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Die große Zeit der Wäschefotos

Der BH sitzt ziemlich schlecht, aber das machte nichts - Hauptsache: Wäschefoto
Wäschefotos? Kaum jemand fängt mit dem Begriff etwas an, nicht einmal Fotografen. Dabei waren Wäschefotos einmal sehr populär. Man benötigte eine Dame, die vorzugsweise etwas frivole Dessous, auf deutsch „Reizwäsche“ trug. Allerdings passten die Wäschestücke oft nicht so ganz oder jedenfalls achtete der Fotograf, voll entzückt von der Fülle der Damen, nicht so sehr auf die Passform. Im Grunde waren die Bilder durchaus jenen ähnlich, die sich in Versandhauskatalogen befanden, nur eben etwas frivoler. Und wenn es ein paar Gläser Schampus gab, zogen die Damen auch schon mal den BH aus. Und manchmal auch mehr.

Bild: nachkoloriertes anonymes SW-Foto.

Die Liebeszeitung könnte verkauft werden …

Hinweis: Dieser Artikel bleibt lediglich zu Dokumentationszwecken stehen - er ist inzwischen bedeutungslos geworden - es sei denn, Sie würden mehr als 4.999 Euro bieten.


Es gibt Überlegungen, die Liebeszeitung zu verkaufen. Der Grund liegt darin, dass ich derzeit kein Geld mit dieser Zeitung verdiene und auch kaum mehr für sie schreibe, weil die Themen aus meiner Sicht zu ausgetreten sind. Das ließe sich ändern - aber leider nicht von mir, den ich verkaufe keine erotischen Waren , Publikationen oder Dienstleistungen.


Nur noch Randthemen werden nachgefragt

Tatsächlich ist das Publikum, das sich früher für die Liebe und ihre Formen und Ausprägungen interessierte, heute übersättigt. Die Themen, die heute noch öffentlich diskutiert werden, sind hauptsächlich Randgebiete, wie etwa Prostitution, Pornografie, SM und Fetische.

Der Fokus auf die "gewöhnliche Lust" wandert zu Nischenthemen

All diese Themen waren einmal der Rede wert, als sie noch im politischen oder sozialen Fokus standen. Heute ist es eher eine Minderheit, die an Fakten und Hintergründen interessiert ist, und entsprechend dürftig fallen unsere Quellen aus aller Welt aus. Die Extremisten, die ohnehin nicht meine Freuden sind, haben sich längst auf ihre Positionen zurückgezogen und diskutiere gar nicht mehr öffentlich mit. Und die Lieschen Müllers, gleich, ob Wurstverkäuferin oder Biologin, interessieren sich eher für lustvolle Fummel, erregende „frivole“ Begegnungen oder anregende Vibratoren als für die ganze Bandbreite der Wollust. Hier ist viel Geld zu verdienen, wie einschlägige Blogs beweisen. Leider ist es nicht mein Metier.

Frauen als Kunden - aber ich habe keine passenden Produkte zu verkaufen

Die Kundschaft, die an Dessous, kleinen lustvollen Frivolitäten, sinnlicher Literatur und Sex-Toys interessiert ist, liegt ganz eindeutig im Bereich der Frauen jüngeren und mittleren Alters. Diese Gruppe interessiert sich auch mehr und mehr für Fetisch-Sex, Rollenspiele und SM-Zubehör. Wenn Sie diese erreichen wollen - kaufen Sie dieses Blog.

Angebote erwünscht - Starthilfe geboten

Wenn jemand dieses Magazin beispielsweise für den Vertrieb von weichen oder harten Liebesspielzeugen, Literatur (E-Books?), Dessous oder frivoler Wäsche übernehmen will, möge er mir ein Angebot im mittleren vierstelligen Bereich unterbreiten. Ich bin dann gegebenenfalls bereit, zu meinem üblichen Worttarif an diesem Magazin weiterzuarbeiten.

Schöne Retro-Wäsche

Nicht alles, was auf mancher Webseite veröffentlicht wird, kann gefallen. Gerade beim Thema „Wäsche“ ist sehr viel Pornografisches angesagt, weil die Modelle „eindeutige“ Posen einnehmen. Aber dieses Bild sticht aus anderen hervor. Es ist sehr „retro“ und die gezeigte Wäsche hat enorm viel Stil.
https://harvey1lingerie.tumblr.com/post/159753829383

Ach, du liebes bisschen – Frauenblättchen und breadcrumbing

„Mein Gott, Agathe, die Puppe kotzt …“ so könnte man viele Artikel kommentieren, die zum Thema „Online Dating“ in den „Frauchenblättern“ aka Frauenzeitschriften veröffentlicht werden. Und diesmal ist es „breadcrumbing“. Was das ist, musste auch ich erst nachschlagen.

