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Beziehungen: Gewinnt derjenige, der das geringere Interesse hat?

Wer hat mehr Interesse? Er oder ich?
Ein Satz vorab: Es ist wundervoll, wenn beide Partner ein ähnlich starkes Bedürfnis haben, eine Beziehung einzugehen – egal, zu welchem Zweck und auf welche Dauer sie angelegt ist.

Allerdings ist dies ein Wunschtraum. Zumindest zu Anfang ist in den meisten Beziehungen einer der Partner stärker interessiert als der andere.

Wer drängt, ist im Nachteil

Üblicherweise drängt der Partner, der stärker interessiert ist, den anderen zu einer Entscheidung. Ob es sich darum handelt, eine Nacht miteinander zu verbringen, ein Wochenende oder ein Leben, spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Fragen wir uns, wer in dieser Konstellation die Entscheidungsgewalt hat, dann liegt die Antwort auf der Hand: Derjenige, der weniger interessiert ist.

ONS, Verführungen und Beziehungen - neu bewerten?

Folgen wir dieser Sichtweise, dann müssen wir ONS, Verführungen und Beziehungen neu bewerten. Denn die Macht hat derjenige, der in der Entscheidungsposition ist. Wie könnte es auch anders sein? Kaufen wir alles, was wir sehen? Gehen wir mit jedem (jeder) ins Bett, wenn ein Angebot kommt? Wollen wir jeden (jede) heiraten, nur weil wir gerade ein Date miteinander haben?

Wohin das Drängen führen kann

Nein, natürlich nicht. Aber zumeist ist einer dringlicher interessiert als der andere. Frauen, die kurz vor dem 40. Lebensjahr noch schnell heiraten wollen und schon von Kindern reden, wenn sie den anderen noch gar nicht genau kennen, sind als Dating-Partner verpönt. Da drängt die Frau und der Mann fühlt sich unter Druck gesetzt. Bei ONS ist es oft umgekehrt. Der Mann ist dringlicher an Sex interessiert als die Frau, was nun der Frau die Macht verschafft, die Nacht nach ihren Wünschen zu gestalten – oder ihn „kalt abfahren“ zu lassen. Das mögen Extrembeispiele sein – aber sie sollen ja auch nur vergegenwärtigen, wer die Macht hat.

Umkehr der Verhältnisse - verführt eigentlich der/die Verführte?

Ziemlich verworren wird dieses System bei heutigen Verführungen – in diesem Fall haben Verführerinnen oder Verführer nicht die Macht, die sie sich zuschreiben. Vielmehr haben die Personen, die verführt werden sollen, die Macht, dies zuzulassen oder zu verweigern. Das mag im 19. Jahrhundert noch anders gewesen sein – aber wir reden von der Jetztzeit.

Soziologie und Ökonomie - rar ist teuer

Das soziologische „Principle of least interest” mag umstritten sein, doch spricht viel dafür, dass derjenige mit dem geringeren Interesse die besten Chancen hat, mit seinen Wünschen und Vorstellungen durchzukommen. Die Sache kann nämlich auch so gesehen werden: Wenn das Angebot an etwas gering ist und die Nachfrage groß, dann hat der Anbieter den Vorteil, seinen „Preis“ festzulegen.

Warum Männer nicht mit schiefgegangenen Dates prahlen

Die „Berliner Zeitung“ veröffentliche kürzlich einen Artikel über lauter „schiefgegangene“ Dates.

Er enthält das Übliche: Eine Dame trifft Männer, lehnt sie ab und putzt sie runter. Am Ende war dann „keiner dabei“.

Männer prahlen nicht mit ihrem Versagen

Ei, wie amüsant. Und wie schön, dass die Begegnungen der männlichen Partersuchenden immer so schrecklich positiv sind. Zicken, Diven, Selbstdarstellerinnen? Ja, sie gibt es – aber nein, Männer reden nicht ständig davon. Und selbstverständlich glaubt jede der Frauen, sie sei perfekt und überaus begehrenswert.

Frauen, mal einhalten und herhören:

Einem Mann, der ständig schreiben würde, wie „Scheiße“ doch die Frauen sind, die er trifft, hätte man längst gesagt: „Ey, guck doch mal, ob es vielleicht an DIR liegt.“ Schon deswegen schreiben Männer (zumeist) nicht drüber, dass sie ständig „beschissene“ Frauen treffen.

Alls klar? Hoffentlich.

Wann sind „besondere“ Sex-Dates gefährlich?

Hast du schon einmal gehört, dass ein SM-Date (ja, so etwas wie in den „Shades of Grey)“ mit psychischen oder physischen Verletzungen geendet hat?

Und fürchtest du dich seither davor, obgleich du davon heimlich träumst?

Wir haben gehört und gelesen, dass es ein paar „schwarze Schafe“ gibt - teils so schwarz, dass man sich vor ihnen fürchten sollte. Und wir haben einen Artikel gelesen, wie man sich davor schützen kann. Die folgenden Warnungen haben wir von jemandem erfahren, der sich auskennt. Sie gelten aber eigentlich nicht nur für SM-Beziehungen, sondern für jede Beziehung, in der ein Mensch dem anderen die Verfügung über seinen Körper gestattet.

Einsame Wölfe wollen dich kapern

Wo wir gerade beim Schaf sind: Derjenige, der oder draußen herumschleicht, ist kein Schaf, sondern zumeist ein einsamer Wolf. Gelegentlich, aber nicht sehr häufig, haben wir auch von Wölfinnen gehört.

