Skip to content
Werbung Email:

Pornografie ist durchaus moralisch – meinen die Iren

Manche Anregung für Ehefrauen ...


Pornografie ist nicht unmoralisch – das sagen jedenfalls gut zwei Drittel der irischen Bevölkerung. Nur etwa 31 Prozent wollten ich auf die Aussage festlegen, Pornografie sei unmoralisch.

Gesehen wird Pornografie auch dann, wenn man sich davon „abgestoßen“ fühlt – allerdings mit unterschiedlichen Resultaten. Denn obgleich sich offenkundig viele Iren nicht mit Pornografie befreunden konnten, glaubten doch 25 Prozent der Männer und 27 Prozent er Frauen, Pornografie habe einen positiven Einfluss auf ihr Eheleben gehabt.

Wie immer, wenn von Pornografie die Rede ist, sprechen Soziologinnen gerne von Frauenfeindlichkeit, so auch die Professorin Pat O’Connor aus Limerick, die der Zeitung „Independent“ sagte, die Ergebnisse der Umfrage seien sehr beunruhigend für die Gesellschaftsordnung. Berücksichtige man, dass sie (die Pornografie) so verbreitet sei, so würde dies „beunruhigende Zeichen von Frauenhass“ beinhalten.

Lassen wir Pat O’Connor mal ihr Weltbild. Sie schwebt ohnehin abgehoben über den Dingen – und beschäftigt sich, wie könnte es anders sein, mit „Gender Studies“. Wer sich damit beschäftigt, dividiert die Menschheit ohnehin auseinander.

Dem Rest der Menschheit aber könnte man sagen: Na, denn. Warum machen wir eigentlich so viel Aufhebens um Pornografie, wenn sie denn längst zum Alltag gehört?

Quelle: Independent.

Pornografie verhindert angeblich Eheschließungen

Pornografie verhindert angeblich Ehen, weil sie Sex "verfügbar" macht


Manche Menschen des 21. Jahrhunderts leben immer noch im 19. Jahrhundert, was sich kaum verhindern lässt. Bei ihnen lebt in Europa noch der jeweilige Kaiser, während in den USA noch die Nachwirkungen der Sezessionskrieg wirksam sind. Und, nicht zu vergessen: die Alleinentscheidung des Mannes über das Wohl und Wehe der Welt.

In einer Studie untersuchten angebliche „Forscher“ gerade, ob der Konsum von Pornografie die Eheschließung verhindere. Das lässt sich so gut wie gar nicht untersuchen, wie sich zu viele Faktoren abmischen, aber Forscher haben bekanntlich oft will Chuzpe.

Den Vogel allerdings schossen zwei „Forscher“ ab, die den „Beweis“ erbringen, dass junge Männer, die sich erstens viel im Internet bewegen und zweitens dort auch Pornografie konsumieren, auch spät oder gar nicht heiraten. Fazit: Der Niedergang der bürgerlichen Ehe wird „stark“ vom Pornografiekonsum beeinflusst.

Warum das so ist? Weil Geschlechtsverkehr in der Ehe stattfindet, und wenn die Jungs Pornos gucken, verlieren sie die Lust auf die Ehe. So ungefähr – stark vereinfacht – wollen die „Forscher“ dies festgestellt haben.

Das blöde ist nur, dass die jungen Männer ja nicht allein auf der Welt sind, und nirgendwo gibt es Anzeichen, dass Frauen deshalb allein bleiben, weil es keine Männer gäbe, die sie heiraten würden. Das Gegenteil ist eher der Fall: Frauen weisen Männer oftmals ab, weil sie ihnen nicht gut genug sind.

Kurz und gut: Die Studie geht davon aus, dass Männer allein auf der Welt lenken und bestimmen, und durch ihre Heiratsentscheidung (oder Bumspartnerinnenentscheidung, um den Gedanken der Forscher aufzugreifen) alleine festlegen, was auf dieser Erde geschieht.

Fragt sich, wie erwachsene, gebildete Menschen auf so einen brüchigen Ast hüpfen können.

Mehr lesen Sie in der Liebepur, in der auch alle Quellen zitiert werden.

Werden Sie doch – Porno-Forscher!

MILFs, Moms kontra Teens - Forscher haben viel zu tun
Wenn Sie sich vor nichts fürchte, dann werden Sie doch Porno-Forscher. Wie wir gerade lesen konnten, haben Sie da alle Hände voll zu tun (die eigenen Hände sollten auf der Schreibtischplatte bleiben, versteht sich). Woher wir das wissen? Oh, da hat ein ganzes Forscherteam im Schweiße ihrer Achseln an einem einzigen Thema geforscht: Wie unterscheiden sich frei verfügbare Teen- und MILF-Pornografie? Die Ergebnisse sind – nun ja, mit einem Wort: belanglos. Das hatten wir nicht anders erwartet.

