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Extreme und das angebliche Überschütten mit Liebe

Du hast einen neuen Mann kennengelernt? Herzlichen Glückwunsch!

Ach, und er ruft nie von sich aus an, und wenn du ihn anrufst, versucht er das Gespräch abzukürzen. Erfragt dich nie was, weil er nur mit sich selbst beschäftig ist, und er hört dir nie zu. Und er überlässt dir das Arrangieren von Dates?

Er mag nichts, was du magst, ist egoistisch und unhöflich, achten nur auf seine Befriedigung und vögelt dich ganz fürchterlich schlecht?

Er will nicht, dass du seine Eltern kennenlernst, und weigert sich, mit dir in Urlaub zu fahren?

Du hast deinen Traummann gefunden!

Ach, du denkst anders darüber? Vielleicht so:

Du hättest gerne jemanden, der sich mehrfach am Tag meldet, Fragen stellt, zuhört und interessiert ist? Der alles mag, was du auch magst? Der dir richtig tollen Sex schenkt und der dich seinen Eltern vorstellen will?

Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Mann meschugge ist, was man auch so schreiben kann:

Was du da erlebst, könnte ein Fall von manipulativem Love Bombing sein – ein ernstes Warnzeichen für eine Person mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung.


Ja, was war nun das? Eine Einschätzung einer Einschätzung, die auf einer Einschätzung beruht, die auf allerlei Wegen übers Internet verbreitet wurde. Was dahinter steht? Ein Artikel in „Psychology Today“, der allerdings nicht unmittelbar etwas mit der Partnersuche zu tun hat, sondern von manipulativen Männern handelt, die sich auf Frauen mit schwachem Selbstbewusstsein konzentriert haben. Diese werden mit Liebe überschüttet, weshalb man das Ganze auch „Love Bombing“ nennt. Dieser Artikel animierte nun zahllose Autorinnen und Autoren dazu, das Märchen vom „Dating-Trend“ zu verbreiten.

Das gelang mithilfe von Amateur- und Küchenpsychologie. Die Frauen und Männer, die’s schreiben, meinen es ja gut mit dir. Und am Ende haben sie für dich den Spruch, der offenbar als Allheilmittel für Dating-Entäuschungen stehen soll:

Wenn deine Intuition sagt, da stimmt etwas nicht, dann stimmt da auch meist wirklich etwas nicht.


Womit mal wieder nichts gesagt, aber viel geschrieben wäre. Denn dieser Spruch, vielfach gehört und immer wieder nachgeplappert, gilt für den Umgang, den gesunde, selbstbewusste, kritische junge Frauen im Alltag mit Männern an den Tag legen. Das Phänomen „Love Bombing“ wird in einer anderen Liga bespielt, in der höchst manipulative Kräfte (meist Männer) die Defizite anderer gezielt und mit Vorsatz ausnutzen.

Wenn du nun den ersten Teil dieses Artikels noch einmal liest, dann wirst du finden, dass alle Extreme deswegen schlecht sind, weil sie Extreme sind. Nichts zu bekommen, ist schlecht, und alles zu bekommen, kann auch schlecht sein. Unser Alltag wird aber höchst selten in Extremen gelebt – und deswegen – vergiss „Love Bombing“.

Zitate aus "Wunderweib"

Ähnlich spekulativ in: Beziehungsweise

Die Quelle, aus der ursprünglich fast alles weiterverbreitetet wurde: The Sun.

Die Ur-Quelle mit echter Psychologie: Psychology Today.

Zum Date gehen – und wissen, dass du keinen Sex schenken kannst

Zum Date gehen – und wissen, dass du keinen Sex schenken kannst

Ja klar, da könnt ihr euch mal wieder empören, nicht? Ich hör schon die Worte: „Aber warum willst du denn jemandem Sex schenken, den du gerade erst kennengelernt hast?“

Nun, es geht gar nicht um mich. Es geht um alle (Frauen und Männer), die nicht asexuell sind, aber die auch keinen Sex haben können, weil es sie entweder schrecklich schmerzt oder weil es viel zu lange dauert, bis sie erregt werden. Und bei Männern, weil sie durch Operationen oder andere Ereignisse impotent geworden sind. Doch alle haben schon diese Erfahrung gemacht: Psychologen, Therapeuten und Ärzte sind schnell mit Trost und Rat bei der Hand- mit falschem Trost und nutzlosem Rat. Die einen erzählen dir, eine Beziehung wäre „mehr als Sex“. Das sagen dir die Pfarrer auch, und es nützt dir überhaupt nichts. Und die Ärzte sind alle irgendwie hilflos. Wie soll auch jemand, der ständig Sex haben kann, wissen wie es ist, zu lieben und keinen Sex zu haben? „Sie können ähnliche Gefühle haben wie eine gesunde Frau“.

