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Was soll das neue Jahr 2021 jetzt bringen?

Und es gibt Hoffnung ...
Um es vorab zu sagen: Ich überspringe den unangenehmen Teil. Kein Mensch will die beinahe bedauernswert hilflosen Appelle der Politik mehr hören. „Der Weg hinaus ist der Weg hindurch“ soll einmal ein General gesagt haben, und so ist es auch. Wir werden noch eine Weile verharren müssen, aber wir dürfen uns auf keinen Fall aufgeben.

Der Druck, sich irgendwie zu paaren

Sehen wir es nüchtern: Singles stehen unter dem Druck, sich zu paaren. Es spielt dabei keine Rolle, ob sie dabei seriös vorgehen und eine Beziehung suchen, oder ob sie „nur“ berauschende Orgasmen erleben wollen. Und was inzwischen beinahe ein halbes Jahr als Druck aufgebaut wurde, verlangt irgendwann einmal nach Erfüllung. Wir alle tragen Masken, bleiben zu Hause, halten Abstand und verzichten auf Lustbarkeiten. Aber nur ein Teil von uns ist „Single“.

Und sicher – dann und wann entfloh jemand für Stunden, Tage oder gar Wochen dem Klammergriff des Lockdowns. Teils war das sogar ganz legal. Wohl dem, der zur rechten Zeit am richtigen Ort die richtige Liebe fand.

Wie du die ersten Monate von 2021 Lust empfinden kannst

Wir geben uns nicht auf, wenn wir uns trotz fehlender Kosmetikerinnen und Friseurinnen jeden Tag hübsch machen. Nun gut, das mag für Männer nicht ganz überzeugend klingen. Aber sie könnten dann und wann mal in den Spiegel schauen, um sich die Ohren- oder Nasenhaare zu entfernen. Wie wäre es, sich ein paar Döschen mit Cremes zuzulegen oder ein neues, exotisches Parfüm zu verwenden? Und da wir gerade beim letzten Schliff für die Ohren waren: Wie ist es eigentlich mit dem Vorrat an Unterwäsche? Ist etwas wirklich Hübsches dabei? Ja, ich meine die Männer.

Wer sich jeden Tag komplett und perfekt anzieht, hat eindeutig mehr Lebensfreude. Und Frauen erleben Unterwäsche „solo“ als ebenso sinnlich, als würden sie darin einem Mann gegenübertreten. Alles, was sich sanft und seidig anfühlt und den Körper umspielt, ist Lust pur – auch ohne Partner.

Erotik und Pornografie als Zauberstab zur Lust

Erotik ist ein wiedererstandenes Zauberwort. Wenn die Worte durch das Hirn in die Brustspitzen rauschen, wird die Lust entfacht und sie glüht vielleicht noch einige Stunden nach. Männer mögen mit dem, was man „Pornografie“ nennt, besser bedient sein. Wer ihnen das Vergnügen nicht gönnt, mag seine Gründe haben – aber die Kraft der bewegten Bilder führt zu schnellen, ekstatischen Orgasmen. Frauen mögen über die Darstellerinnen denken, was sie wollen – aber sie vermitteln sehr vielen Männern eine Form von Lust, die sie derzeit nicht „in Real“ bekommen.

Ach, seid doch froh, dass ihr eure kleinen Fluchten gefunden habt. Die sinnlichen Träume, Fantasien und angeblich „schrecklichen“ Lüste sind zumeist wesentlich erregender als die entsprechenden Realitäten.

Ich weiß es, du weißt es. Millionen Frauen haben die „Shades of Grey“ gelesen und sich begierig in die Rolle der Anastasia hineingeträumt. Und wer die Realität zu genießen versucht hat, der sagt oft, sie sei nicht halb so lustvoll wie die in der Trilogie. Oder mit einfachen Worten für einfache Gemüter: Ein richtig herber Schlag auf einen wirklich nackten, unvorbereiteten Hintern erzeugt mehr als ein sinnliches „Aua“.

Die maskenverhangene, nebulöse Gegenwart und die kommende, lustvolle Zukunft

Der Weg hinaus ist der Weg hindurch. Es scheint so, als müssten sich Singles noch eine Weile ihren maskenverhangenen Weg durch triste Supermärkte erkämpfen, während sich der feuchte Beschlag im inneren sammelt. Bis zu heftigen Schweiß- und anderen Feuchtigkeitsausbrüchen zwischen den Laken wird noch einige Zeit vergehen.

Und bis dahin wünsche ich euch Singles von Herzen viel Glück ins 2021. Und all den anderen, die noch nicht begriffen haben, dass Lust keine Schande ist, wünsche ich gute Besserung.

