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Wie das Korsett die Schönheit aufwertete, auch wenn's zwickte

Die Wirkung des Korsetts - nach einer Zeichnung von 1884.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren viele Damen froh, dass sie nicht mehr gezwungen waren, einengende Korsetts zu tragen. Doch anderseits bemühte man sich auch weiterhin, die Schönheit des weiblichen Körpers mit Korsett hervorzuheben. In dieser eindrucksvollen Zeichnung wird klar, wie aus der verhuschten Jungfer eine große Dame werden soll.

Teilansicht des Originals
Es handelt sich um eine Teilansicht einer größeren Tafel, die Damen bei der Toilette zeigt. Im Original wird im Hintergrund immer noch ein "großer Auftritt" in diesen Korsetts darstellt. Die Original-Tafel zeigt mehrere Tages- und Abendgarderoben.

Gute Männer wollen auch Sex, aber …

Sex - ach, ist so etwas wirklich nötig?
Wenn du einmal in einen Kreis von selbstgefälligen Frauen hineinhören konntest, dann weißt du, dass es für Männer „grundsätzlich“ nur eine einzige Motivation gibt: Sex. Frauen hingegen fürchten sich .davor ... irgendwie jedenfalls.

Angeblich wollen Wissenschaftler, namentlich Evolutionspsychologen, das ganz genau wissen, und ihre Argumente zerfallen in zwei Hälften: erstens, weil Männer Samenschleudern sind und zweitens, weil Frauen nicht all diese Samen aufnehmen wollen, sondern wählerisch sind - sie könnten ja schwanger werden. Anderer Ansatz: Die Evolution erfordert, dass die Alpha-Kerle sich „gutes Zuchtmaterial“ besorgen, indem sie es den übrigen wegschnappen. Die Menschen-Weibchen ihrerseits wollen sowieso nur Alpha-Männchen, weil die Evolution ihnen sagt: „Hör, du musst herhalten, weil die Nachwelt starke Kerle braucht.“ Und die konnten eben nur von Frauen hervorgebracht werden, die stark waren und eine absolut blühende Gesundheit aufwiesen.

Die Evolution und der blöde Affe, der blöd blieb

Das ist nicht nur Blödsinn – es funktioniert auch nicht. Genau genommen funktionierte es niemals. Bist du ein Mann? Stell dich einmal vor den Spiegel: Bist du stark, aber hirnlos? War dein Vater schon stark, aber hirnlos? Und dein Großvater? Und … so kannst du die Evolution zurückverfolgen. Hätte jede Frau Alpha-Männer, also muskelbepackte und bissstarke Oberaffen genommen, dann würden wir noch immer durch die Savanne zuckeln.

Nur Sex als Motivation taugt nicht viel

Nun ist Sex sicher eine Motivation für Männer, und sie ist ohne Zweifel so stark, dass sie manchmal die Vernunft übertrumpft. Was dann passiert, ist aber meist nicht der Weg ins Ehebett zum Zweck der Fortpflanzung. Es ist vielmehr die Befriedigung des momentanen Drucks. Männer sind sich zumeist klar, dass sie auf diese Weise eigentlich verlieren, denn außer der obligatorischen Entleerung der Prostata in die Lümmeltüte kommt dabei nicht viel heraus.

Die Angst normaler Männer, abgewiesen zu werden

Männer – und nun haltet euch fest – haben entweder eine schreckliche Angst davor, abgewiesen zu werden oder sie sind so gefühlskalt und berechnend, dass sie das überhaupt nicht juckt. Die Formel dafür heißt: Jede fünfte Frau steht sowieso auf Vögeln, dem Rest macht der gelernte Macho Hoffnungen auf eine Beziehung. Abhängig von seinem Auftreten, der Umgebung und dem Grad von Alkoholisierung der Frau hat er damit dann auch gelegentlich Erfolg.

Der Rest der Männer schämt sich, wenn er einen Korb bekommt. Er empfindet als Demütigung, abgewiesen zu werden, zumal, wenn er öfter negative Erfahrungen gemacht hat: falscher Job, falsches Auto, falsche Klamotten. Beim ersten Mal steckt er’s weg, beim zweiten Mal wird er vorsichtig, und beim dritten Mal sagt er sich: „Ich versuche es lieber gar nicht mehr.“

Macho sein bring es nicht – und aufgeben auch nicht

Nehmen wir mal an, du bist so: Versuch, sensibel zu bleiben und an verschiedenen (tatsächlichen und virtuellen) Orten Kontakte zu knüpfen. Wenn es stimmt, dass jeder fünften Singlefrau um Sex geht, und nur jeder Siebte eine „passende Beziehung“ sucht, dann könnte auf fünf bis sieben Versuche immerhin ein Treffer kommen. Mal das Eine, mal das Andere. Das kann sinnvoll sein, wenn du wirklich offen für Beziehungen bist und dich „reine ONS“ nicht so interessieren.

