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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Gibt es sieben Merkmale für den richtigen Partner?

Die Sieben - ach die Sieben. Sie muss herhalten, um eine psychologische Erklärung dafür zu geben, dass Menschen zusammenkommen oder auch nicht. Und wer weiter in den Tiefen des Internets gräbt, findet dort solche schrägen Meinungen:

Nach Josef Paneth ist die Sieben die erste Primzahl im psychologischen Sinn.

Was ist mit den Sieben Merkmalen?

Der Psychologe Gregory Webster, seines Zeichens Professor an der University of Florida, beschäftigt sich mit zwischenmenschlichen Beziehungen, vor allem aber mit dem Teil, in den die Liebe hineinwirkt. Das nennt der Amerikaner „romantische Beziehungen“ - und wir hier in Deutschland Liebes- oder Paarbeziehungen.

Verschiedentlich wird nun veröffentlicht, er habe „sieben Merkmale“ gefunden, die für die Partnersuche essenziell wichtig wären. Nicht mehr und nicht weniger. Und das, was dann in der Zeitung steht, ist: Diese Merkmale wären bei allen Menschen gleich.

Der Professor hat dies in der Tat beforscht – und zwar anhand der Ausschlusskriterien. (Deal Breakers). Davon fand er sieben an der Zahl. Meist wird der Rückschluss veröffentlicht, also die sieben Punkte, die so wichtig sind, dass sie in jeder Beziehung hinterfragt werden sollten.

Die sieben Punkte des Psychologen für die Beziehung

So, und nun geht es los – was sind diese Punkte (die Reihenfolge ist willkürlich gewählt)

1. Ist die Person attraktiv für mich?

Alles klar? Eine Person, die für dich nicht attraktiv ist, willst du nicht treffen oder jedenfalls nicht noch einmal treffen. Gemeint ist vor allem das Äußere, der erste Eindruck, die Erscheinung.

2. Lebt die Person gesund?

Bei Beziehungen spielt eine große Rolle, ob der Lebensstil dazu führen wird, lange Jahre miteinander zu verbringen und Nachkommen großzuziehen. Insofern ist wichtig, wie er/sie sich ernährt, zu Drogen (auch Rauchen und Alkohol) steht, Sport treibt oder sich anderweitig „fit“ hält.

3. Wie ist sein/ihr sozialer Status in der Gesellschaft?

Das Ansehen in der Gesellschaft kann ein Kriterium sein. Hat er/sie überhaupt eine Art „Ansehen“? Hat er/sie einen guten Beruf oder ein passables Einkommen? Besitzt die Person Macht oder ist sie anderweitig angesehen?

4. Wie ist sein / ihr Charakter?

In der Überschrift habe ich „Charakter“ gewählt – in Wahrheit ist die Summe der „Persönlichkeitsmerkmale“ gemeint. Das heißt: Welche Alltagseigenschaften oder welches Verhalten finde ich an ihm/ihr gut? Kann ich davon etwas nutzen? Wie wirken sie sich sonst auf mich aus?

5. Beziehungsziele - wie steht es um Bindung und Freiheit?

Heute will jeder Mensch bestimmte Freiheiten behalten, wenn er eine Beziehung eingeht. Diese können sehr unterschiedlich sein - mancher braucht mehr Freiraum, ein anderer mehr Nähe. Die Grundfrage ist immer: Fördert der andere mich durch seine Anwesenheit oder erdrückt er mich?

6. Paarungsstrategien – Beziehungsverhalten

Nicht alle Paare wollen „monogame Ehen“ oder Familien. Dieser Punkt ist relativ neu – vor etwa 25 Jahren wurde kaum danach gefragt. Heute wird gelegentlich gefragt, wie „Offen“ die Beziehung für andere sein soll, ob beispielsweise „Dritte“ geduldet oder gar in die Beziehung eingeschlossen werden sollen. Normalerweise wird das Thema nur von Personen angesprochen, die solche Parallelbeziehungen wollen

7. Religion und Weltanschauung

Ob Religion, Politik oder „nur“ Weltanschauung – wer eine extreme Richtung angehört oder sich mit „Herzblut“ engagiert, der möchte, dass sein Partner (seine Partnerin) ähnliche Ziele verfolgt. Für die meisten anderen Personen ist dieser Punkt unerheblich.

