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Gibt es weibliche Sadisten?

Der Masochist, die Sadistin - zwei Illusionen kommen zusammen
Nach Meinung von Feministinnen sind es die Männer, die Frauen sadistische Züge zuschreiben. Ein Beispiel dafür ist die Gräfin Báthory, bekannt als die „Blutgräfin“, die - zu Recht oder Unrecht - bezichtigt wurde, junge Frauen aus Lust gefoltert und getötet zu haben. Insgesamt soll es sich um bis zu 50 junge Frauen gehandelt haben, die durch ihre Hand oder die ihrer Bediensteten gefoltert oder getötet wurden.

Im Nachhinein gab es viele Versuche, die historische Gräfin Báthory „reinzuwaschen“, weil man annahm, dass sie einer männlich geführten Intrige zum Opfer fiel. Dagegen sprechen allerdings die Prozessakten. Erstaunlicherweise wurde die Gräfin auch nicht zum Tode, sonder nur zum Hausarrest verurteilt, und auch ihr Vermögen wurde nicht konfisziert.

Den Tod durch den Henker fanden - eine Ironie der Geschichte - nur ihre Bediensteten. Zitat:

Dorothea und Helena wurden ... lebendig verbrannt. (Ihr Hausmeister) Johannes wurde geköpft, seine Leiche auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Kaum Quellen für den weiblichen Sadismus
Wer nach weiblichem Sadismus sucht, findet dafür kaum Quellen, was zwei Gründe haben kann: Entweder sind Frauen aufgrund ihrer Natur, Veranlagung oder Erziehung nicht sadistisch veranlagt, oder aber, dass sie ihren Sadismus „deckeln“, sodass er nicht offenkundig wird.

"Weiber zu Hyänen" und forensische Psychiatrie

Gut, auch der forensische Psychiater Krafft-Ebing will wissen, dass der Sadismus beim Mann die häufigste Perversion sei, dass sie aber beim Weibe durchaus ebenfalls gelegentlich vorkomme. Er schreibt (S. 102).

Gleichwohl kommt Sadismus des Weibes vor und lässt sich recht wohl aus dem ersten kontinuitiven Element des Sadismus, der allgemeinen Übererregung der motorischen Sphäre erklären.

Ich denke, ihr geht mit mir einig: Das kling nicht ganz logisch. Ein klein wenig deutlicher wird das schon Friedrich Schiller, der durchaus „Weiber zu Hyänen“ werden lässt, die „mit Entsetzen Scherz treiben“. Gut, der Herr Schiller war kein Psychiater, aber was bedeutet nun seine Beobachtung? Ist es abermals die männliche Zuweisung an die Frau, nicht alle Tassen im Schrank zu haben?

Sadistische Frauen - kein einheitliches Bild bei "Fachleuten"

Über sadistische Frauen konnte ich erfahren:

Das Zufügen von Schmerz und Betteln der Opfer verleiht ihrem Selbstwertgefühl Flügel.

Dies alles gilt, wie unschwer zu erkennen ist, unter dem Gesichtspunkt der Psychiatrie. Doch was ist mit dem sexuell motivierten Sadismus? Ein Medizinprofessor schreibt:

Bei einigen sind es sexuelle Motive und weniger Menschenverachtung oder Habgier. Wenn es während einer solchen Handlung zu sexueller Erregung und Orgasmus kommt, spricht man in Expertenkreisen von einer Paraphilie des sexuellen Sadismus.

Sollten wie uns auf die „Expertenkreise“ einlassen? Müssen wir davon ausgehen, dass Frauen, die erotisch-sadistische Neigungen oder Gedanken haben, bereits zu jenen zählen, die aus der Gesellschaft abgekippt sind und ein Randsiedlerdasein führen? Oder ist es generell verwerflicher, Lüste aus sadistischen Handlungen zu beziehen als an diesen Handlungen zu verzweifeln?

Alles im "kriminellen Bereich"?

Wir wissen nur eines: So weit es sich um Kriminalität handelt, agieren Frauen eher in Gruppen als alleine, und sie trinken sich zuvor keinen Mut an. Diese Beobachtungen stammen allerdings von typischen „Sexualstraftäterinnen“, also nicht von jenen, die aus der Lust am Quälen entsprechend veranlagte Partner suchen.

