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Ossis und Bildungsferne haben angeblich früher Sex

secret.de stellet 2017 diesen Sexatlas für "das erste Mal" vor
Ossis und Doofe haben früher Sex - oder haben Wessis und Schlaue später Sex? Hautsache, es gibt Pressmitteilungen. Der Originaltext strotzt vor Zahlen - doch was sagen sie uns? Eigentlich nichts. Die einen widr's enttäuschen, die anderen empören. Manche werden denken: "Ach, so spät, die Armen!" und andere werden sagen: "Viel zu früh, das wird sich rächen!"

Oh Baby, was höre ich denn da? Da verlieren doch die “Bildungsfernen Kreise“ aka Hauptschulabgänger ohne weitere Ambitionen, als Erste „ihre Unschuld“, und zwar um satte 0,5 Jahre gegenüber Abiturienten. Und warum ausrechnet die Saarländer 1,6 Jahre später ihren ersten Sex hatten als die notgeilen Thüringer Jugendlichen, ist so auch nicht ganz verständlich.

Yeah … der Durchschnitt schrammt sogar schon ans Volljährigkeitsalter heran und „hat Sex“, wenn er so gegen 17,2 Jahre ist. Das wird die Moralisten natürlich freuen. Die könnten es als Argument nutzen, die Sexualaufklärung erst mit 16 Beginnen zu lassen.

Das soll jedenfalls das Ergebnis einer „aktuellen, repräsentativen Studie des Premium Casual Dating Portals Secret.de“ sein, das ein Marktforschungsinstitut damit beauftragt hatte. Fragt sich, was „secret“, das feminin betonte Portal für „Gelegenheitsbegegnungen“ mit einer etwas anderen Klientel als der Jugend eigentlich bewogen hat, diese Zahlen zu veröffentlichen. Also: Saarländer und Studenten haben erst ziemlich spät Sex. Da werden die einen sagen: Brav, Mädels und Jungs, studiert hart, werdet brave und zuverlässige Staatsbürger, kommt nicht vom Weg der Tugend ab, und überlasst den Spaß den anderen. Man kann natürlich auch andrer Meinung sein.

Die Grafik ist © 2017 by secret.de

Sexualaufklärung durch Pornografie?

Nicht jede Filmszene im Bett ist "pornografisch"
Sexualität muss Offenheit vertragen – das ist die Essenz eines Artikel in der “TeenVogue”, denn die spricht aus, was ohnehin die Spatzen von den Dächern pfeifen. Selbst sehr junge Frauen informieren sich nicht mehr über die traditionellen Kanäle der Sexualaufklärung, sondern über Pornografie – was keinesfalls zu befürworten ist.

Das Problem ist schnell erkannt: Pornografie interessiert die jungen Mädchen nicht wirklich - aber sie suchen nach der Wahrheit, die ihnen von Eltern und Erziehern vorenthalten wird. Denn Sex-Ed, also Sexualkundeunterricht, bleibt in der Schule naturgemäß an der Oberfläche. Das Ziel ist zu wissen, wie alles ganz genau funktioniert, insbesondere, in welche Situationen der Mensch beim Sex kommt und was dabei wünschenswert ist.

Nun ist Pornografie allerdings ein schlechter Lehrmeister. Denn in hier wird zu rau, zu direkt und zu übertrieben gezeigt, was körperliche Liebe bedeutet. Zudem kommen ständig Praktiken zum Einsatz, mit denen gerade junge Frauen völlig überfordert sind – zum Beispiel mit Fellatio.

Doch was ist der beste Weg, um etwas über Sexualität zu lernen? Das sei ganz einfach, meint eine namhafte Expertin. Man müsse mehr über Sex sprechen, und zwar offen und öffentlich. Denn ob es sich um Sexualität dreht oder um irgendwelche anderen sozialen oder emotionalen Fragen – immer gilt, dass nur die Wahrheit uns die Freiheit gibt, uns zu entwickeln, wie und wohin wir wollen.

Wird der weibliche Orgasmus künstlich verkompliziert?

Haben Sie schon mal gehört, dass ein männlicher Orgasmus „kompliziert“ ist? Dabei ist er – kybernetisch betrachtet – durchaus kompliziert, und rein physikalisch wird er ja zumeist mit der explosiven Kraft in Verbindung gebracht, die eine Prostata nun einmal besitzt. Aber ist es wirklich die Prostata, in der Männer den Flügelschlag des Orgasmus spüren?

Der männliche Orgasmus - etwas komplizierter, als gedacht

Kybernetische Betrachtungen sind unpopulär, weil sie Kenntnisse in Nachrichtentechnik voraussetzen. Kurz und knapp: Für die Vorbereitung des Orgasmus gibt es neben optischen Reizen vor allem Sensoren, die Impuls ans Gehirn weiterleiten, von wo nun das Schema „Fortpflanzung mit Lustgewinn“ angetriggert wird. Das geht über viele Stufen, die letztendlich damit endet, das Spermien innerhalb einer Flüssigkeit in das ausgestoßen werden, was gerade zur Verfügung steht: Vagina, Kondom oder Taschentuch. Und Achtung: das ist nicht der Orgasmus. Dieser wird lediglich dadurch begünstigt und gefördert, wobei sich das Gefühl der Ejakulation, das an sich sensationell ist, mit dem Gefühl des Orgasmus vermischt. Wenn es Sie interessiert, lassen Sie es sich von einem Urologen genau erklären.

