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Die gefühlte Benachteiligung der deutschen Frauen

Und ich hatte niemals die freie Auswahl ...


Die gefühlte Benachteiligung der deutschen Frauen - ein kritischer Beitrag zum Frauentag, zur Frauenquote und zum "Fühlen" einer Benachteiligung.

Gleiches Recht für alle, gleichen Lohn für alle, Gleichbehandlung für alle. Wer könnte etwas dagegen haben?

Doch was sagt uns die IG Metall (1) zum Frauentag?

Nun ist die gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte beschlossen. Das wurde aber auch Zeit. Doch zufrieden sind Frauen noch lange nicht. Damit in Deutschland endlich Chancengleichheit herrscht, brauchen Frauen bessere Entwicklungsmöglichkeiten in den Betrieben, in der Gesellschaft und in den Familien.


Da ist es wieder, dieses Wort – Chancengleichheit. Ist sie denn nicht vorhanden? Die Gewerkschaft hat eine Umfrage gestartet, um dabei festzustellen, dass die „gefühlte Chancengleichheit“ nicht zum Tragen kommt. Glaubt man diesen Zahlen, so sind „78 Prozent der Befragten“ der Meinung, dass Frauen „bei der Entlohnung und bei der Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft“ nach wie vor benachteiligt wären.

Die "empfundene Benachteiligung" der Frauen

Frauen sind also „gefühlt benachteiligt“, ohne wirklich benachteiligt zu sein. Sie empfinden sich als chancenlos, obgleich sie alle Chancen haben.

Wie kann man dies verstehen? Eine mögliche Erklärung wäre ein bekanntes Akademiker-Phänomen: Wenn ein Akademiker nach langen, mühevollen Schul- und Studienjahren endlich einen Abschluss hat, erwartet er, für seine unendliche Mühe belohnt zu werden. Doch er stellt manchmal fest: Es ist schwer, im studierten Fach Fuß zu fassen. Aber die Meinung, durch das Studium einen Anspruch erworben zu haben, ist weit verbreitet.

Anspruchshaltung und falsche Erwartungen

Von vielen partnersuchenden Frauen weiß ich, dass sie ähnlich denken: Sie glauben, über alle Ressourcen zu verfügen, die sie als Partnerin attraktiv machen – gegeben von der Natur, der Erziehung, der Ausbildung und einer gewissen Schönheits- und Stillarbeit an sich selbst. Als Ergebnis ihrer Mühen erwarte sie, einen Anspruch auf einen Partner „auf Augenhöhe“ zu haben.

Der „gefühlte Anspruch auf etwas“ zieht sich durch die gesamte deutsche Gesellschaft - und er betrifft Frauen wie Männer. Doch das ist nicht entscheidend. Wichtiger ist, wie Frauen und Männer damit umgehen. E ist niemals toll, einen „Korb“ zu bekommen, und die Frage nach dem „welche Gründe gab es dafür?“ sollte viel öfter gestellt werden. Aber ist sie einmal gestellt und beantwortet worden, liegt der Ball wieder im Feld der Spielerin oder des Spielers. „Gefühlte Benachteiligungen“ zählen im Leben nicht.

Sind Frauen im freien Wettbewerb chancenlos?

Denn wenn jemand darauf beharrt, solche Ansprüche durchzusetzen, wirkt er auf Dauer nichts als entnervend. Führungspositionen oder besonders qualifizierte Stellen werden in Betrieben nicht ausschließlich nach in Zahlen messbaren Kriterien vergeben. Das heißt: Niemand kann einfach seine Abschlüsse und deren Benotung auf den Tisch legen und sagen: Ich kriege den Job, weil ich um ein paar Zehntelpunkte „besser“ bin als der andere. Denn in die Auswahl für den neuen Job gehen ganz andere Kriterien ein, beispielsweise, wie man sich zuvor in Grenz- und Stresssituationen bewährt hat. Ein Anspruch? Niemand hat im Leben einen Anspruch – alle sind aufgefordert, vorzuzeigen, was sie können und wie sie ihre Arbeiten allein und im Team ausführen. Übrigens siegen dabei oftmals Frauen.

