Skip to content
 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex
Warnung! Teile dieser Texte könnten mithilfe menschlicher Intelligenz erzeugt worden sein.

Reizwäsche – wann, für wen und was?

Keine Modenschau ohne Dessous ..,
Die Älteren unter euch werden sich noch erinnern, dass hübsche Dessous früher „Reizwäsche“ hießen. „Wäsche“ deshalb, weil die Unterbekleidung normalerweise aus waschbaren Fasern bestand. Und „Reiz“ wegen der Wirkung, die damit ausgeübt werden sollte.

Im Lexikon (1) findest du den Begriff – wenn überhaupt – wie folgt erklärt:

Wäsche, die die erotischen Reize einer Frau besonders zur Geltung bringt.

Merkwürdigerweise wurde das Wort 1949 und 1990 am meisten in der Presse erwähnt – was immer in diesen Jahren geschah.

Warum ich das Wort erwähne? Nun, weil gerade jemand wieder nach dem etwas „abgetragenen“ Wort fragte. Es gilt so gut wie „out“, ebenso wie das Wort „Mieder“, das einstmals auch als Begriff für erotisierende Kleidung gebraucht wurde, wenngleich in anderem Sinne.

Der Reiz der gleichnamigen „Wäsche“ besteht darin, dass der Blick der Herren auf Körperteile gerichtet wird, die als „sexy“ gelten. Die Mehrheit betrachtet sie mit Wohlwollen und gelegentlichem Schmunzeln. Eines allerdings sehen darin deine Art Verpackung, die das Verhüllen, wonach sie gieren.

Welche Dessous sind denn nun besonders sexy?

Ist die Rede von Damen und ihren Lovern, von Liebespaaren oder Ehepaaren, dann werden die besonderen Dessous zum Teil der lustvollen Verführung. Interessanterweise sind die einschlägigen Magazine für Damen sich merkwürdig einig. Sie greifen offenbar in die Kla-Mottenkiste (2) und sprechen von Pantys, Tangas und Strings für „unten herum“ und Spitzen-BHs oder Push-up-BH für oben. Offenbar haben sie alle in den gleichen Quellen gewildert.

In Wahrheit geht es sehr selten um die Form des "Höschens"

Selbst kommerzielle Anbieter sind da genauer: Es kommt auf die Körperform an, also den „Body-Type, die Hautfarbe, die Dessins und letztlich auf die Art, in der verführt werden soll. Demnach zeichnen sich wirklich erotisierende Dessous dadurch aus, dass sie bereits auf die Entfernung anregend wirken, währen die sinnliche Erregung mit jedem Schritt und jeder Bewegung größer wird, wenn die Dame in die Nähe des Herrn kommt.

In der Werbung klingt das so (3):

Wenn du einen Body mit absolutem Luxus suchst … findest du ihn bei diesem Hingucker … Er ist ganz in halbdurchsichtigem Satin gehalten und bekommt durch die herrlichen Spitze seinen erotischen Charakter. Der tiefe Ausschnitt und der hoch angesetzt Ausschnitt an den Oberschenkeln streckt deinen Körper optisch … und du kannst dieses Juwel unter den Bodys in der richtigen Umgebung auch als Oberteil tragen.


Wie ist es bei Dates und anderen Verabredungen?

Alle Dessous wirken erst in der Bewegung, und je mehr davon durch die Formgebung und das Material betont wird, umso mehr Reiz üben sie aus.

Für gewöhnlich reichen gewöhnliche, stilvolle Dessous

Bei „ganz normalen Dates“ in gehobener Alltagskleidung empfiehlt sich, bequeme und zugleich stilvolle Dessous zu tragen. Die Faustregel lautet: Wenn du in einem Speiselokal, einem Café oder einer Weinstube imponieren willst, zieh Dessous an, die zugleich edel und bequem sind. Besonders, wenn du gewohnt bist, Kleider oder Bluse und Rock zu tragen. Selbst wenn sich der Abend „in Richtung Intimitäten“ entwickeln sollte, bist du damit gut aufgestellt.

