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SM-Lust ist nicht, was sie zu sein scheint



Sowohl die SM-Szene als auch Frau Spießbürgerin und Herr Spießbürger haben Vorstellungen davon, wie „Sadomaso“ abzulaufen hat. Doch in Wahrheit verstecken Frauen wie Männer, die außerhalb von „Szenen“ und „Kirchgängermilieu“ leben, ihre wahren Fantasien und Neigungen nur allzu oft. Sie passen einfach weder in das Raster der Einen noch in das Raster der Anderen.

Schöne Gefühle können mal bitter und mal süß sein

Dieser Film aus Polen sagt aus, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Denn viele Menschen verwechseln die Dinge, zum Beispiel die Lust daran, Schuhe und Füße zu lecken. Es bedeutet nicht zwangsläufig, auch unterwürfig zu sein. Und unterwürfig zu sein bedeutet nicht, auch zugleich Schmerzliebhaber zu sein. Und Schmerzliebhaber zu sein, bedeutet noch lange nicht, Sadomasochist zu sein.

Und: Niemand, der eine sexuelle Präferenz oder sonst eine Leidenschaft hat, sollte über sie definiert werden – und sich schon gar nicht selbst darüber definieren.

Wenn ein Fußliebhaber ein armes Würstchen ist, ist es ein Anhänger des ersten FC erst recht. Und überhaupt: Wer sich ansieht, wie sich angeblich gestandene Frauen und Männer in den einschlägigen Fernsehsendungen öffentlich erniedrigen, sollte glücklich darüber sein, dass sich Menschen ohne Zwang und durchaus lustvoll privat erniedrigen lassen können.

Liebe Woche: Mann, lerne „NEIN“ zu sagen

Wie ich bereits ankündigte, überlasse ich das Schreiben und Beraten für mein kleines, feines und fortschrittliches Magazin über Liebe, Lust und Leidenschaft in Zukunft überwiegend Miss Y. und Isidora. Um die Männerthemen und die Nachrichten kümmere ich mich nur noch, soweit es meine Zeit zulässt, und erotische Kultur publiziere ich nur noch in Verbindung mit dem aufstrebenden Magazin „Sinnlich Schreiben“.

Flucht in den Puff vor der Emanzipation?

Ich selbst werde nur noch zu Grundsatzfragen Stellung nehmen – wie auch diese Woche. Denn sollte es stimmen, dass die Emanzipation vor allem junge Männer in die Bordelle flüchten lässt, dann wäre dies ein Alarmzeichen.

MANN - sag NEIN, wenn du nicht wirklich willst!

Auf der anderen Seite aber gibt es Männerthemen, die gar nicht oft genug behandelt werden können: zum Beispiel, warum Männer nicht „Nein“ sagen mögen, wenn sie von einer Frau ins Bett gedrängt werden. Mann, oh Mann: Ist es wirklich so toll, mit halbsteifem Penis die Zähne zusammenzubeißen, nur, weil ihr nicht „Nein“ sagen konntet? Sorry, wenn ich euch zu nahe trete. Aber wenn eine Frau „Nein“ sagen kann, dann kann es ein Mann schon lange. Klar müsst ihr dann befürchten, alles Mögliche genannt zu werden – Frauen können gelegentlich fuchsteufelswild werden, wenn man sie von der Bettkante schubst. Aber das sollte ein Mann eigentlich einstecken können.

Fehlende Frauenlust verhindert die Freude am Oralverkehr

Und – ja, wir Männer sollten uns zurückhalten, wenn Frauen nicht wirklich Lust auf unsere Bedürfnisse haben. Denn was nichts aus purer Lust geschenkt wird, das macht auch nicht „so richtig“ Freude. Allerdings kommt da wieder das Thema „Illusionen“ zurück. Denn Männer zahlen tatsächlich für Illusionen: Zum Beispiel für all das, was als „Girlfriend Experience“ vermarktet wird – stundenweise in den Armen einer Frau zu liegen, die simuliert, sie wäre „eine echte Freundin“.