Ein neues Modewort für Leute, die mitreden wollen, aber nichts wissen, sondern nur nachplappern – auch nicht unüblich für Frauenzeitschriften. Es heißt nichts mehr als „locken und hinhalten“ – und eigentlich nur „hinhalten“ oder „vertrösten“.

Das „Urban Dictionary“ wusste so „ungefähr“ was es heißt es (es gibt immer mehrere Definitionen) :

Wenn ein Mann oder eine Frau jemandem gerade so viel Aufmerksamkeit schenkt, dass sein/ihr Interesse gewahrt bleibt.


Na ja, da haben wir es: Hinhalten oder vertrösten. Das war genau das, was die jungen Frauen in den 60er Jahren getan haben, die dachten, sie könnten noch etwas Besseres einfangen als den Bubi, der ihr ans Gemüt und an die Wäsche wollte. Und es ist das, was ein Heer von tatsächlichen oder fiktiven Sex-Püppchen tagtäglich betreibt.

Und was sagen die Frauenzeitschriften: Na klar, das machen nur Männer – und es ist ein ganz gemeiner, fieser Trick, das wissen sie auch schon.

Hört mal zu, ihr Redakteurinnen: Frauen sind nicht die Guten und Edlen, als die ihr sie hinstellt. Klar lebt ihr davon, die Wahrheit zu schönen und auf eure Leserinnen anzupassen. Aber was die Grenzen überschreitet, ist Männer ständig als Scheißkerle darzustellen.

Und dann fragt sich auch noch, wo ihr eigentlich eure Texte abguckt und umschreibt. Falls ihr Lust habt, noch einmal nachzuschauen, wie aktuell ihr mit eurem Thema seid: Im Juli 2016 erschien ein Artikel in der „New York Times“ – der war besser als der ganze Schrott, den ihr jetzt herausgehauen habt.

Klar, es ist einfacher, ständig zu verbreiten, dass irgendwo die Puppen kotzen. Wie schön für die Leserinnen von Frauenzeitschriften, wenn sie in ihren Vorurteilen bestätigt werden, nicht wahr?

Männer: Ein Rock ist nicht feminin – ein Spitzenhöschens schon

Keine Frage - ein Mann mit Rock ist ein richtiger Mann

Fragen Sie mal einen Schotten, wie er sich fühlt, wenn er einen Kilt trägt. Klar: ein Kilt ist ein Rock, und er wird ohne Unterhose getragen. Was wieder heißt: Aha, die Luft kann überall heran. Wer’s mal probieren will: Ein tolles Gefühl, vor allem im Herbstwind.

Wird ein Mann dadurch zur Frau, dass er einen Rock trägt? Natürlich nicht. Viele männliche Briten heiraten sogar im Rock, voll ausstaffiert wie ein Schotte im Sonntagsstaat.

Die meisten Männer, die zur „Feminisierung“ neigen, beginnen damit, sanfte, schöne Wäsche mit Spitzen zu tragen. Manchmal kommen dann Strümpfe dazu, und natürlich muss auch an Haut und Haar noch etwas manipuliert werden. Die „hohe Schule“ aber besteht darin, zu gehen wie eine Frau und mit der Stimme einer Frau zu sprechen. Das erfordert Übung und Disziplin – heterosexuelle Amateure erreichen diesen Status gar nicht erst.

Männer, die davon träumen, sich feminisieren zu lassen, sind scheu, vor allem heterosexuelle Männer, die nur selten in die Rolle einer Frau schlüpfen wollen. Sie sind einfach neugierig, wie ein Mann sich fühlt, der die Straßenseite wechselt. Eine, der es häufig tut, sagte mir einmal, dass er jedes Mal entsetzt ist, wie er von Männern behandelt wird, die ihn tatsächlich auf den ersten Blick für eine Frau halten.

Die Illusion, auch wenn sie noch so gut vorbereitet ist, gelingt nicht oft. Frauen erkennen einen als Frau verkleideten Mann auch beim besten Bemühen, sich feminin zu geben. Sie honorieren aber auch, wenn Männer die Frauen perfekt imitieren können. Kein Zweifel: Travestie-Shows sind auch bei Frauen beliebt. Und Männer? Manchmal erkennen Männer die verkleidete Frau nicht – besonders natürlich dann, wenn sie sich perfekt verstellt und der „Echtmann“ geil und betrunken ist.

Warum sollte ein Mann denn …? Sie fragen sich? Weil es ein Wagnis ist. Weil es eine Grenzüberschreitung darstellt. Und weil die Mode für Frauen letztendlich so viel sanfter, schöner, farbiger, luftiger und eben auch lustvoller ist als für den Mann.

Aber:pssst … nie drüber reden … niemals!