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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Wie möchtest du dich gerne fühlen?

Ohne Gefühle zum Date - keine Gefühle beim Date?
Liebe ist kein Wunschkonzert – und doch haben wir zahllose Wünsche an unsere kommenden oder bestehenden Partner(innen).

Ich habe inzwischen recht viele Fragen gehört, die bei sogenannten „Dates“ angeblich eine Rolle spielen – zum Beispiel, ob jemand in Stadt oder Land wohnen möchte. Oder ob jemand beispielsweise konservative oder liberale Einstellungen zu Geschlechterrollen hat. Und dann und wann frage ich mich: haben sich diese Leute jemals Gedanken darüber gemacht, welche Gefühle sie selber haben? Und wissen sie, wovon sie so reichlich haben, dass sie anderen ständig schöne Gefühle schenken können? Oder wissen sie wenigstes, welche Gefühle ihnen der andere / die andere schenken sollte?

Jeder kommt mit Gepäck zum "Date"


Machen wir uns nichts vor: Jeder der auf ein Date geht, kommt mit Gepäck. Ein Teil davon besteht in der Erfüllung seiner Gefühle – doch davon ist kaum die Rede. Da wird zum Beispiel der „starke Arm“ eines „richtigen Mannes“ gesucht. Und nun wäre wirklich die Frage, was sich eine Frau vorstellt, die einen „richtigen Kerl“ sucht. Will sie sich unterwerfen? Will sie sich führen lassen? Will sie bestimmte sexuelle Wünsche erfüllt bekommen?

Was willst du eigentlich mit jemandem fühlen?

Es betrifft dich wie jede andere Frau und jeden anderen Mann. Was will sie mit ihm fühlen? Sind es einige unerfüllte Sehnsüchte, die sich nach ein paar Verabredungen erfüllt haben? Oder ist es das Gefühl dauerhafter Vertrautheit? Ist es der Körper mit seiner Sanftheit und seiner Stärke? Die Psyche, die aufgewertet werden soll? Oder nur der Status? Was verspricht sich jemand davon, alte Gefühle zu teilen und neue Gefühle hinzuzugewinnen?

Die List der Emotionen

Neulich fand ich, wenngleich in einem anderen Zusammenhang, einen Vorschlag: Die Emotionen aufzuschreiben, die man bevorzugt, und sie ein wenig zu sortieren: Welche benötige ich dringend? Welche kann ich mir selber verschaffen und für welche Gefühle brauche ich einen Partner /eine Partnerin? Du wirst mit dieser Liste mit Sicherheit feststellen, woran es dir mangelt.

Zu Dates gehören Gespräche über das Fühlen

Viele Menschen beklagen sich, dass sie keine „auslösenden Gefühle“ bekamen, als sie jemanden zum ersten Mal getroffen haben. Doch wie war eigentlich das „Gefühlsprofil“ dieser Frauen und Männer? Hatten sie überhaupt eines? Und wenn nicht, worauf hätten sie sich verlassen, um zusammenzukommen? Auf die Natur, die beide schon irgendwie zusammenbringen würde? Auf das Geschwätz über Familienmenschen, Familiensinn und Familienplanung? Auf Themen, die nicht einmal im Ansatz mit Gefühlen zu tun haben?

Ich bin mir nicht sicher, ob ein junger Mensch weiß, welche Gefühle er gerne schenken würde und welche er sich von anderen wünscht. Aber ein „gestandener“ Mann oder eine Frau, die „mitten im Leben steht“, sollte es wissen. Und – es ist keinesfalls ein Tabubruch, sie zu erwähnen.

Oder was meint ihr?

Bild: Aus einer Anzeige - farbige Werbung für ein Gesundheitsprodukt - ca. 1920

Die restlos enttäuschte Frau und die Beziehung

Wie du aussiehst, wer du bist ... und was du willst ...
Was denkt eine Frau, die „nicht gewollt wird“?

Die Antwort ist einfach: Sie denkt darüber nach, warum sie abgelehnt wird. Das ist zunächst positiv, doch wohin führen diese Gedanken?

Nachdem die Frage nach dem Körpergewicht abgehakt ist („es ist nicht immer eine Frage der Diät“), folgt schnell die gefundene pauschale Begründung: Ich habe das „Es“ einfach nicht.

Fragt mich bitte gar nicht erst, was das „Es“ ist. Ich vermute, es ist nicht mehr als ein Trugbild, das aus Frauenzeitschriften stammt.

