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Prostitution, Dating und der Graubereich - damals und heute

Das kann kein Zufall sein ...
Seit das Wort „Prostitution“ ethisch, kulturell und politisch zu einem Schlagwort geworden ist, sind die Wurzeln dessen verloren gegangen, was das Wort bedeutet. Der früher oft gebrauchte Begriff „Gunstgewerbe“ sagt viel deutlicher aus, was gemeint ist. Wenn eine Dame (oder ein Herr) eine erotische oder sexuelle Gunst gegen Geld oder Geldeswert eintauscht, und wenn dies gewerbsmäßig geschieht, dann ist dies eindeutig Prostitution. Einfacher: Wenn eine Frau davon lebt, sich gegen Bares vögeln zu lassen, dann ist sie eine Hure.

Rendezvous und Geldgeschäfte

Schon bevor der Begriff „Dating“ eingeführt wurde, gab es eine Verbindung zwischen „Rendezvous“ und „Geldgeschäften“. Das Interessante daran ist, dass es nicht nur Dienstmägde, Ladnerinnen und ähnliche Berufssparten waren, die auf diese Weise „ein Geschäft machten“, sondern durchaus auch Damen der Gesellschaft. Mochte die Mitgift auch noch so hoch gewesen sein, für Luxusbedürfnisse reichte sie selten. Die Kontakte wurden – wie damals üblich – fast ausschließlich über Kupplerinnen hergestellt.

Halbseidene Damen und lüsterne Herren in einem Nachtcafé um 1900


Begegnungen - das Wort konnte alles bedeuten

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts reichten die Anzeigen, in denen „Begegnungen“ versprochen wurden, in denen „alles Schöne“ verwirklicht werden konnte – die Urheberinnen waren schwer zu identifizieren. Gelegentlich handelte es sich tatsächlich um verheiratete, „liebestolle“ Frauen, doch vielfach standen andere Interessen dahinter. Das Problem der annoncierenden Frauen war ja, die Worte, die auf „biete Sex“ hinweisen konnten, zu verschleiern und die Bedingungen, unter denen diese gewährt wurden, möglichst gar nicht zu erwähnen. Schon die Angabe „etwas anspruchsvoll“ Oder „etwas verwöhnt“ konnte zu Konflikten mit der Annoncenannahme führen, und wenn sich eine Frau gar entschloss, nach einem „solventen“ Herrn zu fahnden, war die Toleranzgrenze vieler Zeitungen bereits ausgeschöpft.

Huren und Bürgerfrauen

Die Anzeige einer Gelegenheitsprostituierten dufte sich also nicht deutlich von der Anzeige einer „anständigen“ bürgerlichen Frau unterscheiden, die tatsächlich einen Partner suchte. Allein aus diesem Grund war in Zeiten der Zeitungsanzeigen niemals erkennbar, welche Anzeigen tatsächlich von ledigen, geschiedenen oder verwitweten Frauen aufgegeben wurden, wie viele von lustvollen Ehefrauen und wie viele von Gelegenheitshuren. Die Formulierungen waren sich einfach zu ähnlich. Das betraf übrigens beide Seiten: die Huren und die „Soliden“. Denn ein unglücklich gewählter Begriff konnte durchaus eine Fülle von vor Lust geifernden Männern anlocken. SM-Liebhaber wandten sich dabei an „Englischlehrerinnen“, lechzende junge Männer an „Bio-Lehrerinnen“ und Oralliebhaber an „Französisch-Lehrerinnen“.

Codes für Prostitution - immer und überall

In Länder, in denen Prostitution verboten ist, gibt es zwischen „Freiern“ und „Huren“, aber auch zwischen Menschen, die andere Gelegenheitsbeziehungen suchen, zumeist Codebegriffe. Sie reichen von der „Kurzzeitbeziehung“ über das Begriffspaar „verwöhnen/verwöhnt“ werden bis zu völligen Umschreibungen wie „kompensiertes Dating“ oder „sexuelle Genesung“ („Sexual Healing“). Weil sie immer wieder neu erfunden und angepasst werden, ist es schwer, sich zu orientieren. Auch der Begriff „außergewöhnliche Begegnungen“ steht oft für Prostitution.