Falls du einen Mann verführen willst oder dich verführen lassen willst, kannst du etwas tiefer in deine Wäscheschublade greifen und auch die Teile hervorholen, die sofort Reaktionen auslösen. Ob du 25 Jahre als bist oder 52 ist dabei durchaus von Bedeutung. Je reifer du bist, umso wirksamer sind frivole Outfits, die es nicht unbedingt in der Wäscheabteilung des nächsten Warenhauses gibt. Wenn du jung bist und auch so aussiehst, kann weiße, gewöhnliche Unterwäsche hingegen sehr erregend sein.

Verführen mit schlichten Dessous

Auch bei den einfachen Dessous verspricht die Werbung eine erotische Komponente (3):

Mit diesem formenden Tanga-Body wirkst du schlank und begehrenswert. Er besteht aus einem besonders hochwertigen Stretch-Baumwollstoff ohne Nähte, der sich auf der Haut glättet und deinem Körper Kontur verleiht.

Worauf kommt es also an?

Falls es sich um ein Date handelt: Vor allem darauf, was du dir von dieser Verabredung versprichst.
Bei der Frage nach der Wirkung auf dein Alter und das Alter deines Partners.
Immer, wenn du glaubhaft sein willst - darauf, wie du dich in den „schicken Dessous“ fühlst.
Und ganz besonders, ob es dir Freude macht, dich in deinen Dessous sinnlich zu bewegen.
Wenn du mit ihm bereits verheiratet bist, zählt die erotische Überraschung. Bei bestehenden Paaren können die Dessous auch Teile eines Rollenspiels sein. Das erzeugt zusätzliche Erregung.

Die Redaktion wünscht dir viel Freude und Erfolg beim Versuch …

(1) dwds
(2) Es gibt einige dutzend Varianten von diesem Behauptungen im Internet.
(3) Diese Zitate wurden bei der Übersetzung angepasst und damit zugleich anonymisiert.
Bild: Modenschau, Budapest

Die Lust der Männer auf Frauen in Jeans

Blickfang oder schlicht ordinär? Zwei "Ripped Jeans Shorts"
Was interessiert Männer so sehr, dass sie in Suchmaschinen nach „Frauen in Jeans“ suchen?

Einstmals gab es eine Filmkomödie mit dem obszönen Titel: „Flotte Teens – runter mit den Jeans“. Sie wurde 1980 berühmt, obwohl sie durchgehend schlechte Kritiken erhielt, zum Beispiel „Alberne und geschmacklose Teenager-Komödie auf niedrigstem Niveau.“ Die Sache mit den Jeans und den Teens war eigentlich eher ein Klamauk – im Ursprungsland hieß der Film La liceale al mare con l'amica di papà2. (Die Gymnasiastin am Meer mit der Freundin ihres Vaters.)

Die Jeans - Fetisch für ältere Genießer?

Immerhin wird der deutsche Verleih einen Grund gehabt haben, die „Jeans“ in den Vordergrund zu stellen. Weibliche, schlanke, unbefangen Teenager waren bei vielen älteren Herrn bevorzugte Objekte der Begierde – und auch die damalige Erotik-Branche nutzte das Phänomen „Jeans“.

Jeans mit Lüftungen - der Chic der Lumpen

Inzwischen sind Jeans wieder im Gespräch – einmal, weile es der Modebranche gelang, aus der schmucklosen, verhüllenden Beinkleidung eine Art „Lumpenversion“ zu erschaffen. Die sommerlichen Temperaturen sorgen dafür, dass sie wieder aus dem Schrank geholt werden – kunstvoll zerrissen. „Ripped Jeans“ heißen sie, weil sie Risse und Löcher haben. Eine Modeexpertin sagte mir, diese "Risse und Löcher, Einblicke und Ausfransungen" seinen häufig am Knie zu finden, aber auch am Oberschenkel und am Knöchel. Da jetzt recht viele Frauen unter 30 darin herumlaufen: Zumeist sieht es eher zerlumpt als erotisch aus. Bliebt also die Frage, womit die Lust ausgelöst wird. Ist es der kleine Fleck Nacktheit, der „selten“ am Oberschenkel zu sehen ist und der die männlichen Fantasien wachruft?

