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Die Seele berühren – Wunsch, Gefahr oder Illusion?

Natur oder Psyche? Woran klammern wir uns?
Nehmen wir einmal an, wir fassen den Begriff „Seele“ nicht so scharf, dann könnte ich fragen: „Wir berühre ich eigentlich einen Menschen in seinen intimsten oder verborgendsten Gedanken und Gefühlen?“ Und sollte ich die überhaupt tun? Und falls es jemand bei mir versucht, sollte ich es zulassen?

Sicher ist: Über unserem Intimsten und Verborgendsten liegt ein Schutzschild – körperlich wie psychisch. Und sogar unsere Gedanken, die an sich frei sind, verbergen sich hinter einer Hülle, an die wir nicht jeden Menschen heranlassen.

Was dem einen nützt, schadet dem anderen

Das ist alles so in Ordnung. Es gibt Menschen, die Geist, Körper und Psyche für andere öffnen und damit umgehen können - und es gibt solche, die es nicht können. Einst gab es psychotherapeutische Richtungen, die es nicht dabei belassen wollten, sondern die kräftig am kollektiven Abbau dieser Schutzschilde arbeiteten. Der größte Teil dieser quasi-religiösen Therapierichtungen ist untergegangen – vermutlich zum Wohl der Menschheit.

Der Eingriff in die Psyche Fremder

Auf der andrehen Seite gibt es Menschen, die es auf Eingriffe in die Psyche und den Geist anderer abgesehen haben. Wenn sie keine Ärzte oder Therapeuten sind, was motiviert sie dann? Geld? Machtgelüste? Der Auftrag eines Dienstes, einer Organisation oder einer Religionsgruppe, die Meinungsmanipulation oder gar Gehirnwäsche betreibt?

Bleiben wir bei jenen, die sich öffnen. Sind sie starke, selbstbewusste Menschen, die ihre Emotionen unter Kontrolle haben, dann wissen sie, was sie tun. Auch dann, wenn sie heftig „lieben“ oder an gewagten Rollenspielen teilnehmen. Sind sie hingegen schwach und leicht zu beeinflussen, dann besteht die Gefahr, sich selbst zu verlieren und dem „anderen“ die Macht über Psyche, Geist und Körper abzugeben.

Die Liebe - Eingriff in Körper, Geist und Seele

Ich komme erst jetzt auf die Liebenden. Beim Sex, bei der Lust, bei der Sinnlichkeit und beim Verliebtsein ist es unmöglich, sich nicht zu öffnen. Gewisse – das „Öffnen“ kann gespielt sein, wie etwa bei Huren oder „Goldgräberinnen“, bei Machos und bei Sexgaunern. Normalerweise aber öffnet sich der oder die Verliebte ganz und gar, weil sie/er ja „berührt“ werden möchte. Diese Person lebt in der Illusion, dass ihre „Seele“ freiliegt und sie sich mit der Seele des anderen vereint – so jedenfalls die Kitschversion. Solche „poetischen“ Aufbereitungen entsprechen aber nicht der Realität. Die Natur ist nicht „feinstofflich“, sondern sie hat ganz konkrete Ziele, die sie erfüllt wissen will. Und sie setzt dabei auf „harte Drogen“, die das Gehirn in großen Mengen produzieren lässt.

Was die "Seelen" vereint

Niemand wird bezweifeln, dass hinter „echten Beziehungen“ mehr steht als Mutter Natur. Aber der Weg von einer Affäre bis zu einer „echten Liebe“ ist weit. Und die Liebe, in der beider „Seelen“ einander nur durch einen Blick berühren, beruht auf langer, intensiver Erfahrung miteinander.

Eigentlich nicht nur ein Thema der Lust - psychische Berührungen

Und ob das „Berühren der Seele“ wirklich etwas mit Sex, Erotik, BDSM oder ähnlichen Begriffen zu tun hat? Ich bezweifle es. Wenn die Psyche (warum auch immer) ihre Schutzschicht verliert, wird sie nicht „wahrer“, sondern sie offenbart nur mehr Natur, mehr Ursprung, mehr frühe Erfahrungen.

Ich lade Sie zur Diskussion des Themas ein.

Wie geht eigentlich „Sexualität auf männlich“?

Was wissen wir eigentlich wirklich über männliche Sexualität? Die meisten Meinungen, die wir darüber finden, bezeichnen den Mann als „stark auf seinen Penis fixiert.“

Ach, der arme Penis!

