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Wie geht eigentlich „Sexualität auf männlich“?

Was wissen wir eigentlich wirklich über männliche Sexualität? Die meisten Meinungen, die wir darüber finden, bezeichnen den Mann als „stark auf seinen Penis fixiert.“

Ach, der arme Penis!

Dabei hat der arme Penis im Grunde genommen nur die Aufgabe, das auszuführen, was die Evolution für ihn bestimmt hat. Und da ein Penis weder denken noch Handlungen in Abläufen organisieren kann, muss eine andere Instanz seinen Einsatz kontrollieren: das Gehirn. Ein Teil der Abläufe ist „fest programmiert“, das heißt, ein Mann kann sie von vornherein oder mit wenig „Einführung“, ein anderer Teil ist optional und mit Begriffen wie „Lust“ oder „Sinnlichkeit“, „Erotik“ oder auch „Begierde“ verbunden.

Das Hirn steuert Bewusstes und Unbewusstes beim Sex

Ganz einfach ausgedrückt ist es so: Das Hirn steuert eine Art Apotheke ,die in relativ kurzer Zeit eine breite Palette von Drogen und anderen wirksamen Stoffen produzieren kann. Die sorgen für die Geilheit, Sex zu wollen, die Konsequenz, ihn auch auszuführen, die Ausführung selbst, deren Ziel die Ejakulation ist, und den Orgasmus als Belohnung. Das klingt nicht sehr wissenschaftlich – soll es auch nicht. Es ist eine vereinfachte Darstellung von vielen komplizierteren Prozessen.

Rückkoppelung - ein natürlicher Prozess, der wenig beachtet wird

Zudem gibt es noch die Nervenbahnen, über die Informationen vom Gehirn transportiert werden – aber auch solche, die dem Gehirn melden, was gerade geschieht. Dabei wird das Prinzip der Rückkoppelung verwendet: Das Gehirn ermutigt den Penis, sich aufzustellen und nach einer Berührung zu fahnden. Das wäre es gewesen, wenn es keine Rückkoppelung gäbe. Sie besteht darin, dass der Penis eine Hautfläche findet, die möglichst warm und feucht ist und an der sich seine empfindlichen Teile reiben können. Solche Impuls kann das Gehirn dann wieder verarbeiten.

Alles geschieht in einer "Black Box", über die wir fast nichts wissen

Ist der Mann einmal soweit, dann wird ein Prozess ingang gesetzt, der zu immer größeren Anstrengungen führt, das natürliche Ziel zu erreichen – die Ejakulation. Wie das im Detail funktionieren kann, liegt verborgen in der „Black Box“, in der die Informationen aufbereitet und umgesetzt werden, mehr oder weniger körpereigene chemische Wirkstoffe zum Einsatz kommen und die Welt der Gedanken eingemischt wird.

Im Grunde verstehen wir nicht genau, was, wann und wie zum Einsatz kommt, vor allem nicht, welche Gefühle wachgerufen und eingesetzt werden, deswegen verwende ich den Begriff der „Black Box“.

Anders, etwas volkstümlicher und für Jugendliche aufbereitet finden Sie mehr darüber auf „Lilli“ im Abschnitt „wie bleibt oder steigt die sexuelle Erregung?

Männer können nicht "mit dem Penis denken"

Die Meinung, der Mann sie „peniszentriert“ beruht auf der Beobachtung, dass Männer allein durch Masturbationen sozusagen jederzeit einen Orgasmus auslösen können. Das ist zwar ein unendlicher Schwachsinn, aber leider weit verbreitet. Die Wahrheit: Nur das Gehirn kann solche Prozesse in Gang setzen (und beenden). Das heißt: Kein Mann kann „mit dem Penis denken“.

Auch Frauen glauben an Unsinn über die Klitoris

Der Gedanke ist indessen so populär, dass er inzwischen sogar auf Frauen angewendet wurde: Die Klitoris, so heißt es, sei einzig dafür verantwortlich, dass Frauen Orgasmen erleben könnten. Nein, können sie nicht – ohne Hilfe des Gehirns, der Chemie, der Nerven und der Rückkoppelung geht gar nichts. Was an derartigen Behauptungen richtig ist, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Erregung kann mit einem taktilen Reiz beginnen, aber auch mit vielen anderen Reizen. Jeder dieser Reize würde aber völlig verpuffen, wenn der „Erregungskreislauf“ nicht ständig „nachgefüttert“ würde – und das kann nur das Gehirn bewerkstelligen. Apropos Frauen: Niemand wir behaupten, Frauen seien „Klitorisfixiert“, weil sie sich damit herrliche Orgasmen erzeugen können.

