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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Lockerungen, Frühlingszeit ... STI im Anmarsch?

Neues Match? Super - aber nicht ohne Kondom ..
Keine Frage: STIs sind weder ausgerottet noch gut „handelbar“. Manche Statistiken sagen aus, dass seht viele Menschen mindestens einmal im Leben davon betroffen sind. Und gemeint sind damit alle - Ledige wie Verheiratete, Frauen wie Männer, sogenannte „Heterosexuelle“ und Menschen, die sich anders definieren.

Dating und Kondome gehören zusammen

Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung BzGA hat eine neue Plakataktion unter dem Stichwort „Liebesleben“ geschaffen. Ein Teil davon wendet sich direkt an euch, die ihr jetzt bei Dating-Portalen auf die neue Liebe wartet. Und viele von euch, das weiß ich, wollen nicht sehr lange darauf warten, bis endlich wieder „ineinander kommt, was ineinander gehört“.

Kondome schützen weiterhin. Wusstet ihr ja eigentlich. Das Wichtigste: Immer dabei haben und wenn ihr sie schon dabei habt, bitte auch benutzen.

Mehr Informationen und © 2021 für das Plakat: BzGA

Aktfotos von sich selbst im Freien - ist das möglich?

Selbst und schön geht auch - bitte beachten: © 2021 bei der Agentur oder der Fotografin
Sie fuhr mit dem Fahrrad, der Kamera, viel Film und einem Stativ in die freie Natur, und tat etwas, das sich nicht „schickt“: sich nackt auszuziehen und sich selbst zu fotografieren. Und dann und wann musste sie sich blitzschnell anziehen, wenn Menschen vorbeikamen.

Wichtiger als diese Schilderung ist aber, wie schwierig es war, den kreativen Prozess voranzutreiben: Und wie viel Aufwand dahinter steckt, wirklich inspirierende Fotos herzustellen.

Nicht alle Bilder stammen „aus der Natur“, und nicht alle sind farbig. Hübsch ist auch der Filmstreifen in Schwarz-Weiß, analog auf Agfa APX 400 fotografiert. Wer es jemals selbst versuchen will, dem kann nur empfohlen werden, es ähnlich nachzuvollziehen: nicht unbedingt auf Analogfilm, aber mit Sicherheit auf dem Stativ. Und in Innenräumen in der Nähe des Fensters bei diffusem Licht.

Maria Kn ist das Modell und zugleich die Fotografin, und veröffentlicht hat alles die Sticks and Stones Agency. Dre Besuch der Webseite ist sehr zu empfehlen. Sie gilt allerdings als "Nicht sicher für das Öffnen am Arbeitsplatz".

Wichtiger Hinweis: Das © 2021 liegt bei der Fotografin und/oder bei der genannten Agentur.

Nach der Pandemie: die heftige Lust auf Lüste

Die Lust beim Date steht hinter der Stirn, nicht darauf ...
Die Sehnsucht nach Begegnungen ist ungebrochen, und niemand darf erwarten, dass der „Edelmensch“ in uns nach Abflauen der Pandemie als erster aufbrechen, um Dates einzugehen. Der innere Durst, das Lechzen nach Lust und Sinnlichkeit steht hinter der Stirn, nicht auf ihr. Die feine Dame, die im Schneiderkostüm erscheint, verspürt die Lust ebenso wie der „Gentleman“, der seiner Dame den Stuhl zurechtrückt. Am Ende haben inzwischen alle Singles einen Luststau, egal wie vornehm und dezent sie auftreten.

Das dezente Date - die Suche nach „etwas Festem“

Auch wer einen festen Partner oder eine feste Partnerin sucht, ist ein Wesen, das den Naturtrieben unterliegt. Es wäre eine Lüge, zusammenzukommen und keine Hoffnung auf eine lustvolle Erfüllung mitzubringen. Vielleicht nicht beim ersten Treffen, aber beim Zweiten. Bricht die Wahrheit auch beim dritten Treffen nicht durch, dann versiegt das Interesse schnell.

Dazu gestand mir eine wirklich „feine Dame“ einmal:

„Beim ersten Date sage ich ihm nicht, das sich feucht werde. Beim zweiten Date verlange ich nach Körperkontakten, wie zum Beispiel heftigen Zungenküssen. Wenn ich dann körperlich noch stärker reagiere, sende ich ihm klare Zeichen, dass ich ausprobieren will, wie sich der Sex mit ihm anfühlt.“

Dies mag ein deutlicher Hinweis darauf sein, warum wir nicht zu lange in „höfischer Zurückhaltung“ verharren sollten, wenn wir wirklich eine stabile Beziehung suchen.

Das Date mit der Hoffnung auf spontane Lust - "ihre" Sicht

Manche Menschen treffen stehen von vorn herein unter dem Vorzeichen von Sex. Diese Idee wird zumeist Männer zugeschrieben, wird aber von Frauen inzwischen deutlich häufiger verlangt als im vorigen Jahrhundert. Die Idee dahinter ist einfach:

1. Wenn eine Beziehung daraus wird, ist es gut - muss aber nicht sein.
2. Der Grundgedanke: Heute habe ich endlich frei, und ich habe viel Zeit darauf verwendet, mich schön und begehrenswert aufzumachen.
3. Der Sex muss also heute stattfinden.
4. Die Strategie: Ich beginne das Date „ganz gewöhnlich“, ohne meine Absicht erkennen zu lassen.
5. Im Positivfall bringe ich ihn dazu, Sex mit mir zu haben.
6. Im Negativfall sage ich am Ende, ich hätte kein Interesse an einem weiteren Date.

