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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Gedanken zur Wahrheit erotischer Schilderungen

Erotische Texte - Chance für die Toleranz oder Pornografie?
Die meisten Menschen fragen sich, warum etwas „so ist“. Leider tun sie dies, bevor sie sich jemals damit beschäftigen, wie es ist. Und sie verzichten ebenso darauf, danach zu fragen, wie es sich auswirkt, was da geschieht.

Vom Ekel zur Lust - der Weg zum sinnlichen Vergnügen

Dieser Satz lässt sich auf fast alle Absichten und Gefühle anwenden. Auch auf die Sinneslüste. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ihr einen Zungenkuss für „eklig“ gehalten habt, bevor ihr festgestellt hat, welche Wonnen ihr dabei genießen konntet. Mancher von uns spürte die Abscheu vor einem sinnlichen Oralkontakt, bevor er/sie ihn selbst erleben oder seine Wirkung auf andere beobachten konnte. Sogar so etwas Natürliches und Wundervolles wie eine Penetration, eine Ejakulation oder ein Orgasmus werden oft nur verbal abgehakt, obwohl unser Körper darüber in ekstatische Zuckungen verfällt. Der Fluss der Gefühle, der stetig durch den Körper rauscht, bleibt weitgehend unerwähnt. Es gilt nicht als „fein“, darüber zu sprechen.

Erotische Literatur zwischen Pornografie und gefühlten Fakten

Wie im Alltag, so ist es auch in der Literatur. Nur selten wird beschrieben, wie der Atem, die Berührung mit den Fingerspitzen, den Brustwarzen oder der Zunge auf die Haut wirkt. Ebenso wenig wird deutlich, was saugende Lippen, sanft zubeißende Zähne und scharfe Fingernägel bewirken, obgleich die Nervenenden dabei zu tanzen beginnen. Wir lesen viel zu wenig davon, wie sich Furcht mit Lust vermischt und dabei diese wundersame Erregung erzeugen, die unsere Psyche in einen Zwiespalt drängt. Und dabei sind wir noch nicht einmal bei dem Punkt angekommen an dem wir uns einfach der Lust hinzugeben, ohne noch irgendetwas zu denken.

Die Sorgen der Autorinnen und Autoren

In den meisten Fällen ist es die Furcht der Schreibenden, die sie davon abhält, die sinnlichen Vorgänge plastisch zu schildern. Wenn wir minutiös beschreiben würden, wie der Penis des Liebhabers beschaffen ist und wie die Geliebte sein Eindringen empfindet, würden wir verdächtigt, Pornografie zu schreiben. Tun wir es hingegen nicht, dann werden wir gerügt, weil wie „nichts als sexuelle Handlungen“ aneinanderreihen: Fellatio, Penetration, Ejakulation. Wir könnten uns im Grunde sparen, solche Dinge überhaupt zu erwähnen. Weiß nicht jede Frau, wie ein Penis in sie eindringt? Und ist nicht von vornherein klar, dass die Sache nur ein paar Minuten dauert? Was gäbe es da wohl zu beschreiben? Nun, ich denke, dass viel von euch recht dankbar wären, wenn die Autoren erotischer Schriften sich die Mühe machen würden, diesen „wenigen Minuten“ wenigstens drei oder vier Seiten zu widmen.

Die Grenzgebiet der Lust - nein, wir leben nicht dort

Eine andere Erfahrung, die jeder Autor einmal macht, ist sich auf Grenzgebiete zu begeben, von denen er nichts viel weiß. Einerseits fürchtet er, die Gefühle jener zu missachten, die in diesen Gebieten zu Hause sind. Andererseits bleibt kaum jemandem die gegenteilige Erfahrung erspart. Denn weil wir etwas über das Grenzland schreiben, wird angenommen, dass wir darin leben.

