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Und nun die Interrogativpronomen …

Jeder Kommunikationslehrer oder Rhetorik-Lehrer wird euch sagen, dass „W-Fragen“, besser „offene Fragen“ oder eben Fragen, die mit Interrogativpronomen beginnen, am Anfang jedes sinnvollen, offenen Gesprächs stehen. Sie sind – im Übrigen – auch die Schlüssel zu allen Problemen, die sich mit dem Verstand klären lassen.

Wichtig ist freilich, sie in der richtigen Reihenfolge zu stellen:

Was will ich (was ist es?)
Wie soll es dahingehen? (Wie ist es?)
Welche Bedeutung hat es für mich?


Offene Fragen für dich, wenn du einen Partner suchst

Die meisten Menschen machen einen von zwei wesentlichen Fehlern:

- Entweder sie fragen sich zu wenig oder zu einfach (ich will jemanden lieb haben). Tipp: Ergänzt solche Fragen an euch selbst immer mit den nächsten beiden. (Wie will ich lieben/geliebt werden, welche Bedeutung wird es für mich haben?)
- Oder aber sie fragen sich zu viel oder stellen sich zu komplizierte Fragen. Die komplizierteste aller Fragen beginnt leider auch mit „W“: „Warum?“ Tipp: Fragt stets „wie“ statt „warum“. Also: Statt „Warum suche ich einen Partner“ etwa „wie will ich mit dem neuen Partner leben?“

Die Frage nach dem "Warum" ist deswegen spekulativ, weil du keine konkreten Antworten finden wirst, sondern eine Vielfalt von Wunschvorstellungen berühren wirst, die mit deiner Suche wenig zu tun haben.

Hinweise: Die Webseite, von der ich die Anregung zu diesem Artikel bekam, enthält Werbung. Ich verlinke dennoch auf sie.

(1) Problem-Solving nach verschiedenen Methoden: Üblicherweise als „Problemanalyse (Abfragen des Problems, Soll-Ist-Vergleich), Entscheidungsanalyse und Analyse potenzieller Probleme

Psychologie des Online-Datings in 17 Thesen?

Muss man nun über 17 Brücken gehen, 17 Regeln beachten oder sich 17 „psychologischen“ Faktoren beugen, um Erfolg bei der Partnersuche zu haben?

Ich habe für euch alle 17 Tipps gelesen – ja, „Tipps“, den in ihnen steckt so viel Sinn wie ihn der Alltag nun mal beinhaltet, also von allem ein bisschen, ob mit Psychologie oder ohne.

Punkt eins: Partnersuche ist Partnersuche - kein Verschiebespiel

Eines sollte klar sein – wer auf Partnersuche geht, sollte wissen, dass er auf Partnersuche geht – und nicht glauben, dass Links-rechts-Verschiebungen etwas mit Partnersuche zu tun haben. Und da stimme ich den „Psycho-17“ einer Partnerbörse zu: Partnersuche setzt einen Beziehungswunsch voraus.

Das Eingemachte - was darf sich verändern udn wie soll es werden?

Wirklich ans „Eingemachte“ geht allerdings nur ein Punkt der gegenwärtig kursierenden 17 „psychologischen“ Faktoren:

Du solltest wissen, was was du beibehalten willst und was sich für dich verändern darf. Es ist genau dieser Punkt (Nummer neun bei der 17-P-Befragung, dem zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. (1) Wenn es dich betreffen sollte: Wenn du einen Partner gefunden hast, gibt es auf jeden Fall Veränderungen. Einige hast du gewollt und einkalkuliert, andere ahnst du nicht einmal. Die meisten sind – hoffentlich – positiv für dich und deinen Partner/deine Partnerin. Aber einige belasten auch, oder sie lösen Konflikte aus.

Die beste Lösung - die offene Partnersuche

Wenn du dies berücksichtigst, kannst du die beste Lösung wählen, nämlich die nach allen Seiten offene Partnersuche. Das einzige Kriterium: Deine zukünftige Partnerin oder dein zukünftiger Partner muss zu den Lebensbedingungen passen, die du auf keinen Fall verändern willst.

