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Beziehungen eingehen – pragmatisch oder psychologisch?

Ich sage es nicht mehr so oft, meine es aber endgültig. Reden Sie niemals mit einem Psychologen, einer psychologischen Briefkastentante oder einem anderen Berater, den irgendwie einmal vom „psychologischen“ geküsst wurde – wenn Sie „Dating-Probleme“ haben.

Ich höre schon die Einrede: „Es gibt aber Menschen, die …“ … und genau da hake ich ein: Diese Menschen haben echte psychische Probleme, und sie benötigen wirklich Hilfe. Denn ihre Probleme hängen nicht ursächlich mit dem „Treffen auf andere Menschen zwecks Partnersuche“ aka Dating zusammen.

Klar haben Sie es schwer - was hatten Sie denn erwartet?

Nachdem dies gesagt ist, will ich nochmals verdeutlichen, dass Sie, wenn Sie zwischen 40 und 50 und Frau sind, natürlich etwas schwerer haben, einen neuen Partner zu finden. Das ist aber kein psychologisches, sondern ein logisch-mathematisches oder (aus anderer Sicht) ein kulturelles Problem.

Und wie beim Auftauchen aller anderen Probleme, bedeutet es: Sie haben dafür momentan keine Lösungen. Es heißt nicht, dass es keine gibt. Aber es heißt auch nicht, dass die Psychologie Ihre Probleme lösen würde.

In einem Satz: Kein erklärender Satz für einen psychischen Zustand ist wirklich hilfreich, weil er nichts verändert.

Die meisten Frauen, die behaupten, Probleme mit der Aufnahme und dem Ausbau von Beziehungen zu haben, haben Probleme mit dem Bild, das sie von sich und der Welt haben. Sie beschreiben sich stets als „sehe eigentlich gut aus“, „bin nicht hässlich“ oder „bin gewiss nicht unattraktiv“. Die Schwierigkeiten, mit denen sie angeblich konfrontiert werden, haben immer „auch andere“ vor allem „viele Frauen meines Alters“. Alles Bullshit. Erklärt nicht, hilft niemandem.

Vorbereitet auf den Parntermarkt gehen

Tatsächlich haben Sie nie das getan, was jeder Mensch tun sollte, der sich auf einem Markt anbietet – sie es auf dem Stellenmarkt oder auf dem Partnermarkt: Seine „Alleinstellungsmerkmale“ kennen.

Der Begriff ist ein bisschen blöd, ich weiß. Gemeint ist eigentlich: „Meine wichtigsten Merkmale, die einem anderen Menschen (oder einem Arbeitgeber) gefallen könnten.“

Praxis: knallharte Wahrheiten über Männer gegen 50

In Zeiten, in denen die Nachfrage riesig ist und das Angebot sehr schmal, kann dies den meisten Menschen piepegal sein. Heißt: Wenn Bewerber von Firmen mit der Lupe gesucht werden, haben viele eine Chance, auch Außenseiter oder Bewerber, die „eigentlich“ nicht die nötigen Erfahrungen haben. Heißt aber auch: Wenn bestimmte Lebenspartner ausgesprochen rar sind (jung, zukunftsträchtig, bindungswillig, flexibel, umgänglich) dann ist die Nachfrage nach ihnen groß – und sie ist groß. Bei den Frauen über 40 ist es zumeist so, dass gestandene Männer ab 50 in festen Positionen gesucht werden, die sich möglichst rasch binden wollen. Das ist zunächst legitim und nicht das Problem, mit dem diese Frauen zu kämpfen haben. Denn genau dieser Mann, über 50, kräftig und gesund, sozial und pekuniär bestens ausgestattet, ohne „Altlasten“ und … und … und … dieser Mann kann sich die Frauen aussuchen, die er treffen will. Und nur einen Bruchteil der Frauen, die er treffen wird, wird er für eine Beziehung in Betracht ziehen. Mit den Übrigen geht er nett aus und auch mal nett ins Bett.

Versagen vorprogrammiert: Ansprüche hoch aufhängen

Das alles wäre ja noch nicht einmal so fatal, wenn die Damen ein paar Abstriche von ihren Wünschen und Vorstellungen zulassen würden. Stattdessen aber wird versucht, sich Pracht- und Vorzeigeexemplare zu angeln – und das sind genau die Männer, die wahrhaftig die freie Auswahl haben.