Dabei hat der arme Penis im Grunde genommen nur die Aufgabe, das auszuführen, was die Evolution für ihn bestimmt hat. Und da ein Penis weder denken noch Handlungen in Abläufen organisieren kann, muss eine andere Instanz seinen Einsatz kontrollieren: das Gehirn. Ein Teil der Abläufe ist „fest programmiert“, das heißt, ein Mann kann sie von vornherein oder mit wenig „Einführung“, ein anderer Teil ist optional und mit Begriffen wie „Lust“ oder „Sinnlichkeit“, „Erotik“ oder auch „Begierde“ verbunden.

Das Hirn steuert Bewusstes und Unbewusstes beim Sex

Ganz einfach ausgedrückt ist es so: Das Hirn steuert eine Art Apotheke ,die in relativ kurzer Zeit eine breite Palette von Drogen und anderen wirksamen Stoffen produzieren kann. Die sorgen für die Geilheit, Sex zu wollen, die Konsequenz, ihn auch auszuführen, die Ausführung selbst, deren Ziel die Ejakulation ist, und den Orgasmus als Belohnung. Das klingt nicht sehr wissenschaftlich – soll es auch nicht. Es ist eine vereinfachte Darstellung von vielen komplizierteren Prozessen.

Rückkoppelung - ein natürlicher Prozess, der wenig beachtet wird

Zudem gibt es noch die Nervenbahnen, über die Informationen vom Gehirn transportiert werden – aber auch solche, die dem Gehirn melden, was gerade geschieht. Dabei wird das Prinzip der Rückkoppelung verwendet: Das Gehirn ermutigt den Penis, sich aufzustellen und nach einer Berührung zu fahnden. Das wäre es gewesen, wenn es keine Rückkoppelung gäbe. Sie besteht darin, dass der Penis eine Hautfläche findet, die möglichst warm und feucht ist und an der sich seine empfindlichen Teile reiben können. Solche Impuls kann das Gehirn dann wieder verarbeiten.

Alles geschieht in einer "Black Box", über die wir fast nichts wissen

Ist der Mann einmal soweit, dann wird ein Prozess ingang gesetzt, der zu immer größeren Anstrengungen führt, das natürliche Ziel zu erreichen – die Ejakulation. Wie das im Detail funktionieren kann, liegt verborgen in der „Black Box“, in der die Informationen aufbereitet und umgesetzt werden, mehr oder weniger körpereigene chemische Wirkstoffe zum Einsatz kommen und die Welt der Gedanken eingemischt wird.

Im Grunde verstehen wir nicht genau, was, wann und wie zum Einsatz kommt, vor allem nicht, welche Gefühle wachgerufen und eingesetzt werden, deswegen verwende ich den Begriff der „Black Box“.

Anders, etwas volkstümlicher und für Jugendliche aufbereitet finden Sie mehr darüber auf „Lilli“ im Abschnitt „wie bleibt oder steigt die sexuelle Erregung?

Männer können nicht "mit dem Penis denken"

Die Meinung, der Mann sie „peniszentriert“ beruht auf der Beobachtung, dass Männer allein durch Masturbationen sozusagen jederzeit einen Orgasmus auslösen können. Das ist zwar ein unendlicher Schwachsinn, aber leider weit verbreitet. Die Wahrheit: Nur das Gehirn kann solche Prozesse in Gang setzen (und beenden). Das heißt: Kein Mann kann „mit dem Penis denken“.

Auch Frauen glauben an Unsinn über die Klitoris

Der Gedanke ist indessen so populär, dass er inzwischen sogar auf Frauen angewendet wurde: Die Klitoris, so heißt es, sei einzig dafür verantwortlich, dass Frauen Orgasmen erleben könnten. Nein, können sie nicht – ohne Hilfe des Gehirns, der Chemie, der Nerven und der Rückkoppelung geht gar nichts. Was an derartigen Behauptungen richtig ist, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Erregung kann mit einem taktilen Reiz beginnen, aber auch mit vielen anderen Reizen. Jeder dieser Reize würde aber völlig verpuffen, wenn der „Erregungskreislauf“ nicht ständig „nachgefüttert“ würde – und das kann nur das Gehirn bewerkstelligen. Apropos Frauen: Niemand wir behaupten, Frauen seien „Klitorisfixiert“, weil sie sich damit herrliche Orgasmen erzeugen können.

Warum glauben manche Forscher (und viele Frauen), Männersexualität sei "primitiv"?

