Skip to content
 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Männer müssen sich bei der Partnersuche neu aufstellen - Frauen auch?

Eigentlich pfeifen es die Spatzen von den Dächern, doch inzwischen ist die Botschaft auch in der Dating-Branche angekommen. Und sie heißt: Männer haben es inzwischen deutlich schwerer, eine Frau zu finden – vor allem zum Heiraten.

Doch wo liegen die Gründe?

Zunächst einmal hat die Frauenemanzipation einen erheblichen Einfluss auf die soziale Kultur genommen. Genauer gesagt handelt es sich um den Durchbruch bei der Bildung: Frauen streben heute danach, einen Beruf auszuüben, durch den sie sich selbst ernähren können. Das macht sie flexibler und unabhängiger bei der Lebensplanung. Die Psychologin Caroline Erb (PARSHIP) kommentiert dies so:

(Die „männliche Einsamkeitskrise“) ... ist mitunter auch bedingt durch die stärkere finanzielle Unabhängigkeit und das Achten auf die eigenen Bedürfnisse ... (vieler Frauen) zurückzuführen.

Dieser Begriff ist relativ neu. Die „loneliness male epidemic“ ist – wie könnte es anders sein – von „Sozialen Netzwerkern“ erfunden worden – hat aber auch reale Hintergründe. Denn zumindest „gefühlt“ wird es für Männer schwerer, passende Partnerinnen zu finden – für alle Fälle, also sowohl für feste wie auch für flüchtige Beziehungen.

Die Suche nach DEN Gründen - oder die Suche nach DEINEN Gründen?

Manche Männer (und übrigen auch viele Frauen) machen es sich leicht, wenn es um die Gründe geht: Schuld ist entweder der liberale Zeitgeist, die Selbstherrlichkeit der Suchenden oder das andere Geschlecht. Aus dieser einfachen Sicht lässt sich immer von den wahren Gründen abzulenken. Doch gibt es sie überhaupt?

Nach Meinung der meisten Beobachter des Partnermarkts trifft die „Mangellage" vor allem sehr gebildete Frauen, die keinen „Partner auf Augenhöhe“ finden und Männer, die am unteren Ende des Bildungsniveaus stehen.

Doch auch ein ganz anderes Zeitphänomen macht Männer zu schaffen – und Frauen tatsächlich auch. Denn neben dem Universum der neuen Freiheiten, auf das immer wieder verwiesen wird, existiert nach wie vor die konservative bürgerliche Vorstellung von Ehe und Familie. Hören wir dazu noch einmal die Psychologin:

„(Heute) ...muss man sich zwischen konservativen Biedermeiertum und Polyamorie irgendwie zurechtfinden.“

Unsere gesplatene Kultur - erstarrte Werte und gesellsschaftliche Utopien

Das bedeutet, dass wir faktisch in zwei völlig unterschiedlichen Kulturen leben. Eine, die sich erstarrt zeigt und alte Werte beruft, die teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Und die anderen, die unabhängiger, liberaler oder flexibler sein wollen. Bildlich gesprochen, stehen wir als Gesellschaft mit einem Fuß in der Vergangenheit, mit dem anderen bereits in einer Zukunft, die vorerst nur in den Köpfen exisitiert.

Das wär noch nicht so schlimm, wenn in „der Brust nicht zwei Seelen“ wohnen würden – nämlich beide Seiten. So selten ist das nicht: Kinder zu haben und sich dennoch unabhängig zu fühlen, ist ziemlich schwierig. Und immerhin haben wir alle Säugetierinstinkte, die in erst in der mittleren Lebensphase dringlicher werden.

Keine Lösungen von außen - wie wäre es jetzt mit Nachdenken?

Eine Lösung „von außen“ ist nicht zu erwarten, und es empfiehlt sich ebenso nicht, auf eine Trendwende zu hoffen. „Wir“ müssen Probleme dieser Art auf unsere Weise selbst lösen.

Tatsächlich lohnt sich für Männer, zwei Mal nachzudenken, warum ihre Situation derzeit nicht so rosig ist. Sich weiterbilden, auch noch mit 30? Oder früher aus dem Elternhaus ausziehen und zeitiger flügge werden? Den Umkreis der Suche mental und örtlich erweitern? Das eigene Verhalten darauf abklopfen, ob es für Frauen erträglich ist? Hilfe in Anspruch nehmen?

Viele Vorschläge – aber noch keine Lösungen. Und genau genommen gelten einige dieser Ratschläge auch für Frauen.