Oh, ganz am Schluss fand ich noch Jeans-Shorts. Das klingt ziemlich harmlos – aber auch sie werden „ripped“ angeboten – und dabei ist dann die Frage, was sie eigentlich noch zusammenhält, und welche Körperteile noch ausreichend bedeckt werden. Vielleicht geht es ja darum? Und was trägt die modische Dame eigentlich darunter?

Ist das „Geheimnis der erotisierenden Jeans“ damit gelöst? Eigentlich nicht. Inzwischen tragen auch Großmütter Jeans, oder? Und so wahr ich Gramse heiße - Röhrenhosen bringen keinen Mann zum Röhren wie ein Hirsch.

Bilder: Künstlerdarstellungen existierender Ripped Jeans Shorts.

Die Pornografie und die Realität - der Unterschied

Die eingeübte Pose - und die Wirklichkeit?
Erotische Literatur handelt von „Sex und noch etwas anderem“, während pornografische Literatur das Leben auf Sex (oder Varianten davon) reduziert. In beiden Fällen kann es sich um „Trivialliteratur“ handeln. Für sie ist typisch, dass Gefühle vereinfacht werden und Handlungen kaum jemals auf Plausibilität überprüft werden.

Drauflos schreiben, um erotische Gefühle zu wecken

Die Autoren solcher Literatur haben den Vorteil, einfach drauflos schreiben zu können. Wenn sie pornografische Literatur verfassen, geht es ihnen darum, die Neugierde ihrer Leser(innen) zu wecken und sie dabei möglichst sexuell zu erregen. Ob die Vorgänge, Handlungen und Gefühlsregungen technisch, körperlich oder emotional möglich oder wenigstes wahrscheinlich sind, ist ihnen gleichgültig. Entsprechend einfach sind die Plots, die größtenteils Klischees bedienen.

Sinnlichere Erfahrungen: sich in die Figur hineinversetzen können

Aus der Sicht der Leser und Leserinnen ist wichtig, sich in eine der handelnden Personen hineinversetzen zu können. Das gilt zunächst für jede Kurzgeschichte, jede Novelle und jeden Roman. Je einfacher das Konzept, und je plakativer die Figuren sind, umso besser gelingt dies. Ist dien Hauptfigur eine Art Aschenbrödel, naiv, jungfräulich und unterwürfig, funktioniert das tadellos. Interessanterweise wirkt auch das Gegenteil: Frauen können sich oftmals auch in die dominante Frau hineinversetzen und die Macht genießen, die sie auf diese Weise ausüben können. Besonders wichtig ist für Frauen ganz offensichtlich, dass es sich überhaupt um eine „Story“ handelt, also nicht nur um eine Episode, in der Sexszenen aneinandergereiht werden. Werden Frauen angesprochen, so werden die sexuellen Szenen in eine Gefühlswelt eingebettet – und da gibt es kaum einen Unterschied zu traditionellen Liebesromanen. Echte Gefühle, Zwiespälte und gemischte Gefühle werden zumeist auf gängige Klischees reduziert. Auf diese Wiese riskieren die Autorinnen und Autoren nicht, dass persönliche Ängste und Unsicherheiten in der Psyche der Leserinnen und Leser wachgerufen werden.

Bei Männern ist dies ein bisschen anders, weil sie gerne auf eine detaillierte Handlungs- oder Gefühlsschilderungen verzichten. Ihnen geht es vielmehr darum, möglichst erregende sexuelle Handlungen in Folge zu lesen.

