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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Was macht ein Vibrator an und in dir?

Die Klitoris ist viel größer, als du denkst
Wir haben in der ersten Folge dieser kleinen Artikelserie darüber geschrieben, wie Vibratoren „im Prinzip“ technisch funktionieren. Praktisch teilt man sie grob in drei Gruppen:

1. Solchen, die auf die Schamlippen aufgelegt werden. Sie nennen sich Auflagevibratoren und gelten als sanft.
2. Die Standard-Stabvibratoren und alle ihre Varianten basieren auf einem Dildo, in den eine kleine „Rüttelmaschine“ für Vibrationen sorgt. Sie sind sehr einfach zu konstruieren, weil Motor und Vibrator in der Regel in der Spitze liegen.
3. Bei Vibratoren mit Kugelköpfen oder „Schnäbeln“ wird der „Rütteleffekt“ so gut wie möglich auf die Kugel oder eben „auf den Punkt“ gebracht. Sie gelten als die am intensivsten wirkenden Vibratoren. Sie werden äußerlich zur Reizung der Schamlippen und der Klitoris angewandt.

Es gibt Varianten, die mehrere Funktionen in sich vereinen (zum Beispiel der bekannte „Häschenvibrator). Abgesehen von der „prickelnden“ Vibration erzeugen Vibratoren eine Art „Massageeffekt“, der für stärkere Durchblutung sorgt. Falls du an der Wirkung des "Innenlebens" interessiert bist - lies noch einmal die Grundlagen. Mini-Vibratoren, die nur in Dildos, Figuren oder ähnliche Objekte "gesteckt" werden, leiten nur wenig Vibrationen an den Körper weiter.
Bullet-Vibrator zum Herausnehmen

Fast alles, was du über genitale Stimulationen liest, ist oberflächlich

Nun müsst ihr mit mir aufs Glatteis gehen – denn nun kommt ein bisschen Anatomie, über die ihr nicht jeden Tag lest.

Also: Der „Mainstream“ wird dir sagen, dass „echte, heftige Orgasmen“ ausschließlich durch die Klitoris erzeugt werden können. Die Aussagen gipfeln darin, dass es ausschließlich „klitorale Orgasmen gibt“. Das ist wissenschaftlicher Unsinn. Die Aussage entspricht etwa der Behauptung eines Kindes, die Haustür würde sich öffnen, wenn man auf den Klingelknopf drückt.

Um der Meinung zuvorzukommen, ich hätte ja „keine Ahnung“ von klitoralen, vaginalen und anderen Orgasmen, zitiere ich mal (1):

Wenn du eine kurze Antwort willst, lautet sie: „Es ist kompliziert“. Viele Erklärungen beruhen auf unzureichenden Informationen oder einem einseitigen Verständnis der … weiblichen Sexualanatomie. In Wahrheit ist (das Gefühl) für jede Person unterschiedlich, und wer in nur zwei Kategorien denkt, kann kaum erfassen, was wirklich vor sich geht.“


Das bedeutet letztlich: Sowohl die weibliche Anatomie wie auch der innere Ablauf von der Berührung bis zum Orgasmus ist weitaus komplizierter als es Reiz-Reaktions-Konzepte erklären können. Menschen sind nun einmal keinen Pawlowschen Hunde.

Die Klitoris - das unterschätzte Organ

Zudem – uns das ist ein wirkliches Problem in der Literatur – wird die Größe der Klitoris bei Weitem unterschätzt – deswegen gibt es mittlerweile lebensgroße Modelle, die im Unterricht verwendet werden können. Und wenn du eine kurze Antwort willst: Die Klitoris ist so groß und so dicht mit Nervenenden besetzt, dass sie auch noch Schwingungen empfindet, die nicht direkt an der Spitze ansetzen.

Die Wahl des Vibrators - auf einfache Art

Für die Wahl des Vibrators (also den rein technischen Teil) spielt dies alles gar keine Rolle. Wenn du gewohnt bist, „ausgefüllt“ zu sein, ist ein Dildo oder dildoförmiger Vibrator nach wie vor eine gute Wahl, wenn du allein auf das „Kribbeln“ scharf bist, kann ein Klitoralvibrator dich wahrscheinlich stärker stimulieren. Die besten und kraftvollsten Geräte kommen ohne "Klimbim" aus - sie wurden aus bewährten Massagegeräten heraus entwickelt und sind leider nicht billig.