Japan und China - alte Männer, sehr junge Frauen

Nachdem die Unsitte junger Japanerinnen (und älterer männlich Japaner) bekannt wurde, sich zum „kompensierten Dating“ oder Enjo-kōsai (援助交際 zu verabreden, bekannt wurde, hat man nun auch in Hongkong ähnliche Beobachtungen gemacht. Chinesische Kommentatoren weisen inzwischen häufig auf diese neue Erscheinung hin, die dadurch möglich wird, dass Internetportale solche Kontakte sehr schnell und abseits der öffentlichen Wahrnehmung vermitteln können.

Neue Technologien, alte Verhaltensweisen

Ändert sich die Welt? Ja, sie ändert sich, weil neue Technologien zur Verfügung stehen. Und weil es unter jungen Frauen immer mehr darum geht, schnell an fast unerreichbare Luxusgüter zu kommen. Und die Männer? Sie fragen wenig – zu wenig. Denn anders als die bürgerlichen Frauen, der Vergangenheit, die sich auf Seitenwegen an schwärmerischen und lüsternen Männern bereicherten, und dabei genau wussten, was sie taten, wissen es die jungen Frauen nicht.

Dating kann ein betrügerisches Spiel mit Sex sein

Und wie war das nun mit dem „Dating“ hierzulande? Wer als junger Mann Sex oder liebevolle erotische Begegnungen sucht, wird vielfach um sein Geld betrogen, bevor er überhaupt einen Kontakt bekommt. Und die großen und kleinen Betrügerinnen, Fopperinnen und ähnliche weibliche Gestalten betreiben ihre undurchsichtigen Geschäfte weiterhin in der üblichen Art: Absichten verschleiern, viel fordern, wenig geben.

Bild oben: Illustration (oben) eines Groschenhefts, 50er Jahre,
Unten: Nicht datiertes Bild, um 1900 mit dme Titel "Nachtcafé"

Ewige Jungfrau: Muss man (frau) eigentlich „Sex haben“?

Der symbolische Anblick erregt Sie? Dann sind sie auch irgendwie "sexuell"
Die Antwort, die Sie hier lesen, ist weder religiös, noch psychologisch oder sexualwissenschaftlich geprägt. Sie orientiert sich schlicht an einem vernünftigen, logischen und pragmatischen Ansatz, der jedem Menschen zugänglich sein dürfte.

In einer freien Welt muss niemand etwas müssen. Aber der sexuelle Drang ist von der Natur vorgegeben, also bedeutet „keinen Sex zu haben“ auch eine Schwierigkeit, mit der menschlichen Natur zu leben. Und weil das alles so ist, kann ich Ihnen verbindlich sagen: Es ist absolut normal, recht früh „Sex zu haben“ oder zu masturbieren oder wenigstens jemanden erotisch zu begehren.

Der Druck, sich sexuell irgendwie auszudrücken (was nicht identisch ist mit „Sex haben“) ist also im Menschen angelegt. Die nächste Stufe wäre dann, die eigene Sexualität auch umzusetzen. Hier liegen die Hürden, zumal, wenn die Umsetzung mit äußeren oder inneren Blockaden verbunden ist. Und die gilt es zu überwinden, denn so will es die menschliche Natur. Selbstverständlich müssen dabei die rechtlichen und auch sonstigen allgemein anerkannten Regeln der jeweiligen Kultur befolgt werden.

Ich finde, dass es nicht reicht, zu sagen „ich hatte noch keinen Sex“, denn wie ich schon sagte, geht es nicht darum „Sex zu haben“, sondern ein sexuelles Wesen zu sein. Wer es ist, der wird früher oder später einen Partner (eine Partnerin) finden. „Noch nicht“ ist immer eine Ausrede. Die anschließende Frage wäre ja: «Wenn „noch nicht“, wann denn dann? ». Und ich kann Ihnen versichern – darauf bekommen sie keine Antwort, weil es bei Menschen, die „noch nicht“ sagen, zumeist Blockaden gibt, möglicherweise sogar tief sitzende Ängste.