Einfache Lösungen mit wenig Vorbereitung

Lösungen? Es gibt nur ein Mittel: Vorbehaltlos Verabredungen eingehen, abwägen, für was sich der Mann eignet und – falls er sich für eine Bindung eignet - wie er gegebenenfalls in das eigene Leben eingebunden werden könnte. Und der einzige Tipp, den ich wirklich weitergeben möchte: Versuchen Sie doch einfach, das Leben mit Verabredungen zu genießen – das hilft auch weiter.

Hinweis; Sie haben sicher schon bemerkt: Was ich hier schreibe, eignet sich für fast jedes Alter und für fast alle Arten von Beziehungen. Und das ist auch die richtige Einstellung zum Thema.

Enttäuschte Erwartungen – wenn Männer „nein“ sagen

Merkst du denn gar nix?
Also, da wären zunächst die Klischees. Männer sind schwanzgesteuert, dauergeil und halten intensives Vögeln in jede beliebige Körperöffnung für Sex.

Gibt es. Klar. Haben Sie schon mal erlebt, nicht wahr? Auch klar.

Doch wenn Frauen – sage wir mal – ein Date haben, und wenn dieses Date mit Hoffnungen und Erwartungen überfrachtet ist? Wenn dafür das Töchterchen oder der Sohnemann zur Oma gebracht wurde? Wenn die Spitzendessous schon im Bad liegen, damit sich frau noch umziehen kann, die Rosenblätter schon auf den Laken liegen und der Champagner im Kühlschrank darauf wartet, seine Perlen entladen zu dürfen?

Na klar – manche Frau würde sagen: wozu das ganze Getue? Reicht es nicht, sich auf dem Sperrmüll-Sofa hinzulegen und den Rock hochzuziehen? Denn das Klischee (aha!) will doch dies: Männer haben sowieso immer „einen stehen“, und wenn nicht, kann das schnellstens erledigt werden.

Und dann platzt das Klischee. „Nö du, soooo nun auch wieder nicht …“, also nicht mit Spitzendessous attraktiv ins Bett legen, Champagnerglas in der Hand … und so weiter. Und es gibt wirklich Männer, die nicht auf Sperrmüll-Sofas vögeln wollen.

Na ja – und dann heißt es: „Hast du nicht gemerkt, dass ich dich will“, oder in einer anderen Version: „Ich war schon feucht, als wir das Café verlassen haben – und du Stoffel hast nichts gemerkt?“ Oder mal ganz provokativ: „Wenn du mich nicht vögeln willst, was willst du dann hier?

Ob dies alles „authentische“ Zitate sind? Ja, was glauben denn Sie? Seit Frauen recht selbstbewusst sind, sagen sie auch, was sie denken. Und das waren noch nicht die heftigsten Sprüche, die ich hörte.

Und nun mal das Fazit: Männer sagen nicht gerne „Nein“. Über die Gründe mögen Psychologen, Sozilogen oder meinetwegen Abortwärter(innen) streiten. Und weil sie nicht „Nein“ sagen wollen, finden Sie einen Ausweg. Und manchmal eben auch nicht, und falls nicht, dann tun sie es trotzdem.

Sehen Sie, liebe Mitmenschen … das ist es ja auch, was die Klischees fordern. Und falls Sie ein Mann sind und jemals zu einer Frau „Nein“ gesagt haben – dann werden Sie ja die Reaktionen kennen.



Die männliche Sexualität – lauter Schrott in Wissenschaft und Medien

Gegensätze vermarkten sich besser als Gemeinsamkeiten
Wenn ich mal eine Prognose wagen darf: Nach den Vorgängen, die man unter dem Begriff #MeToo zusammenfassen kann, wird es bald etliche sogenannte „Studien“ zur männlichen Sexualität geben. Ja, sie werden sogar heiß erwartet, besonders von Journalisten, die ganz begierig darauf sind, daraus zu zitieren.

