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Sex-Urlaub mit 60 Prostituierten auf einer Insel?

Appetithappen auf Frauenhaut: Diese Werbung sorgte für Aufregung
Wer 5.000 USD für einen Urlaub hinlegen kann, bei dem nur drei Übernachtungen geboten sind, der muss entweder zu viel Geld haben, oder es müssen noch andere Absichten damit verbunden sein.

Und siehe – zu dem Rundum-Wohlfühl-Paket gehören auch „zwei Frauen pro Tag“ (wechselbar) für grenzenlosen Sex, die aus 60 „verfügbaren“ Frauen ausgewählt werden können. Das Ganze findet auf einer Karibikinsel statt, der Flug ist im Preis nicht enthalten, aber eine „unbegrenzte Anzahl von Kondomen.“

Allerdings ist die Regierung Kolumbiens, zu deren Hoheitsgebiet die Insel gehört, von dem Treiben überhaupt nicht angetan, wie die Boulevardpresse verlauten ließ.

Dabei flammte auch die Diskussion um Prostitution erneut auf, denn bei derartigen Massenveranstaltungen ist es der einzelnen Prostituierten kaum möglich, frei zu entscheiden, mit welchem Mann sie Intimitäten austauscht. Vorerst allerdings regte man sich über das Video auf, das angeblich inzwischen gelöscht wurde – doch nicht einmal davon kann die Rede sein.

Bild: Screenshot aus dem Werbevideo des Veranstalters
Etwas ausführlicher mit Hintergrund auf "l'essentiell".

Belgien, Sugarbabys und Prostitution

Mäzene damals
Belgien, Sugarbabys und Prostitution - oder warum mancher nicht weiß, was Prostitution ist

Wer geht uns eigentlich am meisten auf die Nerven, die Moralhüter oder die Sugar-Baby-Agenturen? Ausrechnet in Belgien wurde dies nun wieder zum Thema – wie schon so oft anderwärts.

Worum geht es eigentlich? Offiziell um eine Webseite (es gibt aber mehrere) die Sugarbaby und Sugardaddys zusammenbringt. Oder, weniger englisch und nicht so poetisch: Er zahlt ihr Unterhalt, damit sie jederzeit zu seiner Unterhaltung zur Verfügung steht. Dafür wir nun in Brüssel auf offener Straße Werbung gemacht – und zwar in der Nähe der Universität, zu Semesterbeginn.

Das gefiel nun dem Träger der Uni ebenso wenig wir der Studentenorganisation Unecof. Dort war das „Phänomen studentischer Prostitution“ bekannt, aber man hält es nicht für empfehlenswert. Die Not der jungen Frauen werde für den Profit der Vermittler ausgeschlachtet, hieß es vonseiten der Studentenorganisation.

Der Uni-Träger ging noch weiter – man bereite eine Klage wegen Anstiftung zur Prostitution vor, sagte man der Presse.

Das Beispiel zeigt, wie unklar der Begriff der „Prostitution“ in Wahrheit ist. Es ist nirgendwo verboten, von einem Mann (oder einer Frau) Unterhalt anzunehmen, und unter männlichen Studenten waren sogenannte „Bratkartoffelverhältnisse“ oder „Schürzenstipendien“ längst bekannt, bevor die erste Studentin die Uni betrat. Diesen Verhältnissen liegen die gleichen Bedingungen zugrunde: Ich fütter dich durch, dafür bedienst du mich im Bett, wann immer ich will“ – wohlgemerkt, es waren Frauen, die diese Angebote machten, und Männer, die sie annahmen.

Normalerweise – und da beginnen die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen zum Thema – ist Prostitution das notorische Angebot, gegen aktuelle Geldzahlungen den Beischlaf auszuführen. Und weil das so ist, meiden alle, die dergleichen vermitteln, den Zusammenhang zwischen dem Geldfluss und der Lustbefriedigung. So auch in diesem Fall.

Ob es uns gefällt oder nicht: Sugar Baby und Sugar Daddy sind Phänomene, die weder neu noch typisch für Prostitution sind. Und da fiele mir noch ein: Hätte jemals jemand die Studenten der Vergangenheit bedauert, die sich aus Armut mit reifen Frauen einließen, die sich unbefriedigt fühlten?

