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Warum das menchliche Leben selten der Wissenschaft folgt

Ich lese gerade, dass jemand seine Bedürfnismatrix aufgestellt hat.

Nun habe ich von Grund auf etwas gegen die Psychologisierung der Emotionen, weil ich glaube, sie sind einfach da, und man kann sie, wenn man dies möchte, für sich selbst beschreiben, ohne sie zu katalogisieren.

Wer so etwas wie eine Bedürfnismatrix gar nicht kennt: Die Basis ist stets das nackte Überleben, dann das Streben nach mehr Sicherheit für die weitere Entwicklung, und schließlich die sozialen Bedürfnisse. Ist diese Basis aufgebaut, dann geht man an die Persönlichkeit heran, und dabei kommen dann auch Sex, Lust und Kreativität zur Geltung.

Nur: Das ist ein Modell - und nicht mehr. Sich eine persönliche Bedürfnismatrix zu erstellen, ist gefährlich, weil sich die grundlegenden Bedürfnisse ständig mit mit Lüsten und Begierden paaren. Besser ist, sich Entscheidungsvarianten für den Konfliktfall aufzubauen. Was wäre also, wenn sich ein Bedürfnis, beispielsweise Freundschaft, mit einem anderen (beispielsweise sexueller Begierde) kreuzt?

Das Leben schreibt seine eigenen Regeln. Sie entsprechen fast nie dem, was den Gehirnen von Psychologen, Soziologen oder Ökonomen entspringt. Der wesentliche Grund dafür liegt im Gehirn selbst: Es findet Lösungen assoziativ und spontan und hält sich weder an Regeln der Moral noch an die der Logik.



Kann man sich darüber freuen, geschlagen zu werden?

Etiketten sind schnell aufgelebt: Wer sich daran freut, von einem anderen geschlagen zu werden, ist entweder meschugge oder selbstzerstörerisch veranlagt oder schmerzgeil. Na ja – oder eben ein Masochist. Der olle Besserwisser Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, dem heute noch alle Ehren seines Standes gewährt werden, hat das Etikett erfunden. Mal was zum Amüsieren? Ach, Wikipedia, wie säuselst du so süß:

Er war zeitlebens ein liebevoller, besorgter Gatte und Vater für seine Familie, war mehrerer Sprachen kundig und fand oft Erholung vom Beruf im Klavierspiel.


Wie niedlich, nicht wahr? Und so ganz nebenbei hasste er noch den Freigeist Leopold Ritter von Sacher-Masoch, und zwar so sehr, dass er die Schmerzlust sogleich als „Masochismus“ brandmarkte und Sacher-Masoch damit zu erniedrigen versuchte.

So also kam der Masochismus in die Welt … und manche andere Theorie, über die der moderne, emanzipierte und liberale Mensch nur den Kopf schütteln kann.

Was vom "liebevollen Klavierspieler" nachwirkte, war vor allem die Definition: Masochismus – und weil das Wort so schön gelehrt klingt, ist es auch gleich in mehrere Kombinationen eingegangen: den Sadomasochismus und in das daraus abgeleitete Unwort „Sadomaso“. Die Theorie dahinter: Wer an Schmerz Lust hat, muss zwangsläufig auch die Lust verspüren, anderen Schmerzen zuzufügen, also parallel auch ein Sadist zu sein. Und das ist dann eben ein Sadomasochist, oder für Illustrierten- und Boulevardblattleser: Sadomaso.

Der besorgte Bürger, der besorgte Gatte und die Etiketten für Abweichler

Sehen Sie – und das ist eben jedem Mann, der ein „liebevoller, besorgter Gatte“ ist, ein Gräuel, und jeder liebevollen, besorgten Gattin ebenso. Und den „besorgten Bürgern“ natürlich auch.