Was beim Mann noch passiert, ist ziemlich einfach: Ist die Erregung groß genug, kommt der „Punkt ohne Rückkehr“ – die Spermaflüssigkeit schießt aus der Prostata in die Harnröhre und gelangt von dort in die Hand, den Mund, die Vagina oder das Kondom. Kurz danach (um Sekundenbruchteile zeitversetzt) har der Mann seinen Orgasmus. Nach kurzer Zeit schaltet das Gehirn auf „over“. Der Zweck der Aktion ist erfüllt.

Vielfalt ist möglich

Das muss nicht jedes Mal so ablaufen – die Fantasien der Männer reichen deutlich weiter, doch sprechen sie normalerweise nicht darüber. Zu Männern nicht, weil sie fürchten, dann als Weicheier oder gar „schwul“ bezeichnet zu werden. Und zu Frauen nicht, weil sie sich vor deren Reaktionen fürchten. Und auch Frauen sind oft noch nicht bereit, dem Mann alternative Lüste zu schenken – ja, sie wissen nicht einmal, wie das möglich wäre.

Mythos zwei: Männer entwickeln beim Sex keine echten Gefühle

Es ist erstaunlich, wie oft im Zusammenhang mit Sex der Begriff „echte Gefühle“ verwendet wird. Er ist inzwischen so abgewertet wie „wahre Liebe“. Die Faustformel für den Mythos, Männer würden weder lieben, wenn sie Sex haben, noch würden sie wirklich intensiver Gefühle für die Frau entwickeln, lautet (1):

Eine Frau muss sich zuerst geliebt fühlen, um sich auf den Sex einzulassen, beim Mann hingegen führt die Liebe über den Sex.


Nicht nur von Vorurteilen besessene Frauen, auch Wissenschaftler verbreiten der Vorwurf, Männer würden „beim Sex“ keine echten Gefühle entwickeln, sondern von der Lust getrieben werden. Sie wollen wissen, dass Männer keine Gefühlssymbiose mit der Frau anstreben, sondern in Wahrheit nur an ihre Lustbefriedigung denken, die völlig unabhängig von der Person ist, die sie gerade beschlafen. Der Vorwurf wäre also: Frauen werden nicht „als Person“ geliebt, sondern als beliebige Sexualobjekte.

Dieser Vorwurf geht davon aus, dass der Mann beim Sex eine enge emotionale Bindung an die Person haben sollte, und diese Aussage basiert wieder darauf, dass Sex und Liebe untrennbar miteinander verbunden sein müssen.

Mythos "echte Gefühle"

Dafür gibt es allerdings nicht den geringsten Beweis, wie es überhaupt für das Vorhandensein „echter Gefühle“ beim Sex keinerlei Beweis gibt. Hier wird eine Idealvorstellung aus der Kultur auf Frau und Mann projiziert: Die Liebe führt zu besonders intensivem Sex. Besonders „kluge“ Sexualwissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, dass es ein doppeltes Paradoxon gibt – demnach müssen Frauen zuerst „gefühlt“ Liebe empfinden, bevor sie Sex schenken, während Männer erst „Sex ausführen“ müssten, um dann Liebe schenken zu können.

Mehr oder weniger Lust - und wieso eigentlich "echte" Gefühle?

Richtiger schient zu sein, dass Männer bei manchen Frauen während der sexuellen Spiele mehr Lust entwickeln, bei anderen aber weniger. Worauf das genau zurückzuführen ist, wissen wir nicht – aber wir dürfen annehmen, dass es an der Frau oder am Zusammenspiel zwischen Frau und Mann liegt. Und wir dürfen mit absoluter Sicherheit annehmen, dass sich Frauen wie Männer Illusionen über „echte“ Gefühle beim Sex machen. Sex ist – besonders in den Phasen höchster Ekstase – an kein eindeutiges Gefühl mehr gebunden. Wer das Gegenteil behauptet, möge es beweisen.

Männer würden gerne mehr fühlen - mehr Lust, vor allem

Die meisten Männer, so wage ich zu behaupten, fühlen sich etwas unwohl dabei, nur in Vaginen einzudringen und ihn Ihnen abzuspritzen. Wir wissen, dass manche Huren in Luxusbordellen diese Aussagen bestätigen würden. Und nur, weil Männer nicht darüber erden und nicht sagen, was sie fühlen oder gerne fühlen würden, heißt dies nicht, dass sie gefühllos sind.