Hand anlegen, um Männer zu beherrschen?

Übrigens fand ich recht lustig, dass die „manuelle Stimulation“ durch Frauenhand eine Renaissance erlebt – auch, weil sich manche Frau dabei über die Männer amüsiert. Das Wort „einen Mann in der Hand zu haben“ bekommt plötzliche eine ganz neue Bedeutung, scheint mir.

Spielerische Dominanz in sieben Folgen

Die Hoheit über den Mann, so lehrt uns Isidora diese Woche, sollte spielerisch erworben werden. In sieben Folgen beabsichtigt sie, den Damen ein paar Tricks zu vermitteln, wie sie mit Freude einen Mann dominieren können, ohne dass beide den Respekt voreinander verlieren. Es ist eine Artikelserie, für die wir verlässliche Quellen angezapft haben, also keine Internet-Dominas, die aus professionellem Interesse ihren Job schönschreiben.

Die Presse: devote Stiefelleckerin der Wissenschaft?

Die Vermessung weiblicher Lust ist übrigens ein Griff ins Klo gewesen – und da kann der SPIEGEL gerne das Gegenteil behaupten. Ich habe mit Interesse gelesen, dass eine Frau in der Mainstream-Presse gegen das einseitige und lächerliche Frauenbild protestiert hat, das über ein Forscher-Team aus Hamburg-Eppendorf in die Presse geschwappt ist. Hoffentlich geschieht so etwas in Zukunft häufiger, denn die deutsche Presse folgt in der Regel unterwürfig dem, was aus Soziologen-, Sexologen und Psychologenkreisen in den Pressekreislauf eingespeist wird. Entweder diese Journalisten sind zu devot oder sie haben nicht die Fähigkeiten, Wissenschaftler zu hinterfragen. Beides wäre ein Armutszeugnis.

Und falls Sie mich noch lesen wollen: Noch schreibe ich für die Liebe Pur. Zum Beispiel darüber, welchen Mann Frauen wirklich wollen - und wen sie bekommen können.

Zweite Lektion in Dominanz: wenn Sex eine Rolle spielt

Wenn Sex eine Rolle spielt - zappeln lassen
Der Hauptirrtum zu dominanten Spielen besteht in der Annahme, Sex spiele immer eine Rolle bei der Dominanz. Das ist nicht korrekt, denn der wirklich unterwürfige Mann sucht die Nähe seiner Herrin und ist glücklich, wenn sie ihm die Gunst ihrer Anwesenheit gewährt. Ich will darauf nicht näher eingehen, aber es ist auch im täglichen Leben so: Wenn sich jemand mit einer schwer erreichbaren Berühmtheit schmücken kann, dann wird er sich in ihrer Anwesenheit sonnen.

Allerdings hat die „sexuelle Dominanz“ besondere Reize.

Dazu solltest du wissen: Kein Mann ist zu jedem Zeitpunkt dein „Sklave“. Eine gute Gelegenheit, ihn sehr abhängig und unterwürfig zu machen, ist seine Lust auf Sex. Mach Sex davon abhängig, dass er sich unterwirft. Führe ihn mit seiner Begierde. Sei vorsichtig damit, wenn du ihn behalten willst: Du könntest ihn damit in die Arme einer anderen Frau treiben. Ein hübsches Spiel besteht darin, ihn abwechselnd zu stimulieren und zu frustrieren – am Ende aber muss er „kommen dürfen“. Am besten eignet sich als Testperson ein Mann, der wenig Glück bei den Frauen hat. Solche Männer sehen oft ein, dass sie sich die Gunst einer Frau erst „erarbeiten“ müssen – sei es durch Geschenke, Einladungen, Dienstleistungen oder eben auch Erniedrigungen. Falls du im Grundsatz „moralische Bedenken“ hast, lass es lieber bleiben, auf Unterwürdigkeit so bestehen. Falls du nur leichte Zweifel hast: Du bist keine Sozialarbeiterin, sondern dominierst zu deinem Vergnügen.

