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Oral

Der Musikproduzent Khaled Mohamed Khaled sorgte vor einiger Zeit für eine Internet-Aufregung (aka Shitstorm), als er in einem Interview Intimes verriet: Ja, er würde von einer Frau Oralverkehr verlangen, aber er würde einer einer Frau auf keinen Fall Oralverkehr schenken.

Da sind wir also mal wieder bei „Oral“. Also dem, was angeblich keine Frau tut, es sei denn, sie täte es, und wovon nahezu jede Frau träumt. „Bekommen oder geben“ ist eine der Fragen – aber nicht die Einzige.

Lüsterne Männer lieben "französisch natur"

Mindestens seit den „Großstadtweibern“ oder „Sex in the City“ ist ja klar, dass es manche Frauen tun – so ganz selbstverständlich, auch mal vor dem Aufstehen. Doch was tun sie eigentlich? „Going down on him“ ist die feine Version, „Blowjob“ der gebräuchlichere Ausdruck, und die gebildete Dame würde immer noch sagen: "Fellatio.“ Das steht für „Saugen“ was auch eher zutrifft als „Blasen“. Im Rotlicht-ABC finden wir abgestufte Varianten: „Ohne mit Aufnahme“ ist die krasseste, „französisch Natur“ die etwas vornehmere. Und genau das das soll die Freundin, Geliebte oder Ehefrau tun. Ohne Lümmeltüte und mit Schlucken.

Das also tut sie an ihm, wenn er lieb ist, nett duftet und sich brav bedankt.

Die andere Seite - wer tut es an "ihr"?

Das ist aber nur die eine Seite. Die andere heißt mit ihrem edelsten Ausdruck „Cunnilingus“, und das gebräuchlichste Wort im Deutschen dafür ist „lecken“. Neuerdings sagt man im englischen Jargon auch „Going down on her“, oder – wie ich finde, sehr amüsant: „Dining at the Y“, also „speisen am Y“ – wobei ihr euch wahrscheinlich denken könnt, wo sich das „Y“ befindet.

So und nun – das medizinische Risiko mal beiseitegelegt und nur auf die Lust bezogen - wäre natürlich die Frage, warum so viele Männer gar nicht daran denken, „ihr“ die Wonnen des Cunnilingus zu gönnen. Und wenn die geklärt ist: Wie viele Frauen verlangen danach, und wie viel schreckt allein der Gedanken ab, solches in der Realität zu fordern?

Fantasie und Realität - nicht alle Lippen locken

Jenseits der Realität hockt schamvoll die Fantasie. Fellatio geben und (nicht unbedingt zeitgleich) Cunnilingus zu empfangen ist der Traum von nahezu 80 Prozent der Frauen. Etwas weniger träumen davon, Fellatio zu vollziehen, und etwa ein Drittel der Frauen würde auch Cunnilingus geben. Diese Zahlen korrespondieren auffällig mit der Fantasie lesbischer Beziehungen.

Und die Männer? Nachdem klar ist, dass sie generell vom Oralverkehr angetan sind, wünschen sich beachtliche 78 Prozent, die Zunge am „Y“ einzusetzen. Und trotz des bekannten Widerstands der Männer, einem anderen Mann Fellatio zu geben, träumen immerhin noch 27 Prozent davon – bei nur 20 Prozent virtueller Bereitschaft, auf der anderen Seite des Zauns zu grasen.

Die Differenz zwischen „tatsächlich“ vollzogenem Cunnilingus und seiner erträumten Variante ist enorm. Zwar gibt es dafür keine verlässlichen Zahlen, aber die Faustregel sagt aus: Wovon am meisten fantasiert wird, das wird am meisten entbehrt.
Neben dem Oralverkehr steht übrigens auch der Handverkehr höher im Kurs, als die meisten gedacht hätten.

Ist sie eine Hure? Und woran erkennst du das?