Typische Themen dieser Art sind harsche Flagellationen, heftige Schmerzerlebnisse, sexuelle Unterwerfungen und homoerotische Szenen. Es gibt durchaus Menschen, die bezweifeln, dass heterosexuelle Frauen glaubwürdige Geschichten über schwule Männer schreiben können und umgekehrt. Und nicht nur das: Behauptet wird, Männer könnten überhaupt nicht glaubwürdig beschreiben, was irgendeine Frau empfindet, gleich, ob hetero- oder homosexuell.

Wir lernen, uns in unsere Figuren hineinzuversetzen

Es ist eine völlig absurde Welt, in der all dies behauptet wird. Schreibende Menschen versuchen, sich in Körper, Geist und Psyche ihrer Figuren hineinzuversetzen. Es sind nicht einfach „ihre Geschöpfe“, die wie Marionetten an ihren Fingern kleben. Vielmehr führen die Figuren ein Eigenleben, das sich von Satz zu Satz immer deutlicher zeigt.

Ich will dies noch etwas verdeutlichen: Ein Mann muss weder ein Kleid noch Strapse getragen haben, um zu beschreiben, wie eine Person feminisiert wird. Es reicht völlig, wenn er sich in die Situation hineinversetzt. Entsprechendes gilt für männliche wie weibliche Autoren, die niemals Fellatio ausgeübt hat – auch dabei reicht es wirklich, sich vorzustellen, wie es sich anfühlen und schmecken würde.

Befremdet euch das, was ich hier schildere?

Bei alldem, was ich hier schreibe, spüre ich, wie Einige von euch reagieren könnten. Befremdet und schockiert lest ihr, wie das Unsägliche in Worte gefasst werden könnte. Ihr fürchtet, dass sich Fantasien entfesseln könnten und wie widerwärtig es für euch wäre, wenn ihr es lesen müsstet.

Oh – ihr müsst es nicht lesen. Nur solltet ihr wirklich wissen, wie etwas Sexuelles vor sich geht, bevor ihr es ablehnt oder gar verurteilt.

Ganz gewöhnliche Paare und Vibratoren

Funktion eines Vibrators: Auf den Exzenter-Motor kommt es vor allem an
Zugegeben: Eine Studie mit 49 als heterosexuellen bezeichneten Männern in Beziehungen ist eigentlich keine Studie, sondern ein Fragment. Dennoch ist aufschlussreich, was die Männer meinten, denen ein Paarvibrator „ins Nest gelegt wurde“. Bei „Paarvibratoren“ handelt es sich (jedenfalls in der Werbung) um speziell für Paare entwickelte Vibratoren, die beide Partner während des penetrativen Geschlechtsverkehrs stimulieren können, also „wenn sie ganz gewöhnlichen Sex haben“.

Allerdings ist bekannt, dass Paare auch „normale“ Vibratoren nutzen können. Außer der Form spielt für viele Anwendungen vor allem die Intensität der Vibration eine Rolle – schließlich muss die Vibration ja beide Partner durchdringen.

Wie fühlt sich der Mann, wenn ein Vibrator als "Dritter" hinzukommt?

Doch was fühlen eigentlich die Männer, die dergleichen „Spielzeug“ dem üblicherweise ablehnen?

Nun, die Vibration sorgt bei den Männern offensichtlich für eine zusätzliche Erregung – das körperliche Vergnügen wird also gesteigert.

Offenbar tat die Vibration aber auch der Partnerin gut, die auf diese Weise schneller und sicherer zum Orgasmus kam. Dazu hieß es:

Zu sehen, wie ihr Partner zufrieden ist, steigerte das eigene Vergnügen der Männer, wie Kommentare von Teilnehmern wie "Ich genieße Sex mehr, wenn mein Partner es tut."

Genannt wurde auch ein interessanteres, längeres „Vorspiel“, wie sie denn überhaupt angaben, dass sie die neue Vielfalt begeistert, die mithilfe des Paarvibrators möglich war.

Erstaunlicherweise sagten die meisten Männer, dass die Verwendung eines Vibrators die Intimität zwischen ihnen und ihrer Partnerin verbesserte, und sie dabei „paarorientierte“ Erfahrungen machten.

