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  Eigenwerbung

Die Psyche entflammt langsamer als der Körper

Ich bemerkte erst nach einiger Zeit, dass ihre körperlichen Reaktionen minimal waren, während ich ihre Psyche offenbar in helle Aufregung versetzt hatte.

Zitat: Aus einem Blog.

Egal, was er oder sie gerade mit ihm oder ihr „angezettelt“ hatte: Der Körper und die Psyche reagieren nicht synchron. Ja, es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen dem, was aktuell geschieht und was dabei empfunden wird.

Lust und Schmerz - und nun auch noch die Psyche?

Nun wissen wir, dass der Körper auf „bittersüße“ Lüste schon aus sich selbst heraus uneindeutig reagiert. Das typische Beispiel wäre Lust am Schmerz zu empfinden. Das geschieht, wenn du im Rollenspiel mit der „Züchtigung“ zugleich körperlich sexuell erregt wirst und dennoch den Schmerz empfindest.

Das Eigenleben der Psyche

Und die Psyche? Sie läuft nicht nur „dem Körper nach“, sondern führt durchaus ihr Eigenleben. Das kannst du vor allem dann feststellen, wenn du Lüste passiv erlebst – das heißt, wenn du sie nicht aktiv steuern kannst. Frauen und Männer verraten manchmal, was sie wirklich bewegt, während sie den Geschlechtsverkehr ausüben: Sie denken an etwas enorm „Geiles“.

Die Psyche gilt als schwerer zu beeinflussen als der Körper, doch falls dies gelingt, wirkt deren Einfluss auch nachhaltiger.

Dates mit anschließendem Sex - bindet er oder nicht?

Manchem, der Verabredungen eingeht, wird schon etwas Absonderliches aufgefallen sein: Es gibt Frauen und Männer, die sich psychisch unglaublich gebunden fühlen, wenn sie das erste Mal mit dem Date „Sex hatten“. Andere sind davon extrem unbeeindruckt und wundern sich, wenn der Partner danach auf Bindung drängt. Dies berichten übrigens sowohl Frauen wie auch Männer.

Sex allein bindet nicht - aber der Versuch hat dennoch Sinn

An diesem Beispiel wir überdeutlich: Gelingt es, die Psyche in die Lust einzubinden, so bestehen „Beziehungschancen durch Sex“. Wenn die Lust aber durch den Körper rauscht wie ein Schnellzug, dann war alles eben „nur Sex“.

Mein Rat zum Schluss: Du wirst selten voraussehen können, wie es dir selber dabei gehen wird. Also verurteile auch jene nicht, die anders empfinden als du selbst.

Wechselbäder der Gefühle

Heiß und kalt ... das löst manche Erwartung aus
Wechselbäder der Gefühle - unser Motto für April. Hier ist das, was wir darunter verstehen. Aber es ist sicherlich noch viel, viel mehr ...

Wechselbäder nannte man therapeutische Maßnahmen zur Stärkung des Kreislaufs, die maßgeblich auf den Pfarrer Kneipp zurückgehen. Da sie lange Zeit sehr populär waren, wurde der Begriff auch auf andere Umstände sozialer oder emotionaler Art angewendet.

In der Liebe, der Lust, der Leidenschaft und generell in der Erotik ist ein „Wechselbad der Gefühle“ die Sinneslust, von einem Extrem ins andere zu verfallen.

Unterschiedliche Lover

Dabei kann es sich um unterschiedliche Lover handeln, also etwa um eine Frau, die zwischen einem „kuscheligen“ und einem „zupackenden“ Lover wechselt. Ebenso aber auch um einen Mann, der zwischen einer sanften und einer fordernden Geliebten wechselt.

Nicht auf ein Geschlecht festgelegt

Manche Menschen schwanken jahrelang zwischen beiden biologischen Geschlechtern und nehmen beide Möglichkeiten wahr, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Heiß und kalt auf nackter Haut und nackten Sinnen

In den letzten Jahrzehnten ist üblich geworden, das Prinzip „Küsse und Schläge“ in besonders leidenschaftliche und ungewöhnliche Liebschaften einzubeziehen. Übrigens nicht erst seit den „Shades of Grey“, sondern bereits seitdem der Film „9 ½ Wochen“ populär wurde.

Also … auf in den April … ohne Scherz und mit dem Anspruch, dass „heiß und kalt“ die Gefühle ein bisschen auffrischt.

