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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Die Erektion beim Date

Manche Dinge kann man nicht seriös erklären. Also haben wir Gramse hervorgekramt, den alten Filou, der gerade mit seiner Jugendfreundin, der Schriftstellerin Hannelore Mainerdings zusammensitzt.
Eine jähe, ernüchternde Erfahrung beim Date ...

Eine laue Sommernacht und mindestens zwei Gläser Pinotage, die schon durch Hannelores Kehle geflossen waren. Sie sieht mich an, zögert ein wenig und fragt: „Bekomme Männer eigentlich immer eine Erektion beim Date?“

Na ja, ihr kennt ja mein freches Maul, und also frage ich zurück: „Werden Frauen eigentlich feucht im Schritt beim Date?“

Hannelore ist nicht die Frau, die sich verblüffen lässt. Sie lehnt sich cool zurück und sagt: „Ich habe zuerst gefragt, also bemüh dich mal um eine sachliche Antwort!“

Ich muss nicht lange nachdenken. Männer bekommen, wie man so sagt „einen Steifen“, wenn sie irgendetwas an Frauen interessiert, was ihre Lust weckt. Ein Kleidungsstück, ein Verhalten, die hervorquellende Brust, ein nackter Fuß, ein hochgezogener Rock – alles.

„So weit ich weiß, bekommen sie alle eine Erektion, wenn sobald sie irgendetwas an der Frau interessiert – ich meine, etwas, das sie anregt.“

„Und das wäre?“

„Das weißt du selbst, denke ich … aber ich kann es dir aufschreiben. Es ist nichts Besonderes, und es ist bei jedem Mann ein bisschen anders. Wenn du mit einer Geste oder einem Kleidungsstück auf die richtigen Auslöser triffst, dann wird sein Penis anschwellen.“

„Und wie fühlt sich das an?“

„Na, es ist so etwas zwischen ‚oh, es passiert, wie interessant‘ und ‚hoffentlich merkt sie es nicht‘. Und es ist abhängig davon, wie eng die Jeans anliegen, falls du an so etwas interessiert bist.“

„Tut ihr Männer etwas dazu, das es passiert? Ich meine, fangt ihr schon an, darüber zu fantasieren, was ihr mit eurem steifen Dingsda machen könntet.“

An dieser Stelle musste ich ein bisschen in meinem virtuellen Zettelkasten kramen. „Es beginnt, ohne dass man etwas dafür tut, aber das ist noch keine Erektion, sondern nur das Gefühl, dass etwas mit dir passiert. Die Frage, ist eher, was geschieht, wenn der Mann richtig bocksteif wird und er dann nur noch an das Eine denkt. Dann überlegt er vielleicht, ob die Frau bereit ist, sich der Sache anzunehmen.“

„Und was folgt daraus?“

„Das weißt du selbst doch gut – nach und nach zeichnet sich etwas ab, und dann wird es peinlich, wenn die Frau es sieht. Es sieht dann so aus, als ob nur an deinem Körper interessiert bist. Und du musst entscheiden, ob du selbst Gelüste oder andere Gefühle hast, die es … rechtfertigen.“

Nun scheint Hannelore, nachzudenken. Sie hatte in ihrem Leben bestimmt schon mehr als dreißig Dates, und vom Ausgang mancher dieser Dates hatte sie mir erzählt. Es ging nie um etwas anderes als die Frage, was passierte, wenn das „Dessert gegessen war“, wie sie sich ausdrückte.

„Wie du das so sagst - ,wenn sie am Körper interessiert sind`… haben Männer keine anderen Interessen?“

„Haben sie schon … aber nicht so Dringende. Und wenn sie sich zurückhalten, dann nur, weil sie das nächste Mal auf den Genuss hoffen…“

Hannelore sieht auf, als ob sie aus einem Traum aufwacht. „Sag, dass es nicht wahr ist, Jojo … es ist nicht wirklich wahr, oder?“

Ich versuchte ein Lächeln. Dachte an Sätze wie „gehen wir noch zu dir oder zu mir“, wenn die Augen voller Romantik glänzten und die Genitalien sich längst auf das Unvermeidliche vorbereitet hatten. Und an andere Sätze,, die völlig emotionslos klangen: „Du warst wirklich sehr nett – ich kann es dir noch mit der Hand machen, wenn du willst.“

Irgendwie ist unvermeidlich, dass du beim Date eine Erektion bekommst, und das Angebot, sie auf eine liebevolle Art zu beseitigen, schlagen nicht viele Männer aus.

Doch zurück zu Hannelore. Sie zweifelt an meinen Aussagen und vielleicht zweifelt sie sogar an mir. Sie erwartet eine Antwort.

