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Prostitution, Dating und der Graubereich - damals und heute

Das kann kein Zufall sein ...
Seit das Wort „Prostitution“ ethisch, kulturell und politisch zu einem Schlagwort geworden ist, sind die Wurzeln dessen verloren gegangen, was das Wort bedeutet. Der früher oft gebrauchte Begriff „Gunstgewerbe“ sagt viel deutlicher aus, was gemeint ist. Wenn eine Dame (oder ein Herr) eine erotische oder sexuelle Gunst gegen Geld oder Geldeswert eintauscht, und wenn dies gewerbsmäßig geschieht, dann ist dies eindeutig Prostitution. Einfacher: Wenn eine Frau davon lebt, sich gegen Bares vögeln zu lassen, dann ist sie eine Hure.

Rendezvous und Geldgeschäfte

Schon bevor der Begriff „Dating“ eingeführt wurde, gab es eine Verbindung zwischen „Rendezvous“ und „Geldgeschäften“. Das Interessante daran ist, dass es nicht nur Dienstmägde, Ladnerinnen und ähnliche Berufssparten waren, die auf diese Weise „ein Geschäft machten“, sondern durchaus auch Damen der Gesellschaft. Mochte die Mitgift auch noch so hoch gewesen sein, für Luxusbedürfnisse reichte sie selten. Die Kontakte wurden – wie damals üblich – fast ausschließlich über Kupplerinnen hergestellt.

Halbseidene Damen und lüsterne Herren in einem Nachtcafé um 1900


Begegnungen - das Wort konnte alles bedeuten

Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts reichten die Anzeigen, in denen „Begegnungen“ versprochen wurden, in denen „alles Schöne“ verwirklicht werden konnte – die Urheberinnen waren schwer zu identifizieren. Gelegentlich handelte es sich tatsächlich um verheiratete, „liebestolle“ Frauen, doch vielfach standen andere Interessen dahinter. Das Problem der annoncierenden Frauen war ja, die Worte, die auf „biete Sex“ hinweisen konnten, zu verschleiern und die Bedingungen, unter denen diese gewährt wurden, möglichst gar nicht zu erwähnen. Schon die Angabe „etwas anspruchsvoll“ Oder „etwas verwöhnt“ konnte zu Konflikten mit der Annoncenannahme führen, und wenn sich eine Frau gar entschloss, nach einem „solventen“ Herrn zu fahnden, war die Toleranzgrenze vieler Zeitungen bereits ausgeschöpft.

Huren und Bürgerfrauen

Die Anzeige einer Gelegenheitsprostituierten dufte sich also nicht deutlich von der Anzeige einer „anständigen“ bürgerlichen Frau unterscheiden, die tatsächlich einen Partner suchte. Allein aus diesem Grund war in Zeiten der Zeitungsanzeigen niemals erkennbar, welche Anzeigen tatsächlich von ledigen, geschiedenen oder verwitweten Frauen aufgegeben wurden, wie viele von lustvollen Ehefrauen und wie viele von Gelegenheitshuren. Die Formulierungen waren sich einfach zu ähnlich. Das betraf übrigens beide Seiten: die Huren und die „Soliden“. Denn ein unglücklich gewählter Begriff konnte durchaus eine Fülle von vor Lust geifernden Männern anlocken. SM-Liebhaber wandten sich dabei an „Englischlehrerinnen“, lechzende junge Männer an „Bio-Lehrerinnen“ und Oralliebhaber an „Französisch-Lehrerinnen“.

Codes für Prostitution - immer und überall

In Länder, in denen Prostitution verboten ist, gibt es zwischen „Freiern“ und „Huren“, aber auch zwischen Menschen, die andere Gelegenheitsbeziehungen suchen, zumeist Codebegriffe. Sie reichen von der „Kurzzeitbeziehung“ über das Begriffspaar „verwöhnen/verwöhnt“ werden bis zu völligen Umschreibungen wie „kompensiertes Dating“ oder „sexuelle Genesung“ („Sexual Healing“). Weil sie immer wieder neu erfunden und angepasst werden, ist es schwer, sich zu orientieren. Auch der Begriff „außergewöhnliche Begegnungen“ steht oft für Prostitution.

