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Umstritten - Schläge auf den Po beim Sex?

Der Po - verführerisch oder nicht?
Im Herbst erinnern sich viele Autorinnen/Autoren wieder daran, dass sie einen „Derriere“ haben, gemeinhin als „Hintern“ bezeichnet und in der Liebe manchmal als „Po“.

Kürzlich hat eine Dame ein bisschen aus der Schule geplaudert - aus ihrem Leben und dem Leben enger Freundinnen. Der Artikel wart verheißungsvoll überschrieben, was mich veranlasste, ihn zu lesen. Die Autorin behauptete:

Die Mehrheit meiner männlichen Partner waren und sind von Schlägen angetan, vor allem, wenn sie diese austeilen, obgleich es auch einige gibt, die gerne welche bekommen.

Die Wissenschaft weiß eigentlich gar nichts über lustvolle Schläge

Unter Wissenschaftlern, dies sie vorausgeschickt, gibt es keine einheitliche Meinung zum Thema. Nüchtern und rein körperlich betrachtet, sind es die empfindlichen Nerven auf unserem Hinterteil. Wenn sie jemand berührt, sei es durch Liebkosungen oder durch intensivere Reize, reagieren sie. Und bei vielen Menschen lösen diese Berührungen Lust aus. Hinzu kommt, dass die in der Nähe des Gesäßes liegenden Genitalien dabei ebenfalls gereizt werden. Wo die Grenze zwischen Lust und Schmerz liegt, ist individuell verschieden. Bekanntlich gibt es Menschen, die wenig Schmerz empfinden, während andere reagieren wie die sprichwörtliche „Prinzessin auf der Erbse“.

Psychologische Theorien - sind sie haltbar?

Psychologisch betrachtet, gibt es viele Theorien - aber kleine davon wurde jemals eindeutig bewiesen. Die schrecklichste Annahme der „frühkindlichen“ Erfahrungen wird umso unwahrscheinlicher, je mehr Menschen ihre Lust an sinnlichen Schlägen erst im Erwachsenenalter entdecken. Manchmal wird dies als „die Lust an der Unterwerfung“ bezeichnet. Damit wären aber psychologische Motive weitgehend ausgeschlossen, weil das Demutsverhalten eine Eigenschaft ist, die wir mit den meisten Säugetieren teilen. Und wir haben aufgrund unseres immerwährenden Spielverhaltens die Möglichkeit, auch „Demut zu spielen“, wenn es nicht nötig ist.

Nun, was denken „Frauen“ über die Lust an Schlägen?
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Ach, der neue Trend im „Dating“ - Intuitives Dating?

Immer wieder lese ich von einem „Neuen Trend im Dating“, und er heißt (Simsalabim) „Intuitives Dating“. Propagiert oder „erfunden“ wurde die Masche von der Therapeutin und Vielschreiberin Julia Bartz.

Den Gedanken aufgreifen, um Geschäfte zu machen?

Seither gibt es zahllose Menschen, die sagen: „Oh, davon versteh eich euch etwas“ mit den üblichen Bemerkungen, dass man bei ihnen gut aufgehoben ist für Therapie oder Kurse. Teils verwenden sie die üblichen Versprechungen der Esoterik wie „Schließe deine Augen und meditiere, bevor du zum Date gehst“, wenn nicht gleich ein Seminar angeboten wird.

Intuition ist eine Eigenschaft - und man kann sie bei Begegnungen nutzen

Keiner sagt euch, dass es kein „intuitives Dating“ gibt, sondern bestenfalls eine gute Intuition, wenn es um Menschen geht, denen man begegnet. Normalerweise wir durch die Natur, die Erziehung und die Erfahrung damit ausgestattet.

Was heißt also „intuitives Dating“?

Eigentlich nur, sich auf sich selbst und die eignen Wünsche zu konzentrieren und sich mit Menschen einzulassen, die man wirklich will. Das ist nicht neu, es sei denn, man sieht darin einen Widerspruch zu dem Versprechen, den „wirklichen passenden Partner“ durch Psychotests zu ermitteln.

Intuitives Dating? Klar, damit kann man sich interessant machen als Therapeut oder Berater. Aber es sagt nichts darüber, wie, wo und auf welche Weise du einen Partner findest.

Besipiele: GQ
Original: "Psychology Today"
Verbreitung über Frauenzeitschriften: Beispiel.

