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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Dates, Sex, Beziehungen - Auswahlprinzip oder Ausschlussprinzip?

Schauen wir ein paar Sekunden auf Online-Partnervermittlungen. Von ihnen wird behauptet, dass die Personen vorgeschlagen werden, „bei denen die Wahrscheinlichkeit für eine glückliche Zukunft am größten ist.

Das ist, wie bekannt sein dürfte, eine Werbeaussage, aber ein typisches Beispiel für ein Auswahlverfahren. Je nachdem, wer, wo und wie Sucht, wird neben dem Auswahlverfahren aber auch das Ausschlussverfahren verwendet. Könnte es sein, dass es bei dir so ist?

Wie es geht: Ausschlussverfahren und Auswahlverfahren

Sagen wir noch ganz kurz, wie es funktioniert:

Wenn es unendlich viele Interessenten für dich gibt, dann suchst du meistens nach dem Auswahlverfahren. Das heißt „diese Männer (Frauen) kämen für mich infrage, und sie könnte ich treffen“. Theoretisch entstehen daraus viel Dates, und du wirst das „Ausschlussverfahren“ wahrscheinlich „nachschieben“ müssen.

Wenn es wenig Interessenten gibt, dann versuchen wir meistens, das Ausschlussverfahren anzuwenden. Das bedeutet: Aus den wenigen Männern (Frauen), die ich vorfinde, sortiere ich die aus, die gar nicht passen. Mit den dann noch infrage kommenden Personen treffe ich mich. Es sind dann mit Sicherheit wenige Menschen, vielleicht nur eine einzige Person.

Welches Verfahren du wählst, hängt also von der Anzahl der möglichen Bewerber(innen) um dich ab.

Die großartigen Gefühle beim Auswahlverfahren - und die Folgen

Gehen wir nun die Gefühle an. Normalerweise fühlst du dich großartig und hast hohe Erwartungen, wenn du selber aus einer großen Anzahl gewählt hast. Wenn beim Date alles „flutscht wie geschmiert“ ist das gut für dich. Der Fall ist allerdings selten, und dann ist der Frust umso größer. Typisch wäre: Du brauchst zwischen drei und sieben Dates, um wirklich jemanden zu treffen, den du willst – und der dich will. Es kann durchaus sein, dass du auch „wählerisch“ bist, und nun immer noch Menschen ablehnst, weil sie nicht völlig deinen Wünschen entsprechen. Dann ist deine Quote deutlich schlechter.

Viel Hoffnungen beim Ausschlussverfahren - und mögliche Verhaltensweisen

Und die Gefühle beim Ausschlussprinzip? Je weniger Personen am Ende übrig bleiben, umso mehr Hoffnungen setzt du normalerweise auf die Männer oder Frauen, die du triffst. Auch dabei kann es so sein, dass alles „passt“, aber eben auch nicht. Die theoretische Quote bleibt aber gleich: Zwischen drei und sieben Dates führen, je nach Toleranz und Absicht, zu der Beziehung, die du willst. Das kann heißen, dass du einen Mann (eine Frau) triffst, mit der du eine „Kompromissbeziehung“ oder eine „mit anderen Inhalten“ eingehst. Rein rechnerisch benötigst du mehrere Ansätze. Das führt meist dazu, dass du dein „Jagdgebiet“ räumlich oder in anderer Weise erweiterst.

Wie wirst DU handeln?

Wie verhält es sich nun mit dem, was dabei herauskommt? Wie viel Begegnungen benötigst du? Welche Wege wirst du gehen? Und was ist dein Ziel? Heirat und Familie? Ein lustvolles Leben zu zweit? Ein paar wirklich erfüllende sexuelle Begegnungen? Die drei genannten Gründe für die Partnersuche in einem Paket oder separat?

Ihr werdet noch davon lesen. Und zwar hier.

Ja heißt „JA“- aber was beinhaltet „Ja“?

Die Schweiz berät derzeit über eine Reform des Sexualstrafrechts. Dabei geht es um die Zustimmung oder Ablehnung von sexuellen Handlungen. Zur Debatte stehen die Veto-Lösung, also „Nein bedeutet Nein“, oder die „Zustimmungslösung“ (Nur „Ja“ heißt „Ja“).

Was akademisch und haarspalterisch klingt, hat offenbar für die Eidgenossinnen eine existenzielle Bedeutung. Allerdings schwingt dabei auch Ideologie mit. So glaubt beispielsweise eine Opferberaterin, die Veto-Lösung würde nicht ausreichen, weil das Gesetz „längst überholte und toxische Geschlechterstereotype“ zementiere (1).

