Skip to content
| Werbung |


Die Freude daran, einen Mann zu dominieren

Selbstbewusste, dominante Frau, von anderen Frauen bewundert
Die Freude daran, einen Mann zu dominieren - für ganz gewöhnliche Frauen, die sich als dominante Frau profilieren wollen, ohne in Klischees zu verfallen.

Unsere neue Serie wendet sich nicht an dich, wenn du davon träumst, eine Domina zu werden. "Dominas" sind Frauen, die gewerbsmäßig Männer entwürdigen, unterwerfen, schlagen und foltern. Die meisten behaupten „Lifestyle Dominas“ zu sein, was bedeutet, dass sie sich Domination als Lebensziel ausgesucht haben. Zumeist ist dies eine Werbeaussage, die von der Wahrheit meilenweit entfernt ist – die Damen möchten eben gerne mehr als nur „Stiefelhuren“ sein. Denke dran, dass "professionelle Domination" ein Gewerbe ist, indem für den Kunden eine Illusion erzeugt wird, die mit der Realität nichts zu tun hat.

Nein, unsere Serie wendet sich an dich, wenn du neugierig darauf bist, jemanden zu dominieren, also wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob es dir Freude bereitet. Egal, ob du gerade Single bist, einen neuen Freund hast, oder ob du frisch verheiratet bist – probiere es einfach einmal aus, dominant zu sein. Am Ende wirst du sicher sein, ob du es magst oder nicht – oder ob es dein Freund, Lover oder Ehemann mag.

Dominanz geht mit und ohne Sex

Etwas will ich noch klären. Submission (Unterwerfung) und Sex sind zweierlei. Es gibt Unterwerfungen ganz ohne Sex, Unterwerfung mit Sex und Unterwerfung in der Hoffnung, mit Sex belohnt zu werden. Die Unterwerfung und Dominierung ohne Sex kannst du auch mit Freundinnen erproben. Doch davon später.

Drei Frauentypen können erfolgreich dominieren

Erst einmal will ich dir sagen, dass es drei grundsätzlich geeignete Frauentypen gibt, die möglicherweise aus Freude dominieren. Da ist einmal die Prinzessin. Hattest du schon immer einen kleinen „Hofstaat“ um dich herum? Und haben sich Männer, aber auch manche Frauen darum gerissen, dir kleine Gefallen zu tun oder Geschenke zu machen? Und hast du schon einmal versucht, wie weit du dabei gehen kannst? Dann bist du der Prinzessinnen-Typ. Die Unterwürfigen gehorchen dir, weil sie eine Gunst von dir erhoffen.

Der zweite Typ ist die „strenge Mutter“. Sie befiehlt, und in der Jugend „kuschen“ die Freundinnen und Freunde. Sie lernen, dass es besser für sie ist, wenn sie die „strenge Mutter“ nicht ärgern. Später gehorchen sie, weil sie fürchten, dass es negative Auswirkungen hat, wenn sie sich dir widersetzen. Sie beugen sich entweder aus äußerlicher, viel häufiger aber aus innerer Abhängigkeit. Sie unterwerfen sich also, weil sie sich vor dir, deiner Macht und deinen Launen fürchten.

Der dritte Typ ist einfach neugierig, was alles möglich ist. Er versucht, mal dominant, mal submissiv zu sein und experimentiert mit verschiedenen Rollen, Verhaltensweisen, Fetischen, Schmerzen und Positionen. Die Menschen, die dir folgen, sind zumeist Spieler wie du. Dies ist die Rolle, die am „gesündesten“ ist, weil du nicht zwanghaft in ein Dominanz-Demuts-Gefüge eingebunden bist.

Die Regel: dominieren muss Freude bereiten

Die erste (und wahrscheinlich einzige) Regel, die du befolgen solltest: Es muss dir Freude bereiten, diene Rolle zu spielen, und es muss deinem Partner oder deiner Partnerin Freude bereiten, sich dir zu unterwerfen. Denke bitte daran, dass „Freude haben“ bei einem unterwürfigen Menschen durchaus von Schreien oder sogar Tränen begleitet sein kann. Du solltest dir deshalb vergegenwärtigen: Manchmal bist du in paradoxen Situationen. Wenn du sie nicht meisterst, hör auf damit, jemanden zu dominieren.

