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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Der Mythos vom perfekten Mitmenschen

Die Szenarien, unter denen wir leben, ändern sich ständig. Nicht, wenn wir kurze Zeitrahmen betrachten. Doch bereits in einem Zeitraum von zehn Jahren sind Veränderungen erkennbar, und wer 20 Jahre zurückdenken kann, der wird eine andere „Wirklichkeit“ kennen.

Viele Menschen, die mit 40 oder gar 50 Lebensjahren erneut eine Partnerin oder einen Partner suchen, nehmend die Unterschiede deutlich wahr. Heute betrachten Partnersuchende einander anders als vor 20, 30 oder 40 Jahren. Es gibt neue Wünsche und Ziele, andere Lebensentwürfe und Verhaltensweisen. Noch in den 1970er-Jahren traf der männliche Partnersuchende ein „Fräulein“. Wer dabei auf Zeitungsanzeigen angewiesen war, um dieses „Fräulein“ zu finden, wurde mit Argwohn betrachtet. Die Gespräche waren oberflächlich, das Ziel zumeist die baldige Heirat. Doch etwas gab es selten: die Suche nach einem perfekten Mitmenschen.

Dieser Mythos ist eine Erfindung der letzten 20 Jahre. Als es möglich erschien, einen wirklich passenden Partner aus einer Datenbank herauszuziehen, setzte eine Bewegung ein, die nach „Perfektion“ strebte. Manchmal frage ich mich, wie intelligente Menschen solche dümmlichen Gedanken haben konnten. Möglicherweise, weil sie zu jenen gehörten, die Wissenschaftsglaube mit wissenschaftlicher Wirklichkeit verwechselten.

Der Fluch des Zeitgeistes: Tatsächlich folgen immer mehr Menschen dem Irrglauben, dass es unter den vielen Menschen doch einen einzigen geben müsse, der sich als „perfektes Match“ erweist. Und so „Daten“ sie bis zum Abwinken und verfallen schließlich voller Frust in das große Loch, in dem die übrigen Unzufriedenen einander trösten.

Das Leben ist ein langer Prozess der bestmöglichen Anpassung - weise Worte, die weitgehend ungehört verhallen. Niemand will Kompromisse, keiner will sich anpassen. Auf diese eise geht jeder auf seine Weise an der Zweisamkeit vorbei.

Die Lösung dürfte klar sein, aber sie ist unpopulär. Sie besteht darin, die Suche nach dem perfekten Menschen aufzugeben. Hier und jetzt. Am besten schon heute.

Ja, du, ob Frau oder Mann: Du wirst dich weiterentwickeln, nachdem du jemanden kennengelernt hast. Sehr wahrscheinlich ist, dass ihr beide euch unterschiedlich entwickeln könnt, nachdem ihr zusammengekommen seid.

Und nun: Was nützt dir eigentlich ein perfekte Persönlichkeit, wenn die Entwicklung doch weitergeht?

Vergiss das System „Dating“ – suche dir einen Partner

Ich las neulich eine sehr aggressive Stellungnahme einer Texanerin zum „Dating“. Es gipfelte in der Behauptung, dass es niemals an der Person liegt, die einen Partner sucht. Jedenfalls nicht, wenn sie eine Frau ist.

Halten wir einen Moment inne. Denken wir nach statt emotional zu werden.

Das System „Dating“, das in den USA als „Kultur“ bezeichnet wird, ist marode. Das ist nun seit mindestens zehn Jahren öffentlich bekannt geworden. Es handelt sich dabei um Rituale. Die sich etwa so lesen:

1. Sprich nicht über deine Auflassungen.
2. Sei du selbst – aber halte die Emotionen zurück.
3. Zeige ihm nicht zu sehr, dass du ihn magst.
4. Spiel „schwer zu haben“, wenn du willst, dass er um dich wirbt.
5. Putz dich heraus – er achtet auf dein Äußeres.
6. Keine Berührungen, keine Küsse und kein Sex beim ersten Date.
7. Rede möglichst nicht über deine Eigenschaften/Qualifikationen.
8. Halte dich streng an die Regel, ihn zunächst im Unklaren zu lassen.
9. Ergreife nie die Initiative – sie muss bei ihm liegen.
10. Der Mann zahlt die Rechnungen und sorgt für den Transport.


Schon im Jahr 2013 stellte das Buch „Modern Dating“ (1) so gut wie alle Regeln in Frage, die bis dahin in den USA gegolten hatte. Doch warum musste die Regeln überhaupt geändert werden?

