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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Erotik und Internet – schlechter Stil für schnellen Konsum?

Immer dasselbe - nur mit anderen Worten ...
Erotik im Internet – das bedeutet: Du brauchst ein Etikett. „Erotik“ an sich reicht nicht. Ja, es geht so weit, dass alles vorhersehbar ist, was in der Story passieren wird. Das ist bitter, aber offenbar eine Tatsache. Ich zitiere eine Autorin:

Wenn du mir das Etikett nennst, kann ich dir vorhersagen, was du in der Geschichte finden wirst …

Keine Überraschungen mehr? Alle Möglichkeiten der schriftstellerischen Kunst für den Müll? Suchen die Menschen nur noch nach „Etiketten“ und „Keywords?“ Offenbar ja, denn es kommt noch viel schlimmer:

Erotik ist berechenbar, fest in Themen unterteilt und kaum mehr unterscheidbar. Die heutige Instant-Kultur markiert Online-Geschichten mit Phrasen wie „10 Minuten Lesezeit“ sowie den unvermeidlichen Schlüsselwörtern. Erotik ist heute etwas zum Konsumieren, wie Klatsch oder Popcorn. Und Orgasmen sind absolut erforderlich. Eine Geschichte, in der die Charaktere einige sexuelle Interaktionen haben, aber keinen Höhepunkt erreichen, verstößt gegen die Anforderungen der heutigen Leserschaft.

Vorbereitung, Orgasmen udn Entspannung innerhalb von 10 Minuten?

Zehn Minuten lesen, wenn du ohnehin weißt, was passieren wird? Die Mini-Plots, die dahinterstehen, sind ohnehin immer gleich. Also musst du nur noch das Etikett suchen, dann weißt du, was am Anfang passiert. Sie oder er schlägt einen Dreier vor, der oder die Dritte wir blitzartig gefunden, und einige Orgasmen weiter trinkt man noch ein Gläschen und beglückwünscht einander zu der Entscheidung. Der einzige Unterschied liegt dann darin, wer mit wem was wie intensiv getrieben hat.

Wer trägt die Verantwortung für die erotische Verwahrlosung?

Was ist los mit den Leserinnen und Lesern? Was mit den Autorinnen und Autoren? Ist Erotik durch die Leser(innen) in Verruf gekommen oder durch die Autoren/Autorinnen? Wollen alle nur noch „aufgeilen“ oder „aufgegeilt werden“?

Um erneut die Frau zu zitieren, von der auch schon die ersten Zitate stammten: Sie bedauert die Entwicklung und schreibt:

Es scheint, dass thematische Komplexität, erzählerische Raffinesse und sexuelle Kreativität aus der Mode gekommen sind. Ich trauere um ihren Verlust. Ich vermisse die Geschichten, die mich dazu inspiriert haben, meine eigenen zu erzählen, voller Sehnsucht, triefend vor Verlangen.

Muss Erotik so lustlos sein?

Sicher, man kann erotische Geschichten erzählen, ohne dass irgendein anderes Gefühl daran beteiligt ist als die Wollust. Allerdings haben sie einen Nachteil: Eine sexuelle Handlung folgt der nächsten, und die meisten sind schon restlos bekannt – vom ersten Lecken bis zum letzten Hieb. Und da, was die Menschen sonst noch sind oder darüber hinaus fühlen, bleibt draußen. Und gerade das wäre doch interessant, wenn du als Leserin oder Leser wirklich wissen wolltest, was mit dir geschehen könnte, falls du ... oder etwa nicht?

Zitate aus einem Fachblog für Schriftsteller(innen) von Lisabet Sarai
Bild © 2021 by liebesverlag.de
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Analog zu digital und zurück - und die Welt in uns

Dieser Artikel handelt nicht von Musik, nicht von Tonträgern und nicht von technischen Verfahren. Wenn du trotzdem weiterlesen würdest, dann würde ich mich freuen.

Die analoge Welt

Viele unsrer Gedanken vor allem aber unsere Gefühle stehen zunächst analog im Gehirn, und ein einfaches Gemüt würde sagen: „Das habe ich nicht durchdacht“, oder „da bin ich mir noch nicht klar.“

Digitalisieren, um wieder zu analogisieren ... und noch einmal ...

