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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die Darstellerin im pornografischen Film – nur ein stöhnendes, nacktes Püppchen?

Ist es nötig, sich so schnell auszuziehen?
„Warum ziehen sich die Darstellerinnen in Pornos eigentlich immer so schnell aus?“

Diese Frage stellen sich nicht ausschließlich Frauen, sondern auch Männer. Schließlich ist es viel aufregender, wenn der Mann sich eine Weile vorstellen muss, wie „sie“ wohl nackt aussieht. Klar, dann will er nicht enttäuscht werden, und der ungeschützte Körper muss nun auch noch sinnlich auf dem Hotelbett drapiert werden. Aber wenn es mal so weit ist, dann ist eben auch der größte Teil der Verführung schon Vergangenheit.

Ja, auch der Mann zieht sich aus: Gürtel locker machen, Reißverschluss auf – und erstaunlicherweise kommt dann ein praller Penis großer Länge und beachtlichen Umfangs hervor. Offenbar tragen „richtige Kerle“ keine Unterhosen – die wären ja ohnehin hinderlich. Wie es weiter geht? Nun, immer ähnlich. Wenn die Kamera mal ein Gesicht zeigt, dann ist es das der Darstellerin. Ihr Ausdruck schwankt von gleichgültiger Routine über ein aufgesetztes, lustverzerrtes Gesicht bis hin zu häufig wiederholtem Stöhnen. Ansonsten weist das Objektiv dorthin, wo die Hubbewegungen stattfinden.

Die Frau bleibt angezogen – der Mann zieht sich aus?

Neulich sagte jemand: „Warum muss sich die Frau dazu eigentlich ausziehen? Wäre es nicht viel interessanter, wenn der Mann nackt wäre und die Frau völlig angezogen? Immerhin kannst du beim Mann deutlicher sehen, wie geil er schon ist … und du kannst mal genau hingucken, was das mit ihm macht …“

Ja, schon. Aber der Mann ist schließlich auch nur ein Schauspieler. Der soll ja kein Vergnügen dabei haben, sondern heftig und lang anhaltend „performen“ wie man heute sagt. Das soll schrecklich anstrengend sein, und wer wills schon minutenlang in ein vom Durchhaltestress geplagtes Gesicht schauen?

Gefühle in S/M-Filmen – ehrlicher und authentischer?

Also – es soll ja Filme geben, die ehrlicher sind – solche zum Beispiel bei denen die Frauen dominant sind und die Männer unterwürfig. Und die Gefühle sind deutlich „transparenter“, was schon manche Zuschauerin schockiert hat, andere aber durchaus begeistert.

Doch dann … oh Schreck. Da tritt die Dame im Korsett auf, das bekanntlich zwickt und zwackt, wenn jemand den Rohrstock schwingt. Oder gar in Latexkleidung, in der du schwitzt wie die Sau. Der Gipfel: sie kommen so gut wie nackt heraus, nur mit einem Lederröckchen bekleidet. Ach due lieber Schreck … hoffentlich erkältet sie sich nicht bei der Arbeit.

Wenn der Mann schlampig ist oder fettleibig …

Immerhin – die männlichen Darsteller sehen oft umso schlampiger, fetter, älter und bildungsferner aus, je mehr sie von der Hand der Dame malträtiert werden. Ist dies der Fall, so reichen Rock und Bluse als Kleidung – denn die Dame hat dann einfach kräftiger ausholen und so nachhaltigere Eindrücke hinterlassen.

Die Rolle, in die du dich hineinversetzt – wer ist es?

Der eigentliche Effekt, so wollte es ein „Experte“ wissen, wäre der, in die Rolle eines/einer Beteiligten im pornografischen Film zu schlüpfen. Doch in welche? Frauen interessieren sich für romantische, geheimnisvolle Verführer – die können dann auch ruhig „heftig zur Sache“ gehen. Möglich, dass es manchmal ein Draufgänger sein muss - aber auch von dem wird Begeisterung erwartet.

Bei den Filmen rund um die Dominanz begeistert das Selbstbewusstsein und die Konsequenz – da wären wir auf der Seite von Domian und Dominus. Oder aber auch bei der Person, die das Leid erträgt, solange sie Lust dabei verspürt und sich in der Rolle der Cinderella wohlfühlt. Männliche Aschenputtel sind noch rar, aber auch für sie ist ein Platz in der erotischen Szenerie.

