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Die Geheimformeln der erfolgreichen Partnersuche

Wer an Geheimwissen glaubt, hat einst auch an Liebeszauber geglaubt
Hast du sie schon gefunden, die „Geheimformel“ für die erfolgreiche Partnersuche?

Ich habe festgestellt, dass Küchen- und sonstige Psychologen das Wort „Geheimformel“ inzwischen vermeiden. Das ist eigentlich klar: Wenn die Formel im Internet stünde, wäre sie ja nicht mehr geheim. Also versucht man, das Wort „geheim“ zu vermeiden und andere „Formeln“ oder „Methoden“ zu propagieren.

Tipps sind völlig nutzlos - der Rest ist oft fragwürdig

Die meisten „Tipps“ sind angejahrte und ohnehin abgedroschene Kataloge von Verhaltensweisen, manche beinhalten Manipulationen und wieder andere nähren die Hoffnung, ein Seminar würde den Erfolg herbeirufen.

Wenn du alles gelesen hast, weißt du so viel wie zuvor. Entweder du hast gelesen, wie du dich „verstellen“ musst, oder dir wird gesagt, was du „vermeiden“ solltest. Der „harte Weg“ einer Veränderung wird selten beschrieben – der würde ja Zeit kosten – und das Eingeständnis, nicht perfekt zu sein. Und dieser ganz andere Weg, einfach auf Menschen zuzugehen und Gespräche zu beginnen, die zunächst nichts mit der „Suche nach dem richtigen Partner“ zu tun haben?

Warum der einfache Weg zum Erfolg führen kann

Dieser Weg erscheint vielen Partnersuchenden zu unwahrscheinlich. So etwas soll gehen? Und ist es etwa die gesuchte „Geheimformel“?

Was bedeutet eigentlich "Suchen"?

Ich kann euch versichern: Es ist eine ausgezeichnete Methode. Zur Suche (nicht nur zur Partnersuche) gehört dreierlei:

1. Die Absicht, etwas (oder jemanden) zu finden.
2. Dort zu suchen, wo auch etwas (jemand) zu finden ist.
3. Die Möglichkeit zu haben, es (jemanden) zu besichtigen.


Das alles ist schon mehr, als viele Partnersuchenden verwirklichen:

- Ihre Absicht ist oft, zu suchen, aber nicht zu finden. Ein Teil will weder suchen noch finden, sondern gesucht oder gefunden werden.
- Sie suchen an Orten, die leer gefegt oder aus anderen Gründen unattraktiv sind.
- Sie schauen, schreiben Menschen an, lassen sich hinhalten oder halten andere hin, aber sie treffen niemanden.

Die emotionale und pragmatische Erfolgsformel

Die Formel, um erfolgreich zu sein, ist hingegen einfach:

1. Sei dir sicher, dass du finden willst.
2. Gehe dort hin, wo es möglich ist.
3. Falls du virtuell (online) suchst – treffe die Menschen so schnell wie möglich.


Mag sein, dass die noch nicht „alles“ ist. Eine positive Grundeinstellung zu andren Menschen hilft, und sexueller Drang ist eher schlecht für die Partnersuche. Sich selbst selbst zu motivieren, ist sinnvoll – niemand sollte mit dem Gefühl, ohnehin zu versagen, auf ein Date gehen. Hohe „Ansprüche“ sind immer schlecht – Menschen entsprechen niemals den Ansprüchen anderer, sondern bestenfalls ihren eigenen.

Verschwende deine Zeit nicht in Warteschlangen

Der letzte Punkt einer „Geheimformel“ liegt (und das hättest du wahrscheinlich nicht erwartet) in der folgenden ökonomischen Betrachtung:

Suche das Beste, was du dir leisten kannst auf einem Partnermarkt, der nicht überlaufen ist. Versuche, in Nischen zu gehen, in denen die Männer (Frauen) nicht „Schlange stehen“. Vergeude deine Zeit nicht mit Selbstdarstellern und Blendern (männlich oder weiblich) sondern mit Menschen, die in Geist und Psyche noch Platz für andere haben.