Frauenquoten, Gleichheitsansprüche aufgrund von Zahlen und Ansprüche an den Partner aufgrund der vermeintlichen Persönlichkeitswerte sind hierzulande allesamt ein Ausdruck davon, sich dem freien Wettbewerb der Kräfte nicht stellen zu wollen.

Was dies für die Gesellschaftsordnung bedeuten könnte, mag jeder für sich selbst herausfinden.

Akademikerinnen sind die Verlierer am Partnermarkt – warum?

Im Anspruchspanzer gefangen - da nützt auch der Blick auf den Partnermarkt nichts

Feststeht, dass Akademikerinnen auf dem Partnermarkt zu den Verlierern gehören. Doch woran liegt es? Man kann es sich leicht machen, indem man alles auf die „Verhältnisse“ schiebt und Rollenklischees bemüht:

Dass viele Akademikerinnen heute keinen Partner finden, ist noch immer auf veraltete Rollenbilder zurückzuführen. Gebildete Frauen orientieren sich noch immer eher „nach oben“, während für Männer der weibliche Intellekt bei der Partnerwahl eine nebensächliche Rolle spielt und sogar abschreckend wirken kann.


Daran ist Vieles richtig und manches falsch: Nicht nur „gebildete“ Frauen orientieren sich „nach oben“, also zum sozial besser gestellten Partner. Wo es möglich ist, und das ist zumeist in Großstädten der Fall, versuchen Frauen auch heute noch, die Sozialleiter durch Heiraten hinaufklimmen. Es geht also nicht um gebildet Frauen, und schon gar nicht um Akademikerinnen, sondern um eine bestimmte Gruppe von Aufsteigerinnen, die gebildet sein können oder auch nicht. Auf der anderen Seite lassen sich Männer auch nicht vom „weiblichen Intellekt“ abschrecken, sondern von weiblicher Überheblichkeit, die besser als „Anspruchshaltung“ bekannt ist.

Männer fliehen vor Frauen, die sie herabwürdigen

Männer haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder furchtlos in See zu stechen und dort diejenigen Frauen abzufischen, die keinerlei Dünkel haben, sondern einfach eine gute Lebenspartnerin sein wollen. Oder aber, sie müssen sich ständig mit den beinahe krankhaften Ansprüchen von Frauen auseinandersetzen, die ihre Forderungen an Männer wie Schildkrötenpanzer zur Abwehr von Beziehungsversuchen nutzen.

Was werden Männer wohl tun? Üblicherweise haben Männer wenig Lust darauf, sich ständig erniedrigen, verunglimpfen oder herabsetzen zu lassen, weil sie nicht in das Forderungsschema der Hochnasen-Frauen passen. Also werden sie nicht euch heiraten – sondern eure Schwestern, die vor allem ein wundervolles Leben mit einem passenden Mann verwirklichen wollen.

Übrigens: Auch Akademikerinnen haben die Möglichkeit, ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten am Markt der Liebe anzubieten, statt dort mit Forderungskatalogen abzuschrecken.

Erwartungen – der frühe Tod der Liebessuche

Heiße Erwartungen sind so falsch wie alle anderen Erwartungen an ein Date

Ich erwarte von Ihnen … sehen sie? Da haben wir es schon … ich kann gar nichts von Ihnen erwarten, liebe Leserin, lieber Leser. Aber … bei Ihrem nächsten Date (intimen Treffen, Rendezvous, Blind Date) oder wie auch immer sie so etwas nennen, da haben sie Erwartungen, oder etwa nicht?

