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August der Keusche

Klassische "Onanierbandage" eines Dresdner Herstellers, etwa 1910.
Kaum hatten wir unseren Artikel über die „FLD“ recherchiert und veröffentlicht, da wurden wir von dem ungeheuren Angebot an „Male Chastity Devices“ überschwemmt. Unser alter Freund Gramse hat sich informiert und am Ende beschlossen, auf keinen Fall dem Gebiss der Kali zu verfallen. Leser(innen) mit einem schwachen Nervenkostüm sollten diesen Artikel meiden.

Wie der Mann "keuschgehalten" wird

Wie ihr vielleicht wisst, gehen alle Ideen zur männlichen Keuschheit darauf zurück, dass der Penis keine Chance hat, aus einer Umhüllung zu entweichen, die ihm zum Zweck der Keuschhaltung übergestülpt wurden. Ursprünglich sollten Jünglinge am Masturbieren gehindert werden - doch nach und nach wurde es in BDSM-Kreisen populär. Zumeist handelte es sich um Peniskäfige, die durch die Art ihrer Befestigung und ihrer Wirkungsweise sowohl das Masturbieren wie auch das Fremdgehen verhindern sollten.

Die exquisiten Lustverhinderer haben Zähne

Mittlerweile ist (wieder überwiegend in BDSM-Kreisen) ein Hang zum exklusiven und betont schmerzhaften Luxus-Masturbationsverhinderer eingezogen. Die Idee beruht darauf, dass der Penis nicht eingesperrt, sondern dessen Träger sofort durch heftige Schmerzen bestraft wird, sobald er eine Erektion bekommt. Sie laufen unter Namen wie „Zähne der Kali“ und werden in „mild“, „normal“ und und „extrem“ eingeteilt - je nach Art und Beschaffenheit der verwendeten „Zähne“. Wir hörten sogar von Konstruktionen, die eine Folterfantasie des 19. Jahrhunderts wieder aufgriffen: „Die eiserne Jungfrau“ für den Penis.

Die Monate der Verweigerung

Schon entsetzt? Das ist dein gutes Recht. Neben echt „gestandenen Männern“, die diese Prozedur in Kauf nehmen, sind es vor allem sogenannte „Sissys“, die darüber reden.

Wir fanden etwas Lustiges daran. Eine Bloggerin nennt die Monatsnamen, die sich für den Beginn männlicher Keuschheit eignen (1):

Lockgust.
Chestember
Locktober.
Nocumber.
Denycember.


Na schön, da könnte man noch ein paar hinzufügen, vielleicht gar alle zwölf Monatsnamen? Den esrten könnte man ja "Neinuar" nennen ... aber weiter reichte meien Fantasie nicht.

Keusch werden als Ziel ... nicht ganz, aber ...

„Warum sollte es ein Mann tun?“, werdet ihr euch fragen.

Und da haben wir schon die Antwort:

Dies ist die beste Zeit, um mit der mentalen Konditionierung zu beginnen, die dein Leben verändern wird. Du wirst lernen, die Kontrolle über deine schmutzigen Triebe zu bekommen . Sobald du aufhörst, mit dem überflüssigen Ding zu spielen, dass zwischen deinen Beinen baumelt, wird sich dein Leben verändern.


Oh schreck - überflüssig. Na schön, ich bin ja keine Sissy. und unterm kurzen Rock und in feinen Seidenpants ist es wirklich besser, wenn du keine Erektion hast. Unterm Schottenrock übrigens auch. Ich weiß aber nicht, wie männliche Schotten ihre Erektionen verhindern, wenn sie einen Schottenrock tragen.

Der Verschluß - Schlüssel zu einem unbeschwerten Leben?

Aber auch ich werde belehrt :

Der Schlüssel zu deinem neuen Leben besteht darin, endlich zu begreifen, dass diene Ejakulationen nicht wichtig sind. Tatsächlich wirst du bald merken, wie gut es dir tut, keine Zeit und Energie mehr auf deine egoistische Selbstbefriedigung zu verwenden. Sobald du gelernt hast, dich darauf zu konzentrieren, wie die Frauen zum Orgasmus bringst, wirst du auch lernen, wie du selbst etwas fühlen kannst, was sonst nur Frauen fühlen.

