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Geheimnisse der Liebe - der alltägliche Handel mit Liebe

Die Lust im Badehaus (Mittelalter)
Dies ist der zweite Teil unseres Artikels: Geheimnisse der Liebe – der Handel mit Gefühlen, Der erste Teil kann hier nachgelesen werden.

Der Handelswert der Liebe

Soziologen, Psychologen und Philosophen sowie nahezu alle religiösen Menschen und Ethiklehrer glauben, dass Liebe in all ihren Varianten keinen Tauschwert haben sollte. Doch was „sein sollte“ und was „wirklich geschieht“ sagen uns Ökonomen. Denn wer tauscht, hofft auf einen bescheidenen Gewinn. Das ist ethisch durchaus vertretbar, denn zumeist gewinnen in der Liebe, der Lust und der Leidenschaft beide. „Gefühlt“ ist die Liebe eine Win-win-Situation. Beide habend das Gefühl, etwas geschenkt bekommen zu haben, beide sind glücklicher als zuvor, und beide befinden sich in einem sinnlich-verklärten Zustand.

Die Suche nach dem höchsten Gewinn – und das Scheitern

Indessen – es gibt eben auch die anderen Situationen, und zwar immer dann, wenn jemand einen großen Gewinn auf Kosten eines anderen zu erzielen versucht. Was zunächst nur „asymmetrisch“ wirkt, kann allerdings schnell umschlagen in „ich habe alles gegeben, und nichts zurückbekommen“. Das kann böse Absicht des anderen gewesen sein, aber auch lediglich das Gefühl, „zu viel bezahlt“ zu haben.

Wir sehen also: Ob jemand von einem „Liebeshandel“ profitiert, lässt sich nicht „objektiv“ feststellen – es ist immer auch eine Frage der persönlichen „Befindlichkeit“.

Dürfen wir mit der Liebe „handeln“?

Jeder, der Gefühle eintauscht, sollte sich darüber klar werden, ob er/sie dies auch „aushält“. Das Verliebtsein kann schnell abkühlen – und die Liebenden vergessen dann schnell, dass sie eigentlich „jede Menge“ Glücksgefühle hatten, während sie verliebt waren. Und sie bedenken kaum, dass sie etwas „eingetauscht“ haben – freiwillig und ohne jeden Zwang.

Hinweis: Alle Bestandteile dieser Artikel beruhen auf verlässlichen Aussagen aus dem Bereich der Ökonomie. Wer anderer Meinung ist, kann uns dies jederzeit schreiben.
Bild: Historische Darstellung - Liebende in einem Badehaus

Wie man in Corona-Zeiten Behauptungen aufstellt

Die Welt vom hohen Ross aus gesehen
Ich habe mir – teils aus beruflicher Sicht – einige Gedanken gemacht, wie Behauptungen in die Welt gebracht werden. Hier findet ihr einen Auszug der „New York Times“. Eine seriöse Zeitung, ohne Zweifel. Und auch die Autorin ist seriös. Dennoch ist der Artikel fragwürdig.

Der Aufbau der Behauptung: Das Virus bringt uns etwas Gutes

Erster Schritt: Nenne eine Tatsache, die jeder akzeptieren wird, Zitat:

Wenn Sie Single sind und sich verabreden, stehen Sie während dieser schrecklichen Pandemie zweifellos vor besonderen Herausforderungen.

Zweiter Schritt: Der ungeheure Experte, der ich bin (nein, nicht ICH) ist im Besitz einer universellen Wahrheit (Zitat):

Aber als biologischer Anthropologe, der rund 40 Jahre lang die Liebe Liebe auf der ganzen Welt studiert hat und dazu die Vorgänge im Gehirn … (bei) dieser alten und universellen menschlichen Leidenschaft (…). habe ich erkannt, dass das Coronavirus Ihnen in gewisser Weise ein Geschenk gemacht hat.

Dritter Schritt: Im dritten Schritt stellt man Nebensachen in den Vordergrund – das spricht vor allem Menschen am, die sich ohnehin unsicher sind (Zitat)

Die Pandemie hat, selbst wenn dies vorübergeht, zwei der größten Herausforderungen des heutigen Datings gelöst: Sex und Geld.

Man kann nachlesen, wie die Autorin darauf kommt, und wird feststellen: "Alte Schule", alles etwas angejahrt, ja, beinahe schon leicht staubig. Die Mütter der heutigen Partnersuchenden, sofern sie US-Amerikanerinnen sind, werden sie ja noch verstehen.