Das ICH, das Gehirn und ich

Ohne jeden Zweifel haben Säugetiere ein Gehirn, Primaten selbstverständlich auch, und sogar Menschen.

Die Frage ist, was „es“ tut. Und „es“ kann sehr viel, ohne dass wir etwas dazutun. Was „es“ noch nicht kann, kann „es“ lernen. Was wir optisch links sehen, ist optisch rechts, was wir oben sehen, ist optisch unten. Wie es ist, aufrecht zu gehen statt am Boden herumzukrabbeln, lernt „es“.

Ich habe die Neigung, dem Gehirn zu vertrauen. Danach folgen kybernetische Grundsätze, aber durchaus auch ökonomische und soziale Notwendigkeiten.

Nun macht all dies nicht „das Menschsein“ aus. Leider schreibe ich keine Bücher, und täte ich es, so würde so ein Buch über „das Menschsein“ zu meinen Lebzeiten kaum noch vollendet.

Was ist denn das ICH eigentlich wirklich?

Kürzlich wurde ich erinnert, dass es da noch ein ICH gibt. Nein, es ist mir nicht neu. Das philosophische ICH wird über das Denken definiert. Das psychologische ICH bezeichnet Instanzen des Bewusstseins. Selbst ziemlich ungebildete Menschen kennen das ICH und das ES, manche auch noch das ÜBER-ICH.

Doch was nützt es, diese recht unscharfen Instanzen zu kennen? Wir werden gelegentlich danach beurteilt, wie wir sie nutzen - ob wir sie nun kennen oder nicht. Wer Eric Berne kennt, weiß, wie man eine praktische Bedeutung aus dem ICH-Trio ableiten kann - für den Rest von uns ist es Bildungsbürgerwissen.

Doch all dies - wie immer wir es nennen - sagt im Grunde gar nichts aus. Denn wir werden, ob wir wollen oder nicht - ständig mit Prozessen konfrontiert. Das sind komplizierte Vorgängen, die auf ein Zusammenwirken vieler Komponenten der Existenz beruhen.

Verführt das ICH oder wird es verführt?

Nehmen wir eine Verführung. An ihr sind wenigstens zwei Personen beteiligt, also auch zwei ICHs. Eric Berne würden nun sagen, dass mindesten sechs ICHs am werkeln sind. Wenn die „sozial korrekte“ Verführung gelingen soll, muss ein Partner Bedürfnisse ansprechen, die der andere ohnehin hat, die aber im Moment nicht hervortreten. Was passiert also? Was tun die ICHs?

Die Antwort könnte Ronald D. Laing geben: „Sie spielen ein Spiel. Sie spielen damit, kein Spiel zu spielen.“

Ein Beobachter würde das Spiel ohne Zweifel erkennen. Den beiden Beteiligten wäre möglich, ganz „ICH“ zu sein, also der eigenen Taten voll bewusst.

Und nun die Frage: Was wäre diese Verführung, wenn beide im vollen Ich-Bewusstsein handeln würden? Sie wäre keine Verführung mehr, sondern ein Handel.

Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die über die Sichtweise der Psychoanalyse hinausdenken. Sie sprechen dann von „Modellen des Selbst“ und nicht von „Strukturmodellen der Psyche“.

Das Fazit - ist Liebe eine Frage des ICH?

Wie war das also? Unser Gehirn lädt uns in der Sexualität zum Spielen ein. Es besitzt einen enormen Vorrat an Drogen, um uns entsprechend zu beeinflussen. Wir, also unsere bewussten ICHs, sind dabei kaum gefragt. Wir können das Gehirn ausbremsen, können die gewünschten Folgehandlungen sogar ablehnen. Das heißt: Wir können den Initiator des Spiels ignorieren.

Aber wir können nicht ändern, dass die Natur einen anderen Plan hat.

Sind Online-Dater „Psychopathen“?

Partnersuchende online - Seelenlose, selbstbezogene psychische Wracks?
Wenige Probanden, viele Vermutungen und spektakulär aufgemachte Ergebnisse - das ist die Masche, die bei vielen „wissenschaftlichen“ Veröffentlichungen verwendet wird.

