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Zehn Jahre Liebeszeitung

10 Jahre Liebeszeitung
Unsere Liebeszeitung erblickte mit leichtem Flattern und zunächst in einem recht konservativen Kleidchen am 1. September 2019 das Licht der Welt.

Sie hat harte Zeiten gesehen, Anfeindungen überstanden und das Blogsterben überlebt. Nicht zuletzt, weil ich bis an die Grenzen meiner freien Kapazitäten gegangen bin, um sie 10 Jahre lang „durchzufüttern“. Wer in seiner Schulzeit mühevoll den Griffel über die Schiefertafel führte, um ein paar Zeilen zu schreiben, wird ermessen können, was er bedeutet, 300, 600 oder gar 1.200 Wörter zu schreiben – und dies möglichst täglich. Falls ihr Zahlen-Freaks seid: der längste Artikel umfasste 16.468 Zeichen (2.450 Wörter). Apropos täglich: Ganz ist es nicht gelungen: Ich veröffentlichte (Stand heute) 3.137 Artikel – 0,85 Artikel pro Tag.

Qualität zählt leider kaum

Schon bald musste ich erfahren, dass Qualität und Informationsbedürfnis bei unserer Leserschaft nicht im Vordergrund standen, sondern spektakuläre Themen, die mir von überall zugespielt wurden. Damit muss man als Redakteur leben. Viele meiner Leser suchen schöne Illusionen, vor allem über „heikle“ Themen wie Feminisierung, Dreier, Unterwerfung und Ähnliches. Aber auch im Bereich der Partnersuche wollen die meisten Leser ihre Wünsche bestätigt sehen, die oft meilenweit von der Realität entfernt waren. Ein Artikel über eine winzige Randgruppe, die „Sugar Babys“, wurde über eine viertel Million mal gelesen. Immerhin wurde ein sinnreicher, aktueller Artikel über die Presse und die Liebe am besten bewertet. Im Gegensatz dazu erhielt der historisch korrekte Artikel über die „englische Erziehung“ die schlechteste Bewertung.

Zeitweilig verging mir die Freude

Manchmal – und ich muss sagen: Mehrfach wollte ich die „Liebeszeitung“ aufgeben. Heute bin ich bin ich sehr froh darüber, dass ich sie nicht verhungern ließ. Und heute erreiche ich mit dem neuen Design sogar noch die notorischen Handy-Benutzer.

Und Dank ...

Bedanken kann ich mich bei den Unterstützern, bei den häufig anonym schreibenden Autorinnen und Autoren, die keine Honorare verlangen. Natürlich auch bei meinem Provider, der mich nicht hängen ließ, als Datenbanken krachten, und letztlich auch bei Serendipity, der Software, auf der alles stabil läuft.

Mehr Feedback wäre schön gewesen ...

Etwas mehr „Feedback“ hätte ich mir schon gewünscht in all den Jahren … aber meine Devise lautete von Anfang an: Falls ich im Laufe der Lebenszeit der „Liebeszeitung“ auch nur 100 Menschen begeistere, dann habe ich 100 Menschen etwas glücklicher gemacht. Peanuts für einen Herausgeber und Redakteur?

Ach was … und überhaupt: The Show must go on. Und fragt niemals, warum. Falls das eine Botschaft ist – dann ist es eben meine Botschaft zum etwas verspätet angesetzten 10-jährigen Jubiläum für heute. Ich trinke ein Glas auf euch – trinkt auch ein Glas auf mich. Dann sind wir quitt.

Bild oben: nach einer Champagner-Werbung, 19 JH

Zwei Mal F*** ist einmal zu viel

Jemand will „gerade auf meiner Webseite gelandet sein“. Na, hoffentlich hat er sich dabei nicht verletzt, denn die Landebahn hier ist verdammt glitschig.

Und er möchte (man höre, er möchte!) meine Seite nicht verlassen, ohne mir ein Lob zu „dieser gut strukturierten und schick designten Page zu hinterlassen“

Ach, wie dankbar ich doch bin … wäre natürlich schöner, er hätte seinen Kommentar nicht „Fickkontakte finden und flirten“ betitelt und nicht dabei zu einer kommerziellen Webseite verlinkt ….

Leute, wenn ihr kommentieren wollt, dann nehmt bitte Stellung zu den Inhalten … zu den INHALTEN, falls ihr des Lesens mächtig seid …

Du bloggst? Gut – aber was machst du mit deinem Leben?

