Gefällig und fragwürdig: Presse, Frauen, Masochismus

Geschrieben von © Gebhard Roese •Montag, 17. November 2014 • Kategorie: liebes kurznachrichten


Die Fantasie ist immer grenzenlos - und kein Beweis für die Zugschreibung "Masochistin"

Was der „Frankfurter Rundschau“ vor einiger Zeit recht war, ist dem FOCUS (mit zeitlicher Verzögerung) billig. Schrieb die FR vor Kurzem:

Gerade Frauen haben der Studie zufolge häufig Unterwerfungs-Fantasien.


Das ist sachlich halbrichtig, aber nur, wenn es aus dem Zusammenhang gerissen wird. Durch das Wort „gerade“, von der Redaktion der FR als „namentlich“ verwendet, wird die Aussage weiter auf gefällige Art verfälscht. Der Leser muss auf die Idee kommen, es seien „im Übermaß Frauen“, die ganz offensichtlich wissenschaftlich abgesichert („der Studie zufolge“) Unterwerfungsfantasien haben.

Immerhin bleibt die FR soweit bei der Wahrheit: Es handelte sich bei der Forschung um Fantasien, und nur als solche sollten sie verstanden werden. Die FOCUS-Redaktion sah dies offenbar etwas anders. Sie textete:

Eine Studie zu Sex-Fantasien zeigt: Zwei Drittel aller Frauen haben masochistische Neigungen.


Das geht nun einen Schritt weiter, denn natürlich kann eine Studie über Fantasien keine Neigungen feststellen. Abgesehen davon, dass dies (wie auch in der FR) nur einen Ausschnitt der Wahrheit widerspiegelt, denn zumindest ein Teil dieser Frauen hatte neben Unterwerfungs-Fantasien auch solche, die auf Dominierung abzielen. Für sich genommen, hätte man sogar texten können: "Die Hälfte der Frauen haben sadistische Neigungen." Das ginge, wenn man denn wollte, aus der gleichen Quelle hervor.

Wer wird demnächst schreiben: “Wie aus einer aktuellen Studie hervorgeht, sind Frauen ausgesprochen masochistisch veranlagt: Zwei Drittel träumen davon, sexuell versklavt zu werden.“ Das ist zwar noch etwas falscher, deckt sich zahlenmäßig aber noch mit der Studie – und dass ich hier „Fantasien“ durch „Träume“ ersetzt habe, würde wohl kaum einen deutschen Boulevard-Redakteur stören.

Was ist die Presse wert? Sei schreibt, was Menschen sensationell finden – aber eben auch, was gerade noch als „gefällig“ abgenickt wird. Was ist sie also Wert? Entscheiden Sie selbst. Wenn Sie jetzt sagen sollten: "Aber auch Blogger machen Fehler", dann vergegenwärtigen sie sich bitte, wie hoch die Auflage der Massenmedien ist und wie viel unkritische Leser ihre Informationen daraus beziehen.
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Die Gefahren sexueller Fantasien werden oft überbewertet

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 11. November 2014 • Kategorie: anziehen und ausziehen


Fast die Hälfte der Frauen träumt davon, sexuell zu dominieren


Es ist schon merkwürdig: Da träumen Menschen sich in berufliche Erfolge, Macht- und Führungspositionen hinein. Oder sie wünschen sich, die Welt zu bereisen, Luxusprodukte wie Jachten, Modellkleider oder riesige Karossen zu besitzen.

All das stört die Freundin, Verlobte oder Ehefrau nicht. Undfalls die Frau solche Gelüste hat – dann lassen sie auch den Ehemann kalt.

Sobald es aber um Sex geht, klingeln sämtliche Kirchenglocken, und alle Schiffssirenen beginnen, ohrenbetäubenden Lärm zu verbreiten: Hilfe, er/sie hat perverse Gedanken! Um Himmel Willen– soll ich mich gleich trennen/scheiden lassen oder hilft noch der Eheberater, Psychotherapeut oder Psychiater?

Natürlich kann man auf solche Fragen keinen allgemeinen Rat geben. Aber vielleicht hilft es, zu wissen, dass außerordentlich viele Menschen sexuelle Fantasien haben, dass diese nahezu grenzenlos sind und der größte Teil dankenswerterweise niemals in die Realität umgesetzt wird. Ahnen Sie beispielsweise, wie viele „stinknormale“ Frauen Unterwerfungs- oder Beherrschungsfantasien haben? Nein? Sind es über 15, 30 oder 45 Prozent?

Und auch das ist beruhigend, wenn man kein Eiferer ist: Es gibt es für viele „seltsame Wünsche“ helfende Hände, die man gelegentlich auch als „Prostituierte“ bezeichnet. Und bei Paaren kann man immer wieder feststellen: Nachdem deutlich wird, dass immer mehr Frauen immer wildere Fantasien haben, lassen sich einige eben auch im häuslichen Rollenspiel verwirklichen.
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Erotische Unterwerfung und Dominierung –keine Perversionen

Geschrieben von © Gebhard Roese •Donnerstag, 6. November 2014 • Kategorie: psychologie


Keine Besonderheit mehr - aber Frauen mögen dennoch lieber von Unterwerfung träumen


Dominanz und Unterwerfung war noch vor wenigen Jahren ein Thema, das man öffentlich besser nicht diskutierte – die Verachtung der Frauen und Männer sprach aus ihren Gesichtern. Möglich, dass es ihnen sehr nahe ging, weil sie selbst als beckmesserische Moralisten geheime Sehnsüchte nach der Unterwerfung hatten.

Vor allem die Feministinnen waren es, die Gift und Galle spuckten, als ruchbar wurde: Nicht ein paar verstreute perverse Männer träumen von Unterwerfung, sondern ebenso viele Frauen. Und, was die Sache noch Schlimmer erscheinen ließ: Diese Frauen waren durchaus emanzipiert und machtvoll.

Es gab immer schon Gerüchte, die Differenz zwischen männlichen und weiblichen Personen, die nach Unterwerfung lechzen, seien in etwa gleich.

BDSM - Keine großen Differenzen - aber ziemlich hohe Prozentzahlen


Enorm hoher Anteil an SM-Fantasien

Und so ist es auch: In der Studie, die wir untersuchten, war die Differenz zwischen Frauen und Männern, die dominiert werden wollen, nicht sonderlich hoch, der Anteil der Frauen, die solche Fantasien hatten, war hingegen enorm hoch. Frauen fantasierten zu fast zwei Dritteln davon, dominiert zu werden, nämlich zu 65 Prozent, wobei sie immer noch stärker vertreten sind als die Männer, die „nur“ zu 52 Prozent dominiert werden wollen, was ganze 13 Prozent Differenz ausmacht. Für die Beobachtungen, die uns vorliegen, sind 13 Prozent ein vernachlässigbar kleiner Wert.

Wer will dominiert werden und wie?

Gering ist auch die Differenz bei Fesselspielen. Hier wollen 51 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer in ihren Fantasien erleben, wie sich „Sex in Fesseln“ anfühlt. Wie allgemein bekannt, ist der Drang, sich schlagen oder peitschen zu lassen, nicht so groß wie die Lust an der „Unterwerfung“ als solches. Das beweist auch die Studie erneut: Gepeitscht/geschlagen werden wollen lediglich 36 Prozent der Frauen (aber immer noch mehr als ein Drittel) und 28 Prozent der Männer.

Wer will dominieren – Frauen und Männer im Vergleich

So richtig fühlen sich Frauen niemals in das Leben einer Domina herein, heißt es. Aber in der Fantasie scheint das ganz anders zu sein: 47 Prozent der Frauen haben durchaus die Fantasie, jemanden sexuell zu dominieren, mit nur 13 Prozent Abstand zu den Männern, die zu 60 Prozent Dominierungsfantasien haben.

Beim aktiven Fesseln sieht das Verhältnis ganz ähnlich aus: 42 Prozent der Frauen träumen davon, jemanden zu fesseln, während dies ebenso für 48 Prozent der Männer gilt – also ebenso eine geringe Differenz.

Schwieriger ist es immer dann, wenn die Frau die Rolle der Domina spielen soll – auch in der Fantasie. Nur 24 Prozent der Frauen schwingen in der Fantasie die Peitsche oder schlagen sonst wie zu, während dies durchaus 44 Prozent der Männer in der Fantasie tun. (1)

Wie viel dieser Personen würden wohl „Schläge und Fesselungen“ als Gewalt ansehen? Die Frage muss offenbleiben, aber „zum Sex gezwungen“ werden möchten in der Fantasie beinahe so viele Frauen wie Männer, nämlich 29 zu 31 Prozent.

Fazit – SM ist im Alltag angekommen

Aus den Zahlen wird deutlich, wie verbreitet das Thema „unterwerfen und unterworfen werden“ ist und wie viele Menschen sich – zumeist passiv, aber auch aktiv – mit der Dominanz beschäftigen. Gerade bei Dominanz und Demut liegt nahe, die reine Fantasie auch auf Rollenspiele auszuweiten. Insoweit gibt es eben nicht – wie die Forscher vermuten – nur einen Unterschied zwischen Fantasie einerseits und Realität andererseits, sondern auch noch das weitgehend gefahrlose Spiel mit der Dominanz.

Irrtum vorbehalten. Dem Autor lagen nur etwa 90 Prozent des Zahlenwerks vor, als dieser Artikel geschrieben wurde.

(1) Die Abweichungen zwischen Frauen und Männern lagen im Schnitt bei 1:1,9 (beidseitig). Alle Abweichungen hier liegen unterhalb diese Schnitts, lediglich Jemanden aktiv peitschen oder schlagen kam an den Schnitt mit 1:1,8 heran. (eine Frau mit dieser Fantasie kommt auf 1,8 Männer)
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Die meisten sexuellen Abweichungen sind ziemlich normal

Geschrieben von © Gebhard Roese •Sonntag, 2. November 2014 • Kategorie: liebe an sich


Gleich zwei "Abweichungen" - ist das noch normal?

Eigentlich wollten kanadische Forscher (1) nur feststellen, ob die „offiziellen“ Diagnosen für sexuelle Abweichungen noch vertretbar sind. Dahinter steht die Idee, dass nichts als „Abweichung“ bezeichnet werden kann, was in der Bevölkerung weitgehend akzeptiert wird. Mit anderen Worten: Wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung „Dreier“ oder „SM-Spiele“ sexuell positiv bewerten, dann kann es nicht sein, dass sie therapiert werden müssen.

