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Sechste Lektion in Dominanz - finde Fetische, biete sie und entziehe sie

In Männern geheime Lüste wecken?
Nahezu jeder Mann ist ein Voyeur, und viele sind Fetischisten. Du solltest dies nutzen und feststellen, ob dein Lover solche Neigungen hat. Biete ihm deine Füße an – zunächst beschuht. Und fordere ihn auf, sie zu küssen oder abzulecken. Erstaunlich viele Männer wissen nicht, dass sie heimliche Fußverehrer sind, und falls nicht, ist es eine gute Gehorsamsübung. „Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann würdest du auch …“ sollte überhaupt Teil deines Repertoires werden. Ein Mann wird sich nicht nachsagen lassen, dich nicht zu lieben und in vielen Fällen etwas tun, was ihn eigentlich erniedrigt. Mit Voyeuren gehst du am besten so um, dass du dich in dem Maße entkleidest, indem sie dir ihre Unterwürfigkeit oder Schmerzbereitschaft beweisen. Du darfst dabei „launisch“ sein. Der Mann darf nicht glauben, dass sein devotes Verhalten automatisch eine Gunst nach sich zieht.

Tipp: Stelle fest, welche Fetische der Mann hat, auch wenn er selbst davon noch gar nichts weiß. Biete ihm an, deine die Hände, Füße, Schuhe oder Stiefel zu lecken. Versuche, die Leidensgrenzen von Voyeuren herauszufinden.

Fünfte Lektion in Dominanz – Regeln für die Unterwerfung oder Erniedrigung

Bei den Wünschen, Regeln und Befehlen nicht übertreiben
Je nachdem, wie oft du deinen Partner siehst, solltet du ihm Aufgaben und Regeln mit auf den Weg geben, die ihn fordern, zum Beispiel, eine mit Dornen besetzte Rose im Mund zu apportieren, wenn er dich besucht. Mit einem ständigen Partner kannst du einen Tag ausmachen, an dem er sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nackt und mit verbundenen Augen im Schlafzimmer einfinden muss. Je sklavischer dein Freund ist, umso mehr lässt er sich demütigen, und je mehr kannst du beschämende Handlungen von ihm erwarten.

Es gibt im Prinzip zwei Sorten von unterwürfigen Männern: Solche, die diese Forderungen übererfüllen, um von dir eine sexuelle Gunst zu erhalten. Und solche, die das Gegenteil tun, also bewusst die Regeln brechen, um von dir bestraft zu werden. Finde heraus, was dir am besten liegt und womit sich auch dein Partner anfreunden kann.

Versuche am Anfang nicht, extreme oder schwer erfüllbare Aufgaben einzufordern. Nach und nach kannst du zu Aufgaben übergehen, die ihn Selbstüberwindung kosten – die wirklich lustvollen Spiele für dich beginnen erst, wenn du deine Macht über ihn genießen kannst.

Tipp: Spiele mit der psychischen Unterwerfung und „Fernsteuerung“ sind nicht für jeden Mann geeignet – und für dich vielleicht auch nicht. Deshalb solltest du zunächst Regeln vereinbaren, die recht einfach zu erfüllen und zu kontrollieren sind. Und bei manchen Männer ist es interessanter, gar keine Regeln zu haben.

Noch ein Hinweis für euch: Dass Ihr Sicherheitswörter vereinbaren müssen, halte ich für selbstverständlich. Ein Sicherheitswort bricht die laufende Aktion unmittelbar ab. Das Wort darf nicht "aufhören" oder "nein" heißen, sondern muss so ungewöhnlich sein, dass es im normalen Sprachschatz der Sitzung nicht vorkommen kann.

Vierte Lektion in Dominanz: binde ihn ein wenig an

Männer lassen sich meist gerne "anbinden"
Der Hauptirrtum zu dominanten Spielen besteht in der Annahme, Sex spiele immer eine Rolle bei der Dominanz. Das ist nicht korrekt, denn der wirklich unterwürfige Mann sucht die Nähe seiner Herrin und ist glücklich, wenn sie ihm die Gunst ihrer Anwesenheit gewährt. Ich will darauf nicht näher eingehen, aber es ist auch im täglichen Leben so: Wenn sich jemand mit einer schwer erreichbaren Berühmtheit schmücken kann, dann wird er sich in ihrer Anwesenheit sonnen.