Das bewegte Bild – vom Schreiben zum Darstellen

Der Hauptunterschied zwischen einem Roman und der Verfilmung besteht darin, dass wir die Bilder der Figuren sozusagen „fertig serviert“ bekommen. Innerhalb der Pornografie haben sich die Darsteller(innen) darauf spezialisiert, nackt und schamlos vor die Kamera zu treten und dabei glaubhaft und gefühlsstark sehr intime Sexszenen zu spielen. Nur wenige der Figuren werden als „Menschen mit sozialem Hintergrund“ dargestellt – sie tauchen aus dem Nichts auf, lassen nach einigen Minuten die Kleidung fallen, absolvieren die üblichen Rituale und gehen wieder auseinander. Ausführliche, sinnliche Begegnungen werden sehr selten gezeigt – schon deshalb, weil lustvolle Dialoge fehlen, bevor es „zur Sache“ geht. Vor allem Kriminalromane, Abenteuerromane, Liebesromane und eben auch pornografische Themen werden überwiegend durch erregende optische Eindrücke vermittelt. Man sieht also mehr auf die Oberfläche und weniger auf die Gefühle.

Von der Literatur und dem bewegten Bild zurück zur Realität

Im Grunde geht es bei der „ungeschminkten“ Pornografie immer darum, körperliche Erregung hervorzurufen oder zu verstärken. Also zielen sie meist auf die Erfüllung feuchte Träume ab. Manchmal werden sie aber auch zur Vorlage für eigene Tagträume mit abweichenden Handlungen. Und letztlich versuchen manche Paare, die Szenen „nachzuspielen“.

Dabei tauchen in der Regel emotionale und physische Hürden auf. Darstellerinnen und Darsteller in erotischen oder pornografischen Filmen sind zumeist schlank und athletisch, und jederzeit bereit und in der Lage, auch die kompliziertesten Positionen einzunehmen. Liebespaare oder Ehepaare haben – jede Person für sich – sowohl körperlich wie psychisch „befangen“. Wir können getrost davon ausgehen, dass die Darsteller(innen) alles, was sie zeigen, schon einmal gemacht haben. Das heißt, sie wissen, wo ihre Scham- und Schmerzgrenzen liegen.

Die Lust sieht oft besser aus, als sie schmeckt

Zudem gibt beim „Nachspielen“ ein Problem, das selten bedacht wird: Die Erwartungen, die beide Teile des privaten Paars an die Szene hatten, werden oft nicht einmal annähernd erfüllt. Dabei spielt nicht nur die Tagesform eine Rolle, auch die Toleranzen wurden häufig überschätzt. Und was in der Theorie ganz einfach und „sauber“ aussah, kann in der Praxis durchaus Ekelgefühle auslösen – oder sogar Panik. Noch einfacher ausgedrückt: Die Lust kann leckerer aussehen, als sie schmeckt.

Nun ist keine Frage, dass viele Menschen – auch Frauen – von sinnlichen, erotischen oder pornografischen Darstellungen so stark angeregt werden, dass sie es doch gerne versuchen würden. Das gilt insbesondere dann, insbesondere dann, wenn es darum geht, die eigenen Grenzen auszutesten. Dabei werden auch immer wieder echte oder vermeintliche Tabus berührt, wie etwa Unterwerfung, Schmerzlust, Heteroflexibilität oder Sex mit mehr als zwei Personen.

Es gibt noch viele Geheimnisse - und manche Überraschungen

Bislang ist nur bekannt, dass ein relativ großer Anteil der Menschen solche lüsternen Fantasien hart – mit oder ohne Pornografie. Wie viele Paare sich wirklich an solche Aktivitäten heranwagen und in welcher Form sie diese genießen, ist hingegen noch weitgehend unbekannt.

Die meisten „gewöhnlichen“ Alltagsmenschen kommen mit solchen Themen gar nicht erst in Berührung, könnte man meinen. Doch stimmt das eigentlich wirklich?

Falls ihr Antworten darauf habt, schreibt uns oder kommentiert hier. Die Redaktion recherchiert inzwischen weiter, aber eines wissen wir schon jetzt: Es gibt tatsächlich ein paar glaubwürdige Annahmen zum Thema – und einige davon werden euch überraschen.