Sie haben all eine gemeinsame Eigenschaft: Sie wollen dich kapern. Du sollst zu ihnen gehören - oder schlimmer noch: Du sollst ihnen gehören, ihnen hörig sein.

Lass dich nicht in eine Rolle drängen

Wenn du zunächst nach Erfahrungen oder Erlebnissen suchst, bis du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein(e) „Sub“. So nennt man die unterwürfigen Partner. Aber du könntest ebenso gut etwas zwischen „Sub“ und „Dom“ sein oder gar nicht von beiden -sondern einfach jemand, der solche Praktiken genießt.

Lass dich nicht zum „Nachspielen“ verleiten

Du träumst zwar von dem, was geschehen könnte, aber du weißt noch nicht, was „viel“ oder „wenig“ für sich ist. Das kannst du wirklich nur „am eigenen Leib“ erleben.

Der Weg hinaus muss frei bleiben

Für dich muss es immer einen „Weg hinaus geben“. Manche Männer und einige Frauen verwenden die Salamitaktik: „Hast du es einmal getan, wirst du beim nächsten Mal mehr tun, und dann immer mehr, bis du nicht mehr du selbst sein kannst.“

Warnung und Entwarnung

Die Schwierigkeit vieler Menschen, die irgendetwas sexuelles „ausprobieren“ wollen, besteht darin, dass sie sich lieber verführen lassen wollen als mit jemandem zuvor zu besprechen, was möglich ist und was nicht. Das gilt für so gut wie alle „ersten sexuellen Kontakte“, egal, was gerade erprobt werden soll.

Das Einzige, was man einer „abenteuerlustigen Person“ auf den Weg geben kann, ist deshalb: Sprich über das, was Du beim ersten Mal zulassen willst oder eben auch nicht willst. Und natürlich gilt: Sag irgendjemandem, zu wem du gehst und was du dort tun möchtest. Habe ich etwas vergessen?

Oh ja - lass kleine Fotos oder Videos von dir „in der Situation“ machen, egal, ob dir der neue Partner verspricht, sie „privat“ zu behandeln.

Hinweis: für diesen Artikel wurden Informationen aus unterschiedlichen Blogs verwendet.

Sinnliche Porträts in der Pandemie

Sinnliche Porträts - Faces in der Sticks and Stones Gallery

Die Lust, mit Menschen zu arbeiten, befällt fast alle Fotografinnen und Fotografen - und manche haben gewissermaßen Entzugserscheinungen, wenn sie es nicht tun können. Die Modefotografin Carolin Schild hat es einfach getan, und herausgekommen sind wundervolle Porträts.

Dazu gehört freilich, dass alle mitmachen - dann können auch die Hygieneregeln eingehalten werden. Wer noch häufig in den Sucher schaut oder eine Brille trägt, wird bald bemerken, wie beides beschlägt - aber es ist das Leben selbst, das Fotografen fasziniert.

Für Amateurfotografinnen und -Fotografen ist fast immer ein Problem, dass fast ausschließlich Frauen und Männer zur Verfügung stehen, die kamerascheu sind oder nicht wissen, worin ihre natürliche Ausstrahlung liegt. Dabei kommen dann die ausdruckslosen Porträts zustande, die man überall sieht. Bei professionellen Modellen ist dies anders.

Hier ein Beispielbild für ein sinnliches, aussagefähiges Porträt. Es stammt von Carolin Schild und wurde von der „Sticks and Stones Gallery“ veröffentlicht. Auf der Webseite gibt es noch mehrere davon.

Hinsweis: Das © 2020 für dieses Bild liegt bei den verlinkten Autorinnen/Autoren




Der MDR und die Statistik der Lust

Ach nee ... der öffentlich-rechtliche Rundfunk interessiert sich wieder für das Thema Nummer eins. Oder ist es gar nicht mehr Das Thema Nummer Eins“?

Klar ist die Sexualität gemeint, was sonst? Eine Umfrage, ein Professor aus Merseburg, der sie interpretiert. Na schön. Indessen sind die Ergebnisse recht dürftig - schließlich ging es nur darum, festzustellen:

„Wie wichtig ist Ihnen sexuelle Lust und Sinnlichkeit“?

Erwartungsgemäß haben sich etwa 57 Prozent der Befragten dafür entschieden, dass beides „wichtig“ sei - doch bitte: Was sagt eine solche Befragung aus, ohne dass es irgendwelche Kriterien gibt? Gibt es überhaupt Maßstäbe für "Wichtigkeit"?

Essen und Sex

Fragen wird doch mal: „Welche Bedeutung hat für dich Essen und Trinken?“ Würden da auch 57 Prozent sage, das hätte eine große Bedeutung für sie? Und müssten wir annehmen, dass die andern dann verdursten und verhungern würden?

Nein, auf keinen Fall, wie eine Darstellung von Statista (für das Essen) aussagt.

Kritischer mit Umfragen umgehen

Und was lernen wir daraus?

Vor allem, kritischer gegenüber Umfragen zu sein. Und die Redaktion des MDR sollte sich vielleicht einmal fragen, welche Erkenntnisse wir wirklich daraus ziehen können, dass Männer derartige Fragen „bereitwilliger“ beantworten als Frauen.