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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Alles über das Spiel: „ich bin nicht leicht zu haben“

Sie ist nicht "leicht zu haben" - oder doch?
„Ich bin nicht leicht zu haben“ ist ein beliebtes Hach-Mich-Spiel nach dem Rezept der „Spiele für Erwachsene“.

Du willst keine Schlampe sein

Das geht so: Er will dich, und du willst ihn auch, aber er soll nicht den Eindruck gewinnen, dass du „leicht zu haben“ bist. Ein Grund könnte sei, dass er dich für solide halten soll, also nicht für „eine Schlampe, die es mit jedem tut“. Do vögelst mit ihm nach einer Vorgabe: zum Beispiel beim dritten Treffen – dann giltst du nach Meinung vieler „Lehrbücher“ nicht mehr als Schlampe.

Was sagen wir dazu?

Im Grund wirkst du nicht dadurch, dass du beweist, „keine Schlampe“ zu sein, sondern dass du mit deinen tollen Eigenschaften punktest. Was mag er gerne? Wohin will er gerne mit dir gehen? Welche Eigenschaften hast du, die ihn begeistern könnten, und zwar ohne Einsatz deiner Verführungskünste? Wenn du dann mit ihm vögelst, zählt nur noch, wie toll er das empfindet und wie gern du das magst. Es ist ein Punkt von vielen. Wenn du so spielst, dann spielst du nach den Regeln anderer, die sich nicht bewährt haben.

Du willst ihn erst mal auf die Probe stellen

Der nächste Grund: du willst testen, wie ernst er es mit dir meint. Also willst du erst einmal sehen, ob er sich Mühe gibt, dich zu begeistern. In der Praxis heißt das: du gehst erst mal mit ihm aus, guckst, wie er sich dabei anstellt und vögelst erst später mit ihm. Dabei gehst du nach deinem aktuellen Gefühl vor.

Was sagen wir dazu?

Du vollführst das übliche Spiel von jemandem, der eine Beziehung sucht. Du willst bestimmte Informationen aus seinem Verhalten schließen, bevor du mit ihm vögeln wirst. Es wird wahrscheinlich dann sein, wenn du überzeugt bist. Die Regeln sind allgemeine bekannt, es könnte also klappen, ihn zu behalten.

Du willst wissen, wie hoch dein Wert für ihn ist

Der dritte Grund: Du willst wissen, welchen Preis er für dich bezahlt. Der Preis kann darin bestehen, an Ort zu gehen, an die er sonst nie gehen würde, Dinge zu tun, der er an sich hasst oder auch nur darin, „großzügig“ die gegenüber zu sein, also beispielsweise, dir teure oder schwer erhältliche Geschenke zu machen. Am Ende belohnst du ihn damit, dich zu vögeln.

Was sagen wir dazu?

Du spielst Prinzessin und willst von ihm wissen, was du für ihn wert bist. Diesen Wert misst du hauptsächlich in Anpassung, Geschenken und oberflächlichen Nettigkeiten. Wenn er „genug“ gibt, belohnst du ich damit, dich vögeln zu dürfen. Wenn du das sehr gut kannst, wird er vielleicht wiederkommen, sonst nicht – er hat bekommen, was du ihm zugedacht hast, und er nimmt den Sex als Gegenleistung, so wie du Blumen und Schmuck genommen hast. Du spielst zu deinen Regeln, und wenn er sie kennt, dann nimmt er seinen „Lohn“ und geht.

Du willst ihn foppen oder abzocken

Ein ungewöhnlicher Grund, der für dich wahrscheinlich nicht zutrifft, den manche Männer aber recht gut kennen: Du willst ihn foppen. Du denkst gar nicht daran, mit ihm zusammenzukommen oder intim zu werden, sondern du willst nur sehen, wie weit du gehen kannst, bevor du ihn zum Teufel jagst. Das ist ein Spiel zu deinen Regeln, und es hat etwas Anrüchiges, möglicherweise sogar Kriminelles oder es grenzt an „Prostitution ohne zu vögeln.“

Was sagen wir dazu?

Versuch es gar nicht erst. Die Möglichkeit, damit Ärger zu bekommen, ist enorm.