Die Forscher haben sich dabei vor allem daran orientiert, was in der Fantasie der Menschen abgeht – also nicht so sehr auf das, was davon „machbar“ ist. Wichtig für den Leser dieser Zeilen ist ein Umstand, der absolut beachtet werden muss: Frauen unterscheiden sich deutlicher als Männer darin, Fantasie und Verlangen auseinanderzuhalten. Viele der Frauen erklärten, dass sie ihre Fantasien niemals verwirklichen wollten, ganz im Gegensatz zu Männern, die in der Regel Fantasien in Taten wandeln wollen – soweit jedenfalls die Wissenschaftler. Auf der anderen Seite gilt dies jedoch nicht immer und nicht für alle Fantasien, da einige von ihnen durchaus mit weiblicher Begierde verbunden sind.

Wie dem auch sei: Nach einer umfassenden Befragung, in der es um 55 Sexfantasien, von der romantischen Liebe bis zu Grenzerfahrung mit sexueller Gewalt ging, liegt nun eine umfassend Statistik vor. Dabei stellte sich heraus, dass die Hälfte der Befragten zu 30 dieser Fantasien (als zu mehr als der Hälfte) sagten, „ja, darüber habe ich schon mal fanatisiert“.

Uns interessierte, wie groß die Abweichungen zwischen Frauen und Männer waren. Denn nur, wenn man weiß. Was für das andere Geschlecht „denkbar“ ist, und sei es auch nur in der Fantasie, können Schlüsse gezogen werden, welche Bedürfnisse daraus erwachsen beziehungsweise erwachsen könnten.

In der Presse wurden zwar verschiedene Ergebnisse erläutert, aber die Zusammenhänge wurden dabei oftmals vergessen. Denn viele der „Abweichungen“ gehören inhaltlich zusammen oder können jedenfalls in eine Relation zueinander gesetzt werden. Wir haben nun drei Themenbereiche zusammengeschnürt, die wir Ihnen präsentieren wollen:

1. Sex mit mehreren Personen
2. Übliche Praktiken, die nach wie vor als „ungewöhnlich“ gelten.
3. D/S (SM)-Praktiken mit Unterwerfungen.

In der heutigen Ausgabe beginnen wir mit dem ersten Thema. Das Überraschendste daran: Männer wollen zwar Sex mit zwei Frauen, sind aber Sex mit einer Frau und einem zweiten Mann (MMF-Dreier) durchaus zugeneigt. Die anderen Beiträge folgen zeitnah.

(1) Institut universitaire en santé mentale de Montréal and Institut Philippe-Pinel de Montréal.

Quellen: Deutsch, nicht sehr ausführlich: SPIEGEL.
Ausführlicher: BusinessInsider.
Auf Englisch, (offiziell): Eurekalert.
Auf Französisch (offiziell): EurekAltert.
Abstract.

Bild: nach einer Zeichnung von Paul Proett.
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Unterwürfig lieben wollen – eine Störung der Persönlichkeit?

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Dienstag, 21. Oktober 2014 • Kategorie: psychologie


Unscharfe Identitäten - Dominanz oder Unterwerfung?


Fragt man irgendeine dieser Hausfrauen, Sekretärinnen, Ladnerinnen oder Arzthelferinnen, was eine „submissive“ Frau (oder auch ein unterwürfiger Mann) denkt und fühlt, so wird man drei Worte hören: „wahrscheinlich Masochistin“, „schlimme Jugend“ oder „schwache Persönlichkeit“. So verbreitet, wie die Küchenpsychologie ist, wird manche der Befragten Damen wissen: „Oh, diese Frauen sind in ihrer Jugend missbraucht worden, das ist typisch für solche Menschen.“

Dazu passt die Theorie, dass sich Männer (ja, Männer) ohnehin oft schwache Frauen suchen, um sie noch tiefer in die Rolle der unterwürfigen Frau hineinzudrängen. Es gibt diese Männer, gewiss. Sie lauern auf instabile Frauen, wedeln mit Sklavenverträgen herum und beherrschen das Dummy-Repertoire der Gehirnwäsche. Dazu sollte ich erwähnen, dass es auch solche Frauen gibt. Sie suchen sich submissive Männer - besonders solche, die sexuell bedürftig sind. Wie Grimms Hexe locken sie diese Männer mit erotischen Süßigkeiten, um sie zugleich unter ihre Herrschaft zu bringen.

Schwach sucht Schwach - Stark sucht Stark

Sehen wir die Sache mal psychologisch (und aus der Sicht eines Personalberaters). Dann finden wir, dass schwache Führungskräfte noch schwächere Mitarbeiter rekrutieren. Sie tun dies nicht nur, um sie umso besser unterdrücken zu können, sondern vor allem, um von den eigenen Schwächen abzulenken. Flaschen heuern Flaschen an, heißt es.

Wir wissen aus der Wirtschaft, dass selbstsichere Chefinnen und Chefs stets Mitarbeiter wählen, die ebenfalls eine gewisse Selbstsicherheit ausstrahlen. Das liegt daran, dass diese Führungskräfte oder Inhaber keine Probleme mit der Durchsetzung ihrer Autorität und Kompetenz befürchten. Sie wollen deshalb auch nicht ständig anleiten, kritisieren und korrigieren, sondern erwarten, dass Mitarbeiter so handeln, wie sie es selbst tun würden.

Das andere Selbstbewusstsein - Schwäche in Stärke wandeln

An dieser Stelle müssen wir über eine andere Art von Selbstbewusstsein sprechen. Denn außer den Menschen, die ihr Selbstbewusstsein sozusagen in die Wiege gelegt bekamen und es auf ihrem Lebensweg beständig ausbauen konnten, gibt es auch die anderen, denen das nicht gegeben war.

Sie bekamen nicht automatisch Achtung und Anerkennung – oft im Gegenteil. Das bedeutete nun, dass diese Frauen und Männer lernen mussten, sich durchzusetzen – gegen das eigene Geschlecht wie gegen das andere. Anders als bei den „natürlichen“ Selbstbewussten sahen sie in ihrer Entwicklung in jeder Person einen potenziellen Herausforderer – und sie waren bereit zu kämpfen. Früher oder später lernten sie, dass es nur eine verlässliche Instanz in ihre Leben gab: Sie selbst. Es ist möglich, sich dabei zu vergreifen, aber am Ende entstehen dann diese selbstbewussten, oft etwas schwierigen und bisweilen leicht exzentrischen Persönlichkeiten, die ein ähnliches Selbstbewusstsein ausstrahlen wie die „natürlichen“ Selbstbewussten.

Diese Personen sind überall, und sie sind nicht notwendigerweise sexuell unterwürfig. Und diejenigen von ihnen, die erotische Unterwerfung lieben, sind nicht notwendigerweise süchtig danach, also nicht „hörig“.

Starke Person sucht Herausforderer -auch für die Unterwerfung

Ich las gerade einen interessanten Satz einer starken, aber dennoch unterwürfigen Frau:

Wir Unterwürfigen sind in den meisten Fällen starke Frauen, ja, wir sind stärker als nur „stark“. Und wir haben einen starken Willen.



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Die Sache hat einen kleinen Haken: denn in nahezu allen Personen, die so denken und fühlen, steckt ein kleines, ängstliches Mädchen oder ein kleiner, furchtsamer Junge – und diese Kinder in uns sind ständig präsent. Das führt einerseits dazu, dass Speer und Schild permanent bereitliegen, um Gegner abzuwehren. Anderseits aber führt es auch dahin, dass die „inneren Kinder“ gerne spielen würden. Und ihr „Spielplatz“ heißt Unterwerfung. Vorbehaltlose Unterwerfung unter eine Person des anderen Geschlechts, zumeist jedenfalls. Im Spiel funkeln Lüste und Ängste in einer sonderbaren Kombination, die nur dann entsteht, wenn erotische Anziehung im Spiel ist.
Die selbstbewusste Person und die unterwürfige Person stecken also unter einer einzigen Haut – was nicht so ungewöhnlich ist. Immerhin hat Eric Berne uns ja gezeigt, dass unser „Inneres Kind“ jederzeit ins Spiel gebracht werden kann, wenn uns danach ist.

Wenn das "innere Kind" einfach spielen will

Doch nicht nur unterwürfige Frauen und Männer scheinen in die Kategorie zu fallen, in der sich das scheue innere Kind erst zum Selbstbewusstsein emporkämpfen musste. Einige Biografien von sogenannten „Dominas“ (professionelle dominante Frauen, die damit ihr Geld verdienen) weisen inzwischen aus, dass ihre Dominanz aus dem Kern eines eher ängstlichen Mädchens hervorging, das sich beweisen wollte.

Nein, es ist nicht Dominanz. Masochismus, Sadomasochismus oder was sonst an Etiketten vergeben wird. Auch die Annahme einer „schweren Jugend“, hinter der sich noch wesentlich Ärgeres verstecken mag, ist kaum gerechtfertigt. Und schwach sind die Personen auf gar keinen Fall, die sich nach Unterwerfung sehnen.

Vielleicht ist es wirklich nur ein erotisches Spiel mit der Macht, mit der Lust und mit der Sinnlichkeit. Und wenn es so ist, dann sollte man dieses Spiel nicht anfeinden.
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Männer demütigen - für Fortgeschrittene

Geschrieben von © Miss Y. •Mittwoch, 1. Oktober 2014 • Kategorie: inas liebesrat


Im BH udn "auf Frau geschminkt" schämt sich fast jeder Mann - garantiert
Gestern hatte ich euch gesagt, wie ihr herausfinden könnt, ob euer Freund oder Ehemann „reif für die Demütigung“ ist. Wenn er es liebt, dann könnt ihr Mal versuchen, wie weit ihr gehen könnt, ohne gleich seine „Grenzen“ auszuloten. Denn die „richtig harte“ Demütigung kommt bei den meisten Paaren nicht vor – und das finde ich auch gut. Es soll doch ein Spiel blieben, oder etwa nicht?

Armee-Schlafanzüge, lange Unterhosen, Feinripp

Die einfachste Art, Männer zu demütigen, ohne dass große Vorbereitungen getroffen werden müssen, ist „schreckliche“ Bekleidung, zum Beispiel durch Pyjamas und Nachthemden, wie man sie früher trug oder hässliche Feinrippunterhosen. Auch schrecklich: Armee-Schlafanzüge und lange Unterhosen. Das fultioniertnatürlich nur, wenn er sonst wert auf feine Wäsche legt und nicht sowieso solche unsexy Sachen trägt.