Und – sind wir nun wirklich schlauer?

Am Ende – nein ich weiß auch nicht, wie die Idee erotische oder pornografische Filme aussehen müssten, wenn sie Frauen gefallen sollten. So, wie sie heute größtenteils gedreht werden, jedenfalls nicht – oder?

Lustvolle weibliche Dominanz beim zweiten Date?

Noch selbstbewusst oder schon dominant?

Viele Frauen wollen auch heute noch „gefunden werden“. Und werden sie gefunden, so lassen sie sich zumeist auf die Art von Lust ein, die ihr „Finder“ beherrscht.

Inzwischen gibt es ein Gegenmodell: Auf Partnersuche zu gehen mit einem neuen, kühnen Selbstbewusstsein. Es gipfelt darin, dass sie niemals ein zweites Date mit einem Mann eingeht, der nicht wenigstens ein Minimum ihrer sinnlichen Bedürfnisse erfüllt.

Ein Psychologe (1) versucht zu erklären, warum Frauen eine natürliche Veranlagung zur Dominanz habe:

Weil Dominanz keine körperliche Stärke, sondern eher emotionale Flexibilität erfordert, sind Frauen für die Dominanz besser geeignet als ihre männlichen Partner.

Dominant sein - Lust nach weiblicher Art

Der Weg dorthin ist allerdings nicht einfach. Frauen sehen sich selbst oft als „Empfängerinnen sexueller Handlungen“, aber nicht als Personen, die sexuelle Handlungen imitieren und konsequent zu einem erregenden Ende bringen wollen. Ob es funktioniert, kann nur jede Frau für sich selbst entscheiden. Behauptet wird immerhin, dass „durch männliche Unterwerfung in ihnen Körperreaktionen ausgelöst werden, die zu einem höheren Adrenalin- und Testosteronspiegel im Blut führen“, – beste Voraussetzungen also für die Dominanz.

Lassen sich Männer auf natur-dominante Frauen ein?

Auf den ersten Blick würde jeder Mann sagen: „Das ist sehr zu bezweifeln…“. Doch manche Argumente sprechen dafür. Denn bei einem zweiten oder dritten Date kann die dominante Frau ihrem neuen Lover bereits die erforderliche „geschützte Umgebung“ bieten. Die wird benötigt, um die eigene Dominanz voll auszuspielen. Und der neue Lover wird dabei in den Kokon von Sicherheit und Geborgenheit eingesponnen. Diese Atmosphäre wird benötigt, um die unterwürfige Ader des Mannes zum Leben zu erwecken. Völlige Sicherheit, das Gefühl von Geborgenheit und viel Zeit sind nötig, bevor er sich entspannt auf die neue Rolle einlässt. Was auch bedeutet, ein solches zweites oder drittes Date möglichst auf ein Wochenende zu verlegen.

Die überraschende Faszination der Männer

Viele Männer berichten, dass eine unbeirrbare, selbstbewusste und sexuell aggressive Frau eine mystische, berauschende Erfahrung für sie sein kann. Ja, wir lassen sogar, dass manche Männer förmlich danach gieren, vom Sog des erregenden Sexlebens einer dominanten Frau erfasst zu werden.

Keine Rezepte – jedes Paar findet seine eigene Realität

Nach einem Rezept zu suchen, wie eine Beziehung dieser Art aufgebaut und erhalten werden kann, ist aussichtslos, denn jedes Paar konstruiert sich eine eigene Realität aus Dominanz, Lust und Alltagsverhalten. Immerhin winkt eine Belohnung: Das neue Paar kann wesentlich intimer miteinander werden als ein gewöhnliches Paar.

(1) Zitat von Dr. T. J. Jordan, Autor verschiedener Artikel ähnlicher Art. Ob es sich tatsächlich um einen Psychologen oder "nur" um einen Autor handelt, war nicht genau festzustellen.

Die Woche – Mann, Frau, Diverse – Leben, Lieben und Enten-Ansichten

Nochmals unsere besten Wünsche fürs neue Jahr … und damit sie in Erfüllung gehen, trennen wir den Weizen von der Spreu. Denn kaum jemand wird mit „Fake News“ so bekleckert wie Singles, die Partner wünschen. Höchstens noch die Unzufriedenen, die sich ein besseres Leben wünschen und dabei an Psycho-Gurus geraten.