„Das ist alles?“, wirst du vielleicht fragen. Und ich sage: Ja, das ist alles. Was sonst noch wichtig sein könnte, ergibt sich, wenn du dich mit ihr (ihm) triffst. Dann ist deine soziale, intellektuell und emotionale Erfahrung gefragt – und sonst gar nichts.

(1) Zitat von Punkt Neun laut Pressemitteilung Gleichklang:

Ein Partner ist kein Zusatz, den man bestellen und dann sein Leben einfach weiterführen kann. Partnerschaft erfordert immer Veränderungen. Erfolgreich sind diejenigen, die für sich herausarbeiten, was tatsächlich beibehalten werden sollte und was verändert werden kann.

Wer passt zu mir?

„Wer passt eigentlich zu mir?“

Offensichtlich stellen sich Tausende Singles diese Frage – und sie finden so viele Antworten darauf, dass sie am Ende so schlau sind wie zuvor. Allein etwa 190.000 Einträge weist Google auf, und die meisten verweisen indirekt auf kommerzielle Angebote, die dem armen Single aufs Pferd helfen sollen. Da sind Singlebörsen, Buchautoren, Paarberater … kurz das ganze Spektrum der Menschen, die diese Frage überhaupt erst erfunden haben: „Wer passt zu mir?

Oh, überrascht?

Die Frage geht davon aus, dass du selbst nicht wissen kannst, was gut für dich und deine Zukunft ist, dass du also unmündig bist. Natürlich könnte es auch sein, dass du unsicher bist, weil du wirklich jetzt und hier eine Wahl treffen musst. Aber diese Frage stellt sich ziemlich selten, denn dass zwei Frauen oder zwei Männer vor der Tür stehen und auf deine Entscheidung warten, wen du nimmst – das ist schon recht ungewöhnlich. Unsicherheit kannst du leicht überwinden, indem du dir die nächsten sechs Monate und/oder sechs Jahre mit einem der beiden Kandidaten vorstellst und Entscheidungskriterien findest. Oder indem du gar nichts dergleichen tust, sondern deine Liebe sprechen lässt.

Unmündigkeit zu sein ist ganz schlecht. Du willst deine Entscheidung doch nicht wirklich auf andere abschieben? Falschen Beruf gewählt? Prima Ausrede: „Ach, der Eignungstest hat aber ausgewiesen, dass …“. Falsches Produkt gewählt? „Ja, aber ich habe im Internet gelesen, dass …“ Falschen Partner gewählt? „Ja, aber der Test sagte doch eindeutig, dass dieser Partner ein gutes Match ist.“

Schluss damit … sofort!

Frage dich, wofür du einen Partner suchst. Erlaube dir, zu erproben, was gut für dich ist. Nimm in Kauf, dass du scheitern könntest.

Am Ende hast DU dann die Entscheidung für DEIN Leben gefällt. Und genau so sollte es sein.

Singles – angeblich zufrieden, aber voller Angst?

Zufrieden mit Literatur und lustvollen Gedanken?
Singles – so las sich jüngst – seien zu fast 60 Prozent „gerne Single“. Jedenfalls „derzeit“, was immer dabei „derzeit“ bedeutet. Im Moment der Befragung? Solange genügend ONS zur Verfügung stehen? Beim sinnlichen Träumen?

Vertieft man sich etwas in solche „Befragungen“ hinein, dann kann einem schon mulmig werden: Man liest dann über die Angst, (erneut) enttäuscht oder (abermals) abgelehnt zu werden, aber auch von der Arroganz, keine Kompromisse eingehen zu wollen. Betrachtet man Angst nicht nur als einen zwar gelegentlich verständlichen, aber eher flüchtigen Zustand, sondern nimmt man die Sätze ernst, so beginnt das kalte Grausen den Nacken herunterzukriechen. Wie bitte? Mehr als die Hälfte der Singles fürchten sich vor der lebenswichtigen Begegnung mit einem Liebespartner? Und 45 Prozent erweisen sich als so überheblich, von „hohen Ansprüchen“ und unerwünschten Kompromissen zu faseln?