Japan und China - alte Männer, sehr junge Frauen

Nachdem die Unsitte junger Japanerinnen (und älterer männlich Japaner) bekannt wurde, sich zum „kompensierten Dating“ oder Enjo-kōsai (援助交際 zu verabreden, bekannt wurde, hat man nun auch in Hongkong ähnliche Beobachtungen gemacht. Chinesische Kommentatoren weisen inzwischen häufig auf diese neue Erscheinung hin, die dadurch möglich wird, dass Internetportale solche Kontakte sehr schnell und abseits der öffentlichen Wahrnehmung vermitteln können.

Neue Technologien, alte Verhaltensweisen

Ändert sich die Welt? Ja, sie ändert sich, weil neue Technologien zur Verfügung stehen. Und weil es unter jungen Frauen immer mehr darum geht, schnell an fast unerreichbare Luxusgüter zu kommen. Und die Männer? Sie fragen wenig – zu wenig. Denn anders als die bürgerlichen Frauen, der Vergangenheit, die sich auf Seitenwegen an schwärmerischen und lüsternen Männern bereicherten, und dabei genau wussten, was sie taten, wissen es die jungen Frauen nicht.

Dating kann ein betrügerisches Spiel mit Sex sein

Und wie war das nun mit dem „Dating“ hierzulande? Wer als junger Mann Sex oder liebevolle erotische Begegnungen sucht, wird vielfach um sein Geld betrogen, bevor er überhaupt einen Kontakt bekommt. Und die großen und kleinen Betrügerinnen, Fopperinnen und ähnliche weibliche Gestalten betreiben ihre undurchsichtigen Geschäfte weiterhin in der üblichen Art: Absichten verschleiern, viel fordern, wenig geben.

Bild oben: Illustration (oben) eines Groschenhefts, 50er Jahre,
Unten: Nicht datiertes Bild, um 1900 mit dme Titel "Nachtcafé"

Jede Liebe – und echte Liebe – die Liebeszeitung

Ist es Liebe?
Sie erinnern sich vielleicht an den unglaublich populären Song „Love for Sale“, 1930 von Cole Porter geschrieben. Weil er „so frivol“ war, durfte er im Rundfunk nicht gespielt werden. Angeblich wurde im Song die Prostitution verherrlicht, doch der Song enthält einige Zeilen, die nicht einfach „so dahingesagt“ sind (keine Nachdichtung, nur sinngemäß übersetzt):

Lass die Dichter von Liebe singen
Kindisch wie sie sind
Ich kenne jede Art von Liebe – weit besser als sie
Wenn du erregende Liebe willst –
Ich kenne alles, was es da gibt …
Alte Liebe, neue Liebe,
Alles außer echter Liebe.


Es gibt viele Arten, „Liebe auszudrücken“, und jeder. Insbesondere aber Institutionen wie die Universitäten und die Kirchen, glauben, die Weisheit über die Liebe mit Suppenlöffeln gefuttert zu haben. Ich denke mit Grausen und (ausnahmsweise) etwas Verachtung an die Lobhudelei, mit der das Machwerk „Das Ende der Liebe“ mit PR-Hudelei und Akademiker-Lob bedacht wurde.

Da war er wieder, der Gedanke: Diese Männer (leider auch Frauen) nutzen ihre fest betonierten Machtpositionen, um uns zu sagen, was richtig und gut ist. Selbst, wenn es stimmen sollte, was in diesem Buch steht, wird der Begriff „Liebe“ damit umgemünzt in irgendeinen „Sozialkitt“. Und ja, das ist er auch. Aber es gibt weder einen Grund, daraus die Definitions-Allmacht abzuleiten und einen Riesen-Buhei damit zu veranstalten.