Scharfe Würze und die die fleischliche Lust

Alles, was in der Liebe (zumindest in der Jugend) eine Rolle spielt, ist entweder „scharf“ oder „fleischlich“. Am Ende bekommt ihr einen Eindruck davon, wie sich Liebe anfühlt, wenn Sex dazukommt. Das ist wirklich wichtig – genauso wichtig wie die Persönlichkeitseigenschaften. Und – nicht zu vergessen, der Wille, sich zu binden. Übrigens gilt das nicht nur für die Jugend. Manche Frau über 40 „erlaubt“ sich erst in diesem Alter, sich mal an die „Chilischoten“ der Liebe zu wagen.

Was Enten mit Frauen, Gender und Sexualität zu tun haben

Normalerweise lässt mich das Geplapper um Gender-Frage inzwischen kalt. Aber da ist ein Punkt, über den wir reden müssen: Die Lüste und Begierden der Menschen (insbesondere der Männer) orientieren sich oft am Optischen – und am Taktilen. Klartext: Wenn jemand aussieht wie eine Frau, dann ist er vermutlich eine Frau – es sei denn, sie würde offenbaren, dass sie etwas anders ist. Dahinter steht das „Entenprinzip“. Und wenn jemand, der aussieht wie eine Frau, dich berührt wie eine Frau, dann … gerät die Heterowelt für einen Moment ins Wanken. Das ist relativ neu – seit wir auch beim Dating auf die Gender-Zwischenwelt treffen. Da ist schon die Frage, wie du dich dabei fühlst – vorher, währenddessen und nachher.

Ich füge hier vorsichtshalber ein, dass auch viele Hetero-Frauen auf „männlich wirkende“ Frauen abfahren.

Wieso eigentlich „fluide Sexualität?

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, sich mit „fluider“ Sexualität auseinanderzusetzen. Nahezu jede und jeder fühlt sie dann und wann – und nur wenige Menschen leben sie aktiv. Vorreiterinnen waren Frauen, die „dazu stehen“. Inzwischen haben sie mehrere Bücher geschrieben, manchmal fälschlich unter dem Etikett „Bisexuell“. Ich denke, es war an der Zeit, einmal den Unterschied zu erklären.

Männer, ihr Körper und die Ablösung vom Nest

Den eigenen Körper im aktiven, nonverbalen Dialog mit Frauen kennenzulernen und zu genießen, ist inzwischen etwas, das manche Männer zu spät lernen. Zumal sich viele Männer an das Elternhaus, die Heimat und andere konservative Werte klammern, die ihnen auf Dauer schaden. Nichts gegen die Liebe zu den Eltern und zur Heimat – aber erst einmal loslösen. Dann seht ihr Eltern und Heimat mit anderen Augen. Und bekommt einen Eindruck von eurer Rolle in der Welt.

Wie soll deine Beziehung eigentlich aussehen?

Gut, du bist Frau oder Mann und willst eine dauerhafte Beziehung mit einem garantiert heterosexuellen Partner des entgegengesetzten biologischen Geschlechts eingehen? Dann ist wichtig, wie ihr die Rollen verteilen wollt. Konservative Ehe, mit einem dominanten Mann? Bewusst abweichend, mit einer dominanten Frau und einem unterwürfigen Mann? „Teilen und Herrschen?“ Das wäre heute die beliebteste Form der Beziehung. Oder sich weitgehend ohne Geschlechterrollen-Klischees annähern? Da soll die Zukunft sein.

Sich nackt machen und fotografieren lassen?

Das Thema Akt- und Erotikfotografie ist nicht verschwunden, nur weil es „Selfies“ gibt. Sich in verschiedenen Phasen seines Lebens (ihres Lebens) nackt, erotisierend und frivol fotografieren zu lassen, ist nicht auf „Promis“ begrenzt. Es spiegelt vielmehr einen Teil des Lebens wieder.

