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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Strapse – erotische Dating-Hilfe oder notwendiges Übel?

"Frivole Strapse" wurden erstmals gegen 1950 gezeigt
Kaum ein Mann kann Strapsen widerstehen – jedenfalls nicht, wenn sie an einer Frau sichtbar werden. Seien es die weißen Strapse der Braut, die violetten des verführerischen Vamps oder die kontrastreichen schwarzen Strapse auf milchig-weißen Oberschenkeln - Männer lieben alle Varianten.

Nun sind Strapse nicht gerade die Standard-Bekleidung für Dates, weil Candle-Light-Dinner im Abendkleid eher selten geworden sind. Aber … könntest du damit bei einem Mann punkten?

Klar ist mal: Wenn er dich später halb nackt mit Strapsen sehen soll oder darf, dann nützen sie in jedem Fall, weil Männer – wirklich – ganz wild auf Strapse sind.

Strapse sind mehr als nur ein Kleidungsstück

Ich weiß – du wirst vielleicht sagen: „Aber das ist nur ein Kleidungsstück, das bin nicht ich!“

Dann hast du absolut recht. Aber wenn der Punkt gekommen ist, an dem du nicht mehr über Hegel oder Freud, Mozart oder die Beatles reden willst, sondern dich nur noch schamlos hingeben willst … spielt das dann noch eine Rolle?

Ist es frivol, Strapse zu tragen?

Die Frage, ob eine Frau überhaupt noch Strapse tragen sollte, wird oft gestellt, und häufig wirst du hören, dass Strapse immer ein wenig frivol sind.

Und wenn schon - es geht nur um dich. Wenn du es liebst, ein bisschen frivol zu sein, und damit umgehen kannst, dann sind Strapse einfach toll. Du kannst „ganz aus Versehen“ zeigen, dass du welche trägst. Wenn du dazu noch ein wenig verlegen aussehen kannst und vielleicht schaffst, ein bisschen zu erröten – noch besser.

Übrigens lieben manche Männer, wenn du auch dann noch Strümpfe und Strapse trägst, wenn sie eigentlich „keine Funktion“ mehr haben. Männer sind eben manchmal höchst eigenartig.

Bild: Nach einem Original von 1951, restauriert.

Parship will „gesünderes Dating“

Die Online-Dating-Agentur Parship versucht nach mehr als 20 Jahren, das Image der Online-Partnersuche zu verbessern, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Es handelt sich um eine Art „Aufbruch in ein neues Jahrzehnt“, das im Wesentlichen aus sechs Maximen besteht:

Authentizität

Profile sollen wirklich authentisch sein, also nichts beschönigen, sondern einen Eindruck von „wahre Persönlichkeit“ wiedergeben.

Wertschätzung

Parship greift das neue Zauberwort „Wertschätzung“ auf, um daran zu appellieren, dass hinter dem Profil ein echter Mensch steht, dessen Gefühle nicht verletzt werden sollten.

Verbindlichkeit

Teilnehmer am Online-Dating sollen verbindlicher und zuverlässiger werden. Dabei wird auf eine klare Kommunikation und Ehrlichkeit gegenüber dem Partner abgehoben.

Perspektive

Von Anfang an soll klar sein, welche Absichten Partnersuchende verfolgen. Verschiedene Absichten über die Länge und Dauer der Beziehung sollten von vorn herein kommuniziert werden, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen.

Sicherheit

Die Botschaft lautet: Keine Anzüglichkeiten, also keine unerwünschten Nacktbilder oder anzügliche Nachrichten.

Spaß

Obgleich Dating eine erste Sache ist, hat Parship entdeckt, dass viele Singles keine wirkliche Freude am Dating haben. In Zukunft sollen Spaß und Leichtigkeit also eine größere Rolle spielen.

In der veröffentlichen Pressemitteilung gibt sich Parship zuversichtliche, diese Ziele zu erreichen. Auch die zukünftige Werbung soll auf das neue Konzept umgestellt werden.