Schmerzhafte Liebesbeweise in Corona-Zeiten?

Hände an die "Hosennaht" - ein Selfie im Badezimmer
Was würdest du maximal tun, um deinem Lover zu beweisen, dass du dich weder schämst noch fürchtest, wenn er etwas von dir verlangt?

Wahrscheinlich kennen einige von euch die „Geschichte der O“ – das Buch war eigentlich eine Antwort der bekannten Autorin Anne Desclos an ihren Geliebten Jean Paulhan. Dabei ging es um die Frage, ob Frauen ein wirklich heftiges erotisches Buch schreiben könnten. Paulhan hatte dies zuvor verneint, aber Anne Desclos überzeugte ihn.

Die „Histoire d’O“ ist der berühmteste Beweis für eine erotische Herausforderung und sicher auch derjenige, der am besten gelungen ist. Um wie viel einfacher ist es da, einen kurzen, frivolen Text zu verfassen oder sich in BH und Slip im Spiegel zu fotografieren?

Trend schmerzhafter Liebesbeweis?

Allerdings war das Buch von Anne Desclos ja nicht „irgendein“ erotisches Buch – es gilt vielmehr als Standardwerk der sinnlich-schmerzhaften Erotik aus der Sicht einer Frau. Und weil es wesentlich einfacher ist, den Beweis für die Unterwerfung in einem Foto darzustellen als ein Buch zu schreiben, wird uns von einem neuen Trend berichtet.

Aus vielerlei Gründen sind S/M-Paare oftmals räumlich getrennt, vor allem dann, wenn der/die S/M-Partner(in) nicht der/die ständige Lebenspartner(in) ist. Oder wenn sich mehrere begeisterte Unterwürfige die Gunst der begehrten dominanten Partner teilen.

Nun also soll die Pandemie dazu führen, dass „Truth or Dare“ auch auf die Entfernung gespielt werden kann. Behauptet wird, dass S/M-Paare, die sich jetzt nicht sehen können oder sehen wollen, auf diese Weise „Energien austauschen“. Sie sollen die Spannung der Beherrschung und Unterwerfung aufrechterhalten und zugleich als Beweise der Wertschätzung dienen.

Schmerzhafte Unterwerfung auf Distanz

Diese Bloggerin stellt ganze Fotoserien her
Ähnlich wie damals in der „Geschichte der O“ versuchen einige Frauen, ihre Unterwürfigkeit in Selfies oder selbstgedrehten Videos zu beweisen. Das ist nicht ungefährlich, denn derartige Szenen haben einerseits einen Marktwert, andererseits können sie zur Diffamierung des/der Dargestellten benutzt werden.

Neulich hörte ich von einer jungen Frau, die sich ernstlich „Nippelklemmen“ kaufen sollte, sie entsprechend an ihre Brustwarzen anklemmen und dann ein Selfie davon zu machen. Einige junge Frauen haben dies schon getan - sogar öffentlich, auf Reddit (nsfw). Das ist zwar weniger, als die „O“ ihrem fiktiven Herrn schriftlich darbrachte, aber immer noch zu viel für eine Sekretärin, die um ihren Ruf fürchten muss.

Mit Handschellen vor den Badezimmerspiegel?

Ich hatte schon davon gehört, dass Bilder im Umlauf sind, in denen sich junge Frauen Handschellen anlegte, um sich dann in diesem Zustand vor dem Spiegel zu fotografieren – das übliche Selfie – nur mal wieder ganz anders. Bis ins Internet haben sie es größtenteils noch nicht geschafft, und bevor ihr sagt: „Das ist aber gefährlich“: Dabei werden Handschellen verwendet, die sich einfach wieder aufziehen lassen.

Geht es nun „nur“ um das „Optische“, so wie in alten Dschungelfilmen, in denen die Damen zu Anfang entführt und am Ende aus der Gefangenschaft befreit wurden? Oder geht es um die Demut, vielleicht sogar den Schmerz, den eine Brustklemme zweifelsfrei erzeugt?

Im Grunde wollen (oder sollen) die betroffenen Menschen damit sagen: Ich bleibe dir in Körper und Seele treu in meiner Demut und Schmerzbereitschaft.

Ob es Liebe, Sucht oder Leidenschaft ist? In jedem Fall ist es der Beweis, dass die besondere Art der Beziehung auch in Pandemiezeiten fortlebt.

Bilder: Oben - ein Selfie ohne Quellenangabe, zum Comic umgearbeitet.
Mitte: © 2019 by summerisbound, Bloggerin auf Tumblr.

Der Oktober - Zeit für frivole Spiele daheim?