Und nun ein paar Gedanken für euch zum Wochenende

Ein bisschen viel zum Nachdenken? Dann überlegt mal, wie ihr selbst leben wollt, was euch am Küssen, Umarmen, Umsorgen und am „übereinander herfallen“ so besonders gefällt. Oder was ihr nehmen und geben wollt, was ihr ertragen könnt und was ihr einfordern möchtet. Das ist allemal besser als die blöden Neujahrsvorsätze oder neue Listen von Dingen, die ihr unbedingt erleben wollt.

In diesem Sinne – ein tolles Wochenende für euch alle.

Der Mann als passiver Rollenspieler – ist das ein Thema für euch?

Der Traum des unterwürfigen Mannes
Jeder Mann hat seien eigenen erotisierten Fantasien – und nicht alle drehen sich um Sex. Die Möglichkeit beispielsweise, sich einer attraktiven Frau zu unterwerfen, wird oft erträumt und selten verwirklicht.

Und weil das so ist, lesen Männer gerne Geschichten darüber, wie ein Mann (vorzugsweise ein verheirateter, erfolgreicher Mann) vor dem Thron einer sogenannten „Domina“ niederkniet, um sich vollständig in ihre Gewalt zu begeben – stundenweise.

Die Brücke und die Furcht, das unbekannte Land zu betreten

Zwischen Fiktion und Realität liegt dabei der Graben der Furcht, während am gegenüberliegenden Ufer trügerische Hoffnungen warten. Denn was tatsächlich getan, gefühlt, erlitten oder genossen wird, weiß nur der Mann, der über die morsche Brücke gegangen ist. Der Rest ist auf Schilderungen angewiesen, die solche Vorgänge „Schönschreiben“, so als wäre der Mann in das Wunderland der Wonnen abgetaucht, als er die Tür durchschritt.

Dem Mann ist seine Rolle oft peinlich

Bliebe also die Rolle, die der Mann sich erwählt – und schon hier beginnen die Peinlichkeiten, darüber zu reden. Was die „Herrin“ tat, wird recht häufig geschildert – wie es der „Sklave“ empfand, recht selten. Wollte er überhaupt „ihr Sklave“ sein? Es gäbe durchaus peinlicher Rollen, als der „Herrin“ die Stiefel zu küssen. Und die Männer, die mit Fantasien behaftet in die „Sitzungen“ gehen, werden sich hüten, ihre wahren Empfindungen vor Fremden auszuschütten. Das ist ja der Grund, warum sie zu einer Domina gehen: Sie suchen dort eine Schutzzone, in der sie ihre verborgenen Lüste entfalten können.

Die Extrakte der Fantasien - sehr erregend

Und dennoch – manchmal dringt etwas durch … wer die Fantasien liest, die recht häufig als Kurzgeschichte auftauchen, weiß um die Themen. Die Ehefrau als Domina, die Nachbarin als gnadenlose Gouvernante, die Zufallsbekanntschaft, die sich als talentierte Erzieherin erweist … alle diese Figuren beflügeln die männliche Fantasie. Und manchmal scheint eben durch, was sich Männer „wirklich erträumen“ – und wofür sie sich schämen.

Und DU?

Wenn es ein Thema für euch ist … versucht es einfach mal in Worte zu fassen, die sich auch „drucken“ lassen. Isidora ist derweil auf die Jagd nach wahren Schilderungen in der Literatur gegangen – das ist so ähnlich, wie Gras in der Wüste zu suchen – sagt sie jedenfalls.

Na, und was meint ihr? Ist das ein Thema für 2023, das euch wirklich interessiert?

Das Klischee der Lust im Café und im Bett

Auf wen wartet sie oder er?
Da sitzt sie im Café – feminin in den Gesichtszügen, dezent geschminkt, unter dem strengen Blazer ein Herrenhemd mit Krawatte. Einige ältere Damen werfen verstohlene Blicke auf Sie. Ist sie eine Frau oder ein Mann? Und wenn sie eine Frau ist, ist sie dann eine Lesbe? Sie sieht auf, lächelt ein wenig, und ein junger Mann kommt auf sie zu. Das Gesicht wirkt etwa feminin mit den süßen dunklen Locken und den langen Wimpern, aber sein Körper ist maskulin und athletisch. Die älteren Damen riskieren einen Blick und seufzen – ach, so ein Mann – und der hat es nötig, dieses Mannweib zu treffen?

