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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Gewöhnlich tust du das ganz Gewöhnliche, oder?

Was nun - das Gewöhnliche, oder ...
Bei so viel „heißen“ Themen im Oktober – wie ist das eigentlich mit dem „ganz Gewöhnlichen“? Na, wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir einer dieser Sprüche ein:

Ein Paar kommt zusammen, um Kinder zu zeugen und zu gebären, aufzuziehen und zu anständigen Menschen zu erziehen.

So etwas kann man mit der Religion oder mit der Natur begründen. Nur mit dem Unterschied, dass die Natur dem Menschen (und anderen Primaten) die Fähigkeit verlieh, jeden Tag und jede Stunde Lust auf Sex zu haben. Und zudem die Gabe, zur Erfüllung solcher Lüste auch Varianten zu erfinden.

Das Gewöhnliche und die Tabus

Und schon ergibt sich die Frage: Was ist denn nun das „Gewöhnliche“? Nach Auflassung einiger religiöser Dogmatiker ist es der Geschlechtsverkehr (PiV) zum Zweck der Zeugung. Aber das ist nun wieder eher die Absicht der Natur.

Und weil dies alle so ist, erfinden wie Menschen sowohl Erweiterungen und Ergänzungen als auch Tabuzonen. Als „Tabu“ galt bis in die 1950er-Jahren Oralverkehr und Analverkehr wurde nur heterosexuellen Wüstlingen und „Schwulen“ zugeschrieben. Das Volk ekelte sich öffentlichkeitswirksam vor Menschen, die es dennoch taten. Noch bis vor wenigen Jahren war es für Männer absolut undenkbar, den Cunnilingus auszuführen – ganz zu schweigen von Analstimulationen oder gar Fellatio. Bis heute verlangen sogenannte Hetero-Männer von Frauen Praktiken, die sie an sich selbst oder für sich selbst nie zulassen würden. Das alles lässt sich begründen, ohne jeden Zweifel. Aber die Begründungen sind fadenscheinig, denn auch für Frauen ist Fellatio wie auch Analverkehr nicht unbedingt ein Vergnügen, sondern eher eine Herausforderung.

Intimrasur ja - Sex nein?

Und wie war das mit dem Gewöhnlichen? Wir lesen immer wieder, dass Frauen nicht auf Dates gehen, ohne sich vorher die Schamhaare zu rasieren. Und es gibt eine große Anzahl von Frauen wie auch von Männern, die diese Praxis nicht normal finden.

Andererseits empfinden es manche Frauen als „ehrenrührig“, sich vor Dates auf die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs vorzubereiten – in diesem Fall nicht wegen der Schamhaare, sondern wegen des Wohlstands. Ich erinnere mich immer an den Spruch mit dem Regenschirm: Wenn du einen dabeihast, wird es wahrscheinlich nicht regnen. Sollte es aber doch regnen, bist du froh, dass du ihn aufspannen kannst. Das gilt sinngemäß auch für Kondome.

Vorbereitet sein ist alles

Das Gewöhnliche ist, bei Begegnungen auf alles vorbereitet zu sein – auf das Einlassen, auf den Rückzug, auf Küsse und Umarmungen, auf „Ja“ und auf „Nein“, und mindestens auf „gewöhnlichen“ Geschlechtsverkehr. Die Fragen mögen gar nicht aufkommen (wie die Sache mit dem Regenschirm) - aber es tut wirklich gut, immer vorbereitet zu sein.

Der Hunger auf Lust und sexuelle Experimente

Nicht gewöhnlich, aber auch nicht ungewöhnlich -in jedem Fall ein Erlebnis
Ich las dieser Tage, der „Hunger nach Lust“ sei in der Jetztzeit besonders groß. Man spricht sogar schon von der Nach-Corona-Zeit. Inzwischen fänden, so hörte ich ebenfalls, sexuelle Begegnungen nicht mehr unbedingt in Wald und Flur statt. Vielmehr würde man den Partner oder die Partnerin gerne ins heimische Bett einladen. Das gilt zwar in mehrfacher Hinsicht als risikoreich, aber Risiken sei man ja inzwischen als Single gewohnt.