Die Liebeszeitung kommentiert

Das ursprüngliche, sehr konservative Konzept von Parship wird in manchen Teilen ergänzt. Möglicherweise geschieht dies, um einen neuen, jüngeren Kundenkreis anzusprechen und zugleich einige der Hauptmängel zu beseitigen. Zum Beispiel pfeifen die Spatzen seit Jahren von den Dächern, dass vor allem Frauen keine Freude mehr am Online-Dating haben. Ohne Freude an der Partnersuche ergeben sich allerdings auch nur mäßige Erfolge. Mit dem Mix aus Verbindlichkeit, Authentizität, der Ausweitung von Perspektiven und dem neuen Faktor „Freude am Dating“ soll nun gelingen, das Konzept auszuweiten und dabei zugleich für ein „gesünderes Dating“ zu werben.

Hinweis: Parship hat weitere Informationen bereitgestellt. Es handelt sich dabei um PR-Material.

Was wollen Männer wirklich von Frauen?

Wird er eine gute Wahl treffen?
Das wichtigste an ersten, zweiten und dritten Begegnungen ist, keine „Rolle“ zu spielen, sondern ein eigenständiger Mensch zu sein. Viele Frauen glauben aber, dass Männer auf Tricks hereinfallen, wie etwa „sexy“ zu sein oder ein enormes Potenzial zu haben - es kann in Sinnlichkeit, sozialem Verhalten oder Intelligenz bestehen. Wer es wirklich hat, kann damit auch punkten – wer es hingegen überschätzt oder vorspielt, fällt schnell durch das Raster. Auch gängige Klischees, wie ein „Genussmensch“ oder „Familienmensch“ zu sein, sind blasse Eindrücke, die zunächst gut klingen – doch darauf kommt es in Wahrheit gar nicht an.

In diesem Artikel geht es vorrangig darum, was Männer von Frauen erwarten. Ein Teil trifft aber auch darauf zu, was Frauen von Männern erwarten.

Dein Auftritt

Bevor ich auf einzelne Eigenschaften eingehe: Bei deinem ersten Auftritt vor einem Mann zählt das Gesamtbild, die sogenannte Erscheinung. Sie besteht aus der Körperhaltung, der Bewegung, den schnell erkennbaren Emotionen und aus der Kleidung. Selbst wenn ich niemals rate, eine Rolle zu spielen: Du solltest wissen, wie du bei deinem Auftritt wirkst. Der unterscheid zwischen „ich komme irgendwo herein und mache irgendetwas“ und „ich trete irgendwo auf und weiß genau, was ich tue“ macht den Unterschied.

Und nun zu den Eigenschaften, die du möglichst haben solltest, wenn du einem Mann gefallen willst.

Zehn Eigenschaften,die Männer in dir suchen

1. Selbstvertrauen

Zunächst zur Ausnahme: Es gibt immer noch Männer, die „Betthäschen“ wollen. Doch was ist ein „Betthäschen“? Es ist eine Frau, die sich „übertrieben verfügbar“ macht. Und das ist nicht gefragt, es sei denn, du suchst einen ONS und nicht sonst. Selbstvertrauen zeigt sich äußerlich beispielsweise in der Sitzhaltung. Eine Frau, die sich ihrer Emotionen wie auch ihrer sozialen Fähigkeiten sicher ist, fühlt sich ungleich wohler als eine unsichere Frau. Und „Wohlfühlen“ strahlt aus. Hast du schon einmal von jemandem gehört, dass er (oder auch sie) sich in deiner Gegenwart wohlfühlt? Dann hats du die ersten Punkte gesammelt.

2. Unabhängigkeit

Vielleicht erstaunt dich, dass ich Unabhängigkeit an die zweite Stelle setzte. Also: Wie unabhängig bist du? Hast du zwei Pferde und vier Hunde? Kannst du dir niemals vorstellen, umzuziehen? Bist du abhängig von jemandem? Suchst du jemanden, der dich „vollständig“ macht? Willst du alles mit einem Mann zusammen machen? Das alles würde dafürsprechen, dass du abhängig bist – und möglicherweise auch von deinem Partner erwartest, von dir abhängig zu sein. Glaube mir – das geht nicht lange gut. Wenn du aber eigene Interessen hast, deine eigene Welt hütest und möglichst einen Job hast, der dich wirklich interessiert, dann hast du etwas gewonnen. Der Grund ist einfach: Du kannst kein festes „Schema“ heiraten. Du heiratest eine Person.