Ein Gesicht sagt gar nichts aus ...
Blödsinnige Frage – werden die meisten von euch sagen. Eine Hure ist eine Frau, die im Hamburger Stadtteil St. Pauli (oder sonst wo) im kurzen Rock und mit deutlich präsenten Brüsten am Straßenrand steht. Oder eine, die im Bordell „arbeitet“, irgendwo im Koberfenster sitzt oder …

Oder?

Na gut, oder. Oder eine Frau, die „Haus- und Hotelbesuche“ macht, ihre Tarife im Internet veröffentlicht und … oder?

Eine Hure ist immer, wen Männer dafür halten

Grundsätzlich ist immer die Frau eine Hure, die Männer dafür halten. Sie gehen dabei von dem Typ Hure aus, mit der sie es „gemacht“ haben, oder die sie mal am Straßenrand gesehen haben. Mit diesem Bild der Frau gehen sie dann durchs ganze Leben. Plakativ gesagt: Sie ist stark geschminkt, auffällig blondiert, trägt ihre Brüste schamlos spazieren, und zeigt mehr von ihren Oberschenkeln, als es eigentlich üblich ist. Und natürlich „wackelt sie mit der Tasche, womit denn sonst?

Der männliche Blick versagt bei Damen, die Haltung zeigen

Wer ist die Frau, die dort unauffällig an der Bar sitzt, dezent geschminkt ist, wenig Schmuck und einen Blazer trägt? Woher weißt du, ob sie eine Sekretärin ist, die sich einen Kaffee gönnt, oder eine Escortfrau, die auf ihren Kunden wartet?

Kulturelle Unterschiede trüben das Bild

Es ist immer so – wer einem bestimmten Bild entspricht, wird auch so angesehen. Denkt dabei mal an den „Ententest“ (1). Die meisten Menschen (und vor allem Männer) schließen vom Äußeren aufs Innere. Und interessant ist dabei, sie sie sich täuschen können. In Budapest beispielsweise versuchen die meisten jungen Frauen, extrem sexy zu wirken, was schon mal einen Schüler veranlasste zu sagen: „Bei euch laufen die Mädchen so im Warenhaus herum wie bei uns die Huren auf St. Pauli“. Nein, das tun sie nicht – sie kleiden sich lediglich provokativer als die jungen Damen aus distinguierten Hamburger Familien. Und sie tun die auch, wenn sie mit dem Kinderwagen unterwegs sind.

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Was ist Verführung?

Eva bietet die Frucht vom Baum der Erkenntnis an
In kaum einem deutschsprachigen Lexikon findet ihr einen neutralen, wissenschaftlich haltbaren Satz darüber, was eigentlich eine „Verführung“ ist. Die generelle Haltung zur Verführung ist mit Vorurteilen und Ideologien besetzt, sodass am Ende etwas herauskommt, was mit hochgehaltenem Zeigefinger verkündet werden kann.

Weil es so populär ist, beginne ich mal mit WIKIPEDIA. Dort heiß es:

Verführen (substantiviert Verführung, auch Verlockung oder Seduktion) bedeutet, jemanden gewaltlos so zu „manipulieren“, dass er etwas tut, was er eigentlich nicht wollte oder sollte (zum Beispiel, sich regelwidrig zu verhalten, sich sexuellen Handlungen hinzugeben, eine Religion anzunehmen, etwas Bestimmtes zu kaufen).

Einige Zeilen später, und etwas aus dem Zusammenhang gerissen heißt es dann:

Mit Verführungskunst bezeichnet man alle kommunikativen Strategien und Handlungen, mit denen eine Person eine andere Person für sexuelle Handlungen gewinnt.