Zehn Arten von Liebe plus eine


Sinngemäß gibt es mehrere Arten von Liebe, die wir im „klassischen“ Sinne unterscheiden können:

1. Die Liebe als Überbau im sozialen Zusammenhalt.
2. Die Liebe der Götter.
3. Die Liebe, zu der nur Männer fähig sind: die Freundesliebe. (Wie früher behauptet wurde).
4. Die nahe (oft hautnahe) Liebe als sozialer Zusammenhalt der Familie.
5. Die Liebe, die wir als „Verliebtheit“ empfinden.
6. Die Liebe, die zwischen Paaren entsteht, die lange miteinander leben. („Wahre Liebe“)
7. Die Lust, auch die Wollust, die erfüllbar und weitgehend akzeptiert ist. („Heiße Liebe“)
8. Die Liebe, bei der die Lust von gängigen Mustern abweicht.
9. Die Liebe zu Gegenständen oder zu Situationen, mit und ohne Verbindung zu Menschen.
10. Die Liebeslust, die eine besonders talentierte Person oder eine Hure schenken kann.

Ich habe nicht vergessen, die Liebe zu sich selbst zu erwähnen. Sie ist ein (biblischer, falls sie mögen) Auftrag an uns selbst, uns so zu erhalten, wie es uns selber gefällt. Wer sich nicht selbst liebt, ist zumeist auch nicht fähig, andere zu leiben.

Also: Auf welcher Seite stehen wir? Auf gar keiner Seite. Ich persönlich empfinde fast alles, was Forscher über die Liebe wissen wollen, als bloße Meinungen, gelegentlich auch als entsetzliches Dummgeschwätz. Und dennoch unterstütze ich die Suche nach „wahrer Liebe“ – nur werde ich niemandem vorschreiben, was „wahre Liebe“ ist.

Besserwisser gibt es in unsrem Volk schon genug.

Bild: Auszug aus einer Illustration von Becat.

Spuren der Bordellbesitzerin Theresa Berkley und des Berkley Horse

Was ist wahr, was falsch an der Geschichte über die berühmteste Bordellbesitzerin Londons, Miss Theresa Berkley?

Richtig ist, dass sie ein sehr berühmtes Bordell in London führte, und zwar in der Charlotte Street 28, im heutigen Stadtteil Marylebone, die jetzt Hallam Street heißt, unweit von Regents Park gelegen.

Berühmt und reich war Theresa Berkley in jedem Fall

Die Berühmtheit wird relativ eindeutig dadurch belegt, dass sie mit diesem Bordell so viel Geld verdiente, dass sie ein Vermögen von 10.000 Britischen Pfund hinterließ – zur damaligen Zeit (1836) ein gewaltiges Vermögen. In heutiger Währung wären es etwa 1,2 Mio. GBP. Zudem wurde nach Ihrem Tod ihre gesamte Korrespondenz vernichtet, was ebenfalls darauf hindeutet, dass Kunden aus den besten Kreisen bei ihr verkehrten.

Ein Bordell von mehr als 3000 Bordellen in London

Dies muss man vor dem Hintergrund der Bordelle sehen, die es in London gab. Zahlen von 1858 belegen, dass London zur damaligen Zeit die europäische Hauptstadt der Bordelle war. Demnach gab es 3335 Bordelle, in denen rund 30.000 Frauen angeboten wurden. Nimmt man als gegeben an, dass jede Prostituierte auch über Künste in der aktiven und passiven Flagellation verfügte, so war das Angebot also unendlich groß.

Nahezu alle Quellen stammen von fragwürdigen Autoren

Beliebte Literatur jener Zeit: Strenge Hände
Recht ungenau und fragwürdig sind hingegen alle Schilderungen, die angeblich „historisch“ überliefert sind, in Wahrheit aber aus einer Quelle stammen, die höchst unzuverlässig ist. Wenn überhaupt erwähnt, wird Pisanus Fraxi angeben, ein Pseudonym des Autors Henry Spencer Ashbee, der gerade mal zwei Jahre alt war, als Frau Berkley starb. Vermutlich wurden die ärgsten und blutigsten Prozeduren, die in ihrem Haus möglich waren, als „normal“ hervorgehoben, während die üblichen Flagellationen und sinnlichen Rollenspielen heruntergespielt wurden.

