Skip to content
 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

PiV – oder wie nennst du den "ganz normalen" Sex?

Es gibt viele Begriffe aus dem englischen oder amerikanischen Sprachgebrauch. Die meisten haben auf Englisch einen anderen „Beiklang“, wie etwa die „romantische Liebe“, die mit dem deutschen Begriff „Romantik“ nichts zu tun hat.

Anders ist es beim Geschlechtsakt, beimr Beischlaf oder Koitus oder wie er sonst heißen mag. Der Begriff heißt „PiV“, und das wäre auf Deutsch wie auf Englisch „Penis in Vagina“. Die Briten sagen gelegentlich, dass diese Form „biblisch“ ist – mag es so sein oder nicht. Der Naturwissenschaftler wird sagen: „Na klar, da ist ein Paar, dass die Zeugung von Nachkommen zelebriert, ohne welche zeugen zu wollen.“

"Sex haben" klingt wie ein Begriff aus dem Kühlschrank

Wahrscheinlich ist „PiV“ zu direkt. Die Jugend sagt seit einiger Zeit immer „Sex haben“, und die Erwachsenen plappern dies nach. „PiV“ kling viel zu feucht – „Sex haben“ klingt hingegen wie frisch aus dem Eisfach genommen.

PiV, DATY udn Orgasmen

Frauen sollen behauptet haben, dass ihnen der „P“ in PiV eigentlich gar nichts bringt. Hingegen sagten mir andere, dass sie auf dieses Vergnügen nicht verzichten möchten, weil es so herrlich animalisch sei. Soweit Frauen die Leitstellen der Ideologen besetzt halten, lese ich oft, dass ein Orgasmus mit dem „P“ gar nicht möglich sei. Nur bei einem Vorgang, der sich hinter dem Begriff DATY verberge, sei dies wahrscheinlich. Also DATY. Stetes Entsetzen in den Männergesichtern (nicht hinterher, eher vorher): „Was – dort soll ich niederknien, um das mit ihr zu machen?“ Ach Männer, ihr tut beinahe so, als ob alle Frauen ausschließlich auf das „Y“ fixiert wären.

Und was sage ich dazu? Besser gar nichts.

Einstmals besuchte ich ein Museum für moderne Kunst. Zwei Damen unterhielten sich über eine erotische Skulptur. Die Künstlerin hatte die Beine der Dame weit gespreizt, sodass der Blick der Beschauer(innen) sofort auf das „Y“ fiel. Nachdem eine der Damen den künstlerischen Wert kritisiert hatte, fragte die andere provozierend: „Welchen Zugang haben Sie eigentlich dazu?“

Und seht mal, meine Lieben: Das möchte ich nicht gefragt werden. Und deshalb halte ich mich da raus. So wahr ich Gramse heiße.

Die erotischen Fantasien der Frauen - heftig, aber selten real

Geheimes Wünsche und Gelüste im Verborgenen
Welche erotischen Fantasien hast du? Nein, ich will es nicht wissen – aber weiß dein Mann, Freund oder Liebhaber (eventuell auch deine Geliebte) davon?

Ich vermute scharf: Oftmals weiß er oder sie es nicht. Das kann zwei Gründe haben: Entweder deine Fantasien sind in deinen Träumen besser aufgehoben als in der Wirklichkeit. Oder du schämst dich dafür, darüber zu sprechen, obwohl du dich danach sehnst.

In einigen Studien gab es Vermutungen, was Frauen am meisten erregt. Entweder sie haben nach den verborgenen sinnlichen Wünschen gefragt – oder sie haben dies anhand ihrer weiblichen Kundschaft ermittelt.

Bekannt ist sein langem, dass Frauen sich innerhalb der extremen Lüste am meisten für Orgien, BDSM-Aktivitäten, Oralkontakte und viele Formen der abenteuerlichen Lust interessieren.