Das Paradoxe an der Erwartung: Je mehr wir davon haben, umso weniger kommen wir ans Ziel. „Erwarten“ (oder gar „fordern“) dürfen wir höchstens, dass unser Zug, der 8.54 Uhr nach Leipzig fährt, auch um 8.54 Uhr abfährt, und dass er nicht nach Erfurt fährt, sondern nach Leipzig. Darauf haben wir auch einen Anspruch.

Erwartungen an ein Date erzeugen eine Über-Kreuz-Situation, die das Date schon im Ansatz gefährdet. Lassen Sie mich dazu zwei Beispiele sagen:

Sie wollen sich eine Handtasche kaufen, die zu Ihnen passt. Darauf haben Sie keinen Anspruch, sondern sie müssen einen Teil ihres Vermögens dafür opfern. Sie könnten aber Erwartungen haben, wie die Tasche aussehen soll, und wenn sie nun auf den richtigen Markt (Feintäschner, Fachgeschäft, Warenhaus, Trödelmarkt) gehen, dann könnte es sein, dass Sie auf eine Tasche treffen, die Ihnen gefällt. Die Tasche hat keine Seele, keinen Geist und keinen Willen – sobald sie sie vereinnahmt haben, ist sie Ihre.

Sie wollen einen Mann treffen, der zu Ihnen passt. Sie haben keinen Anspruch auf einen Mann, sondern müssen mit einem Gegenwert dafür „bezahlen“, den man „persönliche Ausstrahlung“ nenne könnte. Es ist Ihnen unbenommen, gewisse Erwartungen zu haben, allerdings sollten sich diese in engen Grenzen halten. „ich will mich nicht langweilen, sondern einen schönen Abend mit ihm verleben“ wäre eine Erwartung, die realistisch sein könnte. Ales, was „mehr“ ist, ist bereits „zu viel“. Doch ob der Mann Ihnen nun gefällt oder nicht – sie können ihn nicht kaufen und wegtragen. Er hat eine Seele, einen Geist und einen Willen. Möglicherweise sagt ihm dieser Wille: „Ich will diese Frau nicht.“
Jedes Date, das sie eingehen, sollte unter dem Motto stehen: „Mal sehen, was geht.“ Oder „Ich bin neugierig auf die Person.“

Aber – wenn Sie Erwartungen haben, dann werden sie schnell enttäuscht. Wenn Sie oft enttäuscht werden, werden Sie verbittert. Und wenn Sie erst verbittert sind, dann … ist die Liebessuche für sie mausetot.

Wollen Sie das? Ich jedenfalls wünsche es Ihnen nicht.

Sind Sie des Englischen mächtig? Dann lesen Sie bitte , was eine Kollegin darüber schrieb ...

Sind „Ansprüche an den Partner“ Zeichen einer psychischen Störung?

probleme? ja, wenn man sich dessen bewusst ist


Es gibt Zeiten, in denen es schick ist, auf seine psychische Gesundheit zu achten und dabei jede Menge kleine und große Macken an sich zu entdecken, die sich möglicherweise sogar therapieren lassen. So eine Zeit waren etwa die 1970er und die frühen 1980er Jahre. Damals waren Selbsterfahrungsgruppen der große Renner – doch ob man damals wirklich etwas über sich selbst erfahren hat, ist zweifelhaft. Die Gruppen waren jedenfalls eine lehrreiche Unterhaltung auf verschiedenen Stufen der Gefühle und vor allem des sozialen Miteinanders. Immerhin konnte man erkennen, wen man wie und wann an sich heranlassen wollte und wann man die ganze Gruppe zum Teufel schicken wollte, weil man nun endlich einmal allein sein wollte und seine Gedanken wirklich für sich selbst haben wollte – sie sollten nicht Eigentum der Gruppe werden.