Besonders heftig: weibliche Dessous am Mann

Du kannst seine Demütigung aber auch anders erreichen, indem du ihn veranlasst, Frauenkleidung zu tragen. Das ist meisten die größte Erniedrigung, es sei denn, er steht auf so etwas. Am meisten sind Männer schockiert, wenn sie zarte Dessous und Damenstrümpfe tragen sollen.

Mach ihn zum Haustier

Interessant kann auch sein, ihn „wie einen Hund“ zu behandeln, also zum Beispiel am Halsband zu führen oder aus einem Hundenapf essen zu lassen.

Natürlich ist auch „seine“ Nacktheit an sich erniedrigend, solange du selbst angezogen bist. Sag ihm zum Beispiel, er soll sich nackt ausziehen und nur mit einem Schlips bekleidet zurückkommen.

Lass ihn deinen Körper loben und preisen

Besonders erniedrigend ist zumeist, den Mann zu veranlassen, sich mit dem eignen Körper zu beschäftigen, während du zuschaust – du wirst schon genügend Fantasie haben, um dir das vorzustellen. Auf sehr ähnliche Weise kannst du ihn erniedrigen, in dem du von ihm veranlasst, deinen Körper zu loben, zu küssen und zu belecken. Beginne mit den Händen, dann gehe auf die Füße über. Lass ihn auf keinen Fall sofort an deine „schöne Stelle“ heran, auch nicht, wenn er es hasst, sie zu küssen.

Rollenspiele - schnell, sicher und erniedrigend

Wenn er Rollenspiele bevorzugt, ist meistens die „strenge, reife, unnachgiebige Frau“ gefragt. Am leichtesten sind diese Spiele als „Krankenschwester--Patient“ Rollenspiel durchzuführen, weil nahezu jeder Mann schon einmal erlebt hat, wie er von einer schönen Ärztin/Krankenschwester „gefühlt“ in seiner Intimsphäre verletzt wurde.

Wenn du „richtig“ spielen willst, dann muss dein Freund/Ehemann sich wirklich in die Rolle hineinfühlen, das heißt, er will für einige Minuten wirklich erleben, dass ihn eine schöne Frau in die Demütigung hinein zwingt. Du darfst also nicht allzu zimperlich sei. Wenn du eine feste Stimme hast, kannst du deine Rolle mit „verbalen Erniedrigungen“ vervollkommnen.

Zwei Warnungen zu deiner Sicherheit

Ich gehe davon aus, dass du nur mit sicheren Freunden oder deinem Ehemann spielst. Fremde können für dich auch dann gefährlich sein, wenn du dich als dominante Person sicher fühlst – sie können nämlich den Spieß ganz schnell umdrehen.

Ganz wichtig in der heutigen Zeit: Es ist üblich geworden, von Unterwerfungen Fotos oder Videos herzustellen. Kommen diese in die falschen Hände, kann euer Leben ruiniert werden - auch deines. Also vor allem: Niemals die Fotos/Filme auf dem Handy speichern.
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Die Woche: besserer Sex, Pornos, Dreier, Storys und Ethik

Geschrieben von © induna •Freitag, 26. September 2014 • Kategorie: hintergrund und wissenschaft


Macht Sex Spaß? Und wenn ja, mit wem? Ich liebe das Zitat: „Sex, der gut aussieht, fühlt sich oft nicht gut an, und Sex, der sich gut anfühlt, sieht oftmals nicht gut aus.“ Klaro. Ist genau wie bei Frauen. Diejenigen, die sich gut anfühlen, sehen nicht immer gut aus. Und die, die ihre gestylten Model-Körper durch die Schlafzimmertür schieben, fühlen sich nicht gut an. Niemals, vorher nicht, währenddessen nicht und hinterher auch nicht. Musste mal gesagt werden. Chauvinismus? Nö – eigentlich etwas zu Ehren der Frauen, die sich weder rasieren noch „Körper-Modifikationen“ vornehmen lassen.

Pornos sind Mist als Kopiervorlagen fürs Leben. Weiß eigentlich jeder. Trotzdem versuchen manche Leute, „Dreier“ abzukupfern. Das geht meistens schief. Sechs Punkte für Sex, wenn ihr es trotzdem versuchen wollt.

Der Chef will dem Vorwurf entgegentreten, wir würden immer niveauloser. Doch wie macht man „kulturell hochstehende Erotik“, die auch noch jemand liest? Versuch macht klug. Wir haben ein Essay über die Sucht nach der „natürlichen Domina in Auftrag gegeben: „Nachtgedanken über die Unterwerfung.“

Na, und dann noch unser Highlight der Woche: warum Menschen erotische Geschichten schreiben, wie sie ihre Leser damit verführen und warum sie das Für „ethisch korrekt“ halten.

Wenn ihr Liebe, Beziehungen, Lust oder Sex im Herbst sucht … na bitte, dann lest hier weite, wo der Chef kocht.
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Deine Domina - Nachtgedanken über die Unterwerfung

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Mittwoch, 24. September 2014 • Kategorie: lifestyle


Pose oder Passion? Meist braucht der Fotograf lange, um der "Domina" Respekt zu verleihen
Die erste Domina? War es eine entfernte Tante, eine Fremde, die versprach, deinen sexuellen Frust zu beseitigen? Oder einfach eine Freundin, die neugierig war, wie weit sie mit dir gehen konnte, während deine Hände gefesselt waren? Erst schien es ein Spiel zu sein, nicht wahr? Aber dann erkanntest du, wie ihre Augen blitzen, während sie nach und nach Macht über dich gewann. Du hast gemerkt, in welcher Gefahr du warst, aber du bist nicht geflohen. Hast sie gewähren lassen, weil du … eine Frau nicht beleidigen wolltest? … mehr von ihr erhofft hast? … genossen hast, mit einer Schönheit so intim zu sein, dass du ihr deinen nackten Po präsentieren durftest? … oder es einfach genossen hast, lustvolle Schmerzen zu ertragen?

Sie hat dich dabei beobachtet, wusste genau, was sie tat. Hat deine Ängste genutzt und deine Geilheit. Hat beides miteinander verknotet, bis du es selbst als richtig empfunden hast, dich vor ihr zu erniedrigen.

Dann hat sie versucht, deine Grenzen auszuloten, nicht wahr? Du hast dich in Grund und Boden geschämt, vor Schmerzen gewinselt, um Gnade gebeten, versucht, deine Tränen zurückzuhalten. Sie hat dich „Weichei“ genannt und noch Schlimmeres, wenn du winselnd vor ihr gelegen hast, unfähig, auch nur noch einen vollständigen Satz zu sagen. Aber du bist wieder zu ihr gekommen … immer wieder. Wie weit ist sie gegangen?


Sie hat dich benutzt, verführt, verdorben. Du hast nach ihrer Nähe gelechzt, Schmerz, Erniedrigung und Wollust bei ihr gesucht. Du hast dich dafür geschämt, so geworden zu sein, hast oft gedacht, die Beziehung zu ihr abzubrechen, dich nicht mehr benutzen zu lassen. Und hast es doch wieder getan. Hast sie angerufen, inständig gebeten, dich noch einmal zu treffen.

Aber irgendwann hatte sie keine Lust mehr auf dich. Es gibt noch so viele junge Männer, die ängstlich und lüstern sind. Männer, die sich gerne verführen lassen. Männer, die zunächst nicht merken, dass ihre Lüste bald mit Bedingungen verknüpft werden. Die strenge, durchtriebene Frau wird ihren Stolz scheibchenweise vereinnahmen, so wie sie es bei dir getan hat.

Du vermisst sie und suchst nach ihrem Ebenbild. Du versuchst es zuerst bei den Damen, die deiner Verführerin ähnlich sind. Frauen, die selbstbewusst einherschreiten, gute Umgangsformen haben und jenes eigenartige Blitzen in den Augen, das deine Verführerin hatte. Damen, die die aussehen wie selbstbewusste Geschäftsfrauen und die beim Flirt anklingen lassen, dass sie durchaus wissen, wie man Männer zur Räson bringt.“

Mag sein, dass du sie wirklich triffst, die Frau, die wunderschön aussieht, natürliche Strenge ausstrahlt, die passende Stimme hat und die Freude dabei empfindet, dich zu züchtigen und zu demütigen. Man sagt: „Viel Glück“, und meint „die findest du nie, mein Freund …“

Wenn deine Suche zur Sucht wird, findest du dich bald in einem anderen Milieu wieder, in dem das Zwielicht der Absichten aufflackert. Du wirst Frauen treffen, die Männer hassen und verachten. Solche, die mit sich selbst im Unreinen sind und solche, die dich betrügen. Mag sein, dass du krank bist, weil du in deiner Sucht befangen bist. Aber du wirst hier auf Menschen treffen, die unter anderen Dämonen leiden als nur unter der Sucht, beherrscht zu werden.

Kannst du dein süchtiges Verlangen immer noch nicht beherrschen?

Oh, sie warten auf dich. Frauen, die im Internet auftauchen wie in einer Schaubude. Sie nehmen lächerliche Posen in Dessous, Lack und Leder an, wie die Frauen, die auf der Parade alter Jahrmarktsbuden standen. Das Blitzen in den Augen? Man merkt, wie lange der Fotograf brauchte, um den „strengen Blick“ einzufangen, den sie nur mühsam zustande bringt.

Die meisten sind Huren, die bei Bedarf eben auch die „Domina-Rolle“ für dich spielen. Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und schnattert wie eine Ente, dann ist es eine Ente, auch wenn ihr jemand fürs Foto eine Peitsche in die Hand gedrückt hat.

Gibt es da nicht die anderen, die dir professionell und instinktsicher die perfekte Unterwerfung bieten? Schon bald wirst du merken, wie brüchig die Illusionen sind, die dir angeboten werden. Seih mal: Die Peitschenkönigin gastiert diese Woche in München, morgen in Wien und nächste Woche in Zürich? Nein, so hattest du es dir nicht vorgestellt. War es nicht gerade die Intimität, die du gesucht hast?

Soll ich ehrlich zu dir sein? Solange du daran festhältst, deiner Verführerin noch einmal zu begegnen, wist du ein schweres, anstrengendes und unerfülltes Leben haben. Du wirst desillusioniert, betrogen und verachtet werden. Frauen werden dich meiden, auch solche, die vielleicht Lust auf deine Nähe hätten. Frauen, die dich eigentlich mögen und dir vielleicht gar Lüste schenken möchten, die ebenso bittersüß sind. Aber sie wollen nicht mit deiner Verführerin verglichen werden. Wirklich nicht.