3. Gelassenheit und Freundlichkeit

Freundliche Gelassenheit zeichnet Menschen aus, mit denen Männer (und sicher auch Frauen) leben möchten. Diese Eigenschaften vermittelt Sicherheit – ein Vorteil, wenn man beabsichtigt, jemanden für lange Zeit (beispielsweise für eine Ehe) zu suchen. Übrigens bedeutet „gelassen zu sein“ nicht, keine Ideen zu haben oder Ideen zu verhindern.

4. Humor, Lächeln, Lachen

Den Humor zu behalten, ist in vielen Situationen wichtig. Wenn du eine Ungeschicklichkeit seinerseits mit Humor nimmst, wenn du ihn häufig freundlich anlächelst und an den richtigen Stellen lachst, dann gewinnst du gegenüber anderen. Einzige Ausnahme: Wenn er „unverschämt“ wird: Klare Kante zeigen, aber höflich bleiben.

5. Echte Gefühle zeigen – niemals Gefühle „spielen“

Wer weiß noch, was eine „Zicke“ ist? Der Ausdruck ist nicht mehr populär, der Typ schon noch. In Wahrheit versuchen Frauen, die als „Zicken“ bezeichnet werden, mit etwas zu punkten, das sie nicht besitzen, also eine Schau abzuziehen. Was Männer wollen, ist eine Frau, die emotional ausgeglichen ist und die Emotionen, die sie besitzt, nur dann zeigt, wenn es um Liebe und Leidenschaft oder existenzielle Fragen geht. Also: Wenn Emotionen, dann bitte echt und mit Hingabe.

6. Zurückhaltung statt falscher Neugierde: Nie sollst du mich befragen …

Jeder Mann hat Geheimnisse. Frage also nicht nach all seinen Ex-Freundinnen, schon gar nicht nach intimen Details. Stelle auch niemals die Frage „wie stellst du dir deine Traumfrau vor?“ – nimm an, dass sie vor ihm sitzt. Verblüfft? Überleg mal scharf ...

7. Deine Einstellung gegenüber anderen Frauen

Wenn du versuchst, andere Frauen abzuwerten, um sich selbst zu überhöhen, gehst auf einem schwankenden Seil durchs Leben. Der Mann, den du triffst, will wissen, wie du selbst bist – und nicht, wie du im Vergleich zu anderen Frauen bist.

8. Deine Kleidung

Bei der Kleidung scheiden sich die Geister. Die beste Regel: Trage Klamotten, in denen du dich selbst wohlfühlst, aber bitte keine „Schlafanzüge“ aka“ Loungewear“. Wenn du einen Mann triffst, der etwas „im Leben darstellt“, dann erwartet er auch von seiner Partnerin, dass sie sich in der Öffentlichkeit entsprechend kleidet. Ein Fehler, der vielen Frauen nicht bewusst ist: Trage keine Kleidung, die zu viel nackte Haut zeigen, vor allem keine zu kurzen Röcke oder übertrieben große Ausschnitte.

9. Deine Ziele

Männer mögen Frauen, die noch Ziele im Leben verfolgen. Die eigene Motivation ist ein Zauberwort – und wer motiviert ist, kann im Notfall auch mal den anderen motivieren. Passivität und negative Haltungen verhindern so gut wie alles, was zwischen zwei Menschen möglich ist.

10. Deine Lust

Wenn du deinem Partner niemals sagen würdest: „Du, ich habe Lust auf dich - lass uns zu mir gehen“, oder wenn du sonst Ängste hast, dich einzulassen – ja, dann merkt es der Mann. Wahrscheinlich wir ein höflicher Mann eine Floskel finden, um dich abzulehnen. Er wird dir (leider) nie sagen, dass du nicht infrage kommst. Also: Wenn du kannst, dann sag, wann du Lust hast und wie du sie gerne mit ihm erleben möchtest.

Mein Fazit: Männer bemerken mehr, als ihr ahnt

Männer gelten bei vielen Frauen als „Stoffel“, die „sowieso nichts bemerken“. Das ist ein schwerwiegender Fehler in der Einschätzung. Männer vermuten allerlei hinter der Stirn, unter der Bluse oder im Emotionsvorrat. Und die meisten haben schon Erfahrungen damit, was all die Täuschungen und Hohlphrasen bedeuten, die sie von Frauen hören. Und nahezu jeder Mann hat dich bereist eingeschätzt, wenn du durch die Tür kommst.

