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Zehn Männerwünsche, ihre Erfüllung und die Revanche

Zweiter Teil - Zehn Männerwünsche plus ein Bonuswunsch - wilde Spiele

Den ersten Teil mit den Männerwünschen von 10 bis sechs findest du im Link.

05. Sklave sein wollen

Wenn du dich noch an Punkt 10 erinnerst – da wünscht er sich eine dominante Frau, die ihn reizt. Hier ist die Rede von seinem Wunsch nach (völliger) Unterwerfung. Das beinhaltet oft, dass er gefesselt, gequält oder geschlagen werden will. Manche Männer wollen dann auch „genommen“ werden.

Du kannst: Ausprobieren, ob er es wirklich will. Verlange von ihm, dass er deine Finger oder Handflächen, Achseln oder Füße leckt. Wenn ja, kannst du ihn behandeln „wie einen Sklaven.“ Gehe nicht zu weit, bevor du nicht weißt, ob er es wirklich mag.

04. Zurschaustellung

Der Wunsch, gemeinsam Sex in der Öffentlichkeit zu haben, ist verbreitet. Ihn zu realisieren, ist schwierig. Was „öffentlich“ ist und wie erregend das Risiko ist, „erwischt zu werden ist“ aber unterschiedlich. Sich „erregend zur Schau zu stellen“ geht aber auch noch anders: wenn du irgendwo sexuell provozierst, wo außer deinem Partner noch viele andere Männer sind.

Du kannst: Versuche, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Ihr müsst es als Risiko empfinden, aber es muss nicht wirklich eines sein. Manchmal reicht es schon, im Mini-Kleid ohne Slip auf eine Party zu gehen.

03. Dominieren (er dich)


Ei hoppla, da haben wir die „50- Shades-Of-Grey“ Version. Er will dich dominieren wie Mr. Grey. Das heißt, er will dich fesseln, erniedrigen und schlagen. Shocking? Oder auch dein Traum? Die Meinungen darüber gehen auseinander.

Du kannst: Lass dich nur mit einem guten Freund, deinem ständigen Lover oder deinem Ehemann darauf ein, nicht mit Fremden. Es ist viel zu gefährlich, das zu tun. Meistens beginnen Paare damit, dass er dir den Po verhaut. Wenn dir das Lust macht, kannst du mehr ausprobieren.

02. Süße Fetische – und salzige

Fetische – solche, die welche sind und solche, die eigentlich keine sind, aber so heißen, sind aus keiner Männerfantasie wegzudenken. Unterwäsche gehört dazu, und als Körperteile besonders deine Brüste und – das staunst du wahrscheinlich – deine Füße. Es gibt mehr davon. Auch mehr, die süß schmecken oder salzig. Er verrät sie dir nicht, und wenn du sie nicht zufällig herausfindest – dann bleiben sie sein Geheimnis. Ob deutsche Männer Fetische auf Platz zwei bringen würden? Ich glaube eigentlich nicht.

Du kannst: Beobachten, ob er entsprechende geheime Wünsche hat, und ihm solche erfüllen, nach denen er sich sehnt. Die meisten dieser Wünsche sind ein bisschen pubertär. Kommt drauf an, ob du das akzeptierst.


01. Rollenspiele

Rollenspiele sind noch nicht lange populär – und trotzdem längst der Favorit. Im Gegensatz zu allem anderen, was ich euch schrieb (Fetische, Dominieren, Unterwerfen, Versklaven) beginnen Rollenspiele damit, dass du deine Bühne aufbereitest, dich verkleidest und dann eine Rolle spielst, die du im Leben niemals ausfüllst.

Du kannst: Eine Rolle aussuchen, die dir liegt. Ob sie ihm auch gefällt, ist ein bisschen Glückssache. Aber es ist besser, du spielst etwas, was du dir zutraust. Typische Rollen sind einmal „strenge“ Rollen wie Krankenschwestern, Lehrerinnen oder Erzieherinnen, dann aber auch „weiche“ wie Barfrauen, Huren oder Sekretärinnen. Wenn es dir und ihm gefällt, ist es am besten.