Wenn dir diese Formel nicht als „geheim“ gilt, so hast du recht. Das Geheime daran ist, dass sie kaum jemand anwendet.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg mit der Essenz dieses Artikels.

Der erotische Sadismus – kaum Tatsachen, viele Spekulationen

Klischee einer Sadistin
Ob Sporttrainerin, Tanzlehrerin oder Domina … etwas Sadismus steckt in vielen Menschen. Jedenfalls dann, wenn sie andere Menschen bis zu den Grenzen ihrer Leistungs- und Leidensfähigkeit treiben wollen.

Doch alle die Genannten haben sozusagen ein gutes Alibi: Sie dienen ja den anderen, um ihre ultimativen Grenzen zu erreichen. Sie sind sozusagen „Sadisten im Dienste der masochistischen Personen.

Die Puppen sollen nach Vertrag tanzen - das Klischee über Sadismus

Angebliche „echte“ erotische Sadisten hingegen wollen „die Puppen tanzen sehen“. Ihnen macht es Freude, Menschen zu etwas zu bewegen, was sie eben nicht tun würden, wenn sie nicht genötigt würden. Der Sadismus kann demnach darin bestehen, Menschen zu demütigen oder zu beschämen oder sie in ihrer Beweglichkeit zu hemmen (Fesseln). Sadisten können unsinnige Regelwerke vorschreiben (Kleidung, Arrest, Keuschhaltung, Mittelentzug, Zwangsfasten, Sklavenverträge) und die Körper ihrer Mitspieler beliebig sexuell nutzen. Oder sie nach Lust und Laune körperlich bestrafen. So jedenfalls die Klischees und ständig wiederholten Behauptungen aus einschlägigen und weniger einschlägigen Publikationen und Romanen. Ihr Wahrheitsgehalt ist so gut wie gar nicht recherchierbar, weil nahezu alle einschlägigen Werke zum Thema von Frauen verfasst worden sind, die Dominanz gegen Geld anbieten. Man kann nicht behaupten, sie seinen repräsentativ für "echte Sadisten".

Sadisten und Sadistinnen aus der Sicht der Psychologie

Ob sie daraus unmittelbar sexuelle Erregung gewinnen, ist nicht verbürgt. Angeblich wollen viele nur erleben, inwieweit sich Menschen knechten oder quälen lassen, ohne ernstlichen Widerstand zu leisten. Die folgenden Meinungen sind Extrakte aus psychologischen Verlautbarungen.

Allgemeiner Sadismus

Der allgemeine (nicht zwangsläufig sexuelle) Sadismus zielt nach Meinung der Psychologie darauf ab, möglichst die absolute, in jedem Fall aber die partielle Herrschaft über einen anderen Menschen zu gewinnen. Darin legt also eher ein Glücksgefühl als eine erotische Komponente.

Sexueller Sadismus

Der sexuelle Sadismus wird, wie ebenfalls von Psychologen behauptet, als erregende Begleitung zum Geschlechtsverkehr angesehen – entweder zuvor, währenddessen oder aber auch danach. Viele Paare geben immerhin an, dass leichter Sadismus im Vorfeld zu den üblichen Praktiken ihres Liebeslebens gehört. Leichte Schläge und bestimmte Handlungen führen zumeist auch dann zur Erregung, wenn der Partner nicht „schmerzgeil“ ist. Ist er es es dennoch, so werden auch härteste Schläge eingesetzt, um ihn oder sie sexuell zu berauschen.

Sexueller Sadismus ohne Befriedigung

Als eine „Sonderform“ des sexuellen Sadismus gilt psychologisch gesehen die Qual und Erniedrigung ohne darauf folgenden Geschlechtsverkehr. Man kann sich das so vorstellen: Der Sadist oder die Sadistin quält ihren Gegenspieler so lange, bis er das Maximum an aufgeilendem Schmerz oder schmervoller Geilheit erlangt hat. Der Sadist/die Sadistin befriedigt sich später nicht an ihrem Gegenspieler und lässt sich von ihm/ihr auch nicht befriedigen. Der teilnehmende Masochist wird ebenfalls nicht befriedigt, sondern „darf“ sich später selbst befriedigen. Die Frage ist, ob dies eine Sonderform ist, da Geschlechtsverkehr nicht zwangsläufig zu SM-Spielen gehört. Dazu ein Zitat (Doccheck):

Eine Sonderform des sexuellen Sadismus und nach Eric Bornemann sogar eine zusätzliche Ausprägung, stellt der perverse oder kompensationsatorische Sadismus dar.
"Der erotische Sadismus – kaum Tatsachen, viele Spekulationen " vollständig lesen

Lust und Schläge – wie hängt das zusammen?