Diesmal waren es Wissenschaftler aus Linz, die ein dreiwöchiges Experiment an 555 erwachsenen Personen durchführten. Man untersuchte ihr Verhalten an Smartphones unter Einbeziehung von Dating-Apps und baten die Teilnehmer zusätzlich, an zwei Tests teilzunehmen. Einmal unterwarfen sie sich den „Big Five“, der vielfach auch von Online-Dating-Firmen verwendet wurde. Dann aber auch einem Test auf die „Dark Traits“, also Eigenschaften, die von Psychologen negativ bewertet werden.

Ihr Ergebnis vorab, so wie es in die Presse kam (Forbes):

Bei emotional weniger stabilen Personen war die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie Dating-Apps verwendeten.

Was heißt das für Dich, wenn du Dating-Apps benutzt?

So gut wie gar nichts. Wer einen Partner sucht, muss seine Persönlichkeit zwangsläufig in den Vordergrund stellen. Und er benutzt dazu, wie die meisten Säugetiere, oftmals eine übertriebene Werbung, die imponieren soll. Der/die Partnersuche steht dabei in Konkurrenz zu vielen anderen. Dabei ist auch klar, dass er/sie „nicht teilen“ will – seine/ihre soziale Aufgabe sieht er/sie darin, den Partner „für sich selbst“ zu finden, und dies höchst eigennützig.

Eigennutz und Gemeinnutz bei der Partnersuche

Wer aus Eigennutz, zum Beispiel aus Fortpflanzungswillen handelt, kann, unabhängig von den Methoden, mit denen er/sie sucht, durchaus als „sozialverträglicher Mensch“ angesehen werden. Sobald Eigennutz auch der Gesellschaft zugutekommt, verliert das Wort seinen bösen Beiklang. Und: Sind sich „Wissenschaftler“ eigentlich klar, dass sich Partnersuchende (aber auch nach simpler sexueller Befriedigung Suchende) in Ausnahmesituationen befinden, die eben nicht der „Alltagsnormalität“ entsprechen? Offensichtlich nicht.

Zwischenbilanz - keine schlüssigen Beweise für "emotionale Instabilität"

Für diejenigen die nicht weiterlesen wollen, weil sie Details hassen:

Die Forschung hat keinesfalls den Beweis erbracht, dass Benutzer von Dating-Apps Psychopathen sind - und auch nicht, dass sie emotional generell weniger stabil sind.
"Sind Online-Dater „Psychopathen“?" vollständig lesen

Warum fantasieren wir eigentlich über Erotik und Sex?

Die Fantasie zeigt mehr als das Alltagsgesicht
Warum fanatisieren wir eigentlich über Erotik und Sex? Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Und hast du dich gefürchtet, weil du dachtest, damit allein zu sein? Wir haben für dich aus zuverlässigen Quellen recherchiert. Dies ist unser Ergebnis.

Zunächst fantasieren wir, weil wir es können. Das heißt, wir haben die Fähigkeit, uns etwas vorzustellen, was wir voraussichtlich nicht tun werden. Aber wir stellen uns vor, wie wir uns fühlen würden, wenn ...

Die Welt der Fantasie - wohlig kribbelnd - die Realität - kalt und angstvoll

Denken mag „Probehandeln“ sein, Fantasien sind es nur sehr selten. Ich will euch ein Beispiel dafür nennen:

Stell dir vor, du wirst aufgefordert, dich spontan auf einer Party unter Fremden bis auf den Slip ausziehen. Alle anderen Teilnehmer(innen) sind vollständig bekleidet, sodass aller Augen auf dir ruhen ... eine dir unbekannte Frau kommt herein und sammelt all deine Kleidungsstücke auf. Du fragst noch, wohin sie die Kleidung bringt, hoffend, dass du sie später wiederfinden könntest, „Wo bitte bringen Sie meine Kleider hin?“ Die Antwort ist: „Die kommen in den Altkleidercontainer. Taugt doch nichts, das Gelumpe.“

Diese relativ harmlose Fantasie klingt in der Theorie ganz hübsch und sehr erregend, aber in der Praxis wäre sie ein Horrortrip. Oder hast du eine Ahnung, wie du ohne Kleidung wieder nach Hause gehen kannst?

Erregende erotische Träume - mögliche Gründe dafür

Die meisten Fantasien bleiben aber deshalb unerfüllt, weil sie viel zu hoch über den persönlichen Toleranzen aufgehängt werden. Möglicherweise sind sie gerade deshalb besonders erregend.