Echte Sadistinnen sind im Grunde nirgendwo willkommen. Das „echt“ bezieht sich darauf, dass sie Männer (aber auch Frauen) quälen, um daraus psychische Befriedung zu erzielen, ohne die Bedürfnisse des anderen zu beachten. Auf einschlägigen Webseiten behaupten sie, selber „bizarre Wünsche“ zu haben und ihren Sadismus an „männlichen Opfern auszuleben.“ In der jüngeren Literatur dürfte vor allem der Roman von Gigi Martin („Die Herrin“) zu nennen sein, in dem eine ungewöhnlich sadistische Amateurin geschildert wird, die einen ihr völlig ergebenen Sklaven in den Ruin treibt.

Frauen: Im Traum oft dominant, dann und wann auch sadistisch

Realität, Fantasien und erotisch Träume klaffen bei erotischen Sadistinnen weit auseinander. Die Träume sind keinesfalls selten (was auch den Erfolg des Romans zu erklären vermag) aber sie wandeln sich selten in Realitäten. Das geht auch aus Zahlen hervor, die wir kennen: Die sexuelle Vorherrschaft strebt gut die Hälfte der Frauen in ihren Träumen an, aktive sadistische Fantasien hat etwa ein Viertel.

Die Rolle der vermeintlichen Sadistin

Es mag durchaus ein, dass eine Frau, die sich in die Rolle der erotischen Sadistin begibt, diese Rolle verinnerlichen kann. In diesen Fällen könnte sie die Macht über ihre vermeintlichen „Opfer“ durchaus genießen. Wie war das noch? Das Selbstwertgefühl mancher Menschen steigt offenbar dann an, wenn sie es schaffen, andere zu erniedrigen.

Doch eine Rolle ist eine Rolle, ist eine Rolle. Fällt sie von den Frauen ab, die sie spielen, so kleben sie wieder an der Realität. Und die ist oft nicht so rosig, wie es uns die Domina-Webseiten vermitteln wollen. Denn nach der „Sitzung“ erwartet die Domina, sei sie als Amateurin oder beruflich unterwegs, ein Leben, in dem Sadismus keinen Platz hat.

Zitate:

Wikipedia zu Bathory.
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis, Printausgabe.
Sigrun Roßmanith, in einem Interview mit Vice sowie aus verschiedenen Untersuchungen.
Psychosoziale Gesundheit, wissenschaftliche Abhandlung (pdf) .

August der Keusche

Klassische "Onanierbandage" eines Dresdner Herstellers, etwa 1910.
Kaum hatten wir unseren Artikel über die „FLD“ recherchiert und veröffentlicht, da wurden wir von dem ungeheuren Angebot an „Male Chastity Devices“ überschwemmt. Unser alter Freund Gramse hat sich informiert und am Ende beschlossen, auf keinen Fall dem Gebiss der Kali zu verfallen. Leser(innen) mit einem schwachen Nervenkostüm sollten diesen Artikel meiden.

Wie der Mann "keuschgehalten" wird

Wie ihr vielleicht wisst, gehen alle Ideen zur männlichen Keuschheit darauf zurück, dass der Penis keine Chance hat, aus einer Umhüllung zu entweichen, die ihm zum Zweck der Keuschhaltung übergestülpt wurden. Ursprünglich sollten Jünglinge am Masturbieren gehindert werden - doch nach und nach wurde es in BDSM-Kreisen populär. Zumeist handelte es sich um Peniskäfige, die durch die Art ihrer Befestigung und ihrer Wirkungsweise sowohl das Masturbieren wie auch das Fremdgehen verhindern sollten.

Die exquisiten Lustverhinderer haben Zähne

Mittlerweile ist (wieder überwiegend in BDSM-Kreisen) ein Hang zum exklusiven und betont schmerzhaften Luxus-Masturbationsverhinderer eingezogen. Die Idee beruht darauf, dass der Penis nicht eingesperrt, sondern dessen Träger sofort durch heftige Schmerzen bestraft wird, sobald er eine Erektion bekommt. Sie laufen unter Namen wie „Zähne der Kali“ und werden in „mild“, „normal“ und und „extrem“ eingeteilt - je nach Art und Beschaffenheit der verwendeten „Zähne“. Wir hörten sogar von Konstruktionen, die eine Folterfantasie des 19. Jahrhunderts wieder aufgriffen: „Die eiserne Jungfrau“ für den Penis.

Die Monate der Verweigerung

Schon entsetzt? Das ist dein gutes Recht. Neben echt „gestandenen Männern“, die diese Prozedur in Kauf nehmen, sind es vor allem sogenannte „Sissys“, die darüber reden.

