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Was interessierte den Uropa an der Frauenbrust?

Erst scheu, verdeckt, dann offen: für Liebhaber der Frauenbrust in alten Zeiten
Was interessierte eure Urgroßväter (oder Ur-Urgroßväter) an der Frauenbrust?

Vor allem, dass ein junger Mann, der nicht verheiratet war und niemals ein Bordell besuchte, gar keine Chance bekam, eine Frauenbrust zu sehen. Nicht nur die Brust war fest zugeknöpft, sogar die Kleider der vornehmen Damen waren knöchellang.

So wie hier:

Keine Chance, die Brüste auch nur zu erahnen: Vornehme deutsche Dame Anno 1908

Pilules Orientales und die schöne Frauenbrust

Schöne Brüste anno 1908
Wunderpillen wurden zu Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem als Stärkungsmittel verkauft, aber auch, um „vollere Brüste“ zu bekommen. Hier ein Beispieltext:

Die Einzigen, welche die Brüste entwickeln, festigen, wiederherstellen und der Frauenbüste eine graziöse Fülle verleihen, ohne der Gesundheit zu schaden.


Der Hinweis „garantiert Arsenikfrei“ stand nicht ohne Grund in den Anzeigen, denn viele Medikamente jener Zeit enthielten Arsen. Weshalb sie die Frauenbrust stärken sollten, ließ sich niemals feststellen. Die Pille bestand größtenteils aus … einer bitteren Extraktmasse, Mehl, einem Eisenpräparat, geringen Zusätzen eines aromatischen Samens und sind arsenhaltig.
Wie die Brüste mit dem Gewicht zunehmen ...



Da es in jenen Zeiten oft nicht nur um vollere Brüste ging, sondern auch um ein „rundlicheres“ Aussehen, wurde auch „Thilossia“, ein Nährpulver, angeboten. In drei bis vier Wochen, so die Behauptung, konnte die Dame 18 Pfund zunehmen.

Rundliche Fülle - offenbar sehr gefragt

Was die Baronin von Dobrzansky empfahl, werden wir wohl nicht mehr erfahren …

Mild und wild in den Frühling

Wenn die Gedanken mild werden und es im Schritt zu zucken beginnt, falls gerade niemand zuschaut, dann ergreift der Lenz die Macht.

Er bringt die Jungfrau zum Jubeln und Jauchzen, voll verhaltener Wonne, doch wenn das Mieder quillt, kann sie sich nicht mehr zurückhalten: Sie tut es, schamlos, wild und ungehemmt … (und man denke: im Hemd …)

So jedenfalls sah es der Texter Frank Günther, der den Text für Olaf Bienerts „Parodistische Arie“ kreierte.

Der Lenz ist da ...
Nun ja, das ist leider für die heutige Zeit viel zu frivol. Ein wogendes Mieder – ach du lieber Schreck, wer wird denn dies in den Vordergrund stellen? Und wenn es dann gar noch quillt, die Dame also in aller Öffentlichkeit animalische Reaktionen zeigt – wie schockierend! Wie kann man überhaupt sagen, das Mieder würde Quellen, würde versuchten, die Schnürung zu durchbrechen, um der Wollust den Weg freizumachen? Darf man überhaupt hinsehen, wenn sich die Frauenbrust hebt, die Aureolen größer werden, die Brustwarzen hervorstechen? Darf man Frauenkörper überhaupt noch ansehen, sie lustvoll finden?

Ach, um Himmels willen – wir armselig ist es doch, die Welt nur anhand des geistigen und emotionalen Inhalts der Gehirne zu betrachten – diese biochemisch bewegten Bits und Bytes, deren Algorithmen ständig verändert werden. Dieses Gewusel aus Intellekt und Gesinnung, Emotionen und Befindlichkeiten.

Wissen Sie was? Geben Sie der Natur nach … lassen Sie alles zu, seien Sie offen für alles. Es ist nicht so oft Frühling im Leben eines Menschen. Und die Lust überfällt Sie ebenfalls nicht jeden Tag.

Bild von VintageFanGirl, aus einer Korsett-Werbung.

Tatsachen über Männer?

Bei genauer Betrachtung ...
Welche Frau (außer Ärztinnen, Naturwissenschaftlerinnen und Prostituierten) weiß schon, wie die männliche Sexualität wirklich funktioniert?

Nun gut, muss frau ja nicht wissen. Männer kann frau als „Black Box“ ansehen: Oben, da wo die Augen sind, kommen Titten rein, und unten wölbt sich der Schwanz.