Mythen um Frau Berkleys Bordell und um ein Buch

Es ist kein Wunder, dass sich um ihre Person und ihr Bordell zahllose Mythen rankten. Die eine ist, dass sie ein Buch geschrieben hat, was definitiv Unsinn ist. Es soll die „Exhibition of Female Flagellants“ sein, ein Buch, das mehrfach an den Markt kam und dabei immer wieder umdatiert wurde. Dies war allgemein üblich, um Verleger und Erscheinungsjahr bei pornografischen Büchern zu verschleiern.

Das "Berkley Horse" - eine modifizierte Holzleiter?

Auch eine andere Berühmtheit, die sie erlangte, ist fragwürdig: das „Berkley Horse“ in der Darstellung, wie es heute in den Büchern steht. Dabei handelt e sich um ein rau gezimmertes Gestell aus rohem Holz, eventuell auch mit einem Lederbezug. In einem Lexikon wird es so beschrieben:

Im Wesentlichen ist es eine verstellbare Leiter, die bis zu einem beträchtlichen Grade ausgespannt werden kann und auf welcher der Betreffende festgeschnallt wurde, indem für Kopf und Genitalien Öffnungen gelassen wurden.


Eine modifizierte Holzleiter als "Erfindung"?

Eine primitive Konstruktion für ein Edelbordell?
Obgleich sehr wahrscheinlich ist, dass es im Etablissement von Frau Berkley solche und auch andere „Chevalets“ für die Flagellation gab, ist die Ausführung äußerst fragwürdig. Man darf dabei nicht vergessen, dass die teuren Bordelle jener Zeit mit exklusiven Materialen und Möbeln ausgestattet waren. Da hätte eine modifizierte Holzleiter, die in Wahrheit nur wenig verstellbar und zudem hakelig in der Handhabung ist, kaum eine Chance gehabt. Zu dem „Fake“ passt auch, dass alle angeblichen Originalzeichnungen auf abenteuerliche Art verschwunden sind, entweder in der „Society of Arts“ oder aus erotischen Büchern.

Quellen: Bilder-Lexikon Kulturgeschichte, Band I, Wien 1930 für das Zitat.
Dufour, Gechichte der Prostitution, Band II, Reprint für die Anzahl Londoner Bordelle.
Zahllose weiter Quellen anderer Art und von Fraxi.
Es gibt einen Nachbau für eine Glasgower Dominatrix, den ich hier nicht zeigen kann.

Warum sollte ein Mann eigentlich mit einem Mann schlafen wollen?

Warum küssen Männer einander?
Sich als „heterosexuell“ zu bezeichnen, ist eine neue soziale Mode, die darauf beruht, dass man sich im Leben „gefälligst einzuordnen“ hat. Wer sich hingegen als „homosexuell“ bezeichnet, tut dies aufgrund seiner Liebes- und Lebenspräferenzen – er will damit sagen: Ich bin aus meiner Veranlagung, meinen Erfahrungen und aus den Beziehungen, die ich eingehe, sicher, homosexuell zu sein.

Nachdem dies nun gesagt ist, dürfen wir uns fragen: Warum eigentlich befällt manche „typischen“ Hetero-Männer der Wunsch, einmal mit einem Mann zu schlafen?

Sexuelle Praktiken sind Praktiken, keine Orientierung

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Bevor wir auch nur noch einen weiteren Satz aussprechen: Eine sexuelle Orientierung setzt voraus, dass emotionale und körperliche Lüste parallel vorhanden sein müssen. Sind es nur emotionale Wünsche, so handelt es sich um Schwärmerei, sind es nur körperliche Wünsche, so geht es nur um die Geilheit und ihre Befriedigung. Das gilt unabhängig von „hetero“ oder „schwul“.

Hetero-Männer und „schwule Lüste“ – ein Tabu-Thema

Warum also haben Hetero-Männer Lust, mit anderen Männern zu schlafen? Diesmal haben wir es uns „richtig schwer“ gemacht, denn Informationen darüber, was einen „typischen“ Heteromann dazu verleiten könnte, sich einem Mann hinzugeben, ist schwer zu erfassen. Sicher ist, dass es sich nicht um die gleichen Argumente handelt, die Frauen zu anderen Frauen führen.

