Auch Tagträume im Schlafzimmer sind schön ...
Bist du zur Zeit oft in deiner Wohnung? Und fühlst du dich darin alles andere als sexy, frivol oder erotisch?

Dann könntest du überlegen, ob du es nicht ein wenig „lustvoll aufhübschen“ könntest. Sieh mal: Die Lust ist nichts, was du verbergen müsstest. Und du musst niemanden in deiner Wohnung empfangen, der da nichts zu suchen hat. Also könntest du eigentlich alles ein wenig „erotisieren“: Flur, Badezimmer, Wohnzimmer ... und natürlich das Schlafzimmer. Du brauchst dazu keine Möbel, die es nur in Spezialgeschäften gibt ... es reicht völlig, alles ein bisschen umzugestalten. Und wenn du wirklich schamvoll bist ... nimm das Schlafzimmer unter die Lupe. Hat dort jemand anders etwas zu suchen außer Dir und deinen Lovern oder Geliebten?

Farben des Orients - vor allem Rot

Das Erste ist die Farbe. Warum nicht rot oder wenigsten rötlich? Die „Farben des Orients“ sind immer sinnlich. Wenn das absolut nicht geht, hilft die Beleuchtung: Rote Lampenschirme erzeugen ein perfektes Licht, in dem auch du wesentlich besser aussiehst, wenn du nackt bist. Egal, welches Bett du hast: Stell es so, dass es von beiden (oder von drei) Seiten zugänglich ist - das hilft dir dabei, dich selbst besser zu präsentieren und verschieden Stellungen auszuprobieren, die du beim Sex nutzen willst.

Ein Spiegel und lustvolle Bilder

Als hübsch erweisen sich erotische Skulpturen oder Bilder. Wenn du wenig Geld hast, kannst durchaus Fotos oder Drucke verwenden - sie wirken beim Schummerlicht genauso intensiv wie „echte“ Gemälde. Zu deinem eigenen Vergnügen und zur Kontrolle deines Aussehens sollte ein Spiegel nicht fehlen - er muss nicht groß sein. Interessant ist, einige erotische Bücher zu verstreuen - auch Bildbände.

Sehr modern - ein Monitor, um anregende Filme zu sehen

Wenn du im Bett liegst und Anregungen benötigst, ist ein unauffälliger Monitor oder ein Fernsehgerät nicht schlecht. Du kannst damit die Filme ansehen, die dich anregen - oder dich und deinen Lover.

Versteck nicht, was deine (seine,ihre) Lust anregt

Ich finde es hübsch, die kleinen „Essentials“ zu zeigen und nicht zu verstecken. Eine hübsche kleine Schale mit Kondomen, falls du männliche Liebhaber erwartest? Vielleicht eine kleine Peitsche oder ein paar Handschellen? Für alle Fällen sinnvoll - auch wenn die Gegenstände nur zu erotischen Gesprächen anregen sollte. Ähnlich verhält es sich mit „Spielzeugen“.

Wenn du ein bisschen nostalgisch bist: Es ist unglaublich erregend für ältere Herren, wenn du dich hinter einem Paravent entkleidest.

Ob allein, für erotische Spiele zu zweit, für Vanillesex oder Experimente - das Schlafzimmer ist immer ein Ort, an dem du dich vollständig hingeben kannst.

Sexuelle Experimente und ihre Risiken

Nicht die richtige Methode, Risiken zu beurteilen
Sexuelle Experimente und ihre Risiken - oder: warum das Vermeiden keinen Nutzen bringt

Jedes sexuelle Experiment, das du eingehst, ist ein Risiko, in dem du mit zwei Schwestern zu tun bekommst: eine heißt „Chance“, die andere „Gefahr“.

Die Gefahren - der Schnupfen der Psyche und der erschlaffende Penis

Die Gefahren zuerst: Möglicherweise ist „das Technische“ dir im Weg: Die Liegefläche ist beispielsweise zu hoch oder zu niedrig. Das macht beim Blümchensex natürlich nichts aus, bei Experimenten aber schon. Dann ist es das Physische: die Erregung im Kopf und die im Penis oder der Vagina laufen nicht synchron. Sie bleibt trocken, er bleibt weich. Und schließlich ist es die Psyche, die plötzlich Schnupfen bekommt und zu niesen beginnt – dann geht nichts mehr. Die Nachdenklichen und psychologisch Geschulten unter euch werden auch an Langzeitfolgen denken, doch die werden überschätzt, jedenfalls, wenn ihr nicht miteinander verheiratet seid.