Geforscht haben Frauen, nämlich Sarah A. Vannier, Anna B. Currie und Lucia F. O'Sullivan von der psychologischen Fakultät der Universität von New Brunswick.

Nun, warum wie Ihnen raten, Forscher (möglichst Forscherin) an der Pornografie zu werden: Es gibt noch jede Menge zu tun, denn außer den Kategorien „Teen“ und MILF“ gibt e ja noch viel andere, nicht wahr? Und nun zitieren wir mal auszugsweise).

Wir haben uns auf nur zwei Kategorien von Pornografie beschränkt. Zukünftige Studien sollten auch andere Genres berücksichtigen, zum Beispiel solche, die auf Ethnien oder körperlichen Eigenschaften beruhen (Fettleibigkeit, große Brüste) oder sexuelle Praktiken (beispielsweise Masturbation, anal oder oral) beruhen.


Im weiteren sagen die Autorinnen noch, sie hätten nur Interaktion zwischen zwei heterosexuellen Akteuren untersucht, und dass zukünftige Forscher auch noch homosexuelle Aktivitäten, Einzelaktivitäten und sexuellen Handlungen mit mehreren Beteiligten untersuchen sollten.

Sehen Sie – nun wissen Sie, warum es noch viel zu tun gibt. Einschlägige Seiten zeigen bis zu zwei Dutzend Genres – da gibt es wirklich noch ein reiches, sehr lohnendes Betätigungsfeld. Ran an die Bouletten, Forscherinnen! Wir wissen ja, dass euer Arbeit enorm wichtig ist.

Die Pornografie – Zeit, sie sachlicher zu betrachten

Aller "Laster" Anfang - der erotische Zungenkuss
Jeder Stammtisch und jedes Treffen konservativer und klerikaler Kräfte in Deutschland kennt ein Pseudo-Thema: die „Pornografisierung“ der Gesellschaft. Erst war es die „Generation Porno“, die angeblich ganz unmittelbar von der Pornografie „versaut“ wurde. Um sie zu finden, mussten Journalisten tief in die unteren Gesellschaftsschichten abtauchen – und präsentierten dann voller Stolz ihre angeglichen „Recherchen in der Generation Porno.“ Heute wird ein neues Thema populär: Angeblich sind pornografisch angehauchte Beziehungen nun auch im besten Bürgertum angekommen – eine Super-Gelegnheit der Medien, ein neues Jugend-Bashing zu veranstalten. In den USA gibt es dafür den Namen „Hook-up-Generation“ – die Generation der Abschlepp-Beziehungen mit „Ratz, Fatz, danke Schatz“-Charakter, auch ONS genannt.

Die Tatsachen um Pornografie und Jugend stehen fünf Tatsachen fest:

1. Es gibt Pornografie im Internet, und die Zugangsbeschränkungen sind eher lasch. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass sich Jugendliche immer mehr aus dem Internet informieren, wenn sie früher Vaters Konversationslexikon nach Aufklärungsthemen durchsucht haben.
2. Die Möglichkeiten Jugendlicher, sich ohne Internet zu informieren, „wie es geht“ sind eher plakativ und lustfrei. Sexualkundeunterricht, wenn er denn überhaupt ernst genommen wird, ist vollständig sachbezogen und zeigt weder auf, wie die Gefühlswelt nachhaltig beeinflusst wird, noch wie die körperlich-emotionale Prozesse beim Sex zusammengehen.
3. Konservative Kreise fordern zwar eine Sexualaufklärung, verbinden sie aber mit ethischen Ansprüchen, die unerfüllbar sind. Ethische Fragen können im Ethikunterricht bestens behandelt werden, biologische Fragen im Biologieunterricht. Doch da fehlt ein Bindeglied, mit dem junge Menschen sich intensiv auseinandersetzen: Was passiert mit mir, wenn ich verliebt bin und Lust bekomme?
4. Wenn es negative Auswirkungen von Pornografie gäbe, was immerhin möglich wäre, so müssten diese Auswirkungen im Schulunterricht wie auch im Elternhaus besprochen werden. Der Umgang mit Pornografie gehört, schlicht und einfach, zur Medienkompetenz.
5. Die positiven Auswirkungen von Pornografie werden unterschätzt. Mittlerweile gibt es wunderschöne, erotische Liebesfilme ohne jede „Perversion“, die als „pornografisch“ eingestuft werden und deshalb von Jugendlichen „offiziell“ nicht gesehen werden dürfen.

Dazu sagte der Soziologen Sven Lewandowski: (in Telepolis):

Der Einfluss von Pornografie auf das Sexualverhalten wird nach meiner Einschätzung maßlos überschätzt, während merkwürdigerweise zugleich – ungeprüft – angenommen wird, dass ein solcher Einfluss, wenn es denn einen solchen geben sollte, ausschließlich negativer Art sein kann.


