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Die arme Jugend findet keine Partner mehr

Satire in der Liebeszeitung
Die arme Jugend kann sich keine Verabredungen mehr leisten. Ei potz? Hier? Sind es die abgehängten der Gesellschaft im deutschen Osten? Gegenden, in denen die Frauen längst abgewandert und die Männer geblieben sind? Nein – es handelt sich angeblich um junge Leute aller Gesellschaftsschichten und Ausbildungswege in den USA. Und wer genau hinschaut, der sieht: Aha, wir haben es mit einem Finanzmagazin zu tun, in dem der Artikel erschienen ist (1).

Das kennt die Kosten für Verabredungen und weiß, dass so was teuer ist. Besonders dann, wenn der amerikanische Standard zugrunde gelegt wird, der ungefähr besagt: Der Mann muss sich leisten können, eine Frau zu einem hübschen Dinner einzuladen. Das kostet dann im Schnitt 102,32 USD, mit Wein, aber ohne Benzin.

Und die Lösung? Ein Sparkonto – zwei Banken werden auch gleich angegeben, die gut für den US-Mann sind. Emanzipation? Gleichberechtigung? Kosten teilen? Gemeinsam klein beginnen, dann wachsen? Alles Fremdwörter. Der Mann zahlt, die Frau lässt sich ähm … na ja, einladen.

Die Kosten des Luxus-Dates - und wozu?

Klar, ein Date kann teuer sein. Ein Dinner-Date mit einem wirklich vorzüglichen Wein, mehreren Gängen und was sonst so daran hängt – bis zu 200 Euro (nach oben immer offen). Nur: Das sind Luxus-Dates, bei denen die Männer imponieren wollen. Lustig ist: Manche Frauen rechnen auf, was sie alles für das Date „investieren“ mussten. Friseur und Kosmetikerin je gegen 60 Euro, lustvolle Dessous gegen 120 Euro, macht schon mal 240 Euro. Klar, dass der Mann dann fürs Dinner zahlt, oder?

Liebe Frauen … Dating ist kein Tauschhandel wie zu Anfang des 20. Jahrhunderts … damals wurden massenhafte Dinnereinladungen gegen – Sex getauscht. Ja, Sex. (2)

Was ist eigentlich so toll an DIR, das man dir ein Dinner spendiert?

Und heute – was bekommt der Mann eigentlich beim Dinner-Date? Sicher, er darf etwas essen. Das ist nicht schlecht. Und er darf dich ansehen – ja DICH. Hoffen wir mal, dass er Freude dran hat. Ja, und … er darf dir zuhören. Woran er bisweilen weniger Freude hat. Und er muss dir auf Fragen antworten, die ihm keine vernünftige Person jemals beim Essen stellen würde.

Also hört mal, Frauen: Wenn ihr glaubt, ihr solltet euer Anwesenheit verkaufen … tut es nicht bei privaten Dates – so wahr ich Geza heiße.

Geza redet Tacheles mit Chili – und provoziert damit. Das soll so sein.
Quellen:(1) Fool, via OPW. (2) Und für die Dinner-Einladungen von damals: "frühere Verhältnisse", Wien 2010.

Wenn du es auf deine Art willst ...

Spiel mit der Schamhaftigkeit


Mister, take advice from me
The more you look is the less you'll see
But if you just must have your way
Double the price you'll have to pay.


Aus: "Don't Touch Me Tomato", 1949 von Sam Manning geschrieben - die bekannteste Version stammt von Josephine Baker.

Nur 80 Prozent verlieben – und dann?

In der Zeitschrift EMOTION, so wird mir gerade berichtet, würde demnächst die Psychotherapeutin Alexandra Widmer über das Verlieben schreiben. Und der einzige Kernsatz, den man in die Welt hinausgepustet (1) hat, lautet:

Lieber 80 Prozent verliebt sein und mal schauen, wie es bei den nächsten Dates so läuft.
Nun frage ich mich, wie das gehen soll. Also, ich geh heute zum Date, bin 80 Prozent verliebt (schon eine „Verliebtometer-App auf deinem Handy?) und gehe nächste Woche zum nächsten Date, um zu gucken, ob der neue Typ mich nun zu 85 Prozent mauschig macht oder nur zu 69 Prozent? Und muss ich da jedes Mal hinterher zur Magnetresonanztomografie oder reicht ein Dopamin-Bluttest?

Ach so, ja … also die Frau Widmer meint wohl, „das Verliebtsein auf den zweiten Blick" wäre besser als auf den ersten Blick … und das heißt, ich soll den Typen lieber noch mal treffen, damit der Tank dann auf 100 Prozent aufgefüllt wird – oder der Liebestreibstoff schon aufgebraucht ist.