00. Der Bonus: Revanchieren

In einigen der Vorschläge habe ich euch gesagt: Du kannst versuchen, dich zu revanchieren. Der Deal geht so: Was er an dir tut, das darfst du auch an ihm tun. Und umgekehrt. Wünscht er sich Fellatio, dann verlange Cunnilingus. Will er anal, dann darfst du Pegging versuchen. Will er dich dominieren, so darfst du ihn das nächste Mal unterwerfen. Besteht er darauf, bei dir Voyeur zu sein, so verlange von ihm, dass er sich ebenso vorzeigt. Und der Dreier? Wenn du ihn wirklich durchziehen willst, verlange das nächste Mal, dass du einen zweiten Mann bekommst.

Das war das Ende für heute. Ich bin wirklich gespannt, ob ich etwas Ähnliches für Männer finde, und ob Männer sich wirklich bemühen würden, Frauenträume vorbehaltlos zu erfüllen.

Hinweis der Redaktion: Wir können zu unserem Bedauern nicht auf die Webseite verlinken, die als Referenz diente, und empfehlen stattdessen, für mehr Informationen einen Blick in die (auch in deutscher Sprache erschienenen) Ratgeber des populären Autors zu werfen.

Mehr Lust für sie: Was Frauen beim Sex verrückt macht
(She come first)
Mehr Lust für ihn: Was Männer beim Sex verrückt macht
(He comes next)


Fünfte Lektion in Dominanz – Regeln für die Unterwerfung oder Erniedrigung

Bei den Wünschen, Regeln und Befehlen nicht übertreiben
Je nachdem, wie oft du deinen Partner siehst, solltet du ihm Aufgaben und Regeln mit auf den Weg geben, die ihn fordern, zum Beispiel, eine mit Dornen besetzte Rose im Mund zu apportieren, wenn er dich besucht. Mit einem ständigen Partner kannst du einen Tag ausmachen, an dem er sich zu einem bestimmten Zeitpunkt nackt und mit verbundenen Augen im Schlafzimmer einfinden muss. Je sklavischer dein Freund ist, umso mehr lässt er sich demütigen, und je mehr kannst du beschämende Handlungen von ihm erwarten.

Es gibt im Prinzip zwei Sorten von unterwürfigen Männern: Solche, die diese Forderungen übererfüllen, um von dir eine sexuelle Gunst zu erhalten. Und solche, die das Gegenteil tun, also bewusst die Regeln brechen, um von dir bestraft zu werden. Finde heraus, was dir am besten liegt und womit sich auch dein Partner anfreunden kann.

Versuche am Anfang nicht, extreme oder schwer erfüllbare Aufgaben einzufordern. Nach und nach kannst du zu Aufgaben übergehen, die ihn Selbstüberwindung kosten – die wirklich lustvollen Spiele für dich beginnen erst, wenn du deine Macht über ihn genießen kannst.

Tipp: Spiele mit der psychischen Unterwerfung und „Fernsteuerung“ sind nicht für jeden Mann geeignet – und für dich vielleicht auch nicht. Deshalb solltest du zunächst Regeln vereinbaren, die recht einfach zu erfüllen und zu kontrollieren sind. Und bei manchen Männer ist es interessanter, gar keine Regeln zu haben.

Noch ein Hinweis für euch: Dass Ihr Sicherheitswörter vereinbaren müssen, halte ich für selbstverständlich. Ein Sicherheitswort bricht die laufende Aktion unmittelbar ab. Das Wort darf nicht "aufhören" oder "nein" heißen, sondern muss so ungewöhnlich sein, dass es im normalen Sprachschatz der Sitzung nicht vorkommen kann.

Die Freude daran, einen Mann zu dominieren

Selbstbewusste, dominante Frau, von anderen Frauen bewundert
Die Freude daran, einen Mann zu dominieren - für ganz gewöhnliche Frauen, die sich als dominante Frau profilieren wollen, ohne in Klischees zu verfallen.