Sollten Sie mich fragen, ob ich das befürworte, sage ich klar „Nein“. Aber es geht nicht darum, ob man etwas befürwortet oder nicht, sondern darum, ob das, was diese Frauen später ihren Galanen anbieten, als „Prostitution“ bezeichnet werden darf.

Presse: Zum Beispiel in der "Krone", Bild nach Becat (hist. Illustration)

Wen wählen eigentlich Huren?

„Huren wählen konservativ“ galt jahrelang in der Politik als unumstößliche Wahrheit. Denn eine restriktive Jugend-, Familien- und Sexualpolitik galt als förderlich für den nicht nachlassenden Zuspruch der Kunden. Und je mehr Moral gepredigt wurde, umso mehr suchten die Männer ihre Lust bei Huren, die deshalb stets konservativ wählten.

Doch wen wählen Huren heute?


Nein, wie wissen es nicht. Im Grund gibt es keine Partei, die sich für die Belange der Huren einsetzen würde – denn täte sie es offiziell und sehr laut, so wäre sie für die Familienfrauen nicht mehr wählbar.

Auch in der Branche scheint nicht mehr so klar zu sein, wer eigentlich Freund und wer Feind ist – dort macht man offiziell die Haltung der Parteien zum ProschSchG zum Kriterium und kommt zu seltsamen Schlüssen. Denn wer das neue Gesetz gut findet, ist im Prinzip nicht wählbar, wer es schlecht findet, aber doch.

Klar ist, dass es auch Parteien gibt, die Prostitution in Deutschland am liebsten abschaffen würden. Ein Teil von ihnen stand auch heute zur Wahl, doch sind diese Parteien nicht einmal regional von Bedeutung.

Gab es eine Partei, die „echte deutsche Bordelle mit echten deutschen Blondinen für echte deutsche Männer“ forderte? Nein, irgendwie auch nicht. Ebenso wenig wie die Frage, ob nur echt deutsche Wölfe von echt deutschen Jägern erschossen werden dürfen, bevor sie echt deutsche Rotkäppchen fressen.

Wir wissen es nicht. Ein „Wahl-Check“ sagt uns, dass alle etablierten Parteien mit dem ProschSchG einverstanden sind, und lediglich Grün und Links dagegen gestimmt haben. Es könnte aber natürlich sein, dass sie dies aus Prinzip taten, weil sie Oppositionsparteien sind.

Wenn Männer vor allem Intimität in der Lust wollen

Schon, als sie sich auszog ... die Illusion einer wahren Freundin?
Manche Männer erinnern sich gerne an das, was sie einst liebten: eine junge, zärtliche und sehr zuvorkommende Frau im Arm zu halten, die von sich aus Intimität und Lust anbietet und dabei weitgehend selbstlos handelt. Wohl dem, der es einmal oder gar mehrfach erlebt hat. Viele Männer suchen diese Erfahrung immer wieder, und nur sehr wenigen ist sie vergönnt.

Um diese Lücke zu füllen, haben findige Escort-Girls den Begriff der „Girlfriend Experience“ eingeführt, auch kurz „GE“ und manchmal „GS“ genannt. Grob vereinfacht bietet die Escort-Frau dem Kunden die Illusion, noch einmal eine junge, schöne, zuvorkommende Frau lieben zu dürfen, die alles mit ihm tut, was seine selbstlos handelnde Freundin an Intimität und Lust bieten konnte. Eben eine „wirklich lustvolle, intime Freundin.“

Was empfinden Männer dabei, wenn Sie dieses „Produkt“ kaufen?

Ich habe dazu einen Beitrag gefunden und erkläre später, warum ich ihn nicht verlinke:

Der Markenname „Girlfriend Experience“ ist eine Abwertung, denn es wandelt meine Gefühle der Zuneigung und Gemeinschaft in ein Produkt, das ich gekauft habe. Darum mag ich das Wort nicht, wie immer auch die verdeckte Wahrheit in diesem Begriff sein mag. Sie ist eine Sexarbeiterin. Ich bin ihr Kunde. Das bedeutet nicht, dass wir nicht intim werden könnten, das wir nicht berührt sein können, von dem, was wir tun, und uns nicht zusammengehörig fühlen können. (…) Ich bin zufrieden, sie als Sexarbeiterin zu akzeptieren, und mich an ihrer scheinbar ungezwungenen Intimität zu erfreuen, die sie mir zeigt und die sie von mir annimmt.