Klischees aus der Vergangenheit - die schwache Frau wird verführt

Dabei ergeben sich gleich drei Fragen:

1. Behauptet wird, die Verführung geschähe in der Absicht, jemanden zu etwas zu bewegen, was er „eigentlich“ nicht wollte. „Wollte“ die Person es wirklich nicht? Oder traute sie sich nicht? Wagte sie es nicht?
2. Die sogenannte „Verführungskunst“ ist eine Anleitung zur Verführung. „Verführen“ (oder verlocken, verleiten) ist aber – zumindest auf sexuellem Gebiet - eine natürliche Ressource, also kein „erlerntes Verhalten“. Natürlich kann diese Ressource „manipulativ“ eingesetzt werden – aber das würde Bände füllen. Lassen wir’s also. Fragen wir lieber: Was ist an der Verführung „natürlich“, wie wirkt die „Verstärkung“ natürlicher Prozesse und ab wann kann man von einer „Machenschaft“ sprechen?
3. Kein Wort darüber, dass „Verführung“ sowohl negative Aspekte als auch positive Aspekte hat. Etwas tun zu wollen, aber sich nicht zu trauen dies dann auch wirklich auszuführen, ist ein guter Grund, sich dazu verführen zu lassen. Was also ist die positive Seite der Verführung?

Zwei Quellen für die Einseitigkeit: Religion und veraltete Sichtweisen
Der angebliche Verursacher: Hi, Eva, wie wär's mit 'nem Apfel?
Die Tendenz, das Wort „Verführung“ negativ auszulegen, hat zwei Quellen: Religiöses Schrifttum und die Annahme, die Person, die verführt wird (oder sich verführen lässt), sei willensschwach, während die zweite Person sie mit dem starken Willen bezwingen würde.

Dazu schreibt Büchner (1890):

Verführung sei einen von der Heerstraße der himmlischen Wahrheit und dem Wege der Tugend abbringen, und in Abwege der Sünden und Laster, ja zeitliches und ewiges Verderben stürzen.


Andere verweisen auf die Verführungen durch Satan in Gestalt einer Schlange (die Eva verführte), auf Casanova und Faust (wieder mithilfe des Satans).

Und so stehen wir vor dem Dilemma, völlig einseitig, und zudem äußert negativ von den Erläuterungen beeinflusst zu werden. Inwieweit dieses Vorgehen Fahrlässigkeit oder gar Manipulation ist, müssen die Autoren entsprechender Artikel selbst verantworten.

Seltene Lichtblicke: Die Natur spielt die erste Geige

Indessen gibt es Lichtblicke. Im englischen Wikipedia finden wir einen sehr lange Abschnitt darüber, dass sexuelle Verführung weder negativ noch manipulativ ist. Man beruft sich auf neuere Forschungsergebnisse und greift nun sogar auf die Naturphänomene zurück.

Ich zitiere daraus auszugsweise (1):

Sowohl Männer als auch Frauen setzen die Strategie der Verführung ein, um ihre sexuellen Beziehungen auszuhandeln. Dies beruht in erster Linie sowohl auf das physische Verlangen wie auch auf der Anziehungskraft der Geschlechter. (Die Personen, die so handeln) wenden dies oft unbewusst an und berichten lediglich über die Gefühle und Gedanken, die sie subjektiv erlebt haben und die … umgangssprachlich mit „Anziehung“ oder „Liebe“ vergleichbar sind.
Des weiteren führen die Autoren aus, dass Verführungen im Grunde nichts weiter sind als der Ersatz für die Balz der Säugetiere. Die Absicht ist,

Dass diese Form der sexuellen Verlockung verwendet werden kann, um gewünschte Personen zum Geschlechtsverkehr und letztendlich zur Fortpflanzung zu bewegen. Dieses Verhalten zielt auch darauf ab, jemanden zu überreden, eine kurzfristige oder langfristige sexuelle Beziehung zu ihm aufzubauen.
Wobei wir endlich wieder bei der Natur sind. In ihr ist die Verführung das einzige Mittel, um zum erwünschten Ziel zu kommen - wobei wir selbstverständlich etwas kompliziertere Bedingungen vorfinden als bei Katzen und Katern. Aber das Prinzip ist gleich: Nur, wer im Prinzip bereit ist, ist auch verführbar, was letztlich bedeutet:

Jeder ist verführbar, nur nicht jederzeit und nicht von jedem.
Unseren Sophisten und allen anderen moralisierenden Schwätzern kann ich nur raten, einmal vom hohen Ross hinabzusteigen.