Oh, und noch etwas. Die sexuelle Experimentierfreude würde wieder zunehmen.

Und dazu kann ich nun endlich zitieren:

Weil die Sexerziehung und die sexuelle Bildung nicht mehr der Mainstreampornografie überlassen werde, würden die Menschen dazulernen und hätten auch das Bedürfnis, viel mehr auszuprobieren.

Aus dieser Stellungnahme und mehreren anderen Quellen können wir dies entnehmen:

1. Die unattraktive sexuelle Bildung, wie sie in Schule und Elternhaus praktiziert wurde (und wird), wurde längst durch das Internet abgewählt.
2. Im Lauf der Jahre haben Jugendliche und Erwachsene durch das Internet hinzugelernt. Dabei wird die Mainstreampornografie von Bildungswilligen immer mehr gemieden.
3. Eine glaubwürdige, realistische und dennoch ethisch vertretbare Darstellung sexueller Vorgänge würde von vielen bevorzugt, wenn es sie denn gäbe.
4. Erwachsene haben offenbar das Bedürfnis, weiterhin ihren sexuellen Horizont zu erweitern.

Übrigens scheinen so gut wie alle Prognosen über Beziehungen in der „Nach-Corona-Zeit“ nichts als Makulatur zu sein. Doch immer noch findet man Beiträge über den Segen von „Slow Dating“ und die Gefahren der „Abschleppkultur“.

Aus meiner Lebenserfahrung kann ich dazu nur sagen: Wer verbissen irgendeinem Trend folgt, verliert deutlich schneller als andere. Wer hingegen weiß, was gut für ihn ist und was ihm Freude bereitet, der (oder die) gewinnt dabei.

Das war alles für den Moment – aber es kommt noch mehr.

Zitat: Deutschlandfunk, nach Laura Méritt.
Bild: Japan, 1960er Jahre, nachkoloriert.

Internet-Kontaktknüpfungsanstalten und "Dates"

Soeben habe ich ein neues Wort gelernt. Es heißt „Internet-Kontaktknüpfungsanstalten“ und bezeichnet wohl das, was wir wohlwollend mit „Online-Partnervermittlungen“ beschreiben.

Ich hörte zudem von einer Dame, die „vielfältige Geschichten von einfältigen Männern“ erzählen konnte. Da denke ich immer: wie gut, dass ich niemals aus der Schule plaudere.

Doch darum geht es mir gar nicht - sondern um den verbreiteten Irrglauben, dass bei einem ersten Date auch erste zarte Knospen der Liebe durchbrechen müssten.

Und da bin ich - von „First Dates“ über alle sonstigen Kuppelshows bis hin zu den „Kontaktknüpfungsanstalten“ der Meinung: Von ersten Dates Liebe zu erwarten, ist ganz einfach Unsinn. Ein paar Küsse und Berührungen sind wenigstens nötig, um die Sinne wachzurufen und der Verliebtheit eine Chance zu geben.

Das „Gegenübersitzen“ um „Themen aufwerfen“ ist im Grunde gar keine Methode des Kennenlernens, sondern nur das Beiwerk. Und all dies Gerede von „Übereinstimmungen“ ist mehr oder weniger nichts als eine Methode, um Themen zu generieren und keine „peinlichen Pausen“ aufkommen zu lassen.

Wenn du nicht willst, dann lass es bleiben

Dates verlangen ein großes Maß an „ja, ich will“. Wenn jemand sowieso nicht will oder erst einmal jeden ablehnt, weil nicht „alles passt“ oder die Funken nichts sogleich sprühen, verschwendet nichts als Zeit.