Dazu sagt die Sexualforscherin und Autorin Jane Ward (1)

Wenn Männer auch nur minimalen homosexuellen Kontakt haben, denken wir sofort, dass es ein „versteckter Homosexueller“ ist.


Und genau das befürchten Männer eben auch: Wenn sie miteinander übernachten, denken sie gar nicht daran, sanft oder zärtlich miteinander umzugehen. Ja, sie distanzieren sich sogar von zufälligen, zärtlichen Berührungen. Einer der Gründe, warum Männer sich selten auf MMF-Dreier einlassen, ist die Nähe zum „anderen Mann“, der ja im Dreier durchaus auch „zärtlich“ werden könnte. Kurz: Sie scheuen den Verdacht, „schwul“ zu sein, wie der Teufel das Weihwasser.

Doch warum tun sie es dann überhaupt?

Sieben Gründe für einen Mann, mit einem Mann zu schlafen

1. Der Hauptgrund ist die Neugierde auf das emotionale Erlebnis. Es besteht aus der Furcht und der Überwindung der Furcht, aus Lust und der Angst vor der Begierde. Man könnte auch sagen: aus Abenteuerlust.
2. Neben der Neugierde auf die Emotionen spielt auch die Lust auf „alternative“ Körpererfahrungen eine Rolle. Wie fühlen sich Zungenküsse und manuelle Stimulationen an? Wie ist es, Fellatio von einem Mann zu bekommen? Ist Analverkehr wirklich so erregend? Wenn’s keine Offenbarung ist, ist es eben Erfahrung.
3. Obgleich „homosexuelle“ Kontakte nicht notwendigerweise Analverkehr beinhalten, ist der passive Analverkehr die heftigste Sensation, die ein Mann in seinem Leben erfahren kann – und sie muss nicht einmal notwendigerweise von einem anderen Mann ausgehen, sondern kann auch mit einem Strap-on-Dildo von einer Frau erzeugt werden.
4. Mache Hetero-Männer sind von anderen, namentlich schönen, schlanken und femininen Männern ebenso angetan wie von ähnlich schönen Frauen. Ergibt sich die Gelegenheit, so zählt der schöne Körper – nicht ob Frau oder Mann.
5. Eine Variante zu Punkt fünf ist der Kontakt zu „She-Males“, also besonders schönen, schlanken Männern mit künstlichen Brüsten, die sozusagen „beide Lüste“ abdecken. Hier wird auch die Grenze zur Prostitution berührt.
6. Es kommt vor, wenngleich es nicht die Regel ist, dass Männer zu homosexuellen Praktiken verführt werden. Manchmal, weil ihnen die Möglichkeiten fehlen, mit Frauen in Kontakt zu kommen, dann aber auch, weil sie ihn solche Situationen „hineingetrickst“ werden. Letzteres ist infam und in jeder Hinsicht zu verurteilen.
7. Zu guter Letzt: Manche Praktiken können von Männern und Frauen in ähnlicher Weise ausgeführt werden, und manche Männer bevorzugen tatsächlich die Lust, die ihnen Männer geben können, wenn sie den Vergleich haben.

Die Quellen dieser Recherche

Die Angaben hier stammen aus zahllosen Foren, Blogs und Berichten, die wir mühsam durchsucht haben. Wir konnten nirgendwo finden, dass erotische, sinnlich oder sexuelle Kontakte von Mann zu Mann „homosexuell“ sein müssten, haben aber oft den Verdacht vorgefunden, dies sei so. Wir erfuhren weiterhin, dass es im Grunde falsch ist, von Bi-Sexualität zu sprechen – eigentlich ist es eine geschlechtsneutrale Sexualität, die von diesen Männern (und Frauen) empfunden wird.

Hinweis: (1) Das Buch von Jane Ward in deutscher Sprache ist gegenwärtig in Deutschland nicht überall erhältlich. Wir beziehen uns auf das Interview in der "Wienerin"

Wir empfehlen englischsprachigen Lesern das englische Buch von Jane Ward oder aber – noch wichtiger: „Straight“ von Hanne Blank.