Die Reaktionen der Haut des anderen genießen

Mal mit Bürste, mal ohne - das Symbol für OTK-Spanking regt Männer an
Was bewegt eigentlich eine Frau, wenn sie einen Mann züchtigt? Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn die meisten Frauen, die sich der Züchtigung verschrieben haben, sind Profi-Dominas. Befragt man sie, so sagen sie oft, was Männer gerne hören wollen. Zum Beispiel, dass es ihr Lebensstil ist. Das erschient dem Beobachter stets merkwürdig. Eine Masseurin, eine Krankenschwester oder eine Wurstverkäuferin würde niemals sagen, dass sie ihren Beruf mit in den Alltag nimmt.

Eine der besten Antworten, die wir hörten, war „weil es mir eine Genugtuung bedeutet, wenn der Mann restlos zufrieden mit meiner Behandlung ist.

Der Genuss der Rolle - ein Schlüssel zur Dominanz?

Interessant ist auch die Variante, das mit der Unterwerfung verbundene Rollenspiel zu genießen. Ganz bin die Rolle zu schlüpfen, die ganze Strenge ausspielen zu können – das scheint durchaus ein Zustand zu sein, der glaubwürdig ist.

Ein Teil, so erzählte eine Domina, sei das Lesen der Körpersprache unter den extremen Bedingungen einer Spanking-Sitzung. Zitat:

Der Körper zeigt von Natur aus Reaktionen. Ich beobachte stets, wie der Körper zu mir spricht. Ich kann die kleinen Schauer sehen, die über die Haut wandern und das Zittern beobachten. Und natürlich höre ich auch das verhaltene Stöhnen und Wimmern. Bei Männern ist wirklich interessant, wie sie versuchen, ihre Tränen zurückzuhalten.

Ein bisschen Genugtuung ergibt sich offenbar auch aus anderen Komponenten. Zum Beispiel, wenn der Mann sich überwinden muss, aus der sozialen Alltagsrolle auszusteigen und sich zu unterwerfen. Oder die Scham abzulegen, sich vor einer Frau auszuziehen.

Dominanz und das wahre Leben

Das Buch
Was wirklich in einer Frau vorgeht, die dominiert, beschreibt Adrianna Taylor sehr eindrücklich in ihrem Buch „The Story Of Control“. Sie hat Freude an Psycho-Spielen und genießt die Macht, die sie dabei über ihre Klienten hat. Und sie ist alles andere als eine Bilderbuch-Domina, die emotionslos ihren Job verrichtet. Leider ist das Buch derzeit in Deutschland nicht erhältlich, aber die Kritiker waren damals (2014) voll des Lobes.

In einem Punkt sind sich alle einig – für eine Frau, die in der Dominanz vor allem ein „einträgliches Rollenspiel“ sieht, ist es schwierig, eine echte Liebesbeziehung einzugehen. „Die meisten Männer“, so der Tenor, „haben kein Verständnis dafür, dass ich diesen Beruf ausübe.“

Und mit diesem Zitat verlasse ich euch für heute.

Ach, noch eine Frage an euch, nur für das Protokoll: Was würde euch Freude daran machen, einen Mann „übers Knie zu legen“?

Recherche: Internet-Quellen, Interviews, Bücher.

Bild: Comic-Symbol für den Wunsch, "übers Knie gelegt zu werden"

Nützt uns erotische Literatur?

Leser fragen sich: Was fühlt die Romanfigur? Würde ich es auch fühlen wollen?

Wie könnten wir besser und mit geringer Gefahr auf das Gebiet der Sünde und der Falschheit eindringen, als auf dem Wege der Lektüre aller Arten von Schriften, und des Anhörens aller Arten von Geschichten?

Unbekannter Autor, England, 19. Jahrhundert

Menschen, die erotische Geschichten lesen, wollen - daran kann kein Zweifel bestehen, sinnlich erregt werden. Aber sie wollen auch herausfinden, was sie selbst für ethisch vertretbar halten und was nicht. Und jene, die sich sagen: „Oh, das könnte für mich ein Weg zu intensiverer Lust sein“, wollen wissen, wie sich diejenigen fühlen, die ihre erotischen Facetten nicht ganz so ausleben wie es die Natur vorgegeben hat. Insofern sollte die erotische Literatur nicht nur anregen, sondern auch Empfindungen vermitteln. Und genau das ist ihre Schwäche: Die Darstellungen in bewegten und unbewegten Bildern können dies nicht leisten. Lediglich das geschriebene Wort könnte es - aber gerade das überfordert viele Autorinnen und Autoren.