„Es ist wahr … aber es ist nicht alles. Es ist nur die Antwort auf deine Frage.“

Und eine Antwort auf meine Rückfrage? Ich hätte sie einer anderen Frau stellen müssen, und nicht nach dem zweiten Glas Pinotage. Und das habe ich später auch getan, so wahr ich Gramse heiße.

Gramse bleibt Gramse - unverschämt, direkt und ganz und gar sozial inkorrekt. Und Hannelore? Nun ja, das ist eine andere Geschichte ...

Wo hast du deinen Mann schon berührt?

Was schlummert im Gefängnis seiner Sinne?
Weißt du, wie dein Mann aussieht, wenn er den Slip fallen lässt? Ohne Erektion, teilweise erigiert oder voll erigiert? Hast du ihn jemals überall berührt, um seine Reaktionen zu testen? An den Brustwarzen, dem Damm, dem Po und natürlich an Skrotum und Penis? Hast du eine Idee, ob und wie er sich selbst berührt? Und hast du irgendeine Ahnung, ob er sich nach etwas sehnt, was nur seine intimste Partnerin erfüllen kann?

Das alles sind heikle Fragen, nicht wahr? Und ist es dir peinlich, wenn ich frage?

Das Intime - der Wandel bei Frauen und Männern

Oder hast du es wirklich nie versucht? Jahrzehntelang gab es ein Tabu: Die Ehefrau oder ständige Partnerin durfte ihren Mann nicht intim berühren – werde manuell noch oral. Sie gab sich hin, wenn ihn Gelüste überkamen – zu mehr reicht die Spannweite der Erfahrungen ohnehin nicht. Wenn überhaupt, dann gab es andere Frauen, die ihn berührten, liebkosten, schlugen oder malträtierten.

Inzwischen hat sich dies (hoffentlich) geändert. Ehefrauen und andere Partnerinnen haben eigene Vorstellungen davon, wie ihre Gelüste erfüllt werden können, und ungewollte intime Übergriffe werden seltener. Doch nun liegt das Tabu woanders: Männer sprechen nach wie vor nicht darüber, wo und wie sie berührt werden wollen. Und manche von ihnen wissen wirklich nicht, ob sie es wollen oder nicht. Ja, es gab da noch mehr. Mehr als Handjobs oder Blowjobs – aber würde ein Mann die angetraute Ehefrau als Expertin für die sinnlichen kleinen Extras bezeichnen? Wahrscheinlich nicht – er würde gar nicht darüber reden. Einmal, um dich als Partnerin zu schützen, aber auch, um seine eigenen Gelüste zu verschleiern. Und über den Rest wird er schon gar nicht reden – über den Po, den After, den lustvollen Schmerz?

Das sehnliche Warten auf Vorschläge

Viele Männer warten auf Vorschläge, erste Schritte seitens der Ehefrau, der Partnerin und manchmal auch einer Fremden. Sie warten darauf, dass ihr Körper ganz und gar angenommen wird und dass ihre Emotionen von der Last des „Ungehörigen“ befreit werden.

Erniedrigend? Nein, erhellend und lustvoll

Und du, Ehefrau, Partnerin, Freundin, Geliebte?

Hilf ihm, das zu erleben, was in seinem emotionalen Gefängnis schlummert, und beschenke ihn mit neuen, ungewöhnlichen körperlichen Berührungen.

Ist es erniedrigend? Ich muss über diese Frage immer lächeln. Für ihn ist es nicht erniedrigend, wenn du ihn vorsichtig zu einem lustvollen Abenteuer aufforderst. Du wirst doch nicht mit der Tür ins Haus fallen? Denk immer an die Schwelle, die er für sich überwinden muss: den Männlichkeitswahn. Das dauert manchmal etwas – aber je mehr neue Vergnügen dein Mann mit dir erlebt, umso mehr kann er auf die zur Schau getragene Männlichkeit verzichten. Jedenfalls bei dir. Und drauf kommt es an.

Für dich ist es alles andere als erniedrigend. Je mehr du von ihm gesehen und befühlt hast, je intensiver du mit ihm „spielen“ kannst, umso mehr Macht hast du über ihn. Und das wichtigste: Je mehr seiner Fantasien du kennst, umso besser kannst du ihn einschätzen, und mithilfe seiner Lüste führen.

Ich hätte beinahe vergessen: Je intimer du ihn berührst, umso mehr kannst du anhand seiner Reaktion feststellen, was sein Körper dir sagen will, sein Mund aber selten ausspricht. Und all das gibt dir Macht über ihn.