Und dann wirst du übers Knie gelegt …

Die 1960er - als der Po sichtbar wurde ...
Was manchem wie eine Drohung vorkommt, weil er oder sie dies als quälende Erfahrung der Jugend schmerzhaft durchlitten hat, lockt andere Erwachsen an wie der Honig den Bären.

„Du wirst jetzt übers Knie gelegt …“ - was bedeutete es für die Menschen, die davon erregt werden?

Die visuelle Erregung von "OTK"

Überall ähnliche Darstellungen, mal mit, mal ohne Haarbürste

Zunächst einmal: Klar ist, dass viele erwachsene Männer und Frauen davon träumen. Ob es in den USA und dem Vereinigten Königreich mehr sind als in Deutschland, ist schwer abzuschätzen. Das Einzige, woran wir es messen könnten, wäre die Flut „einschlägiger“ Bildern. Sie zeigen Frauen, die ganz offensichtlich bereit sind, Männer übers Knie zu legen. Dazu haben sie einen betont kurzen Rock angelegt, sich dann gesetzt, den Rock noch etwas weiter hochgeschoben, um die Oberschenkel bis an die Grenzen der „Züchtigkeit“ zu präsentieren und – gewinnend zu lächeln. Die Sessel, Stühle, Sofas und Bettkanten sind nicht immer ideal für eine tatsächliche schmerzlich-lustvolle Lektion, aber es kommt auf die Optik an – die Präsentation der Oberschenkel spielt offenbar die entscheidende Rolle. Dann und wann gibt ihnen der Fotograf die Anweisung, die Schlaghand zu erheben, was aber nicht unbedingt nötig ist. Der Gourmet sieht auf die Beine und erträumt sich dort seinen Platz. In manchen Fällen werden den Fotomodellen noch passende wie auch unpassende Gegenstände in die Hand oder ins Bett gegeben. Lustvolle Herren in englischsprachigen Ländern scheinen die Haarbürste (Holz, Verwendung der Rückseite) auf dem nackten Po zu bevorzugen, während kontinentale Kunden offenbar lieber längere Zeit mit der Hand geschlagen werden wollen.

Illusionen aus Bildern – wie aber sind die Realitäten?

Die hübsche Illusion wird gelegentlich getrübt: Die Belastbarkeit zarter Oberschenkel steht oft in einem gewissen Widerspruch zum Gewicht der (meist männlichen) Partner. Wie auch immer – der oder die zu schlagende Person blickt nach unten, seine oder ihre Genitalien drücken sich auf die Oberschenkel oder das Kleid, und der Po ragt heraus. Es ist nicht die beste Position für denjenigen, der die lustvolle Strafe ausführen soll, weil die Kraft weitgehend aus dem Unterarm gewonnen werden muss. Da es sich weitgehend um Handschläge handelt, beginnt die Hand der/des Schlagenden zumeist nach wenigen Schlägen heftig zu schmerzen. Das ist der Grund, warum der „heftige Teil“ mit einem Instrument ausgetragen wird. Zum Beispiel mit der Haarbürste, aber durchaus auch mit den bekannten kurzen Schlegeln aus dem Erotik-Shop. Im Notfall eignen sich auch die Pantoffeln oder die beliebten Pfannenwender.

Der eigenartige, intime Umgang

Diese Art des Umgangs miteinander wird als ausgesprochen „intim“ empfunden. Woran das liegen mag, darüber sind sich die Autoren allerdings nicht einig. Für viele mag überraschen sein, dass es häufig Männer sind, die sich gerade nach dieser, etwas infantil wirkenden Lust sehnen. Auf Deutsch sagt man ja nicht nur „übers Knie legen“, sondern auch noch „einen Popovoll“ bekommen. Eine Therapeutin glaubt zu wissen, dass es keiner Jugenderinnerung bedarf, um den Wunsch nach einer sanften, erotischen Züchtigung zu verspüren. Sie meint, die Natur unsere Gefühle riefe nach deinem Ausgleich, denn wenn sie …

Quer auf dem Schoß der schlagenden Person liegen, dann geben sie für kurze Zeit die Kontrolle ab, machen einen kleinen Urlaub vom Alltagsstress und der Verantwortung (…) und tief in ihren geheimen erotischen Vorstellungen, sehnen sich viele Leistungsträger danach, sich hinzugeben, für ihre Mängel geschlagen zu werden – ganz zu schweigen von ihren Sünden.