Wir fanden etwas Lustiges daran. Eine Bloggerin nennt die Monatsnamen, die sich für den Beginn männlicher Keuschheit eignen (1):

Lockgust.
Chestember
Locktober.
Nocumber.
Denycember.


Na schön, da könnte man noch ein paar hinzufügen, vielleicht gar alle zwölf Monatsnamen? Den esrten könnte man ja "Neinuar" nennen ... aber weiter reichte meien Fantasie nicht.

Keusch werden als Ziel ... nicht ganz, aber ...

„Warum sollte es ein Mann tun?“, werdet ihr euch fragen.

Und da haben wir schon die Antwort:

Dies ist die beste Zeit, um mit der mentalen Konditionierung zu beginnen, die dein Leben verändern wird. Du wirst lernen, die Kontrolle über deine schmutzigen Triebe zu bekommen . Sobald du aufhörst, mit dem überflüssigen Ding zu spielen, dass zwischen deinen Beinen baumelt, wird sich dein Leben verändern.


Oh schreck - überflüssig. Na schön, ich bin ja keine Sissy. und unterm kurzen Rock und in feinen Seidenpants ist es wirklich besser, wenn du keine Erektion hast. Unterm Schottenrock übrigens auch. Ich weiß aber nicht, wie männliche Schotten ihre Erektionen verhindern, wenn sie einen Schottenrock tragen.

Der Verschluß - Schlüssel zu einem unbeschwerten Leben?

Aber auch ich werde belehrt :

Der Schlüssel zu deinem neuen Leben besteht darin, endlich zu begreifen, dass diene Ejakulationen nicht wichtig sind. Tatsächlich wirst du bald merken, wie gut es dir tut, keine Zeit und Energie mehr auf deine egoistische Selbstbefriedigung zu verwenden. Sobald du gelernt hast, dich darauf zu konzentrieren, wie die Frauen zum Orgasmus bringst, wirst du auch lernen, wie du selbst etwas fühlen kannst, was sonst nur Frauen fühlen.

Ich ahne, was die Dame damit meint - und beschließe, weder August der Keusche zu werden noch zur sanften udn devote Augustine zu mutieren. „Eigentlich würdest du dich ganz gut eignen, einen kurzen Rock zu tragen“, hatte Hannelore mal gesagt - aber damals war ich noch schlank und schön. Und jetzt? Frag mich nicht - so wahr ich Gramse heiße.

(1) Wegen der optischen Inhalte ist es und unmöglich, auf die Quelle zu verlinken.
Bild: Aus dem Katalog von Carl Wendschuch, Dresden, Fabrikant chirurgischer Instrumente, Bandagen und anderen Medizinprodukten, etwa 1910


Übersetzt etwa:

Schließgust.
Keuschtember
Schließtober.
Niekommtember.
Weigerzember.


Gramse bleibt Gramse - immer spitzfinidg und selbsvertständlich völlig "daneben".

Weiblich geführte Beziehungen - wie ein Begriff aufkam und versank

Was würdest du für ein Leckerli tun?
Die „weiblich geführte Beziehung“, englisch auch „Female Led Relationship“ genannt, war lange Zeit ein Lieblingsthema bestimmter Blogs.

Was ist FLR aus der Sicht der Autoren?

Worum ging es dabei? Moderat ausgedrückt, wollen es die Protagonistinnen so sehen (1):

Eine Form des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau, in der die Frau die Gestaltungshoheit über zentrale Punkte der Partnerschaft an sich und das Ausleben der gemeinsamen Sexualität hat.

Diese verklausulierte Definition verschweigt, dass es im Wesentlichen darum ging, den Mann über seine ungestüme Sexualität zu beherrschen, oder in verkürzter Form (2).

Hast du den Mann beim Schwanz, hast du ihn ganz.

Dabei wurden Methoden propagiert, die bereits bewährt waren. Zunächst wurde der Preis für den Geschlechtsakt schrittweise erhöht: Die Frau machte den Zugang zu ihren Genitalien vom Wohlverhalten des Mannes abhängig, oder einfach: Sie ließ ihn nur noch „ran“, wenn er brav war. Sodann wurden andere Strafen oder Einschränkungen der Freiheit eingeführt, die den Mann ans Haus banden. Schließlich wurden „Keuschheitsgeschirre“ für Männer propagiert, die zufällige Erektionen, Masturbation und Fremdgehen verhindern sollten. Zusätzlich wurde angeregt, Männer auf unterschidliche Arten zu bestrafen, wenn das Lockmittel „Muschigenuss“ nicht mehr zur Disziplinierung ausreichte.