Dating als Ritual - mit abgehalfterten Regeln aus den USA

In den alten Zeiten war „Dating“ eine Frage, wie eine ledige, junge US-amerikanische Frau an einen Ehemann kam, der bestimmte Voraussetzungen erfüllen musste. Wurden sie erfüllt, dann war der folgerichtige Schritt eine baldige Eheschließung. Wenn nicht, suchte die Frau weiter, aber zunehmend unter dem Druck, älter und unattraktiver zu werden.

Aus dieser Grenzsituation lässt sich leicht erklären, warum US-Frauen seit etwa 15 Jahren verunsichert an Beziehungen herabsehen. Denn seither geht es nicht mehr darum, beim Date besonders liebenswert zu sein, sondern Persönlichkeit zu zeigen. Körper, Geist und Emotionen bereits in ein erstes Date einzubringen und nicht nur die Fassaden dieser drei Grundelemente zu zeigen, ist ganz offensichtlich neu gewesen.

Kein überstürzter Weg mehr in die Ehe

Und tatsächlich blendeten die Frauen früherer Zeiten diese Grundfragen aus – und die nicht nur in den USA. „Verheiratet zu sein“ war ein Wert an sich. Eine verheiratete Frau galt mehr in einer Gesellschaftsordnung, die Hausfrauen und Mütter emotional hofierte, der ledigen Erfolgsfrau aber deutlich kritisch gegenüberstand. Und also stürzten sich die jungen Frauen in Ehen aller Art.

Die Frage „wer bin ich und wo will ich hin“ existierte so gut wie gar nicht. Auch Bildung war nicht wirklich viel wert. Ob Hauptschulabschluss, Mittlere Reife, Abitur oder Studium: Die meisten wurden ohnehin „Ehefrau und Mutter“. Nur wenige gebildete Frauen wurden, was man damals als Abiturientin üblicherweise wurde: Lehrerin.

Die Wende kam zunächst schleichend. Erst in den 1990er-Jahren konnten die Früchte des Umdenkens geerntet werden, deren Grundlagen in den 1970ern gelegt wurden, und dann ging alle sehr schnell. Die meisten Männer reagierten verstört auf die Emanzipationswellen, die sich vor allem in Bildung äußerten.

Die Scheu davor, sich Grundfragen neu zu stellen

Vergessen wurde, dass sich nun auch Frauen anders definieren mussten. Grundfragen beantworten sich nicht von selbst, sondern sie rufen nach Entscheidungen: Was willst du, wie willst du es, wo soll es geschehen, mit wem möchtest du was tun?

Diese Fragen klingen anders als „wie finde ich einen Ehemann“, nicht wahr?

Wenn wir wirklich kritisch sind, müssen wir sagen: Die Frage „was will ich vom Leben“ sollte möglichst beantwortet werden, bevor jemand eine Beziehung eingeht. Und zwar von Frauen wie auch von Männern. Wer unter 25 ist, mag nur eine vage Vorstellung davon haben – aber ist er oder sie in diesem Alter, sollte wenigstens eine Tendenz erkennbar sein.

Dreiste Anforderungen an Männer

Frauen können nicht erwarten, dass Männer sich ändern, wenn sie selbst nicht bereit sind, ihre Potenziale zutreffend einzuschätzen. Die meisten Frauen handeln hybrid – sie wollen das „Neue“ verwirklichen, ohne die alten Privilegien aufzugeben. Die „Realitäten der Partnerschaft“ heißen aber für beide, sich anzunähern, etwas zu gewinnen und etwas aufzugeben. Die „konservative Auffassung“ zeigt sich darin, dass der Mann führen, verführen, initiativ werden und natürlich bezahlen soll.

Ich könnte nun fragen: Was haben Männer davon, diesen Wünschen zu folgen? Und die Antwort wäre: nichts. Denn was immer Männer tun – es kann falsch oder richtig sein. Der generöse Mann zahlt sowieso – das hat nichts mit „Gentleman“ zu tun oder „guter Erziehung“. Ihm ist es auch egal, was die Frau darüber denkt. Und am Ende weiß jeder, der schon mehrere Dates hatte: Es ist ziemlich unerheblich, was man gesagt hat, in welche Fettnäpfchen man trat, wie hoch die Rechnung war und ob man eingeladen wurde, oder eingeladen hat - wenn sie dich will, gibt es eine Fortsetzung. Wenn nicht, redet sie ein bisschen Unsinn von fehlendem Funkenflug oder nicht vorhandenen Schmetterlingen.