Im Mittelpunkt lustvoller Aufmerksamkeit stehen ...

Eine Vermutung kommt hinzu: Wer sinnlich, liebevoll und erotisierend geschlagen wird, genießt das seltene Vergnügen, über länger Zeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Natürlich könnte es auch die Lust sein, der anderen Person hilflos ausgeliefert zu sein. Und sicher wäre es auch möglich, dass es die Durchblutung der Genitalien ist, die bei jedem Schlag aufs Neue angeregt wird. Schließlich hätte ich noch den „Rausch der Gefühle anzubieten, der sowohl vom Schmerz als auch von der Lust erzeugt und verstärkt wird.

Ich bin gespannt, was ihr dazu sagen habt, wenn ihr etwas sagen möchtet … und wenn nicht, dann wünsche ich wenigstens viel Vergnügen beim Lesen.

Titelbild: Eine typische Darstellung der 1960er Jahre. Mitte: Einige Beispiele von Frauen, die sich in OTK-Posen fotografieren ließen, im Original farbig. Zitat: Susan Block, Ph.D., a.k.a. “Dr. Suzy" in Counterpuch org, Die Psychologie des Spankings. Die Original-Quellen der Bilder sind unbekannt.

Die prickelnde Mischung aus Faszination und Abscheu

Das Erschauern im Foltermusum
Der Ursprung der Faszination, Lust und Qual der Geißelungen, Folterungen und heftigen Körperstrafen liegt offenbar in der Religion. Wir sprechen von den Geißlern – und ihre wahre Welt erschließt sich heute für niemandem mehr. Dennoch finden wir in ihr den Ursprung anderer Bewegungen und Ideologien, die extrem schmerzhafte Schläge auf den Körper als Ausdruck eines frommen und züchtigen Lebens ansehen. Viele Gläubige dachten, sie würden eine „innere Reinigung“ durchleben und „das Böse“ in sich abtöten. Zitat: (1):

Wären der gesamten Fastenzeit begaben sich die Schwestern nach der Matutin (2) in den Kapitelsaal … wo sie ihren Körper mit den verschiedensten Geißeinstrumenten aufs Heftigste traktierten, bis das Blut floss, sodass der Klang der Peitschenhiebe durch ganze Klöster hallte.

Diese Aussagen entstammen zwar einem modernen Werk, sind aber ausreichend historisch belegt, und die Faszination von Verzückung, Nacktheit und Schmerz, der bis zur Selbstaufgabe reichte, ebenfalls. (3)

Sich selbst zu geißeln, war eine Sache – aus religiösen Gründen gegeißelt zu werden eine andere. Doch wie wir die Sache auch drehen – der Schmerz kam nie allein, denn die Körperchemie funktionierte im Mittelalter nicht anders als in der Neuzeit.

Wenn Geißelungen etwas „Gutes“ war, warum sollten dann Geständnisse unter der Folter oder strenge Körperstrafen an Domestiken etwas Schlechtes sein?

Auf diesem Gebäude ließ sich eine Ideologie errichten, und viele folgten diesem Irrweg.

Geißelungen, Folterungen und Körperstrafen aller Art

Während sich die Geißler weitgehend aus Mönchen und Nonnen zusammensetzten, konnten Folter, Auspeitschungen und Rutenschläge jeden treffen.

Über die Folter lesen wir in den Themenblättern zum Unterricht No. 45:

Mit der Übernahme (des römischen Rechts durch die christlichen Staaten des Mittelalters fand die Folter zuerst Eingang in die Ketzer- und Hexenprozesse, wo sie als wichtiges Instrument im Kampf gegen den Satan angesehen wurde. Da Maß und Umgang nicht generell festgelegt waren, kam es zu einer ungeheuren Ausdehnung der Folter.