Hinweis: Nach gründlichen Recherchen des Redaktionsteams in verlässlichen Quellen veröffentlicht von Isidora.

Bild nach Topfer, Illustrator aus "Comtesse Sofia" .

Zum Thema "Die Freude daran, einen Mann zu dominieren", sind acht Folgen geplant. Die meisten dieser Vorstellungen entnahmen wir diversen Blogs von Frauen, die dominieren, ohne an eine Gruppe wie FLR oder SM-Kreise gebunden zu sein.


Bisher in dieser Serie veröffentlicht:
1. Folge: Haltung einnehmen
2. Folge: Wenn Sex eine Rolle spielt

Kann ich wagen, einen Mann zu dominieren?

ImZweifel fragt:

Nachdem ich die “Shades of Grey” gelesen habe, frage ich mich oft: “Bin ich diese Art Frau?“ Ich muss dazu sagen, dass ich nie zufrieden war mit „normalen“ Beziehungen. Sex ist schön, aber ich finde nicht, dass er wirklich aufregend ist. BDSM finde ich interessant, aber muss ich erst einmal unterwürfig sein, bevor ich eine gute Herrin werden kann? Und sollte ich nicht doch erst eine „normale Beziehung“ versuchen, bevor ich „an so etwas“ denke? Eigentlich würde ich lieber jemanden dominieren als mich zu unterwerfen. Und außerdem habe die Nase voll von diesem Geplänkel mit den Männern. Aber wie kann ich eine Beziehung eingehen, die interessanter ist als das „Übliche“? Muss da vorher alles „klargemacht“ werden?


Ina antwortet

Hallo, ImZweifel,

ich habe mich ein bisschen mit Isidora abgesprochen, bevor ich dir antworte, weil sie mehr vom Thema versteht.

Wichtig ist nicht, wie du anfängst, sondern dass du überhaupt irgendwo anfängst. Denn eigentlich geht bei der Lust alles nach der Versuch-und-Irrtum-Methode. Und die heißt: Versuch es, und wenn es geht, mach damit weiter. Wenn nicht, lass dir etwas anderes einfallen. Dominant zu sein, ist etwas schwieriger als unterwürfig zu sein, weil du aktiver und kontrollierter sein musst. Ich schlage vor, du beginnst mal damit, deine Wunschrolle einfach mal auszuprobieren. Wir sagen hier immer: Wenn es dir gelingt, dass dir jemand die Finger einzeln ableckt, dann hast du Talent zur Dominanz. Versuch mal, von einem Kerl etwas zu fordern, dessen er sich schämt. Tut er es, kannst du das als Erfolg verbuchen.

Manche Leute nehmen alles schrecklich ernst, was mit SM zu tun hat. Ich denke, es ist erst mal ein Spiel, zum Beispiel: „was ich jetzt auch mit dir anstelle, du darfst dich nicht wehren.“ Oder „du ziehst dich jetzt nackt aus, und ich bleibe völlig angezogen.“ Man kann auch einfach „Durchkitzeln“ spielen oder so etwas in der Art. Lust ist dazu da, um Freude zu mache, nicht, um bestimmte „Normen“ zu erfüllen.

Wie schnell du einen Kerl dazu bringst, mit dem „üblichen Geplänkel“ aufzuhören und dir zu folgen, liegt eigentlich nur an dir. Wenn er beim Date nach einer „süßen Fortsetzung“ fragt, kannst du ihm ruhig sagen: „Ja, du kannst noch zu mir kommen, aber ich habe besondere Wünsche.“ Oder „Machst du auch alles so, wie ich es von dir verlange?“

Finde deinen Weg, egal, wohin er führt. Tu, was dir Freude bereitet, und lass dich zu nichts zwingen. Folge keinen Regeln außer deinen eigenen, dann funktioniert auch das Ungewöhnliche.