Ich habe aus dem verlinkten Artikel einige Fragen entnommen, die ich hier so beantworten will:

„Wie kannst du verhindern, dass dir so etwas passiert?“

Wenn du keine Frau bist, kann es ebenso für dich zutreffen. Also ist es auch für Männer lohnend, hier weiterzulesen.

1. Wie kann ich dafür sorgen, dass man mich mag?

Die erste Frage, die sich viele Personen mit Schwierigkeiten stellen, scheint zunächst „plausibel“ zu sein. „Wie kann ich bewirken, dass mich jemand mag?“

Diese Frage ist heikel, weil die voraussichtlich niemand eine zutreffende Antwort geben wird. Jeder, der gefragt wird, geht von sich selbst aus. Falls du dich fragst, stelle ich dir eine Gegenfrage:

Welche liebenswerten Eigenschaften besitzt du im Moment? In der Ökonomie sagt man auch: „Nenne doch mal deine Alleinstellungsmerkmale.“ Das sind die Eigenschaften, die nur DU in dieser Kombination anbieten kannst.

2. Der Körper als Köder – nur gut für einen ONS

Die nächste Frage betrifft deutlich häufiger Frauen als Männer: „Was muss ich mit meinem Körper tun, damit ich attraktiv werde?“ Bei Männern wird sie sich schnell erschöpfen: Abnehmen nur bei extrem Übergewicht, Sport treiben nur bei deutlich unsportlicher Erscheinung, etwas vorteilhafter kleiden. Bei Frauen kommen etliche Versuche dazu, mit den Eigenschaften des Körpers zu experimentieren, sich verschiedene Rollen zu zulegen und Haut und Haar zu verändern. Im Endeffekt kommt wenig dabei heraus. Frauen reden selten darüber – aber das „enorme Aufmachen“ und das Spiel mit verschiedenen Rollen führt eher dazu, einen ONS zu haben als eine Beziehung. Das liegt eindeutig an der Oberflächlichkeit – Männer, sie auf Sex aus sind, haben Traumbilder. Und wenn du denen entsprichst, dann werden sie versuchen, dich zu vögeln. Wenn ein Mann „nicht gewollt“ wird, wird er sich dennoch kaum Gedanken darüber machen, wie er „sich verändern“ kann.

Frage dich, warum du dir Frage stellst: „Was muss ich mit meinem Körper tun, damit ich attraktiv werde?“ Denn die Wahrscheinlichkeit, dass etwas mit deinem Körper „nicht stimmt“, ist bei „ganz normalen“ Menschen gering. Das heißt: Dein Körper stimmt, etwas anderes stimmt eher nicht. Deine Aufgabe: Finde heraus, was bei dir „stimmt“. Wenn du das herausgefunden hast, kannst du dich in extremen Fällen fragen: „Was ist mit mir nicht in Ordnung“?

3. Enttäuschung und falscher Schluss: Es liegt an den anderen

Eine weitere Frage beruht bereits auf Enttäuschungen:

"Warum kann ich keine normale Beziehung eingehen?" Oder „Warum will mit mir niemand eine normale Beziehung eingehen?“ Und wie bei so vielen allen Enttäuschungen, glauben die Menschen, es läge nicht an ihnen, sondern an den anderen. Das liest sich dann als Zitat so:

Männer scheinen im Allgemeinen nicht zu einer Beziehung beitragen zu wollen und scheinen damit einverstanden zu sein, Frauen zu verletzen, wenn es ihnen nützt.

In diesem Fall wäre es wirklich gut, nun die Ursachen zu finden, die nicht bei den „anderen“ liegen, sondern bei dir. Denn so viel ist sicher: Nur, wenn du die Verantwortung für dein Tun und Unterlassen übernimmst, kannst du etwas verändern.

4. Wut und Verzweiflung

In der nächsten Stufe wirst du sauer auf die anderen. Du entwickelst eine Wut auf Frauen oder Männer: Warum ignorieren sie mich, warum nutzen sie mich aus? Aber in Wahrheit fragst du gar nicht: Warum tun sie es? In Wahrheit fragst du dich: „Warum passiert alle dies dauernd MIR?“ Sobald du die Frage so stellst, gibt es vielleicht langfristig eine Lösung. Und bevor du je nach dem „Warum“ fragst, wäre es schön, wenn du sagen könntest, wann, wo und in welchen Situationen hast du deine Eindrücke gewonnen?

Ab diesem Zeitpunkt wäre es auch gut, an Hilfe von außen zu denken.

5. Selbstaufgabe

Die schreckliche nächste Konsequenz wäre die Selbstaufgabe. Dazu wieder rein Zitat:

Irgendwann geben die meisten auf und versuchen gar nicht mehr, eine Beziehung aufzubauen.