Hat der US-Professor recht?

Ich persönlich halte diese Auflistung für ziemlich willkürlich. Wenn die Presse teilweise behauptet, es gäbe „tatsächlich nur sieben Merkmale“ (1), dann unterliegt sie einer Täuschung, denn das, was Partnersuchende wirklich interessiert, ist der Blick auf die Zukunft. Und dieser Blick, der ohnehin etwas schwierig ist, besteht nicht aus drei, fünf, sieben oder neun Punkten, sondern aus einem Geflecht der Eigenschaften beider Partner.

Der Rat von den Experten der Liebeszeitung

Zuletzt ein Tipp für Dich persönlich:

Wenn du deine Möglichkeiten und Grenzen kennst, weißt du auch, was dir am wichtigsten ist und worauf du verzichten kannst. Dazu braucht man weder ein Psychologiestudium noch ein Beuteschema. Frag dich nur: Was will ich von einer Beziehung?

(1) Einige Informationen aus dem "Express"
Hintergründe und Erläuterungen (englisch): The Science Explorer


Gnaden-Sex, Mist und die Freiheit, Sex zu schenken

Sex - kein Mitleid, keine Gnade - aber vielleicht ein Geschenk?
Der Morgen hat kaum begonnen, das lese ich: „Sextherapeutin findet Gnaden-Sex Mist“ - nein, ich verlinke nicht auf den Artikel im „Tagblatt“, weil er keine Informationen bietet, sondern von der Zeitung für Werbezwecke benutzt wird. Auf diese Weise weiß ich auch nicht, ob das Wort „Gnadensex“ im Artikel wiederholt wird.

Ich lese noch schnell anderwärts: „Viele lassen sich auf Gnadensex ein“.

Also dann mal los - was ist Gnade?

Das wissen wir recht genau, und ich zitiere ein altes Lexikon, in dem es heißt:

Gnade (lat. Gratia), im Allgemeinen jedes Wohlwollen des Höhern gegen den Niedern, insbesondere die Machtvollkommenheit des Souveräns, insofern sie Vergünstigungen zu Teil werden lassen kann, auf welche ein Rechtsanspruch nicht besteht.

Also: Der/die Höhergestellte gewährt einem Untertanen, Angestellten oder Lakaien (alle m/f/d) eine Gunst, auf die kein Rechtsanspruch besteht, also aus freien Stücken nach Lust und Laune.

Die entlarvende Wortwahl: Gnadensex

Schon entlarvt durch das Wort Gnadensex. Es ist ein Übergriff auf die Sprache, der mich bei Psychologinnen/Psychologen kaum noch wundert. Wer es in Deutsch besser ausdrücken kann, würde „Mitleidsex“ sagen. Das hieße: Jemand vögelt mit einem/einer anderen aus Mitleid, weil diese oder sie einen so großen Drang hat. Er/sie wird also bedauert, und deswegen wird Sex geschenkt. Doch auch dieser Begriff ist willkürlich gewählt. Sex aus Mitleid – geht das jemanden etwas an?

Im Allgemeinen ist es so, dass dies niemand interessieren dürfte - es ist privat, denn jeder Erwachsene kann Gunst, Lust oder Sex an andere Erwachsene verschenken, wie er will. Aber offenbar steckt mehr dahinter, und das interessiert Psychologinnen und Psychologen, weil sie eine Art „inneren Zwang zur Hingabe“ darin sehen.