Und bei allem, was du planst: Sei mutig, aber nicht übermütig, und versuche einfach, den anderen in die Unterwerfung „hineingleiten“ zu lassen, statt ihn sogleich massiv zu fordern. Isidora meinte, dass Männer sich viel zu gerne einmal dominieren lassen – vor allem, wenn du die „richtige Ader“ dafür hast.

Viel Glück dabei!

Deine Ina (aka Miss Y.)

Orgasmen, Fesselungen, Schläge, Substanzen

Ein Einstieg in das Verständnis der besonderen Liebeserlebnisse im Schatten von Herrn Grey und Fräulein Steele.

Wie fühlen sich Hanfseile auf der Haut an?


Eines der wirklich schwierigen Themen in der Liebe ist ohne Zweifel der Orgasmus. Bereits anatomisch ist er schwerer zu erklären als gemeinhin angenommen wird. Kürzlich las ich beispielsweise die Albernheit, durch Stimulation der Klitoris würde der Orgasmus direkt und unmittelbar erzeugt. Das ist ungefähr so, als würde die Betätigung der Computermaus direkt zu einer Bildschirmanzeige führen – ohne CPU. Richtig ist, dass ohne die Nervenstränge, das Gehirn und die Botenstoffe, die vom Gehirn initiiert werden, gar nichts dergleichen geschähe. Emotional erleben Frauen und Männer ihre Orgasmen unterschiedlich, was ebenso schwer zu vermitteln ist – man lese entsprechende Aufklärungsbücher für junge Leute. Dort wird zwar alles beschrieben, aber ein Bild kann man sich trotz alledem nicht machen. Gefühle bleiben eben Gefühle, und sie sind kaum durch reine Beschreibungen zu vermitteln.

Seit einiger Zeit werden wir nun mit anderen Phänomenen konfrontiert. Offiziell sind die „50 Shades of Grey“ die Auslöser, doch das ist nur die Spitze eines Eisbergs, der längst tief im Meer der Lust liegt. Denn viele Paare versuchen seit langer Zeit, ihre müde Lust durch sinnliche Spiele „aufzupeppen“. Die „FSoG-Masche, in der Fräulein Steele und Herr Grey sich mit Fesselungen und Schlägen auf den Hintern beschäftigen, ist sozusagen nur die Übertragung einer Praxi der Eliten auf das gewöhnliche Volk. Und siehe, auch in ihm loderte die Lunte schon lange.

Ist es nun völlig pervers, einmal eigene Versuche zu wagen? Und was passiert eigentlich, wenn jemand gefesselt wird, Schläge bekommt oder wenn Substanzen auf die empfindliche Haut einwirken?

Keine Schranken zwischen Frau und Mann: ähnliche Gefühle

In einer Beziehung haben wir dabei Glück: Frauen und Männer mögen unterschiedlich reagieren, wenn es um die Empfindsamkeit, die Sinnlichkeit oder die Hemmschwellen und Schmerzgrenzen geht, die dabei überwunden werden. Aber: Im Prinzip ist die Wirkung am weiblichen wie am männlichen Körper so ähnlich, dass jeder ahnen kann, wie der andere fühlt. Hanfseile, Seide, Stahl, Kunststoff, Klebeband und Leder, eng an die Haut angelegt, fühlen sich für alle Menschen ähnlich an. Ebenso ist es mit den Schlägen, solange wir sie rein physisch betrachten und den Substanzen, die auf die Haut aufgebracht werden. In der Regel dienen sie in den „leichten“ Versionen lediglich dazu, die Durchblutung der „strategisch interessanten“ Stellen zu fördern und damit die Lust zu steigern. Über Schmerzen (insbesondere Lustschmerzen) lässt sich streiten, doch berichten zahlreiche Menschen davon, dass sie davon ebenfalls erotisch erregt werden. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind dabei eher geringfügig und zumeist eher abhängig vom eigenen Schmerzempfinden. Klar dürfte sein, dass eine Frau, die Leistungssport betreibt und dabei ihre „Schrenzgrenzen“ kennt, anderes empfindet als eine verhöhnte Mode-Prinzessin auf der Erbse, die schon bei einem kleinen Klaps „Aua!“ schreit.