Paarvibratoren - Realität oder eher eine Behauptung der Hersteller?

Wer im Internet sucht, wird bald finden, dass es „den“ Paarvibrator nicht gibt – es kommt eben sehr darauf an, worauf man sich einlassen will. Zumeist werden solche Vibratoren als „Paarvibratoren“ bezeichnet, die während der Penetration in die Vagina eingeführt werden können. Dabei können (nach Herstellerangaben und dem Vernehmen) die Klitoris und der G-Punkt stimuliert werden, während der Penis in die Vagina eingeführt bleibt.

Gewöhnliche Vibratoren, besonders die besonders vibrationsstarken, können nach Berichten auch „äußerlich“, also beispielsweise am Damm genutzt werden. Wer sie jedoch einführen will, sollte auf die Größe achten und darauf, dass sie sich auch bei Erregung noch „handhaben“ lassen.

Letztendlich stehen für Paare zahlreiche „zusätzliche“ Analstimulationen zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise P-Punkt-Vibratoren (für Männer) oder sogenannte Analplugs, und sicherlich gehört auch das Zubehör für „Pegging“ dazu, welches allerdings eher den Mann begeistert.

Hinweis und Erklärung: Dies ist weder ein gesundheitlicher Rat noch eine Empfehlung, und der Artikel wurde von niemandem gesponsert oder anderweitig beeinflusst.

Das Zitat sowie einige Informationen entstammen dem Blog von Dr. Lehmiller. Ergänzende Informationen bekamen wir von "self" und einigen anderer Quellen. Die Studie ist bei "SAGE" verfügbar. Bedauerlicherweise bringt die Suche im Internet nach "Paarvibratoren" kaum mehr als Werbung hervor.

Wie fühlt es sich an, wenn dir etwas unter die Haut geht?

Sinnliches auf der Haut - und unter der Haut?
Was geht unter die Haut? Ist es nur die piksende Spritze, die mir eine Dame mit orangefarbenem Haar und neulich in den Oberarm drückte? Waren es die sehnsüchtigen Mandelaugen shoppender Prinzessinnen, die mir einstmals bei Harrods begegneten?

Seien wir ehrlich: Jede sinnliche Begegnung kann unter die Haut gehen – dazu muss nichts in den Körper eindringen. Erinnert euch mal an die Verwirrung, die durch euren Körper rieselte wie flüssiges Feuer. Gut, das war die Natur, die ihre Drogen nutzte, um zu sagen: „Los, trau dich! Manch doch endlich, was Erwachsene tun…!“ Aber es war eben auch das sanfte Zittern, dass die Wirbelsäule in Schwingungen versetzte, um später das zu erobern, was man das „Urogenitalsystem“ nennt. Da zirpte es und zuckte, und da wurden Organe gereizt, von denen wir zuvor gar nicht wussten, dass sie in uns existierten. Und dann diese seltsamen Beben, die plötzlich in uns explodierten, und von denen wir zu Beginn nicht einmal die Namen kannten.

Wenn Gefühle einen Namen bekommen, ändern sie sich

Was im Inneren vorgeht, was also unsere Adern erhitzt und unsere Nerven elektrisiert, ist eine sinnliche Erschütterung – am Anfang oft so sehr, dass wir glauben, unsere Sinne würden schwinden.

Nach und nach gehen die seltsamen Gefühle in unser Gedächtnis über. Wir lernen, wo sie wirken, wie sie wirken und dass sie „Orgasmen“ oder „Ejakulationen“ genannt werden.

Über die Gefühle, die von unserem Reptiliengehirn oder dem Zwischenhirn ausgehen und keinen Namen tragen, denke ich seit Langem nach. Denn sobald sie ihren Namen bekommen haben, sind sie „ein Gefühl“, dass sich katalogisieren lässt. Und sobald es in den Katalog aufgenommen wurde, wird es in gewisser Weise „entindividualisiert“. Das heißt, dass wir ab diesem Zeitpunkt sagen: „Ich verschaffe mir einen Orgasmus“ oder „ich bekomme einen Orgasmus“.