Intensives Rollenspiel
Welcher Monat eignet sich am besten, um erotische Rollenspiele zu beginnen?

Ich weiß es nicht genau - aber ich denke, wenn es dafür „beste“ Monate gibt, die sich dafür eignen, dann sind es die Herbst- und Wintermonate. Der Rausch des Frühlings ist vorbei, die Leichtigkeit des Sommers auch. Ihr zieht euch jetzt dicker an, wenn ihr aus dem Haus geht, und ihr zieht euch mehr aus, wenn ihr es euch gemütlich macht.

Was läge da näher, als mit dem Anziehen und Ausziehen zu experimentieren? Mit Dessous und Bettstiefeln, aber auch mit Uniformen und Formalkleidung? Mit strengen Verboten und dem Verweigern der Gunst? Mit verbaler Strenge und erotischer Züchtigung? Vielleicht gar mit gespieltem Geschlechtertausch?

Alles schon mal gehört - aber nie verwirklicht

Das alles hast du schon mal gehört, nicht wahr? Und du hast etwas darüber gelesen, aber du hast es nicht gewagt, darüber zu reden. Mit einer ziemlichen Wahrscheinlichkeit hattest du schon Fantasien darüber, die du deinem Partner niemals offenbart hast. (1)

Intime Handlungen sind Ausnahmezustände. Du redest nicht drüber, ob er deine Brustwarzen lutscht oder deine Zehen oder vielleicht gar nie irgendetwas an dir befleckt.. Und du verrätst wahrscheinlich niemandem, ob und wie wie du sein Ejakulat aufnimmst. Und du musst – wirklich – mit keinem anderen Menschen als deinem Partner darüber reden, wenn du etwas machen möchtest, was „echt ziemlich heftig“ ist.

Klischees oder Spiel?

Klischees nachzuspielen, mag das Thema spektakulärer Vorschläge aus dem Zettelkästchen vieler Redakteurinnen und Bloggerinnen sein. Richtig daran ist, dass du am besten mit Rollenspielen beginnst - und dabeibleibst. Denn die meisten Menschen außerhalb der „Szene“ leben eben nicht in „schrägen“ Beziehungen, sondern in ganz normalen Lebensentwürfen. Im Rollenspiel kannst du deinen Partner oder deine Partnerin nennen, wie du willst - wenn du mit deinem Mann zur Bank gehst und über ein Hypothekendarlehen verhandelst, sicher nicht.

Die Rolle schützt

Die Rolle ist nur dazu da, um klar zu machen: „Jetzt spielen wir und der Alltag bleibt draußen“. Ob „SIE" einen frivolen Fummel trägt, dessen Besitz sie gegenüber ihren Freundinnen leugnen würde, oder ob er unter dem Nadelstreifenanzug Strapse trägt - das alles bleibt in jedem Fall „entre nous“. Es ist ein Spiel, und solange das Spiel dauert, gibt jeder von beiden das Beste, was er dazu beitragen kann. Wie perfekt eine Darstellung sein muss, hängt ebenfalls einzig von den Akteuren ab. Wenn sie im Business-Outfit heimkommt und ein paar Handschellen aus der Aktentasche zieht, kann dies eben so erregend sein wie eine komplette Inszenierung mit Kostümen und Dekorationen. Ebenso gilt: Eine Rolle, in den eigenen vier Wänden in vollem Bewusstsein zelebriert, kann nicht „entehrend“ sein.

Beginne einfach "Einfach"

In vielen Artikeln steht die nüchterne Wahrheit: Alles, was du wirklich für erste Versuche brauchst, ist einfach und preiswert. Und je besser du als Herrin oder Meister schauspielern kannst, umso mehr freut sich dein Partner oder deine Partnerin über die Lust, in seiner/ihrer Rolle aufzugehen.

Was ich dir persönlich raten würde, wenn du eine Frau bist?

Sieh mal in deinen Kleiderschrank. Schau, was streng wirkt und was frivol, was damenhaft und was jungmädchenhaft. Besitzt du Kittel, Schürzen, Schottenröcke, High Heels, Overknees? Vielleicht noch eine vergessene Korsage? Irgendetwas findet sich immer - und wenn es ein Strumpfband ist.

(1) Die Wahrscheinlichkeit liegt, je nach Lustbedürfnis, zwischen 50 und 90 Prozent für die gängigsten Lüste.