Was meinst du? Spielst du? Zu welchen Regeln? Du darfst uns gerne deine Meinung sagen.

Schlampe: Die meistgehasste Rolle - warum eigentlich?

Flirt mit Damen Anno 1904
Die meistgehasste Rolle ist die der Schlampe. Aber „Schlampe“ nennen einen immer die anderen, die eigentlich gar nicht wissen, was man tut und wie man es empfindet.

Geht die „Schlampe“ als Rolle überhaupt? Und was beinhaltet sie? Wir sind der Frage nachgegangen.

Das Rollenbild der Schlampe - wessen Rollenbild, bitte schön?

Ich habe gelesen, „Schlampe“ sei Teil eines Rollenbildes, das „ besonders unter männlichen Jugendlichen vertreten ist.“ Nähern wir uns der „Schlampe“ von hier, dann sehen wir eine junge Frau, die nach Meinung der jungen Männer „williger“ ist als der Durchschnitt. Doch die Abwertung bekommt die Schlampe nicht von den Männern, sondern von den Frauen.

Reden wir mal Tacheles: Wieso beurteilt „man“ (oder „frau“) eigentlich eine Frau danach, wie oft und mit wem sie vögelt, und welche Methoden sie dabei anwendet? Zeugt das nicht von "Bildungsferne" oder einfach "Blödheit"?

Es ist nicht, was du tust - es ist die Lust, mit der du es machst

Und weil wir gerade bei Tacheles sind, hier ein Zitat, das den Kern trifft: :

... der Unterschied zwischen feministischem und patriarchalem Sex liegt nicht in den Dingen, die ich konkret mache. Es geht viel mehr darum, warum ich sie mache, ob ich Lust dabei verspüre oder ob ich sie mache, weil ich glaube, dass sie von mir verlangt werden.

Der Unterschied ist mancher Frau und manchem Mann unklar: Tut sie das, was sie da praktiziert, aus Neigung, Ansporn, Neugierde und Geilheit, oder tut sie es, weil sie sich davon Vorteile verspricht?

Mit "Schlampe" werden die Falschen abgewertet
Bestimmt nicht selbstlos - konkurrieren um jeden Preis

Jemanden, der sich sexuell ausschließlich nach den Wünschen des Partners richtet, würde man kaum als „Schlampe“ diffamieren - es gibt andere Bezeichnungen dafür, und „Goldgräberin“ ist die harmloseste.

Nun spricht nichts dagegen, jemandem dann und wann einen Wunsch zu erfüllen, der nicht „ganz auf dessen Linie“ liegt - und manches Mal führte eine Herausforderung schon zu einem neuen Lustgewinn.

Ich zitiere nochmals, um zu zeigen, was die nackte Wahrheit ist:

All der Sex im Internet, in den sozialen Medien, die feministischen Pornos ... die Bücher – sie suggerieren, dass wir längst an einem Punkt wären, an dem endlich auch die weibliche Lust im Fokus steht. Das tut sie. Aber genau dadurch ist sie mehr Anfeindungen und Bewertungen ausgesetzt als jemals zuvor.
Die neue Freiheit schafft Unruhe

Als die Rolle der Frau noch für alle klar definiert war, also vor etwas 150 Jahren, waren sich nahezu alle Männer darüber klar, dass Frauen keine eigenen sexuellen Lüste kannten. Inklusive der damaligen Forscher, wie ich hinzufügen möchte, damit keine Missverständnisse entstehen. Die Männer waren also einhellig der Meinung, dass es gelte, Frauen sexuell zu „erwecken“. Was dann geschah, galt, wenn er in der Ehe vollzogen wurde, als „eheliche Pflicht“. Niemand fragte, niemand klagte, niemand hörte die Verzweiflung.

Lob der Schlampe? Ja doch!

Können wir da nicht wirklich froh sein, dass sich all dies geändert hat?

Müssen wir Frauen diffamieren, die ihre Sexualität und ihre Vorlieben deutlich zeigen?

Nein - das müssen wir nicht und das dürfen wir nicht. Und nein, sie sind so lange keine Schlampen, wie „Schlampe“ ein Schimpfwort ist.

