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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Oralsex – viele wünschen ihn, doch wer genießt ihn?

Symbolisch steht ein "Y" für Cunnilingus
Wenn wir etwas über die sexuellen Defizite der Menschen heute erfahren wollen, dann ist es sinnreich, sich mit Fantasien zu beschäftigen. Selbst Forscherinnen und Forscher haben gestaunt, wie verbreitet alle sexuellen Fantasien über Oralsex sind. Etwa 79 Prozent der Frauen und sogar 88 Prozent der Männer fantasierten über beide Formen der oralen Lüste, also Cunnilingus und Fellatio, wie eine verlässliche Studie ergab. Ob sie diese aktiv und/oder passiv tatsächlich ausführen, ist eine Frage, die sich schwer beantworten lässt – und noch weniger steht fest, wie viel Freude die Geber/Geberinnen daran haben, diese Aktivitäten auszuführen.

Statistiken zu "Oralverkehr" sind oft sehr oberflächlich

Es gibt selbstverständlich „Statistiken“ zu diesem Thema, aber sie haben alle den Mangel, nicht sehr präzis zu sein. Nach Meinung von Forschern hatten beispielsweise Männer zwischen 25 und 45 Jahren zu 88 Prozent bereits (irgendwann, irgendwie) Oralsex mit einer Frau. Andere stellten Zahlen von „zwischen 60 und 90 Prozent“ “fest, und „im letzten Jahre“ hätten angeblich zwischen 50 und 80 Prozent Fellatio genossen.

Die Gretchenfrage: Genießen Frauen Fellatio?

Ob Frauen es genossen haben, Fellatio zu geben? Darüber sind die Meinungen höchst unterschiedlich. Die Sexualtherapeutin Louanne Weston behauptet, “eine Menge Frauen hätten Freude daran, die Erektion des Geliebten im Mund zu verspüren“, schränkt aber ein, dass diese Formen der Fellatio nicht dem entsprächen, was man oft in der Pornografie sehe. Denn um den Genuss zu maximieren und selbst Freude daran zu haben, sollte die Frau die nötige Freiheit haben, diesen Vorgang kreativ zu gestalten. Die Freude würden die Frauen auch daraus beziehen, dass sie ihren Lovern zu einem besonderen Genuss verhelfen könnten.

Stille Phänomene: Schweigen über den Cunnilingus

Weitaus weniger als über Fellatio ist über Cunnilingus bekannt. Gerüchteweise verweigern ihn viele Männer, dann und wann hört man aber auch, dass Frauen ihn empört zurückweisen. Es gibt kaum Erklärungen für dieses Phänomen.

Oberflächlichkeiten, Ansichten und Ungenauigkeiten

In Romanen aus der viktorianischen Zeit kommt der Begriff des „Gamahuching“ recht häufig vor. Für einige junge Frauen und junge Männer soll es im ausgehenden 19. Jahrhundert der „erste Sex“ gewesen sein, den sie erlebten. Gleich, ob er als Fellatio oder Cunnilingus übersetzt wird – Oralsex war es in jedem Fall. Später galt Oralsex dann als Tabu. Selbst Prostituierte sollen ihn verweigert haben – und eine „anständige Frau“ hätte nie im Leben erwogen, ihn zu vollziehen. Dabei hatte diese Form von Sex zwei Vorteile: Schwangerschaften wurden vermieden und die Lust konnte erheblich gesteigert werden. Vor allem Frauen, die niemals durch „gewöhnlichen Geschlechtsverkehr“ zur sexuellen Erfüllung kamen, kamen durch oralen Sex seitens des Mannes zu Orgasmen. Viele entdeckten allerdings, dass es nicht unbedingt ein Mann sein musste, denn manche Frauen erwiesen sich durchaus als die besseren Experten für weibliche Orgasmen.

Und am Freitag dann der zweite Teil mit Quellenangaben und historischen Erläuterungen.

Senioren, Dating-Apps ... und all die Geheimbegriffe von damals

Wenn ein Herr Erziehung sucht ...
Was wollen Seniorinnen und Senioren mit Dating-Apps?

Ach, wie schön da mal wieder jemand getextet hat. Ja, auch Seniorinnen und Senioren such nach Liebe, Lust und Leidenschaft. Alles fein zusammengestellt: Die Bitcom-Studie, ein paar Informationen über Dating-Apps und den schönen Satz (1):

Sie bieten eine einfache und bequeme Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Ei, wie fein. Nur benötigen „Senioren“ dazu auch spezielle, altersgerechte Handys, die eigentlich „Smartphones“ heißen? Denn das war letztlich der Grund, den Artikel zu verbreiten.