Eher augenzwinkernd: der Gentleman entblößt sein Gesäß, um die Rute zu empfangen
Fragst du „das Internet“, welche Empfindungen die Menschen haben, die sich nach körperlicher Züchtigung sehnen, so wirst du auf betretenes Schweigen stoßen. Zwar wurden im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen Vermutungen darüber angestellt, wie sich die Züchtigung in den Jugendjahren auf das Verhalten der späteren Erwachsenen auswirke. Aber wir wissen aus keiner zuverlässigen Quelle, wie die Betroffenen selbst ihre Züchtigungen empfanden – und warum sie sich manche von ihnen in späteren Jahren danach sehnten, die Erfahrung erneut zu machen.

Die hilflosen Erklärer - Psychiater und Psychologen

Sowohl die Psychiatrie wie auch die Psychologie haben Denkansätze zum Thema, sie sind aber nicht sonderlich schlüssig. Etwas reißerisch schildert zum Beispiel der forensische Psychiater Krafft-Ebing, wie viele Menschen der Geschichte (und hier insbesondere Frauen) aus der Züchtigung Wollust empfingen.

Der im 19. Jahrhundert lebende Schriftsteller Otto von Corvin befasste sich intensiver mit den Geißlern und schrieb:

Elisabeth von Genton gerieth durch das Geißeln förmlich in bacchantische Wuth, was aber die Pfaffen heilige Verzückung nannten. Am meisten raste sie, wenn sie, durch ungewöhnliche Geißelung aufgeregt, mit Gott vereinigt zu sein glaubte, den sie sich als einen schönen nackten Mann und im beständigen Bräutigamstaumel mit seiner irdischen Geliebten dachte.


Geißler(innnen) lustvoll und Masochisten erbarmungswürdig?

Die Geißler sind die Einzigen, die sich zu ihren Handlungen bekannten, die zunächst als gottgefällige Buße galt. Doch schon sie erkannten, dass die Lust am geschlagen werden (passive Flagellation) offenbar eine Abweichung von normativen Verhalten war, und Krafft-Ebing meint selbstherrlich:

Der Geist der Unreinigkeit blies ihr (Elisabeth von Genton) die wollüstigsten und üppigsten Fantasien ein, sodass sie mehrmals nahe dran war, ihre Keuschheit zu verlieren.


Wenn einige der Geißler solche Gelüste hatten, müssten sie dann nicht schlechthin zum Menschsein gehören? Wenn der bereits zitierte Krafft-Ebing allerdings von seiner offenkundigen Faszination für historische Flagellantinnen wieder in sein Arbeitsgebiet abtaucht, sieht er die Flagellation plötzlich anderes: Nun stehen Männer im Mittelpunkt, die er nach dem von ihm gefundenen Begriff „Masochisten“ nennt. Uns sie handeln nicht aus Wollust, sondern:

(Für sie ist …) die Unterwerfung unter das Weib die Hauptsache, die Misshandlung nur ein Ausdrucksmittel für dieses Verhältnis und zwar eins der stärksten.


Träfe dies nicht zu, so Krafft-Ebing, dann suche der Mann nur eine „mechanisch vermittelte Reizung seines spinalen Zentrums.“

Diese Erklärung ist fragwürdig und widerspricht zudem den vorigen Behauptungen.