Ist das so, dann schwimmen sie noch irgendwie in einer analogen Suppe. So, wie das Gefühl für Geschwindigkeit oder für Zeit. Also bemühen wir unser Zentrum für Digitalisierung, und es bedeute: Wir müssen den Gedanken oder gar das Gefühl in Sprache fassen. Das ist dann so ungefähr der Rohguss. Wenn wir soweit sind, ist es hilfreich, sich die Worte noch einmal anzuhören oder anzusehen. Jeder Schriftsteller kennt diesen Prozess, und jeder Nicht-Schriftsteller sollte es einmal versuchen. Beim erneuten Lesen oder im „Gespräch mit sich selbst“ wird digital wieder zu analog: Ist der Gedanke, den ich aufgeschrieben habe, noch identisch mit meinem ursprünglichen Gedanken (oder Gefühl)? Wie hat es sich alles bei der Umsetzung verändert?

Hat man diesen Prozess zwei bis drei Mal wiederholt, wird klar, was die Essenz ist. Gleich, ob wir uns über einen Umstand, einen Absatz oder ein Gefühl kümmern mussten – nun können wir es begreifen. Oder gar veröffentlichen.

Ist ein Teil er Welt stets in uns - und wenn ja, was machen wir damit?

Manche Menschen behaupten, sie könnten auf diese Weise Dialoge aller Art lebensnah beschreiben oder jede Art von Gefühl verständlich machen. Ich kann es nicht wirklich gut, bemühe mich aber, es zu tun. Die Idee dahinter ist anspruchsvoll, aber im Grunde doch wieder sehr einfach: Unser Gehirn ist in der Lage, einen Teil der Welt zu speichern, und dieser Ausschnitt steht im Dialog mit unserem Ego, dass dergleichen in der tatsächlichen Welt erproben will.

Die Frage bleibt; wie gut gelingt dies? Kann beispielsweise ein Mann die Gefühle einer Frau aus dem Teil des Gehirns auslesen, vor dem das Schild: „Die Welt als Muster“ steht?

Mag sein, dass solche Gedanken von vielen Lesern als „Hirnfürze“ abgetan werden. Doch wer über Menschen und ihre Gefühle schreibt, muss mehr in seinem Hirn vorfinden können als die eigenen Gefühle.

Was ich nicht wissen will (oder wollt ihr es wissen?)

Wir fanden diesen schrecklichen Artikel auf einer Bezahlseite für besonders gute Artikel - und fanden ihn absolut beschissen.

Sicher: es ist nur der Anfang. aber muss so etwas wirklich sein?

Nach vielen Jahren, in denen ich mich mühte und mich dahin gehend überprüfte, kann ich sagen, dass ich gerne vögele. Ja, wirklich: Ich liebe es, zu vögeln. Lange war ich mir nicht sicher, ob ich gerne vögele.


Wie sagt man doch im Vereinigten Königreich? Ein Vogel in der Hand ist besser als zwei im Busch. Und ich will nie (wirklich nie) wissen, wie viele Vögel jemand schon "im Busch hatte".

Wie du keine Pornografie schreiben kannst

Während der literarische Roman das Leben seiner Charaktere transparent zu machen versucht, lebt die Pornografie von einer Aneinanderreihung fleischlicher Szenen.

Was im pornografischen Roman beschrieben wird, existiert an keinem Ort dieser Welt und zu keiner Zeit – es ist sozusagen eine sexuelle Utopie. Vermutlich denken die Autorinnen und Autoren, dass ihre Leser(innen) davon um so geiler werden, je mehr die Realität ausgeschlossen wird.

Die erotische oder auch sexuelle Realität lebt hingehen vom Übergang einer nicht-sexuellen Situation in eine unvorhersehbare, heftige sexuelle Erfahrung. Sie überrascht deine Figur in jeder Hinsicht und bringt ihr bisheriges Gefühls- oder Gedankengebäude ins Wanken.

Wenn jemand in der Realität „so etwas“ passiert, wird er sich oft zunächst fragen: „War das wirklich ICH, der sich da so schamlos hingegeben hat?

So sollte es auch im Roman sein: Nach dem Ereignis, das „alles verändert hat“, kann deine Figur auf die Suche auch einer neuen sexuellen Identität gehen – durch Nachdenken, aber auch durch Versuch und Irrtum. Am Ende wird sie Klarheit über ihre Lüste, Bedürfnisse und Begierden gefunden haben. Die damit verbundenen Erlebnisse rechtfertigen auch, hautnah und damit sehr intim an deine Figur heranzugehen.

Auf diese Weise schreibst du dann eben – keine Pornografie.