Rein theoretisch könnte es sogar so sein: Während die Lust wächst und der Körper immer mehr auf sexuelles Begehren zusteuert, zieht sich das Fühlen immer mehr auf das Bekannte zurück. Also auf das, was in jeder der beiden Personen als „lustvolles Empfinden“ oder eben auch „sinnlich Fühlen“ angelegt wurde. Was im Klartext heißen würde: Beide leben „ihre Gefühle“ mithilfe des Körpers des/der anderen. (2) Diese Betrachtung ist keinesfalls abwegig, sondern kann überprüft werden. Wenn sie nicht wahr wäre, dann hätten Paare mit der innigsten Zuneigung zueinander den heftigsten, sinnlichsten und befriedigendsten Sex.

Eine ganz andere Frage wäre, ob Männer nicht „mehr fühlen“ möchten als das, was sie bei den Hubbewegungen in einer Vagina erleben dürfen. Das wäre freilich eine ganz ander Art der Betrachtung.

Immer wieder: Der Mythos von den "wirklichen" Gefühlen

Schließlich bliebe noch die Frage, was Männer denn nun „wirklich“ fühlen, bevor sie ihren Penis bemühen, während sie dies tun und nachdem sie Ejakulation und Orgasmus absolviert haben. Offenbar nutzen Männer dazu eine Art „geheimen Code“, den sie nicht einmal selbst entschlüsseln können. Denn soviel dürfte klar sein (3):

Nur, weil Männer ihre Gefühle nicht ausdrücklich äußern, sollten (Frauen) nicht einmal einen Moment daran denken, dass sie nichts fühlen oder nicht intensiv fühlen.


Oder aus männlicher Sicht: Männer nehmen die Gefühle auf, horten sie, vergleichen sie und kehren zu jenen Frauen zurück, bei denen sich sich wirklich wohlgefühlt haben.

Wenn ich Ihnen noch etwas ergänzen darf: Die meisten Männer wünschen sich intensivere und länger anhaltende Gefühle beim Sex, aber sie werden fast nie darüber reden – außer in Bordellen und zu Escort-Frauen.

mythos mannZum Thema: "Mythen über männliche Sexualität" erscheinen weitere Folgen

(1) Männerseite nach Zitaten aus "wissenschaftlichen" Werken.
(2) Mithilfe der Kybernetik ist dies ebenfalls beweisbar. Bei einem Paar, das zum ersten Mal gemeinsamen Sex hat, schöpfen beide emotional aus den Vorräten, die sie angesammelt haben und nicht aus dem gegenseitigen Fühlen.
(3) Psychology Today.


Die großen Drei plus Eins der masochistischen Männer-Lust

Männer: am liebsten werden sie sexuell dominiert
Die Zutaten der masochistischen Lust? Sie sind nicht immer gleich, denn auch ein scharfes Essen kannst du mexikanisch, indisch oder kreolisch zubereiten. Und die masochistische Lust? Mal besteht sie schon in der Freude, überhaupt einer schönen Frau zu begegnen, die sich nicht scheut, einem Mann mit masochistischen Zügen „einzuladen“. Mal ist es die Lust an der völligen körperlichen und emotionalen Unterwerfung. Und mal ist es die Lust am Schmerz – doch selten am Schmerz schlechthin, sondern an dem Schmerz, der von einer Frauenhand ausgeht.

Dominanz war schon früher gefragt

Unterwerfung

Sich einer körperlich schönen, aber konsequenten Frau völlig hinzugeben und sich ihr am Ende restlos zu unterwerfen, ist der heimliche Traum vieler Männer. Sie wollen das natürlich nicht „dauerhaft“, sondern für ein paar Stunden. Dann sind die Männer "elendigliche Kreaturen", die sich beleidigen, mit Füßen treten oder an Leinen herumführen lassen. Na ja, jeder auf seine Art – und zwar so, dass du lernen musst, in dich hineinzulächeln und äußerlich erst zu bleiben.

Freude

Erstaunlicherweise spielt die Freude bei den Männern eine große Rolle, wenn sie sich unterwerfen. Sie wissen dann, dass sie ihre Gefühle anders erfahren als über die üblichen Wege, mit denen sie am Stammtisch prahlen können. Sagen wir’s salopp: Ihren Penis können sie dabei vergessen. Die Lust kommt bei Handschlägen oder beim Betrachten der wenigen nackten Hautstellen, die der Mann sehen, berühren oder belecken darf. (1)

Schmerz

Steht nicht immer auf der Speisekarte, ist aber einer der intensivsten Effekte, vor allem, wenn der Mann Lust und Schmerz zugleich empfinden will, was vielfach der Fall ist. Ein Mann beschrieb das neulich so: „Der Schmerz ist mein bester Freund und mein größter Feind.“