Diese Sache mit dem „ähnlich“ ist lächerlich. Du kannst kein Gefühl haben, das ähnlich ist wie eines, das du gar nicht kennst. Solltest du es doch kennen, aber nicht mehr oder jedenfalls nicht mehr mit deinem Partner zelebrieren können, dann wirst du wissen, was du entbehrst.

Sicher ist, dass du noch etwas geben kannst. Frauen können Fellatio schenken, Männer Cunnilingus. Aber das musst du eben auch mögen, und besonders Männer haben ja immer eine gewisse „katzenscheu“, wenn’s darum geht. Na ja, und Frauen machen es ja auch nicht wirklich gerne, oder? Manches bleibt dir trotzdem. Zum Beispiel, den Körper des anderen zu liebkosen, wo immer und wann immer es möglich ist.

Ich habe etwas dazu gelesen, was euch vielleicht interessiert, wenn ihr „innerlich Lust“ habt, aber äußerlich nichts geht.

Warum wollen Frauen eigentlich erotisch dominieren?

Warum wollen Frauen eigentlich dominieren? Manche sagen: Sie wollen es gar nicht, es sei nur eine "Urbane Legende". Andere wollen etwas wissen oder erfahren haben, was Sie in psychologischen Betrachtungen gelesen haben. Doch wo liegt die Wahrheit? Unser Autor versucht, das Thema auf sehr ungewöhnliche Art anzugehen.
Die Dominanz kann viele Ausprägungen haben

Eine recht ungewöhnliche Antwort auf die Frage, warum Frauen dominieren wollen, könnten wir aus der Ökonomie ableiten: Es gibt eine große Anzahl an männlichen und weiblichen Submissiven. Das heißt, die Nachfrage ist riesig, während das Angebot ausgesprochen gering ist. Die Frage, warum sich sowohl Frauen wie auch Männer gerne Frauen (und nicht etwa Männern) unterwerfen, ist einfach: Sie erwarten mehr erotisches Einfühlungsvermögen von einer Frau als von einem Mann. Der „Dominatrice“ selber bringt dieser Umstand das Gefühl, sehr bedeutend zu sein, weil es viele Menschen gibt, die ihre Dienste in Anspruch nehmen möchten. Ja, ein Teil davon fleht sie förmlich an, sie doch als „Sklave“ oder „Sklavin“ zu akzeptieren. Das erzeugt ein ungeheures Gefühl der Macht – und so können sie sich kleine Imperien aufbauen, in denen sie liebevoll nach eigenem Gusto herrschen können.

Psychologische Betrachtungen über Dominanz sind holprig

Ökonomisch ist die Frage also schneller beantwortet als psychologisch. Doch auch Psychologen glauben, dass es der Dominatrix in erster Linie um die Macht geht, die sie über andere hat. Wir wissen ja aus zahllosen Schilderungen, dass sich bereits junge Mädchen kleine Imperien aufbauen, um sich und anderen ihre Macht zu beweisen. Selbst in Firmen und Organisationen bauen Frauen Subkulturen um ihre Person herum auf, zu der oft ein eigenartiger Hofstaat gehört. Es sind ledige, meist unschöne Kolleginnen, devote männliche Jungangestellte, die sich an ihrer Schönheit laben wollen und leicht verkommene männliche Gestalten ohne Perspektive, die leicht zu führen sind. Wenn Sie sich fragen sollten, wo denn nun der Lohn bleibt, so sage ich Ihnen: Da falle jede Menge Sozialtaler auf das Konto der Rudelführerin – das ist übrigens bei manchen Affenarten ganz ähnlich.