Ich ahne, was die Dame damit meint - und beschließe, weder August der Keusche zu werden noch zur sanften udn devote Augustine zu mutieren. „Eigentlich würdest du dich ganz gut eignen, einen kurzen Rock zu tragen“, hatte Hannelore mal gesagt - aber damals war ich noch schlank und schön. Und jetzt? Frag mich nicht - so wahr ich Gramse heiße.

(1) Wegen der optischen Inhalte ist es und unmöglich, auf die Quelle zu verlinken.
Bild: Aus dem Katalog von Carl Wendschuch, Dresden, Fabrikant chirurgischer Instrumente, Bandagen und anderen Medizinprodukten, etwa 1910


Übersetzt etwa:

Schließgust.
Keuschtember
Schließtober.
Niekommtember.
Weigerzember.


Gramse bleibt Gramse - immer spitzfinidg und selbsvertständlich völlig "daneben".

Weiblich geführte Beziehungen - wie ein Begriff aufkam und versank

Was würdest du für ein Leckerli tun?
Die „weiblich geführte Beziehung“, englisch auch „Female Led Relationship“ genannt, war lange Zeit ein Lieblingsthema bestimmter Blogs.

Was ist FLR aus der Sicht der Autoren?

Worum ging es dabei? Moderat ausgedrückt, wollen es die Protagonistinnen so sehen (1):

Eine Form des Zusammenlebens zwischen Mann und Frau, in der die Frau die Gestaltungshoheit über zentrale Punkte der Partnerschaft an sich und das Ausleben der gemeinsamen Sexualität hat.

Diese verklausulierte Definition verschweigt, dass es im Wesentlichen darum ging, den Mann über seine ungestüme Sexualität zu beherrschen, oder in verkürzter Form (2).

Hast du den Mann beim Schwanz, hast du ihn ganz.

Dabei wurden Methoden propagiert, die bereits bewährt waren. Zunächst wurde der Preis für den Geschlechtsakt schrittweise erhöht: Die Frau machte den Zugang zu ihren Genitalien vom Wohlverhalten des Mannes abhängig, oder einfach: Sie ließ ihn nur noch „ran“, wenn er brav war. Sodann wurden andere Strafen oder Einschränkungen der Freiheit eingeführt, die den Mann ans Haus banden. Schließlich wurden „Keuschheitsgeschirre“ für Männer propagiert, die zufällige Erektionen, Masturbation und Fremdgehen verhindern sollten. Zusätzlich wurde angeregt, Männer auf unterschidliche Arten zu bestrafen, wenn das Lockmittel „Muschigenuss“ nicht mehr zur Disziplinierung ausreichte.

Keuschhaltung und andere FLR-Mythen

Den moderaten Erklärungspfad verlassend, schreibt beispielsweise VICE (3), was tatsächlich dahintersteht: Eine Beziehung, die durch BDSM-Ideologie geprägt wird:

Bei Nichteinhalten der vereinbarten Regeln und Pflichten ist zum Beispiel körperliche Züchtigung wie etwa Spanking, aber auch Keuschhaltung, Orgasmus-Kontrolle … oder die Verweigerung von Geschlechtsverkehr bei gleichzeitiger Einforderung sexueller Dienstleistungen seitens der Frau denkbar.

Mit der „Keuschhaltung“ des Mannes wurde mancher weibliche Nerv getroffen und manche dominante Fantasie freigesetzt – vor allem aber witterten die Hersteller „männlicher Keuschheitsgeschirre“ Morgenluft. Sie wurden massenhaft hergestellt, bestanden aus billigem Kunststoff, und wurden damals zu horrend hohen Preisen verkauft. Heute sind sie eher preiswert (etwa 12 Euro) und werden auch außerhalb von FLR-Beziehungen als Sex-Toys eingesetzt.

Lexika halten dne Begriff "FLR" für willkürlich

Männliche Untewerfuings-Fantasien sind keine Realitäten
Die offiziellen Lexika, unter anderem sogar Wikipedia, haben die einseitigen und ideologisch geprägten Definitionen längst aufgegeben. Wer im deutschen Wikipedia nach der „FLR“ sucht landet bei der „Female Supremacy“, abgekürzt „Femdom“, und ist damit bereits mitten in der BDSM-Szene. Im englischen Wikipedia kommt man über einen Zwischenschritt zu „Interpersonellen Beziehungen“ und damit weit ab von der Ideologie. Das von der Liebeszeitung betriebene „Lexikon der Lust“ deckte schon früh die Manipulation auf, die sich hinter dem Wort FLR verbirgt.