Ein "Nein" ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten

Die Autorin verwendet dabei den Begriff „Passivität“ und sagt mit Recht: Passivität und Schweigen sind keine Zustimmung. Doch die Frage, die sie gar nicht erst stellt: Welche Art von Kommunikation muss ihrer Ansicht nach vorausgehen, um den Geschlechtsakt als „einvernehmlich“ zu deklarieren? Ein „Nein, ich will keinen Sex“ ist deutlich und konsequent, während ein „Ja, ich will jetzt (diese Art von) Sex mit dir“ eher ungewöhnlich klingt. Und genau solch einen Satz bringt kaum jemand über die Lippen – weder eine Frau noch ein Mann. Schließlich ist es in der heutigen Zeit nicht mehr so sicher, dass es um PiV-Sex (2) geht.

Und während ein „Nein“ wirklich „keinen Sex“ abdeckt, müsste bei der Forderung nach einem „Ja“ jede sexuelle Handlung (und Folgehandlung) abgesprochen werden.

(1) Der Artikel über die Schweizer Besonderheit erschien in der NZZ.
(2) Sex, bei dem der Penis in die Vagina eindringt.

Wenn das Leben uns in allerlei Betten führt …

Ich war noch in meinen besten Jahren, als ich durch einen Zufall auf eine Frau traf, die man als „Seriendaterin“ bezeichnen konnte. Sie hatte die Begegnungen in Serie bereits begonnen, als man den Satz: „Wie, du antwortest auf Anzeigen?“, noch als Vorstufe zum Irrenhaus ansah. Und sie war nicht nur eine Seriendaterin, sondern gab den Männern auch dann und wann den Honig, nach dem sie lechzten. Ein wenig zu oft „dann und wann“, wie sie selber dachte. Aber sie tat es dennoch.

Kürzlich las ich einen ähnlichen Artikel, der sich mit dem „modernen Dating“ beschäftigte, der aber zu gleichen Konsequenzen geführt hatte. Die Autorin stellte sich selbst die Frage, mit wie vielen Männern sie in den 20 Jahren nach ihrer Ehe kennengelernt hatte. Auch eben „gründlicher“. Und meist für eine recht begrenzte Zeit.

Die Situation ist immer ungefähr gleich: Du weißt, dass es die Männer nicht „ehrlich“ meinen, aber mindestens einige von ihnen tun dir gut. Klar, es wäre besser, sie würden bleiben, aber das wollen sie nicht. Und irgendwann wirst du 40, dann 50, und du denkst: Lieber von jemandem verbrannt zu werden als nie mehr zu brennen. Ja, das ist eine Anleihe aus „I’d rather be burned as a witch“. Trifft aber genau das, was es ist. Du weißt nicht, wie lange die Glut noch in dir brennt – also versuchst du, sie ständig neu zu entfachen.

Ein Teil von euch hat damit Probleme. Die Maus hinter dem Ohr sagt: „Du gönnst ihm nichts, wenn er dich nur genießen will“. Oder „du bist doch nicht seine Schlampe“.

All diese Sätze nützen dir nichts, und das weißt du auch. Du kannst das Leben entweder danach ausrichten, wonach du dich sehnst oder danach, wie dich andere sehen sollen. Oder du baust dir eine Fassade auf und treibst dahinter, was dir in den Sinn kommt.

Ich sage euch hier nur, was ich gehört und gelesen habe. Und ich höre und lese vor allem über den Frust, nicht genügend erlebt zu haben und selten darüber, welche Wonnen sich jemand gegönnt hat.

Und das alles schreibe ich euch, um euch zu sagen: Du weißt nie, wie lange du noch genießen kannst. Und was du gehabt hast, das nimmt dir keiner mehr.

(1) Wir lasen dazu die BZ, der Hauptteil beruht auf eigenen Recherchen und Beobachtungen.

Sex ohne alles – vor allem ohne andere Gefühle?

Verführerin in der Werbung
Sex ohne Gefühle? Ist das möglich? Die einfachste Antwort würden wir vielleicht von einem Escort-Girl erhalten: Ja, es ist möglich. Zumal, wenn Gefühle von vornherein ausgeschlossen werden. Je exklusiver die Begegnung mit einer solchen Frau, (also je mehr sie pro Stunde kostet), umso mehr Gefühle werden vorgetäuscht. Natürlich ist das ein Trick, aber er wirkt. Der Klient will eine Illusion und er bezahlt für diese Illusion.

Sex mit Gefühlen und die Rolle der Verführerinnen

Der Klient einer Rotlicht-Frau, egal, welche Art von Diensten sie anbietet, hat – biologisch gesehen – selbstverständlich Gefühle. Wenn ein Mann eine Erektion bekommt, dann hat sein Gehirn schon vorher allerlei Weichen gestellt, die seine Gefühle beeinflussen. Und sollte er andere Gelüste haben, sind oft noch weitere Sinne betroffen, über die ich hier gar nicht reden will. Die Aufgabe jeder Verführerin ist ja, diese Gefühle wachzurufen – sonst würde sie ihre Aufgabe nicht erfüllen. Und das gilt nun wirklich für jede beliebige Frau, die sich in der Kunst der Verführung auskennt – und sie finden wir überall – nicht nur im Rotlicht-Distrikt.

