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Der Höllenschlund der Pornografie und die Wissenschaft

Ich finde, Pornos sind nicht so schlimm, aber ich würde das nicht gucken. Das ist nicht so für Mädchen gemacht. Jedenfalls finde ich das nicht so gut wie die Jungs.
Ein Teenager in der Wochenzeitschrift "DIE ZEIT"



Die erste Verführerin ist die Wichtigste



Christoph Wöhrle ist sauer – und lässt sich in der ZEIT darüber aus, dass er weitgehend ungehört bleibt – ebenso wie Anne Sophie Wöhrle. Beide sollen gemeinsam das Buch „Digitales Verderben: Wie Pornografie uns und unsere Kinder verändert“ verfasst haben.

Womit schon von vornherein klar wäre, was gemeint ist: Das Verderben droht: Der Höllenschlund steht offen. Früher oder später wird er auch ihre Kinder verschlingen, denn …

Das mobile Internet ersetzt beinahe den Sexualkundeunterricht in der Schule, lange bevor der Biologie-Lehrer das Thema anpacken kann.
(1)

Ein Schuldiger wird gesucht - die Wurzel alle Übels liegt in Hamburg

Doch wer trägt die Schuld an alldem? Christoph Wöhrle hat die Schuldigen gefunden: Hamburger Wissenschaftler sind die Verursacher. Sie verbreiten zwar nicht die Unwahrheit, aber sie geben eine einseitige Darstellung – und die ist schrecklich liberal. Liberal zu sein ist immer ganz schrecklich für Schwarzmaler und Ideologen.

Eine Kronzeugin gegen Hamburger Sexualwissenschaftler?

Außerdem, so zitiert Wöhrle die Humanbiologin Karla Etschenberg, seien die liberalen Hamburger Sexualwissenschaftler nur bedingt kompetent, denn sie „ignorieren Lernpsychologie und Neurobiologie“. Weiter soll Etschenberg gesagt haben:

Natürlich lernt unser Gehirn von dem, was wir sehen und erfahren. Und wenn junge Menschen Pornos konsumieren, lernen sie von der Pornografie, verinnerlichen Normen und Standards.
(1)

Na klar, Frau Etschberg: Und wenn junge Menschen das Verblödungsfernsehen im Nachmittagsprogramm der „Privatsender“ sehen, dann verblöden sie, und wenn sie BBC-Krimis sehen, dann werden sie gewalttätig. Diese Art von Behauptungen ist ja nicht neu, aber dankenswerterweise völlig an den Haaren herbeigezogen. Im Grunde müssten dann auch beim bloßen „Konsumieren“ von Mordgeschichten, Heimatschnulzen oder eben auch Pornografie deren „Normen und Standards“ verinnerlicht werden? Dann dürften junge Leute nur noch die Bibel lesen – und auch die ist nicht ohne Haken und Ösen, soweit Mord, Totschlag und Sexualität betroffen ist.

Wie geht eigentlich "richtiger Sex?"

Unbestritten ist, dass viele junge Männer versuchen, aus der Pornografie heraus zu erfahren, wie Sex „wirklich“ gemacht wird. Und hier kommt nun der Bio-Lehrer wieder ins Spiel: Viel zu spät, viel zu biologisch erklärt wer, wie Prozesse ablaufen, die wir als Menschen allerdings nicht „biologisch“, sondern als ausgesprochen komplexe Prozesse erfahren. Doch solange der junge Mann auch schaut: Sex zu haben“ ist eine höchstpersönliche Erfahrung, die man sich nicht aus Büchern oder Filmen aneignen kann. Und damit die mal gesagt ist: Seine erste Verführerin/Geliebte wird seine sexuellen Wünsche intensiver prägen als jeder pornografische Film.

Ins Hirn gucken - aber da gibt es nichts Neues

Ach ja, und dann wäre da noch die Magnetresonanz-Darstellung des Gehirns (MRI), die Forscher ermöglicht, ein bisschen zu spekulieren, wie Gefühls- und Denkprozesse möglicherweise ablaufen können. Aber auch hier wird nur deutlich: In der Jugend ist es leichter möglich, das Gehirn durch Drogen und Sex (hier vertreten durch Pornografie) zu beeinflussen. Die Wissenschaft ist sich im Übrigen ohnehin weitgehend einig: Jedes zwanghafte Verhalten (Spielsucht, Bulimie, Sexsucht) hat ähnliche Auswirkungen wie der Konsum von Rauschdrogen. (2)

Pornografie wird – man muss es einmal so deutlich sagen – wird deutlich überschätzt, und das gilt für Forscher wie für Moralisten. Und was uns am meisten prägt, ist nun einmal das Elternhaus, nicht „irgendwelche Medien“, wie so oft behauptet wird. Ja, und in der Liebe? Der erste Mensch, der uns gezeigt hat, wie schön Sex sein kann, prägt uns mit Sicherheit mehr als ganze Bände von Pornoheften.

(1) In der Wochenzeitschrift DIE ZEIT - Pornografie und Jugend
(2) Universität Cambridge.

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