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Für eine Verabredung bezahlen lassen?

Für eine Verabredung bezahlen lassen? Bezahlte Dates anbieten? Was steckt dahinter? Was kosten sie und warum wird dafür bezahlt? Der Versuch einer Antwort.

Bezahlt hat er nur für das Rendezvous - und was nun?

Bezahlte Liebe ist ein Thema, bei dem Feministinnen schon mal auf die Barrikaden gehen. Nun wissen Sie so gut wie ich, dass Liebe unbezahlbar ist - eine Art Possenspiel, das der Liebe ähnelt, aber schon. Intime Gespräche, sanftes Kuscheln, sinnliche Verführungen und Sex aller Art sind gegen Geld zu haben.

Und die berühmten „Dates“? Bekommt der Mann ein Date auch für Bares? Und wie verhält es sich mit dem „Deal“ genau?

Leider kann ihnen auch die Liebeszeitung diese Frage nicht beantworten, denn die Branche hält sich bedeckt – und wirft Nebelkerzen. So hörten wir, dass nur das Ziel anders gesteckt sie als bei einem gewöhnlichen Date, denn bezahlte Dates würden eingegangenen, um ein Date zu haben und nicht, um eine Beziehung zu beginnen. Das ist aber nicht die Frage, die immer wieder gestellt wird, und die beschäftigt Moralisten, Agenturbetreiber und Journalisten gleichermaßen: Wie ist es eigentlich mit dem Sex? Gibt es den grundsätzlich nicht? Oder ist er optional? Und wenn es ihn nicht gibt, warum ist dann der Preis für ein Date so enorm hoch?

Meinungen aus der Presse und "interessieren Kreisen"


Diese Meinungen können Sie oft hören:

- Die Betreiber sagen, es gäbe bei ihnen grundsätzliche weder ein Angebot von Sex noch eine Nachfrage danach.
- Männliche Benutzer halten sich überwiegend „bedeckt“. Falls sie Sex erwarten oder bekommen, fühlen sie sich ähnliche wie Freier, die in Bordelle gehen, und meist fürchten Sie die Frage: „Sag mal, hast du so etwas nötig?“
- Manchmal wird behauptet, das Date würde zum Grundpreis verkauft, Sex sei aber gegen einen Mehrpreis zu haben, der am Ende des Dates verlangt würde.
- Die Frauen, die Dates verkaufen, könnten wöchentlich bis zu 1.000 USD verdienen – und zwar ohne sexuelle Angebote. Solche Behauptungen sind natürlich für viele Frauen verlockend. Dabei wird suggeriert, dass sie nur Ihre Zeit anbieten müssten.
- Allerdings spricht gegen die Theorie hoher Einkommen aus Dating-Services, dass der Durchschnittspreis der Anbieterinnen bei angeblichen 80 USD liegt – mit einigen Ausnahmen, beispielsweise in San Francisco, wo gut und gerne 422 USD für ein Date verlangt werden.

Ungewisse Dates - Qualität und Länge des Dates bleiben im Dunkel

Nun wird die Sache interessant. Ein „Date“ kann eine Stunde oder auch mal drei Stunden dauern – in den USA handelt es sich ja zumeist um Einladungen zu einem teuren Abendessen. Kein Mann weiß also, wie viel Zeit die Dame mit ihm verbringen will. Da die Damen ausschließlich am Geld interessiert sind, werden sie also versuchen, die Dates so kurz wie möglich zu halten. Das geht soweit, dass sich eine der Damen beklagte, „eigentlich“ eine Ausfallentschädigung verlangen zu können, falls der Herr nicht aufkreuzt.

Begleitung durch Damen ohne Sex - ja, aber ...

