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Dürfen Huren bewertet werden?

Frauen sind keine Waren – und da Huren Frauen sind, sollten sie nicht wie Waren bewertet werden. Die Frage wäre natürlich, ob man sie – da sie erotische Dienstleistungen verrichten – anhand ihres Könnens bewerten darf.

Der Berliner Kurier beschäftigt sich mit der Frage ausführlich. Für Felicitas Schirow, die sich gegen die Diskriminierung der Huren einsetzt, sind „Bewertungsseiten“ für die Frauen ein Ärgernis. Sie sagte dem Kurier:

Ich will nicht, dass es solche Seiten gibt. Die Männer würden sich nie trauen, das im wirklichen Leben zu sagen. Online sind sie mutig.


Nur den Körper beurteilen? Nein, danke ...
Was aber, wenn nur die Leistung oder das Verhalten bewertet wird, ähnlich wie bei Ärzten? Oder wenn die Betreiber für ein bisschen Disziplin auf ihren Seiten sorgen würden? Wäre das ebenso diskriminierend?

Ich habe in einem andren (deutlich seriöseren) Fall erlebt, dass jeder, der einen Beruf ausübe, auch negative Kritik ertragen müsse und man kein Recht habe, solche Beiträge löschen zu lassen. Die freie Meinungsäußerung, die gerade wir Journalisten ja immer im Munde führen, verschont uns also nicht – warum sollte sie also Huren verschonen?

Ich muss ergänzen, dass ich die Freier ebenso verabscheue wie alle anderen, die auf übelste Weise Schmähkritiken veröffentlichen und sich dabei auch noch toll finden und selbst als edel und gut herausstellen. Aber das ist meine höchst private Meinung.

Was ist eigentlich aus Prostitutions-Apps geworden?

Hausbesuch
Seit der Erfindung der Smartphone-Apps für "Dating" gehen Gerüchte, dass ein Teil dieser Apps für offene oder verdeckte Prostiution genutzt wird. Noch 2015 war die Presse voll davon - doch was ist inzwischen eigentlich aus Prostitutions-Apps geworden?

Apps gibt es für alles – auch für die Prostitution. Einige der bestehenden Apps stehen zumindest im Verdacht, sich unter anderem auch an Prostituierte zu wenden, die verschleiert arbeiten (das heißt dann Sponsoring). Doch das gilt für die USA. Was ist nun eigentlich mit den Apps, die gezielt Prostituierte auf der einen und Freier auf der anderen Seite verbinden wollen? Der Liebesverlag sucht Menschen, die damit Erfahrungen haben, sei es als „Kunden“ als „Dienstleiterinnen“ oder als Betreiber.

(Bild: nach einem 50-er-Jahre Groschenheft)

Wenn Sie mit dem Herausgeber darüber sprechen wollen, dann beginnen Sie am besten gleich hier:


Fördert Prostitution den Menschenhandel?

Nicht ansprechen, auf keinen Fall ansprechen?
Prostitution ist nicht gerade das, was in den feinen Familien diskutiert wird. Daher mag es rühren, dass folgende Formel sehr griffig erscheint:

1. Stufe – Prostitution fördert den Menschenhandel.
2. Stufe – und Menschenhandel ist illegal und verachtenswert.
3. Stufe – wir könnten das in den Griff bekommen, indem wir die Prostitution verbieten.
4. Stufe – das können wir aber nicht, weil das Verbot nicht überprüfbar ist. - aber es gibt einen Ausweg.
5. Stufe – wir verbieten Freiern, Prostituierte anzusprechen.
6. Stufe – und damit haben wir den Menschenhandel bekämpft.
7. Stufe – wir nennen das dann ein „Modell“ und verbreiten es in ganz Europa.

Nur: Ist diese Formel logisch? Stimmte sie überhaupt? Hat sie eigentlich jemals gestimmt? Ich habe Zweifel. Man nennt das Verfahren das "Schwedische Modell" - und es gibt keinerlei Beweis dafür, dass es funktioniert.

Bild: historisch, Beleuchtunsgseffekte nachgearbeitet

Was fehlende Informationen bewirken können - und auch Pornografie

Wie weit darf der Mann gehen?

Wie sanft sollte der Mann eine Frau behandeln? Wie rau darf der Mann beim Sex sein? Was geschieht, wenn man vor jeder sexuellen Handlung fragt „Ach bitte, darf ich wohl ..“ Und – nicht zuletzt, wie soll ein junger, unerfahrener Mann vorgehen, wenn er noch nicht „richtig weiß, wo’s lang geht?

Nahezu jede Vollblut-Frau wird Ihnen als Mann sagen: „Sanft soll’s los gehen, und wenn er mir zu fix oder zu hart rangeht, dann werde ich ihm schon zeigen, wie der Hase läuft.“

Die Frauenzeitschrift ELLE hat da eine Geschichte, bei der zwei Handlungen zur Sprache kommen, die ganz offensichtlich aus dem Repertoire der erbärmlichen Trickverführer kommen: An den Hals gehen und an den Haaren ziehen. Na schön, das geschah im Bett, und verständlicherweise war die Autorin im Anschluss verwirrt. Sie dachte offenbar nur noch „was muss ich als Nächstes abblocken?

Angeblich (ich habe da oft meine Zweifel am Wahrheitsgehalt) erlebten zwei Freundinnen ähnliche Dinge: Eine recht betrunkene Frau bekommt beim Sex eine Ohrfeige – sehr unschön, auch nach fünf Tequilas. Und so ging es gerade weiter: "Anal brutal" und noch mehr. Da fragt sich doch: Sind die Männer alle meschugge geworden?