Bei den „50 Shades of Grey“ versäumte die Autorin ja bekanntlich nicht, einen psychologischen Grund für das „abweichende“ Verhalten von Herrn Grey zu nennen. Ich nutze dies, um Ihnen etwas über die psychologischen Faktoren von Unterwerfungen, Fesselungen und Schlägen zu berichten – in aller Kürze.

Erotische Unterwerfung

Unterwerfung als Verhaltensweise ist ein natürlicher Prozess, der ursächlich nichts mit Erotik zu tun hat, aber in allen Formen der gelebten Sexualität Auswirkungen hat. Wer darin bereits eine „sexuelle Abweichung“ sieht, ist zu bedauern. Das Spiel mit der erotischen Unterwerfung ist ein ganz normaler Bestandteil des „Liebeswerbens“ und wird von jedem Menschen nach eigenen Vorstellungen verwirklicht. Auch Männer neigend neuerdings dazu, sich in der Rolle des „Verführten“ wohlzufühlen, wenn die Partnerin über entsprechende erotische Ressourcen verfügt.

Fesselungen - Angst und Sinnlichkeit

In seiner Freiheit eingeschränkt zu werden, erzeugt Furcht. Wer in seiner Jugend in Abstellräume gesperrt wurde, oder wer einmal in Fesseln lag, während andere ihn verhöhnten, weiß davon. Ebenso erzeugt auch die erotische Fesselung Ängste. Je mehr die Bewegung eingeschränkt wird, je peinlicher die Zurschaustellung ist und je mehr Sinne manipuliert werden, umso größer ist in der Regel die Angst. Doch auch die Angst ist nicht bei allen Menschen identisch: Wer in seiner Jugend traumatische Erlebnisse hatte, mag panikartig reagieren, wer neugierig darauf ist, seine Reaktionen zu erforschen, reagiert hingegen meist erregt, aufmerksam und sinnlich. Man kann Fesselungen als sinnlich Extremerfahrungen betrachten, die durch Nacktheit und dem Verbinden der Augen noch verstärkt werden können.

Schläge, Lust und Strafen -psychisch

Schläge und Fesselungen hängen nicht ursächlich zusammen – und nicht alle Schläge sind erotische Strafen. Geht man von dieser Grundlage aus, so werden die Unterschiede deutlich: Der Klaps auf den Po, die krallenden Fingernägel im Nacken, der Biss in die Oberhaut oder die Abwendung einer Kleiderbürste oder Streichelpeitsche sind ungefähr gleichwertig sinnlich. Erst, wenn sich der Rezipient oder die Rezipientin sich psychisch in den Zustand der Strafe hineinversetzen will oder soll, werden möglicherweise längst vergessene Erfahrungen mit Körperstrafen aus der Erinnerung herausgebaggert. Und erst dann tauchen die „psychologischen“ Effekte“ auf, die in der Literatur ständig ausgekostet werden. Werden Schläge mit Fesselungen kombiniert, so können Ängste und Erinnerungen zu heftigsten psychischen Reaktionen führen, die nicht immer kontrollierbar sind.

Unterschiede zwischen Literatur und wirklichem Leben

Literarisch lässt sich selbstverständlich alles verarbeiten – auch der Gang durch die Hölle von Kindheits- oder Pubertätserinnerungen, die dabei möglicherweise hochkommen. Doch wer die Realität sucht, sollte sich davor hüten, sich Extremen hinzugeben. Die Beschäftigung mit sich selbst und die Erforschung der eigenen Psyche sind an sich schon abenteuerliche Unternehmen. Erinnern wir uns aber unbeabsichtigt unter erotischen Fesslungen und Schlägen an Szenen, die uns extrem ängstigen, so sollten wir andere Wege zur Lust suchen.

Was ist wirklich gut an den “Shades of Grey”?