Wenn’s frau genauer weiß, dann weiß sie auch noch, wie sich das Ding anfühlt – es gibt da ja verschiedene Möglichkeiten der Handhabung (nicht nur der Hand-Habung, versteht sich). Und wenn sie sich einmal oder mehrmals getraut hat, dann weiß sie auch, wie das Zeug aussieht, das dann irgendwie herauskommt. Vom Rest reden wir mal gar nicht.

So und nun fragen wir doch mal spontan all die Frauen, die in Bio nicht aufgepasst haben (nicht erst googeln, meine Damen): woher dieses weiße glibberige Zeug eigentlich kommt, und warum es so schnell dem Kanal entflieht, aus dem sonst eine andere Flüssigkeit entweicht.

Nein, nein, wie reden nicht von Emotionen. Wer hätte je einen Mann nach seinen Emotionen gefragt? Ach, sich in andere hineinversetzen? Viel zu kompliziert, da müsste frau sich ja mal mit so Männersachen beschäftigen! Gut, das verstehe ich durchaus. Wenn Bio schon zu kompliziert war … dann ist frau mit dem Gespür für die Gefühle der Männer sowieso überfordert. Steht ja sowieso überall, dass frau viel zu viel an sein Glück denkt als an ihr eigenes. Abhilfe: Dummes Zeug nachquatschen, das frau irgendwo aufgeschnappt hat. Das macht Eindruck.

Na, Widerspruch?

Englische Erziehung durch Prostituierte im 19. Jahrhundert

Darstellung aus einem vornehmen Flagellations-Bordell - möglicherweise für eine Buchillustration
Über die „englische Erziehung“ wird viel gemunkelt. Manche wollen wissen, dass sie ein „Codewort“ oder eine Verschleierung für „erotische, körperliche Züchtigungen“ ist. Und obgleich Codeworte nicht mehr die frühere Bedeutung haben, weil interessierte Männer aus einem offenen Menü von Aktivitäten der dominanten Damen wählen können, hat sich der Begriff „Englische Erziehung“ doch erhalten. In der Literatur wird dies gelegentlich so beschrieben:

Die Briten und die Lust an der Züchtigung

«Die Briten liebten ihre Züchtigungen. Die Kunst des Schlagens war ein Teil des Repertoires, das man von jeder guten Prostituierten erwartete. Häusliche Gewalt wurde generell von Gerichten toleriert, solange sie nicht „widerliche und unnatürliche“ Größenordnungen annahm.»


Die „Gouvernante“ die „Domina“ des 19. Jahrhunderts

Als Begriff und Namensgeberin musste dafür die häusliche „Erzieherin“ im herkömmlichen Sinne herhalten - im Anklang an eine „Gouvernante“, also eine wichtige Person mit Erziehungsfunktion im viktorianischen Haushalt. Sie hatte die Aufgabe, die Kinder zu erziehen – eine Tätigkeit, der adlige und wohlstandsbürgerliche Damen nur höchst ungern nachkamen. Entsprechend nannte sich die diejenigen Frauen, die sich auf die körperliche Züchtigung von Erwachsenen, namentlich lust- und schmerzbereiten Gentlemen, spezialisiert hatten, „Gouvernanten“ (Governesses).

Die Stars dieses Metiers arbeiteten in Bordellen, die auf „correction“ spezialisiert waren – und „correction“ war wieder ein Synonym für „Züchtigung“.

Eine spezielle Form des Bordells

Aus den verfügbaren Quellen geht allerdings hervor, dass in solchen Bordellen auch andere, teils gewöhnliche, teils ungewöhnliche Lüste befriedigt wurden. Tatsächlich verdanken wir die Schilderungen aus diesen Bordellen, namentlich aus dem der Theresa Berkley, alle einer Quelle, die man bestenfalls als „aus zweiter Hand“ nennen konnte: dem populistisch-erotischen Autor Henry Spencer Ashbee. (In der Literatur besser bekannt als Pisanus Fraxi). Er beschreibt nicht nur das gewaltige Arsenal an Züchtigungsinstrumenten, sondern erwähnt auch die Kombination von Lust und Schmerz, für die das Bordell von Frau Berkley berühmt wurde. Im Zusammenhang mit einem angeblich von Frau Berkley erfundenen erotischen Strafbock (Berkley Horse“) wird eine erotische Illustration erwähnt, auf der dies zu sehen ist:

Man sieht Mrs. Berkley eigenhändig die Posteriora (1) des auf dem Chevalet (2) befestigten Mannes peitschen, während ein auf dem Stuhl darunter sitzendes stark dekolletiertes Mädchen ihm Dienste als "Frictrix“ (3) leistet.