Der Rest des Artikels besteht dann aus ein bisschen Wissenschaft, ein bisschen Forscher-Arroganz und ziemlich viel Meinungen über das, was heute stattfindet und was nach Meinung der Autorin eigentlich sein sollte.

Der Artikel endet so (letztes Zitat):

So bizarr es klingt, diese Pandemie kann zu glücklicheren und dauerhafteren Partnerschaften im Zeitalter nach Corona führen
.

Reines Meinungsbild - die "Fakten" sind nur Beigaben

Als Argumente wird wieder benutzt, was auch andere „glauben“, aber nicht wissen, nämlich dass eine lange Vorbereitungszeit ohne physisches Treffen bereits zu einer starken inneren Bindung führen könnte.

Könnte. Oder auch nicht. Oder irgendetwas anderes. Ich habe meine Gründe, Dating-Experten zu misstrauen, gleich, ob sie Anthropologen, Psychologen oder Soziologen sind.

Merke: Nur Menschen, die in der aktuellen Situation Partner suchen, können wir als Experten erst nehmen. Alle anderen reden vom hohen Ross herunter. Ich bin nicht frei davon und – nun ja, auch nicht mehr ganz taufrisch. Aber ich bin immer noch ein Beobachter der „Graswurzeln“ in der Partnersuche.

Was ist eigentlich eine großartige Geliebte

Mehr als die Darstellung überzeugt die Haltung
Ein großartige Geliebte ist eine Frau, die dich ein einer Weise befriedigt, die du nie wieder vergisst - sie gibt dir auch die Lebenslust zurück, die du schon so lange entbehrt hast. Und ebenso ist es mit einem großartigen Liebhaber.

Fragt jetzt nicht, wo die „Bedienungsanleitung“ dafür nachgelesen werden kann. Es gibt keine. Denn dich ganz hinzugeben, ohne dich dabei zu verlieren, ist eine Einstellungssache.

Alles geben und sich nicht dabei verlieren

Stell dir das so vor: Du gibst alles, ohne daran zu denken, was du zurückbekommst. Du tust es mit jeder Faser deines Körpers und mit absoluter Hingabe. Und am nächsten Tag bist du wieder das, was du zuvor warst: Selbstbewusst und frei, psychisch ohne Bindungen und zufrieden mit dem, was du getan hast.

Für Frauen, die eine "großartige Geliebte" sein möchten

Das Erste was unbedingt dazu dazugehört, besteht darin, Lust am Körperlichen zu haben. Liebe ist auch eine emotionale Abgelegenheit, aber die Lust auf richtig guten Sex geht über die Haut. Das zweite, was ebenfalls unerlässlich ist, wird dich überraschen: Die Freude daran, jemandem das beste Sex-Erlebnis zu schenken, was er sich vorstellen kann. So wie eine Spitzenköchin nicht zufrieden ist, wenn es dem Gast „schmeckt“, sondern erst, wenn er begeistert ist von dem, was er isst. Wenn du eine wirklich gute Geliebte werden willst, denk nicht daran, was dein Freund oder Liebhaber für dich tun sollte - denk nur daran, was du jetzt für ihn tun kannst, damit er vollends glücklich wird. Wenn dir das nicht gefällt: Du bis sicher so gut, dann du einem Mann beibringen kannst, wie er ein besserer Lover wird, oder? Das Motto für eine gute Geliebte ist gleich wie das Motto für einen guten Liebhaber: Erst geben, dann nehmen. Dann kannst du versuchen, die Rollen zu vertauschen.

Du kannst das auch anders benennen:

Eine wirklich tolle Geliebte ist eine Frau, die einen Mann ganz und gar Mann sein lässt, und ein wirklich guter Lover ist ein Mann, der einer Frau das Gefühl gibt, ganz und gar Frau zu sein.

Überhaupt kannst du das Thema für die Lust der Frauen an Männern, der Lust der Männer an Frauen oder jede Form von gleichgeschlechtlicher Lust nutzen.

Was Frau und Mann zu lustvollen Partnern macht

Lust ist überhaupt das Thema - bei einer guten Geliebten oder einem guten Lover geht es nur um dei Lust - nicht um die Technik und nicht darum, eine „Dienstleistung“ zu vollbringen. Natürlich wissen wir, dass es professionelle Geliebte gibt, die Dienstleistungen vollbringen, die „wie echt“ wirken sollen.

