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Hochschlafen - Sex als Karrieretreibstoff?

Bester Rat: Niemals drüber reden


Hochschlafen heißt im Volksmund die Möglichkeit, durch gezielt eingesetzte sexuelle Gratifikationen die Karriere zu beschleunigen.

Zumeist wird das „Hochschlafen“ von Frauen eingesetzt, wobei die Begünstigten in der Regel machtvolle Männer sind. Es sind inzwischen allerdings auch Fälle bekannt, in denen nicht-lesbische Frauen bewusst Kontakte zu bekannt lesbischen oder bisexuellen Chefinnen aufgenommen haben, um die Karriere zu beschleunigen.
Männer können sich nur schwer „Hochschlafen“, es sei denn, der Chef wäre weiblich oder homosexuell, wobei die letztgenannte Möglichkeit für die meisten Männer zu viele Konflikte beinhaltet. Außer dem „hochschlafen“ in Unternehmen ist auch das „erschlafen“ von besseren gesellschaftlichen Ausgangspositionen möglich. Im Bereich der Auftragsvergabe versuchen Inhaberinnen von Unternehmen manchmal, sich größere Aufträge zu „erschlafen“.

Hochschlafen - Sex alleine genügt nicht

Zuviel "Einsatz" bringt eher das Gegenteil
Das „Hochschlafen“ gilt unter Unternehmern wie unter Gewerkschaftern gleichermaßen als sinn- und würdelos. Die Argumente sind zunächst einleuchtend: Gefördert werden soll, wer eine gute Ausbildung hat, gute Leistungen zeigt und für die Belange des Betriebs einsteht. Ein zweiter Blick jedoch offenbart, dass dies nur die halbe Wahrheit ist: Persönlichkeitswerte zählen seit Jahren mehr und mehr, und wer so etwas wie ein „gutes Betriebsklima“ will, sucht Vorgesetzte und Teammitglieder mehr und mehr nach sozialen Kriterien aus.

Nun entspricht die „Firmenschlampe“ diesen Kriterien kaum – aber ist sie eigentlich gemeint? Die Frauen, die es trotz der üblicherweise einsetzenden Kritik wagen, sexuelle Gratifikationen einzusetzen, tun ja nicht nur dies: Sie haben sie schon, die gute Ausbildung, sie bringen schon die guten Leistungen, und sie engagieren sich bereits für die Firma. Darüber hinaus spielen sie aber oftmals Beziehungs-Schach: Mit wem gehe ich in die Kantine, mit wem flirte ich und wen lasse ich zu mir ins Bett? Die allgemeine sexuelle Leichtigkeit, die heute zum typischen Bild westlicher Zivilisationen gehört, macht ja nicht vor den Firmentoren halt – Affären gibt es wie Sand am Meer – man muss sie nur in aller Stille vollziehen und nicht im Büro breit treten. Wen sollte es also wundern, wenn attraktive Vorgesetzte zum Objekt weiblicher Begierde werden?

Das Hochschlafen aus der Sicht der Kolleginnen

Allerdings gedeihen Gerüchte auf dem Humus informeller Kontakte schnell in Büros, und auf diese Weise werden nicht nur tatsächliche Affären ruchbar, sondern es werden auch Gerüchte über nicht existierende Beziehungen ausgestreut. Dazu recht es völlig aus, wenn Frauen flirtbereit sind, und ihren natürlichen Charme auf Männer wirken lassen. Diese Mischung aus dezenter erotischer Verlockung und sozialer Kontaktpflege wird oft als „sich prostituieren“ missinterpretiert.

Neid und Missgunst kann oft der Auslöser für solche Behauptungen sein. Frauen, die bei Beförderungen nicht berücksichtigt wurden, neigen dann vorschnell zu der Behauptung, eine Kollegin habe sich „prostituiert“ und sei daher in die gewünschte Position gekommen. Beweisen lässt sich dies allerdings in den meisten Fällen nicht – und was nicht beweisbar ist, sollte auch in den Raucherecken und in den Kantinen nicht diskutiert werden. Die Gerüchte beruhen oftmals auf vertrauensvollen Einzelgesprächen, die zuvor in aller Stille mit der Kandidatin geführt wurden. Selbstverständlich werden solche Gespräche auch hinter verschlossenen Türen mit Männern geführt – doch dann werden sie eben als „vertrauliches Dienstgespräch“ oder „Personalgespräch“ hingenommen.

Die gravierendste und auch hässlichste Behauptung geht oft dahin, dass eine gute Position beim Geschlechtsverkehr sozusagen als „Gegenleistung“ eingehandelt wurde. Obwohl dies in Einzelfällen durchaus einmal vorkommen mag, insbesondere in kleinen Firmen ohne geeignete Kontrollmechanismen, ist die Behauptung zumeist an den Haaren herbeigezogen: Kaum ein Chef gibt sich solche Blößen.

Was bedeutet „Hochschlafen“ heute?


Die klassische, plakative Vorstellung vom Hochschlafen beseht darin, unmittelbar vor einer Entscheidung mit einem (meist verheirateten) Vorgesetzten in der Absicht zu schlafen, befördert zu werden. Frauen, die dies planen, müssen damit rechnen, die gewünschte Stelle nicht zu bekommen und auch sonst abgewertet zu werden. Der Grund liegt einfach darin, dass der entsprechende Vorgesetzte in großen Firmen um seinen eigenen Arbeitsplatz fürchten muss, falls herauskommt, dass er seine Mitarbeiterinnen im Bett „befördert“.

Die heutige Strategie von Frauen, die sich in Betrieben „Hochschlafen“ wollen, besteht vor allem darin, ein soziales Beziehungsgeflecht aufzubauen, das auch erotische Gratifikationen als Möglichkeit beinhaltet, die aber nur mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden. Nach außen bleibt man somit die freundliche, zuvorkommende Mitarbeiterin, die sich als Persönlichkeit im Betrieb profiliert, und die Karriere nur dann mit dem Sexturbo antreibt, wenn absolut sicher ist, dass die Affäre geheim bleibt.

Bild oben: © 2007 by Said&Done
Bild links: © 2009 by Jane0505