Der Mythos vom "Berkley Horse"

Links: Moderne Nachbildung, rechts: Originalzeichnung, entzerrt. Die Figur zum Größenvergleich
Der Mythos um den legendären Prügelbock begann mit dem Tod der Theresa Berkley im Jahre 1836, als ihr Vermögen durch Verzicht der Erben an die Krone fiel. Alle Unterlagen, die sich damals im Besitz von Frau Berkley befanden, wurden angeblich zerstört. Doch nun begannen die Gerüchte zu brodeln. Das bekannteste drehte sich tatsächlich um das mysteriöse „Berkley Horse“.

Die Geschichte diese Prügelbocks ist wird mit Pseudo-Belegen untermauert, die allesamt wertlos sind, weil keiner der angeblichen Belege zum Zeitpunkt der Untersuchungen wirklich existierte. Lesen wir einfach nach (1,2):

In Mrs. Berkleys Memoiren befand sich ein Kupferstich, der das „Pferd“ in Action darstellte. Man sieht Mrs. Berkley eigenhändig die Posteriora des auf dem Chevalet befestigten Mannes peitschen, während ein auf einem Stuhl darunter sitzendes stark dekolletiertes Mädchen ihm Dienste als "Frictrix" (3) leistet. Eine Abbildung des „Pferdes“ findet sich in der Ausgabe der „Venus School-Mistress“ von 1836, wonach Pisanus Fraxi es in seinem „.Index Librorum Prohibitorum“ zu Seite XLIV reproduciren liess. Nach dieser Reproduction wurde das Bild wiederholt bei Hansen „Stock und Peitsche“ S. 167 und Eulenburg „Sadismus und Masochismus“ S. 61. Man findet das Chevalet auch auf modernen Flagellationsbildern. In Paris soll es während der Weltausstellung von 1900 practische Verwendung und viel Anerkennung bei Lebemännern gefunden haben.


Bei so viel Experten und Zeitzeugen (Bloch, Hansen, Fraxi, Euleburg, Besucher der Weltausstellung) wäre es sehr unwahrscheinlich, wenn ein Bild ganz und gar verschwände. Eigenartig ist auch, dass niemand auf dieser Welt mehr ein Exemplar des Bildes, sei es aus den Büchern oder kopiert, in Händen halten würde.

Informationen aus zweiter und dritter Hand

Wie in der heutigen Zeit auch, brüsteten sich Journalisten und Buchautoren auch damals mit einem angeblichen „authentischen“ Wissen. Die Gentlemen, die im Etablissement von Frau Berkley verkehrten, hüteten sich, darüber zu sprechen, und die wenigen, die man wirklich zum Reden brachte, sprachen vom „Chevalet“, also einem Gestell, an das man einen Mann festbindet, während er geschlagen wird. Jede „Gouvernante“, ob sich nun um die Inhaberin des Etablissements oder eine Angestellte handelte, war auf solche „Prügelböcke“ angewiesen – denn das waren sie im engeren Sinne. Wie bereits erwähnt, dienten sie einerseits der Vervollständigung der Illusion, der Gouvernante ausgeliefert zu sein, wie auch zur Sicherheit der Besucher.

Woher stammten die Ideen für die Prügelböcke?

Bild aus einem Zeitungsbericht, angeblich aus 1905
Die meisten Ideen für Prügelböcke in erotischen Etablissements lassen sich auf den Vollzug von Prügelstrafen in der Justiz zurückführen, ein kleinerer Teil auf die Praxis der häuslichen Züchtigung (insbesondere an Domestiken) und der schulischen Züchtigung (insbesondere in Internaten). Die Idee, die Justiz als Vorbild zu nehmen, ist nicht so abwegig, wie es scheint, denn die Etablissements benötigten besonders stabile, schwere Geräte, die für den Dauergebrauch geeignet waren. Man kann durchaus annehmen, dass ein solches Gerät in einem Flagellationsbordell noch weitaus häufiger gebraucht wurde als im Zuchthaus. Die Idee zum Modell, das angeblich von Frau Berkley verwendet wurde, entstammt sehr wahrscheinlich einem Londoner Zuchthaus. Eine Leiterkonstruktion vorne, eine Auflage für den Körper, verschiedene Ösen, um Riemen daran zu befestigten – das alles deutet auf das Vorbild eines Zuchthauses hin. Allerdings ist die Zeichnung selbst eindeutig ein Produkt der Fantasie. Wenngleich Iwan Bloch davon ausgeht, dass es sich um eine „Leiterkonstruktion“ handelt, ist seine Schilderung die Grundlage der Illusion, man könne mithilfe des Geräts einen Gentleman „in jeder beliebigen Lage“ peitschen.