Keuschhaltung und andere FLR-Mythen

Den moderaten Erklärungspfad verlassend, schreibt beispielsweise VICE (3), was tatsächlich dahintersteht: Eine Beziehung, die durch BDSM-Ideologie geprägt wird:

Bei Nichteinhalten der vereinbarten Regeln und Pflichten ist zum Beispiel körperliche Züchtigung wie etwa Spanking, aber auch Keuschhaltung, Orgasmus-Kontrolle … oder die Verweigerung von Geschlechtsverkehr bei gleichzeitiger Einforderung sexueller Dienstleistungen seitens der Frau denkbar.

Mit der „Keuschhaltung“ des Mannes wurde mancher weibliche Nerv getroffen und manche dominante Fantasie freigesetzt – vor allem aber witterten die Hersteller „männlicher Keuschheitsgeschirre“ Morgenluft. Sie wurden massenhaft hergestellt, bestanden aus billigem Kunststoff, und wurden damals zu horrend hohen Preisen verkauft. Heute sind sie eher preiswert (etwa 12 Euro) und werden auch außerhalb von FLR-Beziehungen als Sex-Toys eingesetzt.

Lexika halten dne Begriff "FLR" für willkürlich

Männliche Untewerfuings-Fantasien sind keine Realitäten
Die offiziellen Lexika, unter anderem sogar Wikipedia, haben die einseitigen und ideologisch geprägten Definitionen längst aufgegeben. Wer im deutschen Wikipedia nach der „FLR“ sucht landet bei der „Female Supremacy“, abgekürzt „Femdom“, und ist damit bereits mitten in der BDSM-Szene. Im englischen Wikipedia kommt man über einen Zwischenschritt zu „Interpersonellen Beziehungen“ und damit weit ab von der Ideologie. Das von der Liebeszeitung betriebene „Lexikon der Lust“ deckte schon früh die Manipulation auf, die sich hinter dem Wort FLR verbirgt.

Die Hersrchaft durch Manipulation und "Machtumkehrung"

Kommen wir zum Kern: Das Gerede über „weiblich geführte Beziehungen“ ist schon deshalb zurückgegangen, weil Frauen heute nicht mehr durch Manipulation herrschen, sondern durch die eigene Macht, das eigene Einkommen und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Die „Umkehr der Macht“, die am Anfang mit Blick auf die Emanzipationsbewegung behauptet wurde, ist daher weitgehend uninteressant geworden. Wer die Beziehung auf welchen Teilgebieten führt, ist immer noch problematisch, wird aber meist zwischen den Partnern verhandelt.

Menschen herrschen auch jenseits von Manipulation

Trifft eine Frau auf einen eher unterwürfigen Mann, so wird sie ihre Macht auch ohne Manipulation und andere Hilfsmittel nutzen, um die eignen Interessen in den Vordergrund zu rücken. Das Gleiche trifft auch zu, wenn eine machtvolle Frau mit einer eher unterwürfigen Partnerin zusammenlebt.

Zweifel am Charakter der Frauen, die Sex gegen Wohlverhalten tauschen

Man kann durchaus sagen, dass eine Frau, die sexuelle und andere erotische Gefälligkeiten unmittelbar von Gegenleistungen abhängig macht, den Charakter einer Prostituierten hat. Selbst in Beziehungen, die deutlich „weiblich geführt“ werden, gilt dies als unseriös.

Das Fazit: FLR ist eine Idelogie - und manchmal ein Wunschtraum

Und insofern ist die „FLR“ heute eher ein Männertraum, der in Masturbationsfantasien gelebt wird, als die Realität, unter der Menschen tatsächlich leben wollen.

Was bleibt, ist dies: Der eher unterwürfige Mann, der eine schöne, begehrenswerte und in jeder Hinsicht erfolgreiche Frau hat, wird eher zurückstecken als eine Scheidung riskieren. Aber das hat im Grunde nichts mit einer „FLR“ zu tun.

(1) Steinhaus, Blog und Buch, auch in VICE.
(2) van Leuwen
(3) VICE

Bilder
Oben: aus "Die Prizessin Sonia" von Anonymous, ca. 1930.
Mitte: Lider konnte ich keine Quelle feststellen.

Darf die Frau „oben“ liegen?

Historische Grafik von Édouard-Henri Avril, aufgehellt, ca. 1906
Darf die Frau oben liegen? Und falls sie nicht liegen will, darf sie den Mann „reiten“? Und auch das noch: was, wenn sie ihm den Rücken dabei zuwendet? Ist das noch toller oder ganz und gar pervers?