Wobei mir immer noch nicht klar ist, wie das so laufen kann. Ich meine, Verliebtheit in Prozent zu messen. Vielleicht erfahre ich das ja noch in der EMOTION – am Kiosk.

(1) Zu lesen in mehreren Artikeln des RND.

Liebestätigkeiten

Lebe ich in einer anderen Welt? Schreibt Frau Internetbewohnerin jetzt in Blogs oder auf sozialen Medien, wem sie gestern einen gepustet hat?

Oh, mir schwant Böses, seit ich heute den „Tagesanzeiger“ las. Jedenfalls erfuhr ich dort (Zitat):

Anders als noch vor ein paar Jahrzehnten, als man (beziehungsweise vor allem Frau) seine Liebestätigkeiten möglichst im Geheimen auslebte, um keinen schädlichen Ruf abzubekommen, kehren wir uns heute ganz freiwillig nach außen.
Ob ich das glauben soll? Ich ziehe mal vor, es nicht zu glauben. Und mal ganz nebenbei .. in dem Artikel geht es darum, sich einzumischen, auch in der Liebe. Oder vielleicht doch nicht einzumischen?

Also ich stelle mir mal vor, wie ich wohl reagieren würde, wenn meine Kollegin mich fragen würde: „Du, ich hab ihm gestern einen gepustet und dann alles aufgenommen ... hältst du das für richtig?

Besser, mich fragt niemand. Sonst bekomme ich noch einen "schädlichen Ruf" ab.

Zitat: Schweizer Tagesanzeiger vom 7. September 2019

Die totale vermarktete Frau und die Partnersuche

Richtig ist: Die Partnersuche geschieht auf einem Markt. Falsch ist: Du bist eine leidenschaftliche Anbieterin von Beziehungen, Freuden, Lüsten, Zärtlichkeiten. Wenn du es wärest, dann würde man dich vermutlich als „Escort-Girl“ qualifizieren. Oder bist du etwa selbst Kundin auf dem Männermarkt und suchst Herren, bei denen die Haartracht zur Schuhgröße passt und die keine Feinripp-Unterhosen tragen?

Nein, das alles bist du nicht. Du hast deine Vorzüge und Schwächen, und dein potenzieller Partner hat sie auch. Du „kaufst“ nicht seine guten Seiten und schickst die schlechten nicht zurück an seine Mama. Das tun nur Leute, die im Versandhandel Klamotten kaufen. Die Parallelen sind an den Haaren hereingezogen? Exakt, so wie hier:

Ist die Entscheidung für einen Wein gefallen, steht die Auswahl des Essens an. Zum kräftigen Rotwein ist das Steak die perfekte Wahl. Im Webshop werden der Nutzerin genauso passende Oberteile zum gewählten Rock angezeigt, vielleicht sogar noch farblich passende Strumpfhosen oder Schuhe.


Werbefritzen - da wäre noch eine Marktlücke

Oh, eine Marktlücke: Typ und Alter eingeben, dann Zeitpunkt und Zweck des Dates: Schon werden der passende Rock, der entsprechende Tanga (Ouvert?) und die Strapse angeboten. Noch Vorschläge für den Small Talk oder besonders gefühlsechte Kondome? Und noch eine CD, um die passenden Fragen und Antworten auswendig zu lernen? Aber sicher doch.

Und dann? Ich lese weiter …

Was ist das Geheimnis einer langjährigen, glücklichen Beziehung? Jeden Tag aufs Neue den Partner begeistern, keine Langeweile aufkommen lassen und auch mit den Veränderungen im Leben umgehen.

Und das heißt: Dessous kaufen kaufen, Düfte kaufen … und was noch?

Zwischen temporären und langfristigen Interessen zu unterscheiden.

Mhhh … da könnte ich mir dies und das vorstellen. Was, wenn sie heute alle drei Bände der „Shades of Grey“ bestellt? Wäre es dann nicht angebracht, sie auf das wundervolle Angebot an Gerten und Peitschen hinzuweisen, temporär, versteht sich – und damit keine Langeweile aufkommt? Und eine Wundsalbe, falls du zu heftig zugeschlagen hast?

Also, falls ich auch mal etwas dazu sagen darf: Die Werbefritzen glauben offensichtlich das, was sie schreiben. Und du? Bist du wirklich eine doofe Verbraucherin, die kein anderes Interesse hat, als „online“ Waren zu bestellen? Oder Männer in den Einkaufskorb zu legen?

Tipp: Auch Männer kannst du zurückgeben, wenn sie in der ersten Nacht nicht gefallen haben. Sogar offline.

Alle Zitate aus: "Onlinemarketing"