Schriftsteller suchen die Ursachen gerne in der Pubertät

Auslöser Pubertät?
Unsere Schriftsteller neigen dazu, eine andere Erklärung für die Lust an Schlägen zu geben – sie erfinden dazu Szenen, die sich während der Pubertät abgespielt haben. Zum Beispiel, indem der pubertierende Jüngling von einer schönen und sexuell ansprechenden Gouvernante auf das nackte Gesäß geschlagen wird und er dadurch eine Erektion bekommt. Entsprechende Handlungen sollen unter anderem dazu geführt haben, dass junge Männer (manchmal auch eine junge Frau) danach zu masturbieren begonnen hat – auf diese Weise, so wird behauptet, sei dann die Lust an den Schlägen entstanden.

Gibt es eine allgemeine Lust auf erotische Züchtigungen?

Das erträumte Szenario
Das mag in einzelnen Fällen zutreffen – sehr glaubwürdig ist aber auch dies nicht. Wir wissen nun ziemlich sicher, dass ein beachtlicher Anteil der Männer (29 Prozent) und ein ausgesprochen starker Anteil der Frauen (38 Prozent) davon träumt, erotisch gezüchtigt zu werden.

Warum die meisten davon nicht „zur Ausführung schreiten“ hat viele Gründe: Scham, Angst vor der Realität – und zumeist auch, einfach niemals mit einer Person in Berührung gekommen zu sein, die bereits Praxis in derartigen Verhaltensweisen hat.

Schmerzlust und schmerzliche Wollust überwiegen

Stellt man nun emotionslos und nach logischen Gesichtspunkten eine Reihe von Gründen auf, die zum Wunsch nach Züchtigung führen, so kann mit einigem Recht behauptet werden, dass die Lust nach wie vor die größte Rolle spielt.

1. Um die erotische Lust intensiver zu empfinden.
2. Als Vergeltung für Sünden, Fehlverhalten und dergleichen, die eigentlich niemals mehr gesühnt werden.
3. Um dem Partner zu beweisen, „wie viel man aushält“
4. Um den aufgespeicherten psychischen Schmerz eine andere Ausdrucksform zu geben (zum Beispiel das Hinausschreien).
5. Um einen Grund zu haben, sich „in Tränen aufzulösen“.

Unterwerfungsfantasien kontra Züchtigungsfantasien

Die Lust daran, dominiert zu werden (körperlich, physisch oder sexuell) und dabei Schläge zu empfangen, liegt bei submissiven weiblichen wie auch männlichen Träumern bei etwa 55 Prozent, wobei diese Zahlen rechnerisch ermittelt wurden und deshalb nicht völlig zuverlässig ist.

Trotz all dieser Forschungen, Zahlen oder Fakten haben wir alle keine Ahnung, was wirklich in jenen vorgeht, die sich „übers Knie legen“ lassen, um von einer sanften, aber kraftvollen Hand gezüchtigt zu werden. Und wir wissen auch nichts über jene, die sich auf Prügelböcken schnallen lassen und dabei bis zur psychischen Erschöpfung leiden und lüsten.

Es mögen wenige sein - doch wenn die Fantasie ein starkes Drittel der Frauen und ein ebenso starkes Viertel der Männer befällt, dann sollten wir diese Menschen nicht verachten, sondern ihre Lüste als das nehmen, was sie sind: menschliche Regungen, die wir nicht verstehen, aber akzeptieren müssen.

Bild oben: Grafik, genaue Herkunft unbekannt, "The Cully Flaug'd", 17. Jahrhundert.
Bild Mitte: Nach einer Buchillustration
Bild unten: Traumsequenz, Quelle unbekannt..

Welchen Preis zahlst du für die Liebe?

Das den Annehmer bewegende Gefühl ist der Schmerz. Die Erfahrung des Schmerzes als Preis für die Liebe, der er erhält, ist ihm vertraut. Er kann damit leben.

Daniel Casriel

Emotionen ausgelaugt ... keine gute Lösung
Liebe ist keine beliebig verfügbare Ressource. Das heißt: Es gibt nicht genügend Menschen, die Liebe im Überfluss verschenken können oder wollen. Hingegen gibt es einen riesigen Bedarf an Liebe, der vom Angebot nicht gedeckt werden kann.

Wie gehen die Menschen mit der Ressource „Liebe“ um?