Kein leuchtendes Bespiel, aber ein Beispiel der Lust
Der heutige Mensch etikettiert alles, und man kann sagen: Hast du ein Etikett, bist du das, was draufsteht. Sogar, wer nicht abweicht, muss sich etikettieren lassen. Vor 100 Jahren noch hätte man sich darüber amüsiert, falls sich jemand als „heterosexuell“ definiert, heute verdächtigt man Personen, die sich nicht ausdrücklich dazu bekenne, als „möglicherweise lesbisch/homosexuell“. Nicht etwa vor 50 Jahren, sondern aktuell.

Und so ist es auch mit „Sadomasochistisch“ oder „Masochistisch“. Die Psychiater und Psychologen, die sich damit wichtig gemacht haben, geben vor, den Menschen geholfen zu haben, von dem Stigma der „Perversionen“ loszukommen. Doch stattdessen trugen sie danach den Stempel der „Kranken“ oder sagen wir mal: der „sexuell Gestörten“.

Nun möchte niemand mit jemandem leben, der sich in Extreme hineinsteigert, der an sich selbst leidet oder der Freude daran hat, anderen ein Leid anzutun. Wer sich selbst über alle Maßen gefährdet, gleich, ob Extremsportler oder „Masochist“, muss mindestens davor gewarnt, besser noch davor bewahrt werden.

Die süße Lust braucht kein Etikett

Doch bei den meisten Menschen, die sich daran ergötzen, Rock oder Hose herunterzulassen, um sich der süßen Lust von Handschlägen (oder auch mehr) hinzugeben, sind keine „Masochisten“, sondern einfach sinnliche Liebhaber der Kombination von Lust und Schmerz. Es ist eine bittersüße Erfahrung, in der Imagination, Realität und das Verhältnis der Personen zueinander eine merkwürdige Melange eingehen – ähnlich wie beim Sex, nur dass sich das Spiel mit der Lust am Schmerz viel ausgiebiger fortsetzen lässt. Personen, die häufiger und aus purer Lust Sex mit Fremden haben, sind ja oft enttäuscht, weil die kurze Lust, die sie dabei empfinden, den Frust der Umstände nicht aufwiegt. Da, so meinen jedenfalls die Freunde sinnlicher Schläge, würden sie doch wesentlich zufriedener sein, zumal sie die „Echo-Effekte“ gerne nutzen, um die Szenen noch einmal zu erleben, wenn sie längst vorüber sind.

Ob Frau oder Mann – wer sich an der Lust sinnlicher Schläge erfreut, soll dies tun, und wer sie verachtet, soll es eben bleiben lassen.

Bild: historische Illustration

Vorurteile über Sex – durch Wissenschaft seriös veredelt?

Ob Boulevardblatt oder Intelligenzblatt – jeder braucht Artikel über Sex, um zu überleben. Und weil es viel, viel einfacher ist, Klischees zu bestätigen als gründlich zu forschen und dabei zu Erkenntnissen zu kommen, lieben Soziologen, Psychologen und natürlich Sexualforscher das Thema Sexualität. Biologen und Mediziner sind deutlich zurückhaltender – sie müssen ja allzeit beweisbare Fakten liefern.

Dazu meinen nun sogar die „Stuttgarter Nachrichten

Klischee, Klischee? Sicher. Gerade deshalb sind auch Legionen von Sexualforschern, Soziologen, Psychologen und Medizinern damit beschäftigt, all den Vorurteilen, Plattitüden und Stammtischparolen über Sex und Erotik eine wissenschaftliche Grundlage zu geben.


„Lediglich ein Drittel“ oder „deutlich mehr als zwei Drittel?“ Kommt drauf an, welches Drittel schlecht gemacht oder schön geredet werden soll. Und im Übrigen: Ein Drittel ist möglicherweise eine Mehrheit, weil nämlich die restlichen zwei Drittel durchaus ein Konglomerat aus verschiedensten Ergebnissen sein können.