Der Name ist nur ein Name, das Gefühl bliebt aber ein Gefühl

Die Frage wäre allerdings: Was fühlen wir wirklich? Denn genau das passiert, wenn der Name vergeben ist. Selbstverständlich gilt dies auch für andere „Katalog-Begriffe“. Wer behauptet „Ich bin ein Sub“, der sagt, was er zu sein meint, aber nicht, was er dabei empfindet. Das bedeutet nun aber, dass er oder sie niemandem außerhalb der Szene erklären kann, was in einem „Sub“ vorgeht. Denn diese oder dieser fällt ja bereits in den Topf „Sadomaso“ und dabei auf die „Maso“-Seite. Und von „diesen Leuten weiß man ja, was sie wollen.“

Das ist natürlich engstirnig gedacht. Und es ist völlig falsch, wenn man versucht, die Gefühle einzuschätzen.

Wem die Geschichte mit dem „Maso“ befremdlich erscheint, der mag sich mit der Floskel “Ich liebe dich“ beschäftigen. Sie enthält keinerlei konkrete Gefühle, sondern nur eine recht dürftige Botschaft, den anderen irgendwie zu mögen. Oftmals ist der Satz aber auch ein Appell, um eine ähnliche Botschaft vom Partner zu empfangen: „Ja ich liebe dich auch.“

Und du? Was denkst Du darüber?

Die Frage ist, ob wir uns mit solchen „Plattheiten“ über Gefühle zufriedengeben sollten. Müssten wir nicht wenigstens für uns selbst ganze Sätze formulieren können, um unsere Gefühle zu beschreiben?

Genau an diesem Thema arbeite ich derzeit. Wer Interesse am Thema hat, möge sich bei mir melden.

Bild: Liebesverlag-Archiv.

Fünfzig Jahre sexuelle Befreiung

Das Wort "Teenager" und das verwendete Bild - typisch für konservatives Denken
Ein genaues Datum für den Start der sexuellen Befreiungsbewegung steht nicht fest. Wir können sie aber auf die frühen 1970er-Jahre datieren – und deshalb schreibe ich: „Fünfzig Jahre sexuelle Befreiung“. In Deutschland lässt sich die Zeit insoweit gut einkreisen, als 1970 die „rororo sexologie“ erschien.

Befreiungsbewegungen aller Art gegen die konservativen Betonköpfe

Getragen wurde sie von einer globalen Befreiungsbewegung, die die von den USA ausging. Sie entstand aus vielen Einzelbewegungen, die sich alle als „jugendlich“, „progressiv“ und „emanzipatorisch“ verstanden. Dazu gehörte die Schwulenbewegung, die Frauenbewegung sowie der Ruf nach „Freiheit Jetzt“ unter den Afroamerikanern. Ich persönlich kannte viele Menschen in der „Patientenbewegung“, die mehr Aufklärung von Ärzten forderte. Die letzte der Gruppen, die sich zaghaft hervorwagten, waren sogenannte Masochisten, die ihre Befreiung mithilfe der Eulenspiegel-Society erkämpften.

In Deutschland wurde von ultra-konservativen klerikalen und politischen Kräften behauptet, die ganze Bewegung sei eine Folge der sogenannten „1968er-Revolution“. (1) Es war nicht nur eine Fehleinschätzung, sondern diente – und dient weiterhin – der Falschinformation.

Ruhm und Graswurzelarbeit

Die sexuelle Revolution wurde von vielen Namen getragen – solche, die Bücher schrieben und damit berühmt wurden und vielen anderen. Der Grundsatz war für alle gleich: Lieben zu können, wie es einem gefiel. Dazu sagte der Underground-Autor Jim Haynes in „Hello, I Love You!” (2):

Liebe heißt für mich: „Ich respektiere dich, ich mag dich, ich würde gerne meinen Körper, meine Energie, meine Zeit, mein Leben mit dir teilen.
(Jim Haynes in „Hello, I Love You!”)