Wer diese Menschen schon einmal erlebt hat, weiß, dass sie Gruppen bilden, um sich gegenseitig Gründe dafür zu geben, keine Beziehungen mehr zu wollen. Das tun Männer ebenso wie Frauen. Manche rettet das vor der endgültigen Selbstaufgabe, andere werden dadurch ideologisiert und hassen das jeweils andere Geschlecht. Dann ist es auch oft zu spät, die Kernfrage zu stellen:

„Was willst du aus einer Beziehung gewinnen, und was würdest du dafür aufgeben?“

Was das alles (für dich?) bedeutet

Aus der Schilderung ist zu erkennen, wie eine „negative kybernetische Spirale“ entsteht. Die Situation wird von Maßnahme zu Maßnahme hoffnungsloser, weil die jeweilige Rückkoppelung in einen „Teufelskreis“ führt, dessen Ende oft zu einer inneren wie auch äußeren Verzweiflung führt. Es wäre zu einfach zu sagen, man müsse nun „nur“ dafür sorgen, dass dieses System eine „positive Rückkoppelung“ bekommt.

Ein Wechsel der Fragestellung hilft bereits

Das „Positive“ entsteht nicht, wenn „mehr vom Gleichen“ versucht wird, während schon klar ist, dass dieses „Mehr“ zu noch größerem Frust führt. In diesem Fall muss „etwas anderes“ versucht werden - zum Beispiel eine völlig andere Fragestellung.

Dabei wird viel Licht auf das Ziel fallen: „Eine Beziehung“ ist etwas, das gestaltet werden will – der Begriff muss also mit Inhalten gefüllt werden. Schon die Frage: „Wer will ich in einer Beziehung sein und was will ich darin bewirken?“, kann völlig überraschende Antworten ergeben.

Eine Lösung ist dies nicht, aber ein Ansatz zum Nachdenken in jedem Fall.

In diesem Artikel werden Zitate von Ossiana Tepfenhart verwendet und widerlegt, die sich bei "Medium" nachlesen lassen. Grafik: Archiv von liebesverlag.de

Der schambehaftete Sehnsuchtsort

Zwischen Inferno und himmlischer Lust: Fantasien
Fantasien, so sagen viele, seien „schambehaftete Sehnsuchtsorte“. Diese Formulierung stammt von der Sexualpädagogin Barbara Rothmüller, die regelmäßig Kolumnen für die „Krone“ schreibt.

Ein bisschen Scham bleibt selbst beim bloßen Träumen – darf man denn das? An der Spitze der Sehnsuchtsorte, die zugleich die an der dunkelsten glühenden Schamesröte erzeugt, steht der Wunsch, sich zu unterwerfen. Die Vorstellung, unterworfen zu werden, ist nahezu ebenso so verbreitet, und auch die üblichen „Verschärfungen“ durch „bewegungshemmemde Maßnahmen“ sowie allerlei Aua-Spiele stehen hoch im Kurs. Sie gelten als aufregend, erregend, erhitzend.

Wölfe und gekaperte Sklavinnen

Im Zauberwald zwischen Scham und Lust vom Wege abzukommen, sich der Frühlingslust hinzugeben und dabei vom Wolf gefressen zu werden ist ja nicht gerade neu. Als der Orient in der Malerei und der Musik noch Aladins Wunderland glich, sehnten sich einige weiße Frauen danach, als gekaperte Sklavinnen „im Serail“ zu landen, und manche feine Lady träumte schon einmal davon, sich aus eine Reihe knackiger Kerle einen aussuchen zu dürfen - von heftigeren Wünschen einmal ganz abgesehen. Ebenso mag es dem feinen Herrn ergehen, der unter dem Nadelstreifenanzug Strapse trägt oder der sich erträumt, einmal „als Dame geliebt zu werden“.

Sie alle werden vermutlich niemals die Gunst oder die Gefahr der Realität erleben. In ihren Fantasien können sie alles sein – so, wie wir alle „alles“ sein können, wenn wir träumen – ein berühmter Autor, eine Diva, ein Star des Spitzensports.