Der Ursprung der Begriffe

Als Wortschöpfer der Begriffe gilt der Arzt David Schnarch, der - wie kann es anders sein - über die Thematik mehrere Bücher geschrieben hat, die auch ins Deutsche übersetzt wurden. Die Begriffe „Mercy Sex“, „Mercy Fuck“ oder „Pity Sex“ (bei Schnarch tatsächlich „mercy fuck“), wurden dann ins Deutsche übersetzt, und zwar „Mercy“ mit Gnade, „Pity“ mit Mitleid. Daraus entstand dann „Mitleidssex“ wie auch „Gnadensex“. Das „F-Wort“ wird dabei vermieden.

Sex - sind die Motive immer „ethisch und psychologisch korrekt?“

Statt den Begriff „schenken“ oder wenigstens „geben“ zu verwenden, versuchen Psychologen/Psychologinnen den Sex zu idealisieren oder zu veredeln und dem oder der „Schenkenden“ allerlei psychische Mängel zu unterstellen. Zum Beispiel, dass sie von „falschen Motiven zum Mitmachen“ geleitet würden, dass ihnen ein „schlechtes Gewissen eingeredet“ würde und sie (offenbar abgestoßen von all dem) nach dem Prinzip „Augen zu und durch“ handeln würden. Niemand bezweifelt, dass es so etwas gibt - aber die Psyche der Menschen liegt nicht frei. Und genau genommen sind die Beweggründe, „Sex zu schenken“ oder „Sex einzusetzen“ recht vielfältig und nicht immer von „ethisch sauberen“ Motiven geprägt.

Gnadensex - Nur ein Schlagwort?

Lassen wir doch einmal stehen, dass jeder erwachsene Mensch frei und gleich entscheiden kann, wann, wie oft und wem er einem andere erwachsenen Menschen Sex schenkt. Sollte er darunter leiden oder glauben, zu viel zu geben oder zu wenig „zurückzubekommen“ so könnten Psychologinnen und Psychologen das Wort ergreifen und Hilfe anbieten.

Doch etwas anderes ist eingetreten: „Gnadensex“ oder „Mitleidsex“ ist zum Schlagwort geworden und „unter die Räder gekommen“. Und da machen die „üblichen Verdächtigen“ kräftig mit.

Zitat: Meyers Lexikon, historisch
Hinweis: Um diesen Artikel zu schreiben, wurde in etwa zwei Dutzend Quellen recherchiert.
Bild: Historisches, nachkoloriertes SW-Foto.

Zwölf Gründe, masochistische Spiele einzugehen

Bei manchen Männern reicht ein Bild weiblicher Knie, um ihre masochistischen Gelüste wachzurufen
Die meisten bekannten Theorien über die Beweggründe der Masochisten wirken aufgesetzt. Kaum ein gesunder Erwachsener ist ein „Schmerzliebhaber“, weil er als junger Mensch „Schmerzen genossen“ hat. Das ist ziemlich absurd, denn sogenannte „Schmerzliebhaber“ lieben den Schmerz im Zusammenhang mit der Person, die ihn auslöst – mit all dem, was dazugehört. Es ist selten der Schmerz selbst, der erwünscht ist, sondern die gesamte Prozedur, das Spiel mit Ritualen, Umgebungen, Rollen und Situationen. In dieser Aufstellung wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um Vergnügungen, Herausforderung. Zwänge, Fetische oder andere Umstände handelt.

Eine Frau schilderte ihre Gelüste einmal so: (1)

Ich liebe alle Teile davon, die Vorbereitung darauf, das eigentliche Spanking, die Nachwirkung und alles, was ich ansonsten dabei fühlen kann. Ich genieße es, weil es mir erlaubt, die Kontrolle für ein paar Minuten aufzugeben, und ich mag das Gefühl, unglaublich intim dabei zu sein, wenn ich mit der Hand geschlagen werde.