Hinweis: Dieses Essay hat keinerlei Bezug zu den Autoren und auch nicht zu einer Einzelperson, die davon betroffen ist. Es ist vielmehr eine aufbereitete Zusammenfassung der Abgründe, die entstehen, wenn jemand seine ersten, ungewöhnlichen Lusterfahrungen suchtartig wiederholen will. Anfragen oder gar Angebote an die beteiligen Autoren sind deshalb zwecklos.
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Liebe Woche: Du solltest dich schämen – oder?

Geschrieben von © induna •Freitag, 19. September 2014 • Kategorie: hintergrund und wissenschaft


„Du solltest dich schämen“ – wie oft habt ihr das gehört? Und wie oft haben es dir Leute gesagt, die sich besser selbst geschämt hätten für das, was sie tun?

Leute schämt euch nicht für das, was ihr tut, solange es niemandem schadet – und entfernt mal die Maus, Mutti, Lehrerin oder Tante aus eurem Ohr, die da nicht hingehört.

Von lesbischen Frauen zu lernen heißt Lust zu gewinnen?

Lesbische Frauen haben befriedigenderen Sex? Ach nee, mal wieder so eine Studie, deren Wert eigentlich null ist. Man kann sie aber aufblasen wie ein Kondom, und dann wird sie interessant – für Hetero-Paare. Oder doch nicht?

Drei Dessous-Farben und ihre Bedeutung

Wir sind immer allen einen Schritt voraus: Miss Y weiß, welche Dessous Lust machen – oder hat sie daneben gegriffen? Macht Weiß heiß? Oder sieht ein Mann rot, wenn er Rot sieht? Oder wird er schwach, wenn er Schwarz sieht? Übrigens: Frauen kaufen ihre frivolen Dessous eher nicht in Sex-Versandhäusern - dort kaufen sie Vibratoren.

Schwarz macht geil, oder doch nicht?

Kommt auf den Typ an? Oder auf die Frau? Ich meine: Wenn ihr mich fragen solltet– schwarz ist was für Milfs und Cougars, Rot was für Ehefrauen und Huren. Und die jungen Frauen – die tragen vor allem sanfte Farben, wenn sie verführen wollen. Aber was zählt schon meine Meinung? Der „Experte“ meint: Online-Dating-Frauen tragen schwarz, um zu verführen. Sex-Dating Seiten zu besuchen, wäre dabei hilfreich gewesen – aber vielleicht schämt man sich, wenn man’s tut?

Vibros, Dessous oder Fesselsets - was kauft Frau im Sex-Shop?

Die Shades of Grey werfen noch immer Schatten: Züchtigungsfantasien allüberall. Sogar verheirate Frauen kaufen schon mal Fesselspielzeuge – warum wohl? Die schämen sich wenigsten nicht – und das ist gut so.

Bei Frauen immer ein Thema: Analsex – nicht weil sie es unbedingt wollen, sondern weil ihre Lover darum betteln. Äh … ich meine diesmal aktiv für den Mann, passiv für die Frau. Da frage ich mich allerdings, warum manche Männer so wild auf Analspielzeuge sind. Sollten die sich schämen?

Frauen dürfen wieder begehren und begehrt werden

Sensation: Frauen dürfen sich wieder daran freuen, sexuell begehrt zu werden. Das „durften“ sie nach Meinung von verholzten Psychiatern des vorvorigen Jahrhunderts und überzeugten Feministinnen des vorigen Jahrhunderts nicht. Also: Schämt euch nicht, wenn ihr begehrt werden wollt.

Blöde Männer-Tricks

Ziemlich blöd finden wir, wenn Männer Frauen mit blöden Tricks und Psycho-Drangsalierungen beherrschen wollen. Die sollten sich schämen. Wenn „Sie“ ein Hundehalsband tragen soll, dann eines, das auch am Frauenhals chic ist. Und das soll er gefälligst bezahlen.

Habt ihr schon mal auf einer Party eines getragen, nur so? Wäre interessant, etwas darüber von euch zu erfahren.
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Die vergessene Lust am Spiel mit der häuslichen Züchtigung

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Dienstag, 16. September 2014 • Kategorie: lifestyle


Die Sessellehne - eine klassische Position


Warnung: Dieser Artikel ist nach Ansicht der Redaktion ungeeignet für Menschen, die an den Folgen einer körperlichen Züchtigung in der Jugend leiden. Er wendet sich an Paare, die spielerisch mit sinnlicher Züchtigung umgehen wollen, zum Beispiel, weil sie durch die "Shades of Grey" dazu angeregt wurden. .

In einer Zeit, in der lüsterne Frauen mittleren Alters die „Shades of Grey“ sehnsuchtsvoll lesen, dürfen wir wohl daran erinnern, dass die gesamte Geschichte in einer erkalteten Glitzerwelt spielt, deren Elemente modernen pornografischen Darstellungen entlehnt sind.

Das süße Sehnen nach der intimen körperlichen Züchtigung dürfte sich kaum darin ausdrücken. Es ist ursprünglicher, intimer und stärker am alltäglichen Leben orientiert. Der Hintergrund besteht in der Sehnsucht, von einem Angehörigen des anderen Geschlechtes, meist von einer deutlich älteren Person, gezüchtigt zu werden. Dabei werden ambivalente Empfindungen geweckt, die man als süßen, bittersüßen oder auch bitteren Schmerz bezeichnen kann, der sich mit der Lust paart, sehr innig und intim mit dem Partner verbunden zu sein. Frühere Annahmen, dies sei auf Kindheitserlebnisse zurückzuführen, konnten niemals bestätigt werden, aber auch moderne Theorien sind brüchig. Möglicherweise steht dahinter eine allgegenwärtige, geheime Befriedigung durch Unterwerfung, die den meisten Säugetieren eigen ist.

Gegen die Kälte von Stahlmöbeln, echten Peitschen, sterilen Umgebungen und gestelzten Dialogen ist die „häusliche Züchtigung“ wesentlich „heimeliger“. Sie findet im Wohn- oder Schlafzimmer statt, wird mit der Hand, einem Hosengürtel oder Haushaltsgegenständen durchgeführt und kann jederzeit und unmittelbar inszeniert werden.

Wie bereits erwähnt, ist die häusliche Züchtigung sehr intim, weil sie in den weitaus meisten Fällen mit dem Kontakt der Handfläche zu einem anderen Körperteil beginnt, also nicht mit einem Instrument. Der Nachteil dürfet jedem bekannt sein, der es einmal versucht hat: Die Hand schmerzt am Ende mehr als der Körperteil, den sie traf, und die schmerzhaften Empfindungen halten oft länger an als bei der Person, die geschlagen wurde. Deshalb haben vor allem schlagende Frauen schon bald nach anderen Möglichkeiten gesucht, die sie (in angelsächsischen Ländern) in der Rückseite der breiten, hölzernen Haarbürste fanden, die sehr stabil ist. Neben dem Kochlöffel und dem Pantoffel spielt auch der Teppichklopfer eine Rolle, der bis heute auf Korbmärkten angeboten wird. Er ist etwas aus der Mode gekommen, seit alle Welt von „Floggern“ und Peitschen redet, aber er ist wesentlich sinnvoller und gefahrloser einzusetzen.

Bei der häuslich motivierten erotischen Züchtigung spielt die Auflage eine große Rolle, und zumeist wird dabei eine vernünftige Mischung aus Bequemlichkeit und Erreichbarkeit gewählt. Sofa- oder Sessellehnen eignen sich vorzüglich, weil sich der Züchtigende dabei nicht sonderlich anstrengen muss, um sein Ziel zu erreichen und der zu Züchtigende immer ebenso stabil, wie den Umständen entsprechend auch bequem darauf liegen kann.

Zumeist benötigen Paare, aber auch Personen, die nur das Spiel genießen wollen, eine Art Drehbuch, nach dem die Prozeduren ablaufen sollen. Häufig beginnt dies damit, dass sich eine Person selbst bezichtigt, „böse“ oder „unartig“ gewesen zu sein. Dies ist dann für den Partner das Stichwort, von der Realität in die Spielhandlung zu wechseln. Sie beginnt in der Regel mit einem Ritual, innerhalb dessen der betroffene „schuldige“ Partner ausdrücklich darum bitte, für seine Vergehen bestraft zu werden. Danach beginnt die bewusst als entwürdigend inszenierte Entkleidung. Was dann passiert, ist individuell unterschiedlich, jedoch steigen sich die Partner, die Strafe empfangen wollen, immer mehr in die Rolle hinein und verschmelzen schließlich mit ihr. Obgleich es als paradox erscheint, fällt es den Strafenden meist viel schwerer, die Rolle zu halten – sie werden also viel seltener zu emotional agierenden „Sadisten“, als dies allgemein angenommen wird.
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Lob des erotischen Fußes

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Freitag, 27. Juni 2014 • Kategorie: liebe an sich


Ein Lob des erotischen Fußes? Wir haben gewagt, eines der letzten Tabus in der erotischen Literatur, aber eben auch im Leben zu zweit aufzugreifen: die Verehrung des Fußes. Ein Schelm, wer dabei an Fetischismus denkt.

Vorläufer der Fußliebhaberei: Strumpfliebhaber-Magazine


Der männliche Voyeur und der weibliche Körper

Wer die Schönheit einer Frau beschreiben will, hat viel Möglichkeiten: Die Ängstlichen wagen nicht, den Körper zu beschreiben. Sie halten sich vielmehr lange beim Gesicht auf, Folgen der Halslinie, betrachten den Ausschnitt und vielleicht die Schenkel, wenn sie sichtbar sind. Die mutigeren Männer wagen es, sich die bekleidete Frau gänzlich nackt vorzustellen und auch die verdeckten Körperteile zwischen Hals und Knie zu loben. Ein ebenmäßiger Wuchs ist leicht erkennbar, und ob die Körperteile ein harmonisches Bild ergeben, kann auch jeder Mann beurteilen. Die Kenner wissen auch sogleich ob die Brüste die richtige Form und Größe haben, um als schön zu gelten. Der erotisch sensibilisierte Mann sieht dies auch bei einer Frau im Sommerkleid, und ebenso kann er beurteilen, ob die die Hüfte schlank, das Becken nicht zu breit, der Bauch nicht zu weit vorgewölbt ist. Auch erkennt er die Schönheit ihrer schlanken, gerade Beine, die in die Füße münden.

Schönheit und Lüsternheit - und was wir an Frauen loben

Wirkliche Schönheit ist selten, jedenfalls, wenn man die Maßstäbe der Griechen anlegt, die sich bis heute in Statuen der Aphrodite manifestiert. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Männer wirklich schöne, völlig nackte Frauen am liebsten von der Ferne bewundern? Im Bett wünscht sich der Mann Lüsternheit, nicht Schönheit.