Die Chancen - mehr Lust an der Lust erzeugt noch mehr Lust

Die Chance ist die schönere der beiden Schwestern. Alles, was irgendwie technisch schief gehen könnte, kann abgefangen werden, und wenn trotzdem etwas nicht ganz „passt“, kann man improvisieren. Bei kleinen physischen Problemen kann Abhilfe geschaffen werden, und nicht bei allen sexuellen Experimenten muss der Mann „bocksteif“ sein und die Frau „klatschnass“. Wobei wir nun zur Psyche kommen müssen: Ein gelungenes sinnlich-erotisches oder sexuelles Experiment beflügelt, macht Lust auf mehr und kann auch ein ganzes Leben positiv verändern. Manchmal erleben einzelne Partner einen „Durchbruch“. Dann fragen sie sich, warum sie dies oder jenes nicht schon früher getan haben.

Solltest du es wagen, dich einfach "gehen zu lassen"?

Wenn wir genau wüssten, dass ein Risiko zum Erfolg führt, würden wir alle Risiken eingehen. Wenn wir alle fürchten müssten, dass Risiken im Chaos enden, würde sie niemand eingehen. Manche Risiken sind abschätzbar, andere nicht. Die Schwierigkeit bei sinnlichen, erotischen oder sexuellen Risiken besteht darin, dass Gefühle freigesetzt werden, die wir nicht willentlich beherrschen können, sondern die wir einfach „geschehen lassen müssen“.

Ja oder Nein zum Risiko?

Normalerweise hindern uns Furcht, Scham und die üble Nachrede missgünstiger Mitmenschen, unser Liebesleben in „Eigenregie“ zu gestalten. Unsere natürlichen Triebe und Sehnsüchte sowie unsere Neugierde auf das Ungewöhnliche oder Unbekannte treiben uns aber an, Wagnisse einzugehen.

Erotische Wagnisse kann man einschätzen. Je weniger Personen beteiligt sind und je mehr man den Beteiligten vertrauen kann, umso sicherer ist der Versuch. Der eigentliche Risikofaktor sind wir selbst. Ja, es könnte nicht so lustvoll sein wie gedacht. Und ja, wir könnten versagen. Aber wäre das wirklich so schlimm?

Das meist, wodurch Menschen zu Ruhm und Ehre gekommen sind, haben sie aufgrund von Wagnissen erreicht. Und falls sie zu sinnlicher Freude, mitreißender Lust oder erotischen Genüssen gekommen sind, haben sie erreicht, indem sie sich selbst auf Wagnisse eingelassen haben. Und etwas will ich euch noch mitgeben: Die Menschen um euch herum reden über euch, egal, was ihr tut. Mal seid ihr zur prüde, mal zu geil. Mal lachen sie über euch, weil ihr zögert, und mal sind sie schadenfroh, wenn ihr „auf die Nase fallt“.

Und jetzt? Was tut ihr?

Bild: bedauerlicherweise ist mir der Autor unbekannt.

Weiblich geführte Beziehungen - wie ein Begriff aufkam und versank

Was würdest du für ein Leckerli tun?
Die „weiblich geführte Beziehung“, englisch auch „Female Led Relationship“ genannt, war lange Zeit ein Lieblingsthema bestimmter Blogs.

Was ist FLR aus der Sicht der Autoren?

Worum ging es dabei? Moderat ausgedrückt, wollen es die Protagonistinnen so sehen (1):

Eine Form des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau, in der die Frau die Gestaltungshoheit über zentrale Punkte der Partnerschaft an sich und das Ausleben der gemeinsamen Sexualität hat.

Diese verklausulierte Definition verschweigt, dass es im Wesentlichen darum ging, den Mann über seine ungestüme Sexualität zu beherrschen, oder in verkürzter Form (2).

Hast du den Mann beim Schwanz, hast du ihn ganz.

Dabei wurden Methoden propagiert, die bereits bewährt waren. Zunächst wurde der Preis für den Geschlechtsakt schrittweise erhöht: Die Frau machte den Zugang zu ihren Genitalien vom Wohlverhalten des Mannes abhängig, oder einfach: Sie ließ ihn nur noch „ran“, wenn er brav war. Sodann wurden andere Strafen oder Einschränkungen der Freiheit eingeführt, die den Mann ans Haus banden. Schließlich wurden „Keuschheitsgeschirre“ für Männer propagiert, die zufällige Erektionen, Masturbation und Fremdgehen verhindern sollten. Zusätzlich wurde angeregt, Männer auf unterschidliche Arten zu bestrafen, wenn das Lockmittel „Muschigenuss“ nicht mehr zur Disziplinierung ausreichte.