Die Hersrchaft durch Manipulation und "Machtumkehrung"

Kommen wir zum Kern: Das Gerede über „weiblich geführte Beziehungen“ ist schon deshalb zurückgegangen, weil Frauen heute nicht mehr durch Manipulation herrschen, sondern durch die eigene Macht, das eigene Einkommen und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Die „Umkehr der Macht“, die am Anfang mit Blick auf die Emanzipationsbewegung behauptet wurde, ist daher weitgehend uninteressant geworden. Wer die Beziehung auf welchen Teilgebieten führt, ist immer noch problematisch, wird aber meist zwischen den Partnern verhandelt.

Menschen herrschen auch jenseits von Manipulation

Trifft eine Frau auf einen eher unterwürfigen Mann, so wird sie ihre Macht auch ohne Manipulation und andere Hilfsmittel nutzen, um die eignen Interessen in den Vordergrund zu rücken. Das Gleiche trifft auch zu, wenn eine machtvolle Frau mit einer eher unterwürfigen Partnerin zusammenlebt.

Zweifel am Charakter der Frauen, die Sex gegen Wohlverhalten tauschen

Man kann durchaus sagen, dass eine Frau, die sexuelle und andere erotische Gefälligkeiten unmittelbar von Gegenleistungen abhängig macht, den Charakter einer Prostituierten hat. Selbst in Beziehungen, die deutlich „weiblich geführt“ werden, gilt dies als unseriös.

Das Fazit: FLR ist eine Idelogie - und manchmal ein Wunschtraum

Und insofern ist die „FLR“ heute eher ein Männertraum, der in Masturbationsfantasien gelebt wird, als die Realität, unter der Menschen tatsächlich leben wollen.

Was bleibt, ist dies: Der eher unterwürfige Mann, der eine schöne, begehrenswerte und in jeder Hinsicht erfolgreiche Frau hat, wird eher zurückstecken als eine Scheidung riskieren. Aber das hat im Grunde nichts mit einer „FLR“ zu tun.

(1) Steinhaus, Blog und Buch, auch in VICE.
(2) van Leuwen
(3) VICE

Bilder
Oben: aus "Die Prizessin Sonia" von Anonymous, ca. 1930.
Mitte: Lider konnte ich keine Quelle feststellen.

Darf die Frau „oben“ liegen?

Historische Grafik von Édouard-Henri Avril, aufgehellt, ca. 1906
Darf die Frau oben liegen? Und falls sie nicht liegen will, darf sie den Mann „reiten“? Und auch das noch: was, wenn sie ihm den Rücken dabei zuwendet? Ist das noch toller oder ganz und gar pervers?

Wenn der Brite von einer Begegnung in „Biblischer Art“ spricht, meint er, dass ein Penis in eine Vagina gelangt. Dabei wird automatisch vorausgesetzt, dass die Frau „unter den Mann“ liegt. Wer gebildet sein will, weiß auch noch, dass es darüber eine Legende gibt: Eigentlich war Adam ja mit einer „ebenbürtigen Frau“ zusammen. Nach einer bekannten Legende nannte man sie Lilith, eine Frau, die einst (wie Adam) aus einem Erdklumpen geformt wurde. Bei deren Schöpfung soll es allerdings „handwerkliche Probleme“ in Form von Verunreinigungen gegeben haben, weshalb die nämliche Lilith das Bedürfnis entwickelte, „oben zu liegen“. Soweit die Legende, die oftmals erzählt wird. Adams „zweite“ Frau wurde bekanntlich nicht aus Lehm geschaffen und dann behaucht, sondern entstand auf andere Art.

Seither jedenfalls, Legende hin, Legende her – gilt es als eigenartig, wenn die Frau einen Mann „reitet“. Zumal sie dann auch noch das Tempo und die Intensität bestimmt, während der Mann seinen Penis nur „hinhält“.