Prädikat ungenügend: die Forschung „am Weibe“

Vorsicht, meinen Damen und Herren Sozial- und Genderforscher! Ihr habt im vorigen Jahrhundert nahezu jede Behauptung über Frauen aufgestellt, widerrufen, neue Behauptungen in die Welt gesetzt und auch diese wieder radiert. Es ist ja noch nicht so lange her, dass der wissenschaftliche hochgelobte Psychiater Richard von Krafft-Ebing (1) behauptete, „das Weib verhalte sich passiv“ und „sein sinnliches Verlangen ist ein Geringes.“ Der Arzt und hochgelobte „Vater der Psychoanalyse“, Sigmund Freud, dichtete den Frauen allerlei Neurosen an, allen voran den Penis-Neid und der unsägliche Psychiater und Mystiker Carl Gustav Jung glaubte fest an „das Weibliche“ als feste Größe der Psyche. Die Krönung dieser Aussagen reicht noch weit bis zum Anfang des neuen Jahrtausends, als mehrere Autorinnen behaupteten, das weibliche Gehirn funktioniere „grundlegend anders“ als das männliche.

Die Akademisierung: das andere Gehirn

Letzteres ist besonders amüsant, weil kein Wissenschaftler, sei, er nun Psychiater, Psychologe oder Genderforscher, wirklich weiß, wie das Gehirn „funktioniert“. Die Annahmen, die in entsprechenden Büchern veröffentlicht wurden, sind zwar nicht haltlos, beruhen aber im Wesentlichen auf die Funktion von Botenstoffen, die unsere Antriebe und Emotionen steuern. Welche Unterschiede im Handeln daraus tatsächlich resultieren und wie sich die Kultur und das Lernen auswirkt, blieben weitgehend unberücksichtigt. Und was noch schwerer wiegt: Behauptungen über die konkreten Funktionen des Gehirns lassen sich beliebig aufstellen, weil die „Kybernetik des Gehirns“ tatsächlich erst im Kontakt mit der Umwelt zu wirken beginnt. Einfacher: Erst wenn wir in Kontakt mit der Umwelt, auch der sexuellen Umwelt, treten, hat unser Gehirn die Chance, sich zu vervollkommnen.

Nun also ist der Mann dran. Sein Gehirn, das angeblich überwiegend von aggressiven Botenstoffen gelenkt wird, sein Lernen, das von der Männergesellschaft und ihren Ritualen fehlgeleitet wird –wir kennen das längst. Oder „in der Mächtigkeit sexueller Bedürfnisse liegt die Schwäche des Mannes dem Weibe gegenüber.“ Stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, wird aber auch heute noch heftig nachgeplappert.

Offenkundige Männer-Sexualität für schwach Belichtete

Oh ja – männliche Sexualität galt und gilt noch als „offenkundig“, als „transparent“ oder als „simpel“.

Männer hatten keine Schwierigkeiten, sexuelle Freuden zu erlangen, sie hatten nur Schwierigkeiten damit, ihren sexuellen Impulsen zu widerstehen oder sie nicht in krankhafte Wege abgleiten zu lassen.


So wird es in einem recht neuen Buch (2) beschreiben, das unter anderem die Verhältnisse um 1904 darlegt. Es könnte aber auch 2004 oder gestern Abend so behauptet worden sein.

Gegensätze werden bewusst hervorgehoben und verbreitet

Das alles klingt sehr danach, als ob wir alles über „männliche Sexualität“ wüssten – und wenn wir dabei noch genauer hinsehen, dann wird sie beinahe überall als „Gegensatz“ zur weiblichen Sexualität beschrieben – die ja so „ganz anders“ sein soll. Es scheint, als würden „Wissenschaftler“ gar nicht daran arbeiten, wie ein Mann denkt und fühlt, sondern wir sie sich sein Denken und Fühlen von dem der Frau unterscheidet.

Das scheint interessanter zu sein, denn aus dem Gegensatz ergeben sich Konflikte und Übergriffe – aus Gemeinsamkeiten würde sich Lust und Freude ergeben, was weitaus uninteressanter für das breite Publikum wäre.

Und so werden wir kaum etwas Erhellendes lesen können, solange „Männer“ als schwanzgesteuerte Ungeheuer ausgemacht werden, vor denen Frauen auf der Hut sein müssten.