Warum sollte eine Frau eigentlich mit einem Mann schlafen?

Lust und Romantik - in Kombination der häufigste Wunsch
Es musste ja sein, sagten meine Kollegen. Denn das Thema „warum schlafen Frauen mit Männern“ ist genau so aktuell wie das „umgedrehte“ Thema.

Und die Antworten?

Selbst, wenn ihr’s nicht wahrhaben wollt – die intensivsten Orgasmen bekommen sinnlich empfängliche Frauen, wenn sie entweder Hand oder Gerät bei sich selbst anlegen – gemeinhin als Masturbieren bekannt. Mehr als Männer strapazieren sie dabei das Gehirn, um die Empfindungen zu intensiveren, doch sehen immer mehr junge Frauen auch Pornos, die sie anregen. Teil sind die Gedanken aber so wild und verwegen, dass sie besser nur in der Fantasie existieren als in der Realität. Jedenfalls: Viele, intensive Orgasmen sind vor allem mit Vibratoren möglich. Der Nachteil ist klar: Der Kontakt mit einem Gerät ist gewöhnungsbedürftig, und er deckt nicht das gesamte Spektrum der gewünschten Empfindungen ab. Der Bio-Faktor fehlt einerseits, die Herausforderung andererseits.

Das Gehirn erzeugt den Wunsch auf sexuelle Lüste - auch ohne Pornografie

Fassen wir mal soweit zusammen: Im Gegensatz zum Mann, der gerne „Wichsvorlagen“ als optische Stimulation verwendet, schalten Frauen meist das Abenteurerzentrum zu, um in Stimmung zu kommen. Und die vielen Vibratoren, vom „naturnahen“ Penis über den Klitoralvibrator bis hin zum Auflagevibrator bieten unendlich viele Möglichkeiten, dazu mechanisch betrommelt zu werden. Allerdings sehen und lesen mehr und mehr Frauen Pornografie – doch sie spielt im Leben der Frauen offenbar immer noch eine untergeordnete Rolle, wenn es um das „Anheizen“ der Lust geht.

Bio-Kontakte: Körperkontakte sind das Wesentliche

Wie schon im letzten Artikel gehen wir nun zur Zweisamkeit über. Dabei überspringen wir mal die Möglichkeit, dass recht viele Frauen wenigstens einmal in ihrem Leben den Lustgewinn durch eine andere Frau erreicht haben. Und wir ignorieren den biologischen Faktor, beim Sex schwanger werden zu wollen. Also reden wir von heterosexuellen Kontakten der Frau zu Männern, die aus reiner Lust aufgenommen werden. Vollhaut-Biokontakte mit Anfassen oder mit Eindringen, wenn ihr so wollt. Nicht immer kommt dabei „PiV“ zum Einsatz, nur um das mal zu erwähnen.

Fragen wir uns also wieder, warum „jemand mit jemandem“ schläft, diesmal also, warum Hetero-Frauen mit Hetero-Männern „schlafen“. Sichert könntet tihr die Gründe noch um 93 auf 100 erhöhen, und vielleicht macht ihr uns die Freude, weitere Gründe einzureichen - wer weiß?

Sieben Gründe, warum "mit einem Mann zu schlafen" gut tut

Schaffen wir auch diesmal wenigstens sieben gute Gründe (auch nicht so gute, dafür aber häufige)? Teils – dies sei vorausgeschickt – sind die Gründe identisch, zumindest bei den „Braven“ unter euch.

1. Der meistgenannte Grund ist auch bei Frauen: weil es Freude macht. Die Sinnesfreude, vor allem in der geeigneten Umgebung, mit dem richtigen Mann und mit einer Mischung aus Wollust und Romantik ist’s am Schönsten. Auch, wenn der Abend zu zweit der Einzige bleiben sollte – wenn die Stimmungslage richtig war, dann war auch der Sex schön.