Alles an der Frau wird gelobt: ihr Verhalten, ihre Stimme, ihre Erscheinung, ihr Körper als Gesamtkunstwerk und im Detail. Sogar die Beschaffenheit und Farbe ihres Haares wird hervorgehoben. Männer loben, wie sinnlich sie sich kleiden und entkleiden kann. Alles an der Frau wird gelobt - nur ihre Füße nicht.

Erotische Füße – ganz normal?

Keine Fesseln (1), keine Fußrücken, kein Fußgewölbe, keine Fußsohle, keine Ferse, kein Ballen, keine Zehen – nichts ist offenbar erwähnenswert am weiblichen Fuß.

Verfolgt man die Geschichte der Fußerotik, so entsprang sie der gleichen Wurzel wie jede andere Form der Erotik auch: alles, was die bürgerliche Frau zu verhüllen versuchte, regte die Fantasie an. So entstand neben der Stiefelerotik auch eine Handschuherotik, denn die feinen Damen trugen außer Haus selbstverständlich Handschuhe. Die Erotik des Beines ging allerdings einen anderen Weg. Der männliche Blick sollte von der Rockkante nach oben wandern, nicht nach unten, und so war alles, was frivol war, darauf angelegt, den Blick möglichst weit am Bein entlang bis zu den weiblichen „Mysterien“ zu führen.

Die 1950er: Nylonerotik überall - der Strumpf wird zum Objekt der Begierde

Nylonerotik der 1950er Jahre
Jahrelang war die „Nylonerotik“ dabei das Vehikel: Strümpfe, von frivolen „Tanzgürteln“ („Strapsen“) gehalten, waren der Renner der Erotik der 1940er und 1950er Jahren (Nylonstrümpfe kamen am 15. Mai 1940 auf den Markt).

Selbstverständlich beinhaltete die Nylonerotik auch eine gewisse Fußerotik, doch war das eigentliche Ziel der damaligen Magazine, junge Frauen in frivoler Wäsche zu zeigen. Man kann sagen, dass mit dem massenhaften Vertrieb von Nylons und Tanzgürteln („Garter Belts“) ein wahrer Run auf einschlägige erotische Magazine einsetzte..

Die Füße selbst waren und sind immer wieder Gegenstand von Ritualen: besonders Fußwaschungen und Fußmassagen haben einer Jahrtausende alte Tradition, während Fußküsse erst seit Jahrhunderten als Akt der Unterwerfung galten.

Das zwiespältige Verhältnis: Lust, Ekel, Ausgleich

Die Lust am Fuß ist zwiespältig: Die Waschungen und Massagen werden von den Rezipientinnen gemeinhin als wohlig empfunden, während intensive Küsse, Zungenwaschungen und das Einsaugen und Einspeicheln der Zehen gemeinhin seitens der begünstigten Damen gemeinhin als widernatürlich angesehen werden. Bei den aktiv tätigen Personen gibt es ebensolche Unterschiede. Waschungen, Massagen und Pflege gehören zu den gewöhnlichen Dienstleistungen, die nicht zwangsläufig erotischer Natur sein müssen. Fußliebhaber wollen aber, je nach persönlicher Ausrichtung, Füße bewundern, verehren, küssen und belecken. Auf diese Weise entsteht oft ein asymmetrisches Verhältnis von Dienstleistung, Hingabe und Gunst, und entsprechend müssen die psychischen und pekuniären Gleichgewichte stets neu verhandelt werden. Frauen sind oft sehr befremdet von Fußliebhabern, und teils sind sie es völlig zu recht. Denn wenn einen Frau etwas tun muss, wovor sich sich ekelt, dann wird sie dies nicht ohne einen Ausgleich tun – wenn überhaupt.

Die reine Erotik des Frauenfußes

Schöne Füße küssen
Dabei versprühen die Frauenfüße pure Erotik, gleich, ob sie dem Betrachter noch unter herausfordernden Stiefeletten verborgen sind, oder mit teilweiser Nacktheit in High Heels verlocken. Der aufmerksame Mann erkennt aus dem sinnlichen Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen, ob die Trägerin der High Heels häufig oder eher selten dieses erotische Schuhwerk spazieren führt. Der Sommer ist die Zeit des Flirts mit halb nackten Füßen, die nicht nur Fußliebhaber begeistern, sondern auch den neutralen Beobachter verwirren. Schließlich gehen manche Frauen noch einen Schritt weiter: Sie präsentieren an ungewöhnlichen Orten den splitternackten Fuß, an dem mancher Männerblick hängen bleibt.

Wie Frauen die Bereitschaft zur Fußerotik signalisieren

Mache Liebhaber des erotischen Fußes schätzen sehr, wenn ein kleines Goldkettchen die Fesseln umspielt. Es kann ein Hinweis darauf sein, dass die Trägerin sanfte Berührungen und Küsse zulässt – beim Liebhaber des Frauenfußes ruft allein der Gedanke daran sinnliche Lüste hervor. Blickfänge wie rote Zehennägel oder Zehnringe regen die Fantasie ebenfalls an, und zumindest der Zehnring ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Frau nicht abgeneigt ist, ihre Füße aus der Nähe bewundern zu lassen. Wie überall ind er Erotik sonst, gibt es auch hier die Naturliebhaber: Bei ihnen soll der Fuß nichts als nackte, ursprüngliche Natur ausstrahlen, ohne Farbe und ohne Schmuck.

Baden und massieren als Stufen der Sinnlichkeit

Der begehrliche Liebhaber wird darum bitte, diese Füße baden oder massieren zu dürfen, gelegentlich wird ihm dieser Wunsch gewährt, denn diese Behandlung des Fußes wird auch außerhalb der erotischen Beziehungen als sehr intim und äußert sinnlich empfunden.

Die Lust am weiblichen Fuß

Und der wahre Liebhaber des Frauenfußes? Er wird es nicht bei der Bewunderung lassen, sondern darum bitten, den Fußrücken zärtlich küssen zu dürfen, die Fersen und Sohlen mit der Zunge zu reinigen und schließlich wollüstig die Zehen einzusaugen. Es ist ihm ein Vergnügen, der Dame zu Füßen zu liegen, um von ihr die Gunst zu erbitten, die Füße küssen zu dürfen, und er wird die Gnade zu schätzen wissen, die von ihm bewunderten Füße zu liebkosen.

Wie ein Fuß nackt wird und warum Männer Stiefel küssen

So, wie manche Männer nicht mögen, wenn die Frau nackt ins Liebesnest schleicht, so wollen manche andere die Füße nicht sofort nackt sehen. Die Bewunderung beginnt bereits beim erotischen Schuhwerk, so wie andere Männer die Brüste erst einmal von einem Spitzen-BH verhüllt spüren wollen. Und so, wie mancher Mann seine liebste über der Kleidung streichelt, bevor er die nackte Haut spüren darf, so will mancher Fußliebhaber erst einmal die Stiefel, Stiefletten oder High Heels bewundern und küssen. Für ihn geht damit oft ein Traum in Erfüllung, vor allem dann, wenn die geliebte Dame ihm gestattet, am Ende die schützende Hülle des Fußes zu entfernen.

Ihr zu Füßen liegen

Einer Frau zu Füßen zu liegen, ihr die Füße zu waschen, ihr die Füße zu küssen und die Zehen zu umspielen – welche Lust ist dies für den unterwürfigen Mann, der sich endlich einmal am unteren Ende der Macht fühlen will. Einen Frauenfuß vom Schuh oder Strumpf zu befreien, um ihn endlich nackt und bloß bewundern zu können, ist für den Liebhaber schöner Füße die höchste Wonne. Wer unterwürfig ist, weiß, dass er sich alle dies oft erst verdienen muss, aber es ist sein höchstes Glück, endlich den nackten Frauenfuß bewundern zu dürfen.

Drei Nachworte

Das erste Nachwort an diejenigen, die dies alles als pervers ansehen: Sinnlichkeit ist nicht an sich pervers, und Füße sind keine "schmutzigen" Körperteile.

Das zweite Nachwort an jene, die sagen: "na, nackte Füße kann ich doch im Sommer überall sehen - was ist daran erotisch?" Nun, erotisch ist immer die Intimität, unter der eine Handlung stattfindet, deswegen ist der nackte Fuß auf der Straße oder Strandbad völlig uninteressant.

Das dritte Nachwort an diejenigen, die von Wünschen getrieben sind: Sinnlichkeit ist schön, aber das „Getriebensein“ von der Lust ist oft zerstörerisch. Die Liebe zu einer Frau besteht nicht darin, ihr die Füße zu küssen, sondern sie mit Geist, Sinnlichkeit und sozialen Empfindungen in ihrer gesamten Persönlichkeit zu lieben.

(1) Der Übergang zwischen Bein und Fuß, genauer zwischen Waden und Knöcheln.
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Anal ganz egal – oder heiß begehrt?

Geschrieben von © induna •Sonntag, 15. Juni 2014 • Kategorie: lifestyle


Sanft und mit Augenkontakt geht es besser


Neulich, im Bayrischen Fernsehen, relativ unvermittelt: „Reden wir über Analverkehr?“ Einer der Woidboyz fragte Lilo Wanders danach. Und die erklärte ganz kühl (und kompetent), warum manche Männer Analverkehr mögen und dass es dabei keinesfalls ausschließlich um schwule Männer ginge.

Fragen wir uns doch mal: Was ist dran am Mann, und wann mag er seine Rosette öffnen, um anale Lüste zu genießen? Was ist das Tolle daran, und warum mögen es manche Männer mehr als andere?

Anal mental: Neugierde und Abscheu

Männer haben, kultur- und zeitabhängig – eine wesentliche größere Freude daran, Frauen „anal“ zu beglücken als dieselbe Prozedur an Männern zu vollziehen. Man kann dies als mentales, soziales oder gesellschaftliches Problem ansehen, denn anatomisch ist es beim aktiven Analverkehr ziemlich gleich, ob der Mann eine Frau oder einen Mann beglückt. Analverkehr zwischen Mann (aktiv) und Frau (passiv) wird von den meisten Paaren zunächst nur als Experiment betrieben – und zumeist sind die Frauen meisten davon wenig begeistert, weil sie selten (wenn überhaupt) positiv-sinnliche Empfindungen dabei haben. Die Frau dient dabei - mental und physisch – als „Lustmodell“ oder „Vorverstärker“ männlicher Erregung, während sie den Analverkehr mehr oder weniger „ihm zur Freude“ zulässt.