Geht es am Ende nur um das Geld?
Recherchiert man einmal, was „Damenbegleitung“ ohne Sex kosten würde, so stößt man in ein Vakuum. „Ja, es sei manchmal so, dass Männer keinen Sex wollten, nur reden … aber das eigentliche Geschäft sei dies nicht …“ … so oder ähnlich argumentieren Escort-Frauen. Man sieht zwar immer wieder Angebote, in denen Begleitung „ohne sexuellen Hintergrund“ angeboten wird, oder einfach als „No Sex Escorts“, doch bei all diesen Angeboten bleiben Zweifel. Entweder der Preis liegt unter den üblichen Honoraren für freiberufliche Tätigkeit (mindestens 40 Euro/Stunde), oder aber er liegt auf dem üblichen „unteren“ Escort-Niveau (200 Euro/Stunde). Da bei jedem „bezahlten Date“ Nebenkosten auftreten, die über eine Tasse Kaffee und eine Straßenbahnfahrt hinausgehen, kommen in der Regeln noch dreistellige Beträge für Flugreisen, Bahnreisen, Hotelbuchungen, Taxi und Restaurants dazu. Denn alle Damen setzen voraus, dass der Herr sämtliche Nebenkosten übernimmt.

Bezahlte Dates und Escort-Dienste: in der Spitze kaum Preisunterschiede

Von den deutschen Verhältnissen zurück in die USA: Dort soll laut einer aktuellen Aufstellung die durch Dating-Agenturen vermitteltes No-Sex-Date zwischen 190 und 422 USD in Großstädten kosten. Erstaunlicherweise liegen diese Grundkosten für den Klienten, die ja nicht die Gesamtkosten repräsentieren, ungefähr in der gleichen Preiskategorie wie die durchschnittlicher Escort-Frauen – ob mit Sex oder ohne. Die Recherchen ergaben: Ein Äquivalent zu einem Date wäre ein Zwei-Stunden-Arrangement, das in dem bereits genannten San Francisco bereits ab 600 USD zu bekommen ist, in Boston sogar schon ab 400 USD. Zieht man davon die Provision ab, so verbleiben der Dame etwa 360 USD in San Francisco – also möglicherweise weniger als der Frau, die zum No-Sex-Date über eine Singlebörse für bezahlte Dates gefunden wird.

Ob sich "bezahlte Dates" wirklich lohnen?

Für den Mann sicherlich nur, wenn er nicht viel erwartet, aber viel erträgt, und ihm das Geld locker in der Tasche sitzt. Und für die Frau? Gewöhnliche Dates sind zwar nicht völlig ungefährlich, aber sie sind weitaus ungefährlicher als Dates mit Männern, die glauben, etwas für Geld erkauft zu haben, was gar nicht angeboten wurde. Und über allem liegt der Dunstschleier der Ungewissheit und des Risikos. Im Grunde spielen also beide hoch – und der Verdacht, dass beim „bezahlten Dating“ oftmals mit gezinkten Karten gespielt wird, ist nie ganz ausgeräumt worden.

Hinweise: Alle Daten und Meinungen wurden öffentlich zugänglichen Quellen entnommen, die hier nicht mitveröffentlicht wurden, um jedem Vorwurf der Werbung entgegenzutreten. Bild oben: Buch-Illustration, möglicherweise aus den 1920 Jahren. Bild Mitte: Wanddekoration einer kultigen Gaststätte

Liebe, Leidenschaft, Lust, Sex, Schmerz – wo willst du hin?

Wir schenken euch Äpfelchen - zum Lesen
Wir haben jetzt schon über fast alles geschrieben, was die Liebe abdeckt – von der zarten Leidenschaft der frühen Jahre bis zu den Freuden des Rohstocks. Von ganz gewöhnlichen Begegnungen zwischen Frau und Mann, die wir heute als „heterosexuell“ etikettieren müssen bis zu heftigen Frau-Frau-Leidenschaften. Wir haben fabuliert, nacherzählt, und selbst recherchiert. Wir haben Nachrichten und Meinungen gebracht, Mythen enthüllt und Falschmeldungen entlarvt.

Nur eines wissen wir nicht: Wo willst du hin?

Unsere Themen - sind das auch eure Themen?

Unser Trio von Themenkomplexen geht dieser Tage in Richtung „was denken und fühlen Männer“, aber wir haben ebenso interessante Themen für Frauen in petto. Da wäre zum Beispiel die Frage, warum Frauen sich nicht auf die Lust freuen dürfen, die ihnen das Leben schenken kann – egal wie und egal von wem. Oder warum Männer fast immer „Klienten“(aka Freier) bei erotischen Dienstleistern sind, Frauen aber nur selten. Und da wären ein paar Dutzend Probleme mit der erotischen Identität, die nicht ganz deckungsgleich mit der Persönlichkeit ist. Das wären die drei Hauptpfeiler für die nächsten Monate.