Lewandowski hat gerade ein Buch geschrieben, das die Pornografiediskussion revolutionieren könnet. Es ist allerdings nicht ganz leicht zu verstehen: Titel: Die Pornographie der Gesellschaft. Es ist lesenswert, weil es die Diskussion ausweitet – doch ankommen wird die voraussichtlich nie. Dazu ist das Thema Politikern wie Bürgern viel zu heikel.

Bild: Bild eines Zungenkusses, künstlerisch bearbeitet.

Ungereimtheiten über Jugend und Pornografie



Die deutsche Presse ist in erschreckender Weise unkritisch gegenüber sogenannten “wissenschaftlichen“ Erkenntnissen. Selbst die Online-Ausgabe der ZEIT veröffentlichte heute eine Meldung, die ich bereits gestern als fragwürdig angesehen habe: „Pornos prägen Rollenverständnis bei Jugendlichen“.

Urheber der Meldung ist allerdings nicht die ZEIT selbst, sondern, die „Deutsche Presse-Agentur“. Sie liefert das Ausgangsmaterial, und den Zeitungen steht es frei, wie kritisch sie damit umgehen wollen. Eigentlich sollte es so sein: Die Agentur liefert das Material, die Redaktion beurteilt es und ergänzt es, recherchiert selbst noch darüber oder verweist auf Besonderheiten, die den jeweiligen Leserkreis interessieren. Doch seit es Online-Ausgaben gibt, die ja nun einmal befüllt sein müssen, werden solche Meldungen immer häufiger kritiklos übernommen. Man erwartet vom Leser, zu wissen, dass es sich dabei lediglich um Nachrichten handelt – vom „mündigen Leser“ wird also erwartet, dass er den Wert der Nachricht selbst beurteilen kann.

Vielleicht erklärt sich so, dass hinter der vollmundigen Überschrift „Pornos prägen Rollenverständnis bei Jugendlichen“ nicht viel steht – genau genommen fast gar nichts außer ein paar Forschermeinungen. Die wesentlichen Thesen stehen im Konjunktiv: „Pornos könnten … das Wertverständnis beeinflussen“, „möglicherweise“ könnten sie das Gehirn neu programmieren – bei ständiger Wiederholung. „Mitunter“ töten Pornos die Fantasie.

Zudem sollen diese Filme ein „antiquiertes“, „überkommenes“ oder auch „altmodisches“ Rollenverständnis transportieren. Dabei wird damit argumentiert, dass junge Mädchen bei häufigen Sexualkontakten als „Schlampen“ angesehen werden, während Jungen angeblich als „cool“ gelten´, wenn sie welche haben. Ob diese Verbalakrobatik ausreicht, um ein Rollenverständnis zu beschreiben? Ist „Rollenverständnis“ überhaupt etwas Statisches, wie es die Forscher offenbar unterstellen? Sollen wir nun wirklich glauben, dass ein „Rollenverständnis“ nicht mehr durch das „Vorleben“ des Verhaltens der Eltern geprägt wird, sondern durch ein paar rauschige Pornos im Internet? Man könnte auch gleich fragen: Für wie blöd halten uns eigentlich die Wissenschaftler und Medien, ihnen ihre einseitige Stellungnahme abzukaufen?

Offenbar halten sie uns für blöd genug, sonst würden solche Beiträge ja nicht in Massen veröffentlicht – und in der Studie selbst steht offenbar nicht nur das, was das Volk gerne hören würde, um sich das Maul an den Stammtischen und auf Gutmenschenversammlungen zu zerreißen: „Jugendliche orientieren sich an Pornos und Mädchen gelten durch Pornos als Schlampen“. Nein, irgendwie steht zumindest in der Studie noch mehr, und das dürfte manche überraschen (Zitat): „Mädchen sind laut der Studie selbstbewusster geworden und haben in Partnerschaften immer öfter das Sagen.“

Ach nein – die Mädchen, die in durch Pornografie in die Schlampenecke abgedrängt werden und dort innerhalb eines „altmodischen“ Rollenverständnisses geknechtet werden, sind selbstbewusst und „haben in Partnerschaften immer öfter das Sagen“?

Die deutsche Presse sollte sich erinnern, dass sie gegenüber der Öffentlichkeit eine Aufklärungspflicht hat – und dass alleine Überschriften bereits diffamierend wirken können. Ich fürchte, sie hat es längst vergessen.

Zitate: DIE ZEIT (Newsticker) und "Digitalfernsehen")

Vom gleichen Autor in der Liebepur: Pornos, Jugend und Forschung - nichts als Spekulationen

Titelbild: "Salty Magazin" vom April 1969 - US-amerikanisches Erotikmagazin.