„Sehpferd“ ist wieder da – zwar nicht hier, aber eben dort, wo sich Sehpferde immer schon wohlfühlten: im eigenen Blog.
Worüber ich diese Woche schreibe? Ich verrate es sofort:
Der gewöhnliche Mensch ist ein Teil der Natur und schon allein deshalb ist das biologische Geschlecht binär und nicht vieldeutig. Wer dennoch eine Lebensweise „zwischen den Geschlechtern“ findet, der verdient Respekt.
Jeder Mensch muss seinen Weg finden - und es ist für alle nicht leicht
Um es mal ganz klar zu sagen: Auch das Leben der Menschen, die sich überwiegend in zweigeschlechtlichen Dimensionen bewegen, ist nicht leicht. Und auch in dieser Umgebung muss jede Frau und jeder Mann erst einmal eine Position finden – intellektuell, emotional, sozial und auch sexuell. Ob er oder sie das für „normal“ hält oder nicht: Das Leben funktioniert nun mal so.
Den anderen akzeptieren - das reicht völlig
Die Frage ist nicht, was an unsere Leben „normal“ ist, oder wessen Leben „normal“ ist. Die Frage ist vielmehr, ob wir andere akzeptieren, wie sie sind. Und wenn wir das tun, dann reicht das völlig.
Womit wir uns nicht abfinden müssen, ist der ständige öffentliche Druck, der auf uns lastet: Es immer allen recht zu machen und jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Vor allem Letzteres macht vielen Menschen zu schaffen. Sie glauben längst, dass es eine Sprachzensur gibt oder dass man etwas nicht mehr sagen darf“. Andere hingegen labern das Internet respektlos mit Wortgerümpel voll und beweisen damit, dass sie tatsächlich noch „alles sagen“ dürfen.
Ja, ich habe gehört, dass sich selbst gestandene Professoren nicht mehr trauen, die einfachen Wahrheiten über das Menschsein zu vertreten. Ihr Argument, etwas verblümt gesagt: „Es könnte ja einen Shitstorm geben.“
Wobei nun natürlich die Frage auftaucht: Was ist los mit den „Berufsempörerinnen“ und „Berufsempörern“, die sich nahezu anonym zusammenrotten können? Welchen Beitrag leisten sie für die Meinungsfreiheit? Und was bieten sie sonst an, um das Leben in diesem Land für alle etwas einfacher zu machen?
Aufklärung 1930 Die Autorin Madita Oeming fasst ein Dilemma zusammen – der bürgerliche Wohlanstand verhindert eine realitätsnahe Aufklärung Jugendlicher.
Auf die Frage der österreichischen „Standard“ nach der Problemlage antwortete sie:
Dass wir keine ausreichende sexuelle Bildung zur Verfügung stellen und deswegen Pornos in die Rolle dieser Aufklärer geraten. Aber Pornos sind Fantasiefilme für Erwachsene und keine Erklärfilme für Jugendliche. Aber solche Erklärfilme fehlen halt, somit gibt es keinen Ort, an dem Jugendliche kuratierte Inhalte sehen können, um zu verstehen: So sieht Sex aus, so klingt Sex, so funktioniert das.
Klare Ansagen - bewertet
Um eine klare Ansage zu machen: Ja, das Leben besteht aus mehr als „nur“ Sexualität. Und Sexualität besteht nicht nur aus dem Geschlechtsakt. Letztendlich werden wir Menschen nach unserem Verhalten beurteilt, nach dem Umgang miteinander – alles richtig. Und ja, es gibt eine Ethik, die allerdings auch für manche Erwachsene nur schwer verständlich ist.
Und deshalb: Zuerst kommt die Naturwissenschaft, denn sie ist verlässlich. Dann das persönliche Verhalten, das soziale Miteinander, dann die Grenzfälle und schließlich das, was es für die Philosophie und die Religion noch zu erklären gibt.
Das Team "sehpferd" veröffentlicht hier weiterhin Artikel des Zeitgeschehens, die von allgemeinem Interesse sind.
Foto: Aufnahmedaten und Urheber unbekannt. Die Buchautoren waren James Thurber und E.B. White. Originalausgabe1929, diese Ausgabe vermutlich in den 1930-er Jahren, Foto technisch verbessert 2026.