Ganz grob können wir Menschen in zwei Kategorien enteilen:

Ablehner

Die Einen haben eine lange Zeit (mindestens in der Kindheit) Liebe erfahren, ohne etwas dafür tun zu müssen. Sie sind überrascht, wenn für die Liebe später ein Preis aufgerufen wird, und besinnen sich dann oft darauf, sich selbst lieben zu können, wenn es an der Liebe anderer mangelt.

Annehmer

Die Anderen mussten schon bald etwas leisten, um geliebt zu werden. Sie lernten: Liebe hat einen Preis, und es kann schmerzlich sein, ihn zu entrichten. Weigere ich mich aber, ihn zu bezahlen, geht es mir schlecht. Idealerweise müsste ich nun ökonomisch denken: für möglichst wenig Schmerz viel Liebe einzuhandeln.

Der zitierte Daniel Casriel nennt die eine Gruppe die „Ablehner“ die andere die „Annehmer“. Ein extremer „Ablehner“ wäre bereit, auf die Liebe anderer zu verzichten, um sich selbst und seien Ideen zu verwirklichen, gleich, ob man ihn dafür liebt oder nicht. Hingegen würde ein extremer „Annehmer“ jeden Verlust, jeden Schmerz und jede Erniedrigung hinnehmen, um auch nur ein wenig Liebe zu erhalten.

Die meisten Menschen liegen mit ihren Gefühlen nicht an den Extremen, sondern irgendwo im Mittelfeld, das heißt, sie kennen den Preis, den sie für die Liebe zu zahlen bereit sind, und sie können „damit gut leben“.

Liebe, was ist dein Preis?

Der übliche Preis für die Liebe ist der Verlust der völligen Freiheit, also „zu fühlen, zu denken und zu handeln, wie man selber will“. Typisch für die Ausgangslage wäre die Aussagen eines „ablehnenden“ Singles: „Ich kann tun was ich will, reisen, wohin ich will und schlafen, mit wem ich will.“ Bindet sich dieser Single, so sind diese Freiheiten erheblichen Einschränkungen unterworfen. Der „Annehmende Single“ würde sagen: „Ich verzichte gerne auf meine Freiheiten und tauschen dafür Liebe, Geborgenheit und Sinnhaftigkeit.“

Wenn der Preis für die Liebe zu hoch wird

Das alles wäre akzeptabel, wenn die Annehmer nicht mit gefühlssaugenden menschlichen Vampiren rechnen müssten. Jene wissen, dass manche liebebedürftige Menschen sozusagen „jeden Preis“ zahlen, sogar den, sich selbst emotional zu zu zerstören. Ob man solche Menschen, wie Casriel vorgibt, als „neurotisch“ oder „charaktergestört“ bezeichnen kann, ist eine Frage, die Psychiater und Psychologen unter sich klären sollten. Der Mensch, der liebt, kennt seine Bedürfnisse und Entbehrungen, seine Triebe, Lüste und Tränen, aber er handelt auf keinen Fall vernünftig. Der Preis für die Liebe ist zumeist dann zu hoch, wenn die eigene Selbstachtung dauerhaft verloren geht, die finanziellen Ressourcen aufgebraucht sind, der Körper nachhaltig geschädigt wird oder die sozialen Grundlagen wegbröckeln.

Geld, Emotionswährung und „Niedergang“ als Preis

Geld und Gut als Tauschmittel für die Liebe sind nicht gerne gesehen, was nicht heißt, dass es dennoch recht viele Menschen gibt, die sich auf solche „Deals“ einlassen. Zwar wird hier nur die Illusion der Liebe „verkauft“, aber sie wird in längeren Beziehungen oft so perfekt gespielt, dass wenigstens der „Käufer“ meint, echte Liebe zu erhalten.

Weniger verpönt ist die Liebe gegen Emotionswährung. Dabei versucht der Partner, Liebe zu geben und damit sein „psychisches Einkommen“, also seine emotionale Zufriedenheit, zu steigern. Erwünscht ist, einen Mehrwert zu erzielen: „Ich gebe Liebe – davon habe ich reichlich. Ich tausche dafür Glück und Zufriedenheit, davon habe ich nicht genug.“ Der Mehrwert kann auch in Macht, Einfluss oder einer besseren sozialen Stellung bestehen.