Allerdings hat die „sexuelle Dominanz“ besondere Reize.

Dazu solltest du wissen: Kein Mann ist zu jedem Zeitpunkt dein „Sklave“. Eine gute Gelegenheit, ihn sehr abhängig und unterwürfig zu machen, ist seine Lust auf Sex. Mach Sex davon abhängig, dass er sich unterwirft. Führe ihn mit seiner Begierde. Sei vorsichtig damit, wenn du ihn behalten willst: Du könntest ihn damit in die Arme einer anderen Frau treiben. Ein hübsches Spiel besteht darin, ihn abwechselnd zu stimulieren und zu frustrieren – am Ende aber muss er „kommen dürfen“. Am besten eignet sich als Testperson ein Mann, der wenig Glück bei den Frauen hat. Solche Männer sehen oft ein, dass sie sich die Gunst einer Frau erst „erarbeiten“ müssen – sei es durch Geschenke, Einladungen, Dienstleistungen oder eben auch Erniedrigungen. Falls du im Grundsatz „moralische Bedenken“ hast, lass es lieber bleiben, auf Unterwürdigkeit so bestehen. Falls du nur leichte Zweifel hast: Du bist keine Sozialarbeiterin, sondern dominierst zu deinem Vergnügen.

Tipp: Fast jeder Mann dient einer schönen Frau gerne innerhalb seiner Möglichkeiten und Grenzen, und nahezu jeder Mann erwartet dafür eine sexuelle Gratifikation. Du musst die Neigung, dir zu dienen, nur nach und nach verstärken und die sexuellen Gratifikationen zurückschrauben.

Lust an weiblicher Dominanz – wer liest die Bücher?

Männer abwerten: "Die Herrin"
Soviel weiß jeder Buchhändler: Die Lust an männlicher Dominanz ist beim weiblichen Geschlecht höchst verbreitet. Jedenfalls, wenn es lediglich um Fantasien geht. Die Lust an weiblicher Dominanz hingegen gilt als unerforschtes Gebiet der erotischen Literatur. Gigi Martin war einst ein bekannter Name in diesem Segment. Ihr fragwürdiges Werk, „Die Herrin“ wurde viel von Frauen gelesen. Aber ihre Protagonistin war erstens lesbisch und zweitens fiel das Buch in eine Zeit (1988), in der Frauen gerne Bücher lasen, in denen Hetero-Männer ganz bewusst diffamiert wurden.

Seither war es ruhig in der Literatur-Szene, jedenfalls, was die Literatur betraf, die man üblicherweise in Buchläden fand. Im Untergrund gab es sei immer, die Literatur über starke Frauen, denen die Männer aus der Hand fraßen – und selbstverständlich die entsprechenden pornografischen Filme zum Thema. Das Klischee: Eine halb ausgezogene, in Korsett, Lederrock und Stiefel gekleidete Schönheit peitscht einen hässlichen, nackten Mann mit kleinem Penis.

Allerdings schreiben wir heute 2015 – und wir befinden uns im zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts im neuen Jahrtausend. Der Mainstream-Buchhandel hat seither streng-erotische Kitsch-Machwerke in Massen im Angebot. Doch fast alles, was wir dort finden, wurde von Frauen für Frauen geschrieben.

Was macht nun ein Schriftsteller, der sich mit dem Etikett „FemDom-Literatur“ schmückt? Zunächst steht er vor drei Meinungen:

Meinung eins: Der Leser ist männlich, Landei und Wichser.
Meinung zwei: Frauen und Männer lesen Bücher über die Lust aus Freude an der Lust.
Meinung drei: Es ist nicht klar, wer die Bücher liest – Feedback geben aber ausschließlich Frauen.

Umfrageergebnisse von G. Horsam © 2015 by G. Horsam
Der Schriftsteller wusste sich zu helfen: Er startete eine Umfrage unter der Leserschaft von sogenannter „FemDom“-Literatur und entdeckte dabei offensichtlich, dass sich überwiegend Paare für diese Gattung interessieren, gefolgt von den Männern – und erst im weiten Abstand die Frauen. (Siehe Grafik links).

Was war die Motivation für die Paare, sich gerade für weibliche Dominanz zu interessieren? Offensichtlich, so der Autor, der unter dem Pseudonym G. Horsam selber Femdom-Literatur schreibt, suchten die Paare in den Büchern nach „Anregungen und neuen Ideen“.