Neue Auswertung - Facesitting und Gangbang ganz vorne

Relativ neu ist eine Auswertung von Porno-Storys (Audio-Porn), die nicht nur auf Zuhörerinnen, sondern auch Leserinnen zutreffen könnte. Dazu zitiere ich:

Hierfür wurden die Daten von über 10.000 deutschen Hörerinnen von Audio-Porn ausgewertet. Die Ergebnisse: Facesitting ist mit Abstand auf Platz eins, gefolgt von Gangbang – ganz unter dem Motto „Es können gar nicht genug Leute mitmachen”.

Das mit dem „Facesitting“ war sogar mir neu – wer nicht weiß, was es ist: Eine Kombination einer ziemlich frivolen SM-Praxis mit dem Cunnilingus. Die Sache mit dem „Gangbang“ war schon vorher bekannt – allerdings nahezu ausschließlich als „unerfüllte Fantasie“. Nach einigen bekannt gewordenen Aussagen geht es in diesen Fantasien darum, von möglichst vielen Männern begehrt zu werden und dann selber zu wählen, mit wem „frau“ sich paart.

Woher kommen die Anregungen ?

Die meisten Frauen benötigen eine Anregung, um in die Fantasie zu verfallen – und ich muss euch nicht sagen, dass dies schneller und sicherer abläuft, wenn du es allein versuchst, oder? Manche Fantasien kommen einfach „von innen heraus“ – vor allem die extrem Heftigen, wie mir eine Freundin verriet. Das ist kein Wunder: In ihnen ist alles möglich. Auch das, was du dir in der Realität niemals wünschen würdest.

Die nächste Stufe ist das Lesen (oder das Hörbuch). Da hast du noch genügend freie Fantasie, um dich selbst in der Situation zu sehen und dich in deine Orgasmen hineinzuträumen.

Pornografische Filme sind nicht unbedingt geeignet, weil viele von ihnen heftige Szenen enthalten, die in der Fantasie lustvoll sein können, aber bildhaft auch abstoßen können. Und ja – manche von ihnen sind wirklich nur dazu da, männliche Fantasien zu erfüllen.

Dein Gehirnn hemmt die "schmutzigen" Fantasien, gibt sie aber auch frei

Das alles sind Spekulationen. Die Wahrheit ist, dass niemand genau weiß, wie der lustvolle Impuls entsteht, wie lange er benötigt, um in den Unterleib vorzustoßen und welche Rolle das Gehirn dabei spielt. Denn für das Verschließen oder die Freigabe der lustvollen Gedanken ist genau dieses Organ zuständig.

Ein Experte meinte dazu:

Ich wage zu behaupten, dass unsere Fantasien, die Inhalte, die wir konsumieren, und die Kopfkinos bei der Selbstbefriedigung unsere Sexualität ausmachen.

Er ließ offen, wie weit die sinnlichen Fantasien auch dann eine Rolle spielen, wenn unser „gewöhnlicher“ Partner mit uns „Sex hat“. Jedenfalls habe ich schon häufiger gehört, dass der Impuls „jetzt“ den Orgasmus freizugeben, auch beim Partnersex von einer Fantasie ausgelöst wird.

Und du? Bist du selbst eine Expertin? Denk dir etwas dazu aus, schreibe selber etwas, oder kommentiere hier.

Zitatenquelle: Weekend.at

Sich hineinversetzen in Lust, Schmerz und Erniedrigungen

Gefühle, wie sie im Buche stehen ...
Nein - hier geht es nicht um "Mitgefühl", sondern darum, wie Autorinnen und Autoren mit Gefühlen umgehen, die sie in Wahrheit nicht kennen.

Ich las neulich von einer Frau, die Mittelalterromane schreibt. Sinngemäß schrieb sie, es sei wirklich schrecklich für sie, sich in die Folterszenen jener Zeit hineinzuversetzen. Sobald sie darüber schriebe, würde sie von dem Schrecken erwischt, selbst zu erleiden, was ihre Protagonisten in ihren Storys erdulden müssen.