Ein Lexikon beschreibt dies wenig blumig so (Text angepasst):

Die Position, die am häufigsten mit der „Frau oben in Verbindung gebracht wird, wird oft als Cowgirl oder Reitposition bezeichnet. Der Name leitet sich vom Bild der Frau ab, die den Mann "reitet", wenn eine Rinderhirt (Cowgirl) auf einem bockenden Pferd reitet. (Allerdings) liegt der Mann normalerweise mit geschlossenen Beinen auf dem Rücken, während die Partnerin in einer knienden Position die Schenkel über ihm grätscht. Ihr Körper kann dabei sowohl nach vorne wie nach hinten zeigen.


Rücken oder Brüste zeigen?
Historischer Kupferstich - mit dem Rücken zum Partner

Zeigt der Körper nach vorne in Richtung des Mannes, so ist die optische Reizung größer, und zudem wird die Kommunikation nicht eingeschränkt. Wendet die Frau hingegen ihren Körper ab, so signalisiert sie, dass sie jetzt keinen anderen Kontakt als den der Sexualorgane wünscht.

Meist wird die Frau, die den Mann „reitet“, sich ihm zuwenden wollen. Sie hat dann den Vorteil, durch Körpersprache festzustellen wann der Mann voraussichtlich „kommen“ wird und dies möglicherweise noch verhindern. So kann sie den Geschlechtsakt verlängern. Zudem kann sie Rhythmus und Tempo jederzeit kontrollieren und ihren Bedürfnissen anpassen. Sie kann sogar weitere Stimulationen einsetzen, um sicher zum Orgasmus zu kommen.

Funktioniert der tolle Ritt auf ihm?

Oh, das funktionierte nicht? Zahllose Frauenzeitschriften und Frauenforen haben über Vor- und Nachteile berichtet, und als wichtigster Tipp kann ganz allgemein empfohlen werden: Kannst du sein Gesicht sehen, so hast du mehr Kontrolle, es ist ungefährlicher und wahrscheinlicher, dass du dein Vergnügen dabei findest. Tipp zwei: Versuch nicht die extremen Positionen, die du vielleicht mal in Filmchen gesehen hast, sondern versuch einfach, deinen Liebhaber etwas abgestützt zu reiten. Die „umgekehrte“ Version erzeugt bei ihm und bei dir etwas abweichende Gefühle, und du brauchst etwas Erfahrung.

Männer, die nur PiV kennen, sind verunsichert

Was wir sicher wissen: Männer sind bei der Variante PiV nicht gewohnt, passiv zu sein. Ihr Unterleib will ständig „bocken“. Da ist nicht gut, weil es keinem von euch beiden wirkliche Lust bereitet. Wenn du ein Mann bist: Blieb ruhig, sie macht das schon. Und wenn du eine Frau bist: Sorg dich wirklich um „Bewegung“. Das erfordert möglicherweise zuerst ein wenig mehr Anstrengung, nützt dir aber auf Dauer, weil du ja die Kontrolle behältst.

Hier nun unsere Antwort auf die Frage:

Wenn die Frau beim Sex „von oben kommt“ können beide Partner neue, erregende Lüste verspüren. „Oben liegen“ ist jedoch nicht so sinnvoll wie „über ihm zu knien“ oder sich jedenfalls abzustützen. Üblich ist, ihm dabei ins Gesicht sehen zu können. Die Version „Reverse Cowgirl“ (mit dem Rücken zu ihm knien) erfordert Erfahrung und „fühlt sich anders an“, weil die gesamte Prozedur auf die Genitalien beschränkt ist. Das kann gewollt sein und ist dann auch sehr erregend, wie wir hörten.

Hinweis: Die Grafiken wurden retuschiert.

Frauen warten darauf, verführt zu werden - Männer verführen?

Männer reagieren auch auf verborgene Zeichen ...
Ich bin gerade dabei ein altes Klischee aufzubereiten, und meine Leser(innen) könnten mich dabei etwas unterstützen – das denke ich jedenfalls.

Es geht darum, ob Männer immer verführen und Frauen immer verführt werden wollen.