Nichts Neues also. Und während Frauen sich ständig neu definieren, weil es gerade in den Zeitgeist passt, können wir Männer nicht einmal etwas „Richtiges“ tun, um uns neu zu organisieren, denn was wir auch sagen, alles wird öffentlich angefeindet oder abgewertet. Und irgendwann wird sich jeder Mann fragen: was soll’s? Wir leben schließlich nicht, um uns dem Diktat des Zeitgeistes unterzuordnen.

(1) Richard Freiherr von Krafft-Ebing: "Psychopathia Sexualis".
(2) Aus "Straight" von Hanne Blank, zitiert wird Havelock Ellis (1904).
Bild: Buchtitel, erscheinen vermutlich gegen 1920.


Top-Thema: Männliche Sexualität und Mythen - in der Liebeszeitung - wo sonst?

Tacheles: Spiegel-Selfies – Geistlose Fotos von Geizhälsen

Zufalls-Selfie im Aufzug für den "Hausgebrauch"
Jemand wollte sich mal wieder profilieren. Eine PR-Kampagne über sogenannte Spiegel-Selfies, groß aufgemotzt – und was steht wirklich dahinter?

Fünf Prozent Spiegel-Selfies“, (1) heißt es in einer Pressemeldung, würden in Dating-Profilen benutzt, und dies sei gemessen an der absoluten Zahl aller Selfies 28 Prozent.

Selfies sind schlechte Fotos für Profile

Es ist Zeit, über Selfies zu sprechen, liebe Singles. Sie sind schlechte Fotos, egal, wie, wann und wo ihr sie aufgenommen habt. Und sie überhaupt zu nutzen, zeugt von der Missachtung potenzieller Partner, von Gedankenlosigkeit und von Geiz.

Eher Geiz und Oberflächlichkeit als Selbstbespiegelung

Natürlich kann man, wie manche Psychologen vorwitzig behaupten, die jungen Leute, die Spiegel-Selfies machen, seien auf dem Ego-Trip. Doch mit dem Narziss und seiner Selbstverliebtheit im Spiegel hat der Trend nichts zu tun – sondern schlicht und einfach mit Oberflächlichkeit.

Das Bild, so sagen es wirkliche Fachleute, ist zumeist Scheiße, weil schlecht ausgeleuchtet. Und unter aller Sau ist es, wenn in den Spiegel hineingeblitzt wurde.

Weiches Licht hilft bei Selfies - nicht nun bei Nudes
Nachdem ich den Unsinn gelesen habe, der jüngst dazu in der Presse stand, kann ich nur sagen: Welche „Experten“ hat man denn eigentlich zu Spiegel-Selfies gefragt? Ich würde je gerne mal wissen, wie man ein vorteilhaftes Selfie-Ganzporträt (gut ausgeleuchtet) vor dem Spiegel erzielen will. Selbst ein professioneller Fotograf sieht so etwas als Herausforderung an. Und die Medienwissenschaftlerin, die man fragte, behauptet allen Ernstes, „Nur so hat man die maximale Kontrolle über jede Muskelzuckung, jeden Gesichtsausdruck gewinnen“ (1). Sicher ist, dass allein die Fähigkeiten, vor dem Spiegel einen authentischen Gesichtsausdruck (und sicherlich ohne Muskelzuckungen) zu erzielen, bereits schauspielerisches Talent verlangt. Dazu kommt: Erfahrungsgemäß verändert sich dieser Ausdruck beim Auslösen – mindestens im Gesicht.

Und so wird denn der Spiegel-Selfie-Rummel als das entlarvt, was er ist: ein Ausdruck von Oberflächlichkeit, Unfähigkeit und Geiz.

Selbst dein durchschnittlicher Amateurfotograf kann ein Porträt (Ganzfotos sind schwieriger) erstellen, das ein wie immer geartetes Selfie um Längen übertrifft. Und gezielt einen bestimmten Eindruck zu erzeugen, gelingt fast nur Profis.

Doch wen interessiert schon die Wahrheit? Die Presse sicherlich nicht. Sie ist viel zu leichtgläubig.

Quelle: Für die Fakten und eine Aussage (1) "Augsburger Allgemeine".

Partnersuche – ein Thema für Motivationstrainer?

Das Wuscnhbilder der Geliebten, visualisiert?
Ich staune immer wieder, wie Journalisten Daten aus dem Internet herauskratzen und dazu psychologische Begriffe verwenden, die weitgehend ungesichert sind.