Glaubwürdig schreiben - sich hineinversetzen in die fremde Person

Da sind wir wieder bei den Gefühlen: Glaubwürdig zu schreiben, bedeutet einerseits, sich in die Personen hineinzuversetzen – andererseits aber auch, Distanz von ihnen zu wahren. Das kann heißen, die körperlichen und physischen Vorgänge vor einem Geschlechtsakt möglich bildhaft zu schildern – gleich, ob von einer Frau oder einem Mann die Rede ist. Zugleich gilt es, wieder auf den Punkt zurückzukommen, in dem die nüchterne Realität greift: Es gibt ein Leben nach dem Sex.

Schmerzlust, Schmerz und was sonst noch zählt

Ähnlich ist es mit den Erlebnissen, die Menschen im Gewirr von Lust und Schmerz erleben. Wo hatten wir doch noch gleich Schmerzen, wo fühlten wir uns gefoltert? Bei einer medizinischen Untersuchung, die ohne Narkose durchgeführt wurde? Oder einfach bei der attraktiven Zahnärztin, vor der wir unseren Schmerz verbergen wollen?

Die meisten von uns dürfen sich daran erfreuen, keine wirklichen schweren Erniedrigungen oder gar Folterqualen ausgesetzt zu werden. Wer über die Schmerzen bildhaft schreiben will, versucht, ähnliche Gefühle abzuwandeln. Ach ja, damals, als die Narkose nicht ausreichend wirkte, oder als unsere Nerven mit Stromstößen vermessen wurden, wir uns in der Küche mit heißem Fett verbrannt haben …

Bildhaft schildern anhand von Erinnerungen anderer Art

Man mag darüber streiten, ob man solche Gefühle überhaupt bildhaft beschreiben sollte … aber wenn es jemand tut, dann sollte er/sie so realistisch wie möglich schreiben. Und dazu gehört eben auch, das Zischen eines Rohrstocks oder das unerträgliche Warten auf eine Bestrafung anhand völlig anderer Situationen zu schildern.

Und nicht zu vergessen: Selbst beim „normalen Sex“ läuft vorher und nachher im Kopf ein Film ab, an den wir uns später erinnern. Häufig sind diese Gefühle viel wichtiger für die Story als der kurze Moment, als wir den eigenen Orgasmus spürten.

Ein Nachwort an Menschen, die sich in andere "wirklich" hineinversetzen wollen

Sich wirklich in eine andere Person „hineinzuversetzen“ ist so gut wie unmöglich. Wenn wir es versuchen, denken wir in Wahrheit an etwas „Ähnliches“. Möglicherweise geht in dieser Person aber grade etwas ganz anderes vor - und sobald wir dies erfahren, sind wir enttäuscht von der anderen Person. Deshalb ist „echtes Mitgefühl“ wirklich ein kompliziertes Thema.

Liebe, Sex, Rollenspiele und Fantasien

Gedanken sind frei – und erotische Fantasien auch. Du kannst sie „solo“ erleben, dann stört es niemanden, aber auch in einer Beziehung oder Ehe. Dann verwirrt es den Partner oder die Partnerin, und möglicherweise ist er/sie dann sehr traurig.

Unsere Sichtweise beim Sex - ist sie wirklich realistisch?

Diese Sichtweise kennen wir, denn in diesem Moment glauben wir, als Person missachtet zu werden. Die meisten Menschen wünschen sich eine Bestätigung ihrer sexuellen Qualitäten und Fähigkeiten. Sie ertragen also nicht, dass Fantasien heftigere Lüste im Partner oder der Partnerin erzeugen können als ihre Liebeskunst.

Gehirn abschalten und Orgasmen genießen?

Einige Forscher meinen, dass es relativ normal ist, während des Geschlechtsakts über andere Situationen zu fantasieren, in denen der Partner oder die Partnerin gar nicht vorkommt.

Möglicherweise geht es darum, das eigene „Gehirn von der Realität abzuschalten und an die Fantasie anzukoppeln“. Auf diese Wiese kann derer Körper sich auf den Lustgewinn konzentrieren und damit den erhofften Orgasmus auslösen.