Und wenn schon Senioren - benutzen sie noch "sexuelle Codebegriff"?

Anno dazumal (2) war noch etwas üblich, was man in der „Zeitreise“ des „Singlebörsenvergleichs“ (3) nachlesen kann, nämlich die gewünschten Sex-Absichten zu verschleiern. Nur - es ist eben eine Zeitreise (4) und eher für Historiker interessant. Damals hatte der „Singlebörsenvergleich“ mich gebeten, zusätzliche Recherchen zu so wundersamen wie auch scheinbar harmlosen Begriffen wie „Erzieherin“ oder „Lehrerin“ - stand „streng“ dabei oder wurde eine „Englischlehrerin“ offeriert, so ging es um Schläge, bei einer Französischlehrerin um Fellatio, heute Blowjob genannt, und bei einer Biolehrerin um das Eintauchen in die Welt sexueller Kontakte. Die Begriffe verschwanden im Laufe der Jahre - aber es gibt noch einige Lexika (5), Blogs und Bücher, in denen wir diese Ausdrücke finden können. Auch in einem Speziallexikon über Erotik-Begriffe (6) finden sich noch Beispiele.

(1) In einigen Zeitungen, hier in der "Frankenpost"
(2) zwischen dem Ende des 19. Jahrhunderts und etwa 1970, teils auch noch später.
(3) Ausführlich mit Beispielen beim Singlebörsenvergleich.
(4) Der "Express" verlegt die Anzeigenspalten-Zeit in die Gegenwart.
(5) Lexikon der Lust, an mehreren Stellen.
(6) Lechzen.de - Anzeigencodes.

Was wollen Männer eigentlich von Frauen?

Männer suchen lustvoll-begeisterte Frauen ...
Klar: Männer wollen vor allem oder immer nur „Das Eine“. Das Klischee ist so ausgelutscht, dass ich mich wundere, dass es überhaupt noch verwendet wird. Ein Handjob? Wird dankend angenommen, zählt aber kaum. Ein Blowjob? Das sind die Männer schon dankbarer, aber sie bleiben nicht. Das ganze Programm mit Frühstück und Triefaugen? Am Ende verschwindet er und du hörst nie wieder etwas.

Und vielleicht denkst du: „Hey, bei mir hat er es billiger bekommen als bei einer Escort-Frau.“ Das stimmt wahrscheinlich – aber was hätte er eigentlich von einer Escort-Frau erwartet?

Geheimnisse von Escort-Frauen

Dazu hören wir mal genau hin, was eine Escort-Frau dazu gesagt hat (1):

Männer wollen das Gefühl, gewollt zu werden. Und zwar von einer Frau, die absolut scharf auf sie ist. Sieh mal, es ist ihnen egal, ob ich wirklich geil auf sie bin. Es geht nur um ihre Fantasie. Und in der bist du die Frau, die ihn heißt begehrt und den unbedingten Sex mit ihm will. Und er will, dass du es genießt, ob es stimmt oder nicht.

Nun – wahrscheinlich bist du keine Escort-Frau und warst auch nie eine. Und deswegen kannst du auch nicht so schöne Illusionen bieten. Willst du auch nicht, weil du deine eigenen Illusionen hast. Zum Beispiel, dass er bleibt. Hast du dich jemals gefragt, warum er vielleicht Lust hat, bei dir zu bleiben?

Illusionen und Ernst, Escort-Sex und deine Werte

Fragst du dich, ob es „der schöne Sex“ ist, den du ihm schenkst? Dann frag dich noch einmal, wie viel Genuss er wirklich davon hatte. Oder fragst du dich, ob er dich als Person lieben könnte? Sollte dies der Fall sein – was kennt er eigentlich von „deiner Person“ – und warum so wenig? Ja, vielleicht fragst du dich gerade, ob er es „ernst meint“ mit einer Beziehung? Dann frag dich doch bitte, wie viel Ernst du darauf verwendet hast, ihn wirklich zu verstehen.

Wenn du jetzt eine Escort-Frau fragen würdest, dann würde sie vielleicht sagen (1):

Für Männer ist Sex nur ein Teil meiner Leistungen. Sie suchen vor allem Aufmerksamkeit und wollen begehrt werden.

Im Grunde ist das alle nicht neu. Die Autorin Tina von S. hat es schon vor Jahren geschrieben, und gefragt (2):

Was suchen … junge Männer bei uns, was ihre Freundin nicht hat? Oder nicht bereit ist, ihnen zu geben, zu gewähren, zu erlauben?