Unsere neue Serie wendet sich nicht an dich, wenn du davon träumst, eine Domina zu werden. "Dominas" sind Frauen, die gewerbsmäßig Männer entwürdigen, unterwerfen, schlagen und foltern. Die meisten behaupten „Lifestyle Dominas“ zu sein, was bedeutet, dass sie sich Domination als Lebensziel ausgesucht haben. Zumeist ist dies eine Werbeaussage, die von der Wahrheit meilenweit entfernt ist – die Damen möchten eben gerne mehr als nur „Stiefelhuren“ sein. Denke dran, dass "professionelle Domination" ein Gewerbe ist, indem für den Kunden eine Illusion erzeugt wird, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Nein, unsere Serie wendet sich an dich, wenn du neugierig darauf bist, jemanden zu dominieren, also wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob es dir Freude bereitet. Egal, ob du gerade Single bist, einen neuen Freund hast, oder ob du frisch verheiratet bist – probiere es einfach einmal aus, dominant zu sein. Am Ende wirst du sicher sein, ob du es magst oder nicht – oder ob es dein Freund, Lover oder Ehemann mag.

Dominanz geht mit und ohne Sex

Etwas will ich noch klären. Submission (Unterwerfung) und Sex sind zweierlei. Es gibt Unterwerfungen ganz ohne Sex, Unterwerfung mit Sex und Unterwerfung in der Hoffnung, mit Sex belohnt zu werden. Die Unterwerfung und Dominierung ohne Sex kannst du auch mit Freundinnen erproben. Doch davon später.

Drei Frauentypen können erfolgreich dominieren

Erst einmal will ich dir sagen, dass es drei grundsätzlich geeignete Frauentypen gibt, die möglicherweise aus Freude dominieren. Da ist einmal die Prinzessin. Hattest du schon immer einen kleinen „Hofstaat“ um dich herum? Und haben sich Männer, aber auch manche Frauen darum gerissen, dir kleine Gefallen zu tun oder Geschenke zu machen? Und hast du schon einmal versucht, wie weit du dabei gehen kannst? Dann bist du der Prinzessinnen-Typ. Die Unterwürfigen gehorchen dir, weil sie eine Gunst von dir erhoffen.

Der zweite Typ ist die „strenge Mutter“. Sie befiehlt, und in der Jugend „kuschen“ die Freundinnen und Freunde. Sie lernen, dass es besser für sie ist, wenn sie die „strenge Mutter“ nicht ärgern. Später gehorchen sie, weil sie fürchten, dass es negative Auswirkungen hat, wenn sie sich dir widersetzen. Sie beugen sich entweder aus äußerlicher, viel häufiger aber aus innerer Abhängigkeit. Sie unterwerfen sich also, weil sie sich vor dir, deiner Macht und deinen Launen fürchten.

Der dritte Typ ist einfach neugierig, was alles möglich ist. Er versucht, mal dominant, mal submissiv zu sein und experimentiert mit verschiedenen Rollen, Verhaltensweisen, Fetischen, Schmerzen und Positionen. Die Menschen, die dir folgen, sind zumeist Spieler wie du. Dies ist die Rolle, die am „gesündesten“ ist, weil du nicht zwanghaft in ein Dominanz-Demuts-Gefüge eingebunden bist.

Die Regel: dominieren muss Freude bereiten

Die erste (und wahrscheinlich einzige) Regel, die du befolgen solltest: Es muss dir Freude bereiten, diene Rolle zu spielen, und es muss deinem Partner oder deiner Partnerin Freude bereiten, sich dir zu unterwerfen. Denke bitte daran, dass „Freude haben“ bei einem unterwürfigen Menschen durchaus von Schreien oder sogar Tränen begleitet sein kann. Du solltest dir deshalb vergegenwärtigen: Manchmal bist du in paradoxen Situationen. Wenn du sie nicht meisterst, hör auf damit, jemanden zu dominieren.

Hinweis: Nach gründlichen Recherchen des Redaktionsteams in verlässlichen Quellen veröffentlicht von Isidora.