Was denkt ein Mann, wenn er sich ein paar Stunden Gesellschaft, Zuneigung, Erotik oder Schmerz erkauft? Was denkt die Frau, die dergleichen anbietet? Warum gibt es Männer, die während eines ersten Dates eine Ejakulation erwarten – und sei sie von Hand ausgeführt? Und wieso schenken so viele Frauen „obligatorisch“ Sex, wenn ihnen ein Mann halbwegs gefällt?

Ware Liebe - wahre Liebe, Lust und Leidenschaft
Einfach nur Lust auf Lust?

Die wahre Liebe ist – oh ja, sie ist entweder langeilig für andere, oder sie ist ein Roman- oder Filmstoff – doch dann ist sie meist nicht die wahre Liebe, sondern ein Tränendrüsenprodukt.

Ware Liebe? Wahre Liebe? Verliebtheit? Pure Lust? Schiere Leidenschaft? Ja, die Menschen heute überschätzen Sex. Aber sie wollen ihn dennoch um jeden Preis, und möglichst auf „schön“, also ohne Anstrengung mit höchster Leidenschaft.

Und du? Und Sie? Wo willst du hin, wo wollen Sie hin?

Wir schreiben für dich - wirklich nur für dich

Sag uns, wo DU hinwillst – wir bauen das Thema dann für DICH auf und aus, bis unsere Finger wund sind und die Augen brennen. Denn wir wollen nur eines – DEIN Bestes. Und DU zahlst keinen müden Cent dafür.

Natürlich bauen wir auch Themen für kommerzielle Zwecke auf und gestalten sie entsprechend aus – dann allerdings wollen wir schon den einen oder anderen Cent von Ihnen - von dir natürlich auch.

Hören wir von Ihnen oder von Dir? Wir werfen dir mal einen Apfel zu – du musst ihn nur noch fangen, sonst fällt er auf den Boden und niemand will ihn mehr.

Hier:

Cisgender – ein Unwort mehr

Cisgender - das missbrauchte Wort
Einstmals waren wir Menschen, die sich mal ein Etikett aufklebten und mal nicht. Ein Polizist war ein Polizist – gut, das fällt ja auch wirklich auf. Aber ein Buchhalter war eben nicht nur ein Buchhalter. Er war Kunde, Fahrgast, Ehemann, Vater und vielleicht sogar – ein Freier.

Heterosexuell contra Homosexuell: unerwünschte Etiketten von der Wissenschaft

Dann begannen die Wissenschaftler, Etiketten zu verteilen. Eines der Etiketten, mit denen diese Forscher ihre Popularität steigerten, war „Homosexuell“ – das Wort galt als Durchbruch bei der Etikettierung von Männern, die Männer lieben, wurde aber später auch für Frauen verwendet. Zuvor hatte man andere Begriffe, wie die „Mannmännliche Liebe“ oder „Konträre Sexualempfindung“, der Mann, der Männer liebte, wurde auch als „Urning“ (1) bezeichnet.

Nachdem sich homosexuelle Frauen und Männer zusammenschlossen, wurde immer wieder ein Begriff gesucht, um sich von den „anderen“ abzusetzen. Und in diesem Zusammenhang musste dann auch ein gemeinsamer Name für sich selbst gefunden werden. Ebenso wie ein „wissenschaftlicher“ Begriff für die „Anderen“, die man nicht einfach als „Normalos“ oder „Stinos“ durchgehen lassen wollte.

Dioning, Heterosexueller, Cisgender

Schon früh wurde versuchsweise der Begriff „Dioning“ (1) für einen „Normalmann“ verwendet – sodass beide, also Urninge und Dioninge, auf der gleichen Stufe standen. Heute bezeichnet man alle Menschen (Frauen und Männer) als „Heterosexuell“, kurz auch „Heteros“. Oder einfacher: Alle Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft sind „Queer“, der Rest ist „Straight“.