Das gängige Klischee fand ich neulich in dieser Schilderung (1):

Ich bin befangen in dem Vorurteil, dass Männer automatisch Lust auf Frauen bekommen. Und wenn sie aktiv verführen wollen, so bevorzugen sie oft naive, unschuldige junge Frauen. Doch was tun Frauen? Wir möchten doch lieber mit jemandem zusammen sein, der sexuelle Erfahrung besitzt und uns mit seinen Fähigkeiten zum Orgasmus bringt. Ich fühle mich hingegen überfordert, dies zu tun. Egal, ob es sich um einen Mann handelt oder um eine Frau. Ich würde es so gerne mit einer Frau versuchen, aber ich bin viel zu schüchtern, es zu versuchen.

Ist es nur ein Klischee, ein Stereotyp, eine Annahme?

Es gibt nach Hunderten zählenden Büchern und Tausende von Internet-Beiträgen, „Wie man eine Frau verführt“. Leider werden Frauen dabei oft als „Objekte“ angesehen, die „flachgelegt“ werden müssen.

Doch wie viele Bücher, Kurse und Internetseiten gibt es darüber, wie Frauen Männer verführen können? Oder wie Frauen andere Frauen verführen können?

Der verführte Verführer

Ich habe vor einiger Zeit mit einer Frau gesprochen, und sie sagte mir, es sei ganz einfach: „Lass den Mann denken, er verführt dich – dann hast du ihn schon verführt.“ Sie war sich ihrer Attraktivität bewusst, offen für Begegnungen und in mittleren Jahren – drei gute Voraussetzungen für die „reife Verführerin.“

Was aber, wenn das nicht klappt, und sich der Mann sich als resistent gegen spontane Begierden erweist? Auch da war das Rezept einfach: aggressiv flirten, zufälligen Hautkontakt herstellen oder etwas mehr Haut zeigen, als schicklich ist. Und in letzter Konsequenz: den Mann „wie zufällig“ berühren. Wenn er nicht zurückzuckt, weiter machen. Irgendwann siegt seine Begierde.

Und wie verführt eine Frau eine andere Frau?

Wieder kann ich auf ein Gespräch zurückgreifen. Eine junge Frau, selbstbewusst, schlank, schön, durchaus feminin, aber mit einem kleinen Hang zum Burschikosen. Sie sagte mir, dass es sehr viele junge Frauen gäbe, die nur darauf warten würden von einer erfahrenen Frau „verführt“ zu werden. „Sie sind alle ein bisschen neugierig, das reicht.“ Ein bisschen neugierig? Ich erinnere mich an eine junge Frau, die mir von ihrem Herzklopfen berichtete, als sie in eine „einschlägige“ Bar ging. Die Frage, warum sie dies tat, war verblüffend einfach: „Weil ich neugierig darauf war, was mich erwartete.“

Neugierde, Nähe, Lust … die Gelegenheit, eine bereichernde, sinnlich und abenteuerliche Erfahrung zu machen – das reicht offenbar, um sich verführen zu lassen.

Ob Männer andere Männer verführen? Sicher ist, dass Männer so gut wie niemals darüber reden, warum sie sich darauf einließen, obgleich sie sich ganz und gar „heterosexuell“ fühlten.

Ist das ein Teil der Klischees, Männer ließen sich niemals von irgendjemandem verführen?

Wer etwas dazu zu sagen hat, der möge mir schreiben, mich auf Links hinweisen und alles, was sonst noch nützt.

(1) Die Schilderung wurde gekürzt und vereinfacht, um lesbarer zu bleiben.

Wann kommt es eigentlich einem Mann?

Wie bemerkt sie, wann es ihm "kommt"?
Das Thema „wann kommt es mir und wie kann ich das herauszögern“ beschäftigt viele Männer, und die Welt ist voll von Tipps und Tricks. Doch dann und wann fragen auch Frauen, „wie merke ich eigentlich, dass es ihm kommt?“ Die Gründe mögen vielfältig und oft undurchsichtig sein, die Frage aber bleibt.