Bis vor einiger Zeit las ich noch gerne die Blogs jener Frauen, die ihr Sexleben öffentlich zelebrieren und dabei gelegentlich auch noch interessante Lebensweisheiten daraus ableiten. Jenen, die es wirklich schaffen, wünsche ich weiterhin viel Glück – und zwar von Herzen. Einer Tätigkeit zwischen Schwarzlicht und Rotlicht nachzugehen, dabei sein Selbstbewusstsein zu behalten und noch gut zu verdienen, ist nicht einfach.

Doch die anderen, die ständig schreiben, wonach ihre Seele dürstet und wie schwer es ist, sie mit Glück zu füllen, denen die Einkünfte niemals reichen, und die zwischen Euphorie und Verdruss schwanken, was ist mit ihnen?

Ich denke, viele sehen sich gerne im Rampenlicht und laben ihre Seele an den Speichelleckern, die ihnen „schön tun“ – was übrigens nicht nur für Erotik-Bloggerinnen gilt. Jedes „Like“ und jede andere positive Bewertung kann ein Lob sein – aber ebenso gut auch ein Fliegenschiss. Nein, ein Blog ist kein Lebensinhalt. Vor allem gilt dies für jene, die im Grunde endlich ihren Platz im Leben erobern müssten, aber genau diesen Platz nicht finden können.

Wenn die Gesundheit längst benagt ist, das soziale Leben wie eine Kartenhaus zusammenfällt und die Psyche fällig für die Mauser ist, dann gilt es, sich zu besinnen. Das eigene Leben ist zu wichtig, um es an obskure Existenzen zu verschwenden – gleich, ob sie Frauen oder Männer sind oder sich als Retter oder Samariter aufspielen.

Öffentlich seine Meinung zu vertreten, ist Herausforderung genug, zumal, wenn sie nicht dem Mainstream entspricht. Aber dafür muss man Zeit haben und unabhängig sein. Und wer anderwärts auch nur 10 Euro, Pfund oder Dollar pro Stunde verdienen kann, der sollte es tun.

Datenfehler - sorry

Verflixte Technik
Ich sag mal: Entschuldigung. Wegen eines Datenfehlers musste ich die Bewertungen/Statistiken auf den Stand von April zurückladen. Das ergibt keine großen Unterschiede für euch - aber vielleicht fielt es doch jemandem auf.

Die guten Artikel und ihre schlechten Bewertungen

Freier und Hure, 1808, Britisches Museum (Teilansicht)
Am schlechtesten wurden Beiträge der Liebeszeitung immer dann bewertet, wenn sie versuchten, Irrtümer zu beseitigen.

Zum Beispiel, welche Dienste in britischen Flagellationsbordellen verrichtet wurden. Offensichtlich sind manche Zeitgenossen der Meinung, dort wurde fein säuberlich getrennt zwischen der Arbeit am „Embulon“ und an der Bearbeitung des Gesäßes mit Ruten. Denn steht außer Zweifel, dass die britischen Frauen, die in Flagellationsbordellen arbeiteten, im engeren wie im weiteren Sinne Prostituierte waren. Vom 16. Jahrhundert bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war eine derartige Frau eine Stiefelhure. Die Domina oder „Dominatrix“ wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv für Frauen genutzt, die überwiegend oder ausschließlich für Schläge, Qualen und Erniedrigungen aufgesucht wurden. Die sogenannte Lifestyle-Domina gilt hingegen als reine Verschleierung der Rotlichtbranche, um dem Prostitutions-Vorwurf zu umgehen. (-80 Punkte)

Entsprechend schlecht wurde auch ein Artikel über Theresa Berkley bewertet, in dem bezweifelt wird, dass es sich bei der primitiven Holzkonstruktion, die heute als das „Berkley Horse“ bezeichnet wird, wirklich um die „berühmte Erfindung“ der Bordellbesitzerin handelt. (-70 Punkte).

Was am Artikel über die Neo-Moralapostel auszusetzen war, ist mir hingegen unbegreiflich. (-75 Punkte). Und ob es auch die Mortalapostel waren, die sich heimlich darüber echauffierten, dass erfahrene Frauen die besten Lehrmeisterinnen für junge Männer sind? (-74 Punkte).

Der am unterschiedlichsten bewertete Artikel war jener über Männer, die vor allem nach Intimität in der Lust suchten. Er bekam 163 Stimmen – gemischt aus Zustimmung und Ablehnung.