Noch unverschämter gehen Forscher in ihren Interpretationen vor: Was aus den „Forschungsergebnissen“ möglicherweise folgt, wird oftmals nahezu beliebig interpretiert, so als säße man am Stammtisch und spekuliere über die Sexualität der Menschheit. Typisch dafür ist der Verweis auf den „Urmenschen“ oder „Steinzeitmenschen“ – über dessen Gestaltung des Sexuallebens wissen wir wenig, also kann man stets behaupten, der Gegenwartsmensch habe nahezu die gleichen Bedürfnisse wie der Neandertaler.

Tatsache ist: Wie sich tatsächliche Personen in ihrem wirklichen Leben situativ verhalten, kann nicht erforscht werden. Man kann – und auch das ist noch zweifelhaft - bestenfalls Tendenzen erkennen.

Sexualaufklärung durch Pornografie?

Nicht jede Filmszene im Bett ist "pornografisch"
Sexualität muss Offenheit vertragen – das ist die Essenz eines Artikel in der “TeenVogue”, denn die spricht aus, was ohnehin die Spatzen von den Dächern pfeifen. Selbst sehr junge Frauen informieren sich nicht mehr über die traditionellen Kanäle der Sexualaufklärung, sondern über Pornografie – was keinesfalls zu befürworten ist.

Das Problem ist schnell erkannt: Pornografie interessiert die jungen Mädchen nicht wirklich - aber sie suchen nach der Wahrheit, die ihnen von Eltern und Erziehern vorenthalten wird. Denn Sex-Ed, also Sexualkundeunterricht, bleibt in der Schule naturgemäß an der Oberfläche. Das Ziel ist zu wissen, wie alles ganz genau funktioniert, insbesondere, in welche Situationen der Mensch beim Sex kommt und was dabei wünschenswert ist.

Nun ist Pornografie allerdings ein schlechter Lehrmeister. Denn in hier wird zu rau, zu direkt und zu übertrieben gezeigt, was körperliche Liebe bedeutet. Zudem kommen ständig Praktiken zum Einsatz, mit denen gerade junge Frauen völlig überfordert sind – zum Beispiel mit Fellatio.

Doch was ist der beste Weg, um etwas über Sexualität zu lernen? Das sei ganz einfach, meint eine namhafte Expertin. Man müsse mehr über Sex sprechen, und zwar offen und öffentlich. Denn ob es sich um Sexualität dreht oder um irgendwelche anderen sozialen oder emotionalen Fragen – immer gilt, dass nur die Wahrheit uns die Freiheit gibt, uns zu entwickeln, wie und wohin wir wollen.

Liebe Woche - Lustnummern, Luftnummern und Körperflüssigkeiten

Es gibt sie mal wieder – die Wochenübersicht. Die letzte „Liebe Woche“ hatten wir ja am dritten November – lang, lang, ist es her.

Die Liebeszeitung lebt davon, aktuell zu sein- und möglichst das zu bringen, was liebeshungrige Menschen interessiert. Und natürlich Neugierige, die „so etwas“ nie machen würde, aber die brennend interessiert, wie sich ander fühlen, die’s tun. Na ja, Fremdfühlen eben.

Lustnummer –was sollte eine Domina tragen?

Fragt ihr euch manchmal, was eine Domina trägt? Etwas, das dominant wirkt – und das ist für jeden Mann anders. Je nachdem, ob er davon träumt, von der ältlichen Tante, von der strengen Lehrerin, der rigiden Krankenschwester oder der unnahbaren Lederfrau dominiert zu werden. Und ist aber aufgefallen, dass viele Frauen in Domina-Pornos Nuttenklamotten tragen. Wäre natürlich Klasse gewesen, wenn ihr mal euren Senf dazugegeben hättet, ihr Feiglinge.

