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Nackt am Gletscher


Der Münchner Fotograf Korbinian Vogt und die “Sticks and Stones” Agentur haben dieser Tage Fotos seines Modells Dora auf Island veröffentlicht. Nackt Haut und raue Natur und sogar ein Foto von Dora am Rand eines Gletschers. Muss unheimlich kalt gewesen sein – und geregnet hatte es auch. Und selbst in Island mussten die beiden fünf Stunden wandern, um einige wirklich unberührte Orte für die Fotos zu finden.

Mehr von Dora (wirklich hübsch) auf Instagram.

Und mehr Aktfotos aus Island auf Tumblr.
http://icelandicselkie.tumblr.com/

Männer, eure Penis-Fotos wandern von Hand zu Hand

Da nützt auch der Apfel nichts mehr: der Blick fällt auf Adams Penis
Sexting ist ebenso umstritten wie populär. Faustregel: was du sonst nicht im Internet veröffentlichst, zum Beispiel auf Instagram oder anderen Webseiten, die der Zurschaustellung dienen, das schicke auch keiner Freundin. Und keinem Freund. Was du aber noch nicht ahnst, Mann - weißt das kannst du im folgenden Text lesen, den ich im Internet gefunden habe.

Ich mag Sex mit Kerlen, und ich bin absolut hetero, und ich liebe Männer und Penisse. Aber – ich finde sie auf gar keinen Fall attraktiv … weil sie .. sind es einfach nicht, oder? Ich sehe sie mir niemals wirklich an und denke. ohhhh ja, den will ich (…). Ich sehe niemals einen Penis und werde sofort geil davon. Normalerweise kichere ich, oder ich starre ungläubig darauf – und dann – sende ich das Bild an meine Freundinnen … Frauen sind genauso infam wie Männer: Wenn sie dir sagt, sie würde ihrer Clique niemals deine Penis-Fotos zeigen, dann lügt sie. Wir teilen alles, entweder in einem Whatsup-Gruppenchat oder persönlich nach ein paar Drinks.


Also: Ob du Frau oder Mann bist, und was auch deine Passion sein mag (es gibt da ja noch mehr als nur Nacktheit, Penisse und Brüste) – gib nichts weiter, was dich bloßstellen könnte. Niemals und an niemanden.

Nackt im Internet? Nie? Oder doch?

Einst sah man sie nur in Brieftaschen ... heute überall: Aktfotos


Nackt im Internet?

Es gibt Argumente dagegen. Logisch. Wir alle haben sie gehört:

1. Das Internet vergisst nichts. Ist erstmal ein Aktfoto im Internet, dann bleibt es nicht einmal dort: Es wird überall herumgereicht.
2. Du wirst Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben.
3. Jeder hält dich für eine Schlampe.
4. Du bekommst nie mehr einen wirklich tollen Mann.
5. Du gewinnst damit nichts, aber du bekommst schmutzige Angebote.
6. Was wird deine Mami dazu sagen, wenn ihre Kaffeekränzchendamen sie darauf ansprechen?
7. Deine Kinder werden für sich einmal für dich schämen.

Und die Argumente dafür?

Mhhh … Vielleicht willst du jedem zeigen, wie schön du bist? Ohne, dass er dich gleich anquatschen der anfassen kann? Vielleicht gibt es dir den Kick, dass dich Millionen Menschen bewundern? Oder ist es nicht vielleicht moralsicher, sich völlig zu entblößen, statt in Verführfummeln in Bars herumzusitzen?

Eine mögliche Antwort gibt Edgar Allan Poe. Der Charakter Eugenie Salsafette beschreibt sich selbst als leicht verrückte Exhibitionistin (1):

«Sie war ein sehr hübsches und zurückhaltendes Mädchen, dem die übliche Kleidertracht anstößig erschien. Sie versucht deshalb; statt in die Kleider hineinschlüpfen, aus ihnen herauszukommen. Das geht übrigens ganz leicht, man braucht nur „so“ zu machen, und dann „so - so - so“ und dann „so“ - und - „so“ - und „so“. Und dann …»


Am Ende sitzt sie dort wie die mediceische Venus. Und wir ahnen: Sie mag zwar ein bisschen verrückt sein, aber sie ist eine Moralistin, die ihre Sinnlichkeit lieber nackt darbietet als sie durch die Mode zu pornografisieren.

Es ist ein Seiltanz, sicher. Aber nehmen wir an, du wärst eine Seiltänzerin. Dann würdest du völlig unsinnigerweise auf einem Seil balancieren – und ein kleiner Teil der Menschheit würde dich bewundern, während sich der Rest fragen würde, warum du eigentlich keinen anständigen Beruf gelernt hast.

Die Maus hinterm Ohr sagt ja immer: Tu’s nicht. Und die Frage, die du dir sicher stellst, ist: Hörst du auf sie? (2)


(1) Aus: The System of Dr. Tarr and Professor Fether
(2) Nach einer Idee aus diesem Blog., möglicherweise NSFW.