Man muss zwei Kapitel weiter blättern, um die Antworten zu finden - die ersten beiden zitiere ich wörtlich, die dritte ist eine Zusammenfassung (2):

1. Männer wollen als begehrenswerte Geschöpfe behandelt werden, auch wenn sie einen Bauch haben.
2. Männer wollen Gefühle hautnah spüren – ohne Gefühle zu zerreden.
3. Männer wollen sich (sexuell) verwirklichen – und dabei ernst genommen werden.


Fragen an Dich - wenn du wirklich eine Beziehung suchst

Sex ist nicht alles. Und du bist vermutlich keine Escort-Frau und kannst auch ihre Denkweise nicht akzeptieren. Aber du kannst dir überlegen, welche von deinen geistigen, körperlichen, sozialen, emotionalen und lustvollen Qualitäten du einsetzen könntest, damit dein Lover bleibt und vielleicht dein Ehemann wird.

(1) Nach einem Zitat von Gwyneth Montenegro, sinngemäß übersetzt.
(2) Zitat aus dem Buch der Tina von S., Berlin 1993

Die Woche - erfolgreiche Dates, Frauentag und allerlei Tipps

Statistiken lügen nicht – aber Statistiker haben zahllose Möglichkeiten, die Wahrheit zu manipulieren. Ob du gefragt wirst, wie viele Blowjobs du schon gegeben hast oder ob du bei jedem Date einen ONS erwartest – bestimmte Fragen werden einfach nicht „ehrlich“ beantwortet.

Test zum Gähnen - Partnerbörsen

Test über Partner-Börsen werden nach und nach langweilig. Kürzlich hat es wieder jemand versucht – schon die Auswahl erwies sich als abenteuerlich. Was sollen diese Tests eigentlich, wenn der Erfolg ohnehin nicht überprüft wird?

Erfolg bei der Partnersuche ist wirklich einfach

Bevor ich vergesse, dies zu erwähnen: Erfolgreiche Partnersuche ist relativ einfach - so lange du nicht glaubst, dass Singlebörsen „und so“ Kaufhäuser für Frauen und/oder Männer sind. Wir geben drei Tipps - ja nur DREI. Mehr brauchst du wirklich nicht .

Zu viele Mühe und Misserfolge?

Noch ein Artikel zur Partnersuche? Na klar. Gibst du dir „viel Mühe“ bei der Partnersuche? Und scheiterst du trotzdem? Es könnte sein, dass du scheiterst, weil du dir so viel Mühe gibst.

Frauentag - mehr als Sozialismus und Radikalität?

Zum Weltfrauentag hatte ich Schlimmes erwartet. Merkwürdigerweise ist er hier im „Osten“ eher unspektakulär, während sich die westdeutschen Frauen sich offenbar weder von Marx noch vom Radikalfeminismus lossagen können. Und Frauen haben neue Gesinnungsgenossen (und -innen) gefunden. Sie vereinnahmen nun alle Geschlechter – außer Männer. Heute überraschte mich kaum noch, dass die Bremer Jungsozis auf Volksfesten einen männerfreien Tag gewünscht hatten.

Abgesang udn Aussichten - Circe - vielleicht auch noch Berkley?

Na schön. Ich wollte eigentlich noch einmal auf den süßen Schmerz im Viktorianischen England kommen und warum ein „Bock“ ein „Pferd“ ist. Und ja, ich habe angefangen, die CIRCE (Ich bin CIRCE) zu lesen – nicht aus der Sicht Homers, sondern aus „ihrer eigenen Sicht“. Und ich habe tatsächlich schon geschafft, mehr als drei Kapital „anzulesen“ – mehr als die meisten Rezensenten. Möglicherweise sind sie nach 51 Seiten eingeschlafen. (Das Buch hat 516 Seiten). So weit zu den „Bestsellern“. Vielleicht schreibt ja noch mal jemand: „Ich bin Theresa?“

Ja, Freundinnen und Freunde-ich war letzte Woche einmal um drei Uhr und einmal um sechs Uhr mit dem Hund Gassi – auch eine Erfahrung besonderer Art. Und euch wünsche ich erst einmal ein schönes Wochenende. Und gönnt euch mal etwas Ungewöhnliches. In diesem Sinne: die Redaktion und der schlaflose Redakteur.