Zwei Argumente gegen jede sexuelle Lust

Es gibt zwei Argumente, die oft gebraucht werden, wenn es um Rechtfertigungen geht: die Freiheit und die Befindlichkeit.

Es gibt eine Befindlichkeit, die sich Asexualität nennt. Asexuell soll demnach sein, wer gegenüber niemandem sexuelle Anziehung verspürt. Wer sich so definiert, mag es tun, sollet sich aber klar sein, dass sein gesamter Lebensweg dann auch von diesem Fehlen geprägt sein wird – egal, ob er/sie das will oder nicht.

Ein anderes Argument ist die Freiheit. Selbstverständlich kann sich ein Mensch frei entscheiden, keine sexuellen Kontakte zu irgendjemandem zu pflegen. Das bedeutet allerdings nicht, dass er frei von sexuellem Verlangen ist. Ob sich diese Konstellation bewährt, ist mindestens zweifelhaft.

Jungfrau sein ist kein genau definierter Zustand

Was ist nun mit der „Jungfrau“, sie sei männlich oder weiblich? Einfach gesagt: Sie überschätzt ihre Jungfräulichkeit. Sowohl ein weitgehend abstinentes Leben wie auch ein lustvolles Sexualleben besteht nicht nur aus der Frage, ob jemand seinen Penis in eine Vagina zwängt und wie sich das anfühlt. Die Grundfrage bleibt: Solange sich ein Mensch als „sexuell“ definiert, weil er Lust empfinden kann, ist er nicht asexuell. Und wenn er nicht asexuell ist, dann kann er zahllose sexuelle Lüste genießen, die nichts mit „anderen“, nichts mit dem „anderen Geschlecht“ und nichts mit dem Eindringen des Penis in die Vagina zu tu haben.

Psychologen fragen häufig: „Was kann den schlimmstenfalls passieren, wenn ...“, die Frage an eine Jungfrau wäre: „Was kann den schlimmstenfalls passieren, wenn du dich einem vertrauenswürdigen Menschen einfach hingibst und dabei die Lust erfährst, die er dir schenkt?“

Ich vermute, das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es der/dem Begünstigten nicht gefällt und er deshalb den Versuch abbricht.

Lesen Sie zum Thema andere Argumente auf ZEIT online.

Lifestyle-Blogs – konstruierte Gefühlswelten?

Enthüllungen als konstruierte "Wahrheiten" - die Emotionen in Lifestyle-Blogs. Der zweite Teil zum Hauptartikel

Wirklich peinlich wird die Sache im Grunde erst, wenn der Grundsatz „hier schreiben echte Frauen für dich über ihr … Liebesleben“. Das fehlende Wort kann „schönes“, „peinliches“, „aufregendes“ oder „frustrierendes“ heißen. Im Prinzip ist es wurscht. Das Problem dabei: Diese Artikel sind pseudo-authentisch, und um veröffentlicht zu werden, müssen sie genau auf die Erwartungen oder Befürchtungen der Leserinnen passen.

Ich habe neulich dazu eine merkwürdige Erfahrung gemacht: Authentizität wird immer dann angenommen, wenn sich eine Autorin meldet, die im gleichen Alter ist wie die Leserinnen und vorgibt, dem gleichen Lifestyle zu frönen – der Wahrheitsgehalt wird dann nicht einmal in Frage gestellt. Fakten oder Wahrscheinlichkeiten spielen so gut wie keine Rolle, und Recherchen sind umständlich und viel zu mühevoll. Stattdessen wird eine Wahrheit konstruiert, die der Leserschaft „angemessen“ erscheint. Dazu gehört eine Kultur, in der die Neuzeit in eigenartiger Weise mit der Romantik vermischt wird, und nicht nur dies: da wird zwar Selbstbewusstsein gepredigt, aber Eigenverantwortung infrage gestellt. Die „schwache Frau“ wird in der „starken Frau“ verortet, weil dies der Seele gut tut, und die Eigenverantwortung wird betont, wenn alles (zum Beispiel im Job) gut geht, während sie infrage gestellt wird, wenn in der Beziehungssuche etwas schiefgeht.