Nun ist die interessante Frage: Welche Rolle spielen eigentlich deine Gefühle dabei? Alles „Fleischliche“ vibriert ja nicht. Wie „macht es“ also der Körper, das Kribbeln nicht als lästig oder schmerzlich zu empfinden, sondern in einen Genuss zu verwandeln?

Die Frage versuchen wir im nächsten Teil zu klären - ist am Orgasmus wirklich nur der Unterleib beteiligt?

(1) Zitat von lioness
Bild oben: Herkunft unbekannt, Bild unten: Aus einem Artikel von Gizmodo. Das Magazin hatte einen Mini-Vibrator auseinandergenommen.

Die Besten der Besten Vibratoren – gibt es sie?

Einfacher Vibrator - der Motor und der Exzenter, der die Vibration bewirkt
Dieser Tage veröffentlichte eine der Bloggerinnen, die wir hier (noch) regelmäßig lesen, einen Artikel über die besten „Sex Toys. Nun war der Artikel (ihr erratet es sicherlich) gesponsert, aber die Frage nach dem „Besten der Besten“ wird natürlich immer wieder gestellt, weil Spitzenqualitäten nicht für ein paar Euro zu haben sind. Sagen wir es deutlich: was „Solides“ fürs „unsolide“ Verhalten kostet zwischen 70 und 200 Euro.

Die „Besten Sex-Spielzeuge“ haben mit dem „Heiligen Römischen Weltreich“ (1) eines gemeinsam: Sie sind weder „die Besten“, noch geht es um Sex, und schon gar nicht um Spielzeuge.

Das Technik-Zeug – vom Drehen zum Rütteln

Normalerweise ist der Name „Sex Toys“ ein Zusammenfassung von Dildos und Massagegeräten, die nahezu ausschließlich von Exzenter-Motoren angetrieben werden und dabei eine „rüttelnde“ Bewegung erzeugen. Da normalerweise starke Motoren nötig sind, um diese Bewegungen zu ermöglichen, verbrauchen sie auch relativ viel Strom. Das brachte manche Hersteller auf die Idee, sie für 110/240-Volt auszulegen. Ähnlich wie bei anderen Massagegräten, liegt die Elektrik völlig abgeschirmt im Gehäuse, nur die Vibration wird nach außen geleitet. Andere Konstruktionen nutzen Batterien oder Akkumulatoren zum Antrieb der Gleichspannungs-Motore. Diese rotiert nur – sie können nichts anderes. In den meisten Geräten arbeiten Mini-Antriebe, die mit etwa 2000 – 10.000 UpM (Umdrehungen pro Minute) rotieren.

Eine Top-Marke setzt beispielsweise einen Motor mit 6.400 UpM ein. Das musst du durch 60 teilen, um die maximale Rüttelfrequenz zu errechnen, ergibt also ungefähr 100 Hertz. Auf dem Motor sitzt dann die „Unwucht“ die dafür sorgt, dass die Rotation in Vibration verwandelt wird. Diese wird anschließend entweder direkt oder über eine Welle an den Kopf des Vibrators übertragen.Wie das bei einem hochwertigen Vibrator oder Massagegerät funktioniert, kannst du hier an einem zerlegten Gerät sehen. Diese Frequenz ist hörbar, und deshalb „summen“ Vibratoren tieffrequent, sie „brummen“ also. Durch sogenannte „Obertöne“ „klingen“ sie aber oft heller. Zum Vergleich: Der „Kammerton“ in der Musik hat eine Frequenz von 440 Hertz.

Köpfchen, Köpfchen …

Dieser „Kopf“ kann theoretische jedwede Form haben – von einer Kugel über eine eichelähnliche Spitze bis hin zu einem schnabelartigen, kleinflächigen Punkt. Einige Vibratoren sind dafür gedacht, von der Vagina ausgehend auf die inneren Organe (und auch die Klitoris) abzustrahlen. Stärkere Reize gehen in der Regel von kugel- schnabel- oder punktförmigen Köpfen aus, die speziell die Schamlippen und/oder die Klitoris reizen. Die „Auflagevibratoren“ massieren den Unterleib eher flächig und gelten deshalb als sanft. Übrigens spielt auch das Material der Außenhaut eines Vibrators eine wesentliche Rolle für deine Gesundheit. Darüber ist allerdings schon viel geschrieben worden, sodass wir hier darauf verzichten.

(1) Das Reich war nicht "heilig" sondern weltlich, nicht römisch, sonder deutsch, und auf keinen Fall ein Weltreich. Ähnlich ist es übrigens mit den "Heiligen Drei Königen".