Wenn man den Inhalt verkürzt, so hat der Klient eine Illusion gekauft, von der er weiß, dass sie eine Illusion ist. Doch er wünscht sich, die Illusion so zu durchleben, als sei sie die Realität von „geben und nehmen“ in einer echten Liebesbeziehung – also mit allem „Drum und Dran“.

Jemand sagte mir einmal, solche bezahlten Erlebnisse seien so, als ob man ins Theater ginge: Der Anfang ist völlig absurd: Zahlen, Mantel abgeben, sich ein wenig in die Situation hineinfühlen. Im Mittelteil dann getragen werden von der emotionalen Stimmung, die mit den Äußerlichkeiten nicht übereinstimmt. Und am Ende den Mantel wieder holen und in den Regen hinausgehen.

Waren Sie mal im Theater? Erinnern sie sich an das widerlich unbequeme Gestühl, die aufgeblasenen, widerlichen Figuren, die im Foyer standen und salbaderten? Den vielen zu teuren Sekt oft minderer Qualität?

Oder erinnern Sie sich an das Stück, das ihre Emotionen aufgewühlt hat?

Ich, für meinen Teil, finde Menschen sympathischer, die von der Botschaft des Stücks emotional berührt wurden als jene, die über das Interieur quatschen.

Verlinkung: Der Artikel erschien auf einer Seite, die ihrerseits wieder auf Seiten verlinkt, die ich Ihnen nicht zumuten möchte. Es handelt sich aber um eine authentische Schilderung.

Escort oder Prostituierte – wo liegen die Unterschiede?

Nicht Neues auf der Welt?
Wenn ich es einfach ausdrücken soll: Eine Prostituierte lässt sich für das bezahlen, was sie an sexuellen Dienstleistungen erbringt. Eine Escort-Frau wird nach der Zeit bezahlt, die sie mit einem Mann verbringt. Dabei muss der Mann bei einer Escort-Frau mit Kosten von ca. 200 bis 300 Euro pro Stunde rechnen, in Ausnahmefällen auch mit erheblich höheren Kosten. Und die meisten "exklusiven" Escort-Frauen sind demzufolge auch nicht für eine Stunde "buchbar", sodass die Begegnung nicht unter 1000 Euro kosten dürfte.

Normalerweise sollte eine „echte“ Escort-Frau auf alles vorbereitet sein und sich jeder Situation anpassen können. Sie muss sich also in der guten Gesellschaft wie ein Fisch im Wasser bewegen können und das dort übliche Verhalten beherrschen - inklusive der Kommunikation, die dort üblich ist. Dies mag mit den erotischen Dimensionen konkurrieren, die sie dann zeigt, wenn sie mit ihrem Klienten das Hotelzimmer betritt. Aber gerade dieser Wandel macht den Reiz aus, den sich der Kunde von der Begegnung mit der Escort-Frau verspricht. Oder wieder verkürzt: Die Herren wünschen sich Frauen, die auf dem Parkett nicht ausrutschen, im Bett aber ausgesprochen schlüpfrig sind.

Das würden sie auch gerne bei ihren Ehefrauen sehen – aber daraus wird meistens nichts. Nach vielen Ehejahren ist kaum noch eine Frau bereit, die frivole Geliebte zu geben, die alles tut, um sich als erotische Sensation zu erweisen. Die Escort-Lady allerdings ist drauf gefasst, dass genau dies erwartet wird.

Ich las jüngst, dass die Herren, die sich Escort-Frauen leisten, Charaktermängel haben, oder dass ihr Charakter durch Geld und Macht entwertet würde. Selbst wenn das stimmen sollte, so wäre eine Escort-Frau immer noch das geringere Übel als eine jüngere Geliebte. Denn Escort-Frauen haben die nützliche Eigenschaft, zu kommen, für eine schöne Zeit anwesend zu sein und eine Illusion zu hinterlassen - und dann wieder zu gehen. Andere Frauen, die wir zur Kategorie der „Geliebten“ oder „Affären“ zählen können, sind für Ehefrauen ungleich gefährlicher, weil sie den Mann auch emotional nutzen, also nicht nur um seines Geldes willen mit ihm ausgehen oder schlafen.