Gefühle – Geschenke und Tauschhandel

Es gibt ziemlich viele Situationen, in denn du „Gefühle einsetzt“. Das ist menschlich und keine schlechte Sache. Manche Menschen geben andere einfach gute Gefühle, weil sie einen riesigen Gefühlsakku haben, der niemals leer wird. Andere werfen „Mit der Wurst nach der Speckseite“: Sie geben Gefühle, um Gegenleistungen zu erhalten – in welcher Form auch immer. Es können ähnliche Gefühle und völlig andere Gefühle sein. Oder es kann ein Tausch von Gefühlen mit Waren oder Dienstleistungen stattfinden.

Sex mit Gefühl oder wie ein batteriebetriebenes Spielzeug?

Gefühle hervorrufen im Film
Das ideale Gefühl bei der Liebe und bei liebevollem Sex ist einfach: Du gibst eine Mischung aus Sex und anderen schönen Gefühlen, und du bekommst dafür ebenfalls schöne Gefühle und Sex.

Jemand hat mir erzählt, dass sich Menschen, die „nur Sex“ geben, sich wie „batteriebetriebene Spielzeuge“ fühlen, weil sie selber keine Gefühle zeigen dürfen. Es erklärt aber nicht, warum manche Frauen und Männer „Lust, Intimität und Sex“ erleben wollen, während bei andere noch ein paar „Emotionspakete“ dabei sein müssen.

Sieben Gründe, Sex ohne „Emotionsballast“ zu haben

Ja, es ist so: Sex ohne Gefühle geht nicht – außer in der Sex-Branche. Gefühle sind immer dabei, und jeder empfindet anders. Die Natur lässt gar nicht zu, dass wir sexuelle Lust bekommen, ohne Gefühle zu entwickeln. Das geht sozusagen Hand-in-Hand. Aber geht es ohne Emotionsballast?

Das bringt uns zu einer interessanten Frage: Aus welchen Gründen haben ganz gewöhnliche Alltagsmenschen Sex miteinander, ohne tiefe Gefühle zu empfinden?

1. Eine Beziehung passt nicht zu deinem komplizierten Lebensstil, aber du willst nicht auf schönen, intimen Sex verzichten.
2. Du bist „emotional noch vergeben“, weil du einer Beziehung nachtrauerst. Sex wäre aber für dich in Ordnung.
3. Eine Beziehung bringt „Unordnung“ und „Schwierigkeiten“ in dein Leben – schöner Sex aber nicht.
4. Du führst ein Leben wie ein Nomade (eine Nomadin) und bist nur selten an deinem festen Wohnsitz anzutreffen.
5. Du scheust die Verantwortung für andere und willst auch nicht, dass andere Verantwortung für dich übernehmen.
6. Du hast schlechte Erfahrungen damit, dich in Gefühle zu verfangen, und gehst Beziehungen auch im Ansatz aus dem Wege. Doch gelegentlich Sex mit jemandem zu haben ist OK für dich.
7. Du weißt überhaupt nicht, warum du dich binden solltest – findest Sex aber lebensnotwendig.


Sex ohne Gefühl? Nicht im realen Leben!

Also: Sex ohne Gefühl geht nur für weibliche wie auch männliche Prostituierte, Pornodarsteller(innen) und andere Berufe, in denen „echte“ Gefühle simuliert („gefakt“) werden müssen.

Nahezu alle anderen Menschen verbinden Sex mit den unterschiedlichsten Gefühlen, die zum Sex hinzugefügt werden müssen, um dabei „glücklich“ zu werden. Es sind keine „bestimmten“ Gefühle, sie beruhen aber eindeutig auf biochemischen Prozessen. Das heißt nun aber auch: Diese Gefühle sind nicht beliebig manipulierbar - du kannst nicht vorherbestimmen, in welche Richtung sie dich treiben werden.

Sex mit Senf und Gewürzsoße

Und du? Überlege dir, welcher Senf beim Sex dazu kommen muss, damit du „schöne Gefühle hast“. Wie lange brauchst du, um Sex wirklich zu wollen? Wie muss das Gefühlsdressing aussehen, damit dir Sex schmeckt? Und was tust du, wenn der Rausch der Liebesnacht dennoch nachlässt, die Sehnsucht aber in dir weiter wühlt?

Frag nicht mich. Frag Dich. Und finde Deine Antworten.