Warum glauben manche Forscher (und viele Frauen), Männersexualität sei "primitiv"?

Was beim Mann noch passiert, ist ziemlich einfach: Ist die Erregung groß genug, kommt der „Punkt ohne Rückkehr“ – die Spermaflüssigkeit schießt aus der Prostata in die Harnröhre und gelangt von dort in die Hand, den Mund, die Vagina oder das Kondom. Kurz danach (um Sekundenbruchteile zeitversetzt) har der Mann seinen Orgasmus. Nach kurzer Zeit schaltet das Gehirn auf „over“. Der Zweck der Aktion ist erfüllt.

Vielfalt ist möglich

Das muss nicht jedes Mal so ablaufen – die Fantasien der Männer reichen deutlich weiter, doch sprechen sie normalerweise nicht darüber. Zu Männern nicht, weil sie fürchten, dann als Weicheier oder gar „schwul“ bezeichnet zu werden. Und zu Frauen nicht, weil sie sich vor deren Reaktionen fürchten. Und auch Frauen sind oft noch nicht bereit, dem Mann alternative Lüste zu schenken – ja, sie wissen nicht einmal, wie das möglich wäre.

Mythos zwei: Männer entwickeln beim Sex keine echten Gefühle

Es ist erstaunlich, wie oft im Zusammenhang mit Sex der Begriff „echte Gefühle“ verwendet wird. Er ist inzwischen so abgewertet wie „wahre Liebe“. Die Faustformel für den Mythos, Männer würden weder lieben, wenn sie Sex haben, noch würden sie wirklich intensiver Gefühle für die Frau entwickeln, lautet (1):

Eine Frau muss sich zuerst geliebt fühlen, um sich auf den Sex einzulassen, beim Mann hingegen führt die Liebe über den Sex.


Nicht nur von Vorurteilen besessene Frauen, auch Wissenschaftler verbreiten der Vorwurf, Männer würden „beim Sex“ keine echten Gefühle entwickeln, sondern von der Lust getrieben werden. Sie wollen wissen, dass Männer keine Gefühlssymbiose mit der Frau anstreben, sondern in Wahrheit nur an ihre Lustbefriedigung denken, die völlig unabhängig von der Person ist, die sie gerade beschlafen. Der Vorwurf wäre also: Frauen werden nicht „als Person“ geliebt, sondern als beliebige Sexualobjekte.

Dieser Vorwurf geht davon aus, dass der Mann beim Sex eine enge emotionale Bindung an die Person haben sollte, und diese Aussage basiert wieder darauf, dass Sex und Liebe untrennbar miteinander verbunden sein müssen.

Mythos "echte Gefühle"

Dafür gibt es allerdings nicht den geringsten Beweis, wie es überhaupt für das Vorhandensein „echter Gefühle“ beim Sex keinerlei Beweis gibt. Hier wird eine Idealvorstellung aus der Kultur auf Frau und Mann projiziert: Die Liebe führt zu besonders intensivem Sex. Besonders „kluge“ Sexualwissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, dass es ein doppeltes Paradoxon gibt – demnach müssen Frauen zuerst „gefühlt“ Liebe empfinden, bevor sie Sex schenken, während Männer erst „Sex ausführen“ müssten, um dann Liebe schenken zu können.

Mehr oder weniger Lust - und wieso eigentlich "echte" Gefühle?

Richtiger schient zu sein, dass Männer bei manchen Frauen während der sexuellen Spiele mehr Lust entwickeln, bei anderen aber weniger. Worauf das genau zurückzuführen ist, wissen wir nicht – aber wir dürfen annehmen, dass es an der Frau oder am Zusammenspiel zwischen Frau und Mann liegt. Und wir dürfen mit absoluter Sicherheit annehmen, dass sich Frauen wie Männer Illusionen über „echte“ Gefühle beim Sex machen. Sex ist – besonders in den Phasen höchster Ekstase – an kein eindeutiges Gefühl mehr gebunden. Wer das Gegenteil behauptet, möge es beweisen.