Verführung zu Liebeslüsten ist kein Teufelswerk, sondern ein Werk der belebten Natur.

(1) Übersetzung und Kürzungen durch den Autor.

Enorme Umsätze mit angeblich „suchenden“ Bikinischönheiten

Viel verwendetes Fake-Profil (hier ohne Unterleib, aus gutem Grund)
Menschen kennenlernen? Prima Sache – vor allem, wenn man Single ist und einen Partner oder eine Partnerin sucht. Fragt sich nur, warum Männer 100 Millionen Euro für Dating-Portale ausgeben, auf denen es nahezu unmöglich ist, eine Partnerin zu finden.

Fake-Kennenlernseiten - meist mit freizügigen Frauenfotos

Dazu hat der Singlebörsen-Vergleich „normale“ Datingseiten auf der einen Seite und Dating-Seiten mit sogenannten „Fakes“ auf der andern Seite untersucht. Die typische Datingseite mit Fakes lädt notgeile und meist etwas „unterbelichtete“ Männer dazu ein, sich in die Arme von Bikini-Schönheiten zu begeben oder sich an große Brüste anzukuscheln.

Wo finden Männer diese Pseudo-Kennenlernseiten?

Wie erreichen die Fake-Seiten ihre männlichen Kunden?

Dazu weiß der Singlebörsen-Vergleich (Zitat)

Den Schwerpunkt am Graumarkt bilden Dating-Plattformen, bei denen Männer durch Animation zum Bezahlen motiviert werden.
Sie unterscheiden sich im Automatisierungsgrad:
• Vertriebsmitarbeiter versuchen mittels Fake-Profilen User von anderen Portalen abzuwerben und woanders in Bezahl-Mitgliedschaften zu quatschen. Für diese Jobs als „IKM-Schreiber“ gibt es sogar offizielle Stellenausschreibungen.
• Aktuell am erfolgreichsten sind Tausende Kontaktseiten mit ausgereiften automatisiert animierten Fake-Profilen, die bevorzugt im halbseidenen Kontext über Porntube-Channels, nachts auf TV-Kanälen aber auch über Internet-Kleinanzeigenmärkte beworben werden.


Verlockende nackte Schönheiten per E-Mail

Typisches Wäschfoto aus einem Fake-Profil
Das Modell ist bekannt – und es funktioniert genau, wie beschrieben, doch zusätzlich kommen noch besondere Verlockungen dazu: Wer einmal seine E-Mail-Adresse dort deponiert hat, um eine „kostenlose Mitgliedschaft“ zu erreichen, wird mit E-Mail zugeschüttet, die mehr oder weniger bekleidet (oftmals ganz und gar unbekleidete oder schrittoffene) Damen zeigt – manchmal mit Sternchen über den intimsten Stellen, dann aber auch mal ganz ohne Blickschutz.

Ziel ist es nun, diese Männer zu einem Abonnement zu bewegen, das ihnen angeblich ermöglicht, solche Damen Kennzulernen. Selbstverständlich ist es höchst unwahrscheinlich, dass sich Frauen so darstellen, um Männer für echte Beziehungen kennenzulernen – aber wer „notgeil“ ist, wird trotzdem darauf hereinfallen.

Wer sind nun die "Frauen", die dort „angeboten“ werden?