Frauen – mal Opfer, mal Täter und eine neue Masche

Huren werden ja oft als Opfer dargestellt. Frauen, die keine Huren sein wollen, nennen sich „Escorts“ oder, noch vornehmer „Reisebegleitung“. Dann sind sie zumindest große Einsacker von Kohle – und wenn ihnen das nicht genug ist, greifen sie auch mal nach Wertsachen oder Bargeld. Und guck mal: Sie werden selten erwischt, weil die Männer erstens keine Anzeige erstatten, weil sie zweitens meist keine genaue Adresse wissen und die Frauen drittens blitzschnell wieder abtauchen – ins Ausland, wo sie hergekommen sind.

Röcke und Spitzenhöschen – Gefahr für Männer?

Männer, die gelegentlich und Frauenklamotten tragen, sind besonders gefährdet für Erpressungen von Leuten, die das wissen – und über Fotos verfügen. Dabei geht’s nicht um Röcke – Schotten und Popstars und sogar männliche Eheschließende tragen sie im Vereinigten Königreich. Nein, die eigentliche Frivolität beginnt bei der Unterwäsche und bei Strümpfen. Von kompletten Feminisierungen einmal abgesehen. Übrigens: Bei der Mode, die es gegenwärtig bei Herrenausstattern gibt, kommt man sich vor, als wollten alle zu Beerdigungen gehen.

Plapper, plapper –die sexuelle Identität

Zum Thema passt das unendlich doofe Geplapper um “Sexuelle Identitäten“. Klar kann man sich selbst darüber Gedanken machen, ob der Penis bei Frauen, Männern oder Paaren schwillt und was das dann bedeutet. Aber es ist kein Thema, bei dem die großen Glocken geschwungen werden müssen. Und die Psychotherapeuten? Schnauze, Fury! Ihr habt wirklich genug heiße Luft an die Öffentlichkeit abgelassen. Wobei mir einfällt: Psyche ist sowieso ein Begriff ohne konkrete Inhalte. Eine Luftnummer, sozusagen.

Frauen: Lust schenken aus Hingabe oder Berechnung?

Eine Frage, die Frauen oft bewegt: Warum tun sie eigentlich all das für die Liebe, was sie so tun? Aus Berechnung? Aus Hingabe? Oder in der Hoffnung, für einen alten Hut ein neues Kleid zu bekommen? (oder für einen tollen Blowjob einen Ehemann?) Fragen darf man ja – Antworten kriegen wir sowieso nicht. Ist alles viel zu intim.

Schrei doch einfach aus Lust!

Nicht zu intim war „Wissenschaftlern“ die Frage, warum Frauen tierisch schreien, wenn … ja das genau war, die Frage, „wenn was passiert“? Im Grunde wissen wir von unseren äffischen Verwandten, dass der Schrei abgeht, wenn Sperma fließt oder geflossen ist. Irgendwelche Leute wollen aber gerne glauben, dass der tierische Schrei etwas mit Orgasmen zu tun hat. Und das wollten die Forscher nun widerlegen. Oh ja, unheimlich wichtig – verstanden. Und Frauen: Schriet einfach. Sei ekstatisch und brüllt eure Lust hinaus, wenn es euren Lover Freude macht. Es kostet nichts und befreit auch dann, wenn kein Sperma fließt.

Und der „Austausch“ von Körperflüssigkeiten?

Apropos fließt: Die Aufnahme von Körperflüssigkeiten ist immer wieder Thema, solange die Flüssigkeit von A nach B geht. Aber das ist kein Austausch, nicht wahr? Ina geht das „heiße Eisen“ an. Darf man „tauschen“? Klar darf man – nur was sagt „Mann“ dazu?

Humoristisches - na ja …

Für den Humor: Schläge können laut sein – deswegen verlegen Sie ihre Schmerzlust bitte nicht ins eheliche Schlafzimmer. Vor allem nicht in Neubausiedlungen oder bei offenem Fenster. In manchen Villen gibt’s noch private Atombunker – die würden sich doch eignen, oder?

Und: klar, dass Männer mit Werbung für Potenzpillen vollgedröhnt werden. Frauen aber auch – soziale Netzwerke müssen irgendwie am Adresshandel verdienen.