Übrigens: Das Leben findet sowieso nicht „bei Dates“ statt, sondern in der Lebenswirklichkeit.

Derr Grundgedanke lässt sich nachlesen im "Badener Tagblatt":

Und schon naht der Oktober ...

Ein bisschen retro, ein bisschen frivol - warum nicht?
Der kühle Windhauch, der an deinen unbekleideten Beinen hochkriecht, ruft nach Aktivitäten in geschlossenen Räumen. Wer jetzt noch sucht, der ist gut beraten, auch eine „Übergangsbeziehung“ zu erwägen. Ich weiß, dass viel von euch davor zurückschrecken. Aber die langen Nächte und der Weihnachtsurlaub, der die Straßen leer fegt, rechtfertigen solche Entscheidungen durchaus.

Und überhaupt: Wer eine Beziehung „für kurze Zeit“ eingeht, hat durchaus die Chance, daraus etwas zu lernen.

Auch die Paare, die schon längere Zeit miteinander verbunden sind, fragen sich jetzt häufig: „Was machen wir eigentlich an den langen Abenden?“ Und was, wenn die „Kinder aus dem Haus sind“ - gibt es dann neue Perspektiven? Traut man sich, etwas Neues miteinander zu beginnen? Vielleicht gar etwas Frivoles?

Ich hörte schon von einem frivolen Adventskalender mit Toys und Dessous - aber Weihnachten ist noch weit. Und Dessous? Sie sollen etwas aus der Mode gekommen sein. „Ich zieh doch nicht solche Nuttenfummel an, nur damit er geil wird?“

Klar - du bist keine Hure und dein Schlafzimmer ist kein Puff. Aber vielleicht macht es doch Spaß? Ich habe mich schon manches Mal gewundert, was plötzlich „Spaß macht“.

Dabei fiel mir dann auch das Motto für Oktober ein:

Tu es doch endlich!

Herumeiern, ob das neue Kleid 50 Euro oder 500 Euro kostet? Zimpern und zagen, ob du dich zu ihm/ihr legen sollst? Dein Schlafzimmer mit Stoffen, Farben und Licht aufhübschen? Dich selbst in frivolen Posen fotografieren? Die ersten Lederhandschellen kaufen?

Tu es einfach. Du hattest seit fünf Jahren kein Date? Versuch mal, jeden Monat mindestens ein Date zu haben. Wenn du zögerst, verlierst du das Gefühl für Dates. Hast du dir mal die albernen Gestalten angesehen, die seit mehreren Jahren kein Date mehr hatten? Willst du so werden?

Na also. Tu es. Tu es jetzt. Denn wenn nichts jetzt, wann dann?

Partnersuche: Schau auf die Möglichkeiten - nicht auf die Vorstellungen

Eines der Hauptprobleme bei der Partnersuche ist ohne Zweifel, auf eine Mischung von gegenwärtigen Bedürfnissen, Vorstellungen, Hoffnungen und Wünschen zu setzen.

So verständlich dies auch sein mag: Eine wirklich intensive Beziehung ist auf viele Jahre, möglicherweise Jahrzehnte oder auch ein ganzes Leben angelegt.

Das heißt: Die sogenannten „Prioritäten“ können sich ändern. Fall du also deine „Kriterienkataloge“ am Anderen abarbeitest, bekommst du vielleicht denjenigen, den du im Moment am dringendsten benötigst. Aber nicht denjenigen, mit dem du die besten Zukunftsaussichten hast.

Was kannst du stattdessen tun?

Du könntest nach einer Person suchen, die ein gutes Fundament für eine stabile Beziehung verspricht und zusätzlich Lust hat, sich mit dir zu verändern und neue, gemeinsame Ziele zu entdecken. Oder mit anderen Worten: Suche nach Potenzialen statt nach Eigenschaften.

Und die Liebe? Am Besten, du lässt sie zu, wenn du dir sicher bist. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie beim ersten Date unter dem Tisch hervorschaut.