Ekstatischer Sex entsteht selten aus Liebe allein

Möglicherweise geht es beim Sex gar nicht darum, ob wir die Person lieben, sondern darum, ob sie uns die vollständige Illusion eines absolut befriedigenden Sexerlebnisses schenkt. Tut sie es nicht, dann greifen Frauen wie Männer offenbar nach der nächstbesten Erinnerung oder Fantasie, die sich als Auslöser für einen Orgasmus eignet.

Nachdem der Volksmund solche Eigenschaften eher Männer zuschreibt, glauben manche Forscher, dass es vor allem Frauen sind, die mit Fantasien „Nachhelfen“. Zeil ist dabei meist ein besonders ekstatischer Orgasmus.

Fantasien und Rollenspiele

Ähnliche Effekte entstehen übrigens bei Rollenspielen, bei denen eine Fantasie umgesetzt wird, um höchste sexuelle Befriedigung zu erlangen. Das Besondere daran: In einem begrenzten Zeitrahmen wird eine Fantasie emotional und physisch erfüllt, die „in richtigen Leben“ nicht vorkommt.

Hinweis: Beim Schreiben des Artikels wurden Gedanken von Ian Kerner genutzt, die in "Mensjournal" veröffentlicht wurden.

Die Geheimnisse der frühen Jahre und das Ziel der Lust

Späte Zweifel, plötzliche Reue?
Sollte eine Frau ihrem Mann nach einer langen Ehe die frivolen Geheimnisse ihrer Jugend beichten? Und sollte sie ihm erzählen, dass sie oft an andere Menschen, Ereignisse und Fantasien denkt, wenn beide „Sex haben“?

Ich habe einen Moment gestutzt, als ich davon hörte. Die Geheimnisse früher Jahre? Über die sollte irgendwann einmal Gras wachsen. Es mag ja sein, dass es ab und an Esel oder Kamele gibt, die das Gras wieder herunterfressen. Aber dem Ehemann beichten, mit welchen Personen du als junge Frau gevögelt hast? Will wirklich jemand wissen, wie viele Männer und Frauen du verführt hast? Oder von wem du verführt wurdest?

Das haken wir besser ab, oder etwa nicht?

Der Mix im Kopf des Mannes beim Sex

Das andere ist wesentlich delikater. Und jetzt mal fein die Ohren spitzen, bitte: Nahezu alle Männer benutzen gewisse emotionale Verstärker, während sie mit ihren jeweiligen Zufallsbekanntschaften, Freundinnen, Geliebten oder eben auch Ehefrau schlafen. Denn „Sex zu haben“ ist ein Prozess, an den der Mann all seine Energien verschwendet. Und da will der Mann natürlich den Erfolg – nicht nur bio-mechanisch, sondern mit einem starken Gefühl im Hinterkopf. Und woher das kommt, ist ihm ziemlich egal, Hauptsache, der eigene Körper spielt mit. Falls jetzt jemand das Wort Liebe in den Mund nimmt: Ja, das gehört zur Illusion. In der Realität vermischen sich Chemikalien, Erinnerungen, Wünsche und das, was die aktuelle Partnerin dazu beiträgt.

Harte Brocken, nicht wahr? Nicht sehr romantisch, oder?

Auch Frauen nutzen den Gefühls-Mix

Erstaunlich ist alleine, dass nun auch Frauen zugeben, sich der Chemie und dem gespeicherten sexuellen Gefühlsgut hinzugeben, wenn sie zur Sache gehen. Schließlich wollen auch sie den Erfolg – also möglichst einen Orgasmus. Und wir wissen ja inzwischen, dass es gar nicht so einfach ist, den beim „gewöhnlichen Sex“ zu bekommen. Und weil das alles so ist: Wenn der Mix aus Gedanken, Erinnerungen, Fantasien und Körperchemie die Lust anheizt und der Partner dann noch seien Beitrag dazu leistet … ist dann nicht das Ziel von „schönem Sex“ erreicht?