So verwirrt, wie die Damen im Café sind viele Menschen, wenn sie sehen, dass eine eher herbe, maskulin wirkende Frau einen hübschen, sanften Mann trifft. Was will er von ihr? Was will sie von ihm?

Das Denken in Klischees und unter Etiketten

Wir haben uns angewöhnt, Menschen in „homo“, „hetero“ und „bi“ einzuteilen. Dabei vergessen wir, dass es eben auch Menschen gibt, die eine fließende Sexualität haben. Oder auch fließende Bedürfnisse.

Verführerin als Klischee
Nehmen wir an, du verführst gerne. Dann giltst du als männlich, wirst du hingegen lieber verführt, so giltst du als weiblich. Das Etikett: „Will verführt werden“ oder „versucht stets, zu verführen“ klebt dann an dir.

Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Eine Frau kann verführen, den Wunsch haben, verführt zu werden oder heute diesen, morgen jenen Wunsch haben. Und das gilt auch für Männer.

Nehmen wir ein anderes Beispiel: Das Klischee sagt, Männer seien dominant, Frauen seien devot. Nun können Frauen sexuell äußert dominant, ja geradezu fordernd sein, aber auch devot. Und sie können heute dieses, morgen jenes Bedürfnis haben. Wieder gilt beides auch für Männer.

Neuerlich erzählte mir jemand, er habe eine Frau getroffen, die tags ausgesprochen dominante Züge habe, die im Bett aber ausgesprochen devot sei. Normalerweise sagt man dies von erfolgreichen Männern in der Wirtschaft – aber jetzt eben auch von Frauen.

Geht es auch ohne klischeehaftes Verhalten?

Es geht nicht nur – es ist auch dringend nötig. Das zeigt sich bei „ersten Dates“ eindringlich.

Das Problem dabei dürfte bekannt sein: Frauen wie Männer versuchen, dem jeweiligen „neuen“ Partner ein Klischee zu präsentieren. Dabei will man dem Weiblichkeitsideal oder dem Männlichkeitsideal möglichst nahekommen. Schon allein dadurch scheitern viele erste Dates, denn in Wahrheit haben beide eher individuelle Bedürfnisse, die den Klischees nur selten entsprechen.

Erst vor wenigen Tagen las ich, dass dies durchaus auch im Bereich der gleichgeschlechtlichen Liebe gilt. Frauen, die entsprechende Bars gehen, suchen mehr und mehr nicht den Typus „Butch“ oder „Femme“, sondern eine Person, die ihre Bedürfnisse erfüllt.

Den Menschen und seine Bedürfnisse entdecken

Hier schließt sich der Kreis: „Genderfluidität“, also der fließende Wechsel der Lustbereitschaft von Frau zu Mann und zurück ist nur eine Möglichkeit, die sinnlichen Erfahrungen zu erweitern und dabei die eigenen Befugnisse im Auge zu haben. Denn auch die anderen „Festlegungen“ sind oft fluid: Verführen und verführt werden, harter Sex und Kuschelsex, devotes und dominantes Verhalten.

Wenn wir sehen, dass andere Menschen solche frei flottierenden Gefühle haben, sind wir verwirrt, vielleicht sogar befremdet. Doch es gäbe immerhin einen dritten Weg: herauszufinden, wohin die Gefühle des/der jeweils anderen jetzt tendieren und ihnen zu folgen.

Tust du das, verlässt du allerdings deine „Komfortzone“, das heißt, das Terrain, auf dem du dich auskennst. Und plötzlich merkst vielleicht du: Ich habe immer nur die Rolle gespielt, von der ich glaubte, dass sie mein neuer Partner (meine Partnerin) erwartet. Und in mir kling noch ein Satz nach: Es ist besser, dafür zu sorgen, dass sich meine Partnerin (mein Partner) wohl fühlt, als ihr/ihm eine klischeehafte Standard-Rolle vorzuspielen.

Was glaubst du? Hast du eine Standard-Rolle, die du für jeden/jede beim ersten Date spielst? Oder hast du eine Meinung dazu? Dann sprich.
Bilder: Oben: Avatar in irischer Umgebung by Liebesverlag.de speziell für diesen Artikel.
Mitte: Vermutlich aus einem Herenmagazin, 1970er Jahre