Ein weiteres Thema ist ein Rest Unbefangenheit, gepaart mit Neugierde und Abenteuergeist. Wer diese Einstellung mitbringt, kann ein guter Liebhaber oder eine gute Geliebte sein. Wenn jemand etwas nicht mag, so wird er dazu nein sagen. Wer aber etwas erproben will, der sagt mit Freuden „ja, lass es uns versuchen“.

Man kann die Vollendung der Lust nicht einem Satz erringen, aber „warum eigentlich nicht?“ ist die tollste Antwort auf die Frage, ob du etwas neues ausprobieren willst. Psychologen sagen immer gerne: „was kann den schlimmstenfalls passieren, wenn du es tust?“ Meist weiß der Klient keine Antwort darauf, und so könnte es auch unter Liebenden sein.

Es ist nicht das, was du tust - sonder wie du es tust

Viele Menschen fürchten sich gar nicht davor, etwas Erotisches, Sinnliches oder Sexuelles auszuprobieren, sondern sie haben Angst davor, wie sie „danach angesehen werden“, selbst dann, wenn es eine wundervolle Erfahrung war. In dieser Weise trennen sich auch die berechtigten Befürchtungen von den frei flottierenden Ängsten, die uns am reinen Genuss hindern.

Man hört oft: „Eine gute Geliebte oder ein guter Lover weiß, was sie/er tut.“ Aber sind die Handlungen das Einzige, was zählt? Auf keinen Fall. Ein alter Schlager gibt dir Aufschluss über alles, was du wissen musst:

Es geht nicht drum, was du machst, es ist die Art, wie du es machst.

Oder auch:

Es geht nicht drum, was du machst, es ist der Zeitpunkt, wann du’s machst.

Oh, das ist nicht alles, und ich bin auch nicht sehr intim geworden. Aber es ist ebenso so: der beste Rat taugt nichts, wenn er nicht in das Repertoire passt, mit dem du verführst oder jemanden dazu bringst, nur noch dich zu wollen - wenigstens sexuell.


(1) Jimmy Lunceford Orchester, geschrieben von Sy Oliver und Trummy Young, der es auch singt:

't ain't what you do it's the way that you do it
'’t ain't what you do it's the time that you do it

Das Motto für den Mai

Unser Motto für Mai - Hoffnung auf Berührungen und Lust
Ich habe lange über ein Motto für den Monat Mai nachgedacht. Ich dachte an „Aufbruch zur Liebe“, „Hinaus in den Mai der Liebe“ oder so etwas. Doch warum soll ich ein Motto wählen, dass mir jederzeit als realitätsfremd oder gar gefährlich ausgelegt werden kann? Warum sollte ich Menschen vor den Kopf stoßen, die hinter voller Frust hinter ihren Bildschirmen sitzen und von lustvollen Zeiten träumen?

Nach der Pandemie ...worüber Menschen jetzt nachdenken

Derzeit gibt es vereinzelt Artikel darüber, was nach der Pandemie kommt. Von Liebe ist dabei so gut wie nie die Rede. Die Damen und Herren Soziologen, Psychologen, Zukunftsforscher, Philosophen und Redakteure lieben es, zu schwadronieren und ihre Vorstellung von einer besseren Welt in ihre Utopien einzubinden. Und wenn jemandem etwas Sinnreiches einfällt, dann schreibt sie/er darüber, wie wir Bildung und Ausbildung, Handel und Industrie, Gastronomie und Konzerte wieder zur Blüte bringen können.

Was wird also mit der Liebe? Ja, ich meine aus der Liebe, also aus einer Triebkraft, die sich jeder Bevormundung widersetzt?

Ihr werdet staunen - sie wird sich durchsetzen. All dies Gerede über die neuen Werte die Edel-Kommunikation, das Gutmenschentum und alles, was darum herum flatterte, wird sich als Blödsinn erweisen.

Die Frage ist freilich, wann wird die Liebe sich über alle Bedenken erheben?