Ein bisschen Bio vorab

Klären wir vorab mal die Frage: Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Mann „kommt“? Ach, das weißt du, ist doch klar? Schauen wir mal. Wenn die weiße Masse aus Spermien und Spermaflüssigkeit aus seinem Körper heraus zischt, dann ist alles schon passiert. Vorher geschieht allerlei, was du nicht siehst. Ich will dich nicht mit biologischen Fakten langweilen, sondern nur eines sagen: Der Samenerguss, auch Ejakulation genannt, ist nicht gleichbedeutend mit dem Orgasmus des Mannes. Man kann sagen, der Orgasmus ist eine Wahrnehmung, die den Körper für die Anstrengungen des Geschlechtsakts belohnt, währen die Ejakulation nichts als ein biologischer Vorgang ist. Beide Vorgänge stehen für sich selbst, werden aber von den meisten Männern so empfunden, als würden sie zusammengehören. Zumeist erleben Männer den Orgasmus erst kurz nach der Ejakulation.

Der Mann kommt, wenn es ihm kommt - wann sonst?

Nachdem dies nun geklärt ist, will ich auf die ursprüngliche Frage zurückkommen, nämlich: Wann „kommt es“ eigentlich einem Mann?

Zunächst mal braucht auch der Mann eine gewisse Vorbereitung - das weißt du schon lange, nicht wahr? Während dieser Zeit bereitet sich der Körper auf nichts anderes vor, als den Samenerguss auszulösen - den Rest kannst du woanders nachlesen, denn dafür gibt es ja die Fachleute. Wichtiger ist im Moment die Frage: „Ja, wann zum Teufel, kommt es eigentlich dem Mann?“

Die Natur hat Pläne, aber Menschen haben ihre eigenen Ideen

Diese Frage ist deutlich schwerer zu beantworten. Wenn der Mann jung und stürmisch ist, dann ist sehr wahrscheinlich, dass er selbst nicht weiß, wann „es ihm kommt“. Das liegt auch in der Natur der Sache: Die Natur verlangt von ihm nicht, so etwas zu wissen, sondern will nur, dass es geschieht. Dabei spürt der junge Mann recht plötzlich, dass er den Samenerguss nicht mehr verhindern kann, sondern dass nun alles seinen Lauf nimmt. Genau das ist ja eine der Hauptbefürchtungen: Die Natur hat klare Pläne für den Weg, den die Spermien gehen sollen, aber sie können eben auch in der Hand, „in die Hose“ in ein Kondom oder anderwärts hinfließen. Doch „eigentlich“ werden sie so schnell und effektiv ausgestoßen, um eine Befruchtung zu ermöglichen. Nun dürfte klar sein, warum Männer sich „eigentlich“ nicht beherrschen können, wenn ein bestimmter Punkt erreicht ist.

Und wie merkt die Frau, dass es "ihm kommt"?

Der Fachmann würde dazu in etwa sagen (freie sinngemäße Übersetzung):

Einige der möglichen Anzeichen wirst du möglicherweise bemerken, andere aber niemals. Wenn du Sex mit einer Zufallsbekanntschaft hast, ist wahrscheinlicher, dass du es nicht bemerkst, als wenn du mit deinem ständigen Partner zusammen bist. Je mehr sexuelle Begegnungen du mit demselben Mann hattest, umso besser kannst du seine Körperreaktion voraussehen.

Die meisten Experten raten jedoch, den Mann einfach zu fragen. Es ist keine Schande, dir zu sagen, wann er „kommt“, zumal wenn er „in dir“ kommt.

Nur ziemlich erfahrene Männer können den Zeitpunkt, an dem sich „die Schleusen öffnen“ exakt voraussagen oder gar willentlich beeinflussen. Diese Beobachtung deckt sich mit dem, was die meisten Frauen festgestellt haben.

Wann also kommt es einem Mann?

Wenn der Körper auf die Ejakulation vorbereitet ist und es keinen Grund mehr für die Natur in ihm gibt, noch etwas zu verzögern. Nur wenige Männer können ihre Ejakulation willentlich beeinflussen, und sich bewusst zu werden, wann die Ejakulation eintritt und wann der Orgasmus, ist noch weniger Männern gegeben.

Wenn du es wissen musst: frag ihn rechtzeitig, damit er es dir sagen kann.

Hinweis: Für den Fall, dass ihr gesundheitliche Fragen zum Thema habt, und die üblichen Lehrbücher dazu nichts aussagen, fragt einen Mediziner.

Bild: Anonym, ca. 1938