Lassen wir also Iwan Bloch alias Dr. Eugen Dühren noch einmal zu Wort kommen:

Im Wesentlichen ist es eine verstellbare Leiter, die bis zu einem beträchtlichen Grade ausgespannt werden kann und auf welcher der Betreffende festgeschnallt wurde, indem für Kopf und Genitalien Öffnungen gelassen wurden.
"Der Mythos vom "Berkley Horse" " vollständig lesen

Die Frage, die die Welt bewegt: Warum trägst du einen BH?

Werbung für einen BH - "freie Atmung und naturschöne Form des Frauenbusens"
Ich lerne jetzt, was Kernfragen sind. Wegen Corona, Covid 19 oder - ach Scheiße ist ja egal, wie wir das Virus nennen ... jedenfalls ergibt sich daraus die Kernfrage: Wozu trägt eine Frau eigentlich einen BH?

Radfahren ohne Korsett

Kennen wir. Der BH ist ja eine relativ neue Erfindung - vorher hatte man das Korsett, und der BH? Ja, das war eine Innovation. Vor allem, als Frauen begannen, Rad zu fahren. Das ging natürlich auch im Korsett - aber es war nicht wirklich bequem. Und ja, damals war der BH eine sensationelle Erfindung.

Die BHs ins Feuer geworfen

In den 1970ern haben manche Frauen ihre BHs verfeuert, was, falls es wahr sein sollte, ganz schön gestunken haben mag. Diejenigen, die damals Körbchen von AA bis maximal B trugen, waren auch ganz zufrieden damit. Im hübschen, langen Sommerkleid war das sogar sehr chic. Für die Extremistinnen waren die BHs Teufelswerk - „als Symbol der Unterdrückung und Fremdbestimmung“. Fremdbestimmung deshalb, weil die Männer erwarteten, dass sie einen trug, weil man ihr ja sonst keinen aufnesteln konnte. Oder so ähnlich.

Im Homeoffice - ohne BH oder gleich ohne alles?

Na ja - und nun? Nun ist Corona und da kommt nun wieder auf: Ey, keine Frau würde jemals einen BH tragen, wenn sie nicht müsste. Und - im Homeoffice trägt Frau deshalb schon gar keinen BH, sondern Hausmantel. Oder vielleicht gar nichts? Und gerade bei dieser Hitze? Da sitzt Frau einfach einem Handtuch - sieht ja keiner.

Wenn ihr so weit gelesen habt, wird euch interessieren, was uns ein Sexualwissenschaftler zu sagen hat:

Die ganze Debatte entsteht ja im Kontext einer sexistischen Gesellschaft. Das Oben-Ohne bei Frauen wird diskutiert - das Oben-Ohne bei Männern hingegen nicht.


Hätte ich so jetzt nicht gedacht. Vielleicht, weil mir #nobra, #nopants oder #freethenipple an den Gesäßfalten vorbeigerauscht ist.

Die Nippel und die Erniedrigung der Opfer

Und ich lerne noch mehr: Wenn wir (also die Männer) nicht ständig auf die Nippel gucken würden, dann hätten längst alle Frauen ihre BHs auf den Müll geworfen. Und nur, weil wir sie ständig (ja, ständig) beobachten, ob ihre Nippel sich durch T-Shirt drücken, fühlen sie sich als Schlampen, wenn sie keinen BH tragen. Und das ist „echt voll peinlich“, und vom „Victim Blaming“ wissen wir: Sie werden auch noch dafür verachtet, beschimpft und erniedrigt. Also, wer das nicht versteht: Die Frau ist das Opfer, wenn die Kerle große Augen kriegen, weil ihre Nippel plötzlich so frech hervorstechen. Der letzte Satz ist natürlich total sexistisch, denn Brustwarzen haben nun mal die Eigenschaft, bestimmte Signale auszusenden - verdammt Natur - die ist bestimmt auch total sexistisch. Und ja, bevor ihr aufschreit - es ist nicht immer die sexuelle Erregung, wenn Nippel steif werden. Aber: Es ist auch nicht immer die sexuelle Erregung, wenn ein Penis steif wird.

Inzwischen setzen sich Sexualwissenschaftler (ernsthaft, versteht sich) mit der Frage auseinander:

Warum wird dann in der Öffentlichkeit, auf der Arbeit, ein BH getragen?

Ja, und mit dieser Frage lasse ich euch heute allein. Vielleicht macht noch mal jemand seine Doktorarbeit über dies weltbewegende Thema. Für möglich halte ich das schon, so wahr ich Gramse heiße.

Gramse bleibt Gramse - noch frecher, noch direkter und ohne Respekt.
Bild: Liebesverlag-Archiv.
Zitate: RND. Ziemlich verlässliche Informationen zum Thema: Womenshealth.