Erotisches Probedenken und Probefühlen durch Literatur

Die Frage „Würde ich Freude daran haben, wenn …“ soll ja in der Literatur vorgeprüft werden, die Figuren, die nebeneinander, übereinander und ineinander geraten, sollen ja beispielhaft vorführen, was uns „blüht“, wenn wir es tun. Vorher, währenddessen und nachher. In alten Zeiten konnte man noch lesen, wer alle erotischen Launen und Begierden des Weibes erfahren habe, der sei auf alles vorbereitet, was das Leben zu bieten habe. Etwas Ähnliches über die Lektionen für junge Frauen las man nicht - es war verpönt, irgendwelche Erfahrungen bei ihnen zu vermuten.

Heute wollen Frauen und Männer wissen, was möglich ist, wie es sich anfühlt und ob sie Gefallen daran finden. Dabei mit erotischer Literatur zu beginnen, erscheint mir keinesfalls abwegig. Allerdings wäre dann über Qualität zu sprechen.

Was meint ihr?

Und dann tat ich DAS mit ihm …

Noch unbeleckt?
Gerade lese ich einen diesen Artikeln, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Das Thema wird immer mal wieder variiert, aber die Substanz ist immer gleich: dünne Suppe, immer wieder neu aufgewärmt. Diesmal geht es um einige entsetzliche aufregende Fetisch – SM- und Rollenspielaktivitäten.

Die Autorin will uns nahebringen, welche tollen Aktivitäten sie schon mit diesem oder jenem Freund erlebt hat. Und siehe, immer und überall sind die hübschen Handschläge auf den nackten Hintern dabei. Ja, und da wüssten wir ja wirklich gerne, wie sie das erlebt hat.

Doch das erfahren wir nicht. Gehört – probiert – beibehalten. Ja schön, und nun? Sie braucht es nicht jedes Mal. Interessante Information, wenn man ihr Lover ist – aber warum, zum Teufel, schreibt sie das?

Weil sie uns nun erzählen will, dass sie einmal irgendwie und irgendwo einen Partner hatte, der statt der Hand ein hübsches Schlagwerkzeug aus Holz einsetzte. Wie war die sinnliche Erfahrung?

Oh ja die Autorin lässt es raus Die Schläge fühlen sich für sie anders an, wenn sie mit „diesem Gerät“ geschlagen wird. Anders als mit der Hand jedenfalls. Wie aufschlussreich. Tipp: Es gibt noch mindestens zwölf andere, sehr effektive Geräte für sinnliche und heftige Flagellationen. Daraus könnte man noch zwölf Absätze (oder Artikel) schreiben, die dann alle ähnlich klingen würden - nichts fühlen macht nichts. Hauptsache, das verwendete Gerät wird erwähnt.

Vom Po zum Zeh

Die Dame hatte offenbar noch weitere Lover. Und einer hat – man denke – ihre Zehen gelutscht. Alternative Fußpflege? Interessanter, als wenn die "Rötlichen Saugbarben" (Garra rufa) daran knabbern?

Wir erfahren es nicht. Sondern lesen ein Elaborat in 107 Wörtern - lauter leeres Stroh. Ich kürze es mal für euch:

Es war nichts, was wir jemals zuvor versucht hatten oder worüber wir jemals gesprochen hatten. In diesem Moment fühlte es sich jedoch gut, an … und, der Versuch, es auszuprobieren, hat uns beide ziemlich angemacht.


Ja, und wie war es nun wirklich? Hat es gekitzelt? Oder war es herrlich, wenn deine Zehen eingesaugt wurden? Erfahren wir nicht, sondern lesen dies:

Es ist nichts, das wir jemals wieder zusammen versucht haben, noch etwas, das ich jemals wieder mit jemand anderem versucht habe … aber wenn jemand, mit dem ich zusammen bin, den sehnsüchtigen Wunsch hat, an meinen Zehen zu saugen, bin ich nicht dagegen.

Ich werde häufiger aufgefordert, doch bitte ein Abonnement für solche Artikel zu kaufen. Ich tu es nicht und ich frage mich: wer würde es tun? Ich denke: nicht einmal Frauenzeitschriftenleser(innen).

Ach ja, wie war eure erste Erfahrung mit dem Zeh? Habt ihr (zum Beispiel) schon mal einen Zeh geleckt? Oder gehört das zu eurer regelmäßigen Fußpflege? Nein, wir meinen das nicht wirklich ernst - aber wenn es für euch ernst ist, dann sagt mal was dazu ...