Allerdings sollte man den Ergebnissen gegenüber kritisch bleiben: „FemDom“ ist ein Etikett, unter dem sich nur ein geringer Teil der allgemeinen Leserschaft etwas vorstellen kann – lediglich die „Eingeweihten“ haben eine Vorstellung davon, um was es sich handeln könnte. Schließlich laufen die „Fifty Shades of Grey“ im Buchhandel auch nicht unter dem Etikett „MaleDom“, sondern gehen als „erotische Literatur für Frauen“ über den Ladentisch.

Doch jenseits dieser Kritik bleibt natürlich die Frage: In welcher Weise kann Literatur stimulierend auf die weibliche Dominanz wirken und wie kann sie Männer dazu verführen, sich unterwürfig zu verhalten? Denn wenn ein Genre in den Mainstream einfließen soll, dann muss es „den Nerv des Publikums“ treffen – ähnlich wie die kitschigen „Fifty Shades of Grey“.

Das geschieht sicherlich nicht in der Art und Weise, in der die bereits erwähnte Gigi Martin („Die Herrin“) schrieb: Ihr Held wird im Buch zwar intensiv und gelegentlich durchaus anregend stimuliert. Indessen hat hat die lesbische Heldin auch nicht einen Funken Respekt vor ihrem Opfer, das sie in den Abgrund treibt und ihn dort schulterzuckend zurücklässt.

Die "klassische Herrin" WANDA in "Venus im Pelz"
Wenn Literatur über die weibliche Dominanz für den Mann sinnlich sein soll und wenn bei ihm die Begehrlichkeit geweckt werden soll, sich zu unterwerfen, muss er Lust daran verspüren. Der Romanheld des Ritters von Sacher-Masoch verspürte diese Lust wenigstens zu Anfang, und nach Tausenden zählende erwachsene Männer haben sich daraufhin gewünscht, einmal von der „Venus im Pelz“ gepeitscht zu werden. Ebenso verhielt es sich mit den Jünglingen gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die nach den Rutenschlägen sinnlicher Gouvernanten gierten.

Heute stellt sich kaum eine andere Frage: Erst, wenn sich Leser und Leserinnen in die Rolle der Figuren hineinleben können, hat der Autor gewonnen. Wenn der Befehlston der Herrin im Buch den Penis hebt, wenn das Zischen des Rohstocks im Hinterstübchen seines Gehirns laut wird, und der Schlag den Po zum Zucken bringt – dann hat der Autor seine Leser erreicht. Ob dies gelingt? Manchmal schon …

SM-Lust ist nicht, was sie zu sein scheint



Sowohl die SM-Szene als auch Frau Spießbürgerin und Herr Spießbürger haben Vorstellungen davon, wie „Sadomaso“ abzulaufen hat. Doch in Wahrheit verstecken Frauen wie Männer, die außerhalb von „Szenen“ und „Kirchgängermilieu“ leben, ihre wahren Fantasien und Neigungen nur allzu oft. Sie passen einfach weder in das Raster der Einen noch in das Raster der Anderen.

Schöne Gefühle können mal bitter und mal süß sein

Dieser Film aus Polen sagt aus, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint. Denn viele Menschen verwechseln die Dinge, zum Beispiel die Lust daran, Schuhe und Füße zu lecken. Es bedeutet nicht zwangsläufig, auch unterwürfig zu sein. Und unterwürfig zu sein bedeutet nicht, auch zugleich Schmerzliebhaber zu sein. Und Schmerzliebhaber zu sein, bedeutet noch lange nicht, Sadomasochist zu sein.

Und: Niemand, der eine sexuelle Präferenz oder sonst eine Leidenschaft hat, sollte über sie definiert werden – und sich schon gar nicht selbst darüber definieren.

Wenn ein Fußliebhaber ein armes Würstchen ist, ist es ein Anhänger des ersten FC erst recht. Und überhaupt: Wer sich ansieht, wie sich angeblich gestandene Frauen und Männer in den einschlägigen Fernsehsendungen öffentlich erniedrigen, sollte glücklich darüber sein, dass sich Menschen ohne Zwang und durchaus lustvoll privat erniedrigen lassen können.