Vergegenwärtigen wir uns kurz, welche Theorien insgesamt über den Ursprung der erotischen oder der übrigen eingeforderten Schläge existieren:

1. Die auf Freud basierende Theorie der Regression, das heißt, der Masochist will sich „zurück in die Vergangenheit“ versetzen und auf diese Weise noch einmal die „kindliche Abhängigkeit“ verspüren.
2. Die Theorie zahlloser modernen Autoren (oftmals keine Psychologen), die einen Vorgang während der Pubertät dafür verantwortlich machen, dass Schläge und Geilheit zusammenfinden.
3. Die intensive Beachtung, die der/dem Gezüchtigten zuteilwird, im Gegensatz zu den „grauen Mäusen“, die gar keine Zuwendung bekommen.
4. Ein spielerisches Verhalten, das in jedem Menschen angelegt ist, und dass ursprünglich dazu gedacht war, seinen Platz in der Hierarchie zu erkämpfen oder aufzugeben. (Rangordnung).
5. Die intensive körperliche Nähe bei bestimmten Formen der Schläge, besonders beim OTK-Spanking. (2)
6. Die Erfahrung, intensivere sexuelle Empfindungen zu entwickeln, wenn Schläge vorausgehen, etwas durch stärkere Durchblutung der Genitalien.
7. Die Lust, an einem Gefühlsfeuerwerk teilzuhaben, dass sexuelle wie auch nicht-sexuelle Komponenten enthält. Dazu ist mehr nötig als nur eine „Züchtigung“ - meist wir ein Ritual verlangt.
8. Die Hassliebe, also eine Gefühlsebene, auf der Lust und Hass miteinander konkurrieren, teils auch Scham und Begierde. (Symbolisch als "Küsse mich und Quäle mich" im Schlager verwendet.)
9. Nicht-sexuelle Gefühle wie die „Reue unter Tränen“ – also Schläge als Mittel der erwünschten „Vergeltung“. Manchmal wirken hier religiöse Motive nach, etwas, das sich die Schuld durch körperliches Leid tilgen lässt.
10. Die Lust daran, auf keinen Fall verantwortlich zu sein für das, was geschieht - auch ohne Regression. Die „Verantwortung“ wird zuvor symbolisch an den Partner delegiert.
11. Die Herausforderung, die einmal eingeleitete Züchtigung nicht ohne Verlust abbrechen zu können. („Wie lange halte ich durch“, etwa wie beim Leistungssport).
12. Das „Beiwerk“, wie Bühnenbild, Kostüme, Fesslungen Worte als Ritual zu genießen, in dessen Mittelpunkt der Masochist/die Masochistin steht.

Was jemand „wirklich“ fühlt, gehört zu den Geheimnissen, die nur derjenige kennt, der etwas dabei empfindet – und dies detailliert zu schildern, ist oft so gut wie unmöglich.

Hinweis für unsere Leser(innen):

Dieser Artikel ist ein Fragment und Teil einer Arbeit, die sich damit beschäftigt, ob es „Masochisten“ außerhalb der psychiatrischen Definition wirklich gibt und wie sie fühlen. Wer darüber schon geschrieben hat und viele Quellen kennt, darf sich gerne bei der Redaktion melden.

(1) Nicht verlinkbare Quelle, aber authentisch - im Original englischsprachig.
(2) OTK - "Over The Knee". auf deutsch etwa "übers Knie gelegt". Gilt unter Masochistinenn/Masochisten als intimste Züchtigung mit starken erotischen Reizen.
Einzellquellen werden hier bewusst nicht genannt. Wer einen der 12 Punkte bezweifelt, ist herzlich eingeladen, dies hier zu begründen.

Die Woche: Tipps für Männer auf Partnersuche, Dominanz und Cybersex

Nachdem die Welt ständig über Frauen und ihre Empfindungen redet, wurde es ja wirklich mal Zeit, uns der Männer anzunehmen. In den letzten Jahren haben sich Frauen emanzipiert – was gut und richtig ist, weil als Ideal heute der freie, selbstbewusste Mensch gilt. Zugleich aber haben sich verschiedene Gruppen herausgebildet, die anderen Rollenbildern nachlaufen. Das reicht von der hart gesottenen, kompromisslosen Feministinnen bis zu den Frauen, die sich die Hinterbacken vergrößern lassen, um „toller auszusehen“. Und: Alle reden irgendwie darüber, manche reden von ihnen und andere über sie. Und am Schluss bleibt hauptsächlich das Dummgeschwätz stehen: Öffentlichkeit hergestellt, Profite eingeheimst, Menschen alleingelassen.