Die Prozedur läuft also etwas anders ab: Gedanklich ist vor allem die Frau auf Sex vorbereitet, sie nimmt aber an, dass kein Mann ablehnen wird. Erweist sich der Kandidat als brauchbar, bringt die Frau ihn schnell und zielsicher in eines der möglichen Betten (zu mir/zu dir/ ins Hotel). Wenn nicht, sagt sie am Ende, er habe ihr nicht gefallen - wie bei jedem anderen Date auch.

Das Date mit der Hoffnung auf spontane Lust - seine Sicht

Die „umgekehrte Konstellation“ dürfte bekannter sein. Viele Frauen – vor allem mittleren und höheren Alters beklagen sich darüber. In diesem Fall hat der Mann kaum Verbreitungen getroffen, hofft aber, dass der Abend ein „feuchtes Ende“ nimmt. Bedeutet ihm die Frau, dass die nicht möglich ist, beendet er das Date höflich, aber ohne plausible Begründung. Willigt sie ein, ist der weitere Verlauf im Wesentlichen davon abhängig, ob sie ihn längere Zeit an sich binden will oder kann.

Das Verlangen nach Lüsten aller Art wird zunehmen

All diese an sich bekannten und durchaus beliebten Konstellationen werden sich jetzt abspielen - freilich unter einem erheblich größeren Verlangen nach Sex als vor der Pandemie.

Das Einzige, was dabei wirklich zu beachten ist: Sei darauf vorbereitet. Emotional kannst du dich so vorbereiten, dass du ein „Open End“ im Auge hast - also „alles kann passieren, aber nichts muss geschehen.“ Körperlich wäre es sinnvoll, wenn du dich darauf vorbereiten könntest, Geschlechtsverkehr zu haben. Und rein praktisch wäre es gut, am Morgen darauf wenigstens einen frischen Slip zu tragen.

Selbstverständlich werden auch die Menschen wieder aufbrechen, deren Sinn weder auf Beziehungen noch auf „Sex allein“ gerichtet ist. Sie haben auch in „normalen Zeiten“ die größten Schwierigkeiten, Partner(innen) zu finden.

Aktuelle Tipps - Anfänger(innen), bitte etwas zurückhalten

Mein Tipp: Wer sich mit Fremden und ihren Lüsten auskennt, und auch die eignen Lüste im Griff hat, sollte mit Ruhe einsteigen und die neuen Freiheiten genießen. Und dies völlig entspannt, so weit es möglich ist. Wer hingegen erst jetzt in die Welt der Begegnungen einsteigt, sollte warten, bis der größte Druck „raus“ ist und dann einsteigen, wenn sich der „Markt“ wieder etwas stabilisiert hat.

Der unhygienische Kuss anno 1920

Der angeblich sichere Kuss - 1920
Wir schlagen uns wacker, wenngleich etwas verwirrt und abgekämpft durch Epidemien und Pandemien. Damit ihr etwas zu lächeln habt, zeige ich euch hier eine Anzeige von ca. 1920. In einer wissenschaftlichen Zeitung jener Zeit erschien dazu ein etwas ironischer Artikel, und zwar in der Ausgabe 96/1920 der Zeitschrift „Popular Science Monthly“ (Seite 198). Auszug aus dem Text:

Text (unten, Auszug)

Wissenschaftler warnen uns, dass Küsse unhygienisch sind - transportieren sie doch alle Arten von gefährlichen Krankheitskeimen. Viele von uns tragen das Risiko, doch manche von uns gehören zu den Vorsichtigen, die sich um den umsichtigen und reinen Kuss bemühen. Einer von ihnen hat dieses Kuss-Filter entwickelt, ... das Netz ist mit einer antiseptischen Substanz bedeckt, dass alle keime im Nu tötet.

Der Text im Original


Quelle zum Nachlesen: Babel.

Liebe nach Büroschluss

Eine Affäre zischen fünf und sieben Uhr am Nachmittag
Heute wurde ich eigenartigerweise auf einen etwas veralteten, in der englischen Sprache aber offenbar noch gebräuchlichen Begriff gestoßen, „Cinq à sept.“

Wie auch in Deutschland, wurden den Franzosen allerlei sexuelle Aktivitäten zugeschrieben, die eher im frivolen Bereich lagen.

In diesem Fall ist es eine verschleiernde Bezeichnung der ehelichen Untreue. Gemeint ist ursprünglich ein Besuch bei einer Frau, die besondere sexuelle Künste beherrschte. Man ging nach fünf Uhr zu ihr, verabschiedete sich vor sieben Uhr, und ging dann nach Hause zum Abendessen. So jedenfalls erzählen es sich die Engländer. Die Zeitangaben beziehen sich natürlich auf den späten Nachmittag, also immer „PM“.

Es ist also eine Metonymie, landläufig ausgedrückt eine „Verschleierung“ des wirklich Gemeinten.

In Quebec, so hörte ich aus anderen Quellen, sei es die „Happy Hour“, also der Besuch einer Bar nach Dienstschluss.

Die Affäre zwischen Büroschluss und Ankunft am heimischen Herd ist eines der beliebtesten Themen der erotischen Literatur. Ursprünglich war es eine Verhaltensweise der Männer, die sich von der Geliebten einen sinnlicheren Empfang erwarteten als von der Ehefrau. Inzwischen, so vermute ich, haben auch Frauen erkannt, wie wenig die zeitliche Lücke zwischen Büroschluss und Ankunft im Hause auffällt.

Bild: Illustration aus einem französischen Magazin. ca. 1916