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Presserummel um ein angebliches „Entjungferungs-Gen“

Was müssen Sie sich zu dem Syncam2, auch CADM2 genannt, merken, wenn Sie kein Biologe sind? Eigentlich ganz einfach: Das Gen wird verdächtigt, ein Protein zu produzieren, das die Kommunikation innerhalb des Gehirns beeinflusst, weshalb angenommen wird, dass es Einfluss auf die Geschwindigkeit der Denkprozesse haben könnte. Dies zu erforschen, ist löblich, denn über die exakten Kommunikationsprozesse im Gehirn wissen wir fast gar nichts.

Gene und Zeitpunkt für den ersten Sex - vorerst eine gewagte Hypothese

Aber Sie dürfen ohne Weiteres vergessen, dass dieses Gen möglicherweise auch dafür sorgen könnte, dass Sie früher oder später – Sex hatten. Denn wenn’s so wäre, könnten wir daran sowieso nichts ändern, es sei denn mit den Methoden moderner Frankensteins.

Die angeblich verantwortlichen Gene und das "erste Mal" in der Presse

Doch in der Presse steht es mal wieder anders: Denn nichts ist so toll wie eine Nachricht über „den ersten Sex“. Dabei geht es um vielerlei Gene, aber genannt wird explizit CADM2, ein Gen, das möglicherweise Einfluss auf die interne Kommunikation des Gehirns hat. Vermutet wird, dass es Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben könnte und dass deshalb eventuell auch eine Verbindung zum "ersten Sex" bestehen könnte. Und egal, ob SPIEGEL, WELT oder ZEIT: SEX treibt die Auflage in die Höhe, nicht wahr? Vor allem, wenn man dabei ein klein wenig mit der Wissenschaft herumwedeln kann wie eine Dirne mit dem Po.

Heise schreibt sogar von den Entjungferungs-Genen: Ei, ei, wie nett man es doch sagen kann … von anderen „Quellen“, die die AFP-Nachricht kritiklos übernommen haben gar nicht zu reden.

Mir war es - bei der "Liebe Pur" eine Satire wert, und obgleich das Wort "Satire" zutrifft, finden Sie dort auch weitere Aufklärung über das, was wirklich gesagt und geschrieben wurde.

Wie schmeckt eigentlich Sex?

Schmecken ...


Wir nehmen unsre Umwelt mit allen Sinnen wahr: Wir sehen, hören, betasten, riechen und schmecken. Wie Sex aussieht, glauben wir zu wissen – interessiert aber nur die Porno-Gucker. Wie Sex sich anhört, wissen diejenigen, deren Partner besonders heftige Orgasmen haben. Es scheint, Sex reduziere sich auf taktile Reize – Berührungen des Körpers von außen und innen.

Die wundervolle Zunge - der erste Sex-Genuss?

Dabei ist die Zunge etwas Wundervolles, wenn es um Sex geht. Für die meisten von uns war die Zunge die erste wirklich heftig erregende sexuelle Stimulation, die wir erfahren haben. Nein, ich meine nicht „Fellatio“ oder „Cunnilingus“. Ich meine Zungenküsse. Zwar haben wir auch schon zuvor die Liebste oder den Liebsten geschmeckt, beispielsweise, wenn wir die Wangen geküsst haben. Doch was war diese bescheidene Lust gegen den intensiven Zungenkontakt?

Gut – Sie mögen einwenden, dass auch die Zunge ein Organ ist, dass überwiegend dazu eingesetzt wird, taktile Reize zu erzeugen. Doch je intensiver Sie küssen oder züngeln, umso mehr wird Ihnen auch bewusst, dass der sexuell erregte Körper nach etwas schmeckt. Im Guten wie im Bösen – ob wir den Körpergeschmack als bittere Beigabe oder als süße Lust wahrnehmen – er gehört zu unserer Wahrnehmung der Sexualität und ist deshalb wichtig für unser Empfinden beim Sex.

Bringen Sie das Gespräch darauf – egal in welchem Kreis – so werden Sie finden, dass es wenige Liebhaber des Körpergeschmacks gibt, aber viele Hasser. Selbst der Geruch von „Körperflüssigkeiten“ löst solche Kontroversen aus. Doch wie kann man jemanden körperlich lieben, wenn man weder den Geruch noch den Geschmack der beim Sex entstehenden Körperflüssigkeiten mag?

Dabei geht es nicht nur um das angeblich eklige „Sperma“, ja, es geht im Grunde gar nicht um Männer oder Fellatio, sondern durchaus um beide Geschlechter. In älteren Witzen wird immer wieder auf den Geruch weiblicher Sekrete verwiesen, die man unverständlicherweise mit „Fisch“ assoziiert. Gemeint sind aber nicht die Körperflüssigkeiten, sondern deren Zersetzungsprodukte. Und dabei denkt man durchaus an Zeiten, in denen es nicht üblich war, den Intimbereich mit Wasser und Seife zu reinigen.