Was Männer wirklich brauchen, um Frauen zu finden

Nun also Männer. Ich habe das Thema mit der Kritik an den ausgesprochen fragwürdigen Informationen festgemacht, die Psychologen in die Welt hineintröten. Aufgrund weniger Artikel in „Psychology Today“ haben sich Bloggerinnen und Redakteurinnen aufgemacht, klar anzusagen: „Männer, ihr müsst euch jetzt ändern … die ‚Wissenschaft‘ hat es festgestellt.“ Hat sie nicht – der Artikel, auf den sich alle beziehen, ist dürftig, einseitig und er löst die Probleme nicht. Und ich habe darüber geschrieben in "Haben Männer noch eine Chance?". Und ich hätte mir – wirklich – mehr Resonanz gewünscht.

Bleiben wir noch bei den Männern? Zwei Mal habe ich mich noch hingesetzt, um etwas Sinnvolles zu schreiben. Der erste Artikel sagt euch: Es gibt tatsächlich wissenschaftliche Grundlagen, auf denen ihr aufbauen könnt, und das noch sehr einfach: Wer in der Lage ist, die Grundbedürfnisse einer Frau zu erfüllen, der ist auch interessant für sie. Dazu müsstet ihr eigentlich nur wissen, was Grundbedürfnisse sind. Ich berufe mich da gerne auf Abraham Maslow. Dessen Theorien sind sehr alt, aber wenigstens logisch.

Was da noch fehlt? Eine stark vereinfachte Anleitung, auf was du achten könntest, wenn du eine Frau als beständige Partnerin suchst. Es ist nichts mehr als die Umsetzung der Theorie in die Praxis. Was noch wichtig ist: Finde deinen Markt … solange du auf dem falschen Markt stöberst, hast du kaum Chancen.

Frau sein und Domina sein - kannst du das?

Zu den Themen, die auch ein bisschen Unterhaltungswert haben, zählen immer wieder sogenannte „Dominas“. Sie (aber nicht nur sie) sind die üblichen Ansprechpartnerinnen für lustvolle sexuelle Abweichungen und die Welt der süßen Schmerzen. Aber: Sind dazu wirklich „professionell“ tätige Sexarbeiterinnen nötig? Kann nicht jede schauspielerisch begabte Frau sinnliche Illusionen erzeugen? Aus verlässlichen Umfragen wissen wir, dass in vielen von euch eine heimliche Domina steckt. Und nun kannst du dich fragen: Auch in dir?

Cybersex - ein Dauerbrenner

Zum Schluss noch etwas über Erotik „auf die Ferne“ und harten Cybersex. Er ist ein Dauerbrenner, und er reicht von „absolut schmuddelig“ bis zu „ausgesprochen sinnlich.“

Themenwechsel und Schluss für heute

Und ganz zum Schluss? Nächste Woche verlasse ich euch wieder, Männer, und die Liebeszeitung wird sich wieder einmal mit den süßsauren Freuden der sinnlichen Erfahrungen beschäftigen. Die Psychologie nannten sie in den 1950er-Jahren noch „die Lust am Empfangen von Schmerzen“. Inzwischen dürfte klar sein, dass es nicht ausschließlich um Schmerzen geht, sondern darum, verborgene Sehnsüchte hervorzurufen, die uns Menschen „peinlich“ sind.

Und natürlich – ja – ein wunderschönes Wochenende. Und möglichst viele sinnliche Empfindungen in Körper, Geist und Psyche.

Haben Männer noch eine Chance?

Männer - verändern, dressieren, klassifizieren ... oder an die Leine legen?
„Gib ihnen keine Chance“. Seit Wochen lese ich diesen Satz in vielen Variationen. Gemeint sind Männer, die bei Frauen ohnehin heute kaum noch Chancen haben – und die auch keine bekommen sollen.