Erstes Date: Kinderwunsch und sexuelle Wünsche

Eine Dame äußerte sich in einer Diskussion vehement: „Der Kinderwunsch gehört in jedem Fall zur Partnersuche.“

Wirklich? Wenn du „Partnersuche“ als „ich will Heiraten und dann Kinder haben“ interpretierst, dann gehört es für DICH dazu.

Das heißt aber noch lange nicht, dass du es zum Thema fürs erste Date machen solltest.

Was bedeutet die Frage? Vor allem, dass dich Kinder als Folge der Beziehung mehr interessieren als die Beziehung selbst.

„Kinder“ gehören in eine Beziehung, die bereits „stabil“ ist. Einer der Gründe ist, dass sie garantiert dein Leben verändern (und das deines Partners / deiner Partnerin). Diese Veränderung müssen beide aushalten, und das funktioniert nur in einer stabilen Beziehung.

Ich will ich kurz einen Dialog schildern. Sie ist 39, er 41. Nach einem längeren Gespräch über Vorlieben und Vorstellungen geht der Dialog so weiter:

Sie: „Aber du bist dir sicher, dass du heiraten willst?“
Er: „Wenn wir uns eine Weile kennen und mögen, dann würde ich das tun, ja.“
Sie: „Wie lang ist für dich eine Weile?“
Er: „Nun, ich denke, in etwa zwei Jahren kann man sagen, ob man für immer zusammenbleiben will.“
Sie: „Das ist zu lange.“
Er: „Nun, man braucht doch etwas Zeit – erst einmal muss man sich doch öfter treffen dann schauen, ob es wirklich passt?“
Sie: „Aber bis dahin bin ich vielleicht zu alt.“
Er: „Zu alt wofür? Du bist erst 39!“
Sie (heftig): „Für Kinder, was denkst denn du?“


Es dürfte klar sein, dass aus dieser Begegnung nichts wurde. Doch woran lag es?

Vor allem daran, dass der Mann zuerst an eine Beziehung dachte, die Frau aber ständig an ihren dringenden Kinderwunsch.

Fünf entschwindende Änderungen, während ihr ein Paar werdet

Macht euch noch mal etwas klar, bitte:

1. Wenn das Single-Leben in ein Beziehungsleben übergeht, ändert sich vieles. Wenn beide dies wollen, ist es in Ordnung.
2. Wenn die Beziehung in „Zusammenleben“ mündet, ändert sich noch einmal etwas: Beide „hocken enger aufeinander“. So schön das auch ist – es kann auch stressig sein.
3. Zu heiraten ist ein weiterer Schritt, der die Abhängigkeit voneinander betont – gut und richtig, um miteinander alt zu werden.
4. Die Ehe zielt auf eine „bekannte Zukunft“ ab, aber die Zukunft beinhaltet auch Veränderungen. Sowohl der Kinderwunsch wie auch die Unmöglichkeit, Kinder zu haben, wird sie verändern.
5. Die Ehe kann auch Krisen durchlaufen. Das ist weitgehend normal und die Gründe sind vielfältig. Dazu gehören auch sexuelle Wünsche, die erst später entstehen oder die „nicht auf den Tisch kamen“, weil sie einer der Partner schämte oder fürchtete, sie zu offenbaren.


Erste Dates: falscher Zeitpunkt für die Zukunftsplanung

Die Zukunft für ein Paar beginnt, wenn beide entschlossen sind, den Alltag miteinander zu verbringen. Sie kann auch beginnen, wenn sie wissen, dass niemals alle Tage miteinander verbringen werden, aber wegen der „inneren Bindung“ dennoch eine intensive Beziehung führen können. Beides entsteht nicht beim ersten Date und auch nicht beim dritten Date.

Also: Finger weg von Themen, die nur ein bereits „intimes Paar“ besprechen kann: Kinder, Exklusivität und sexuelle Gelüste außerhalb der „Norm“.

Der richtige Zeitpunkt, die Zukunft zu klären

Welcher Zeitpunkt ist richtig, um über die Ausgestaltung der Zukunft zu sprechen?

Im Grunde fällt die Antwort leicht: sobald wir uns bewusst sind, dass wir mit dem (der) anderen eine Zukunft planen wollen. Die Eckpunkte sind körperliche, geistige, emotionale und soziale Zufriedenheit mit der Situation, wie sie sich bisher ergeben hat. Das ist in der Regel nach drei bis sechs Monaten der Fall – bis dahin wissen beide, ob sie den Weg miteinander dauerhaft gehen wollen. Gelegenheiten, sich über die Zukunft klar zu werden, ergeben sich oft aus ersten „gemeinsamen Anschaffungen“ oder einer „gemeinsamen Wohnung“. Dann sollte spätestens klar werden, ob ein Kinderzimmer eingeplant wird, ein Ankleidezimmer oder ein Hobbyraum.