Es gibt eine Zeit für alles – und die Zeit des App-Wahns für Liebende und Partnersuchende ist ganz offensichtlich vorbei. Kurz und bündig:
Die Liebeszeitung bleibt sichtbar, aber sie wird stillgelegt.
Die Zukunft:
Ich werde mich dann und wann noch einmal zu speziellen Themen melden, die "über den Tag hinausgehen".
Der Bestand:
Das Blog bliebt allen Interessenten erhalten - es dokumentiert nach wie vor die Entwicklung des Online-Datings von Ende 2009 bis Anfang 2026.
Wer mich als Autor gerne weiterhin lesen mochte, der kann gelegentlich beim aktuellen "sehpferd" vorbeischauen. Sehpferd-Seiten als modernes Blog gibt es übrigens schon seit dem 18. September 2003. also seit ungefähr 8.200 Tagen.
Hinweise: Text zuletzt geändert am 14.3.2026 Neu: 23.04.2026 Das "sehpferd-team" schreibt hier über aktuelle Entwicklungen im Bereich von Kommunikation, Psychologie und Sexualkunde.
Karikaturen von Milf und GilfZugegeben – ein anderer Begriff für reife, selbstbewusste und zugleich verführerische Frauen in mittlerem Alter wäre mir lieber. Denn der Ursprung des Begriffs „MILF“ enthält das F-Wort, ähnlich wie bei reifen Frauen über 50, die dann und wann auch als „GILF“ bezeichnet werden. Nach Meinung vieler Lexika sind „Cougars“ zwar ebenfalls über 50, aber sie gelten als „Jägerinnen“, die in Bars ihre „Cubs“ einsammeln.
Tatsächlich muss die „MILF“ nicht unbedingt eine Mutter sein, wie das Akronym andeutet. Es reicht völlig, wenn sie zwischen 35 und 44 ist, sexuelle Erfahrungen hat, gut aussieht und bewusst auf jüngere Männer zugeht. Sie kann verheiratet, geschieden oder ledig sein und jeden beliebigen Beruf ausüben.
In der Realität sind „MILFS“ fast so selten wie „Einhörner“. Die meisten von ihnen achten darauf, dass sie nicht in den Ruf der Leichtfertigkeit kommen, denn eine „MILF“ zu sein gilt als anrüchig.
In der Realität sind es meist Frauen, die durchaus selbstbewusst, gelegentlich sogar dominant sind. Bevor sie einen jungen Mann verlocken, wählen sie ihn deshalb sorgfältig aus. Dabei geht es nicht nur um das Alter und das Aussehen, sondern auch darum, dass der junge Mann versteht, dass reife, selbstbewusste Frauen nicht zwangsläufig Dauerbeziehungen suchen.
Im Film reichen verführerische Posen
Anders als in der Realität ist die MILF in erotischen Filmen, namentlich in sogenannten „Pornos“ allgegenwärtig. Im Allgemeinen deutet das auf versteckte Wünsche junger Männer hin. Die Verführerin in mittleren Jahren ist aus der Sicht junger Männer besonders attraktiv, weil sie ihre intimen Wünsche offen äußert und damit auch den Horizont der jungen Männer erweitert.
Das Erotik-Genre MILF baut ganz auf die reife Frau, deren Dominanz Teil der Beziehung ist und bei denen die Verführung des jungen Mannes im Mittelpunkt steht. Manche Quellen sagen, dass es sich um „tabuisierte Beziehungen“ oder den Reiz „verbotener Romanzen“ handelt.
Eines der Hauptkriterien scheint zu sein, dass bei einer Frau mittleren Alters die Reife im Vordergrund steht, die sich sowohl in der körperlichen Erscheinung als auch im Verhalten ausdrückt. Daraus lassen sich Fantasien schmieden, die den jungen Männern als „plausibel“ erscheinen.
Wer zeitgeschichtlich interessiert ist, der wird wissen, dass Frauen in den 1970er-Jahren noch als „unsichtbar“ galten, wenn sie das vierzigste Lebensjahr überschritten hatten. Erst im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts wurde der Typ der lebensfrohen, schönen und sexuell attraktiven Frauen über 40 „gesellschaftsfähig“. Im erotischen Bereich ist es wahrscheinlich die größere Ruhe und Selbstverständlichkeit, die junge Männer fasziniert – auch unabhängig vom Begriff der „MILF“.