Gut – das alles mag „gut tun“. Tut es vielleicht auch. Lifestyle-Blogs als Likörchen für die Seele? Ein neues Kleid, ein neues paar Schuhe, ein neuer Vibrator oder ein Erotik-Fummel, um sich äußerlich und innerlich aufzuhübschen?

Manchmal, so denke ich jedenfalls, wäre Geist nicht nur hübscher, sondern auch erotischer.

Das erotische Knistern und die langjährige Beziehung

Das sexuelle Verlangen, die knistere Erotik und sicher auch die Wollust haben Schriftsteller, Künstler und Therapeuten inspiriert, sich mit dem Aufkeimen und vergehen dieser Lüste zu beschäftigen. Eine Besonderheit liegt dabei – durchaus kulturbedingt – darin, dabei langjährige Beziehungen zu betrachten, also beispielsweise Ehepartner. Sinkt bei diesen mit den Jahren die Begierde, so muss etwas falsch sein mit er Beziehung – so jedenfalls eine häufig vertretene Meinung.

Sind Sex und Erotik wirklich beherrschend für die Ehe?

Das führt zu der Überzeugung, Sex oder Erotik seien das beherrschende System in Ehen, und falls sich dieses System nicht bewährt, sei etwas schief gelaufen mit den Partnern. An diesem Punkt setzen Psychotherapeuten, Paarberater und Sachbuchautoren ebenso an wie Journalisten.

Es ist eine sehr moderne Frage, die sich unsere Vorfahren vor 100 Jahren noch nicht gestellt haben. Erst die moderne Zeit, in der beide Partner vielfältige sexuelle Bedürfnisse offen zeigen, führt überhaupt zu der Frage, wie beide Partner ihre Lust aufeinander über viele, viele Jahre erhalten können.

Doch ist dies wirklich die Frage? Wird eine Langzeitbeziehung wirklich nur von der Lust geprägt, einander „schönen Sex“ zu schenken? Und ist diese Form des Verlangens und Erfüllens wirklich die einzige Form, die den Zusammenhalt der Paare gewährleistet?

Wie der Hase läuft? Ach, da hoppelt doch das bekannte Kaninchen ...

Angeblich wollen Forscher jetzt wissen, wie der Hase läuft. Dazu haben Sie ein Verfahren angewendet, das in den letzten Jahren sehr populär geworden ist: Sie haben 64 wissenschaftliche Artikel über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren ausgewertet und ihr Fazit – dies seivorweggenommen lautet etwa.

Das sexuelle Verlangen muss nicht zwangsläufig abnehmen, aber es schadet möglicherweise auch nicht, wenn dies der Fall ist.


Auffällig daran ist, dass die Zeitspanne wirklich kurz ist: Die meisten der verwendeten Artikel stammen aus dem 21. Jahrhundert – damit ist meine ursprüngliche Annahme gerechtfertigt. Denn erst seit das sexuelle Verlangen beider Geschlechter mit Vehemenz als wesentlicher Faktor für das Gelingen von Beziehungen angenommen wird, wird auch in dieser Art und Weise geforscht.

Die Ergebnisse sind wenig beeindruckend

Die Ergebnisse sind – gemessen am Aufwand – extrem dürftig. Was bindet, ist die Verantwortung füreinander, die „Augenhöhe“, die Möglichkeit, sich Freiräume zu schaffen, das Selbstbewusstsein, eine Person zu sein und nicht sein/ihr Haustier. Ein bisschen Widerspruch bleibt auch: Zu viel Harmonie ist ein Sex-Killer, aber Harmonie ist sonst nicht schlecht. Sich häufig zu streiten, ist sexfeindlich, aber sich nicht zu streiten, bringt auch nichts. Und allgegenwärtig ist das Schwierigste: Miteiannder reden - über die eigenen Lüste.

Am Ende? Ja, am Ende, wenn sonst nichts mehr hilft. Da kann frau/man den Sex aufpeppen, indem er „schärfer“ wird aber auch, indem er intimer oder genüsslicher wird.