Wenn der Brite von einer Begegnung in „Biblischer Art“ spricht, meint er, dass ein Penis in eine Vagina gelangt. Dabei wird automatisch vorausgesetzt, dass die Frau „unter den Mann“ liegt. Wer gebildet sein will, weiß auch noch, dass es darüber eine Legende gibt: Eigentlich war Adam ja mit einer „ebenbürtigen Frau“ zusammen. Nach einer bekannten Legende nannte man sie Lilith, eine Frau, die einst (wie Adam) aus einem Erdklumpen geformt wurde. Bei deren Schöpfung soll es allerdings „handwerkliche Probleme“ in Form von Verunreinigungen gegeben haben, weshalb die nämliche Lilith das Bedürfnis entwickelte, „oben zu liegen“. Soweit die Legende, die oftmals erzählt wird. Adams „zweite“ Frau wurde bekanntlich nicht aus Lehm geschaffen und dann behaucht, sondern entstand auf andere Art.

Seither jedenfalls, Legende hin, Legende her – gilt es als eigenartig, wenn die Frau einen Mann „reitet“. Zumal sie dann auch noch das Tempo und die Intensität bestimmt, während der Mann seinen Penis nur „hinhält“.

Ein Lexikon beschreibt dies wenig blumig so (Text angepasst):

Die Position, die am häufigsten mit der „Frau oben in Verbindung gebracht wird, wird oft als Cowgirl oder Reitposition bezeichnet. Der Name leitet sich vom Bild der Frau ab, die den Mann "reitet", wenn eine Rinderhirt (Cowgirl) auf einem bockenden Pferd reitet. (Allerdings) liegt der Mann normalerweise mit geschlossenen Beinen auf dem Rücken, während die Partnerin in einer knienden Position die Schenkel über ihm grätscht. Ihr Körper kann dabei sowohl nach vorne wie nach hinten zeigen.


Rücken oder Brüste zeigen?
Historischer Kupferstich - mit dem Rücken zum Partner

Zeigt der Körper nach vorne in Richtung des Mannes, so ist die optische Reizung größer, und zudem wird die Kommunikation nicht eingeschränkt. Wendet die Frau hingegen ihren Körper ab, so signalisiert sie, dass sie jetzt keinen anderen Kontakt als den der Sexualorgane wünscht.

Meist wird die Frau, die den Mann „reitet“, sich ihm zuwenden wollen. Sie hat dann den Vorteil, durch Körpersprache festzustellen wann der Mann voraussichtlich „kommen“ wird und dies möglicherweise noch verhindern. So kann sie den Geschlechtsakt verlängern. Zudem kann sie Rhythmus und Tempo jederzeit kontrollieren und ihren Bedürfnissen anpassen. Sie kann sogar weitere Stimulationen einsetzen, um sicher zum Orgasmus zu kommen.

Funktioniert der tolle Ritt auf ihm?

Oh, das funktionierte nicht? Zahllose Frauenzeitschriften und Frauenforen haben über Vor- und Nachteile berichtet, und als wichtigster Tipp kann ganz allgemein empfohlen werden: Kannst du sein Gesicht sehen, so hast du mehr Kontrolle, es ist ungefährlicher und wahrscheinlicher, dass du dein Vergnügen dabei findest. Tipp zwei: Versuch nicht die extremen Positionen, die du vielleicht mal in Filmchen gesehen hast, sondern versuch einfach, deinen Liebhaber etwas abgestützt zu reiten. Die „umgekehrte“ Version erzeugt bei ihm und bei dir etwas abweichende Gefühle, und du brauchst etwas Erfahrung.

Männer, die nur PiV kennen, sind verunsichert

Was wir sicher wissen: Männer sind bei der Variante PiV nicht gewohnt, passiv zu sein. Ihr Unterleib will ständig „bocken“. Da ist nicht gut, weil es keinem von euch beiden wirkliche Lust bereitet. Wenn du ein Mann bist: Blieb ruhig, sie macht das schon. Und wenn du eine Frau bist: Sorg dich wirklich um „Bewegung“. Das erfordert möglicherweise zuerst ein wenig mehr Anstrengung, nützt dir aber auf Dauer, weil du ja die Kontrolle behältst.