Doch so ganz sind die Psychologen nicht damit einverstanden – sie vermuten nach freudscher Denkweise eine Fehlentwicklung. Dazu gehört beispielsweise, in der Jugend nicht genügend Liebe und/oder Aufmerksamkeit bekommen zu haben und deshalb die Dominanz an sich gerissen zu haben. Auch wird behauptet, dass diese Frauen ohne Maß und Ziel erzogen wurden, und schließlich werden diese Behauptungen mit dem üblichen Vorwurf getoppt, sexuelle Übergriffe erfahren zu haben.

Sexistisch: Frauen haben einen Tick, weil sie dominieren wollen

Was die Fehlentwicklung betrifft, so wird schnell deutlich, dass hier sexistische argumentiert wird: Für die meisten Jungen wäre es ein Traum, Häuptling eines Clans zu sein, der aus Männern und Frauen besteht. Ihm würde vielleicht sogar eine große Karriere als wirtschaftlicher oder politischer Führer vorausgesagt – und zwar unabhängig davon, wie viel Liebe er bekommen oder entbehrt hat.

Natürliche Veranlagung und die Erfahrung, als dominante Frau erwünscht zu sein

Ich behaupte einfach: Eine Frau, die es schafft, viele Menschen um sich zu scharen, hat eben die Veranlagung, dies zu tun – egal, wann, wie und womit sie diese Fähigkeit erwarb. Und sie kann diese Fähigkeit nutzen, um andere zu fördern oder auch, um ihnen zu schaden.

Das heißt nicht, dass alle Frauen, die Menschen für sich begeistern können, dominant sein müssen. Und es bedeutet auch keinesfalls, dass jeder dominanten Frau unendliche Sympathien entgegenschlagen.

Die „echte“ Dominatrix wird das, was sie ist, immer erst durch die Art der devoten Menschen, mit denen sie zusammenkommt. Es gibt einige Beispiele, dass die vorzüglichen Eigenschaften dominanter Frauen erst durch unterwürfige Frauen und Männer entwickelt wurden. Es ist ungefähr so, als wenn man plötzlich Vorgesetzter in einem Betrieb wird: Wie man sich dabei entwickelt, hängt neben den eigenen Fähigkeiten sehr von den Eigenschaften der Mitarbeiter ab.

Auf diese Weise wäre es eigentlich ganz normal, dass es einige dominante Frauen gibt, es einfach lieben, Führerinnen eines gemischten Rudels zu sein. Warum sie zur erotischen Dominanz kommen und nicht etwas Abteilungsleiterin werden, ist eines der Geheimnisse des Seins. Möglicherweise liegt es einfach daran, dass Individualistinnen selten Freude daran haben, Büromief zu atmen und den direktiven „von oben“ zu folgen. Und falls dann auch noch ein Schuss Neugierde dazu kommt, was devote Menschen alles tun würden, um ihr zu gefallen – dann ist die Dominatrix eigentlich perfekt.

Warum ich nicht von Geld redeten? Warum sollte ich? Ich frage ja auch nicht, warum ein Kunstmaler Geld damit verdienen möchte, eine Leinwand mit Farbe vollzupinseln.

Schäm dich doch nicht …

Einstmals sagte die Mutter wahrscheinlich zu dir: Schäm dich! Das sagt ein junges Mädchen nicht, dafür sollte sich eine Frau nicht interessieren oder noch schlimmer: Das tut eine Dame niemals. All dies und noch viel mehr schlummert tief in in dir, in mir und fast in allen Menschen – natürlich auch in manchen Männern. Manchmal ist es nur der Hauch des Schämens, der dich zögern lässt, dann aber ist es eine enorme Kraft, die dich lähmt. Wenn es so ist, gibt es drei Wege: Weiter darunter leiden, selbst etwas zu verändern oder professionelle Hilfe zu suchen. Wahrscheinlich werden dir mache Leute sagen, dass Scham ein natürliches Gefühl ist und es dazu dient, Gefahren abzuwehren. Aber denk dran, dass du erwachsen bist und du längst festgestellt hast, dass die deine Schamhaftigkeit behindert.