Warum nun aber „Cisgender“?

Der Begriff existiert im Grunde nur innerhalb der LGBT-Gemeinde, um „andere“ von „Transgender-Personen“ abzugrenzen. Cisgender ist demnach jeder, der nicht Transgender ist. Und „Transgender“ ist ein Mensch (meist ein Mann, es kann aber auch eine Frau sein), der (die) sich nicht zu der Geschlechtsidentität bekennt, die bei der Geburt festgestellt wurde, sondern der (die) sich nach eigenem Dafürhalten „im falschen Körper“ befindet.

Cisgender als Modewort für Heterosexuell?

Der Begriff „Cisgender“ wird also als Gegenteil von „Transgender“ gebraucht – ob dies Sinn hat oder nicht, mag man bezweifeln. Unzweifelhaft aber ist die Tatsache, dass der Begriff von modern sein wollenden Autorinnen und Autoren für „nicht schwul“, „straight“ oder „heterosexuell“ verwendet wird.

Weil sich das Wort kaum übersetzen lässt, wird es in Deutsch genau wie im Englischen als „Cisgender“ verwendet. Heißt: Wir haben ein Unwort mehr, das im Grunde nicht akzeptabel ist und zudem von dem abweicht, was im Ursprung gemeint war: „Personen, die nicht transsexuell sind.“

(1) Nach Karl Heinrich Ulrichs

GFE - „Sex wie mit einer Freundin?“

Der Traum, eine echte Freundin stundenweise zu genießen
Männer, die zu Huren gehen, wollen normalerweise etwas Frivoles oder etwas „das es Zuhause nicht gibt“. Frivole Dessous, aufs Heftigste ausgespielte Lüste, ungewöhnliche Praktiken – all das will „der Freier“ angeblich.

Na klar – „den Freier“ gibst nicht – wissen wir ja alle vom Kino. Jeder will etwas anderes, so wie einer Currywurst will und der andere ein raffiniertes Fünf-Gänge-Menü. Und wie das so ist, will der eine eben die raffinierte Verführerin, der andere ist mit einer schnellen Nummer zufrieden: Slip beiseiteschieben, Augen zu und durch.

So, und was ist nun eine „Girl Friend Experience?“

GFE kann vieles sein – aber es bleibt eine Illusion

Kommt darauf an, aus welcher Sicht man so was sieht. Eine Frau, die’s macht, schrieb gerade (1):

Eine Girlfriend Experience“, kann vieles bedeuten, sowohl für denn Klienten wie auch für die Anbieterin.


Geboten wird eine Illusion: Da kommt eine Frau, nett, aber harmlos aussehend. Sie kleidet sich ein wenig chic, aber nicht zu sehr, durchschnittlich sexy, so als wollte sie zum Klassentreffen gehen. Kurz: Sie sieht aus wie die eine Nachbarin in der Kleinstadt.

Mehr als eine „körperliche Begegnung?

Jedenfalls in der Theorie. Und die Theorie sagt auch aus: Bei der GFE (Girl Friend Experience) gibt’s alles, was es sonst nicht gibt: vorsichtige Berührungen, sanfte Zärtlichkeiten, süße Küsse.

Ich kann genau die Freundin sein, die sie brauchen, sei es für eine Stunde oder mehr. Es ist keine Beziehung, aber es ist mehr als eine körperliche Begegnung.


GFE – wenn die Hure eine echte Freundin spielt

Eine „Anbieterin“ kann normalerweise alles sein, alles spielen und jeden täuschen. „GFE“ heißt, dem Kunden eine ausgesprochen intime Begegnung vorzuspielen. So ähnlich, als wenn wirklich eine „ganz normale Frau von nebenan“ in seine Junggesellenbude kommt, nur dass sie sich schneller verführen lässt. Natürlich geht dieses Rollenspiel nicht durch, wenn besonders zahlungskräftige Herren ihre wilden Fantasien spielen lassen und sich eine Frau aufs Hotelzimmer komme lassen– denn dann sieht die Vorstellung im Hirn erheblich bunter aus.