Da ich es nicht weiß, habe ich mein Motto für den Mai mit „Hoffen auf Berührungen und Lust“ festgelegt. Ich folge dabei einem Beitrag des Time Magazines, in dem es heißt:

Wenn man ... (das Kennenlernen) ... aus einer evolutionären Perspektive betrachtet, vertrauten wir Millionen von Jahren taktilen Kontakten wie Umarmungen ..., denn ... jede Beziehung wurde durch eine komplizierte nonverbale Sprache aufgebaut und zusammengehalten ... ich mache mir Sorgen darüber, was passiert, wenn wir als Gesellschaft diese Kommunikationsmittel für einige Zeit verlieren.


Nun denn ... mehr habe ich dazu im Moment dazu nicht zu sagen.

Zitat: Dacher Keltner, Soziologe an der Universität von Kalifornien, Berkeley, in „Time Magazine


Ökonomie trifft Psychologie: Gegenleistungen für unsere Opfer

Ökonomie trifft Psychologie: Wir wollen einen Bonus für unsere emotionalen Opfer

Noch schlafen die Drachen, winden sich behäbig und maskenbehaftet durch die Gänge der Ladengeschäfte „bis zu 800 Quadratmetern“.

Die meisten Menschen bringen derzeit Opfer, einige mehr, andere weniger. Und wir müssen die Unverfrorenheit der falschen Eliten ertragen, die für ganz selbstverständlich halten, dass wir uns zu Untertanen machen und sogar das Wort verbieten lassen.

Wo beibt der Bonus für entgangene Freude?

Die Menschen wollen eine Vergütung für ihre Opfer. Noch fragen nicht viele danach. Noch gehen alle zögerlich mit den wenigen Freiheiten um, die uns gewährt werden. Noch sehen wir ein, dass wir weder zum Friseur noch zur Fußpflege gehen dürfen.

Wie lange wird das noch so gehen? Wie lange werden wir Entbehrungen auf uns nehmen müssen?

Wir wissen es nicht - es ist eine Sache der Abwägung, so viel ahnen wir, aber wir dürfen nicht einmal erfahren, was da abgewogen wird. Sind sechs Neuinfektionen am Tag (25.4.2020, RKI) in Mecklenburg-Vorpommern ein Risiko? Darf deswegen kein Friseur öffnen?

Längerer "Lockdown" führt zu mehr Bedürfnisstau

Wenn wir Monate oder gar Jahre der Unfreiheit opfern sollen, dann wollen wir dafür etwas zurück. Das ist das übliche Prinzip, wie Menschen mit Opfern umgehen, die ihnen unter Zwang auferlegt werden - es hat nichts mit Viren zu tun.

Dazu fand ich diesen Beitrag aus psychologischer Sicht:

Es steht zu befürchten, dass die Menschen nicht ein zweites Mal bereit sein werden, diese massiven Opfer zu bringen: Ihre Kinder zu betreuen, auf Einkommen zu verzichten, ihre Zukunft zu gefährden. Das ist nicht allein ein wirtschaftlicher oder „virologischer“ Aspekt, sondern auch ein psychologischer. Ein zweiter Lockdown würde uns seelisch überfordern.


Wo sich Ökonomie und Psychologie treffen

Was da als „psychologisch“ bezeichnet wird, ist durchaus auch ein ökonomischer Aspekt: Derzeit verzichten viele Menschen ebenso auf erotische Sinnlichkeit wie auf röhrende Lüste. Der Markt der Lusterfüllung wie auch der Sinnlichkeit an sich ist da ... nur das Marktgeschehen ist tot. Und mit jedem Tag, an dem die zugekniffenen Lippen der fordernden Zunge widerstehen, wird der Drang nach Belohnungen mächtiger. Und - um den letzten Satz des Zitats zu wiederholen - ein zweiter „Lockdown“ jeglicher Sinneslust würde „uns“ seelisch überfordern. Oder die Ökonomie von Begierde und Erfüllung völlig aus dem Gleichgewicht werfen.

Niemand - wirklich niemand, kann dies ernsthaft wollen.

Positive Zeichen? Maskenpflicht jedenfalls nicht

Und um auch der zitierten Autorin zu widersprechen: Nein, die Maskenpflicht ist kein positives Zeichen für Menschen, die demnächst ihren Bonus für die erlittene Isolation einfordern und auf keinen Fall eine „Bewährung“. Und insofern unterscheidet sich die Ökonomie der Gefühle von der Psychologie der Gefühle eben doch.

Zitat: Hoizont Net, Rheingold-Institut(gleichlautend), Zahlen: RKI