Schäm dich nicht – versuche, dir selbst zu helfen

1. Versuche, dir und deinen Gefühlen zu vertrauen

Den Gefühlen zu vertrauen ist einfach. Aber dann steht die Scham plötzlich wieder da und sagt: Fühl’s nicht! Tu’s nicht! Sag’s nicht! Das ist der Punkt, an dem du ansetzen solltest: Wer hat dir gesagt, dass du dies oder jenes nicht fühlen, denken oder tun darfst? Und wie alt warst du, als man es dir sagte? Dann wirf diese störenden Geister heraus und sage: Ich will jetzt … will es mir gut tut. Vertraue deinem eignen Gefühl, nicht den Mäuschen hinter den Ohren.

2. Sieh nach vorn, nicht zurück – und lerne, zu genießen
Sich auf etwas zu freuen macht viel mehr Spaß als sich vor etwas zu fürchten. Manchmal wird es dir schwerfallen, weil ein großer Teil deiner Mitmenschen denkt oder schlimmstenfalls sagt, dass du „dich schämen solltest“. Es gibt immer noch Menschen und Institutionen, die Schamgefühle in der Liebe oder beim Sex als „gut und richtig“ ansehen. Und es ist gut, deinen Frieden mit der Vergangenheit zu machen. Liebe dich selbst, und leibe andere so wie dich selbst. Das kann nicht falsch sein. Und in der Liebe ist fast alles erlaubt, was Freude und Genuss bereitet. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen.

3. Hilf dir selbst oder nimm Hilfe an
Psychologen sind unterschiedlicher Auffassung darüber, wie man die Gespenster der Vergangenheit verjagt. Manche sagen, du müsstest die Ursache finden, also die Situation, in der du dich das erste Mal geschämt hast. Das mag gut sein, aber es ist mühsam. Ander sagen, du solltest dich einfach langsam herantasten an die Lust, dann würde die Schamhaftigkeit bald verschwinden. Du kannst dies ganz gut mit Masturbieren testen: Dazu brauchst du keine andere Person. Verschwindet deine Scham, wenn du Lust empfindest? Das ist schon ein guter Anfang. Wenn du einen Lohn dafür bekommst, dass du deine Scham oder vielleicht auch Furcht überwindest, dann ist der erste Schritt getan. Meist funktioniert Selbsthilfe, wenn nicht, kannst du immer noch nach professioneller Hilfe suchen.

Ein Problem wirst du bald erkennen: Für Schamhaftigkeit wird immer noch geworben. Manche Menschen sagen, dass wir schamhaft sein müssten, um unsere sozialen Strukturen zu festigen. Aber das ist Unsinn, wenn wir uns für etwas schämen, das keinen Sinn hat: für den Genuss, zum Beispiel.

Die Gesellschaftsordnung? Oh sie hängt ihren Schwanz wie der Esel, mal eher zur konservativen Seite und mal eher zur progressiven Seite. Mal ist Scham für das Zusammenleben unerlässlich, dann wieder sollte es bekämpft werden, weil diese Funktion überflüssig ist. Doch soviel wissen wir sicher: Wenn Schamhaftigkeit auf Vermeidung und Rückzug trifft, dann ist etwas mit uns nicht in Ordnung.

Also: Du solltest dich nicht schämen … wirklich nicht.

Wollen wir über Liebe reden?

Über Liebe sprechen ... oder lieber gleich von der Liebe heimgesucht werden?
Über kaum etwas wird so viel geredet wie über die Liebe. Geschwätzige Frauenmagazine, so manches Blog über „Beziehungen“ – und dazu jede Menge pseudo-wissenschaftliche Berichte und Stellungnahmen. Und weil das Thema so unendlich breitgequatscht werden kann, beteiligen sich alle daran: Philosophen, Psychologen, Urologen und Theologen. Neuerdings – ich gestehe es ein – auch ich, und zwar durchaus vom ökonomischen Standpunkt aus. Und dies – auch das muss ich gestehen – ist der absolut schlimmste Standpunkt, den Sie in Deutschland einnehmen können.

Er ist so schlimm, weil er nicht „edel“ genug ist. Denn die Standard-Definitionen über die Liebe haben Philosophen, Psychologen und Theologen gepachtet. Das allgemeine Credo: Die Liebe verschwindet und wir sollen darüber weinen.

Ach, die Liebe schwindet ... wirklich?