Aus meiner Sicht ist das Hauptproblem der Männer wie der Frauen, mit Wunschzetteln unterwegs zu sein und dabei zu hoffen, dass der Zufall die entsprechenden Exemplare auswählt.

Wenn es uns gelingen sollte, mit klareren Vorstellungen, aber mehr Bereitschaft zu Kompromissen auf die Partnersuche zu gehen, dann wäre viel gewonnen. Bei Männern – und sicher auch bei Frauen.

Zitate aus der "Kleinen Zeitung", Österreich.

Weitere sinnvolle Informationen: WISSEN.de

Die Woche - Vorteile aus Beziehungen und etwas über Bedürfnisse

Es ist – wirklich – ganz normal, von einer Beziehung einen Vorteil zu erwarten. Ob körperlich, emotional oder sozial – das muss jeder selbst wissen. Und möglichst soll alles von einer einzigen Person ausgehen. Das ist schwierig, aber durchaus möglich.

Mich wundert sehr, dass jemand solche Sätze bezweifelt. Natürlich könnte ich diese Sätze noch „weichspülen“. Dann würde es heißen, dass durch Nähe Zufriedenheit, Ansehen oder Lustgewinn entsteht. Und außerdem sollen die Menschen, die ein einer innigen Beziehung leben, wesentlich gesünder sein.

Woken, Chalant und andere sinnlose Moden

Wer dem Zeitgeist folgt und einen „Woken“ Menschen sucht, bekommst du vielleicht eine Person, die sich wirklich oder vorgeblich sehr für die Gleichheit unter den Menschen sorgt. Lobenswert, ohne Zweifel – aber hast du dich je gefragt, was es für DICH bedeutet?

Ebenso ist es mit dem Unwort „chalant“. Nichts als ein Modewort, weder richtiges Deutsch noch richtiges Englisch. Ein Begriff ohne Inhalt, der durch die sozialen Netzwerke flitzt. Und wo landet es letztendlich? In der Frauenpresse. Überlegt doch mal selbst: Welche Eigenschaften sind für euch wichtig? Welche sucht ihr tatsächlich, und welche zeichnen euch aus? Oder nochmals: Welchen Gewinn erhofft ihr euch, wenn jemand „chalant“ ist - also im Grunde keine Eigenschaften hat, die euch gefallen?

Abschied von Goldgräberinnen und Märchenprinzessinen

Dazu passt der Beitrag über „Goldgräberinnen“ – die Zeit, Männer anzubaggern, um durch Beziehungen oder Heirat ein Vermögen abzukassieren, sollten wirklich endlich vorbei sein. Auch „Vorzeigefrauen“, Prinzessinen-Darstellerinen und Frauen ab 30, die den Charakter von Teenagern spazieren tragen, sind nicht mehr in Mode. Oder irre ich mich?

Dem Mythos „Cuffing“ werdet ihr in diesem Jahr immer wieder begegnen. Dieser Winzer-Herbst-Tendenz wurde ein neues Mäntelchen umgehängt. Kürzlich wurde behauptet, die jungen Menschen würden sich zwar weiter im Winter einigeln, aber darauf würden „ernste“ Beziehungen entstehen. Was wieder bedeutet, dass die Herbst-Beziehungen zuvor eben nicht „ernst“ waren.

Die einzige erogene Zone des Mannes?

Eine Anekdote zuletzt: Auf einem Gartenfest wollte mir eine Dame einreden, dass Frauen viele köstliche „erogenen Zonen“ hätten, der Mann aber nur eine einzige. Wahrscheinlich habt ihr diesen Blödsinn auch schon gehört – und vielleicht geglaubt.

In dieser Woche haben wir euch eine der verborgenen Zonen vorgestellt – den Damm. Falls ihr unbedingt oben anfangen wollt, versucht es mal mit den Brustwarzen.

Schönes Wochenende ...

Ich verabschiede mich bis zum nächsten Meilenstein – wo ich ihn finde, weiß ich heute noch nicht. Aber ich suche emsig weiter und wünsche alles, die noch suchen, mindestens ein schönes Wochenende zu zweit. Es könnte ja mehr daraus werden, oder?

Erröten – spricht da der Körper oder nicht?

Erröten - ist es der Ausdruck eines Gefühls?
Dieses Lese-Bröckchen stammt aus einem anderen, noch unfertigen Artikel. Dabei geht es um die Beschreibung von Gefühlen in Wort und Schrift. Die Liebeszeitung veröffentlicht ihn vorab, um euch, den Expertinnen und Experten, eine Beurteilung zu ermöglichen.