In der Werbung herrschen Superlative

In der Werbung wird deshalb übertrieben. Da ist die Anbieterin stets eine tadellos aussehende Schönheit, die ausgesprochen intelligent und kultiviert ist. Ihre erotische Ausstrahlung ist in der Werbung faszinierend, überaus natürlich und ungekünstelt. An den Klienten gewandt, heißt es dann (2):

Sie ist der Typ Frau, den du all deinen und Freunden und Geschäftspartnern als diene Freundin vorstellen kannst, eine, die romantisch, leidenschaftlich und sinnlich ist, und die dich zum Lachen bringt und bei der du nur das Beste erlebst, was sich ein Mann wünscht.


Viel Vorbereitung, aktives Rollenspiel für eine lange Zeit

Und was sagen die Anbieterinnen dazu? Sie sprechen von Vorbereitungen in Körper und Psyche, um der Rolle gerecht zu werden, sie erklären ihren Klienten, dass auch die „GFE“ nicht ohne Kondome absolviert wird.

Offenbar lohnt es sich, denn die Show ist nicht billig: GFE ist meist etwas teuerer, und die Männer zahlen mehr dafür, weil sie die Stunden bezahlen müssen, die diese Dame mit ihnen teilt – die perfekte Illusion kostet eben. Und ob sie wirklich perfekt ist?

Na ja, fragt euch doch selbst einmal, was ihr eine, drei oder sogar fünf Stunden lang glaubwürdig spielen könnt.

(1) Teile eines Internetartikels, auf den nicht verlinkt werden kann.
(2) Umschreibung von populärer Werbung für Escort-Dienste.
Bild nach einem historischen Foto.

Huren als Objekte des Neids und der Verachtung

Die fröhliche Hure - es kann nicht siein, was nicht sein darf
Manchmal ist es besser, an eine Hure zu erinnern statt an einen Politiker. Huren sagen die Wahrheit, wenn man kein Freier ist und auch sonst kein irgendwie geartetes Interesse an ihrem Körper oder ihrer Berufstätigkeit zeigt. Jedenfalls all jene, die in derselben Epoche lebten und arbeiteten wie die Frau, die sich „Rosemarie“ nannte, oder auch „Rebecca“. Sie starb (ob auf den Tag genau, weiß man nicht) vor 60 Jahren. Und das verlogene, bigotte Bürgertum, das gerade zu Reichtum gekommen war und mit Vorliebe all die süßen Huren besuchte, äußeret sich nun empört: Wie kann eine Hure einen Mercedes-Benz 190 SL fahren, wenn man sich selbst nur einen Volkswagen leisten konnte?

Die damalige Republik (samt ihrer Führung und dem Klüngel aus Neureichen und Polit-Emporkömmlingen) machte sofort in „moralisch“, um nicht zugeben zu müssen, dass es schöne, wohlhabende Huren gab - oder dass man sie gar kannte.

Rosemarie Nittribit starb durch die Hand eines Mörders. Aufgeklärt wurde der Fall nie ... und man weiß nicht einmal, warum dieser Mord nicht aufgeklärt wurde. Getrauert hat um sie damals kaum jemand. Heute wäre ihr 60.Todestag. Und auch heute gehen reiche und einflussreiche Männer zu Huren, die Ihnen anderntags sagen, wie sie diese Frauen bedauern oder verachten oder wahlweise auch mal beides in einem Satz.

Frauen verachten Huren - vor allem die Moralistinnen

Und Frauen? Niemand hasst Huren so wie die Welt der „Soliden“, also der Frauen, die entweder wirklich „brav und anständig“ sind oder die sich ihre Lover aus dem Kollegen- oder Bekanntenkreis rekrutieren. Das Lügen und die zweifelhafte Moral gehören heute wie damals dazu.

Die Moral,die Lust und die "Liegengelassenen"

Fast vergessen: auch Sätze wie „Prostitution muss verboten werden“ oder „Freier müssen in den Knast“ sind eher Ausdruck einer fragwürdigen als einer glaubwürdigen Moral. Glaubwürdig wäre, zu sagen, wie man (frau) die eigene Begierde stillt und vorzuschlagen, wie jene ihre Lust stillen könnten, die von den anderen „liegen gelassen“ werden.