Psychologen nennen mehrere Gründe (1), warum Menschen „so etwas“ tun, nämlich weil ...

1. Es dich stärker erregt als der Gedanke an gewöhnlichen Sex.
2. Du erforschen willst, wie du dich fühlen würdest, wenn ...
3. Du Bedürfnisse hast, die sich wahrscheinlich nicht erfüllen lassen.
4. Du ein Tabu brechen möchtest, du dich real aber nicht traust.
5. Du dir durch Konfrontation die Angst oder den Ekel nehmen willst.
6. Deine sexuelle Realität öde ist.
7. Du tatsächlich eine Begegnung planst oder für wahrscheinlich hältst, auf die du dich gedanklich vorbereiten möchtest.


Sich fürchten und ich dennoch danach sehnen

Die meisten dieser Gedanken betreffen Situationen, die du zugleich fürchtest und herbeisehnst. Einige davon sind so „krass“, dass du sie kaum jemandem erzählen wirst - deinem Partner oder der Partnerin nicht, und einem Fremden schon gar nicht. Es gibt jedoch eine Studie, die uns eindeutig sagt: Solche Fantasien sind übliche wie Gänseblümchen.

Die helle und dunkle Welt der erotischen Fantasien

Ich führe hier „die üblichen Verdächtigen auf“, die entweder von mehr als 50 Prozent der Befragten (2) erwähnt wurden oder die in anderen Erhebungen höher bewertet wurden. Sie wurden hier wegen der besseren Übersicht in Gruppen zusammengefasst.

- Alle Arten von Sex in Verbindung mit Romantik (bis zu 90 Prozent).
- Ebenso, jedoch in Verbindung mit Abenteuer oder Gefahr (gegen 80 Prozent).
- Oral und/oder Handverkehr (gegen 70 - 90 Prozent)
- Gruppenaktivitäten (vom Dreier bis zur Orgie - ca. 45 - 85 Prozent).
- Domination, Fesselungen und Züchtigungen (ca. 40 - 65 Prozent).
- Jemandem beim Sex zusehen (ca. 30 - 80 Prozent).
- Fetische aller Art (25 - 60 Prozent, Anmerkung 3).
- Gleichgeschlechtliche Aktivitäten (20 - 42 Prozent).

Warum die Tagträume nicht umgesetzt werden

Menschen, die versuchen, ihre Träume in Realitäten zu wandeln, sind nicht zu beneiden. Die Realität ist wesentlich kälter, komplizierter und oft enttäuschender als die Fantasie. Das mag merkwürdig klingen, weil einige der Aktivitäten als „harmlos“ angesehen werden könnten. Um dies zu verstehen, kannst du dir wieder vergegenwärtigen, dass erotische Träume von der Lust an der Überwindung eigener Schranken getrieben werden, zugleich aber auch die Furcht davor widerspiegeln. Die „kleinen Fluchten“ liegen meist in Rollenspielen in einem abgesicherten Umfeld. Diese Möglichkeit wird allgemein nicht als "Realität" bezeichnet.

Hinweis an unsere Leser

Zu dem Zahlen ist eine generelle Anmerkung erforderlich: Es handelt sich überwiegend um Tagträume oder Masturbationsfantasien. Bei der Zusammenfassung habe ich mehrere ähnliche Themen „gebündelt“. Mehrfachnennungen waren möglich. Die Übersetzung erfolgte sinngemäß, nicht wörtlich.

(1) Nach Healthline
(2) Kanadische Studie, dürfte auch anderwärts Gültigkeit haben. What Exactly Is an Unusual Sexual Fantasy?
Christian C. Joyal, PhD, Amélie Cossette, BSc, and Vanessa Lapierre, BSc, Department of Psychology, Université du Québec à Trois-Rivières, Trois-Rivières, Québec, Canada; Philippe-Pinel, Institute of Montreal, Montreal, Québec, Canada.
(3) Fetische sind keine eindeutige Bezeichnung. Sie können mit der Liebe zu Körperteilen (Füße, Brüste), Tätigkeiten, Materialien oder Gegenständen zusammenhängen.
(4) Die geringe Zahl wird oft bezweifelt, soweit sie Frauen betrifft.
(5) Mehr Informationen auch in Psychology Today