Man kann dies der Art der Befragung anlasten. Sollten sich solche Zahlen aber bewahrheiten, dann muss man sowohl den Geisteszustand als auch die emotionale Integrität der Singles in Zweifel ziehen. Und dies würde kein gutes Licht auf die Alleinlebenden als solche wie auch auf die Partnersuche an sich werfen.

Bild: Illustration unbekannter Herkunft (Aquarell?), Oberteil. Das Gesamtbild zeigt deutlicher, warum diese Single-Dame so glücklich lächelt.

Und wieder: Die Fernbeziehung ist nicht übel

Das Reisen nervt häufig - vor allem, wenn es zu Pannen kommt
Nicht in jeder beginnenden oder gar fortgeschrittenen Beziehung sieht sich das Liebespaar täglich. Für viele ist ganz normal, Zeit für sich selbst zu brauchen, andere sind beruflich so engagiert, dass tägliche Treffen eher eine Belastung als ein Vergnügen sind.

Nachdem dies gesagt ist – warum soll eigentlich an einer einer Fernbeziehung so besonders sein? Ich zitiere mal:

Freitagabends geht bei den meisten die Reise los, Sonntagnachmittag folgt bereits der tränenreiche Abschied. Jedes dieser Paare gerät irgendwann an den Punkt, an dem es sich fragt, ob ihre Beziehung so überhaupt eine Zukunft hat.


Wie fern ist denn eigentlich fern?

Ja, kann sein. Aber wie „fern“ ist denn „fern“? Leipzig – Moskau? Basel – Budapest? Oder 100 Kilometer durch den Schwarzwald?

„Fern“ ist für jeden von uns etwas anderes. Und „sich nah sein“ auch. Und also findet jedes Paar, wenn es denn „guten Willens“ ist, eine Lösung. Vielleicht gestatte der Arbeitgeber, die Gleitzeit auszukosten und am Freitag schon etwas früher das Haus zu verlassen? Oder wie wäre es, den ersten Zug (oder den ersten Flug) am Montagmorgen zu nehmen? Dann hätte man immerhin zwei volle Tage – das macht immerhin aus, dass man sich an zwei von sieben Tagen ganztägig sehen kann.

Von der Unfähigkeit, das Gewohnte zu verlassen

Eines ist wichtig, und das kann nur immer wieder hervorgehoben werden: In Deutschland leben viele zu viele „bodenständige“ Menschen, also diejenigen, die in Kneipen von Heimat und solch einem Zeug schwärmen. In Wahrheit fürchten sie die Fremde, die Fremden und überhaupt die Veränderungen. Vorgegeben wird dann, eine Eigentumswohnung zu besitzen, einen festen Arbeitsplatz zu belegen und den Freundeskreis nicht aufgeben zu wollen. Sollten gar beide dieser Meinung sein, so wäre die Frage zu stellen, warum sie nicht mit den Partnern zufrieden sind, die ihnen „in der Heimat“ über den Weg laufen.

Der Rat des Fachmannes

Mein Rat: Selbstbewusste, mutige Menschen ohne Heimatlandsromantik, aber mit Weltoffenheit sollten eine Fernbeziehung versuchen, sogar eine multinationale. Wer unsicher, ängstlich, heimatverbunden oder gar fremdenfeindlich ist, sollte es nicht tun.

Im Übrigen: Der Ort, an dem man später einmal zusammenkommt, oder an dem man als Nächstes ankommt (auch das gibt es) muss nicht der jetzige Wohnort einer der beiden Personen sein. Bei Diplomaten, Managern, Ingenieuren und sogar manchen Lehrern ist es üblich, nach einigen Jahren den Einsatzort zu wechseln und schließlich „irgendwo“ anzukommen.