Sie sind vor allem nur selten Frauen, denn sie existieren nur als Foto, das irgendwo her gestohlen wurde (meist von den Webseiten junger Models, Cam-Girls oder Wäschemodellen), aber auch durchaus aus ganz gewöhnlichen sozialen Netzwerken. Hinter dem Foto steht dann entweder ein Märchenonkel (IKM-Schreiber sind oft Männer) oder ein Roboter-Schreibsystem, das aus gewissen Stichwörtern halbwegs passable Dialoge erzeugen kann. Das ist schon mit einfachen Programmiertechniken möglich, solange man keine ungewöhnlichen Wörter benutzt oder extrem persönliche Fragen stellt.

Was sehr bedenklich ist: Diese 100 Mio. Euro mussten ja irgendwie einmal mit ehrlicher, harter Arbeit erwirtschaftet werden, bevor sie in die Taschen der Internet-Anbieter flossen.

Die Anbieter ihrerseits sind „fein heraus“: Sie nutzen ihre AGB, um darin ihre Rechte abzusichern, dem Kunden Fake-Profile unterzujubeln.

Für eine Verabredung bezahlen lassen?

Für eine Verabredung bezahlen lassen? Bezahlte Dates anbieten? Was steckt dahinter? Was kosten sie und warum wird dafür bezahlt? Der Versuch einer Antwort.

Bezahlt hat er nur für das Rendezvous - und was nun?

Bezahlte Liebe ist ein Thema, bei dem Feministinnen schon mal auf die Barrikaden gehen. Nun wissen Sie so gut wie ich, dass Liebe unbezahlbar ist - eine Art Possenspiel, das der Liebe ähnelt, aber schon. Intime Gespräche, sanftes Kuscheln, sinnliche Verführungen und Sex aller Art sind gegen Geld zu haben.

Und die berühmten „Dates“? Bekommt der Mann ein Date auch für Bares? Und wie verhält es sich mit dem „Deal“ genau?

Leider kann ihnen auch die Liebeszeitung diese Frage nicht beantworten, denn die Branche hält sich bedeckt – und wirft Nebelkerzen. So hörten wir, dass nur das Ziel anders gesteckt sie als bei einem gewöhnlichen Date, denn bezahlte Dates würden eingegangenen, um ein Date zu haben und nicht, um eine Beziehung zu beginnen. Das ist aber nicht die Frage, die immer wieder gestellt wird, und die beschäftigt Moralisten, Agenturbetreiber und Journalisten gleichermaßen: Wie ist es eigentlich mit dem Sex? Gibt es den grundsätzlich nicht? Oder ist er optional? Und wenn es ihn nicht gibt, warum ist dann der Preis für ein Date so enorm hoch?

Meinungen aus der Presse und "interessieren Kreisen"


Diese Meinungen können Sie oft hören:

- Die Betreiber sagen, es gäbe bei ihnen grundsätzliche weder ein Angebot von Sex noch eine Nachfrage danach.
- Männliche Benutzer halten sich überwiegend „bedeckt“. Falls sie Sex erwarten oder bekommen, fühlen sie sich ähnliche wie Freier, die in Bordelle gehen, und meist fürchten Sie die Frage: „Sag mal, hast du so etwas nötig?“
- Manchmal wird behauptet, das Date würde zum Grundpreis verkauft, Sex sei aber gegen einen Mehrpreis zu haben, der am Ende des Dates verlangt würde.
- Die Frauen, die Dates verkaufen, könnten wöchentlich bis zu 1.000 USD verdienen – und zwar ohne sexuelle Angebote. Solche Behauptungen sind natürlich für viele Frauen verlockend. Dabei wird suggeriert, dass sie nur Ihre Zeit anbieten müssten.
- Allerdings spricht gegen die Theorie hoher Einkommen aus Dating-Services, dass der Durchschnittspreis der Anbieterinnen bei angeblichen 80 USD liegt – mit einigen Ausnahmen, beispielsweise in San Francisco, wo gut und gerne 422 USD für ein Date verlangt werden.