Bild nach Topfer, Illustrator aus "Comtesse Sofia" .

Zum Thema "Die Freude daran, einen Mann zu dominieren", sind acht Folgen geplant. Die meisten dieser Vorstellungen entnahmen wir diversen Blogs von Frauen, die dominieren, ohne an eine Gruppe wie FLR oder SM-Kreise gebunden zu sein.


Bisher in dieser Serie veröffentlicht:
1. Folge: Haltung einnehmen
2. Folge: Wenn Sex eine Rolle spielt
3. Folge: Welche Rolle spielt der Schmerz?
4. Folge: Anbinden für mehr Lust
5. Folge: Regeln vereinbaren
6. Folge: Finde Fetische - und entziehe sie.
7. Folge: Rollenspiele und Kleidung.
8. Folge: Du bist die Herrin deines Lebens.

Kann ich wagen, einen Mann zu dominieren?

ImZweifel fragt:

Nachdem ich die “Shades of Grey” gelesen habe, frage ich mich oft: “Bin ich diese Art Frau?“ Ich muss dazu sagen, dass ich nie zufrieden war mit „normalen“ Beziehungen. Sex ist schön, aber ich finde nicht, dass er wirklich aufregend ist. BDSM finde ich interessant, aber muss ich erst einmal unterwürfig sein, bevor ich eine gute Herrin werden kann? Und sollte ich nicht doch erst eine „normale Beziehung“ versuchen, bevor ich „an so etwas“ denke? Eigentlich würde ich lieber jemanden dominieren als mich zu unterwerfen. Und außerdem habe die Nase voll von diesem Geplänkel mit den Männern. Aber wie kann ich eine Beziehung eingehen, die interessanter ist als das „Übliche“? Muss da vorher alles „klargemacht“ werden?


Ina antwortet

Hallo, ImZweifel,

ich habe mich ein bisschen mit Isidora abgesprochen, bevor ich dir antworte, weil sie mehr vom Thema versteht.

Wichtig ist nicht, wie du anfängst, sondern dass du überhaupt irgendwo anfängst. Denn eigentlich geht bei der Lust alles nach der Versuch-und-Irrtum-Methode. Und die heißt: Versuch es, und wenn es geht, mach damit weiter. Wenn nicht, lass dir etwas anderes einfallen. Dominant zu sein, ist etwas schwieriger als unterwürfig zu sein, weil du aktiver und kontrollierter sein musst. Ich schlage vor, du beginnst mal damit, deine Wunschrolle einfach mal auszuprobieren. Wir sagen hier immer: Wenn es dir gelingt, dass dir jemand die Finger einzeln ableckt, dann hast du Talent zur Dominanz. Versuch mal, von einem Kerl etwas zu fordern, dessen er sich schämt. Tut er es, kannst du das als Erfolg verbuchen.

Manche Leute nehmen alles schrecklich ernst, was mit SM zu tun hat. Ich denke, es ist erst mal ein Spiel, zum Beispiel: „was ich jetzt auch mit dir anstelle, du darfst dich nicht wehren.“ Oder „du ziehst dich jetzt nackt aus, und ich bleibe völlig angezogen.“ Man kann auch einfach „Durchkitzeln“ spielen oder so etwas in der Art. Lust ist dazu da, um Freude zu mache, nicht, um bestimmte „Normen“ zu erfüllen.

Wie schnell du einen Kerl dazu bringst, mit dem „üblichen Geplänkel“ aufzuhören und dir zu folgen, liegt eigentlich nur an dir. Wenn er beim Date nach einer „süßen Fortsetzung“ fragt, kannst du ihm ruhig sagen: „Ja, du kannst noch zu mir kommen, aber ich habe besondere Wünsche.“ Oder „Machst du auch alles so, wie ich es von dir verlange?“

Finde deinen Weg, egal, wohin er führt. Tu, was dir Freude bereitet, und lass dich zu nichts zwingen. Folge keinen Regeln außer deinen eigenen, dann funktioniert auch das Ungewöhnliche.