Die wirklichen Gefahren und dreckigen Methoden

Obgleich beide Methoden als „unethisch“ gelten mögen, sind sie immer noch gefahrloser als „Liebe gegen Seelenausverkauf“. Bei dieser Variante erlaubt die/der Liebessehnsüchtige, dass ihre/seine Emotionen bis zur Neige, möglicherweise gar bis zum Wahnsinn erschöpft werden. Abgemildert könnet man sagen: Dabei wird der letzte Cent an Emotionswährung verschenkt, ohne einen einzigen Penny an Glück zu gewinnen.

Was bedeutet Sadismus und Masochismus in diesem Fall?

Ablehner sind keine typischen Sadisten – sie haben es nicht nötig, denn sie genügen sich selbst. Und obwohl „Annehmer“ keine „geborenen“ Masochisten sind, können sie offenbar leicht in solche verwandelt werden. Die Gefahr geht davon aus, durch die Liebe, die ja bereits eine Abhängigkeit ist, in weitere Abhängigkeiten hineingetrieben zu werden. Geschieht dies mithilfe der bekannten „Salamitaktik“, so können die Betroffenen am Ende nicht einmal mehr feststellen, wann die „totale Unterwerfung“ stattfand. Der fließende Übergang ermöglicht dem böswilligen Partner, den Annehmer emotional auszubluten.

Das Fazit - der Preis der Liebe

Liebe hat einen Preis, aber kein Etikett, von dem er ablesbar ist. Er wird normalerweise in der Aufgabe gewisser Freiheiten bezahlt. Je größer das Liebesbedürfnis ist, und umso schwerer es erfüllbar ist, umso mehr steigt der Preis.

Seit einigen Jahren ist üblich, das „psychische Einkommen“ mithilfe von Liebe aufzubessern. Dabei wird versucht, Liebe (alternativ auch puren Sex) als Tauschmittel gegen Glück einzusetzen. Den Preis legt jeder selbst fest – wichtig ist nur, dass ein fühlbarer Gewinn erzielt wird. Das jedenfalls behauptet der Ökonom und Historiker Gérard A. Böcklemann.

Wer mit einem beinahe erschöpften „psychischen Einkommen“ dennoch versucht, den Preis der Liebe zu bezahlen, macht psychische (gelegentlich auch soziale, finanzielle oder körperliche) Schulden, die das Ende der glücklichen Existenz einläuten können.

Anmerkung: Daniel Casriel ist wegen einer seiner Methoden umstritten, trifft aber mit dem Zitat dem Nagel durchaus auf den Kopf. Gérard A. Böcklemann hat versucht, den Preis der Liebe näher zu definieren, und zwar ins seinem Buch „Ökonomie der Sexualität“.

Irrtümer und Wahrheiten um „zueinander passen“

Passt - weil die Klammer sie zusammenhält
Der Glaube, dass die eigene Sicht der Wirklichkeit die Wirklichkeit schlechthin bedeute, (ist) ist eine gefährliche Wahnidee.“
Paul Watzlawick (1)

In meinem gestrigen Beitrag habe ich euch geschrieben, warum ihr nicht fragen solltet: „Wer passt zu mir?

Dazu gehört auch, niemandem zu glauben, der behauptet „Ich kenne einen, der zu dir passt.“

Und was ist mit den Leuten, die dir solche Sätze einflüstern wollen?:

„Den passenden Partner finden“.
„Den Einen finden (oder die Eine).“
„Den richtigen Partner finden.“


Sie alle haben ein Ass im Ärmel – und das ziehen sie nur heraus, wenn du ihnen in irgendeiner Form dein Geld gibst: Mitgliedschaft, Beratung, Bücherkauf, Seminar.

Hinzu kommen all die Hellseher, Pendler, Astrologen und Kartenschläger, die möglichst auch noch von deiner Unsicherheit profitieren wollen.