Ungewisse Dates - Qualität und Länge des Dates bleiben im Dunkel

Nun wird die Sache interessant. Ein „Date“ kann eine Stunde oder auch mal drei Stunden dauern – in den USA handelt es sich ja zumeist um Einladungen zu einem teuren Abendessen. Kein Mann weiß also, wie viel Zeit die Dame mit ihm verbringen will. Da die Damen ausschließlich am Geld interessiert sind, werden sie also versuchen, die Dates so kurz wie möglich zu halten. Das geht soweit, dass sich eine der Damen beklagte, „eigentlich“ eine Ausfallentschädigung verlangen zu können, falls der Herr nicht aufkreuzt.

Begleitung durch Damen ohne Sex - ja, aber ...

Geht es am Ende nur um das Geld?
Recherchiert man einmal, was „Damenbegleitung“ ohne Sex kosten würde, so stößt man in ein Vakuum. „Ja, es sei manchmal so, dass Männer keinen Sex wollten, nur reden … aber das eigentliche Geschäft sei dies nicht …“ … so oder ähnlich argumentieren Escort-Frauen. Man sieht zwar immer wieder Angebote, in denen Begleitung „ohne sexuellen Hintergrund“ angeboten wird, oder einfach als „No Sex Escorts“, doch bei all diesen Angeboten bleiben Zweifel. Entweder der Preis liegt unter den üblichen Honoraren für freiberufliche Tätigkeit (mindestens 40 Euro/Stunde), oder aber er liegt auf dem üblichen „unteren“ Escort-Niveau (200 Euro/Stunde). Da bei jedem „bezahlten Date“ Nebenkosten auftreten, die über eine Tasse Kaffee und eine Straßenbahnfahrt hinausgehen, kommen in der Regeln noch dreistellige Beträge für Flugreisen, Bahnreisen, Hotelbuchungen, Taxi und Restaurants dazu. Denn alle Damen setzen voraus, dass der Herr sämtliche Nebenkosten übernimmt.

Bezahlte Dates und Escort-Dienste: in der Spitze kaum Preisunterschiede

Von den deutschen Verhältnissen zurück in die USA: Dort soll laut einer aktuellen Aufstellung die durch Dating-Agenturen vermitteltes No-Sex-Date zwischen 190 und 422 USD in Großstädten kosten. Erstaunlicherweise liegen diese Grundkosten für den Klienten, die ja nicht die Gesamtkosten repräsentieren, ungefähr in der gleichen Preiskategorie wie die durchschnittlicher Escort-Frauen – ob mit Sex oder ohne. Die Recherchen ergaben: Ein Äquivalent zu einem Date wäre ein Zwei-Stunden-Arrangement, das in dem bereits genannten San Francisco bereits ab 600 USD zu bekommen ist, in Boston sogar schon ab 400 USD. Zieht man davon die Provision ab, so verbleiben der Dame etwa 360 USD in San Francisco – also möglicherweise weniger als der Frau, die zum No-Sex-Date über eine Singlebörse für bezahlte Dates gefunden wird.

Ob sich "bezahlte Dates" wirklich lohnen?

Für den Mann sicherlich nur, wenn er nicht viel erwartet, aber viel erträgt, und ihm das Geld locker in der Tasche sitzt. Und für die Frau? Gewöhnliche Dates sind zwar nicht völlig ungefährlich, aber sie sind weitaus ungefährlicher als Dates mit Männern, die glauben, etwas für Geld erkauft zu haben, was gar nicht angeboten wurde. Und über allem liegt der Dunstschleier der Ungewissheit und des Risikos. Im Grunde spielen also beide hoch – und der Verdacht, dass beim „bezahlten Dating“ oftmals mit gezinkten Karten gespielt wird, ist nie ganz ausgeräumt worden.

Hinweise: Alle Daten und Meinungen wurden öffentlich zugänglichen Quellen entnommen, die hier nicht mitveröffentlicht wurden, um jedem Vorwurf der Werbung entgegenzutreten. Bild oben: Buch-Illustration, möglicherweise aus den 1920 Jahren. Bild Mitte: Wanddekoration einer kultigen Gaststätte