Anal passiv für Hetero-Männer – alles läuft über die Frau

Recht ähnlich verhält es sich mit dem passiven Analverkehr: Heteromänner wünschen sich bei ersten Versuchen so gut wie immer die Verführung durch eine Frau, seltener durch ein Paar. Auch dabei dient die Frau als „Lustverstärker“, die zunächst für sexuelle Erregung sorgt, um sodann als „Mittel zum Zweck“ zu dienen und den Mann durch vorsichtige Stimulation durch Vibratoren und Dildos sowie reichlich Gleitcreme auf den Analverkehr vorzubereiten. Handelt es sich um eine Solo-Frau, so wird die Penetration zumeist mit einem Strap-On-Dildo vollzogen.

Körperliche Empfindungen zu Anfang

Sowohl Männer wie auch Frauen erinnern sich zumeist an anale Sensationen wie das Einführen von Zäpfchen oder eines Fieberthermometers in den Anus. In der Regel wird das Gefühl als „eigenartig“ beschreiben und liegt zwischen Abscheu und Wonne. Dabei entstehen beim Einführen etwas andere Gefühle als beim Herausziehen. Wer schon einmal das Glück oder das Pech hatte, einen Finger oder Dildo im Anus zu spüren, kann die Anfangsempfindungen zumeist nachvollziehen. Männern über 40 sollte diese Erfahrung inzwischen geläufig sein: Arztfinger oder Ultraschallsonde Sonde bohren sich bei der Prostatauntersuchung einige Zentimeter tief in den Enddarm. Beim Mann wird hier eine besonders empfindliche Stelle der männlichen Anatomie erreicht: die Prostata, die sich hinter der Darmwand befindet und dort sehr sensibel auf Berührungen reagiert. Diese Empfindungen chargieren von „stechend schmerzhaft“ über „unangenehm reizend“ bis „flächig irritierend“, wie beim starken Harndrang. Doch diese Reizungen können ebenfalls sinnlich sein, vor allem, wenn sie zu Anfang nur mit leichtem Druck ausgeübt werden und der betreffende Mann sich in einer erotischen attraktiveren Situation befindet als bei einem Arzt.

Mentale Empfindungen beim Analverkehr und Macht

Es gibt Männer, die sich anal nicht verwöhnen lassen wollen, sondern die Penetration als „endgültige Unterwerfung“ ansehen. Ihre Absicht ist, sich durch die empfundene „Erniedrigung“ in die sexuelle Abhängigkeit fügen. Wir befinde uns dabei im Grenzbereich zwischen reiner Wollust (Prostatastimulation), dem Rollenspiel (Rollentausch, anal „genommen“ werden) und der tatsächlichen Abhängigkeit, weil diese Praktiken nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen. Dies gilt auch dann, wenn (wie in den meisten Fällen) die Penetration durch eine Frau mithilfe eines Geräts (Strap-On-Dildo) vollzogen wird.

Sinnlichkeit und Gewöhnung beim Mann

In der Regel hat nur der „begünstigte Mann“ einen Vorteil von der analen Penetration. Die wahren Freuden wird er allerdings kaum sofort genießen können, denn zumeist sind Männer von mehreren Faktoren verwirrt:

1. Das erste Mal ist überwältigend, wird oft als schmerzhaft empfunden und ist daher zumeist wenig lustvoll, gleichwohl aber sehr erregend.
2. Als anregend, zugleich aber befremdlich gilt zunächst das reine Einführen und Herausziehen des Objekts, mit dem die Penetration vollzogen wird. Dabei unterscheidet sich das Hineingleiten gefühlsmäßig vom Hinausgleiten. Als lustvoller wird zumeist das Hinausziehen empfunden.
3. Dringt das Objekt bis zur Prostata vor, wird dies beim ersten Mal so gut wie nie als angenehm empfunden. Der männliche Körper muss sich erst an diesen heftigen, unmittelbaren Reiz gewöhnen.
4. Der Penis wird bei der Prozedur nicht zwangsläufig „steif“. Der Grad der sexuellen Erregung kann also nicht, wie sonst üblich, am Penis abgelesen werden.
5. Ob im Rollenspiel, oder als lustvolle Stimulation – manche Männer wollen das Gefühl immer wieder erleben, andere nie wieder. Ein bisschen „Suchtgefahr“ ist dabei, zumal bei unterwürfigen Männern.

Möglichkeiten und Grenzen für die Frau

1. Das erste Mal kostet oft Überwindung, weil der Analbereich als „schmutzig“ gilt oder der Analverkehr als „schwul“. Dennoch lohnt sich der Versuch, wenn der Mann Lust dazu hat. (Siehe Punkt 5)
2. Ob Finger, Dildo oder Plug: Vorsicht ist die Mutter der Rosette. Beginnen Sie mit Dildos von ungefähr einem Zentimeter Durchmesser, nicht mehr, und nehmen Sie viel Gleitcreme.
3. Soll die Prostata stimuliert werden, muss einseitig Druck auf die Darminnenwand ausgeübt werden. Der Finger muss also in „kille“-Stellung gebracht werden – beim Dildo empfehlen sich anatomisch sinnvolle P-Punkt-Modelle.
4. Frauen empfinden rein körperlich (biologisch oder mechanisch) so gut wie keine Lustgefühle bei der Prozedur – im Gegenteil. Insbesondere sogenannten Strap-on-Dildos billiger Bauart können stark drücken und dadurch Schmerzen verursachen. Die Behauptung, spezielle Konstruktionen würden dennoch Lustgefühle erzeugen, gilt überwiegend als Werbeargument der Hersteller.
5. Frauen können aber eine mentale Genugtuung daraus gewinnen, den Mann „nun in jeder Hinsicht“ zu beherrschen. Dadurch können Frauen ihre Männer eng an sich binden.

Hinweise für Paare

Experimente sind immer zweischneidig: Gelingen sie, ist ein weiteres tolles Erlebnis der Lust gewonnen, misslingen sie, kann tagelanger Frust (eventuell gar Verweigerung) die Folgen sein. Deshalb: Trippelschritte statt Riesenschritte beim Analverkehr – bei Frau und Mann. Beginnen sie immer sanft und benutzen Sie immer Hilfsmittel, vor allem genug Gleitmittel. Hilfe im Internet finden Sie zuverlässig bei Netdoktor. Beziehen Sie Ihre Informationen nicht aus pornografischen Filmen - aus reißerischen Gründen sind die Frauen darin immer nackt oder in federleichte Dessous gekleidet. Das ist nicht nötig, um die erwünschten Effekte zu erreichen.

Hier noch ein paar Tipps, die Ihnen den Einstieg erleichtern:

Sorgen Sie dafür, dass sie ungehindert kommunizieren können und seien Sie jederzeit darauf gefasst sein, die Sache abzubrechen. Quälender Schmerz ist nichts das Ziel, sondern extreme Lust.

Führen Sie zu Anfang alle Didos mit der Hand, nicht mit der Hüfte – Sie benötigen Sensibilität für das Einführen.

Falls Sie Hüftstöße (Strap-on-Didlo, Harness) erproben wollen – tun Sie dies nur mit gepolsterten, gut passenden Exemplaren, die natürlich etwas teurer sind. Falls Sie etwas anderes lesen (es gibt dazu anderslautende Tipps im Internet) bedenken Sie, dass sie bei der Penetration eines Mannes möglicherweise viel Kraft aus der Hüfte anwenden müssen. Dies gilt zumal dann, wenn Sie oder der Mann unerfahren sind. Teilweise werden abenteuerliche Tipps aus kommerziellem Interesse gegeben, deshalb hier der Rat: Ein dünner, glatter, vielleicht leicht gebogener und oben etwas verdickter Dildo (Eichelform), handgeführt, reicht für den Einstieg in die Welt analer Lüste. Wie sagte dich einst ein Heimwerker-Berater: Die Anschaffung teurer Hobbygeräte hat oft nichts mit der sinnvollen Verwendung derselben zu tun.

Hinweis: Der Artikel ist eine Zusammenfassung verschiedener öffentlich zugänglicher Informationsquellen - dennoch sollten Sie sehr vorsichtig bei eigenen Versuchen sein und gegebenenfalls einen Arzt befragen.
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Der sinnliche Hals – der vernachlässigte Körperteil

Geschrieben von © induna •Freitag, 16. Mai 2014 • Kategorie: lust und sex


Erotischer geht es nicht: Halsschmuck einer Hure


Ein Frauenhals – sinnlich, nackt, sensibel, von Nerven und Adern durchzogen und von zartester Haut bedeckt. Sie zeigt ihn vor, bietet ihn lustvoll und zugleich verletzlich an, wild entschlossen, sich ihm erotisch zu unterwerfen.

Der Hals an sich ist mehr als die Verbindung zwischen Kopf und Rumpf. Er beinhaltet ist auch die Verbindung des Gehirns zur Vagina, und wenngleich die Nervenstränge von außen nicht erkennbar sind, so scheinen sie doch durch Berührungen des Halses ansprechbar zu sein. Jedenfalls erschauern viele Frauen, wenn man sie den Hals hinab küsst, vor allem in der Gegend der Kehle und der empfindlichen Halsschlagadern. Kafka deutete s einmal an, als er schrieb:

Schließlich küsste er sie auf den Hals, wo die Gurgel ist, und dort ließ er die Lippen lange liegen.


Der Vampir als Halsliebhaber und die Erotik des Vampirbisses

Doch die eigentliche Erotik des Halses verdanken wie einem ganz anderen: Bram Stocker und den Filmen, die über seinen Helden „Dracula“ gedreht wurden – inklusive seines lustvollen Harems. Denn nicht nur der Frauenhals ist das Ziel lüsterner Vampire und Vampirinnen, auch der zarte Hals des Jünglings wird nicht verschont:

Eines der bezaubernden Mädchen näherte sich und beugte sich weit über mich, dass ich den Hauch ihres Atems au meiner Haut fühlen konnte. Einerseits süß, honigsüß, sodass er dasselbe Kribbeln durch meine Nerven jagte wie ihre Stimme, lag anderseits etwas Bitteres unter der Süße, eine bitte Anstößigkeit, wie man sie in Blut riecht. Das Mädchen ging in die Knie und beugte sich begierig über mich. Ich fühlte eine bedachte Wollust, die beides gleichzeitig war: erregend und abstoßend. … Tiefer und tiefer sank ihr Kopf, an meinen Lippen und meinem Kinn vorbei, als wollte er sich auf dem Weg zu meiner Kehle beschleunigen. Dann hielt sie inne, und ich konnte das Geräusch ihrer Zunge hören, wie sie ihre Zähne und Lippen leckte, und ihren heißen Atem an meinem Hals fühlen. Die Haut begann zu kribbeln, wie sie es tut, wenn sich eine Hand zum Kitzeln nähert. Ich konnte die zarte, bebende Berührung auf meinem überempfindlichen Hals spüren und die tiefen Abdrücke zweier scharfer Zähne, die sich nicht mehr bewegten, sondern innehielten. Ich schloss meine Augen in einer Art erschöpfter Ekstase und wartete mit klopfendem Herzen.