Noch drei Sätze? Das System „Dating“ ist im Eimer. Triff, wen du willst, mach mit ihm oder ihr, was ihr beide für richtig haltet. Und am Ende sagt euch klar, wie die Sache aus eurer Sicht weitergehen könnte – oder auch nicht.

Das ist definitiv alles.

(1) Modern Dating (Chiara Atik), 2013 by Harlequin Books.

Was ist dran an der MILF, der GILF und der Cougar?

Die Begriffe sind vage und obszön - MILF, GILF oder Cougar? Und ja, sie sind auch Etiketten. Aber sie stehen für Beziehungen von jungen Männern zu deutlich älteren Frauen.
Welchen Reiz sie haben, muss jeder Mann selbst herausfinden ...

Es gibt kaum einen Mann, der niemals von einer älteren Frau fasziniert war. Das ist sehr einfach zu erklären: Junge Männer müssen sich gewaltig anstrengen, um eine gleichaltrige Freundin zu finden. Es sei denn, sie wären ungewöhnlich maskulin, sehr intelligent, künstlerisch begabt oder ausgezeichnete Sportler. Möglichst eine Kombination von mindestens zwei dieser Punkte. Und wenn sie eine Freundin gefunden haben, wird die Sache erst richtig kompliziert. Denn die „etwa gleichaltrige Freundin“ eines jungen Mannes (sagen wir, bis mindestens 25) ist selbst noch nicht sicher, wer sie ist und was sie langfristig will. Doch sie kommt mit Ansprüchen daher, die nicht jeder erfüllen kann oder will. Und weil sie sich nicht sicher ist, spielt sie mit den jungen Männern. Sobald ein Mann nicht zu ihren Bedingungen spielt, sondern eigene Regeln hat, schmollt sie oder gibt ihrem Ärger lebhaft Ausdruck.

Nein, nein – du tust das nicht – ich weiß. Aber viele tun es eben.

Die erotische Anziehungskraft – bis 40 ist sie enorm

Die erotische Anziehungskraft von Frauen bis etwa 40 ist geradezu sprichwörtlich. Ob sie nun als begehrenswerte, zielbewusste und kommunikative Wesen gesehen werden, als Mentorinnen oder als sexuell zugängliche Partnerinnen, bleibt zunächst offen. Wie denn überhaupt die „physische Bindung“ eine weitaus geringere Rolle zu spielen scheint wie alle anderen Vorteile, die einem jungen Mann aus dem Kontakt mit einer älteren Frau erwachsen.

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Manipulationen durch Narzissmus bei der Partnersuche - durch Männer?

Hinweis: Dieser Artikel ist dreiteilig. Die ist der letzte Teil. Den ersten Teil liest du hier nach, den zweiten Teil hier.

Ist „Manipulation“ typisch männlich?

Bestimmte Medien und interessierte Gruppen strapazieren gegenwärtig das Thema „Manipulation“. Sie bringen es mit „Gaslighting“, „toxischem Verhalten“, „Egozentrik“ oder „Narzissmus“ in Zusammenhang. Allerdings äußert sich extremer, ausgeprägter Narzissmus nicht ausschließlich darin, andere zu manipulieren – „andere für die eignen Zwecke auszunutzen“ ist nur eines von neun Merkmalen, mit denen Narzissmus diagnostiziert wird. Das heißt: Nicht jeder, der andere nutzt, damit es ihm selber gut geht“ ist ein Narzisst. Und nicht jeder Narzisst manipuliert andere. Insofern ist das, was in vielen Presseorganen behauptet wird, nichts als Unsinn.

Viele Menschen, sogar manche Psychologen, sind sich dagegen sicher, dass Narzissmus „männlich“ ist. Das erweist sich bei näherem Hinsehen als falsch. Wenn Frauen Narzissten sind, dann sind sie vom „vulnerablen“ Typ. Das bedeuten, auf andere eher introvertiert, verletzlich oder passiv zu wirken. Sie fordern auch keine „besondere Aufmerksamkeit“ Sonderbehandlung ein, sondern setzen sie als selbstverständlich voraus und reagieren erst, wenn sie diese nicht bekommen.

Der Psychiater Claas-Hinrich Lammers sagte dem Wissenschaftsmagazin Quarks:

Betroffene wirken eher ängstlich und depressiv. Anders als beim grandiosen Narzissmus gehen vulnerable Narzissten ihre Mitmenschen nicht offen aggressiv an und werten sie nicht ab.

Doch was sie mit anderen Narzissten teilen, ist die Tatsache, dass sie sehr (oder gar ausschließlich) auf sich selbst bezogen sind und hohe Ansprüche an andere haben.

Wie groß ist das Risiko, Narzissten zu daten?