Bild: Original von Bernard Montorgeuil aus "Barbara", dort deutlich erotischer, für die Veröffentlichung hier retuschiert und nachkoloriert. Auf dem Original ist die Begeisterung des jungen Mannes deutlicher zu sehen.

Die Woche: lauter Lügen über die Liebe und ein bisschen Wahrheit

Gelogen wird überall und immer. In der Werbung sagt man, dass die Firmen einfach eine schönere Version der Wahrheit erfinden - und sie nenne das nicht „Lügen“. In der Welt der Liebe, der Sinnlichkeit, der Erotik und der Sexualität werden besonders viele Wahrheiten „hübsch erfunden“ werden. Manchmal, um eine Ideologie, Religion oder „Wissenschaft“ in den Fokus der Öffentlichkeit zu schieben, mal, um jemanden zu beeindrucken.

Machen wir es kurz: Jeder hat seine eigene „Wahrheit“ über die Liebe. Diejenigen, die Freud und Lust am eigenen wie am fremden Körper haben, reden nur zögerlich darüber. Und jene, die Leid und Pein erlebt haben, reden umso mehr. „Die Wahrheit“ ist ja auch viel zu einfach: Der Trieb treibt alle an, aber die meisten sagen es nicht. Sie erfinden eine Version, in der ihre Begierde nur eine untergeordnete Rolle spielt. Und – das mag für sie selbst sogar die Wahrheit sein.

Ganz normal ... oder doch recht neugierig auf "mehr"?

Die Woche begann bei mir mit einer Betrachtung, warum wir versuchen, möglichst als „Stinos“ durchs Leben zu gehen – also „stinknormal“. Es gibt gute Gründe dafür und dagegen. Und ja, es gibt Zufälle. Eine große Anzahl von euch hat einen davon erlebt, und die Schilderungen beginnen immer mit „ich hätte nie gedacht, dass…“.

Wenn die Lust aus den Poren schießt - als Duft

Oh, ich erwähnte bereits die animalische Begierde. Sie soll, wenn man Gerüchten glauben will, durch das Homeoffice wieder heftig aufgeflammt sein, und die Verantwortung dafür soll beim Duft lange getragener Kleidung oder auch beim Achselschweiß liegen, der nicht täglich abgeduscht wird.

Demut - deine Lust, dein Horror

Informationen zur Demut sind rar. Entweder sie kommen aus religiösen Quellen, dann ist die Demut positiv, oder aus den Quellen des Bildungsbürgertums, dann ist sie mal so und mal so. Und schließlich würde die Radikalfeministinnen die Demut gerne in die Hölle verbannen. Was ist dran? Wir reden darüber.

Lebensentwürfe zu verkaufen?

Noch ein Satz zu Informationen: In den letzten Jahren schwappte aus den USA, aber auch aus dem Vereinigten Königreich, eine Welle auf uns zu, die man als „Erkenne dich selbst – heile dich selbst“ bezeichnen könnte. Sie besteht darin, für bestimmte Lebensweisen zu werben – möglich für solche, mit denen sich Geld verdienen lässt. Mal ehrlich, liebe Leserin, lieber Leser: Weißt du wirklich nicht, wie du dein Leben selbst halbwegs in er Griff bekommst?

Die angeblich Liebe zu blonden Frauen mit happigen Oberweiten

Oh, wir haben noch eine „Information“ nachrecherchiert: Die „Liebe“ des deutschen Mannes zu Blondinen mit Brüsten zum „darin versinken“. So etwas sagt der Volksmund anders, aber wir haben uns schwer bemüht, diese Begriffe nicht zu verwenden – nicht mal der alte Satiriker Gramse. Er rät den „Deerns“, die Brüste hübsch zu lassen, wie sie sind, denn Natur zählt eben auch. Und nein: Es ist nicht nötig, die Brüste beim Date durch BHs zusammenzudrücken und anzuheben. Die Verlockung mag gelingen, die Beziehung jedoch kaum.

Und ... hinaus in den Frühling

Übrigens: Es ist Frühling geworden. Ihr könnt überall hingehen und Menschen kennenlernen. Traditionell eignet sich der Frühling bestens zu Verlieben. Allerdings gehört dazu eine gewisse Bereitschaft, den übertriebenen Stolz an der Garderobe abzugeben. Und da kann ich nur noch einen Standardsatz sagen: „Ja, warum eigentlich nicht?“

Ein schönes Wochenende euch allen.