Hilft die Sprache uns, Gefühle wirklich zu beschreiben?

Zumeist beschreiben wir Verhaltensweisen, die aus Gefühlen entstehen. Das ist einfacher, als in der Tiefe der Gefühle zu wühlen, um sie bildhaft zu schildern.

Sie errötete, als sie ihre Bluse aufknöpfte und der Ansatz ihrer vollen Brüste sichtbar wurde.

Das wäre die Interpretation einer Beobachtung. Das Gefühl bleibt dabei im Hintergrund. So ist es auch in diesem Text, indem das Wort erröten in einem anderen Zusammenhang gebraucht wird.

Sie verstand, zur rechten Zeit zu erröten und naiv zu wirken, wenn ihre ein Herr anbot, sie noch nach Hause zu begleiten. Auf diese Weise glaubten die Männer, sie täte dies zum ersten Mal.

Was wäre nun, wenn wir mehr von den Hintergründen erfahren würden, die zum Erröten führten?

Wenn wir dazu ein Lexikon befragen (oder gar die KI), dann bekommen wir den Ausdruck des Gefühls, also das Erröten, durch andere Empfindungen erläutert. Beispielsweise durch „Schamrot werden“, „peinlich berührt sein“, „sich genieren“ oder „sich schämen“.

Das Gefühl entsteht im Inneren

All diese Begriffe sagen nicht aus. Zwischen dem Ereignis, das zum Erröten führt und dem körperlichen Ausdruck liegen Gefühlswallungen, etwas Verwirrungen, Zwiespälte oder Hemmungen. Manche Menschen erinnern sich plötzlich an das, was Eltern oder Lehrer dazu meinten. Sie denken, dass ein kleines Mäuschen auf ihrer Schulter sitzt, das ihnen einflüstert, etwas lieber nicht zu tun. Letztendlich aber durchströmen viele Gedanken das Gehirn, die dafür oder dagegen sprechen, eine Grenze zu überschreiten. Zugleich fordert die Natur, die den gesamten Prozess in Gang gesetzt hat ihre Rechte. Und – alle dies lässt sich durchaus beschreiben.

Machen wir doch gleich einen Versuch:

Sie behauptete, die Blicke der Männer zu hassen, die sofort ihren Busen ins Visier nahmen. Und doch war sie stolz auf ihre schönen, ebenmäßigen Brüste, die nur darauf warteten, sich dem Blick und der Berührung eines Mannes auszusetzen. Immer, wenn sie in dieser Situation war, begann sie zu schwitzen und ihr Herz schien bis zum Hals zu schlagen. ‚Du schämst dich‘, sagte sie zu sich selbst, aber sie war sich nicht sicher, wofür sie sich schämen sollte. Denn eigentlich schämte sie sich nur, weil ihr das Blut in diesem unpassenden Moment in die Wagen schoss. Immerhin drängten ihre Brustwarzen nun gegen ihre leichte Bluse, sodass ihr Gegenüber ahnen konnte, dass sie in Wahrheit nicht schamvoll, sondern erregt war. Sie nestelte an den Knöpfen ihrer Bluse herum, gerade so weit, dass ihr Besucher den Ansatz ihre Brustwarzen erkennen konnte. Die Schamröte, die halb freigelegten Brüste – das passte zwar nicht zum geplanten Auftritt - aber es passte wunderbar zu dem Bild einer naiven Frau, die ihren Liebhaber verlocken will.

Und wie beurteilt ihr den Entwurf?

Eure Beurteilung bitte - hier oder per E-Mail .

email an den chef

Welche Art von Sexpartner(in) bist DU?

Weißt du, was du als Liebes- oder Sexpartner(in) für andere bist? Introvertiert oder extravertiert? Neugierig oder zurückhaltend? Dominant oder Submissiv (unterwürfig)? Lieber Verführer(in) als Verführte(r)?

Das kannst du wissen, ausprobieren oder testen lassen. Ich will euch schnell mal einen Auszug aus einem Test zeigen. Keine Angst, ihr müsst nichts ausfüllen.

Eine von 20 Fragen aus einem Test lautet so (1):

Wenn du durch die Sicherheitskontrolle eines Flughafens gehst, und es „piept“ bei dir, woran denkst du?