Das Risiko, einem ausgeprägten Narzissten oder einer solchen Narzisstin zu begegnen, ist nicht hoch, aber durchaus vorhanden - und weil sie bei der Partnerwahl oftmals „übrig bleiben“, ist die Quote am Ende höher als in der durchschnittlichen Bevölkerung. Das ist aber nun wirklich nicht anders als bei anderen Personen auch, die schon lange Zeit auf Partnersuche sind. Die meisten von ihnen haben Eigenschaften, die „nicht überall ankommen“ oder Facetten, die ungewöhnlich sind. Manche haben gar geheime sexuelle Wünsche, die schwer erfüllbar sind.

Wir wissen aus Berichten, dass männliche Narzissten versuchen, in ihren Partnerinnen „innere Zweifel“ zu erzeugen, nachdem sie mit diesen eine Verbindung eingegangen sind. Das Gleiche für weibliche Narzissten zu behaupten, wäre nach der Definition falsch. Was wäre aber, wenn die Narzisstinnen von vornherein männlichem Partner ablehnen, die sich nicht durch ihr Verhalten manipulieren lassen?

Das ist sicherlich nichts als eine Spekulation. Sicher ist nur, dass ein ausgeprägter Mensch, der genügend selbstherrlich ist, als Partner kaum geeignet ist – ob man ihn nun „Narzisst“ nennt oder ein anderes Etikett verpasst.

Eine Frage, die hier offenbleiben muss: Warum ist es all diesen Personen überhaupt möglich, einen Menschen zu manipulieren, der ausreichend selbstbewusst ist?

Und mit dieser Überlegung verlasse ich euch in diesem Essay.

Ich las etwa ein Dutzend Artikel, die das Wort "Narzissmus" zu deuten versuchten. Verlässliche Quellen waren hingegen (unter vielen anderen):
Planet Wissen (Zitat 1)
Quarks(Zitat 2)
Dieser Artikel war dreiteilig. Du kannst den ersten und zweiten Teil hier nachlesen.

Die Lust , das Date und das Sommerkleid

Nicht ganz Natur, aber ganz viel Sommer
Nachdem es nun wieder etwas wärmer geworden ist, kannst du ja mal daran denken, ein Sommerkleid zum Date zu tragen.

Sommerkleid zum Date? Ach nee …

Ach doch! Jedenfalls, wenn du willst, dass er sich auch (natürlich nicht nur) für deinen schönen Körper interessiert. So ein Sommerkleid umspielt deinen Körper, und bei jeder Bewegung gibt es etwas Neues an dir zu entdecken. Na, ich denke, das weißt du ganz gut, oder?

Wenn nicht: Falls du nur das Kleid mit einem kleinen Slip trägst, wird er von vornherein deine natürlichen Bewegungen lieben. Es ist schon merkwürdig, wie Männer auf das „Natürliche“ abfahren, aber ich sage dir: Wenn du ohne BH gehst, ist es noch interessanter. Männer sind nämlich nicht nur Voyeure, sondern sie werden besonders aufmerksam, wenn dein Körper in Bewegung ist.

Ist es ein Wagnis, beim Date ein Sommerkleid ohne BH zu tragen?

Wenn du im Internet nachliest, wirst du finden, dass es nur wenige Frauen gibt, die das Wagnis eingehen, ohne BH zum Date zu gehen – wahrscheinlich, weil sie an Abendeinladungen in Restaurants denken. Da ist der BH angebracht, aber dahin gehst du ja auch nicht im flatternden Sommerkleid.

Wie wäre es bei einem Spaziergang durch Wälder, Felder und Wiesen? Oder beim Picknick?

Warum du im Sommerkleid nicht "mit den Augen ausgezogen" wirst

Männer, so sagt man, ziehen Frauen mit den Augen aus. Bestimmte Männer tun das, aber du musst du schon zwei oder drei Schichten Kleidung tragen, damit sich die Illusion lohnt. Doch was hast du noch auszuziehen, wenn du ein Sommerkleid trägst?

Du bist näher an der Natur - und näher an ihm. Du spürst jeden Windhauch auf deiner Haut – und jede noch so sanfte Berührung. Wenn es dir angenehm ist, bekleidet und dennoch ein Teil der Natur zu sein: Warum eigentlich nicht? Vor allem, wenn es heiß ist, die Natur nah ist und es vielleicht schon dein zweites Date ist.

Mehr darüber, welches Kleid du tragen kannst und wie du sexy, aber nicht ordinär wirkst liest du beispielsweise In "Schweizer Illustrierte".