Nächste Folge: Was passiert eigentlich in dir und auf dir, wenn du unterschiedliche Vibratoren einsetzt?

Haben Frauen, die „Fifty Shades of Grey“ lesen, den besseren Sex?

Grau mit Schattierungen von Rosa: Bringt das mehr Lust?

Den meisten wirklich intelligenten Menschen sträuben sich die kleinen Nackenhaare, wenn sie die „Fifty Shades of Grey“ lesen. Nicht wegen der Sexszenen oder den Peitschenhieben, sondern weil das Buch so schrecklich schlecht geschrieben ist. Möglich, dass manche Frauen "mittleren Alters" diese Gefühle nicht an den Nackenhaaren spüren. Mummy-Porn ist eben für Frauen gedacht, die über 35 sind, und bislang nicht einmal wagten, erotische Träume zu haben, weil angeblich auch keine ihrer Freundinnen welche hatte.

Der Buchhändler freut sich über neugierige Damen

Seither freut sich der örtliche Buchhändler (wie alle anderen Buchhändler in Deutschland auch) nicht nur über weibliche Edel-Porno-Leser, sondern auch darüber, dass die Beratungsliteratur anschwillt. Plötzlich scheinen Tausende von mittelmäßig intelligenten, aber umso neugierigeren Frauen mittleren Alters daran interessiert zu sein, wie sie ihr Sexleben anheizen können.

Endlich darf frau beim Damenkränzchen über Sex reden

Und wenn möglichst viele Frauen möglichst ähnliche Bücher lesen, dann darf man sich beim Damenkränzchen auch endlich darüber unterhalten, was wiederum nach sich zieht, dass eine „neue Qualität Wahrheit“ entsteht. Und die heißt: Es mag ja nicht alles wahr sein, was in den „Shades of Grey“ steht, aber diese Beratungsliteratur, die fußt doch auf Fakten.

Vibratoren vereinen alle - Strafpeitschen weniger

Nun wissen wird aus den Kreisen der „Spielzeughersteller“ und der Vertriebsfirmen von Erotik-Artikeln, dass nicht nur mehr gelesen wird, sondern auch gekauft. Von ganz gewöhnlicher frivoler Reizwäsche über schicke Outfits für Sklavinnenrollen aller Art und von „Anfänger Bondage Sets“ bis zur Strafpeitsche für unartige Bedienstete. Und natürlich: Vibratoren. Denn wie hieß es schon bei der Circe? „Ja, ist wahr, man zaubert besser oft allein, fällt was ausm Ärmel, steckt man’s wieder rein.“ (1)

Mit anderen Worten: Frau kann sich auch selbst mehr Lust bereiten – und möglicherweise macht ihr dies mehr Vergnügen als den Hintern versohlt zu bekommen.

Ein guter Herr ist schwer zu finden

Bleiben wir mal bei den Shades of Grey: Um sich wirklich lustvoll zu unterwerfen, braucht man einen Partner, der ebenso cool wie liebevoll seine Rolle spielt. Und gegen Ende eben auch noch Lust darauf hat, nunmehr die Rolle zu wechslen und ihr den „Hengst zu machen“. Freilich ist das nicht alles: Ist die Spielstunde vorbei, muss er sich wieder um die tropfende Heizung kümmern. Solche Männer gibt’s allerdings nicht ohne Mühe: Da muss die Dame schon allerlei in die Waagschale werfen, um überhaupt „genommen“ zu werden.

Den Lover in die Wüste schicken?

Bevor ich vergesse, dies zu sagen: Ein Drittel der Frauen, die angeblich zuvor „Shades of Grey“ gelesen hatten, schickten Ihren bisherigen Lover hernach in die Wüste. Ich nehme mal scharf an, dass der Nachschub an willensstarken Peitschenschwingern und geilen Hengsten nicht so richtig gelappt hat. Aber zumindest für ekstatische Orgasmen gibt es ja Vibratoren. Bei denen funktioniert ja auch die „Technik“ immer – was bei Männern nicht so sicher ist. Und überhaupt – Männer – nur knapp ein Viertel der Frauen erwarten von penetrativem Sex überhaupt einen Orgasmus. Ob’s nach einem Hinternvoll besser funktioniert?

Ich tippe mal darauf, dass es unter ausschließlicher Verwendung eines Vibrators ausgesprochen entspannter klappt.

Referenzen:

Via Cassy.
Mirror (UK)
Daily Mail
(1) Zitat aus "Circe" von Friedrich Hollaender.

Liebe Pur