Mal schwindet die Liebe als Folge des Kapitalismus, mal als Ursache der Verweltlichung, mal wegen der Ausbreitung der Pornografie. Das einzige Problem dabei ist leider: Liebe ist ein merkwürdiges Gefühl, das keinen festen Regeln folgt. Und weil Meinungen und Annahmen der Feind der Fakten sind, wird zunächst immer erst behauptet: „Liebe ist ..“ Die Antwort ist so beliebig wie jeder Kitschschlager, und kaum ein Wissenschaftler hätte je eine bessere Formulierung dafür gefunden wie der Schlagertext: „Die Liebe ist ein seltsames Spiel.“

Alles gesagt mit dem Satz? Ja, was die Beliebigkeit betrifft. Nein, was das Gefühl selbst betrifft. Ich zitiere mal einige ziemlich aufeinanderfolgende Überschriften eines Blogs:

- Weil du die Liebe meines Lebens bist.
- Wiedersehen mit der ersten Liebe.
- Was geschieht, wenn man sich Liebe verdienen will?

Ja, ja … die Liebe. Kummer und Kitsch, Spiel und Spaß, Erregung und Frust. Und alles, alles, ist Meinungssache. Können wir nun wirklich nichts über die Liebe aussagen?

Was Liebe sein könnte

Na klar können wir. Dazu müssen wir erst einmal trennen:

- Liebe als Sozialkitt, zum Beispiel die Nächstenliebe.
- Liebe als „unbestimmtes Gefühl“, typisch für junge Leute.
- Liebe als verklärendes Wort für den Liebesrausch.
- Liebe als reine Begierde oder Wollust. („Sex“)
- Liebe als Kitschbegriff in Schlagern.
- Liebe als gewachsener innerer Zusammenhalt unter Paaren.

Bedeutet Liebe denn gar nichts Bestimmtes? Mit der Wortherkunft kommen wir sowieso nicht weiter – das Wort ist einem Wandel unterworfen, und dies bereit seit einigen Hundert Jahren. Also wer hilft uns?

Im Grunde genommen helfen uns die Grundlagen der Säugetiere, denn Liebe folgt nur zwei Gesetzen: Der Lust und dem Zusammenhalt, und sie konkurriert dabei mit sich selbst zwischen zwei Extremen. Einmal der lebenslangen, exklusiven Bindung an Gruppen oder Personen und dann dem flatterhaften Herumvögeln. Dazwischen liegt alles, was das Leben ausmacht, beschwingt oder erschwert. Die beiden Formen der Liebe sind eigentlich zwei verschieden gesteuerte Regungen, die beide natürlich sind und die das Überleben sichern. Entsprechend treten sie mal getrennt auf, ohne zu konkurrieren und dann wieder in scharfer Konkurrenz zueinander.

Deutsche Leitkultur? Nicht einmal eine Liebeskultur ...

Wenn wir eine „Liebeskultur“ definieren wollen, dann geraten wir sogleich in die Sackgasse: Unsere Kirchen verlangen „eigentlich“ die Enthaltsamkeit vor der Ehe, die Katholiken sehen die Ehe sogar als Sakrament an. Die allgemeine Bürgerkultur, von extrem rechts bis scharf links, trägt die „Wohlanständigkeit“ weiter: „Mach, was du willst, aber fall bitte nicht auf bei dem, was du tust.“ Mit anderen Worten: Wir lügen uns eine Liebesordnung in die Tasche. Wir wuseln uns so durchs Leben und nehmen die Liebe, wie sie kommt. Wenn es zum Konflikt kommt, wählen wir mal die Treue, mal die lustvolle Versuchung.

Und dann wollen Sie mir oder ich Ihnen sagen, was Liebe ist?

Nun ja – wir könnten es dennoch versuchen, nicht wahr? Denn außer den üblichen dummen Schwätzern und verbohrten Ideologen haben sich relativ viele Menschen „übergreifende“ Gedanken gemacht, was Liebe für uns Menschen bedeutet. Nein, ich werde nicht nur von der Ökonomie der Liebe schreiben. Doch zuvor:

Sagen Sie doch bitte mal – was meinen eigentlich Sie?

Bild: Auszug aus einer Illustration zu "Les Chansons Erotiques"