Sex, Frauen, Männer - Statistiken, Geheimnisse und Realitäten

In vielen seiner Shows soll der Satiriker und Stand-up-Comedian Lenny Bruce diesen denkwürdigen Gag gebracht haben:

Zuerst wandte er sich an die Männer und fragte sie, wer von ihnen schon einmal einen Blowjob bekommen hatte. Die meisten der Männer hoben die Hand. Dann wandte er sich an die anwesenden Frauen und fragte sie, welche von ihnen schon einmal einem Mann einen Blowjob gegeben hatte. Keine Frau hob die Hand. Dann sagte er: „Irgendjemand lügt hier im Saal.“

So weit die Story. Waren einige Ehepaare dabei? Möglicherweise. Und ich sehe gerade etwas verschwommen vor meinem geistigen Auge, wie Mrs. Mary X. ihren Ehemann, Mr. John X., voller Zorn fragt: „Wie heißt die Schlampe, die dir einen geblasen hat?“

Geheimnisse über Sex sind immer noch normal

Womit wir beim Konflikt zwischen Realitäten, Geheimnissen, Wunschträumen und Statistiken sind.

Jeder Mann hat seine Geheimnisse. Jede Frau auch. Die Anzahl vorausgegangener Partner(innen), die Art und Dauer dieser Beziehungen - darüber spricht man (frau) besser niemals. Von manchen Inhalten schweigen beide ebenfalls, und ganz besonders davon, welche geheimen Wonnen sie mit den Instrumenten der Lust, mit sich selbst oder mit „Personen“ hatten.

Warum sollten sie es dann Volksbefragern sagen? Warum in Internetforen zugeben?

Keine Auskünfte an niemanden?

Zwar sind die Verhältnisse nicht mehr ganz so schlimm wie zu Lebzeiten des Komikers Lenny Bruce, der mehrfach wegen des Gebrauchs des Begriffs „blow job“ angeklagt wurde. Doch warum sollte jemand preisgeben, was er tat, wie er es tat und wie oft? Es hat einfach keinen Sinn, die Wahrheit darüber auszuposaunen. Da draußen ist mit Sicherheit irgendjemand, der Anstoß nimmt. Und was „online“ angeblich unter dem Siegel höchster Verschwiegenheit ermittelt wird, kann schon morgen von jemandem „abgefischt“ werden. Es reicht oft, sein Alter bekannt zu geben, um persönliche gehaltene Briefe eines Herstellers von Hörgeräten zu bekommen.

Träume werden eher zugegeben als Realitäten

Tatsächlich gab es einmal eine überraschende Online-Studie, in der es um sexuelle Wunschträume ging. Sie schien mir glaubwürdig beantwortet worden zu sein. Unerfüllte oder gar unerfüllbare erotische Träume haben viele Menschen, und niemand muss sich schämen, sie zu haben.

Wenn Zahlen verloren im Raum stehen

Aber sonst? Ja, es ist wirklich (noch) eine Tatsache, dass sich „ganz gewöhnliche Frauen“ seltener auf spontane oder abweichende Lüste einlassen. Männer sind da wesentlich spontaner. Jedenfalls, solange sie damit prahlen können, wie potent sie dabei waren, wie viele weibliche Wesen ihnen Oral- oder Analverkehr anboten und mehr. Wenn sie eher passiv waren oder die Anbieter nicht biologisch weiblich waren, schämen sie sich - und lügen dabei gerne.

Auf der anderen Seite stehen all diese Zahlen, die sowieso nichts wert sind. Etwa diese: „Nur zwei Prozent der homosexuellen Frauen hatten mehr als 100 Sexpartnerinnen.“ Ich traf vor vielen Jahren einmal eine Frau, die durchaus viele sexuelle Beziehungen mit Frauen hatte. Aber bis jemand auf 100 kommt, dauert es eine Zeit, ob die Beziehungen nun sexuell sind oder nicht.

Na und?

Ich ziehe jetzt eine meiner Karten. Auf ihr steht „Na und?“ („so what“). Und ich gebe sie gerne an euch weiter. Es ist nicht falsch, jetzt (und hier) Lust auf legalen Sex zu haben. Und es ist auch nicht falsch, hier (und jetzt) keine Lust darauf zu haben.

Aber all dies sollte wir nicht ständig „messen und wägen“. Es nützt den Menschen nicht die Bohne, wenn sie wissen, dass andere mehr oder weniger Sinneslust haben, oder lieber dies oder jenes miteinander tun. Sollen sie doch tun, was sie glücklich macht.

Das Zitat des Komikers entnahm ich dem Buch „The Ape That Understood the Universe, Cambridge, 2018