Bindung - das heimlich "PLUS"

Manche Männer sagen, dass ihr Hauptanliegen die „enge Bindung“ an ihre „Herrin“ ist. Was absurd klingt, ist allerdings durchaus möglich: Viele Männer wollen zurück in eine Phase, in der sie völlig abhängig von einer Frau waren und sich bedingungslos an sie gebunden haben. Manche Männer schwelgen auch in einer Jugenderinnerung, „mit einer schönen Frau einmal ein sehr frivoles Geheimnis“ geteilt zu haben. Wie auch immer - jedenfalls wollen sie eine „andere“ Bindung als die, die der Alltag mit sich bringt: soziale Lasten, emotionale Forderungen und den ständigen Beweis der Potenz.

(1) Dominas, die in frivolen Dessous oder nur in Slip und BH auftreten, sind Produkte der Pornofilmbranche. Sie mag es auch tatsächlich geben, aber meist sind Respektspersonen gefragt. Der Text wurden von "Wortwechsler Umschreibdienst" aus dem Internet aufgegriffen, neu zusammengestellt und völlig umgestaltet.

Mythos Nummer eins: Männliche Sexualität ist simpel

Mythen über männliche Sexualität werden hier innerhalb einer Serie entlarvt - vorbehaltlos und wenn es sein muss, auch mit harten Worten.

"Männliche Sexualität ist simpel" - diese Behauptung wird ständig wiederholt, leider auch von sogenannten „Fachleuten“, also Therapeuten und Sexologen. Dabei ist zunächst die Frage, ob „simpel“ überhaupt ein Begriff ist, der wissenschaftlichen Bestand hat. Wenn sich ein Druckknopfoberteil mit einem Druckknopfunterteil vereinigt, so kann man dies „simpel“ nennen. Wenn optische oder taktile Reize in Erektionen umgesetzt werden, ist das bereits nicht mehr „simpel“. Ganz so simpel ist es auch nicht, wirklich schönen, sinnlichen Sex zu erleben, geschweige denn, ihn tatsächlich über einen längeren Zeitraum zu genießen. Wenn Männer selbst den Sex als „simpel“ ansehen, dann meinen sie, dass es ihnen möglich ist, innerhalb von Minuten aus einem Gedanken via Masturbation einen Samenerguss zu erzeugen. Dies ist allerdings nicht unbedingt der Maßstab für den vollen Genuss. Denn: (Zitat)

der Mann … steht unter Beweisdruck, pulvert seine gesamte Energie in den final act und verpasst dabei andere, vielleicht sogar lustvollere Varianten des Sex.


Wenn Sie nachlesen wollen, warum das so ist, lesen Sie zuerst den Ursprung unserer Betrachtungen – er behandelt die Gründe, warum Männer den vollen Genuss beim Sex oft nicht lernen konnten.

Eine der erstaunlichsten Annahmen besteht darin, dass der Sex des Mannes aus biologischen oder entwicklungsgeschichtlichen zwangsläufig kurz und knapp sein muss. Dabei wird vergessen, dass die Ejakulation nicht der einzige Ausdruck der Lustbefriedigung ist, wie viele Frauen annehmen. Er ist vielfach eben nur das, was Männer können – weil sie nichts anderes erlernt haben, weil sie nicht mit Frauen geschlafen haben, die ihnen sinnlichere Erfahrungen geschenkt haben oder weil ihnen gesagt wurde, dass es einfach „nicht geht“. Im verlinkten Artikel können Sie mehr darüber lesen, falls Sie meine Worte bezweifeln.

Ein weiterer Punkt, der sich wie ein roter Faden durch Aufsätze über „männliche Sexualität“ zieht, ist der Vergleich mit „der“ Sexualität der Frauen. Dabei werden stets die Unterschiede behandelt, Ähnlichkeiten aber ignoriert. Und überhaupt: Der Vergleich ist nur dann sinnvoll, wenn wir uns schulmäßig mit Sexualität beschäftigen. In der Realität sollten wir Männer darauf bestehen, nicht ständig mit Frauen verglichen zu werden, sonder darauf bestehen, unsere Sexualität selbst zu definieren. Und noch mal: Männliche Sexualität ist nicht simpel oder problemlos. Wer das behauptet, hat die Funktionen und Abläufe weder zurückverfolgt noch begriffen, wie sich Lust aufbaut und wie sie sich erfüllt.

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