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  Eigenwerbung

Ein kurzer Hinweis für Dein erstes Date

Dieses Zitat habe ich aus dem Beitrag einer jungen Frau entnommen. Er war überhaupt nicht für ein Date erdacht worden, sondern für den Erfolg im Beruf.

Achte zunächst darauf, zu verstehen -
dann erst versuche, verstanden zu werden.

Für ein erfolgreiches Date ist das Zitat höchst sinnvoll, und ich sage dir gerne, warum.

Wenn du eine Frage stellst und die Regeln guten Zuhörens anwendest, wirst du dein Gegenüber verstehen lernen. Nichts ist wichtiger beim ersten Date, als dies zu erreichen.

Dann erst mach dich selbst verständlich. Erkläre in klaren Worten, was du vom anderen mindestens willst.

Finde Übereinstimmungen, die über den Tag hinausgehen. Das ist zwar mühevoller, als über ein paar gemeinsame Hobbys oder Vorlieben zu reden. Aber es ist wesentlich verbindlicher.

Wir haben uns wirklich gut unterhalten, aber ...

Skeptisch, weil die Schmetterlinge noch nicht flattern?
Es war ein wundervolles Date mit einer wirklich interessanten Person. Sie sagt, sie habe sich „wirklich gut“ unterhalten und „sehr viel Spaß“ mit ihm gehabt. Aber nein - die Schmetterlinge hätten gefehlt, die im Bauch.

Was ich von „Schmetterlingen im Bauch“ halte?

Sie sind Vorboten der beginnenden Geilheit oder vornehmer „Paarungsbereitschaft“ und sie entstehen spontan.

Lust bekommst du, wenn du entspannt bist

Sobald dies gesagt ist: Sie müssen nicht nach einer halben Stunde entstehen. Auch nicht in „anderthalb“ Stunden. Vielleicht bei einem Gläschen hinterher? Oder beim zweiten Date in lauschig-sinnlicher Umgebung?

Normalerweise entstehen Lustgefühle in einer entspannten Atmosphäre. In ihrer Wohnung. In seiner Wohnung. Im Frühling auf einer Parkbank. Und sie sind tatsächlich völlig unabhängig davon, ob ihr euch „wirklich gut“ unterhalten habt.

Beruht die Liebe auf "Gemeinsamkeiten?

Klar ist wichtig, „sich zu unterhalten“. Und es ist schön, dabei Gemeinsamkeiten festzustellen. Aber all das ist der rationale Teil des Kennenlernens.

Damit ich verstanden werde: Es ist wichtig, ein paar Sachfragen zu klären. Wenn eine Frau von 50 mit minderjährigen, im Haus lebenden Kindern nicht infrage kommt, dann kommt sie nicht infrage. Punkt.

Und warum hast du dich einst verliebt?

Ich frage mal aus der anderen Sicht „Warum verlieben wir uns?“ Sobald ich gefragt habe, sehe ich betretenes Schweigen. Immer, überall und auf jeder geistigen Ebene. Niemand kann sagen, warum er sich verliebt. Eigentlich gilt: „Nähe macht Lust aufeinander.“ Wer die Liebe forcieren will, setzt auf hübsche Klänge, Düfte und weiches Licht, etwas mehr Haut als schicklich ist - und auf Berührungen.

Nähe und Lust auf Lust

Wer sich verlieben will, findet auch einen Weg - zumal wenn er/sie feststellt, dass der andere wirklich etwas taugt. Und natürlich wäre es wünschenswert, wenn beide den Gedanken hätten, dass Lust aufeinander das beste Mittel ist, zusammenzukommen.

Ich habe gerade einige Empfehlungen gelesen, wie man den Partner am besten ausfragen kann - alle sehr hübsch, sehr akademisch und auf keinen Fall falsch. Aber es ist eben ein Irrtum, dass Fragen zu mehr „Tiefe“ führen und die „Tiefe“ abermals zu mehr Intimität.

Nein, nein, liebe Mitmenschen. So kommt ihr nicht weiter. Ihr müsst schon bereit sein, eure Lust in die Dialoge einzubringen. Sonst landet ihr nie in einem Bett - auch nicht in einem Ehebett.

Mein neuer (und einziger) Salon: Komm

Komm ... und kommuniziere!
Komm! Der Name ist Zufall und und basiert auf einem „schicken Schlager“. Wer sich in den Salon locken lassen will - oh, bitte. Der Vorhang aus rotem Samt wurde gerade geöffnet.

KOMM! ist ein Lockruf für alle, die an erotischer und nicht-erotischer Kommunikation interessiert sind. Ob seriös oder frivol - der Kommunikation ist es egal. Sie ist ein stark vernachlässigtes Forschungsgebiet und ihre Inhalte sind weitgehend unbekannt.

Na, kommt ihr mit ...?

Ich war übrigens lange Jahre Dozent für Kommunikation - es ist zwar einige Jahre her - aber die Grundlagen ändern sich nicht.

Schweigen und Dates

Keine gute Frage: "Wie gefalle ich dir?"
Hoffen wir, dass alles Singles demnächst wieder ergebnisoffene, persönliche Dates eingehen können. Das ist ohnehin die Voraussetzung für die Partnersuche. „Ergebnisoffen“ heißt: Wir stellen uns erst einmal einander vor, sodass jeder die Persönlichkeit des anderen erkennen kann. Erst dann entscheiden wir, wie wir weiter vorgehen.