Na schön. Und wie war es mit dem Satz „ich bin einfach gerne mit dir zusammen?“ Ich bin der festen Überzeugung, es kommt in der Wissenschaft gar nicht vor. Liebe auch so gut wie nie.

Und noch etwas: Eine langjährige Beziehung dauert idealerweise 40 oder gar 50 Jahre – und sie kann noch wesentlich länger dauern. Und nun stellen Sie sich bitte vor, welche Herausforderung es für Sie wäre, etwa 18.000 Mal das „erotische Knistern“ zu erzeugen, wenn es denn täglich knattern soll.

Sie können ein wenig zur Studie hier in Deutsch lesen (leider protected). In Englisch dann ganz gut hier: BUSTLE, und die original-Studie dann hier.

Sollten sich Männer bei Frauen Grenzen setzen?

Frauen sind perfekt – haben wir oft genug gehört. Sie kennen ihre Grenzen und sie halten diese ein. Na klar. In Grimms Märchen vielleicht und nicht einmal da. Wie war das noch mit der Krötenküsserin?

Ach, ist das alles verlogen. Menschen haben Grenzen, und die erfolgreichen unter uns überschreiten diese Grenzen hin und wieder. Ohne Grenzüberschreitungen gibt es keinen Fortschritt, sondern ein verharren im Althergebrachten.

Frauen setzen sich auch Grenzen in Liebe, Lust und Leidenschaft. Nur schreiben sie dies nicht auf gelbe Zettel, die sie sich auf die Stirn kleben. Im Gegenteil. Sie denken sich sinngemäß: „Mal sehen, wie er vorgeht, und wenn ich dann mehr oder etwas anderes will, kann ich immer noch aktiv werden.“

Männer – das wird Sie erstaunen – setzen sich ebenfalls Grenzen. Und wie Frauen auch, wissen sie, dass sie diese Grenzen gelegentlich überschreiten müssen. Es gehört einfach dazu. Den richtigen Ton auf der Klaviatur treffen, heißt nicht immer, lieb und nett zu sein. Im Gegenteil. Jeder Mann, der höflich, nett, zuvorkommend und zurückhaltend war, hat schon mal erlebt, dass er damit nicht weiterkommt. Zu Recht. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Und nun zitiere ich mal:

Das Ausloten von Grenzen der Sexualität ist in der Erotik nahezu systemimmanent. Grenzüberschreitungen sind manchmal erfolgreich, manchmal nicht. Wer nicht wagt, gewinnt nie.


Und weil das alles so ist, und auf gar keinen Fall anders, können mir manche Diskussionen gestohlen bleiben. Zum Beispiel die, dass „wir Männer“ uns nun endlich mal ändern sollten. Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert. Wir wissen, dass Frauen so viel erotische erotische Bedürfnisse haben wie wir selbst und wir wissen auch, dass nicht jeder Mann vom Honigtöpfchen naschen darf, auch nicht, wenn es weit offen ist.

Aber jemand darf es möglicherweise. Und er muss es herausfinden, sonst langweilt sich die Frau – jedenfalls bei einem Date oder auf einer einschlägigen Party. Denn die Frau kommt nicht als Neutrum, sondern als lustvoller Mensch, der sich von der Begegnung etwas verspricht.

Oh ja, ich gebe zu – es gibt da Begegnungen, die immer noch so ablaufen wie im 19. Jahrhundert. Vorsichtiges Betasten, sorgfältiges Abwägen, die Erotik ganz hinten in die Ecke stellen und das Symphatie-Karrussell drehen, bis sich im Hirn etwas lockert. Das alles hat etwas von Kommerz. „Ach ich wertvolles Wesen, ich muss mich so teuer wie möglich verkaufen.“

Na schön. Falls Sie so denken, sollten Sie mal überlegen, was Sie da wirklich tun: Sie bieten sich bewusst teuer an. Sie erwarten, dass der Mann den Preis bezahlt, den Sie einfordern. Und das halten Sie für eine ethisch korrekte Einstellung?

Zitat aus: Tichy