Keuschhaltung und andere FLR-Mythen

Den moderaten Erklärungspfad verlassend, schreibt beispielsweise VICE (3), was tatsächlich dahintersteht: Eine Beziehung, die durch BDSM-Ideologie geprägt wird:

Bei Nichteinhalten der vereinbarten Regeln und Pflichten ist zum Beispiel körperliche Züchtigung wie etwa Spanking, aber auch Keuschhaltung, Orgasmus-Kontrolle … oder die Verweigerung von Geschlechtsverkehr bei gleichzeitiger Einforderung sexueller Dienstleistungen seitens der Frau denkbar.

Mit der „Keuschhaltung“ des Mannes wurde mancher weibliche Nerv getroffen und manche dominante Fantasie freigesetzt – vor allem aber witterten die Hersteller „männlicher Keuschheitsgeschirre“ Morgenluft. Sie wurden massenhaft hergestellt, bestanden aus billigem Kunststoff, und wurden damals zu horrend hohen Preisen verkauft. Heute sind sie eher preiswert (etwa 12 Euro) und werden auch außerhalb von FLR-Beziehungen als Sex-Toys eingesetzt.

Lexika halten dne Begriff "FLR" für willkürlich

Männliche Untewerfuings-Fantasien sind keine Realitäten
Die offiziellen Lexika, unter anderem sogar Wikipedia, haben die einseitigen und ideologisch geprägten Definitionen längst aufgegeben. Wer im deutschen Wikipedia nach der „FLR“ sucht landet bei der „Female Supremacy“, abgekürzt „Femdom“, und ist damit bereits mitten in der BDSM-Szene. Im englischen Wikipedia kommt man über einen Zwischenschritt zu „Interpersonellen Beziehungen“ und damit weit ab von der Ideologie. Das von der Liebeszeitung betriebene „Lexikon der Lust“ deckte schon früh die Manipulation auf, die sich hinter dem Wort FLR verbirgt.

Die Hersrchaft durch Manipulation und "Machtumkehrung"

Kommen wir zum Kern: Das Gerede über „weiblich geführte Beziehungen“ ist schon deshalb zurückgegangen, weil Frauen heute nicht mehr durch Manipulation herrschen, sondern durch die eigene Macht, das eigene Einkommen und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Die „Umkehr der Macht“, die am Anfang mit Blick auf die Emanzipationsbewegung behauptet wurde, ist daher weitgehend uninteressant geworden. Wer die Beziehung auf welchen Teilgebieten führt, ist immer noch problematisch, wird aber meist zwischen den Partnern verhandelt.

Menschen herrschen auch jenseits von Manipulation

Trifft eine Frau auf einen eher unterwürfigen Mann, so wird sie ihre Macht auch ohne Manipulation und andere Hilfsmittel nutzen, um die eignen Interessen in den Vordergrund zu rücken. Das Gleiche trifft auch zu, wenn eine machtvolle Frau mit einer eher unterwürfigen Partnerin zusammenlebt.

Zweifel am Charakter der Frauen, die Sex gegen Wohlverhalten tauschen

Man kann durchaus sagen, dass eine Frau, die sexuelle und andere erotische Gefälligkeiten unmittelbar von Gegenleistungen abhängig macht, den Charakter einer Prostituierten hat. Selbst in Beziehungen, die deutlich „weiblich geführt“ werden, gilt dies als unseriös.

Das Fazit: FLR ist eine Idelogie - und manchmal ein Wunschtraum

Und insofern ist die „FLR“ heute eher ein Männertraum, der in Masturbationsfantasien gelebt wird, als die Realität, unter der Menschen tatsächlich leben wollen.

Was bleibt, ist dies: Der eher unterwürfige Mann, der eine schöne, begehrenswerte und in jeder Hinsicht erfolgreiche Frau hat, wird eher zurückstecken als eine Scheidung riskieren. Aber das hat im Grunde nichts mit einer „FLR“ zu tun.

(1) Steinhaus, Blog und Buch, auch in VICE.
(2) van Leuwen
(3) VICE

Bilder
Oben: aus "Die Prizessin Sonia" von Anonymous, ca. 1930.
Mitte: Lider konnte ich keine Quelle feststellen.