Wie Sex schmeckt? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden: mit der Zunge. Denn obgleich es durchaus unterschiedliche Duftnoten gibt, ändert die Liebe das Verhältnis dazu: Wer intensiv liebt, liebte den Partner, wie er ist und wie er duftet.

Liebe Woche: Erotik – sinnlich, scharf oder schweinisch?

Statt "einer Woche in der Liebeszeitung" heute einmal eine kleine Zusammenfassung dessen, was mich diese Woche bewegte und was Sie in Zukunft von mir und den schreibenden Freundinnen und Freunden der Liebeszeitung erwarten dürfen.

Wir haben uns wieder auf ein altes Kernthema der Liebeszeitung gestürzt: erotische Fotografie. Über all den Porno-Lärm, Dummheiten über Sexting und Erotik-Selfies ist die erotische Fotografie ja fast verloren gegangen.

Digitalkameras - das Ende der erotischen Fotografie?

Ich gebe zu: Die Digitalkamera verführt zur Einstellung „P“, der automatischen Scharfeinstellung auf die Mitte und anderen Hilfen. Aber um wirklich sinnvoll in die Porträt- Erotik- oder Aktfotografie einzusteigen, sind die Brennweiten zumeist unangemessen kurz, während die Lichtstärken zu gering sind. Zudem ermangelt es dem Amateurfotografen zumeist an allen Kenntnissen, die Wirkung von Licht und Schatten richtig einzuschätzen.

Oh ja – ich würde gerne ansprechende Fotos von Amateuren sehen. Ich habe bereits zwei Mal zu „Silberzeiten“ eine Aktion gestartet, aber leider nur minderwertige Fotografien eingesandt bekommen. Wobei ich gerne zugeben will, dass auch Berufsfotografen bisweilen reichlich schlampig arbeiten.

Trotz alledem – oder vielleicht gerade, weil das so ist – haben ich mir Fotografen aller Art angesehen, von den Pionieren bis zu den ganz jungen Modefotografen.

Erotik für Frauen - toll oder eher degoutant?

Die Frauen (zumindest in Deutschland) schwanken zwischen „toll, sich erotisch fotografieren zu lassen“ und „um Himmels willen, ich bin doch keine Schlampe“ – und genau das gleiche Phänomen finden wir auch in ihrer Einstellung zur Erotik wieder. Manche mögen's heiß – und sie brauchen reichlich Chili in ihren überaus heftigen erotischen Fantasien, während andere „so etwas“ auf keinen Fall goutieren und sich lieber auf die Zauberkraft der Vanille-Fantasien verlassen. In der Praxis werden dann weder dann Chiligerichte nicht so heiß gegessen, wie sie in der Fantasie gekocht wurden. Aber wie viel „heißen Pfeffer“ darf es eigentlich im Alltag geben? Sie könnten uns ja mal schreiben, was Sie darüber denken.

Die Psyche, die Dosis und die Qualität

Das Thema der „Dosis“ und der Qualität der erotischen Gewürze spielt auch in der erotischen Literatur eine Rolle – von Schweinepornos über heftige S/M-Romanzen bis hin zur Vanille- und Mütterleinerotik. Die Frage ist nicht, was erlaubt ist, sondern wonach die Psyche giert, was sie erwartet und erträgt.

Frauen – so hat uns ein vorwitziger Wissenschaftler erzählt, sind niemals heterosexuell. Was man umdeuten könnte in: Frauen sind immer auch ein wenig lesbisch. Das ist zwar absoluter Unfug, ging aber durch alle Zeitungen. Allerdings steckt dahinter eine Beobachtung: Frauen reagieren auf wesentlich mehr sexuelle Reize als Männer – beispielsweise auch auf den Geschlechtsakt von Zwergschimpansen.

Liebe und lesbische Neigungen in erotischen Romanen

Autorinnen sollten, wenn sie demnächst wieder die Tastatur berühren, möglicherweise mehr auf die erotischen Signale achten, die ihre Heldinnen von – nein, nicht Zwergschimpansen – sondern von Frauen empfangen. In nahezu allen Liebesgeschichten zwischen Frau und Mann lassen sich vorausgegangene bisexuelle Erfahrungen wundervoll einbauen. Stellen Sie sich vor, die Heldin schläft das erste Mal mit ihrem neuen, überaus potenten Lover und denkt dabei daran, wie verlockend die Schenkel ihrer Verführerin waren. Übrigens finden Sie bei einem kleinen Ableger der Liebeszeitung, dem Magazin „Sinnlich Schreiben“ alles, was Sie wissen müssen, bevor Ihre Fingerspitzen über die Buchstaben huschen und ihre Wangen dabei erröten.