Die Woche: Die alten Klischees leben wieder auf

Männer wollen immer nur das Eine – Frauen, die so denken, sollten sich wirklich mal um ihr soziales, emotionales und erotisches Inventar kümmern. Klar – Männer wollen „das Eine“, das ist ihre biologische Aufgabe. Aber wenn alle Männer bei dir immer „nur das Eine wollen“, dann stimmt irgendetwas nicht. Mein Tipp: Setz dich hin und schreib mal deine „Alleinstellungsmerkmale“ auf.

Ein Lob für den unterwürfigen Mann

Es wurde Zeit, mal den unterwürfigen Mann zu loben – gleich, ob du ihn heiratest oder ihn für ein paar Spielchen einlädst. Und überhaupt – was ist daran so schrecklich, ein paar Stunden in der Woche jede Verantwortung für sich selbst abzulegen und sie der/dem Geliebten zu übertragen?

Das sinnlose Wort: Outercourse

Ich hab schon manchen Blödsinn über „Trends“ beim Sex gelesen. Einer der dümmsten ist die Empfehlung, „Outercourse“ zu praktizieren – statt „Intercourse“. Inzwischen habe ich über die Praxis recherchiert. Was dabei herauskam ist – wirklich stinklangweilig. Der beste Tipp: Billige Fummel aus waschbaren Materialien tragen und hinterher, wenn möglich, alles abduschen. Allerdings soll es auch einige Genießerinnen geben, soweit ich weiß, ist es eine Minderheit.

Verbläuen des Ehepartners als Tugend - nein, keine Satire

Heute „praktizieren“ ja viele Paare Soft-SM – aber die Hardliner nehmen „Disziplinierungen“ wirklich bierernst. Da wird die nachlässige Partnerin ebenso verbläut wie der unaufmerksame Partner. Nicht etwa fallbezogen, sondern präventiv. Zunächst hielt ich entsprechende Berichte für Satiren – aber offenbar gibt es ein einigen Ländern Menschen, die ernsthaft auf Disziplinierung der Ehepartner bestehen. In welchem Jahrhundert leben die eigentlich?

Realitätsverlust durch Medien oder konservative Rückbesinnung?

Dasselbe fragte ich mich auch bei einem äußerst merkwürdigen Bericht über das „Kennenlernen durch soziale Medien“. Offenbar geht es darum, dass indische Frauen durch ihre amourösen Internet-Aktivitäten den Bezug zur „Realität“ verlieren. Das kling ganz plausibel, aber genau genommen geht es um angebliche indische „Traditionen“, von denen immer mehr junge Frauen abweichen.

Ach ja – und die Frage „mit wie vielen Männern warst du schon im Bett?“, wurde modernisiert – und sie wird jetzt öffentlich gemacht als Body Count. Wo? Natürlich in sozialen Medien. Da musst du wenigstens nicht erröten, wenn du die Anzahl deine Sexpartner herauf- oder herunterlügst.

Beim Date hingegen macht sich das Erröten bei der Frage ganz gut – und eine hübsche Lüge aus tiefblauen Augen wird immer wieder gerne gehört.

Und ab ins Wochenende ...

Schönes Wochenende noch für euch alle – und versucht, wenigstens ab und zu mal nüchtern über Liebe, Lust und Sex zu denken. Die Liebe soll nicht von Mythen, Geheimnissen, Traditionen oder Ideologien bestimmt werden, sondern von den schönen Gefühlen, die sie uns schenkt.

Wundermittel Disziplinierung – der absurde Gedanke der Löschung ehelicher „Sünden“ durch Züchtigung

Die Tilgung der Sünden - nicht sozial korrekt
Wer in Kategorien wie „Schuld und Sühne“ denkt oder wer glaubt, sich durch „ehrliche Reue“ reinwaschen zu können, handelt oft aus einem dunklen, oft religiös geprägten Hintergrund. Manche Frauen und Männer sind der Ansicht, dass eine Züchtigung, die dem Vergehen folgt, die beste Therapie ist, die Sünden fleckenrein auszuwaschen. Von Unzuverlässigkeit im Alltag bis hin zum Ehebruch – alles kann angeblich gelöscht werden, wenn sich das Paar auf geeignete Methoden der Züchtigung festgelegt hat und dies auch praktiziert. Es geht dabei überwiegend um verheiratete Paare, die in konservativen Beziehungen leben, also nicht um Paare, die der BDSM-Szene zuzurechnen sind.