Schlampen und Schlampenrollen

Mag sein, dass die Schlampe als Rolle gilt - wie die Prinzessin, das Mauerblümchen oder die Übermutter. Doch machen wir uns nichts vor - die Zeit der einseitigen, „realen“ Rollen ist auch vorbei. Heute ist die reale Rolle flexibel - und im reinen Spiel mit der Rolle darf jeder und jeder darüber hinausgehen.

Beide Zitate: "Der Freitag"
Beide Bilder stammen aus Publikationen um 1904 herum.

Wie pervers ist eigentlich … die Geliebte vieler Männer zu sein?

Mehrere Lover? Nicht nur eine Frage der Organisation, aber ...
Da haben wir mal nachgefragt – und natürlich ist es nicht pervers, zwei oder gar drei Liebhaber parallel zu haben. Gesellschaftlich ist es verpönt - na klar. Es scheint auch kein großes psychisches Problem zu sein, aber – es kann ein Organisationsproblem geben, zumal, wenn die Lover nichts voneinander wissen sollen.

Lustvolle Geheimnisse bei vielen Lovern - aber nichts Perverses

Da ein Teil der Lover garantiert verheiratet ist, konzentrieren sich die Dates meist auf Wochentage. Am Wochenende gehört Papi der Familie. Wenn du eine solche Frau bist, die’s betrifft, wirst du selbst wissen, warum du mehrere Lover hast. Ich kann dir versichern: Da gibt’s viele Gründe … echt …

In dieser Serie vertreten unsere Autoren ihre persönliche Meinung, aber nicht ihre persönliche Praxiserfahrung. Das Wort „pervers“ wird hier im Sinne des bürgerlichen Gebrauchs im 19. Jahrhundert verwendet. Die Verbreitung als Fantasie ist unbekannt, weil sie statistisch keine "Wunschvorstellung" ist.

Bild: Historische Illustration, Teilansicht.

Wer ist in Gefahr? Die "geile Schlampe" oder das "graue Mäuschen"?

Dieser Artikel soll vor allem eines klären: Frauen, die sich hübsch, aber für manche Männer provokativ kleiden, haben keine "Schuld" an sexuellen Übergriffen. Ja, sie sidn nicht einmal besonders gefährdet - meint jedenfalls unser Autor. Beweisen können wir es nicht - aber auch sonst niemand. Und auch nicht das Gegenteil.

Eher keine Schlampe - sondern einfach schön - und freizügig posierend

Der beste Schutz vor Übergriffen einzelner Männer auf Frauen ist das Selbstbewusstsein. Ich nehme an, dass dem kaum jemand widersprechen wird. Die meisten Männer, die verbrecherische Gedanken haben und zu Gewalt gegenüber Frauen bereit sind, wenden sich an schwache, unbeholfene, schüchterne oder unsichere Frauen. Ein Sonderfall sind Anleitungen im Internet, wie ein Mann besonders attraktive, selbstbewusste Frauen „knackt“. Doch davon später.

Ich denke, wir sollten hier einmal etwas richtig stellen: Die sogenannte „Schlampe“, also die Frau, die sich „auffällig anziehend“ kleidet, ist in der Regel selbstbewusst, also weniger gefährdet. Und gerade sie kennt zumeist viele Situationen mit Männern und weiß, wie sich diese im ungünstigen Fall entwickeln. Das Paradoxon (Nummer eins): Männer reden schlecht über „Schlampen“, schätzen aber durchaus ihr Auftreten – und sind glücklich, fall sie ein Schlampe finden, die mit ihnen schläft. Paradoxon (Nummer zwei): Frauen reden schlecht über Schlampen, weil sie eine „Konkurrenz“, darstellen, die vermeintlich ohne Scham ihre Körper präsentiert. Da kommen die „inneren Werte“ der „Anständigen“ Frauen zu kurz. Soweit also die Schlampen.



Gefährdet sind vor allem Frauen (und nicht nur sie), die betont nett, niedlich und naiv sind. Sie sind jedenfalls stets Belästigungen ausgesetzt, auch wenn es dich dabei nicht um eigentliche Übergriffe handelt. Lästig ist das ständige doofe Anquatschen in jedem Fall.