Probleme mit Gruppen- und Einzelinteressen

Wie in allen Reformbewegungen, so gab es auch in dieser nicht eine einzige Richtung. Die Befreiung von lustvollem Sex aus der Schmuddelecke war zwar das übergeordnete Ziel, aber viele der Beteiligten verfolgten auch Gruppen- und Einzelinteressen. Aus vielerlei Gründen vermeide ich, hier die Namen zu nennen.

Der falsche Guru - aber die richtigen Konzepte

Als problematisch erwies sich von Anfang an, dass man sich auf einen fragwürdigen, aber sehr eingängigen Guru berief: Wilhelm Reich. Jener hatte 1927 „Die Funktion des Orgasmus“ verfasst (3). Das Prinzip, das er dabei angeblich „entdeckt“ hatte, war eher eine Art wissenschaftliche Utopie, denn die Energie, die Reich „nachweisen“ wollte, (Orgon-Energie) existiert nicht. (4) Gleichwohl hat die befreite, sinnliche erfüllte Sexualität einen beachtlichen Einfluss auf das gesamte Wohlbefinden.

Und ... was wurde daraus?

Was waren die Ziele? Und wurden sie erreicht? Was hat sich bewährt, was ist „Mainstream“ geworden? Und wo musste man zurückstecken?

Dies alles will ich im April mit euch diskutieren – sofern ihr zur Diskussion bereit seid. Denn manche kühne Theorie der 1920er und 1970er-Jahre musste später verworfen werden. Und heute wie damals werden Theorien missbraucht, um sich selbst oder ein Gruppenanliegen in den Vordergrund zu rücken. Ob Neurosenschwemme, die Syndrom-Welle, die Psychologisierung des Lebens – das Monster „Sucht nach Ruhm“ findet immer Nahrung. Doch all dies hat nun so gar nichts mit der Freiheit zu tun, nichts mit der Liebe und nichts mit den lustvollen Begierden.

Menschen aller Lebensalter - wie habt ihr diese 50 Jahre erlebt?

Die Protagonisten der Bewegung – egal, auf welcher Seite und für wessen Rechte sie kämpften - sind heute zwischen 70 und 90 Jahre alt – und manche sind inzwischen verstorben. Es wird Zeit, das verbliebene Wissen zu retten.

Doch nicht nur sie sind gefragt. Diejenigen, die auskosten konnte, was „über den Daumen gepeilt“ 1970 begann, waren vor allem die Frauen und Männer, die zwischen 1980 und 1990 ihre Lust ausleben konnten, wie sie wollten. Und doch gab es auch im neuen Jahrtausend Widerstände gegen Menschen, die sich als „anders“ herausstellten.

(1) Die Gleichsetzung von "1968-ern" und der "Sexuellen Revolution" wird selbst in wohlmeinenden Artikeln immer wieder hervorgehoben.
(2) Zitat aus dem gleichnamigen Buch, 1974 (englisch, 1975 (französisch) und 1979 deutsch.
(3) Die "Funktion des Orgasmus" erschien als Reprint des Buches von 1942 in einer Neuauflage (deutsch) 1969 bei K & W.
(4) Die meist verwendete Formulierung "fand keine Anerkennung" ist eine höfliche Umschreibung dafür, dass sie niemals bewiesen werden konnte.

Bild: Archiv "Museum für Verhütung"

Was will eigentlich die Schlampe in dir?

Eine Schlampe darstellen oder eine sein?
Dies ist ein Essay, das auf Blogbeiträgen beruht, die wir (bis auf das Zitat) nicht nennen. Isidora hat alles recherchiert, aufgenommen, ergänzt, neutralisiert und in diese Form gebracht.