Tipp: Fast jeder Mann dient einer schönen Frau gerne innerhalb seiner Möglichkeiten und Grenzen, und nahezu jeder Mann erwartet dafür eine sexuelle Gratifikation. Du musst die Neigung, dir zu dienen, nur nach und nach verstärken und die sexuellen Gratifikationen zurückschrauben.

Erste Lektion in Dominanz: Haltung einnehmen

Der Blick einer dominanten Frau: "von oben herab"

Wenn du dominieren willst, sind aufrechte Haltung und eine unmissverständliche Stimme das Wichtigste, was du mitbringen oder lernen musst.

Nimm die Schultern zurück, stell dich aufrecht hin und sieh deinen Partner durchdringend an, solange, bis er wegsieht. Befiehl ihm, dich nicht unaufgefordert anzusehen, sondern den Blick zu senken.

Sorge dafür, dass du, wenn möglich,immer auf den Partner herabsehen kannst. Im Stehen kann das schwierig werden. Versuche, dies mit dem Schuhwerk (High Heels) und der Haltung auszugleichen. Sorge dafür, dass dein „Sklave“ oft vor dir kniet oder dir zu Füßen liegt. Am Besten dressierst du ihn so, dass er sich dir nur in einer unterwürfigen Haltung nähern darf. Der Blick muss immer gesenkt sein und der „Sklave“ sollte sich möglichst auf Knien oder nach Hundeart auf „allen Vieren“ nähern. Am besten gewöhnst du ihn zeitig daran, zur Begrüßung deine Füße zu küssen. Gewöhne dir einen Befehlston an –wenn du es nicht schaffst, reicht auch eine „unmissverständliche Sprache“. Der sklavische Partner darf nur sprechen, wenn er gefragt wird.

Obwohl du keine besondere Kleidung benötigst, um zu dominieren, sind alle Arten von Respekt einflößenden Uniformen oder Formalkleidung sinnvoll. Sorge dafür, dass der Partner sich so weit auszieht, dass er wesentlich weniger Kleidung trägt als du. Stiefel sind immer gut und zudem sehr nützlich, um deinen „Sklaven“ zu disziplinieren. Orientiere dich niemals an pornografischen Filmen, in denen die Domina Unterwäsche trägt oder nackt ist. Und: Es muss dir Freude bereiten, jemanden zu dominieren. Wenn nicht – such dir eine andere Rolle.

Wenn du dich fragst, was denn das „für eine schräge Beziehung sein soll“, dann vergegenwärtige dir: Das ist keine Beziehung. Das ist ein Spiel, das man in einer Beziehung und auch außerhalb spielen kann, und es hat einen Anfang und ein Ende.

Mindestens vier Lektionen folgen noch. Bliebt dran, dann erzähle ich euch mehr darüber.

Hinweis: Dieser Artikel wurde aus den Erfahrungen mehrerer Personen zusammengestellt und dann von Isidora überarbeitet.

Die Freude daran, einen Mann zu dominieren

Selbstbewusste, dominante Frau, von anderen Frauen bewundert
Die Freude daran, einen Mann zu dominieren - für ganz gewöhnliche Frauen, die sich als dominante Frau profilieren wollen, ohne in Klischees zu verfallen.

Unsere neue Serie wendet sich nicht an dich, wenn du davon träumst, eine Domina zu werden. "Dominas" sind Frauen, die gewerbsmäßig Männer entwürdigen, unterwerfen, schlagen und foltern. Die meisten behaupten „Lifestyle Dominas“ zu sein, was bedeutet, dass sie sich Domination als Lebensziel ausgesucht haben. Zumeist ist dies eine Werbeaussage, die von der Wahrheit meilenweit entfernt ist – die Damen möchten eben gerne mehr als nur „Stiefelhuren“ sein. Denke dran, dass "professionelle Domination" ein Gewerbe ist, indem für den Kunden eine Illusion erzeugt wird, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Nein, unsere Serie wendet sich an dich, wenn du neugierig darauf bist, jemanden zu dominieren, also wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob es dir Freude bereitet. Egal, ob du gerade Single bist, einen neuen Freund hast, oder ob du frisch verheiratet bist – probiere es einfach einmal aus, dominant zu sein. Am Ende wirst du sicher sein, ob du es magst oder nicht – oder ob es dein Freund, Lover oder Ehemann mag.