Gerade las ich dies (Zitat):

… psychologische Umfragen zeigen auch bei langjährig suchenden Frauen, dass diese zu immerhin 78 % gar nicht wissen, wonach sie eigentlich suchen und was in einer Partnerschaft für sie wichtig wäre.


Das mag sein, aber die Zahl scheint mir völlig aus der Luft gegriffen zu sein. Wo, wann und wie hat man diese angebliche „psychologische“ Umfrage erstellt und wie zuverlässig ist sie? Und was genau wussten die Frauen nicht?

Nehmen wir an, es gäbe diese Frauen, und man wollte ihnen helfen. Was müssen sie dann tun? Auch darauf finden wir die Antwort in dem gleichen Artikel (erneutes Zitat):

Eine bewährte psychologische Methode ist die tägliche Visualisierung, also bildhafte Vorstellung, eines möglichen Partners, so wie er sein soll und so wie du ihn dir vorstellst.


Ist dies realistisch? Gibt es eine psychologische Schule, die eindeutig den Beweis dafür liefert, dass eine „tägliche Visualisierung“ zum Erfolg oder gar zum Traumpartner verhilft?

Sich selbst zu kennen ist wichtiger als den Wunschpartner herbeizusehnen

Beginnen wie beim Schwierigsten: bei der Partnersuche. Sie ist ein komlexes Thema, bei dem Erfahrungen, Emotionen und Präferenzen eine Rolle spielen, aber das hat nicht die erste Priorität. Denn das Leben ist kein Wunschkonzert, und insbesondere der Partnermarkt folgt in keiner Weise den Regeln der Psychologen, sondern denen der Ökonomie. Da heißt: Es ist nicht wichtig, einem Wunschbild zu folgen, sondern sich auf die Gegebenheiten einzustellen, die man vorfindet. Wenn eine Frau sich selbst gut kennt, um ihre Vorteile oder Alleinstellungsmerkmal weiß, und sie diese entsprechend an den Markt bringen kann, dann findet sie auch einen passenden Partner unter jenen, die infrage kommen.

Ist "Visualisierung der Ziele" überhaupt ein Zweig der Psychologie?

Die „Visualisierung“ von Zielen mag als „psychologisch“ angesehen werden, ist aber im Wesentlichen eine neue Masche von Erfolgs- und Motivationstrainern. Sie geht davon aus, dass wir etwas umso eher erreichen können, je plastischer wir es vor Augen sehen. Das Problem dabei liegt auf der Hand: Je genauer wir ein Ziel fixieren, umso mehr verdichtet es sich. Und je mehr es sich verdichtet, umso mehr bekommen wie Scheuklappen: Wir wollen genau dieses Ziel auf dem zuvor eingeschlagenen Weg erreichen und vergessen dabei, dass wir möglicherweise etwas nahe liegenderes tun sollten. Tatsächlich finden wir dies Problem bei sehr vielen Partnersuchenden vor: Sie laufen einem Ideal nach und vergessen dabei, dass sie selbst wie auch andere überwiegend zum Durchschnitt gehören.

Tatsächlich wird die angebliche „Kraft der Visualisierung“ (wenn es sie überhaupt gibt) nur bei Sportlern beobachtet, die sich auf ein extrem winziges, überaus einseitiges Ziel, zum Beispiel „der Beste“ in einer Sportdisziplin zu sein. Dieses Bestreben schließt jeden sinnvollen Seitenweg aus.

Partnersuche Maximalziele udn Dynamik

Doch was ist das Ziel der Partnersuchenden? Einen Boxkampf gegen den gegenwärtigen Champion zu gewinnen? Mit 30 Jahren Topmanager zu werden, egal wie reif man dafür ist?

Wohl nicht. Beziehungen erfordern wesentlich mehr als eine „Visualisierung der Ziele“, nämlich einen ständigen Prozess, bei dem es darum geht, dynamisch die richtigen Entscheidungen zu treffen – zumeist unter Abwägung der eigenen Möglichkeiten.

Einen anderen Menschen zu finden, ihn zu behalten und für lange Zeit innig zu lieben ist keine Frage, die Erfolgstrainer beantworten können – es ist eine Frage der menschlichen Qualitäten.