Männer würden gerne mehr fühlen - mehr Lust, vor allem

Die meisten Männer, so wage ich zu behaupten, fühlen sich etwas unwohl dabei, nur in Vaginen einzudringen und ihn Ihnen abzuspritzen. Wir wissen, dass manche Huren in Luxusbordellen diese Aussagen bestätigen würden. Und nur, weil Männer nicht darüber erden und nicht sagen, was sie fühlen oder gerne fühlen würden, heißt dies nicht, dass sie gefühllos sind.

Rein theoretisch könnte es sogar so sein: Während die Lust wächst und der Körper immer mehr auf sexuelles Begehren zusteuert, zieht sich das Fühlen immer mehr auf das Bekannte zurück. Also auf das, was in jeder der beiden Personen als „lustvolles Empfinden“ oder eben auch „sinnlich Fühlen“ angelegt wurde. Was im Klartext heißen würde: Beide leben „ihre Gefühle“ mithilfe des Körpers des/der anderen. (2) Diese Betrachtung ist keinesfalls abwegig, sondern kann überprüft werden. Wenn sie nicht wahr wäre, dann hätten Paare mit der innigsten Zuneigung zueinander den heftigsten, sinnlichsten und befriedigendsten Sex.

Eine ganz andere Frage wäre, ob Männer nicht „mehr fühlen“ möchten als das, was sie bei den Hubbewegungen in einer Vagina erleben dürfen. Das wäre freilich eine ganz ander Art der Betrachtung.

Immer wieder: Der Mythos von den "wirklichen" Gefühlen

Schließlich bliebe noch die Frage, was Männer denn nun „wirklich“ fühlen, bevor sie ihren Penis bemühen, während sie dies tun und nachdem sie Ejakulation und Orgasmus absolviert haben. Offenbar nutzen Männer dazu eine Art „geheimen Code“, den sie nicht einmal selbst entschlüsseln können. Denn soviel dürfte klar sein (3):

Nur, weil Männer ihre Gefühle nicht ausdrücklich äußern, sollten (Frauen) nicht einmal einen Moment daran denken, dass sie nichts fühlen oder nicht intensiv fühlen.


Oder aus männlicher Sicht: Männer nehmen die Gefühle auf, horten sie, vergleichen sie und kehren zu jenen Frauen zurück, bei denen sich sich wirklich wohlgefühlt haben.

Wenn ich Ihnen noch etwas ergänzen darf: Die meisten Männer wünschen sich intensivere und länger anhaltende Gefühle beim Sex, aber sie werden fast nie darüber reden – außer in Bordellen und zu Escort-Frauen.

mythos mannZum Thema: "Mythen über männliche Sexualität" erscheinen weitere Folgen

(1) Männerseite nach Zitaten aus "wissenschaftlichen" Werken.
(2) Mithilfe der Kybernetik ist dies ebenfalls beweisbar. Bei einem Paar, das zum ersten Mal gemeinsamen Sex hat, schöpfen beide emotional aus den Vorräten, die sie angesammelt haben und nicht aus dem gegenseitigen Fühlen.
(3) Psychology Today.


Mythos Nummer eins: Männliche Sexualität ist simpel

Mythen über männliche Sexualität werden hier innerhalb einer Serie entlarvt - vorbehaltlos und wenn es sein muss, auch mit harten Worten.

"Männliche Sexualität ist simpel" - diese Behauptung wird ständig wiederholt, leider auch von sogenannten „Fachleuten“, also Therapeuten und Sexologen. Dabei ist zunächst die Frage, ob „simpel“ überhaupt ein Begriff ist, der wissenschaftlichen Bestand hat. Wenn sich ein Druckknopfoberteil mit einem Druckknopfunterteil vereinigt, so kann man dies „simpel“ nennen. Wenn optische oder taktile Reize in Erektionen umgesetzt werden, ist das bereits nicht mehr „simpel“. Ganz so simpel ist es auch nicht, wirklich schönen, sinnlichen Sex zu erleben, geschweige denn, ihn tatsächlich über einen längeren Zeitraum zu genießen. Wenn Männer selbst den Sex als „simpel“ ansehen, dann meinen sie, dass es ihnen möglich ist, innerhalb von Minuten aus einem Gedanken via Masturbation einen Samenerguss zu erzeugen. Dies ist allerdings nicht unbedingt der Maßstab für den vollen Genuss. Denn: (Zitat)

der Mann … steht unter Beweisdruck, pulvert seine gesamte Energie in den final act und verpasst dabei andere, vielleicht sogar lustvollere Varianten des Sex.