Wenn die Urgroßmutter die Hüllen fallen ließ

Amateuraufnahme, undatiert. - vermutlich aus den 1950er Jahren oder früher
So ungewöhnlich war es nicht, dass die Großmutter oder die Urgroßmutter (und gar die Ururgroßmutter) einige Hüllen fallen ließ und sich dem lechzenden Verlangen diverser Fotografen ergab.

Nun mag man argumentieren, dass derartige Frivolitäten eher in den Schmuddelbereich der Fotografie gehörten und die Damen alles andere als „Damen“ waren. Oder man könnte sagen, dass sie sich nicht aus reiner Lust am frivolen Posieren entblößten, sondern ihre nackten Körper gegen Geld oder wegen der Liebe fotografisch verfügbar machten.

Doch der Fotoapparat verlockte durchaus zu eigenen Experimenten – hübsch angezogen konnte man sich durchaus SELBST mit einer BOX fotografieren, wenn man lange genug still saß oder einen Garten hatte. Das fotografische Selbstporträt war den Damen oft nur deshalb verschlossen, weil sie sich nicht trauten, die komplizierten Stand- oder Balgenkameras zu bedienen. Aber die BOX? Die machte es möglich.

Und die frivolen Akt- und Wäschefotos? Sicher – die meisten wurden von Männern produziert, aber längst nicht alle. Frauen, die als Fotografinnen arbeiteten oder einen Berufs- oder Amateurfotografen mit eigenem Labor kannten, wussten durchaus, wie sie sich bar jeder Bekleidung oder – noch frivoler – mit zarten Dessous in Szene setzen konnten. Dazu bedurfte es allerdings einer etwa bessern Ausstattung als einer BOX. War das ein Problem? Nein, keinesfalls, denn längst hatte auch die Hersteller vornehmer und teurer Fotogeräte erkannt, dass reiche, sportliche und abenteuerlustige Damen durchaus als Kunden infrage kamen.

Der Verbleib der meisten Aufnahmen - im Kamin verbrannt?

Und warum gibt es so wenige dieser Aufnahmen? Aus vielen Gründen. Einmal gab es nur äußert selten weibliche Fotoamateure – und das sogar bis in die 1960er Jahre hinein. Und diejenigen, die es gab und die mutig genug waren, sich zu entkleiden und kenntnisreich genug, ein Selbstporträt zu erzeugen, musste erst einmal die Hürde nehmen, diese privat entwickeln zu lassen. Aber das ist längst nicht alles. Wo immer Kinder, Enkel oder Urenkel die Wäsche- oder Aktfotos fanden, wanderten diese in den Ofen oder in den Müll. Und ob es Selbstporträts waren, ob sie der Ehemann oder ein Lover „geschossen“ hatte, wollte man eigentlich gar nicht so genau wissen. Man fürchtete, seine weiblichen Vorfahren damit zu entehren.

Und so wurden viele, viele fotografische Zeitzeugnisse vernichtet. Eigentlich Schade, nicht wahr?

Hinweis: Wenn Sie auch nur ein Fitzelchen von der Wahrheit wissen, schreiben Sie mir ... bitte. Ich bereite gerade eine umfangreiche Dokumentation über weibliche "Selfies" im 20. Jahrhundert vor

Von der Freiheit, an die reine Lust zu denken

Die Magazine der 1950er Jahre zeigten derart "frivole" Fotos

Alles, was wir in den Abgründen unserer Seele ersehnen, ist nur schwer in die Lebenswirklichkeit zu übersetzen. Soweit es die Liebe, die Lust, die Leidenschaft und die Begierde betrifft, finden wir überall Hürden. Das Wildeste und Erregendste ist oft technisch und organisatorisch nicht machbar. Wenn es „machbar“ wäre, so wäre es möglicherweise gefährlich, verboten oder erniedrigend. Doch Widerstände kommen nicht nur von außen, sondern auch aus der eigenen Psyche heraus. Dann wollen wir schamlos sein und schämen uns dennoch, „kneifen“ in letzten Moment vor der Konsequenz, haben Eltern, Erzieher, Lehrer, Cousinen oder Cousins, Schwestern und Brüder im Ohr. Oder einfach schlechte Erfahrungen mit dieser oder jener Ansprache an einen Menschen, Angst vor Ablehnung oder „Furcht vor der eigenen Courage“.

Frauen und ihre geheimen Lüste - in den 1950ern

Das ist und war keinesfalls nur eine Sache, die Männer betrifft. Wie durchsichtig und kurz darf das Nachthemd sein, wenn man auf Klassenfahrt und „süße 16“ ist? Wer schön war, wollte es auch zeigen. Ganz Mutige gingen in die Schlafräume der Jungen, um ihre Brüste zwar verhüllt, aber dennoch deutlicher darzustellen, als es die Moral zuließ. Die etwas „Robusteren“ unter den Damen suchten sich schwache und schüchterne Jungen, um ihnen die Hose herunterzuziehen: Schließlich wollten sie wissen, wie ein richtiger Penis aussah. Wer damals noch nicht lebte: Es gab nicht wenige Frauen, die vor ihrer Ehe niemals einen Penis gesehen hatten – all diese Umstände änderten sich erst gegen die 1960er Jahre. Immerhin – einige junge Damen in der „Mittelstufe“ des Gymnasiums wussten schon, wie ein Penis mit Hodensack aussah, und zeichneten dergleichen dann im Schutz der Physikstunde, die sie ohnehin nicht sonderlich interessierte.