Dominanz geht mit und ohne Sex

Etwas will ich noch klären. Submission (Unterwerfung) und Sex sind zweierlei. Es gibt Unterwerfungen ganz ohne Sex, Unterwerfung mit Sex und Unterwerfung in der Hoffnung, mit Sex belohnt zu werden. Die Unterwerfung und Dominierung ohne Sex kannst du auch mit Freundinnen erproben. Doch davon später.

Drei Frauentypen können erfolgreich dominieren

Erst einmal will ich dir sagen, dass es drei grundsätzlich geeignete Frauentypen gibt, die möglicherweise aus Freude dominieren. Da ist einmal die Prinzessin. Hattest du schon immer einen kleinen „Hofstaat“ um dich herum? Und haben sich Männer, aber auch manche Frauen darum gerissen, dir kleine Gefallen zu tun oder Geschenke zu machen? Und hast du schon einmal versucht, wie weit du dabei gehen kannst? Dann bist du der Prinzessinnen-Typ. Die Unterwürfigen gehorchen dir, weil sie eine Gunst von dir erhoffen.

Der zweite Typ ist die „strenge Mutter“. Sie befiehlt, und in der Jugend „kuschen“ die Freundinnen und Freunde. Sie lernen, dass es besser für sie ist, wenn sie die „strenge Mutter“ nicht ärgern. Später gehorchen sie, weil sie fürchten, dass es negative Auswirkungen hat, wenn sie sich dir widersetzen. Sie beugen sich entweder aus äußerlicher, viel häufiger aber aus innerer Abhängigkeit. Sie unterwerfen sich also, weil sie sich vor dir, deiner Macht und deinen Launen fürchten.

Der dritte Typ ist einfach neugierig, was alles möglich ist. Er versucht, mal dominant, mal submissiv zu sein und experimentiert mit verschiedenen Rollen, Verhaltensweisen, Fetischen, Schmerzen und Positionen. Die Menschen, die dir folgen, sind zumeist Spieler wie du. Dies ist die Rolle, die am „gesündesten“ ist, weil du nicht zwanghaft in ein Dominanz-Demuts-Gefüge eingebunden bist.

Die Regel: dominieren muss Freude bereiten

Die erste (und wahrscheinlich einzige) Regel, die du befolgen solltest: Es muss dir Freude bereiten, diene Rolle zu spielen, und es muss deinem Partner oder deiner Partnerin Freude bereiten, sich dir zu unterwerfen. Denke bitte daran, dass „Freude haben“ bei einem unterwürfigen Menschen durchaus von Schreien oder sogar Tränen begleitet sein kann. Du solltest dir deshalb vergegenwärtigen: Manchmal bist du in paradoxen Situationen. Wenn du sie nicht meisterst, hör auf damit, jemanden zu dominieren.

Hinweis: Nach gründlichen Recherchen des Redaktionsteams in verlässlichen Quellen veröffentlicht von Isidora.

Bild nach Topfer, Illustrator aus "Comtesse Sofia" .

Zum Thema "Die Freude daran, einen Mann zu dominieren", sind acht Folgen geplant. Die meisten dieser Vorstellungen entnahmen wir diversen Blogs von Frauen, die dominieren, ohne an eine Gruppe wie FLR oder SM-Kreise gebunden zu sein.


Bisher in dieser Serie veröffentlicht:
1. Folge: Haltung einnehmen
2. Folge: Wenn Sex eine Rolle spielt