Und bei allem, was du planst: Sei mutig, aber nicht übermütig, und versuche einfach, den anderen in die Unterwerfung „hineingleiten“ zu lassen, statt ihn sogleich massiv zu fordern. Isidora meinte, dass Männer sich viel zu gerne einmal dominieren lassen – vor allem, wenn du die „richtige Ader“ dafür hast.

Viel Glück dabei!

Deine Ina (aka Miss Y.)

Orgasmen, Fesselungen, Schläge, Substanzen

Ein Einstieg in das Verständnis der besonderen Liebeserlebnisse im Schatten von Herrn Grey und Fräulein Steele.

Wie fühlen sich Hanfseile auf der Haut an?


Eines der wirklich schwierigen Themen in der Liebe ist ohne Zweifel der Orgasmus. Bereits anatomisch ist er schwerer zu erklären als gemeinhin angenommen wird. Kürzlich las ich beispielsweise die Albernheit, durch Stimulation der Klitoris würde der Orgasmus direkt und unmittelbar erzeugt. Das ist ungefähr so, als würde die Betätigung der Computermaus direkt zu einer Bildschirmanzeige führen – ohne CPU. Richtig ist, dass ohne die Nervenstränge, das Gehirn und die Botenstoffe, die vom Gehirn initiiert werden, gar nichts dergleichen geschähe. Emotional erleben Frauen und Männer ihre Orgasmen unterschiedlich, was ebenso schwer zu vermitteln ist – man lese entsprechende Aufklärungsbücher für junge Leute. Dort wird zwar alles beschrieben, aber ein Bild kann man sich trotz alledem nicht machen. Gefühle bleiben eben Gefühle, und sie sind kaum durch reine Beschreibungen zu vermitteln.

Seit einiger Zeit werden wir nun mit anderen Phänomenen konfrontiert. Offiziell sind die „50 Shades of Grey“ die Auslöser, doch das ist nur die Spitze eines Eisbergs, der längst tief im Meer der Lust liegt. Denn viele Paare versuchen seit langer Zeit, ihre müde Lust durch sinnliche Spiele „aufzupeppen“. Die „FSoG-Masche, in der Fräulein Steele und Herr Grey sich mit Fesselungen und Schlägen auf den Hintern beschäftigen, ist sozusagen nur die Übertragung einer Praxi der Eliten auf das gewöhnliche Volk. Und siehe, auch in ihm loderte die Lunte schon lange.

Ist es nun völlig pervers, einmal eigene Versuche zu wagen? Und was passiert eigentlich, wenn jemand gefesselt wird, Schläge bekommt oder wenn Substanzen auf die empfindliche Haut einwirken?

Keine Schranken zwischen Frau und Mann: ähnliche Gefühle

In einer Beziehung haben wir dabei Glück: Frauen und Männer mögen unterschiedlich reagieren, wenn es um die Empfindsamkeit, die Sinnlichkeit oder die Hemmschwellen und Schmerzgrenzen geht, die dabei überwunden werden. Aber: Im Prinzip ist die Wirkung am weiblichen wie am männlichen Körper so ähnlich, dass jeder ahnen kann, wie der andere fühlt. Hanfseile, Seide, Stahl, Kunststoff, Klebeband und Leder, eng an die Haut angelegt, fühlen sich für alle Menschen ähnlich an. Ebenso ist es mit den Schlägen, solange wir sie rein physisch betrachten und den Substanzen, die auf die Haut aufgebracht werden. In der Regel dienen sie in den „leichten“ Versionen lediglich dazu, die Durchblutung der „strategisch interessanten“ Stellen zu fördern und damit die Lust zu steigern. Über Schmerzen (insbesondere Lustschmerzen) lässt sich streiten, doch berichten zahlreiche Menschen davon, dass sie davon ebenfalls erotisch erregt werden. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind dabei eher geringfügig und zumeist eher abhängig vom eigenen Schmerzempfinden. Klar dürfte sein, dass eine Frau, die Leistungssport betreibt und dabei ihre „Schrenzgrenzen“ kennt, anderes empfindet als eine verhöhnte Mode-Prinzessin auf der Erbse, die schon bei einem kleinen Klaps „Aua!“ schreit.