Wenn Sie nachlesen wollen, warum das so ist, lesen Sie zuerst den Ursprung unserer Betrachtungen – er behandelt die Gründe, warum Männer den vollen Genuss beim Sex oft nicht lernen konnten.

Eine der erstaunlichsten Annahmen besteht darin, dass der Sex des Mannes aus biologischen oder entwicklungsgeschichtlichen zwangsläufig kurz und knapp sein muss. Dabei wird vergessen, dass die Ejakulation nicht der einzige Ausdruck der Lustbefriedigung ist, wie viele Frauen annehmen. Er ist vielfach eben nur das, was Männer können – weil sie nichts anderes erlernt haben, weil sie nicht mit Frauen geschlafen haben, die ihnen sinnlichere Erfahrungen geschenkt haben oder weil ihnen gesagt wurde, dass es einfach „nicht geht“. Im verlinkten Artikel können Sie mehr darüber lesen, falls Sie meine Worte bezweifeln.

Ein weiterer Punkt, der sich wie ein roter Faden durch Aufsätze über „männliche Sexualität“ zieht, ist der Vergleich mit „der“ Sexualität der Frauen. Dabei werden stets die Unterschiede behandelt, Ähnlichkeiten aber ignoriert. Und überhaupt: Der Vergleich ist nur dann sinnvoll, wenn wir uns schulmäßig mit Sexualität beschäftigen. In der Realität sollten wir Männer darauf bestehen, nicht ständig mit Frauen verglichen zu werden, sonder darauf bestehen, unsere Sexualität selbst zu definieren. Und noch mal: Männliche Sexualität ist nicht simpel oder problemlos. Wer das behauptet, hat die Funktionen und Abläufe weder zurückverfolgt noch begriffen, wie sich Lust aufbaut und wie sie sich erfüllt.

mythos mannZum Thema: "Mythen über männliche Sexualität" erscheinen weitere Folgen

Der Tod beim Wichsen und beim Huren

Bei hohem Blutdruck ist Vorsicht geboten ...
Frauenrechtlerinnen werden sich hämisch freuen: Der Anteil der Männer, die der Tod beim Sex ereilt, ist besonders groß beim sexuellen Kontakt mit Huren. Denn von 99 untersuchten Todesfällen beim Sex traf es 34 davon, also ein gutes Drittel, beim aushäusigen Sex im Puff. Fast ein weiteres Drittel hat offensichtlich zu heftig gewichst, denn „nach der vorgefundenen Position“ erwischte es sie beim Spiel mit der eigenen Hand. Lediglich neun der Männer (also unter 10 Prozent) starben beim Sex mit der Ehefrau, der Rest fand den Tod beim Sex mit anderen Personen.

Auch die Konservativen dürfen sich über diese Zahlen freuen, denn wie man sieht, ist der Tod beim Sex mit der legalen Beziehung aka Ehefrau eher unwahrscheinlich.

Böswillige Männer werden jetzt voraussichtlich sagen: „Ist ja klar, mit der ist der Sex doch auch nicht anstrengend.“ Wobei „anstrengend“ sehr höflich formuliert ist – wir wollen ja nicht sexistisch werden.

Ach, Sie denken, über den Tod sollte man keine Scherze machen? Und keine Frau „freut“ sich über den Tod eines Mannes beim Orgasmus? Dann frage ich doch mal umgekehrt: Welchen Sinn hat diese Forschung?

Quellen: Krone und Original.
Bild: Aus einer historische Buchillustration, Detail.

Die wundersame Entdeckung der Presse: Cuckolding ist „in“

Strenge Regentin der Beziehung, Hengst von Außen und Cucky in der Ehe?