Befremdliche Aussagen verpackt in logische Begründungen

Falls du glaubst, dass wir uns dies am frühen Morgen aus dem Daumen gesogen haben: Nein, es sind authentische Aussagen aus den sogenannten „sozialen Netzwerken“.

Wischt du dir gerade die Augen? Denkst du, du bist in eine Parallelwelt abgeglitten? Dann wartet mal ab.

Vor einiger Zeit wurde (ernsthaft, versteht sich) eine Frage vorgelegt, die in etwa so lautete:

Was ist der Vorteil von regelmäßigen Züchtigungen gegenüber solchen, die fallweise als Sühne angesetzt werden?

Die äußerst merkwürdigen Ansichten von Ehepartnern zu Schuld und Sühne

Sowohl Frauen wie auch Männer antworteten. Ein Mann ist überzeugt, dass es nützlich für ihn ist, regelmäßig gezüchtigt zu werden:

Im Gegensatz zu Disziplinarsitzungen bei Verstößen konzentrieren sich bei regulären Sitzungen alle auf die Rolle, die jemand in der Ehe spielt. Solche Sitzungen erinnern mich daran, wer die führende Rolle in unserer Ehe einnimmt und dass ich meiner Frau gehorchen muss. Eine routinemäßige Züchtigung mit festen Regeln ist das beste Mittel, um mich stets daran zu erinnern.

In ähnlicher Weise urteilt ein Mann, der vermutet, dass seine Partnerin ihm nicht alles gestehen würde – die Rollenverteilung ist hier allerdings umgekehrt:

Der Vorteil regelmäßiger Züchtigungen-Sitzungen besteht darin, dass damit auch die Verstöße gesühnt werde, von denen du normalerweise nichts erfährst, von denen du aber weißt, dass dein Partner sie immer wieder begeht.

Kein Blatt vor den Mund nimmt eine Hausfrau, die mit einem Alpha-Mann verheiratet ist:

Ich kann für meinen Mann sprechen, der sagt, er käme immer wieder ins Gleichgewicht, wenn ich ihn züchtigen würde. Draußen ist er ein Alpha-Mann, aber damit er zu Hause nicht versucht, die Macht an sich zu reißen, züchtige ich ihn regelmäßig, um ihm zu zeigen, wo sein Platz ist.

So weit der Blick in den Menschenzoo. Die meisten von euch werden sich – hoffentlich – nicht in diesem dornigen Gewirr von merkwürdigen Ansichten wohlfühlen.

Strafende Gerechtigkeit, Vorwand, Willkür oder Spiel?

Um es zu entwirren: Es handelt sich nicht wirklich um „Schuld und Sühne“. Ob jemand seine Handlungen als „Schuld“ empfindet, liegt an seiner ethischen Grundhaltung. Und nicht für alle, die sich tatsächlich schuldig fühlen, sind „Körperstrafen“ ein Mittel, diese Schuld zu tilgen. Allein aus dieser Sicht hat die Frage nichts mit „strafender Gerechtigkeit“ zu tun – es ist schlicht ein Vorwand, um den Partner oder die Partnerin zu züchtigen.

Manchmal handele es sich um ein Spiel – nämlich dann, wenn „Züchtigungen“ zugleich als Strafe, emotionale Sensation und erotische Stimulanz empfunden werden. Aber das ist wirklich ein ganz anderes Thema.

Erklärung des Übersetzers: Sowohl die Fragestellung wie auch die Antworten wurden aus einer Fremdsprache übersetzt und dann so umgeschrieben, dass verletzende Worte vermieden wurden. Sinngemäß handelt es sich aber um authentische Zitate.

Bild: Nach einer Postkarte Ende des 19. Jahrhunderts, Deutschland