Warum Frauen auf Männer zugehen sollten

Nun nehmen wir an, du wärest eine Frau. Dann ist ziemlich klar, dass eines nicht funktioniert: Hinsetzen und warten, bis dich jemand anquatscht. Dann bist du immer die „Fünfte“: die, von der er Sex erwartet.

Besser ist, du versuchst irgendwie, die anderen Kerle abzugrasen – diejenigen, die dich nicht anquatschen. Die freuen sich, wenn du mit ihnen sprichst, und klar – auch die wollen Sex. Aber nicht unbedingt jetzt und sofort. Und sie planen vor allem nicht, dich gleich danach wieder abzuservieren.

Neulich sagte mir eine Frau, sie würde „niemals von sich aus einen Mann ansprechen“. Da frage ich mich allerdings: wieso denn nicht? Sie geht ja nicht auf Männer zu und sagt: „Hey, gefällt dir, was du siehst? Davon kannst du noch mehr haben!“

Einen Mann anzusprechen ist problemlos

Der Mann, der angesprochen wird, mag zunächst überrascht sein. Doch wenn ihm klar wird, dass du weder deinen Körper noch eine Versicherung verkaufen willst, wird er sich für dich interessieren – wirklich für Dich. Zumindest weiß er: Er ist in einem sicheren Gewässer. Du wirst ihn nicht demütigen. Wenn du nun noch geschickt darin bist, die Kommunikation zu führen, dann wirst du mehr über ihn erfahren, als du jemals zuvor von einem Mann erfahren hast. Und dann? Dann kannst du immer noch entscheiden, ob er bis zum Frühstück bleiben darf, ob du noch ein bisschen nachdenken willst, bevor du ihn ins Bett lässt oder bevor du ihm sagst, "es war nett mit dir geplaudert zu haben."

Bild: historische Fotografie, koloriert

Es ist nur Unterhaltung …

Lüste und Schmerz in der Internatsliteratur
Ein großer Teil der modernen erotischen Literatur für Frauen ist … einfach Unterhaltung. Was viele der Leserinnen nicht daran hindert, davon geil zu werden - und das ist absolut in Ordnung.

Eine Dame präsentiert sich im Unterkleid
Schauen wir etwa 120 Jahre zurück, so war das Wissen der jungen Frauen um die Möglichkeiten, „fleischliche Begierden“ auszuleben, noch sehr gering. Schon der Anblick des nackten Fußes konnte bei den Männern erotisches Verlangen auslösen – und sah ein lediger Mann gar eine schöne Frau im Unterkleid, so besuchte er höchstwahrscheinlich im Bordell.

Die Literatur jener Tage war umso heftiger. Nacktheit, rituelle Bestrafungen, Waschungen, das Erforschen der Intimsphäre mit detaillierter Beschreibung der Vorgehensweise waren bei den literarisch versierten Autorinnen und Autoren an der Tagesordnung.

Damals war die Schwelle zischen reiner Fantasie und der tatsächlichen Ausübung allerdings wesentlich höher als heute - vor allem für Frauen. Wenn überhaupt, so gab es sie in Geheimgesellschaften, von denen zwar immer wieder geflüstert wurde, deren Zugang aber den bürgerlichen, unverheirateten Frauen verschlossen war.

Heute liegt die Latte deutlich niedriger, über die es zu springen gilt – die erotischen Schilderungen hingegen werdend deutlich plakativer, irrationaler und weniger nachvollziehbar.

Als Beispiel für die Vergangenheit will ich die „nähe zur erotischen Hitze“ in Internaten nennen. Viele der jungen Damen, die dort erzogen wurden, waren aktiv oder passiv in Amouren zum gleichen Geschlecht verwickelt, mindestens aber kannten sie solche Empfindungen von anderen. Zudem konnten die Zöglinge Gruppen bilden, die versuchten, sich von anderen abzuheben, und die Wissen über Sexualität ansammeln konnten. Und schließlich gab es reale Körperstrafen, die zwar in den Schilderungen der Literatur deutlich übertrieben wurden, deren Strafcharakter allerdings nicht ausschließlich in der körperlichen Züchtigung, sondern eher in der Beschämung lagen, die damit einherging.