Die Flucht vor dem Alltag - eine Freiheit besonderer Art

Jemand zu sein, der man nicht ist – und niemals wird ist eine der kleinen Fluchten vor dem Alltag. Ich zitiere dazu nochmals die erwähnte Autorin:

Solange man fein säuberlich Gedanken und Handlungen trennt … ist die Fantasie das Freieste, was Menschen an Freiheit erleben können. Im Denken kann man eine unglaubliche Reichhaltigkeit erfahren, die fast immer sehr viel größer ist als die Möglichkeiten des konkreten Lebens.
Der Unterschied ist freilich, dass wir uns selten schämen, Popstar, Diva oder Weltmeister sein zu wollen. Aber mit dem „falschen“ Herrn oder der „falschen“ Dame etwa „Ungehöriges“ zu tun, dessen schämen wir uns. Und natürlich schämen wir uns auch für alles, was in der Lust mit mehr als zwei Personen, mit weniger als zwei Geschlechtern oder mit einem „ungebührlichen Gebrauch der Gefäße“ zu tun hat, um im Stil der Vergangenheit zu reden.

Die Fantasie? Sie ist himmlisch süß und höllisch scharf. Die Realität besteht meist nur aus Laken mit Spermaflecken. Auch ein paar Minute ganz hübsch, aber dann klebt eben alles furchtbar.

Bild: Künstlerdarstellung einer zwiespältigen Fantasie.
Zitat: Krone

Das Ende der "sinnlichen Geschichten"?

Geschichten -jeder will doch wissen, wie sie weitergehen, oder?
Der Versuch des Liebesverlags, eine Autoren-Webseite für ästhetisch schöne oder wenigstens erotisch aufschlussreiche „Sinnliche Geschichten“ einzurichten, ist restlos „in die Hose gegangen“. Vor einigen Tagen habe ich Hausmeister gespielt und die Pforten endgültig geschlossen.

Irgendwie konnten wir unsere Leserinnen und Leser nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Das ist schade, zumal sich in der erotischen Literatur kaum etwas bewegt. Ein Plot, schon tausendfach durchgekaut, ist in der Version 144 nicht mehr spannend - ja, er macht nicht einmal mehr jemanden geil.

Das interessante daran ist, dass kaum jemand Gefühle anspricht. Ein paar Beispiele:

1. Wie fühlt es sich für den Mann an, wenn sich der Inhalt seiner Prostata schlagartig, aber ungewollt in eine Vagina ergießt?

2. Was fühlt eine Frau konkret in dem Moment, indem sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hat und der Mann „in ihr kommt“?

Die gleichen Fragen könnte man für jede Form von lustvoll-sanften oder aber heftig-schmerzhaften Begegnungen stellen.

Triolen, Dreier ... immer dasselbe Konzept?

Noch schlimmer ist die Lage bei Schilderung der Gefühle in den beliebten „Dreiern“. Diese Geschichten verbreiten sich wie die Gänseblümchen. Die Plots sind immer ähnlich: Paar wollte schon lange Dreier, irgendwann bringt er/sie das Thema auf. Und tatsächlich findet sich nach kurzer Zeit eine Person, die putzmunter das Höschen herunterlässt und sich dabei pudelwohl fühlt.

Ja, wo sind wir denn? Auf dem Ponyhof? „Schau mal, wie süß unser Einhörnchen ist, das wir eingefangen haben?“

Bist du Autor/Autorin?

So ganz haben wir nicht aufgegeben ... Gefühle sind ja reale Empfindungen, auch wenn sie „nur“ sexuell sind. Und warum sollte es - insbesondere den Älteren unter uns - nicht möglich sein, Tagesereignisse, persönliche Erfahrungen und Fantasien zu einem Rosinenkuchen zu verbacken?

Gut - ich habe gefragt. Bald ist ja Weihnachten - vielleicht bekomme ich dann doch noch einige Weihnachtsgeschenke in Form von Manuskripten, Ideen oder lebenswerten Vorschlägen für sinnliche Geschichten.

Der süße Schmerz – das verkannte Gefühl

Mann als Transvestit in Schmerz und Wonne
Für viele Menschen ist nahezu unerklärlich, warum Schmerz und Lust sich in einer Woge widersprüchlicher Gefühle vereinigen können. Und diejenigen, die es lieben, haben meist Schwierigkeiten, genau über diese Gefühle zu sprechen.

Irgendwie sind da die Nerven beteiligt. Doch was sind schon Nerven außer Sensoren, die Gefühle über Leitungen ans Gehirn senden? Diesen Sensoren widmen wir deshalb viel Aufmerksamkeit, weil sie für unser „Wohl und Wehe“ verantwortlich sind. Gäbe es sie nicht, würden wir uns schaden. Aber die Nerven sind nicht „verantwortlich“ für die Gefühle, die sie auslösen. Wenn wir jemandem sanft über die Haut streicheln (ja, auch über den Po, wenn er/sie es mag), dann bekommt diese Person möglicherweise wohlige Gefühle, vielleicht auch schon sinnliche. Trifft unsre Hand hingegen klatschend auf dieselben Pobacken, so wird die Berührung als Schmerz interpretiert.