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Die Woche – Seltsames über Dating-Dienste, das JA zum Sex, Penislängen, Verführerinnen und wogende Brüste

Wozu brauchen wir eigentlich Blogs? Aus dem gleichen Grund, warum wir eine freie Presse benötigen. Nur haben Blogger noch eine erheblich größere Bandbreite, um auch Themen aufzugreifen, die im Rauschen des Blätterwalds untergehen. Was mir da auffällt: Gefährlich sind nicht allein die „Fake News“, die sich relativ leicht erkennen lassen. Auch die unterschwelligen Manipulationsversuche führen dazu, dass eine Art „zweite Wahrheit“ entsteht.

Dating-Dienste "für Männer" im Test?

Wer längere Zeit über die Dating-Branche berichtet, der wird schnell abgehärtet, wenn von „den besten“ Dating-Diensten die Rede ist. Autorinnen und Autoren versuchen, scheinbar objektiv mit „pro“ und „contra“ zu argumentieren und täuschen so darüber hinweg, dass sie gar nicht über Fakten verfügten. Ich war schon extrem überrascht, als ich von den „11 besten Dating-Diensten für Männer“ erfuhr. Lest selber.

Nur ja ist ja beim Sex? Demoskopie und Meinungen

Die angeblich unbestechliche Volksmeinung wurde dieser Tage von „Amnesty International“ in den Vordergrund gerückt. Es geht um etwas sehr Ernstes, das ausführlich diskutiert werden muss: um sexuelle Nötigung. Im Grunde sind sich jetzt alle klar: Er muss einvernehmlich sein, und diese Übereinkunft muss mündlich oder durch aktive Teilhabe bestätigt werden. Eine Ablehnung („Nein“) ist ohnehin nicht Teil einer Übereinkunft, und man könnte mit der Formulierung durchaus zufrieden sein. Das würde dann heißen: „Nein ist nein“, „Ja“ ist situativ unterschiedlich. Angeblich haben Demoskopen nun festgestellt, dass 45 Prozent der Befragten die „Zustimmungslösung“ bevorzugen. Allerdings muss man dazu noch etwas genauer lesen, wenn man wissen will, wie es Frau Schweizer und Herr Schweizer damit tatsächlich halten.

Wer hat den Längsten?

Eher in die Humorfraktion passt unser Bericht über die „Penislänge 2022“, die uns dieser Tage aus einer Veröffentlichung bekannt wurde. Die Informationen sind weder wirklich neu noch nützen sie dir etwas – aber dennoch ist nahezu jeder Mann und sicher auch manche Frau daran interessiert.

Darf der Busen im Frühling wogen?

Wenn „das Herz“ allzu hitzig unter dem Mieder schlägt, dann hebt sich der „Busen“. Das stimmt so nicht ganz, aber von Gedanken an wogende Mieder waren schon viele Männergenerationen angetan, und viele Frauengenerationen haben die dabei entstehenden Lüste durchaus verstärkt. Inzwischen ist die Prüderie eingezogen: Wogende Mieder sind nicht mehr stubenrein, und wenn das Mieder gar quillt – um Himmel willen, dann fängt die Puppe an zu kotzen. Oder der innere Zensor.

Echte Verführerinnen werden in der Öffentlichkeit „ausgeblendet“

Verführt wird natürlich immer noch. Die Suchmaschinen sind voll von Leuten, die immer noch das „große Geld“ mit Trickverführungs-Ratgebern verdienen wollen. Man muss lange suchen, bis man Artikel darüber findet, wie Frauen erfolgreich verführen. Es wirft nicht nur viel Licht auf „männliche Bedürftigkeit“, sondern auch auf die Gegebenheiten in Suchmaschinen – ein weiteres, trauriges Kapitel des Internets. Wir haben versucht, objektiv darüber zu schreiben, wie eine Frau einen bereits bekannten Mann (erneut) verführen kann. Und sie kann ich vorausschicken: Frauenzeitschriften sind eine absolut trostlose Quelle für diesen Zweck.

Und der heutige Abgesang

Der heutige Abgesang zum Karfreitag: Schöne Ostertage für euch, falls ihr sie nach der Tradition der Westkirchen feiert. Genießt den verlängerten Urlaub, falls ihr den wahrnehmen konntet, und lasst den Lenz ruhig mal in euch wüten - nachdem der Partner (oder auch die Partnerin) sich als "Einverstanden" erklärt hat.

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Der gewöhnliche Morgen und die weibliche Brust

Nein, Männer wollen keine übergroßen Brüste ...
Wie jeden Morgen kämme ich die Fragen durch, die an mich gestellt werden. Offenbar denken die Betreiber meiner Lieblingsseite, ich sei besonders kompetent für Brüste. Da geht die „logische“ Verbindung so:

- Das Mitglied ist ein Mann.
- Also kennt er die Wünsche der Männer.
- Und er schreibt über die Liebe.
- Also weiß er, dass Männer Brüste lieben.
- Da fragen wir ihn doch mal, warum die weitaus meisten Männer große Brüste an „ihren Partnerinnen“ mögen.