Aufgeilen an Wäschefotos

Allein die Versuche wurden damals sehr ernst genommen, und nicht wenige der Mädchen wurden gerügt. Schilderungen des Geschlechtsakts entnahm man – und jetzt komme ich zu den Jungen – „gewissen Romanen“, manchmal handgeschrieben und oft nicht einmal von schlechter literarischer Qualität. Aufgeilen konnte man sich auch an Wäschefotos, die es in den damals aufkommenden Versandhauskatalogen massenhaft gab. Noch etwas aufreizendere Wäsche- und Bikinifotos gab’s in Magazinen, während die Aktfotos zu „ästhetisch“ waren, um wirklich Lust zu machen, zumal wenn man sich behaarte Schamhügel erhoffte. Nur „Bumsfotos“ waren schwer zu bekommen – meist waren sie stark unterbelichtet, und die Damen waren spindeldürr. Und so recht konnte man sich wahrhaftig nicht vorstellen, was die Damen und Herren da taten – die Fototechnik der Amateure ließ es nicht zu.

Die Furcht, öffentlich gedemütigt zu werden

Nun gab es die Hürden nicht nur beim Handeln, sondern auch beim Denken und Schreiben. Es war nicht immer die Furcht vor der Zensur, vor der Bloßstellung oder der Beschämung. Die „inneren Blockaden“ verhinderten, das niederzuschreiben, worauf man eigentlich Lust hatte: die unendliche, ungehemmte und lodernde Wollust. All jenes, das man nicht tun konnte und vielleicht nie tun würde, das aber im Hirn rotierte und heraus wollte. Hätte man es geschrieben und veröffentlicht, es wäre mit Sicherheit der Zensur zum Opfer gefallen, und die Autoren (man nahm an, dass alle männlich waren) wären öffentlich vorgeführt, gedemütigt und diffamiert worden.

Die Gesellschaft wollte Frauen "veredeln" - und versucht es bis heute

Noch in den 1960er Jahren hätte keine deutsche Frau sagen oder schreiben dürfen: „Ja, ich liebe Sex, und ich nehme mir, so oft es geht, einen Liebhaber.“ Und erst recht keine Geliebte. Wer über diese Art von Prüderie lächelt, der sollte sich vergegenwärtigen, dass bis heute keine Gewaltfantasien, sadomasochistische Betätigungen oder Extrem-Rollenspiele toleriert werden, soweit sie explizit geschildert werden. Die Freiheit, wenigstens zu denken, was man will und neben der gewöhnlichen Lust auch das ungewöhnliche Verlangen zu beschreiben, wird heute zwar anders, aber dennoch ähnlich verfemt, wie es in den 1960ern war. Was gestern noch die Kirchen, die ultrakonservative Rechte und ihre Presse verhinderten, wird heute von der „Großen Schwester“ verhindert, die alle Autorinnen und Autoren geistig und moralisch auf „feministisches Neusprech“ reduzieren will.

Die sexuelle Lust ist nicht nicht "edel, hilfreich und gut" - aber sie existiert

Im Grunde wird es Zeit, der neuen Prüderie, dem Rechtspopulismus und der „sozialen Korrektheit“ etwas entgegenzusetzen: Gute erotische Literatur kann nicht „sozial korrekt“ und mit den Gender-Spinnern abgestimmt sein. Sie kann nicht klinisch rein und latexkondomsicher sein. Sie kann nicht eine „Würde der Frau“ hochhalten, die gar keine Würde ist, sondern das bewusste "Treiben lassen" in den Meeren der Wollust.

Die Freiheit, zu denken, was man will und darüber zu schreiben, was „frau“ und „man“ fühlt, wurde gerade erst gewonnen. Aber im Grunde waren wir schon mal weiter, viel weiter. Die «Geschichte der ‚O‘» wurde 1954 geschrieben, von einer literarisch bewanderten Frau, und völlig hemmungslos.

Das Gedankengut der "bürgerlichen" Rechten kommt immer wieder hoch

Ich bin überzeugt, dass ein ähnliches Werk das Feuilleton unserer Bürgerzeitschriften nicht mehr erreichen würde, auch wenn es vielleicht nicht der Bücherverbrennung anheimfiele. Doch das ehemals „gesunde Volksempfinden“ wurde ja jüngst wieder mit „besorgten Bürgern“ aufgefüllt, die unter dem Deckmantel des Familienschutzes wieder rechtskonservative Ideologien durchdrücken wollen.