Totale Hingabe nur beim Vampir?
Totale Hingabe - nur beim Vampir?

Nun sagt man, die gesamte Legende des Vampirs sei nichts mehr als eine Beschreibung der sinnlichen Wollust, die man kaum anders hätte schildern können. Ob der Vampir Mann oder Frau ist und das Opfer Frau oder Mann: Immer erscheint der Vampir als verführerisches Wesen, das von vornherein die Sinne lähmt. Bittere Süße? Eine erregende und zugleich abstoßende Wollust? Das klingt alles eher nach einem Geschlechtsakt als nach einem Vampirbiss. Und tatsächlich: Im Film wurde als bald der „erotische Vampir“ kreiert, meist in Frauengestalt, der Frauen und Männer verführt und schließlich Körperflüssigkeiten absaugt – mal Sperma und mal Blut.

Halsliebkosungen nur noch als Transfer zu den Brüsten?

Typische Haltung; Nimm mich!


Nachdem Dracula, seien Gespielinnen und seine Töchter abgedankt hatten, blieb nicht viel übrig von der Erotik des Halses. „Hals“ und „Kuss“ wurden in erotischen Romanen bald äußert stiefmütterlich behandelt. Da werden im Schnellverfahren „die Wange, der Nacken und der Hals“ geküsst, aber die eigentliche Erotik wird bestenfalls an Mündern, Brustwarzen und Vaginen festgemacht. Der Hals ist sozusagen nur nach für den kurzen Transfer der Küsse vom Mund zu den Brüsten zuständig.

Zwei Theorien zur Lust am sinnlich dargebotenen Hals

Der Hals als Symbol der Unterwerfung

Dabei ist der Hals wirklich ein Brennpunkt der Sinnlichkeit. Zudem kann der geneigte Partner vermittels des dargebotenen Halses das ultimative Signal der Unterwerfung senden. Er/sie muss nur noch den Kopf in den Nacken legen und die Kehle darbieten, was besonders bei sanften, weißen und schönen Frauenhälsen eine unnachahmlich erotische Wirkung hat. Verhaltensforscher halten die Geste für einen Rest der archaischen Unterwerfungsgesten: Wenn ich dir die Kehle zum Beißen anbiete, hast du mich besiegt – du bist der Leitwolf, nicht ich.

Der Hals als Steigbügel zu den Brüsten

Es mag wohl auch sein, dass der Halse für die Männer der bürgerlichen Epoche ein beliebter Zugang zu den Brüsten der Frau war. Wer auch nur andeutungsweise erotische Vergnügungen genießen wollte, versuchte als Erstes, sich einen Zugang über den Hals zu verschaffen, an dessen unterm Ende Broschen und Blusenknöpfe darauf warteten, geöffnet zu werden, sei es in der voyeuristischen Fantasie oder in der Realität. Jeder Zentimeter Haut, der zwischen Kehle und Brust zusätzliche geküsst und liebkost werden durfte, zählte. Zwar zeigten die Damen des 20. Jahrhunderts ihre schönen Brüste durchaus freizügig in teils gewagten Ausschnitten – aber das bedeutete nicht, dass der Liebhaber die Brustansätze auch küssen und berühren durfte. Man mag daraus entnehmen, wie erregend es war, am „Hals entlang“ zu küssen und dabei so lange fortzufahren, bis die allzu neugierigen Lippen abgewehrt wurden.

Kopf zur Seite oder nach hinten, den Hals lüstern anbieten


Den Hals küssen und streicheln

Die Techniken, den Hals zu küssen und sanft mit den Händen zu liebkosen, werden selten beschrieben, aber beispielsweise hier dafür umso ausführlicher. Wichtig ist beim Küssen von empfindlichen Körperteilen immer, sanft zu beginnen und möglichst ohne Druck und Saugeffekt zu küssen, solange noch nicht klar ist, wie die Partnerin oder der Partner reagiert. Die Hände streicheln sanft und zunächst nur mit den Kuppen von oben nach unten.

Der Tod spielt mit: Niemals strangulieren

Grobe und zupackende Hände haben am Hals, insbesondere an der Kehle, nichts verloren – schon gar nicht bei Verführungen. Am Rande sei bemerkt, dass sogenannte erotische „Würgespiele“ Spiele mit dem Tod sind, die gesellschaftliche Ächtung verdienen. (Siehe auch Liebe Pur).

Der Halsschmuck – Hinweis auf sinnliche Lüste

Der Hals ist – neben Ohren und den Händen – der Körperteil, der am meisten geschmückt wird. Je schöner die Frau, umso weniger voluminös sollte der Schmuck sein. Echter Gold- Silber- oder Perlenschmuck im dezenten Design wirkt um Längen sinnlicher als Modeschmuck, der mehr zum Hervorheben des Gesamtbildes dient. Generell gilt: Halsketten ohne Anhänger oder mit sehr dezenten Anhängern betonen die Sinnlichkeit des Halses selbst und unterstreichen seine Verletzlichkeit.

Je tiefer die Kette reicht oder je mehr der Anhänger hervorgehoben wird, umso mehr bekommt der Halsschmuck einen wilderotischen Charakter. Anhänger, die deutlich in Richtung Brüste weisen (dazugehören paradoxerweise auch große Kruzifixe), sind deutliche Markierer sexueller Wünsche.

Selbstverständlich kann der erotische Charakter des Halses auch durch Halsbänder aller Art hervorgehoben werden. Je nach Mode ist es möglich, diese auch außerhalb bestimmter Kreise zu tragen, in denen Halsbänder als Zeichen der Unterwürfigkeit angesehen werden. Ein Samtband wirkt dabei besonders sinnlich, während ein Lederhalsband recht eindeutig auf Rollenspiele hindeutet.

Das Halsband – Hilfsmittel für Rollenspiele

Kein Zweifel über die Absichten - Halsband einer Hure
Jeder bandförmige Schmuck des Halses wird erotisch als Halsband verstanden. Es kann bedeuten: Sieh mal, wie schön mein Hals ist – und schau mich näher an.“ Dieser Auffassung waren vor allem die Damen in den feinen Wiener und Budapester Bordellen, die nicht selten einen Halsschmuck trugen, der an eine behaarte Vulva erinnerte. (Bild) allerdings kann es auch bedeuten: „Ich will von dir geführt werden“. Das gilt im Prinzip für jedes Halsband, vor allem aber für breite Lederhalsbänder, zumal dann, wenn dieses noch Ösen für Karabinerhaken beinhaltet. Wenn Sie Freude daran haben: Die Auswahl an Halsbändern ist riesig, und manche enthalten sogar Schmucksteine oder Symbole. Je breiter und grober ein Halsband ist, umso mehr wechselt der Eindruck von „dekorativer Halsbetonung“ zu „Bereitschaft zu Rollenspielen mit Disziplin“. Sie müssen allerdings immer damit rechnen, dass ihr Halsband nicht nur als Schmuck angesehen wird, sondern auch als Aufforderung, Sie „an die Leine zu nehmen“.

Tätowierungen am Hals? Eher nicht

Ob man den Hals verzieren oder verunzieren soll, ist einerseits Geschmackssache, andererseits aber auch ein ästhetisches Problem. Kaum ein anderer nackt dargebotener Körperteil der Frau (außer dem Gesicht) wird so oft angesehen wie der Hals, und deshalb wirkt auch alles sinnlich, was den Zugang von Hals zu den Brüsten und darüber hinaus markiert. Frauen sollten sich diesen Bereich deshalb offen halten für die Wechselfälle der Liebe. Heißt im Klartext: Nicht tätowieren lassen, sondern variabel und situativ schmücken.

Harte Bandagen – Pranger und Hälse

Wenn von Prangern redet, denkt zumeist an Holzkonstruktionen, in die Öffnungen für den Hals, die Hände und/oder die Füße eingebaut sind. Sie wurden in der Justiz vergangener Zeiten als Schmähpranger eingesetzt, also als eine vergleichsweise milde, aber wirksame Strafe zur Beschämung der Täterinnen und Täter. Teilweise wurden aber auch Pranger eingesetzt, bei denen die Person stehen musste, indem sie am Hals mit einem Halseisen befestigt wurde, was ausgesprochen schmerzhaft und schwer zu ertragen war. Mobile Pranger nennt man auch „Strafgeigen“. Bei ihnen werden die Arme mit dem Hals verbunden, sodass man die Delinquenten (meist zänkische Damen) über den Markplatz führen konnte.

In der heutigen erotisch motivierten SM-Szenerie wird wieder viel mit Prangern gearbeitet, die zur Erniedrigung und zur Bestrafung eingesetzt werden. Dabei werden auch Halseisen in verschiedener Form verwendet. Der Pranger dient dabei dazu, die erotische Erniedrigung auf die Spitze zu treiben, ist zugleich aber auch eine theatralisch wirkende Kulisse, um das Rollenspiel glaubwürdiger zu machen. Den „Subs“ ergeht es dabei ähnlich wie den Delinquenten im Mittelalter: Sie müssen alles ertragen und haben keine Möglichkeit mehr, sich gegen Übergriffe zur Wehr zu setzen. Fixiert man nun insbesondere den Hals, so wird das Gefühl der Wehrlosigkeit noch größer, als wenn nur die Hände und Füße im Pranger stecken. Zu Zeiten der Pranger auf Marktplätzen liebten es die Bürger, ihre „Verbrecher“ zu bespucken – und dies war besonders leicht möglich, wenn der Hals mit im Pranger steckte. Ähnliche Gründe mögen auch heute dafür sprechen, in Rollenspielen altertümliche Pranger zu verwenden, die den Hals fest umschließen. Soweit Rollenspiele im Konsens beider Partner durchgeführt werden, ist dieser Effekt beabsichtigt.

Bilder: Vampir aus "Mark of The Vampire", Filmwerbung, © vermutlich 1935 by Tod Browning, Fotos (Hälse) nach historischen Pariser Fotografien, im Original als Aktfotos auf den Straßen von Paris verkauft, Halsband: © 2014 by Liebesverlag.de > Zitat Kafka aus "Der Prozess", Zitat Stocker von dieser Webseite.,
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Am Finger lutschen

Geschrieben von © Miss Y. •Dienstag, 13. Mai 2014 • Kategorie: inas liebesrat


Oral? Sehr wahrscheinlich!