Das alles ist plakativ und wirkt so, als ob es von einem weiblichen „Mastermind“ gelenkt würde. Doch bevor ihr jemanden verdächtigt, oder gar „die Frauen pauschal“ – dahinter stehen Psychologen – durchaus auch männliche. Wer „Psychologe Today“ liest, findet jederzeit einen (männlichen) Schwätzer mit akademischer Bildung, der in dieses Horn bläst.

Zuweisungen, Falschinformationen und die Psychologie

Just, als ich diesen Artikel schreiben wollte, fiel mir noch eine Frage in den Schoß: Es sei immer noch nicht „salonfähig“ für Männer, über ihre psychische Gesundheit zu sprechen.

In solchen Sätzen sehen wir die Zuweisung: Männer tun zu wenig für ihr Psyche, und weil sie zu wenig tun, würden sie so bleiben, wie sie eben sind. Wie sie sind? Das weisen ihnen neben Frauen neuerdings auch Psychologen zu. Und bei ihnen steht längst fest:

Verbessere deine psychische Gesundheit. Das bedeutet, dass du dich zu einer Einzeltherapie entschließen … (solltest) …, um die Lücken in deinen Fähigkeiten zu schließen.

Wir kennen diese Auflassung zur Genüge: Begebe dich in die Hand eines „Persönlichkeitstrainers“, und du wirst Erfolg haben. Beim Psychologen heißt das „psychische Gesundheit“. Bei Fitness-Trainer „Muskelaufbau“ und bei fettleibigen Menschen werden einschneidende Maßnahmen empfohlen, um zu einem „Normalgewicht“ zurückzukehren. Das alles kann sinnvoll sein, zumal bei Fettleibigkeit, Alkoholismus und anderen erheblichen Hindernissen, „gesund“ zu wirken. Aber es gibt keine Garantie dafür, mit „Maßnahmen“ dieser Art eine Frau zu gewinnen.

"Psychische Gesundheit" als Geschäftsmodell?

„Psychische Gesundheit“ ist das schwächste Argument, und sie ist oft gar nicht gemeint. Es sind eher Verhaltensänderungen, die das Bild verschieben, was wir in der Öffentlichkeit abgeben. Oder es handelt sich um Persönlichkeitsänderungen, die nur mit erheblichem Aufwand durchgesetzt werden können - und bei denen wenig über die „Risiken und Nebenwirkungen“ bekannt ist.

Fühlen wir uns als Männer denn „psychisch ungesund“? Sind wir „toxisch“? Müssen wir uns überhaupt gefallen lassen, uns irgendwelche „Zuweisungen“ anzuhören, mögen sie allgemein „von Frauen“, aus der Psychologie, der Soziologie oder der Esoterik kommen?

Entlarvend: "Ihr müsst anders werden, dann lieben wir euch wieder"

Was Psychologen nicht in den Mund nehmen, weil es zu entlarvend ist, hören wir sinngemäß von der Frauenbewegung: „Wenn ihr schon brav und artig seid, denn findet ihr auch jemanden, der lieb zu euch ist.“ Wer spricht da? Die Mami? Meine Rückfrage wäre stets: Heiß das, dass euer Liebe käuflich ist, jedenfalls, solange sie mit Sozialwährung bezahlt wird? Und habt ihr das euren Söhnen, falls vorhanden, genauso so gelehrt?

Im Grunde sage Sätze wie: „Ich liebe dich nur, falls …“ Bände. Und sie stellen diejenigen bloß, die sie aussprechen.

Dies alles beantwortet die Frage nicht, wie wir die Ursachen der gegenwärtigen, etwas verfahrenen Situation finden. Die „Männer ohne Chance“ mögen sein, wie sie wollen – und manchmal sind sie wirklich nicht „konsensfähig“. Aber sie verdienen bessere Antworten als den vereinfachten Frauenspruch: „Seid nur schön lieb und handzahm, dann findet ihr auch eine Frau.“

Zitat: Psychology Today", Kolumne Im Original:
"Level up your mental health game. That means getting into some individual therapy to address your skills gap."