Goldene Lösung Unterwerfung?
Bekanntlich hat die Trilogie „Shades of Grey“ ihre Gegner – und durchaus ihre Befürworter. Gehe ich mittags an der örtlichen Buchhandlung vorbei, dann sehe ich: Frauen sind die Rezipienten ähnlicher Machwerke, und sie verschlingen diese Bücher. Mit Sex, ohne Sex. Ist das neu? Eigentlich nicht. Früher wurden Dienstmägde bezichtigt, Arztromane aus falsch verstandener Romantik zu lesen. Heute lesen selbst Abiturientinnen kitschige Liebesromane. Sie wollen das. Offenbar brauchen sie das. Dabei ist den Frauen - trotz aller Emanzipation – die literarische Qualität scheißegal. So ähnlich wie bei Männern, die Heftchen-Pornos lesen, um geil zu werden.

Kritik kommt aber nicht nur vonseiten der Feuilletons. Auch die sogenannte BDSM-Community fühlt sich kompetent, etwas zu den „Shades of Grey“ zu sagen. Was sie dazu berechtigt, steht in den Sternen. BDSM ist keine Religion, ja nicht einmal eine Weltanschauung, und so, wie es kein Papsttum in der Liebe gibt, gibt es auch keine Verbindlichkeit, wie zwei Menschen ihre Lust ausleben sollten.

Doch – es gibt Positives zu berichten. Positives, über das, man nicht spricht, weil die meisten Leserinnen der „Shades of Grey“ janusgesichtige Anstandsbürgerinnen sind, die gezwungen sind, öffentlich ihre Schamröte vorzuzeigen.

Positiv: Frauen stehen wenigstens selbst zu ihren geheimen Lüsten

Die Fantasien aus dem engen Gefängnis der Scham herauslassen? Bingo, das ist gelungen. Nach Zehntausenden zählende Frauen bekennen sich wenigstens in der Abgeschiedenheit ihrer Schlafzimmer, Küchen und Bäder dazu, „ganz arg schmutzige“, aber ziemlich schicke Fantasien zu haben. Ein großer Teil von ihnen masturbiert über die Stellen des Buches, die ihre Fantasie besonders kitzelt. Ein weiterer, etwas kleinerer Teil beschließt, sich einmal der beißende Zunge einer Peitsche auszusetzen es und den Genuss daran zu erproben. Und manche Frau rettete damit ihre Ehe aus der erotischen Langeweile.

Das alles ist gut - solange wir der Sexualität offen gegenüberstehen, Paare das leben lassen, was sie gerne möchten und Gedankenfreiheit gewähren.

Negativ: Leichtsinniges Erproben der Inhalte mit Fremden

Vergessen sollten wir allerdings nicht, dass Menschen frei und gleich geboren sind und niemand des anderen Sklave werden sollte. Was in der Literatur möglicherweise noch chic ist, kann im wirklichen Leben leicht zum Desaster verkommen. Auch der Unterwürfige muss seine Würde, sein Selbstbewusstsein und seine Integrität wahren. Ist dies nicht der Fall, so stimmt etwas nicht in der Psyche des einen, des anderen oder beider.

Aus dieser Sicht sollte jede Frau (und sicher auch jeder Mann) äußerste Vorsicht walten lassen, wenn ihr oder ihm „Sklavenverträge“ sowie örtliche, finanzielle oder sachliche Knebelungen angeboten werden. Was Sie einfach wissen müssen: Nicht alle Menschen spielen fair. Und bestimmte psychologische Verfahren, die der Gehirnwäsche ähneln, sind den Rattenfängern unter den „Herinnen“ und „Herren“ durchaus geläufig.

Die bunten Facetten der weiblichen Dominanz

Dominieren - nicht die Realität, sondern ein Exponat im erotischen Museum


Die bunten Facetten der weiblichen Dominanz und die Gefühle eines Mannes, für den die Unterwerfung unter eine Frau Neuland bedeutet – das beschreibt ein Roman von G. Horsam, der seinerseits Teil eines geplanten Zyklus über weibliche Dominierung („Femdom“) ist.