Was bedeutete es, wenn sie/er an seinem oder deinem Finger lutscht? Welche Ansage machst du damit?

Grundaussage: Der Finger im Mund ist ein Symbol für den Wunsch nach Sex – meist Oralsex, manchmal Analsex und situativ auch ein Symbol für die Unterwerfung

Das bedeutet der Finger im Mund beim Flirt

Wenn du an deinem Zeigefinger lutscht, dann ist das für den Mann ein klares Signal: Du lutscht gerne, saugst gerne ein, nimmst gerne etwas auf, was in deinen Mund kommt. Ich denke nicht, dass du erst überlegen musst, was du damit auslöst. Selbst wenn du dann den „Wettschein“ nicht einlöst und ihm erstmal andere Freuden bereitest – der Eindruck sitzt. Ich sag mal; tu’s lieber nicht. Flirte anders, aber nicht mit dem Finger im Mund. Auch nicht mit Bananen. (Wenn du es trotzdem tun willst: Langsam und sinnlich die abgeschälte Spitze in den wollüstig zugespitzten Mund gleiten lassen).

Oral-Versprechen: Du lutschst seinen Finger

Ein bisschen stärker, ein bisschen näher: Du sitzt auf dem Sofa und leckst seinen Finger. Dann wundere dich nicht, dass er an nichts anderes mehr denkt als an Oralsex. Die Verbindung liegt wirklich nahe.

Ein bisschen devot: Er leckt deinen Finger

Ein bisschen anders ist es, wenn er deinen Fingern lutschen möchte: Dann ist er unterwürfig und möchte vielleicht sogar, dass du deinen Finger nutzt, um damit seinen Hintereingang zu erobern.
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Die englische Erziehung – was beinhaltet sie in Praxis und Fantasie?

Geschrieben von © Ubomi Ulobi •Montag, 5. Mai 2014 • Kategorie: lifestyle


Dienstmagd, Jüngling, Gouvernante: Das Trio für Fantasien von Lust und Schmerz in der Literatur


Englische Erziehung? Was geboten wir, ist oft nicht das, was wir erwarten würden. Denn die „englische Erziehung“ auf „das englische Laster“ genannt, ist die Lust am „geschlagen werden“, und zwar in der Form, in der dies im ausgehenden 19. Jahrhundert in London exzessiv praktiziert wurde. Als „Hochburg des Flagellantismus“ hat beispielsweise Albert Eulenburg geschrieben – vermutlich schrieb er es aber einfach ab.

Was aber ist die „englische Erziehung“ wirklich? Um dies zu verstehen, müssen wir unseren Blick teilen: Einmal ist es eine Form der lustvollen Züchtigung in sogenannten „Flagellationsbordellen“, zum anderen aber eine Literatur, die „Schläge aus Sinnlichkeit, Lust und liebe“ verherrlicht.

In beiden Fällen sind vorzugsweise Gentlemen betroffen, deren Gesäß in Rollenspielen auf Heftigste traktiert wird. Diese Männer sehnen sich entweder von vornherein nach Schlägen, oder sie werden als Jünglinge von Gouvernanten in die Welt der Schmerzlust beingeführt. Die Herren empfangen also die Schläge, und die Damen führen sie aus.

Da die englische Erziehung so gut wie immer in Rollenspiele eingebunden wurde, besteht sie nicht nur auf Schlägen, sondern aus einem Zusammenspiel zwischen „Herrin und Zögling“. Sie folgt deshalb immer eine Art Schema, das gezielte Demütigung, Abwertung und Züchtigung beinhaltet, aber auch lustvolle Erfüllungen der männlichen Sexualität. In jeden Fall aber steht im Vordergrund, dass der Gentleman von der „strengen Erzieherin“ zu irgendeinem Zeitpunkt in entehrenden Positionen mit Schlägen traktiert wird.

Aus psychologischer Sicht erleben wir vor allem in der Literatur eine „Doppelbindung“ an liebevolle Berührungen und schmerzliche Hiebe, also die Erinnerung daran, dass die geliebte Person auch heftig zu strafen imstande war. Darüber hinaus wurden (und werden) folgende Fantasien bedient:

1. Unterwerfung unter eine Frau, die der Mann normalerweise als „Personal“ bezeichnen würde, also eine Dienstmagd, einer Putzfrau oder eine Sekretärin.
2. Die Teilnahme an geheimnisvollen Ritualen, die mit Strafen verbunden sind, deren Regeln dem Zögling aber weitgehend verbogen bleiben.
3. Unterwerfung unter eine gleichaltrige Frau, etwas einer Mitschülerin oder Cousine.
4. Die Unterwerfung „unter den Rock“, also das peinliche Tragen weiblicher Kleidungsstücke vor und nach der Prozedur.
5. Gespielte homosexuelle Handlungen am „Gentleman“ im Rahmen von Geschlechter-Rollenspielen. Dies bedient die Neigung, in Internate entstandene homosexuelle Kontakte neu zu erleben.

Die sonstigen psychologischen Gründe liegen im Dunkel. Vermutlich hatten die meisten der Gentlemen in ihrer Jugend Umgang mit dem Personal, und nicht selten wurden dabei heimlich an sich harmlose, aber prägende sexuelle Handlungen vorgenommen. Zudem waren die meisten jungen Männer mit der körperlichen Züchtigung durchaus vertraut, und homosexuell geprägte Kontakte bestimmten möglicherweise ihr Internatsleben.

Wie immer die tatsächliche Gefühls- und Erlebniswelt der jungen Männer auch aussah – sie wurden alsbald zum bevorzugten Thema der flagellantischen Literatur. Erst über sie wurde England als “Stammland der Flagellanten“ bezeichnet.

Im Allgemeinen gilt das Werk „Gynecocracy“, das 1893 unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht wurde, als deutlichstes literarisches Beispiel einer „englischen Erziehung“. Die Geschichte handelt von einem jungen Mann, der die Lust parallel zum Schmerz kennenlernt, dabei von mehreren älteren und gleichaltrigen Frauen benutzt wird und zudem in seiner geschlechtlichen Identität verwirrt wird. Der Haupthandlungsstrang besteht aber aus seiner Erziehung durch eine strenge Gouvernante, unter denen Rock er zugleich sein erstes sexuelles Erlebnis hat: einen forcierten Cunnilingus.


Dieses Buch ist nicht nur in verschiede Sprachen übersetzt wurden, sondern es wurde auch vielfach „umgeschrieben“ und gilt seither als Vorbild für viele flagellantische Werke. Es dauerte nicht lange, bis die Autoren auch junge Frauen als Zöglinge und zu strafende Dienstmägde in ihre Geschichten einfügten. Bis heute allerdings wird die „strenge Gouvernante“ als Lieblingsmodell für die die „erziehende“ Person verwendet, auch, wenn es sich bei den Zöglingen um junge Frauen handelt. Ein Großteil der heutigen englischen Literatur dieser Art basiert auf lesbischen Flagellations-Ritualen, vorzugsweise solchen, die in Internaten stattfinden.

Wenn wir uns von der Literatur abwenden, kommen wir unweigerlich in die Nähe der viktorianischen Flagellationsbordelle. Da die Kunden allesamt wohlhabende Gentlemen waren, wurde ebenso viel Wert auf die Qualität der Damen gelegt, die mit machtvoller Hand Schläge ausführten, wie auch auf solche, die eher für die Befriedigung zuständig waren.

Die Anzahl und Intensität der Schläge der ausführenden Damen waren in interessierten Kreisen bekannt und gingen weit über die „Sechs der Allerbesten“ Schläge mit dem Rohrstock hinaus. Viele der Herren hatten ihre besonderen Vorlieben, die in Rutenschlägen, Rohrstockschlägen oder Schlägen mit Lederriemen und Peitschen bestanden. Zumeist wurden sie so ausgeführt, dass der Herr gefesselt auf einem Bock oder Holzgestell („Horse“) liegt oder etwas gebeugt an einem solchen steht, und die Herrin in bequemer Position mit einem Rohstock sein Gesäß verbläut. Dabei kalkulieren die Gentlemen durchaus ein, dass sie erhebliche Blessuren bekommen, die noch tagelang sicht- und fühlbar sind. Zeitzeugen berichten, dass es bestimmte „Böcke“ gab, mit deren Hilfe ein Dame Fellatio von vorne am Herrn ausführen konnte, während eine zweite Dame von der anderen Seite seinen Hintern verstriemte. Das sinnliche Gefühl, zugleich bestraft zu werden und der Lust zu frönen, musste in dieser Zeit besonders stark in den Köpfen verankert gewesen sein. Die „englische Erziehung“ als professionelle Tätigkeit ist eng verbunden mit der im Londoner Stadtteil Soho residierende Theresa Berkley, die mit einem Flagellations-Bordell ein Vermögen machte.


In den 1920er Jahren und noch weit bis in die 1950er Jahre war es üblich, das Angebot sinnlicher Züchtigungen mit dem Attribut „englische Erzieherin“ oder „Konsequente, junge Lehrerin gibt Nachhilfe in Englisch“ zu tarnen. Heute bieten die Nachfolger der „Flagellationsbordelle“, die Domina-Studios, bisweilen noch „englische Erziehung“ an.

Die literarischen Bemühungen, die „englische Erziehung“ fortleben zu lassen, sind weitgehend eingeschlafen, weil das Publikum nicht mehr auf den eher sinnlich-romantischen Aspekt der Beziehung schaut, sondern die Schilderung „harter SM-Erlebnisse“ bevorzugt. Zwar war „Küsse und Schläge“ noch ein literarischer Erfolg, in dem ein derartiges Szenario in die Neuzeit verlegt wurde, jedoch war die Darstellung eher abstoßend und „männerfeindlich“, wodurch ein stark überzeichnetes, verzerrtes Bild der damit verbundenen Gefühle entstand.

Dennoch ist das Wechselspiel von lustvoller Zuneigung und heftiger Bestrafung immer noch ein Thema, das die Fantasie von Frauen und Männer anregt. Und so wird das Lied vom armen Legionär, der Küsse und Schläge erbittet, wohl noch vielen Menschen lustvolle Schauer über den Rücken jagen – auch wenn es in ihrer Jugend keine strafende Hand der Gouvernante gab.

Bild: retuschiert nach einer Veröffentlichung aus "Dressage" von Bernard Montorgueil
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