Der modernen Frau, die heute erotische Literatur liest, werden wundersame Brücken gebaut, über die sei erst einmal gehen müssen, bevor sie das sinnliche Geschehen verinnerlichen können.

Man verwendet dazu Elemente aus erotischen Märchen, mischt sie mit etwas SM-Literatur aus fragwürdigen Internetquellen ab, und produziert sodann eine „Story“, die mit allerlei Kitsch und Klischees angereichert wurde - gelegentlich sogar mit etwas Küchenpsychologie.

Sicher – es ist nur Unterhaltung. Und es mag sein, dass mancher Slip davon feucht wurde. Aber die Schilderungen legen eben auch erotische Strömungen frei, die der Leserin zuvor nicht bewusst waren. Aber verglichen mit der Literatur des 19. Und des frühen 20. Jahrhunderts basieren diese Schilderungen nicht auf Ereignisse, die jemand „so ähnlich erlebt haben könnte“, sondern auf das Eintauchen in eine Märchenwelt.

Und wer dergleichen vollziehen will? Dann wird die Angelegenheit wirklich heikel. Eine „eingeweihte“ Bloggerin schrieb dieser Tage:

(Solche Bücher stellen …) … auch gefährliche und verwirrende Präzedenzfälle für Neugierige und Uneingeweihte dar.

Ein Beispiel dafür mag sein, dass die sinnliche Lust am Spiel, wirklich krankhafte Neigungen und gefährliche psychische Manipulationen in modernen Romanen als Eintopfgericht serviert werden. Das regt nicht nur die „Adepten“ der Szene auf, sondern es sollte auch als Warnung verstanden werden. Die Welt erotischer Lüste und Fantasien ist kein Ponyhof.

Bild oben: Teilansicht einer Buchillustration, koloriert .
Bild seitlich: Aus dem Titel einer erotischen Zeitschrift von 1901.

Sind Nicht-Beziehungen ein Trend?

Trends sind immer das, was in der Presse verbreitet wird – meist ohne genaues Hintergrundwissen. Die „Generation beziehungsunfähig“ oder „Generation Nichtbeziehung“ wird nach allen Regeln der journalistischen „Kunst“ ausgeschlachtet, wobei man sich kaum um Kollateralschäden kümmert.

Das Erstaunliche: Alle machen mit, und deshalb soll aus zett zitiert werde, einem Partner von ZEIT Online:


Das Problem dabei ist natürlich, dass sich eine Nicht-Beziehung gar nicht wirklich erklären lässt. Denn genau darum geht es ja bei Nicht-Beziehungen: Man will es nicht definieren. Aber es lohnt sich trotzdem, dieses Phänomen mal ein bisschen aufzuschlüsseln. Denn Nicht-Beziehungen sind typisch für unsere Generation und sagen daher einiges über uns aus.

Sind WIR Beziehungsunfähig?

Das „Uns“ bezieht sich auf junge Leute, und zwar überwiegend solche, die im Wohlstand aufgewachsen sind und selber wirtschaftlich ausgesprochen gut dastehen. Es scheint, als ob die „Wohlhabenden und Schönen“, mögen sie nun Redakteure oder Psychotherapeuten sein, ihre Beobachtungen, die sie im Kreis der „gut Situierten“ machen konnten, auf alle übertragen – oder auf „uns“, womit dann allerdings eher die saturierte Jugend gemeint ist.

Frauen damals und heute

Es gab sie immer, diese eigenartige Form des wenig zielsicheren Suchens, der vorschnellen Liebesschwüre und der Beziehungen „auf Zeit“. Der Unterschied ist allerdings, dass die Frauen früherer Jahre darauf angewiesen waren, irgendwann „bemannt“ durch die Welt zu ziehen. Das hatte moralische, soziale, vor allem aber wirtschaftliche Gründe. Wenn eine Frau mit über 25 Jahren noch ledig war, dann wurde sie nach vor 50 Jahren „schräg“ angesehen – sie war auf dem besten Wege, eine „alte Jungfer“ zu werden und bis ans Lebensende irgendwo als „Kontoristin“ zu vermiefen.

Das alles ist längst vorbei – zwei Generationen später sind Frauen erfolgreich berufstätig, verdienen viel Geld und können sich selber eine sichere Existenz bürgenden. Und sie können etwas tun, was ihre Großmüttern nicht konnten: „Unverbindliche Formen des Zusammenseins“ wählen. Beziehungen, die zwischen einigen Stunden, ein paar Wochen und wenige Monate reichten.