In den meisten Veröffentlichungen wird darauf hingewiesen, dass der Alkohol selbst (und nicht etwas Substanzen, die darin aufgelöste wurden) die eigentliche Ursache dafür ist, dass Übergriffe nicht mehr erkannt werden.

Zudem ist wichtig, Eindeutigkeit herzustellen – auch da sind sich alle Experten einig. Und zwar zeitig, nicht erst, wenn man bereits in Bedrängnis ist. Gilt übrigens auch für andere Situationen. Zum Beispiel Belästigungen durch Haustürvertreter und andere Bewusstlosschwätzer.

Männer, die Frauen in irgendeiner Weise gegen ihren Willen zu irgendeinem Körperkontakt drängen, sind selbstverständlich fragwürdig, auch wenn sie damit noch keine Vergewaltiger sind. Und in diesem Zusammenhang sollte man auch überlegen, ob man weiter zusehen darf, wie sogenannte „Trickverführer“ Männer zu körperlichen Übergriffen auffordern. Die Bücher und Schriften dazu kursieren überall im Netz und in Buchhandlungen – neuerdings von einschlägigen Spin-Doctors etwas entschärft. Aber der er Vorwurf bleibt: Der Griff an die Kehle, der Klammergriff um die Arme oder die Berührung intimer Körperteile oder deren Umgebung ohne Einverständnis ist unter keinen Umständen akzeptabel.

Ziemlich ausführlich,vielleicht sogar zu verwirrend, sind Tipps zum Schutz gegen Vergewaltigungen bei WikiHow aufgeführt.

Die richtige Schlampe und deine innere Schlampe

In den 50er Jahren gab es keine "inneren" Schlampen - aber heute?
Wenn du ein Date hast, dann sagt dir dein Verstand: Such dir etwas für ein paar Monate, vielleicht für immer. Doch die Schlampe in dir sagt: Pffft … wie langweilig. Das ganze Getue, und nach ein paar Wochen siehst du zusammen mit ihm fern und langweilst dich dabei. Na ja, ich will euch mal aufschreiben, was eine „richtige Schlampe“ dazu schreibt (1):

Ich geh' dann in eine Bar und such‘ mir den ersten Mann fürs neue Jahr. Es kann der Erste sein, der versucht, mich abzuschleppen oder der am gefährlichsten aussehenden Mann, den ich kriegen kann. Wenn ich die Wahl habe, nehme ich jederzeit den härtesten Typen. Ich will keinen Gentleman. Ich will einen Mann, der mich mitnimmt und vögelt.


Klar, so würde sich nur eine richtig harte „Schlampe“ ausdrücken. Aber was sagt die kleine Schlampe, die in dir steckt?

Ich habe noch drei Aussagen (2) dazu.

Einmal eine Lehrerin, so gegen 29:

Wenn ich mit jemandem ein Date habe, ist doch ganz selbstverständlich, dass ich an Sex denke. Schließlich ist Sex ja was, was zum Leben gehört. Müsste nicht immer sofort sein, klar – aber die Männer wollen es doch gerne, und wenn ich es auch will, also was spricht dagegen?


Sekretärin, gegen 35:

Auf keinen Fall will ich einen Kerl, der zögert. Aber wenn er nicht fragt, wo wir noch hingehen, dann frage ich ihn. Und wenn er dann immer noch herumeiert, schieß ich ihn in den Wind.


Friseurin, ungefähr 25:

Wenn ich mit einem Typen ausgehe, dann ist klar, dass sich auch Sex will, sonst würde ich doch gar nicht erst mit ihm ausgehen. Für mich gehört das einfach dazu: Kerle wollen immer Sex, und wenn ich mit ihnen ausgehe, dann kriegen sie auch Sex.


Und was sagt deine „innere Schlampe“?

(1) Kürzlich veröffentlichtes Bekenntnis einer Schlampe, USA, NSFW, deshalb kein Link.
(2) Aus Original-Aussagen von Frauen, die häufig Dates haben.