Hier nun unsere Antwort auf die Frage:

Wenn die Frau beim Sex „von oben kommt“ können beide Partner neue, erregende Lüste verspüren. „Oben liegen“ ist jedoch nicht so sinnvoll wie „über ihm zu knien“ oder sich jedenfalls abzustützen. Üblich ist, ihm dabei ins Gesicht sehen zu können. Die Version „Reverse Cowgirl“ (mit dem Rücken zu ihm knien) erfordert Erfahrung und „fühlt sich anders an“, weil die gesamte Prozedur auf die Genitalien beschränkt ist. Das kann gewollt sein und ist dann auch sehr erregend, wie wir hörten.

Hinweis: Die Grafiken wurden retuschiert.

Frauen warten darauf, verführt zu werden - Männer verführen?

Männer reagieren auch auf verborgene Zeichen ...
Ich bin gerade dabei ein altes Klischee aufzubereiten, und meine Leser(innen) könnten mich dabei etwas unterstützen – das denke ich jedenfalls.

Es geht darum, ob Männer immer verführen und Frauen immer verführt werden wollen.

Das gängige Klischee fand ich neulich in dieser Schilderung (1):

Ich bin befangen in dem Vorurteil, dass Männer automatisch Lust auf Frauen bekommen. Und wenn sie aktiv verführen wollen, so bevorzugen sie oft naive, unschuldige junge Frauen. Doch was tun Frauen? Wir möchten doch lieber mit jemandem zusammen sein, der sexuelle Erfahrung besitzt und uns mit seinen Fähigkeiten zum Orgasmus bringt. Ich fühle mich hingegen überfordert, dies zu tun. Egal, ob es sich um einen Mann handelt oder um eine Frau. Ich würde es so gerne mit einer Frau versuchen, aber ich bin viel zu schüchtern, es zu versuchen.

Ist es nur ein Klischee, ein Stereotyp, eine Annahme?

Es gibt nach Hunderten zählenden Büchern und Tausende von Internet-Beiträgen, „Wie man eine Frau verführt“. Leider werden Frauen dabei oft als „Objekte“ angesehen, die „flachgelegt“ werden müssen.

Doch wie viele Bücher, Kurse und Internetseiten gibt es darüber, wie Frauen Männer verführen können? Oder wie Frauen andere Frauen verführen können?

Der verführte Verführer

Ich habe vor einiger Zeit mit einer Frau gesprochen, und sie sagte mir, es sei ganz einfach: „Lass den Mann denken, er verführt dich – dann hast du ihn schon verführt.“ Sie war sich ihrer Attraktivität bewusst, offen für Begegnungen und in mittleren Jahren – drei gute Voraussetzungen für die „reife Verführerin.“

Was aber, wenn das nicht klappt, und sich der Mann sich als resistent gegen spontane Begierden erweist? Auch da war das Rezept einfach: aggressiv flirten, zufälligen Hautkontakt herstellen oder etwas mehr Haut zeigen, als schicklich ist. Und in letzter Konsequenz: den Mann „wie zufällig“ berühren. Wenn er nicht zurückzuckt, weiter machen. Irgendwann siegt seine Begierde.

Und wie verführt eine Frau eine andere Frau?

Wieder kann ich auf ein Gespräch zurückgreifen. Eine junge Frau, selbstbewusst, schlank, schön, durchaus feminin, aber mit einem kleinen Hang zum Burschikosen. Sie sagte mir, dass es sehr viele junge Frauen gäbe, die nur darauf warten würden von einer erfahrenen Frau „verführt“ zu werden. „Sie sind alle ein bisschen neugierig, das reicht.“ Ein bisschen neugierig? Ich erinnere mich an eine junge Frau, die mir von ihrem Herzklopfen berichtete, als sie in eine „einschlägige“ Bar ging. Die Frage, warum sie dies tat, war verblüffend einfach: „Weil ich neugierig darauf war, was mich erwartete.“

Neugierde, Nähe, Lust … die Gelegenheit, eine bereichernde, sinnlich und abenteuerliche Erfahrung zu machen – das reicht offenbar, um sich verführen zu lassen.

Ob Männer andere Männer verführen? Sicher ist, dass Männer so gut wie niemals darüber reden, warum sie sich darauf einließen, obgleich sie sich ganz und gar „heterosexuell“ fühlten.

Ist das ein Teil der Klischees, Männer ließen sich niemals von irgendjemandem verführen?

Wer etwas dazu zu sagen hat, der möge mir schreiben, mich auf Links hinweisen und alles, was sonst noch nützt.

(1) Die Schilderung wurde gekürzt und vereinfacht, um lesbarer zu bleiben.