Lustschmerz oder Brutalität bei der englischen Erziehung?

Eigentlich dürfte klar sein, dass all diese Behauptungen, die Henry Spencer Ashbee aufstellt, nicht von ihm selber überprüft wurden, sondern möglicherweise aus reißerischen Schilderungen stammen, die er in Pubs gehört hat.

Doch warum gingen die Gentlemen so gerne in die berühmten und nicht minder berüchtigten Flagellationsbordelle? Welche Lüste sollten dort geweckt werden, und wie wurden Sie befriedigt?

Schränken wir unsere Betrachtung auf „Gentlemen“ ein (verschiedentlich gab es auch Ladys als Kunden) und sehen wir uns nur diejenigen an, die aktiv gepeitscht werden wollten, so ergeben sich drei Arten von Interessenten an den Diensten solcher Bordelle.

Da waren zunächst diejenigen, von denen das sensationshungrige Publikum am liebsten lesen wollte: jene, die „bis aus aufs Blut“ mit den verschiedensten Instrumenten des Repertoires bedacht werden wollten. Gerüchteweise verlautet sogar, dass sich Frau Berkley nach der Menge und dem Fluss des vergossenen Blutes bezahlen ließ. Andere jedoch liebten es offenbar, zugleich gepeitscht und am „Embulon“ beglückt zu werden, wobei eine zweite Dame spärlich bekleidet Fellatio (möglicherweise auch Brust- oder Handverkehr) ausübte und deshalb auch „Frictrix“ oder „Frictrice“(3) hieß.

Flagellationsbordelle: Auch Anschubhilfe bei Impotenz?
Züchtigung und Entblößung als Mittel gegen die Impotenz

Einen dritten Personenkreis hatte man damals offenbar nicht im Visier: Es waren ältere Herren, die im Lauf ihres Lebens einen erheblichen Teil ihrer Manneskraft verloren und sie nun vermittels Flagellation zurückgewinnen wollten. Eine solche Szene eist sogar als Grafik belegt: The „Cully Flaug’d“, auf Deutsch etwa „Der gepeitschte Trottel“. Es handlet sich dabei um eine extrem sinnliche Darstellung einer Prostituierten, die ihren nackten Schoß präsentiert und ihm zugleich die Rute verabreicht. Im Text heißt es sinngemäß, dass sich der Penis nicht ohne die Beschwörung durch die Rute aufrichten wird. Nicht ganz wörtlich und etwas holprig übersetzt etwa:

Eine Schinderei ist hier zu sehen, eine Zucht, um ihn zu erregen.
Geht es doch drum, den alten Mann zum Aufstand zu bewegen.
Schlag weiter auf die Schenkel ein, holde Dame der Rutenkunst,
Denn ohne die Beschwörungen schenkt ihm der Teufel keine Gunst.


Englisch:

What Drudgery’s here, what Bridewell-like(4) Correction!
To bring an Old Man, to an Insurrection.
Firk on Fair Lady, Flaug the Fumblers Thighs,
Without such Conjuring th’ Devil will not rise.


Es handelte sich also eindeutig auch um Fälle der altersbedingten Impotenz – ein Thema, das weder spektakulär noch öffentlichkeitstauglich war. Und so dürfen wir vermuten, dass die starken Reize, die von der Brust oder dem Unterleib einer Frau ausgingen, kombiniert mit den stimulierenden Schlägen der Rute, durchaus manche Herren „wiedererweckt“ haben.

Die „englische Erziehung“ in Deutschland

„Strenge Gouvernanten“, die „erziehungsbedürftige Herren“ suchten und die sich gelegentlich auch als „Bewandert in der englischen Erziehung“ anboten, gab es im Übrigen auch in Deutschland – sie wurden allerdings weit weniger beachtet und konnten nicht den Reichtum ansammlen, den Ms. Berkley einst ansammelte.

Hinweise:

(1) Posteria – der Hintern.
(2) Chevalet – jede Art von Bock.
(3) Frictrīx, aus dem lateinischen auch ins französische (Frictrice) übergegangen, ist eine „Reiberin“, die den Penis erotisch stimuliert.
(4) Bridewell – bekanntes britisches Zuchthaus.
(5) Bild unten: The Cully Flaug'd by Marcellus Laroon II; c 1700 © The Trustees of the British Museum.
(6) Bild oben: Unbekannte Buchillustration, Scan-Daten unbekannt.