Das gilt nicht nur für Frauen – auch der Mann sieht keine Notwendigkeit mehr, vom ersten Lohn oder Gehalt etwas zurückzulegen, um einmal „heiraten zu können“. Warum sollte er? Frauen gibt es zwar nicht mehr für jeden Mann – aber wer halbwegs aussieht und genügend verdient, kann sich seine Beziehungen aussuchen, kann sie beenden und wechseln – wie die entsprechenden Frauen auch.

Beste ökonomische Bedingungen führen in die Unverbindlichkeit

Klug ist das sicher nicht – weder für Frauen noch für Männer. Nur die Argumente, die jetzt an den Haaren herbeigezogen werden, beruhen auf Fantasien: Niemandem wird „Unverbindlichkeit in die Wiege gelegt“, wie ich neulich lesen musste.

Ich will das begründen: Wenn Wohnraum für sie wirklich knapp wäre, dann müsste vor allem die Singles zusammenziehen, um noch eine Wohnung zu ergattern. Wenn die Altersversorgung wirklich als unsicher empfunden würde, dann müsste Menschen sich darauf vorbereiten, im Alter „zusammenzulegen“. Wenn Jobs so unheimlich befristet wären, dann würden Paare zusammenleben, damit wenigstens einer einen Job hat. Der „Imperativ der Flexibilität?“ Da kann ich nur lachen. Die meisten Menschen mit mittlerer oder schwacher Bildung hängen an ihrer „Heimat“ und wollen weder für Jobs noch für Beziehungen fortziehen.

Für mich ist klar: Nur die deutlich verbesserte ökonomische Lage der Jugend ermöglicht das Leben in sogenannten Nicht-Beziehungen. Es ist eben möglich, Beziehungen auf Zeit einzugehen und sie zu genießen – und dabei wirklich niemandem einen Schaden zuzufügen.

Aber – es ist nicht klug. Nicht emotional, nicht sozial, nicht körperlich und schon gar nicht wirtschaftlich. Die meisten Menschen merken es ab 40, manche erst später. Auch dann ist immer noch Zeit, den Schaden zu begrenzen, aber es wird deutlich schwieriger.

Nicht-Beziehungen - kein Trend - aber nicht besonders schlau

Um eine Antwort auf die Eingangsfrage zu geben: Nicht-Beziehungen sind kein Trend, sondern eine unsäglich dumme Erfindung – von wem auch immer. Beziehungen sind Beziehungen, auch wenn sie „auf Zeit“ angelegt sind. Die Partner gehen aufeinander ein, sie stützen einander, und sie erleben berauschenden Sex miteinander. Das bedeutet nun auf keinen Fall, dass die Aneinanderreihung von Beziehungen sozial und wirtschaftlich sinnvoll ist – aber jeder ist seines Glückes Schmied, und wer sein Glück in der Unverbindlichkeit vermutet, der hat auch ein Recht, es zu erproben.

Das Badewassers schöner Frauen schlürfen

Badende aus einer Zeit, in der Bäder noch nicht selbstverständlich waren
Eine Frau nackt im Bad zu sehen war der Höhepunkt der Sehnsüchte der Männer des 19. Jahrhunderts. Und im 20. Jahrhundert wurde daraus eine Parodie auf inzwischen bekannt gewordenen Vorstellungen lüsterner Herren, die angeblich „alles“ taten, um schönen Frauen zu gefallen. Am bekanntesten dürfte der Text von „Badewasser“ sein, vormals besser bekannt als „Whispering“:

Lass mich dein Badewasser schlürfen,
einmal dich abfrottieren dürfen,
und deine Oberweite messen
und alle andern Frau'n vergessen, vergessen,
lass mich dich einmal nur massieren
und deine Rippen dabei spüren,
für einen Kuss auf deine
Sohlen möcht ich dein Pantoffel sein!


Die Sache mit dem Pantoffel soll angeblich viele Männer faszinieren, die Frauen lieber von der Sohle bis zum Scheitel lieben wollen als umgekehrt. Aber wer würde Badewasser schlürfen wollen?

Offenbar gibt es Kundschaft dafür. Sie wollen das Wasser, das zuvor die weibliche Haut umspült hat, offenbar wirklich kaufen – für 43 USD per Glas. Hoffen wir mal, dass dieses Wasser nicht zu viel Rückstände vom Schaumbad enthält.

Bild: Seifenwerbung, 19. Jahrhundert