Die „höheren Töchter“ Frauen des 19. Jahrhunderts waren erotisch beseelt, aber es wäre ihnen nicht in den Sinn gekommen, ihre Sexualität als Potenzial einzusetzen.

Im Gegensatz dazu versucht die moderne Frau, ihre Sexualität liebevoll anzunehmen und auch einzusetzen. Und doch sitzt immer ein Elefant im Raum, wenn darüber gesprochen wird. Er heißt „Schamhaft“ und er ist darauf dressiert, solange zu warten, bis ihn zärtliche Hände berühren.

Die Rituale ... Lust nach Rezept

Dazu haben wir ein hübsches Zitat gefunden:

Er möchte, dass du einen Orgasmus hast … er wird deine Brüste und deinen Hintern streicheln. Nicht wahr, das ist „schön“? So soll eine Frau sein, die sich anpasst. Sie kann diesen Sex häufig mit ihrem Partner haben. Sie kann dies wirklich haben, auch wenn sie nicht verheiratet ist.

Sie muss den Sex nicht genießen. Sie muss nur bereit sein und sich hingeben. Sie hat es so erlernt: ein hübsches Vorspiel, dabei möglichst feucht zu werden und dann seinen Penis aufzunehmen.

Die Schlampe : Äußerlich beschimpft, innerlich bewundert

Eine Frau, die sich ihres Körpers und ihrer Gefühle bewusst ist, hat ideale Voraussetzungen – und bevor ihr ergänzt … „für Männer“ fragt euch doch einmal, wie das alles bei euch selbst war. Oder ist. Was würden deine Freundinnen oder Kränzchendamen sagen, wenn du ihnen sagst, dass du mehrere parallele Affären mit Männern und auch einige mit Frauen hattest? Und dass du jede Sekunde davon schamlos genossen hast?

Sie würden dich innerlich bewundern und äußerlich verachten. Und sie würden dich als „Schlampe“ bezeichnen – die Frauen, deine Freundinnen und deine engen Bekannten.

Der Weg zur Schlampe: Sex isolieren, Scham ablegen

Wenn du den anderen Weg gegangen bist, hast du schon in jungen Jahren versucht, den Geheimnisse der Lust auf die Spur zu kommen. Du hast herausgefunden, wie dich Männer und Frauen berühren, und welche Lüste da dabei empfunden hast. Eine deiner wichtigen Entscheidungen war, Sex, Liebe und Beziehung zu trennen, wenn es um Diene Lüste ging. Die zweite, nicht minder wichtige Entscheidung war, wirklich schamlos zu sein. Nicht moralisch, nur sexuell. Du wolltest den Sex nicht im Umfeld anderer Bedürfnisse. Wenn du Sex wolltest, wolltest du Wollust, das „rein fleischliche Vergnügen“, wie es der Pfarrer nenne würde.

Bei all deinen Partnern und Partnerinnen hast du etwas gelernt. Etwas sehr Einfaches, nämlich die meiste Lust zu erzielen, die dabei zu haben war. Du hast die Romantik sinnlicher Hände kennengelernt, die Düfte und den Geschmack erhitzter Körper, harten und sanften Sex, erotische Fetische und klatschende Schläge. Du hast verführt und dich verführen lassen. Und das alles war gut für dich und deine Partnerinnen und Partner.

Warum du keine Schlampe bist, egal, was die Leute sagen

Und was bist du nun?

Eine Schlampe? Nein, eine Frau mit der Erfahrung, von allem gekostet zu haben und durch nichts verdorben worden zu sein.

Du hast Grenzen überwunden, soziale, ethnische und emotionale. Niemand zwang dich, und du hast niemanden gezwungen. Ethisch bist du ein reiner Engel, egal, was andere von dir denken.

Wer dich für „pervers“ hält, sollte sich hüten. Denn die eigentliche Perversion ist die Verleugnung der Lust.

Zitat von Zara Everly aus einem Blog-Artikel. Grafik nach eiem Foto aus den 1930 Jahren