Die wundersame Entdeckung der Presse: Cuckolding ist „in“ -doch "in" steht eher für "im Internet vorhanden"

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Wer sind Ogi Ogas und Sai Gaddam? Diese Namen kannte ich doch irgendwoher. Und siehe: Der FOCUS verweist in einem Artikel von 2017 auf eine Studie von 2011, die (sogar auf Deutsch) in Buchform erschienen ist. Ganz neu ist also nicht, was der FOCUS schreibt, und sein Stichwort heißt „Cuckolding“.

Das Wort „Cuckolding“ soll „angeblich auf Platz zwei der am häufigsten gesuchten Porno-Schlagwörtern im Internet“ liegen. Doch was ist nun eigentlich „Cuckold“, oder besser „Cuckolding“?

Den Urheber ist unbekannt, aber Shakespeare hat das Wort oft genutzt, es ist also literarisch gut belegt – und es soll sogar auf das Jahr 1250 zurückgehen. Was in der englischen Sprache ein „Cuckold“ ist, ist in Deutschland (niedlich übersetzt auch im Buch) ein „Hahnrei“ und weil auch dies Wort recht unbekannt ist, sagt man auch ein „gehörnter Ehemann“.

So, und was macht nun der Hahnrei aka Cuckold im Internet? Er ist teil einer bestimmten Pornografie-Richtung, in der ein „schwach bestückter“ Ehemann oder Freund zusehen muss (oder darf?), wie ein muskulöser, mit einem unvergleichbarere größeren „Member“ ausgestatteter Mann seine Frau oder Freundin vögelt. Damit sind wir mitten in der BDSM-Szene oder der besonderen Szenerie der „Frauendominanz“ oder „FLR“.

Die offizielle Version (laut FOCUS):

Viele Männer törnt es also an, ihre Partnerin beim Sex mit einem Fremden zu sehen. Und zwar so sehr, dass sie danach sofort selbst mit ihr schlafen möchten. Um diese Phantasie in die Tat umzusetzen, gibt es im Internet zahlreiche Plattformen, die dieses Fremdgeh-Muster bedienen.


Das können wir zur Kenntnis nehmen oder nicht – aber das kann der Mann auch bei einem sogenannten MMF-Dreier haben, und der zählt nicht zum „Cuckolding“.

Nehmen wir mal „Cuckolding“ als Tatsache, als pornografische Fantasie und als sektiererische Realität, dann kommen wir der Sache näher.

Als Tatsache ist Cuckolding Ehebruch seitens der Frau – sie „hörnt ihren Ehemann“ indem sie sich von einem oder mehreren Lover vögeln lässt. Ist dies einmal gesagt, dann schauen wir weiter, denn nun kommt die „Erniedrigung des kleinen Penis“ ins Spiel, des körperlich und vor allem erektionstechnisch schwachen Ehemannes. Der andere, muskulös und bestens ausgestattet, wird dann als „richtiger Mann“ oder „Bull“ die Frau beglücken, während der „Cucky“ zusieht.

Etwas anders sieht es in Foren aber auch in der reichlich vorhandenen Literatur aus, die zumeist von den „FLR-Anhängerinnen“ ausgeht. Eine FLR ist eine von Frauen geführte Beziehung, in deren erotischer Variante die Frau die Orgasmuskontrolle des Mannes übernommen hat. Und nun sind wir einer Welt angekommen, die ein bisschen real, ein bisschen märchenhaft und insgesamt ziemlich sektiererisch ist. Und in dieser Welt ist die Auslöserin des Gedankens die Frau, die hier „Hotwife“ heißt und sich eben jene „gut bestückten“ Lover sucht, die dann dem Weichling von Ehemann als Lover präsentiert werden.

Wie auch immer – es gibt gewisse Zweifel daran, ob der Wunsch nach der Erniedrigung des Ehemannes als „Weichei“ von der Frau oder von dem Mann in einer Beziehung ausgeht. Und gelegentlich sind Fantasien einfach superscharf, während die Realitäten … nun ja, lassen wir mal die Details. Die Wissenschaftler haben jedenfalls eine Theorie dazu aufgebaut, die „Spermienkonkurrenz“ heißt. Und dabei sollen Männer nicht nur mehr Spermien produzieren, wenn sie miteinander um eine Frau konkurrieren, sondern auch – geiler werden.

Zitat: FOCUS. Studie: Psycnet. Buch: "klick! mich! an!, München, 2012. Original: "A Billion Wicked Thoughts", Ne York 2011.