Möglicherweise sehen sie zu viel Pornografie. Normalerweise richtet das keinen Schaden an – es sei denn, man hält alles, was dort passiert, für die Realität.

Und plötzlich wird eines klar: Pornografie ist für viele Männer (und übrigens auch für manche Frauen) mehr als genussvolles Futter für die Fantasie, sondern ein „Aufklärungsersatz“. Mann und manchmal Frau, wollen wissen, wie die Dinge „wirklich“ gehen, also in der Praxis und mit echten Körperflüssigkeiten. Dazu kommt ein Zitat von Cindy Gallop, das nun wirklich erhellt, warum Pornografie als Sexualkunde-Ersatz Schaden anrichten kann:


Rauer Sex und ein porno-gesteurtes Verhalten kommt oft vor, weil niemand jemals darüber geredet hat, wie man gut im Bett sein kann. Das Problem ist nicht Pornografie, das Problem ist, dass wir in der realen Welt nicht über Sex sprechen.


Sie mögen nun denken: „Ja, aber wir sprechen doch pausenlos über Sex?“ Ja, aber selten miteinander. Alle ungewöhnlichen Sex-Praktiken, die in den letzten 30 Jahren populär wurden, vom „Deep Throat“ bis zu Schlägen und Fesselungen, wurden durch Medien bekannt, und in der Regel siegte bei den Liebenden immer die Neugierde, um sie zu erproben – und meist schnell wieder zu verwerfen.

Und leider ist’s so: Wer seine erotischen Wünsche und Bedürfnisse, seien sie sanfter oder rauer Natur vorzeitig ankündigt, gerät in die Freier-, Huren- oder Schlampenecke. Denn was „gegen Geld machbar“ ist, steht bei jeder Dame, die im Internet gegen Bezahlung um die Gunst der Herren buhlt. Was aber aus Lust und Liebe gerne und freigiebig geschenkt wird, das erfährt der „neue“ Mann erst, wenn er es ausprobiert. Und umgekehrt ist es genauso. Und so wird es wohl dabei bleiben: Sex ist „Versuch und Irrtum“.

Hinweis: Den ELLE-Artikel fanden wir über die Seite: MAKE LOVE not PORN.

Sugar Babys – das Prinzip: Gunst gegen Geld

Sugar Baby der Vergangenheit: Sozialer Aufstieg durch sinnliche Gunst?
Gunst gegen Geld ist ein Geschäftszweig, der Dating-Branche geworden, der wie kaum ein anderer ethische Fragen aufwirft. Ist es vertretbar, Gunstbezeugungen gegen finanzielle Unterstützung zu tauschen? Wo sind die Grenzen zu freigiebigen Männern einerseits, die es als sinnreich ansehen, ihrer Geliebten die Wohnung zu finanzieren und Edel-Freiern andererseits, die sich auf diese Weise recht kostengünstig zu erotischen Vergnügungen verhelfen?

Halten wir erst einmal fest: Studentinnen und Sex-Jobs, nicht nur beim Sugar-Baby-Dating, sind eine kaum zu verschleiernde Tatsache. Die offizielle Begründung: Das Studium ist teuer, einmal wegen der Studiengebühren, dann aber auch wegen der Mieten. Aber nicht nur das – die Tränendrüse einmal leergedrückt, ergibt sich ein anderes Bild, so die Pressesprecherin eines einschlägigen Unternehmens (Zitat nach dem "Observer"):

Eine große Anzahl dieser Frauen sehen darin eine Finanzierung ihrer Zukunft … wenn du einen Mann finden kannst, der dir den Lebensstil ermöglicht, den du anstrebst, dir beim Studium hilft und der dich berät und dabei auch eine Art reicher Partner ist, kannst du schuldenfrei bis zum Examen kommen, und du hast schon entsprechende Verbindungen für die Zeit nach dem Studium.


Seinen Lebensweg auf diese Weise zu finden, gilt dennoch als anrüchig – sowohl in feministischen wie auch in bürgerlichen Kreisen. Neu ist das Verfahren allerdings keinesfalls, und es besteht auch nicht erst, seit es "Sugar Baby Dating" gibt. Denn auch schon früher wurden Klassenschranken und soziale Hürden von Frauen dadurch überwunden, dass sie sich Zutritt zu den Kreisen verschafften, in denen sie solvente und gebildete Herren erwarten durften. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie zwar nicht durch Sex allein den Durchbruch schafften, aber dass sie ihn eben ohne gezielte sexuelle Gunstbezeugungen auch nicht geschafft hätten.

Die wesentlichen Frage lag damals wie heute nicht darin, wie diese Frauen ihre Körper vermarkten. Sondern darin, wie ökonomisch sie mit ihrem Selbstbewusstsein umgehen, wie sie sich verstellen und Rollen spielen, aber auch die Farben ihrer Umgebung annehmen konnten wie Chamäleons. In „alter Zeit“ waren Frauen oft nicht gut ausgebildet, aber bildungsfähig, sodass sie sich leicht taten, die Sprache der besseren Gesellschaft und ihre Rituale anzunehmen. Das mag heute anders sein, gerade bei Studentinnen. Und trotz alledem ergibt sich die Frage: Wie viel Erniedrigung erträgt man in der Rolle eines „Sugar Babys“, und welche Art von Gunst will man gegen Geld schenken?

Am Ende ist alles ein Spiel zwischen Emotion und Ökonomie. Der Verlust des persönlichen Ansehens und da soziale Abgleiten steht in Konkurrenz zum wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg. Ob dies nun ein fragwürdiges Glücksspiel oder eine gut kalkulierbare Chance ist, werden nur die Frauen wissen, die sich darauf einlassen.