Heute hat man „keine Probleme zu haben“

Auch wer sich niemals damit beschäftigt hat, wird wissen, dass es eine Schranke zwischen „einem Selbst“ und „den Anderen“ gibt, die man fallweise öffnet oder schließt. Dabei wird sorgfältig abgewogen, wie weit man sich dem anderen öffnet, und für fast jeden dieser „anderen“ gibt es eine individuelle Hürde dessen, was man „hinauslässt“ oder „hineinlässt“, seien es Gedanken, Gefühle oder gar körperliche Nähe.

In der heutigen Zeit ist es eher „uncool“, sich mit Problemen zu beschäftigen – der Trend hat sich genau ins Gegenteil verkehrt. Man zweifelt beispielsweise nicht mehr an seinem Selbstbewusstsein, sondern nimmt als garantiert an, dass genau dieses Selbstbewusstsein, das man von sich hat, unumstößlich das einzige denkbare und richtige ist. Dabei verkennt man eines: Neben dem Selbstbewusstsein existiert die Selbstherrlichkeit, wozu auch der Wahn gehört, sich selbst im einzig möglichen Licht zu sehen.

Das Selbstbewusstsein falsch einstellen: Schwächen nicht erkennen

Ein großer Teil der heutigen Probleme in Partnerschaften rührt daher, dass man sein schwaches, bedürftiges und begehrliches Selbst verkennt, vernachlässigt und schließlich verhungern lässt. Mit anderen Worten: Man wird nicht einfach schwach, sondern will immer stark sein, will nicht mehr nachgeben, „Fünfe gerade sein lassen“ und schon gar nicht freizügig Liebe schenken, auch wenn man selbst zunächst nicht so reichlich damit beschenkt wird. Selbstherrlichkeit und ein einseitiges Gerechtigkeitsdenken machen sich breit: Ich bin die/der Größte, ich habe Anspruch auf etwas, die Menschen sollen bitte schön so sein, wie ich sie gerne hätte, ich gebe gerne, wenn ich in der Laune bin, möchte aber ansonsten bitte, dass mir gehuldigt wird. Viele der heutigen Menschen (und leider immer mehr Frauen) haben dieses „majestätische Verhalten“, das keinesfalls von Selbstbewusstsein zeugt, denn der selbstbewusste Mensch ist sich auch seiner Schwäche und seiner Bedürftigkeit bewusst und weiß, wie wenig man auf einem Thorn (oder einem Managersessel) wirklich geliebt wird. Er ist sich auch bewusst, wie viel man dafür tun muss, um seine privaten Bedürfnisse in der dünnen Luft der Macht wenigstens halbwegs im Lot zu halten.

Selbstherrlichkeit statt Selbstbewusstsein

Menschen, die zur Selbstherrlichkeit neigen, haben psychische Schwächen – deswegen sind sie nicht „krank“, aber sie leben dennoch in dem Wahn, dass die eigene, meist abgehobene Einstellung „richtig“ ist und alle anderen „falsch“ sind. Schon der Satz „Ich habe aber Ansprüche“ verrät ja, dass man sich selbst extrem in den Vordergrund spielt und auf das Recht pocht, etwas haben zu wollen – eben einen Anspruch. Doch auf welches recht will man sich berufen? Und wessen Recht versucht man damit zu brechen? Wenn alle Menschen nur Ansprüche gegen Ansprüche aufrechnen würden, gäbe es keine Liebe – und in der Tat gibt es bei vielen der Menschen, die ihre Ansprüche herausstellen, keine wirkliche Liebe. Zudem ist es unverschämt, an einen fremden Menschen eine Forderung zu richten: „Ich habe an Dich den Anspruch“.

Wer bei der Partnersuche Ansprüche hat, schrammt zumindest an den Grenzen emotionaler Störungen. Ob sie gefährlich sind oder nicht, mag jeder für sich selbst entscheiden. Mir scheint jedoch sicher zu sein, dass sie den Blick auf die Realität nachhaltig gefährden und deshalb höchst bedenklich sind.

Titelbild © 2008 by crissy