2. Der zweite Grund ist ebenfalls ähnlich wie beim Mann, kommt aber seltener vor: Auch Frauen sind bisweilen „notgeil“ oder einfach geil auf Sex. Ist die Begierde da, und ist zufällig ein Mann da, mit dem es möglich erscheint, sie zu stillen, dann geht die Post ab. Und mehr und mehr kommen solche Begegnungen nicht „ganz zufällig“ zustande, sondern sie werden von den betroffenen Frauen vorbereitet. Das sind dann die Verabredungen, die ausschließlich dazu dienen, sexuelle Erfüllung zu finden – mal wissen es die in Aussicht genommen Männer, mal nicht.

3. Der dritte Grund für eine Frau ist noch selten: Es ist der Wunsch, perfekt verführt und lange und ausdauernd in bester Qualität erotisch und sexuell behandelt zu werden. Der Wunsch existiert im Hinterstübchen der Frau oftmals, die Hürde zur Ausführung ist allerdings hoch, wenn der Grenzbereich zur Prostitution erreicht wird. Auch wenn ein Escort-Mann nicht nur „Mietrammler“ sein mag, sondern eine perfekte Illusion verkauft – da ist immer noch eine Hemmschwelle.

4. Was unter Nummer drei durch einen Anruf und ein paar Scheine erreicht werden kann, ist natürlich auch ohne Rotlichtfaktor möglich. Entweder mit typischen Machos, die ohnehin nicht lange fackeln, wenn sie Abenteuer wittern oder mit Ehemännern, die sinnlich und erfahren genug sind, hübsche Träume zu schenken. Das Problem dabei ist, sich in sie zu verlieben. Später wird dann oft darüber lamentiert, was ihr in jeder Frauenzeitschrift nachlesen könnt.

5. Das lassen wir mal stehen für Frauen (1) : einer der häufigsten Gründe für den Wunsch nach Sex in jungen Beziehungen ist die romantische Liebe, die eigentlich keine Liebe ist, sondern Verliebtheit. Es ist mit Abstand die sinnlichste Variante, weil des dabei nicht nur um ein paar schnöde Orgasmen oder PiV-Kontakte geht, sondern darum, das ganze „Bio-Paket“ mitzunehmen.

6. Für viele Frauen ist ausgesprochen interessant, von einem Mann „nach Strich und Faden“ verführt zu werden, ohne dass sie bewusst aktiv werden müssen (2). Dabei geht es eigentlich darum, festzustellen, ob „frau“ noch attraktiv genug ist, aber oft landet die Frau, die zuvor heftig flirtete, später auch im Bett. Zufall war es dann nicht.

7. Letztendlich ist auch für Frauen interessant, selbst zu verführen, zumal, wenn mit zunehmendem Alter auch deutlich jüngere Männer infrage kommen. Und ob ihr es nun wahrhaben wollt oder nicht. Manchmal geht es eben auch darum, an der Macht oder am Geld des Mannes zu partizipieren.

"Penis in Vagina" ist nicht immer das Ziel

Für Frauen sind „zwischenmenschliche“, auch intime, sinnliche und zärtliche Kontakte ganz offenkundig wichtiger als für Männer, und dabei geht es nicht immer um schnöden Sex, schon gar nicht immer um „das Übliche“. Deswegen die Sinneslust nicht immer auch „Sex“ und „Sex“ nicht gleich „Penis in Vagina“ (PiV).

Und noch wichtiger für die meisten Frauen ist, einander nahe zu sein, vorher und nachher zu kuscheln, schöne Worte zu wechseln und sich die Beziehung dabei manchmal auch „schön zu reden“. Körperkontakte sind also eine Seite des Gefühlstrios, das glücklich macht, Sex ist eine andere Dimension, und Orgasmen sind die dritte Komponente.

Kommt alles „all in one“ und spürt die Frau auch noch den Zustand, verliebt zu sein, spricht für den Moment nichts dagegen, zufrieden mit allem zu sein. Schön wäre natürlich, dabei in einer Beziehung zu leben. Aber so viel kann ich euch verraten: Nicht alle Frauen erreichen das höchste sinnliche Glück in Beziehungen.

Und Du? Was meinst Du?

(1) Wir haben es auch bei Männern erwähnt.
(2) Flirten kann durchaus eine unbewusste Aktivität sein.