Ist es möglich, sich dem Partner völlig zu unterwerfen und dennoch eine enge Liebesbeziehung miteinander einzugehen? Diese Frage wird dieser Tage die gesamte Presse beschäftigen, denn die „Shades of Grey“ kommen demnächst ins Kino. Neben den üblichen Ankündigungen, wie lange die Akteurin im Film nackt sein wird und wie sensationell dies für einen Kinofilm ist, wird auch die Diskussion über die „sadomasochistische“ Haltung von Herrn Grey und Fräulein Steele wieder zur Debatte sehen.

Liebe in Dominanz – ein klassisches Thema

Es gab immer Versuche, die Frage nach der Vereinbarkeit von „Liebe und Abhängigkeit“ zu beschreiben, sei es aus männlicher Sicht in der „Venus im Pelz“ oder aus weiblicher in der „Histoire d’O“. Doch auch außerhalb der Literatur existiert dazu eine umfassende, nicht immer sachliche Diskussion, in der diese Art von Beziehungen einerseits verherrlicht, andererseits verdammt wurden.

Der Autor eines neuen Buches, „In dominanter Liebe“ versucht, uns einen Einblick in die Entwicklung einer solchen Beziehung zu geben. Das Buch handelt von der faszinierenden, gebildeten und ausgesprochen dominanten Claudia und ihrem ebenso zögerlichen wie neugierigen Liebhaber Thomas. Dabei stellt sich Thomas vor, aus Neugierde ein bisschen an einer „sadomasochistischen“ Affäre naschen, während für Claudia nur eine konsequent gelebte Vollzeitbeziehung infrage kommt.

Dominanz und Unterwerfung „auf Probe“

Die Geschichte bekommt ihre Dramatik durch den Vorschlag von Thomas, sie als „Gast“ zu einer Party zu begleiten, die ganz von weiblicher Dominanz geprägt ist. Claudia nutzt die Gelegenheit, um Thomas einen ausführlichen Einblick in die Welt der weiblichen Dominanz vorzuschlagen – zweifellos mit dem Hintergedanken, dass er noch tiefer in ihren Sog gerät, als dies schon zu Anfang der Fall ist. Nach vielfältigen Bedenken und bis zum letzen Moment zögernd, entschließt sich der Icherzähler Thomas, auf Claudias Angebot einer 14-tägigen „Ausbildungszeit zu einem akzeptablen und vorzeigbaren Sklaven einzugehen.

Was fühlt ein Mann, der Unterwerfung lernt?

Der Autor beschränkt sich dabei nicht darauf, nur die Ereignisse zu schildern, die ihn in diesen Tagen erwarten, sondern erzählt auch von der Entwicklung seiner Gefühle in Lust, Schmerz, Verzweiflung und Verliebtheit. Dabei erweist sich Claudia als wesentlich unnachgiebiger, als der Held dies erwarten konnte, und seine Seele schreit gelegentlich auf unter dem Schmerz und der Erniedrigung. Doch zugleich verliebt er sich immer mehr in seine raffinierte, erotische Peinigerin.

Das Buch verschafft den neugierigen Leserinnen und Lesern vor allem einen facettenreichen Einblick in die weibliche Dominanz. Es zeigt aber auch auf, wie sich Wege finden lassen, Dominanz und Unterwerfung einerseits und sinnliche Liebe andererseits in Einklang zu bringen und sich dabei sogar gegenseitigen Respekt zu erweisen.

Frauen und Paaren zur Lektüre empfohlen

Obgleich es aus der Sicht des männlichen Helden verfasst wurde, ist das Buch „In dominanter Liebe – die Probezeit“ besonders interessant für weibliche Leser, die sich in die Möglichkeiten der Dominanz einlesen wollen. Interessant ist das Buch „In dominanter Liebe – die Probezeit“ auch für Paare, die sich schon lange wünschen, ihre Beziehung durch neue Elemente der Sinnlichkeit zu bereichern – auch wenn sie keine „sadomasochistische“ Beziehung anstreben, sondern lediglich ein wenig damit spielen wollen.

Buch: "In dominanter Liebe" ein FemDom-Zyklus von G. Horsam, Band 1: Die Probezeit, Taschenbuch: 234 Seiten (auch als E-Book verfügbar), 2014, ISBN-10: 1505383579, ISBN-13: 978-1505383577.