Wenn man „den Satan“ durch „das Böse“ ersetzt, ergibt sich daraus auch die angebliche Notwendigkeit der Körperstrafe. Dabei handelte es sich ja nicht nur um „Abgeltung der Untaten“, sondern auch um den Versuch, das „Böse“ aus den Menschen herauszutreiben. Vor allem aus Untergebenen und Schwachen. Also aus Nebenbuhlerinnen, Domestiken und – leider mit großer Selbstverständlichkeit – auch aus Kindern.

Wie das Böse in die Welt kam und sich leibhaftig der Ketzer, Hexen, Domestiken und Kinder bediente - das liegt tief in der Geschichte der Kirche begründet. Also jener Institution, die sich bis heute bemüht, ihre Hände in Unschuld zu waschen.

Die Lust an der Pein in der erotischen Literatur bis heute

Faszination und Abscheu gehen seither eine Verbindung ein, die besonders in der viktorianischen Zeit vielfach zelebriert wurde, freilich abgemildert und mit starken Anklängen an die Sinneslust. In dieser Zeit finden wir nahezu alles wieder, was uns zuvor unter die Augen kam.


1. Rituelle Nacktheit.
2. Gleichgeschlechtliche Rituale mit Schlägen aller Art.
3. Die Lust, jemanden zu züchtigen.
4. Die Wonne daran, geschlagen zu werden.
5. Die Faszination, dabei zuzusehen.
6. Schmerz und Wonne im Mix.
7. Sinnliche Erfahrungen im Anschluss.

Niemand wir diese Schilderungen für „die Realität“ halten – aber die vielen neuen sinnlich-erotischen Wellen, die dieser Zeit folgten, verwenden immer wieder das gleiche Muster. Es muss also nach wie vor „unter die Haut“ gehen.


Schläge - eine Reinigung der Sinne?

Es wird niemals ganz klar werden, worin die Faszination liegt, sich zu geißeln oder gezüchtigt zu werden. Manche sprechen von einer „Reinigung“ der Sinne, einer Klärung der Emotionen. Der Schmerz selbst, die Entspannung danach oder die dann und wann aufkommende Geschlechtslust werden wohl gelegentlich erwähnt – doch das Thema wird genauso oft verschwiegen.

Foltermuseen und Folterszenen

Was der Anblick Folterinstrumenten oder mittelalterlichen Kerkern auslöst, ist genauso schwer zu beschreiben. Manchem sagen sie gar nichts, während sich andere in die Rolle der Opfer versetzen und sich fürchten. Und solange sich dergleichen noch „sportiv anfühlt“, können sich manche Menschen eben auch vorstellen, den eigenen Körper einer entsprechenden Belastung auszusetzen – spielerisch, versteht sich.

Und im Spielfilm? Vor Jahren war es noch üblich, in Kriminal- Abenteuer- und Spionagefilmen Damen in dürftiger oder zerfetzter Bekleidung zu zeigen, die der Folter anheimfielen – in den letzten Jahren sind es aber durchaus Männer. Immer wieder gibt es jene, die dann die Augen schließen und den Ton (soweit möglich) abschalten, aber eben auch jene, die verzückt zusehen. Hauptsache Heldin oder Held überleben.

Sichtweisen, Realität und Pornografie

Was heute als Vergnügen übrigblieb, wurde von vornherein mit dem Geruch von Schwefel versehen. Mal wurden die Menschen als „pervers“ angesehen, die Schmerzlüste praktizierten, dann wieder als „Patienten“, die davon befreit werden mussten. Feministinnen glauben zu wissen, dass in den heutigen S/M-Paarungen vor allem Frauen in solchen Beziehungen „unterworfenen und gedemütigt“ werden. (4) Offenbar verwechseln sie dabei die Pornografie, die in der Tat solche Tendenzen kennt, mit der Realität.

(1) Lob der Peitsche", München 2001.
(2) Matutin – Gebet, das zwischen Mitternacht und morgen vollzogen wird).

(3) Es gibt entsprechende Bilder entblößter Nonnen aus dem 15. Jahrhundert.
(4) wir verwendeten sinngemäß eine Aussage von Gigi Halder aus der "Wienerin"