Also, mal von ganz vorne: Erstens weiß ich nicht, wo beim Fragesteller die „große Brust“ anfängt – und dann auch nicht so genau, was er mit der Frau beabsichtigt, zu der die Brüste ja unzweifelhaft gehören.

Der neutrale Blick auf die Konfektionsgröße

Nicht die Frage aller Fragen ... der Brustumfang

Die gegenwärtige Katalogisierung der Brüste richtet sich nach der Konfektionsgröße. Die beginnt bei „AA“ und endet … bei „T“. Ja wirklich, war mir auch neu. Was man so als „DD“ bezeichnet, heißt international „E“, und was sich darin befindet, wird mit Sicherheit als „große Oberweite“ bezeichnet. Damit niemand erschrickt – „H“ wirkt schon enorm groß.

Der männliche Blick und die Frauenbrust

Was macht der Mann nun mit diesen Eindrücken? Infrage kommt neben dem „Beglotzen“ vor allem das Küssen, das Ansaugen oder … ja, da war noch mehr. Besser nicht darüber reden, oder? Aus der Fraktion der Wohlanständigkeit höre ich zusätzlich: „Sie dienen dazu, Babys zu ernähren“. Die Psycho-Branche verrät mir, dass es die Fruchtbarkeit ist, die uns Männer verlockt, uns nach dem großen, wippenden Busen umzuschauen.

Nun denke ich nach: Was weiß ich über die Männer, die tatsächlich von der wilden Begierde nach der großen Brust getrieben werden?

Der Fluch zu großer Brüste - auch bei der Partnerin

Ich höre, dass sie ziemlich doof sein sollen – intelligente Männer würden das bevorzugen, was man „süße kleine Apfelbrüstchen“ nennen würde. Darf man das noch sagen? Ich zweifele etwas. Immerhin, so denke ich, kann ein Mann mit einer Frau in Cup-Größe A, B, C oder D noch in ein Café gehen, ohne dass die übrige Männerwelt sie gleich mit den Augen auszieht. Übrigens schauen auch Frauen auf Geschlechtsgenossinnen, die ihre Brüste allzu üppig präsentieren. Und überhaupt: Je größer die Brüste und je mehr eine Frau davon zeigt, umso mehr Konflikte, Missverständnisse und Vorurteile tauchen auf.

Wollen Männer wirklich „Mega-Brüste?

Last not least – die Behauptung, dass Männer nach enormen Brustgrößen lechzen, ist nicht ganz stichhaltig. Nicht einmal in ihren wildesten Träumen. Denn zwar nannten 67 Prozent der Männer sexuelle Fantasien mit Frauen, die „große Brüste“ haben, aber es gab eine andere Gruppe, die eben (auch oder ausschließlich) von einer Frau mit „kleinen Brüsten“ träumten – sie erreichte immerhin 52 Prozent der Befragten. Übrigens war nicht von der Partnerwahl die Rede, sondern von wilden Fantasien.

Wenn Frauen nach Brüsten lechzen

Eigentlich nur, dass dümmliche Behauptungen immer problematisch sind. Und weil ich gerade dabei bin: auch Frauen träumen bei der Wahl ihrer Geliebten von Brüsten – ja wirklich. Und was bevorzugten sie dabei? Stolze 19 Prozent träumten von einer Frau mit großen Brüsten, und 11 Prozent bevorzugten in ihren Fantasien eine Frau mit kleinen Brüsten. Wer mathematisch begabt ist, mag dies einmal auf den Anteil der Frauen hochrechnen, die in ihren Fantasien homoerotische Beziehung eingehen würden. Es sind, nach der gleichen Studie, gut 37 Prozent.

Es gibt also keinen Grund, Männer zu verunglimpfen, wenn sie von sinnlich dargebotenen Brüsten träumen.

Alle Größen ausführlich auch bei: Evasintimates.
Prozentzahlen aus der kanadischen studie: "What Exactly Is an Unusual Sexual Fantasy?"
Christian C. Joyal, PhD, Amélie Cossette, BSc, and Vanessa Lapierre, BSc, Department of Psychology, Université du Québec à Trois-Rivières, Trois-Rivières, Québec, Canada; Philippe-Pinel, Institute of Montreal, Montreal, Québec, Canada.
Bild oben: Aus einem FKK-Archiv, 1950er Jahre - Bild Mitte - Liebesverlag Grafik