1. An dein Taschenfeuerzeug?
2. An dein Brustwarzen-Piercing?
3. An die Handschellen, die du für alle Fälle bei dir hast?
4. An die Metallteile an deinem Keuschheitsgürtel?


Bevor du fragst, was das soll: Egal welch der vier Antworten du gewählt hast - das Ergebnis ist: Wenn du alle 20 Fragen beantwortet hast, bist du unterwürfig, weil du dich nicht geweigert hast, diesen Blödsinn mitzumachen.

Mich erinnert das immer wieder an die „Testergebnisse“ von sogenannten „Partnerübereinstimmungstests“. Wenn du alle Fragen „ehrlich“ oder „aufrichtig“ beantwortest, dann ergeben sich zwei Erklärungen:

Entweder: Du bist ganz versessen darauf, in die Partnerbörse hinzukommen und willst dabei den besten Eindruck machen.

Oder: Du hast eine unterwürfige Ader, weil du den Ansprüchen anderer gerecht werden willst.

Diese Tests geben sich gerne den Namen „psychologisch“. Das heißt meistens, dass sie von einem Psychologen entworfen wurden, der sich gut mit der Formulierung von Fragen auskennt. Ob sie auch „psychologische“ Faktoren enthalten, ist recht fragwürdig, weil es keine Kriterien für eine gute, dauerhafte Paarbeziehung gibt.

Tja, liebe Freundin, lieber Freund – das hättest du nicht gedacht, oder?

Übrigens wusste die ursprüngliche Autorin des zitierten Texts ganz genau, was dabei herauskommen würde. Ihre Auflösung will ich euch noch gerne in Kurzfassung nennen:

- Fünf Fragen angeguckt und dich dann etwas anderem zugewendet: strenge Dominanz.
- Mehr Fragen angesehen, aber dann am Ergebnis nicht mehr interessiert gewesen: moderate Dominanz.
- Angefangen, die 20 Fragen aufrichtig zu beantworten, dann aber nachgeguckt, was das alles soll: moderate unterwürfige Tendenzen.
- Alle Fragen sorgfältig beantwortet, und dann nach dem Ergebnis geschaut: starke unterwürfige Tendenzen.

Und damit verlasse ich euch für heute. Es ist ja Sommer, und unser Team denkt nach, dass die Köpfe rauchen.

(1) Ein ähnlicher Test existiert im Vorwort des Buches „Sex Tips from a Dominatrix“, New York 1999.

Die gespaltene Sex-Gesellschaft

Offen für alle, offen für alles - oder genervt von der Offenheit?
Wer die Kulturszene beobachtet, wird früher oder später bemerken, dass Sex allenthalben präsent ist: Nicht nur im viel geschmähten Internet, sondern auch in Filmen und sogar im Fernsehen.

Sexpositiv - offen für viele Varianten?

Der eine Teil der Gesellschaft, überwiegend Intellektuelle und Freigeister, sieht sich selbst als „Sexpositiv“. Seine Mitglieder können sich beispielsweise durchaus vorstellen, dann und wann auch die Pfade sogenannter „heterosexueller“ Beziehungen zu verlassen. Der Begriff „warum eigentlich nicht?“, ersetzt den Ausdruck „um Himmels willen, niemals“. Und wer es sich nicht oder „noch nicht“ vorstellen kann, hat oft wenigstens Fantasien, die oft frivoler als die Realität sind.

Verwundert oder erschrocken über die Entwicklung?

Ein anderer Teil - wohl überwiegend die Menschen aus braven, eher durchschnittlich gebildeten Familien, sehen diese Szenerie teils mit Verwunderung, teils mit Abscheu. Auch in ihrer Brust wohnen zwei Seelen, wie im Faust. Doch bei ihnen siegen letztlich Furcht und Abscheu, eng verbunden mit Erziehung, Kultur und Religion.

Unaufgeregt - ist Sex doch "privat"?

Wieder andere sind tolerant, sehen Sexualität aber als „Privatangelegenheit“, Sie teilen ihre Wünsche, Sehnsüchte und Fantasien mit wenigen Menschen, statt sie an die „große Glocke“ zu hängen.

Was meinst DU?

Der österreichische „Standard“ fragt seine Leserinnen und Leser, wie sie es mit der Offenheit beim Sex halten. Unabhängig davon finde ich, dass es sich für jeden Menschen lohnen könnte, seine Bedürfnisse genau so gut zu kennen wie seine Sehnsüchte oder Fantasien.