Gestern habe ich sinngemäß geschrieben:

Raus: „Wer passt zu mir?“
Rein: „Wen mag ich?“

Heute will ich etwas Komplizierteres erklären – aber mit einfachen Worten.

Wenn du dir überlegst, was das Wort „Passen“ eigentlich bedeutet, dann weißt du: Dabei geht es um Verträglichkeit. Also doch wieder „Volksmund“? Nochmals das Psycho-Geplänkel von „Gleich und Gleich?“

Nicht verblüffen lassen - Gehirn zuschalten

Vor dem Gebrauch einer Phrase lohnt es sich bisweilen, das Gehirn zuzuschalten und zu fragen: „Und worin gleich?“ Die sogenannten „Fachleute“ werden sofort losschnattern. „In Persönlichkeitsmerkmalen“, werden sie dir sagen, und wenn sie noch besonders schlau wirken wollen, dann sagen sie: „in beziehungsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen.“ Das alles könnt ihr getrost vergessen.

Persönlichkeitsmerkmale aus der psychologischen Mottenkiste

Diese sogenannten „Persönlichkeitsmerkmale“ sind Einstufungen, die sie bei älteren Psychologen gemopst haben. Man beruft sich dabei gerne auf Carl-Gustav Jung (2) oder auf das Fünffaktorenmodell. (3) Gut – die Mehrheit der Anwender im Bereich der Partnersuche sagt inzwischen, dass sie dies alles nicht mehr verwenden würden, weil sie ein geheimnisvolles besseres Modell entwickelt hätten. Das kann man glauben oder auch nicht.

Wie ist es aber wirklich? Gibt es diese „Persönlichkeitsmerkmale“ überhaupt? Und gäbe es sie tatsächlich, hätten sie dann irgendeine Bedeutung für die Partnerwahl? Daran gibt es Zweifel aller Art. Wer wirklich weiß, was „Passen“ eigentlich bedeutet, nämlich „miteinander verträglich sein“ wird mir auch zustimmen, ohne dass ich eine Begründung für meine Ansicht gebe.

"Passen" ist mehr als "Persönlichkeitsmerkmale vergleichen"

In Wahrheit bedeutet „passen“ nicht, dass irgendwelche Persönlichkeitsmerkmale übereinstimmen oder einander ähnlich sind, sondern dass die Realitäten beider Personen verträglich sind.

Nun musst du dich versuchsweise ein bisschen auf Philosophie einlassen. Und das geht so:

- Du hast eine Vorstellung.
- Du hältst diese Vorstellung für die Realität.
- Du denkst, dass die Realitäten der anderen mit deiner Realität übereinstimmen.

Ich sag dir schon mal vorab dies: Es ist höchst unwahrscheinlich. Also musst du jemanden finden, dessen Realität sich am besten mit deiner Realität verträgt. Oder etwas genauer:

Deine Wirklichkeit und die Wirklichkeit der anderen sollten sich in einem möglichst großen Bereich überlappen.

Konstruktivismus - ein möglicher Schlüssel zum Partner

Diese Theorie entstammt der Schule des Konstruktivismus. Sie besagt, dass wir „nicht wirklich über die Wirklichkeit verfügen“, sondern sie uns aus den Bruchstücken unserer Erfahrungen „zurecht schneidern“. Diese Theorie ist unbequem, weil sie voraussetzt, dass wir über alle emotionalen Belange (auch über sexuelle) erst einmal „verhandeln“ oder „kommunizieren“ müssen, und nicht davon ausgehen können, dass schon zuvor eine Übereinstimmung besteht.

„Unbequem“ ist kein Argument gegen etwas. Und eure Partnersuche könnt ihr mit dem Satz „ich suche einen Partner, dessen Welt sich mit meiner verträgt“ gelassen schmücken.

(1) Paul Watzlawick "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?" , Vorwort, Seite 9.
(2) Carl-Gustav Jung. Veröffentlichung zum Thema ca. 1921.
(3)Fünf-Faktoren Modell (darauf teilweise basierend) : Erfunden 1936, dann fast vergessen, 1980 wieder neu belebt. seither eine Art "Favorit" unter Psychologen.