Bei den „50 Shades of Grey“ versäumte die Autorin ja bekanntlich nicht, einen psychologischen Grund für das „abweichende“ Verhalten von Herrn Grey zu nennen. Ich nutze dies, um Ihnen etwas über die psychologischen Faktoren von Unterwerfungen, Fesselungen und Schlägen zu berichten – in aller Kürze.

Erotische Unterwerfung

Unterwerfung als Verhaltensweise ist ein natürlicher Prozess, der ursächlich nichts mit Erotik zu tun hat, aber in allen Formen der gelebten Sexualität Auswirkungen hat. Wer darin bereits eine „sexuelle Abweichung“ sieht, ist zu bedauern. Das Spiel mit der erotischen Unterwerfung ist ein ganz normaler Bestandteil des „Liebeswerbens“ und wird von jedem Menschen nach eigenen Vorstellungen verwirklicht. Auch Männer neigend neuerdings dazu, sich in der Rolle des „Verführten“ wohlzufühlen, wenn die Partnerin über entsprechende erotische Ressourcen verfügt.

Fesselungen - Angst und Sinnlichkeit

In seiner Freiheit eingeschränkt zu werden, erzeugt Furcht. Wer in seiner Jugend in Abstellräume gesperrt wurde, oder wer einmal in Fesseln lag, während andere ihn verhöhnten, weiß davon. Ebenso erzeugt auch die erotische Fesselung Ängste. Je mehr die Bewegung eingeschränkt wird, je peinlicher die Zurschaustellung ist und je mehr Sinne manipuliert werden, umso größer ist in der Regel die Angst. Doch auch die Angst ist nicht bei allen Menschen identisch: Wer in seiner Jugend traumatische Erlebnisse hatte, mag panikartig reagieren, wer neugierig darauf ist, seine Reaktionen zu erforschen, reagiert hingegen meist erregt, aufmerksam und sinnlich. Man kann Fesselungen als sinnlich Extremerfahrungen betrachten, die durch Nacktheit und dem Verbinden der Augen noch verstärkt werden können.

Schläge, Lust und Strafen -psychisch

Schläge und Fesselungen hängen nicht ursächlich zusammen – und nicht alle Schläge sind erotische Strafen. Geht man von dieser Grundlage aus, so werden die Unterschiede deutlich: Der Klaps auf den Po, die krallenden Fingernägel im Nacken, der Biss in die Oberhaut oder die Abwendung einer Kleiderbürste oder Streichelpeitsche sind ungefähr gleichwertig sinnlich. Erst, wenn sich der Rezipient oder die Rezipientin sich psychisch in den Zustand der Strafe hineinversetzen will oder soll, werden möglicherweise längst vergessene Erfahrungen mit Körperstrafen aus der Erinnerung herausgebaggert. Und erst dann tauchen die „psychologischen“ Effekte“ auf, die in der Literatur ständig ausgekostet werden. Werden Schläge mit Fesselungen kombiniert, so können Ängste und Erinnerungen zu heftigsten psychischen Reaktionen führen, die nicht immer kontrollierbar sind.

Unterschiede zwischen Literatur und wirklichem Leben

Literarisch lässt sich selbstverständlich alles verarbeiten – auch der Gang durch die Hölle von Kindheits- oder Pubertätserinnerungen, die dabei möglicherweise hochkommen. Doch wer die Realität sucht, sollte sich davor hüten, sich Extremen hinzugeben. Die Beschäftigung mit sich selbst und die Erforschung der eigenen Psyche sind an sich schon abenteuerliche Unternehmen. Erinnern wir uns aber unbeabsichtigt unter erotischen Fesslungen und Schlägen an Szenen, die uns extrem ängstigen, so sollten wir andere Wege zur Lust suchen.