Von Mücken und Menschen

Und ja – so etwas erleben Menschen höchst unterschiedlich. In diesem Herbst war ich in einer Mückengegend. Sie waren einfach überall, und sie stachen in alles, was sie als Nahrungsquelle empfanden. Das Interessante ist, dass manche Menschen sie bemerken, sobald sie sich niedersetzen – andere gar nicht, solange es sie nicht juckt. Manchmal reicht also ein Hauch von Mücke, um ein Gefühl auszulösen, mal nehmen wir gar nicht wahr, dass wir uns verletzt haben: Die Schmerzempfindung ist unterschiedlich.

Was überwiegt bei den Gefühlen?

Wie wir etwas empfinden, hängt stark davon ab, was überwiegt. Manche Menschen scheuen sich davor, in kühles oder heißes Wasser einzutauchen, empfinden es aber als angenehm, sobald sie darin schwimmen oder baden. Nicht zuletzt haben viele Menschen beim Geschlechtsverkehr erlebt: Das war zu Anfang ein Schmerz. Egal, ob Mann oder Frau – immer wieder gibt es Momente, in denen wir Schmerzen verspüren, die dann aber in der Sinneslust untergehen. Vom Sport will ich gar nicht reden, weil ich nicht viel davon verstehe. Aber Leistung erfordert eben auch hier, manchen Schmerz auszuhalten.

Warum dürfen Schmerzen eigentlich nicht lustvoll sein?

Ja – und was ist dann so schrecklich daran, Schmerzen als lustvoll wahrzunehmen?

Für einige von uns ist es die Erinnerung. Für andere ist es eine Art innerliche Abwehr, die ganz natürliche Ursachen hat. Die meisten Menschen fürchten Schmerzen und Verletzungen, weil sie wissen, dass sie sich davor schützen müssen. Und sie haben eine Panik vor den Schmerzen, die aus dem Inneren heraus kommen. Doch andere versuchen bewusst, bis an die Grenzen zu gehen – auch dabei spielt der Sport eine tragende Rolle.

Und was wir von Sportlern kaum erfahren werden, ist auch das, was wir von Menschen mit Lustschmerzen selten erfahren: Warum malträtierst du dich? Warum nimmst du das alles in Kauf? Du hast doch kaum einen Gewinn davon?

Die Motive? Wer weiß sie wirklich?

Das Interessante: Oft wissen die Schmerzliebhaber gar nicht, was sie eigentlich genau motiviert. Sie sagen einfach, dass sie dieses oder jenes „innere“ Gefühl daran lieben. Genau genommen bestehen diese Gefühle aus einem „hauseigenen“ Drogencocktail, der von jedem etwas anders „interpretiert“ wird.

Was der Lustschmerz wirklich ist? Jeder Berufs- oder Amateurpsychologe wird auf „frühkindliche Erfahrungen“ tippen, was sich etwas merkwürdig anhört. Einige der neueren Schriften behaupten, es handele sich um etwas nebulöse sexuelle Empfindungen aus der Vorpubertät. Aber das erklärt im Grunde gar nichts. Warum sollte ein einmaliges Erlebnis überhaupt solche Folgen haben? Das glaube, wer will oder wer Anhänger von Herrn Freud ist.

Die meisten, die es betrifft und die über die „Grübelphase“ hinaus sind, nehmen es hin – es stört ja kaum im Alltag. Ob es nützt? Ja, das muss wirklich jeder und jede selbst wissen. Solange der Schmerz zur Steigerung der Lust führt, umso besser. Und im äußersten Notfall kann man die ganze Chose physisch erklären, zum Beispiel so:

Der Prozess führt auch dazu, dass Blut in die Beckenregion strömt, was die sexuelle Erregung imitiert.

In Wahrheit ist es wohl doch eher ein Mix aus vielen Komponenten: Gefühle beruhen auf Input, Verarbeitung und Output. Wir wissen etwas über Input und Output (1), aber was dazwischenliegt, wollen die meisten gar nicht wissen.

In jedem Fall ergibt sich eine Steigerung der Lust … wenn man es denn mag.

(1) Input - eingehende Nachrichten oder Gefühle. Output - resultierende Informationen oder Gefühle.
Bild oben: Nach Francis Heuber, Illustrator. Dem Vernehmen nach 1931 in einer Privatausgabe erschienen.