Ich höre sehr oft, dass Blind-Date-Paare erst einmal sortieren, wie viele Kinder sie gerne hätten, bevor sie ihr Gegenüber richtig wahrnehmen. Und dann? Gibt es noch etwas zu besprechen?

Schweigen entsteht oft durch falsches Fragen

Ich würde das alles kaum erwähnen, wenn es nicht eine goldene Regel gäbe:

Keine geschlossenen Fragen stellen, bevor offene Fragen ausreichend beantwortet sind.

Die Frage nach Heirats- oder Kinderwünschen sind solche Fragen. Auch pseudo-offene Fragen (z. B. „Welche“?) sind nicht immer hilfreich. Man merkt dies sofort, wenn nach „Hobbys“ oder „Musikrichtungen“ gefragt wird. Sie dienen zunächst nur der Information und enthalten, nachdem sie ausgesprochen wurden, kaum Beziehungsaspekte. Sogar die Frage „was gefällt dir besonders an mir?“ kann der Grund dafür sein, dass der Gesprächsstoff bald entschwindet. Sie beginnt zwar mit „was“, hat aber keine Substanz, weil sie eine Aufzählung herausfordert.

Was und Wie - Zauberworte der Fragetechnik

Wesentlich besser ist in fast allen Fällen, die Ansichten und Absichten aus den Lebensweisen des Partners zu entnehmen. „Was tust du, wie tust du es?“ Aufschlussreich ist zum Beispiel: „Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?“ Was tust du gerne an Sonntagen?“ Oder „Was sind deine Pläne für die Zukunft?“

Die Macht im Gespräch

Denkt bitte mal dran: Die Macht im Gespräch hat der Fragesteller (die Fragestellerin). Er/sie steuert durch entsprechende Fragen den Verlauf, die Stimmung und den Erfolg. Wenn ihr dann noch die Fähigkeit beherrscht, dem Gegenüber „aktiv“ zuzuhören, bekommt ihr ein „Persönlichkeitsbild“, das euch nützt.

Gute Methode gegen das Schweigen

Natürlich wird euch niemand garantieren, dass damit alle Probleme des „Schweigens“ behoben sind. Ein Stoffel bleibt ein Stoffel. Aber eine ganz gewöhnliche, vielleicht etwas gehemmte Person wird euch mit dieser Methode wesentlich mehr und wesentlich sinnvollere Details ihres Lebens offenbaren. Sogar solche, nach denen du gar nicht gefragt hast.

Der ungeheure Aufwand, „Poly“ zu lieben

Poly: Absprachen sind nötig
Kaum eine Frauenzeitschrift, die sich nicht für das Thema „Poly“ interessiert, obgleich „Poly“ nur von wenigen Paaren (1) wirklich praktiziert wird. Und in dem Wort mischen sich ohnehin Träume und Realitäten. Von der „offenen Beziehung“ bis zu Seitensprüngen, von „Dreierbeziehungen“ bis zu „Polyamorie“. Und ein sogenanntes „Sugar Baby“, das drei Sugar-Papis hat, ist nach eigener Auffassung ebenso „polyamorisch“ wie ein Mann, der sich einen Pseudo-Harem heranzieht.

Wenn schon, dann müssen einige Voraussetzungen stimmen. Diese einfache Tatsache wird zumeist von der „Bewegung“ der „Mehrfachliebenden“ verschwiegen.

Viele Voraussetzungen - doch werden sie auch eingehalten?

Neben wirtschaftlicher Unabhängigkeit aller Personen, die daran beteiligt sind, wirklicher Gleichheit und bester emotionaler Stabilität ist es vor allem die Kommunikation, die ständig „über kreuz und über quer“ aufgenommen und fortgeführt werden muss, wie Susanne Kohts im Brigitte-Interview richtig anmerkt:

So eine "Triade" ist oft emotional und kommunikativ herausfordernd, weil man sich immer wieder neu abstimmen muss. Man braucht regelmäßig Updates mit sich selbst und den anderen: Wie geht es mir gerade, wo gehen wir weiter, wo nicht?

Das heißt: es ist selten oder gar nicht in Ordnung, nur einmal abzusprechen, was geht und was nicht. Wer „anders leben“ will, muss dies ständig mit den Menschen absprechen, mit denen sie/er zu leben beabsichtigt. In eine „polyamorische“ Beziehung einzutreten, heißt also nicht, sich den Gegebenheiten einer Geheimgesellschaft unterzuordnen, sondern darüber zu verhandeln, was für jeden der Beteiligten „geht“ und „was nicht geht“.

Keine Frage – das ist nicht einfach zu ertragen, denn außer dem Beruf und möglichen anderen Lebensaufgaben, die schwer genug zu bewältigen sind, kommt noch etwa hinzu: Der Aufwand, sich ständig über die eigenen Emotionen wie auch über die Emotionen der anderen klar zu werden.

Schöne neue Welt? Hölle mit permanenter Nabelschau? Ich weiß nur so viel: Schon mit sich selbst ständig „einig“ zu sein, erfordert Kraft – sich mit einem Partner und sich selbst einig zu werden, erfordert die doppelte Kraft, aber man bekommt auch etwas zurück. Ob sich der Aufwand mit der Einbeziehung jeder weiteren Person potenziert? Ich weiß es nicht. Aber ich könnte mir vorstellen, dass sich das Glück dadurch nicht beliebig vermehren lässt.

(1) Am Anfang steht meist ein festes Paar.