Der weibliche Orgasmus wird sowohl vereinfacht wie auch verkompliziert

Bisher wurde immer behauptet, der weibliche Orgasmus sei ein sehr komplexes Thema. Inzwischen ist man weitgehend zu der Überzeugung gekommen, dass dies nicht der Fall ist. Das „komplizierte“ liegt, wie beim Mann, im Prozess: Auch bei der Frau leiten die empfindlichen Sensoren die Informationen über die Nerverbahnen an das Gehirn, das sich nun bemüht, den Vorgang „Fortpflanzung“ möglichst ungehindert zu gewährleisten. Es ist durchaus möglich, dass dabei Hemmungen auftreten, die mit der Nachrichtenverarbeitung im Gehirn zusammenhängen – im Idealfall jedoch wird der Prozess am Ende mit einem Orgasmus belohnt.

Einfache Gemüter (auch unter Menschen, die es besser wissen müssten) führen den Orgasmus allein auf die Stimulation de sichtbaren Teils der Klitoris zurück. Das Wahre daran: Die Klitoris ist ein starker Auslöser, aber dieses weibliche Organ ist wesentlich größer als sein sichtbarer Teil. Und sie kann deshalb auch durch indirekte Stimulation gereizt werden. Damit wäre die Diskussion um den Vaginalorgasmus eigentlich vom Tisch – sie wir aber immer wieder von Feministinnen erweckt – mit dem Ziel, den Penis als überflüssig anzusehen. Und auch bei der Frau ist die Nachrichtenverarbeitung im Gehirn der eigentliche Auslöser (oder Blockierer) des Orgasmus. Wenn alle Nebenbedingungen, Hemmungen und Hinderungen „abgeschaltet“ werden, was etwas geschieht, wenn eine Frau sehr entspannt mit Vibratoren umgeht, kann der Orgasmus tatsächlich innerhalb von wenigen Minuten erreicht werden. Angeblich beträgt die „durchschnittliche“ Zeit dabei zwanzig Minuten.

Allerdings sind solche Zeitangaben fragwürdig und sie führen dazu, dass eine gewisse Erwartungshaltung erzeugt wird, die da heißt: „Frauen brauchen lange, also sollte es lange dauern.“ Die „zwanzig Minuten“ sind in nahezu jedem Aufklärungsbuch zu finden – diese Angabe sagt aber nichts darüber aus, wie lange eine erfahrene Frau, die mit Vibratoren umzugehen versteht, tatsächlich benötigt, um ihren Orgasmus zu erreichen. Frauen, die Vibratoren verwenden, geben deutlich geringere Start-Ziel-Zeiten an. Die Angaben liegen zwischen einer Minute und zwanzig Minuten - und diese Frauen sprechen einhellig davon, die Zeit sei „abhängig von den Umgebungsbedingungen“.

Wie es scheint, ist es nicht lohenden, Frauen zu suggerieren, sie müssten „lange auf ihre Orgasmen warten. Im Grund erzeugen solche Sätze nichts als Verdruss, und oftmals führen sie auch zur bewussten Lüge. Klüger wäre es, ihnen zu raten, einfach zu erproben, was für sie möglich ist und wie viel Freude es ihnen macht.

Lesen Sie dazu etwas aus dieser Quelle.

Lernen von Menschen mit besonderen sexuellen Vorlieben?

Ungewöhnliche Wünsche müssen besprochen werden - auch bei Vanille-Paaren


Kann die Gesellschaftsordnung oder können ganz normale Vanille-Paare etwas von Menschen mit besonderen sexuellen Vorlieben lernen? „Oh, bitte nicht“, höre ich da einen ganzen Chor von verschreckten Menschen schreien.

Und doch lässt sich etwas mitnehmen von all dem, was als „Kink“, „schräg“, „hart“ oder „ungewöhnlich“ bezeichnet wird.

Kommunikation ist alles

So wie die meisten von uns sich an den Sex herangepirscht haben, sollte es eigentlich nicht sein: Was nicht deutlich abgelehnt wurde, galt als erlaubt, was nie versucht wurde, galt als nicht erwünscht. Daran ändert auch die Sexualkunde nichts: Es geht nicht ausschließlich darum, zu wissen, was „normal“ ist. In Wahrheit sollten wir wirklich wissen, wonach unser Partner lüstet. Da ist im Grunde nur möglich, wenn uns nichts peinlich ist und ein „ja, können wie versuchen“ oder ein „Nein, das geht mit mir leider gar nicht“ akzeptiert wird. Praxis ist: Partner, die sexuelle Wünsche äußern, werden oft schroff zurückgewiesen. Menschen in Beziehungen mit besonderen Lüsten müssen reden – natürlich nicht pausenlos, aber mindestens, bevor sie etwas zum ersten Mal erproben.

Übereinstimmung nötig

Ob Sex „wirklich“ einvernehmlich ist oder nicht, ist ein beliebter Streitpunkt – nicht nur am Stammtisch oder bei Damenkränzchen. Tatsächlich nehmen alle Männer an, er sei einvernehmlich, wenn die Frau nicht NEIN sagt – die aber empfindet den Sex oft keinesfalls als einvernehmlich, sondern als – nun ja, lästige Pflicht oder Routine. Übereinstimmung ist etwas anderes. Es bedeutet: „Ja, ich habe Lust darauf und fein, und wir probieren es, weil ich so neugierig darauf bin wie du.“ Das wäre wirklich einvernehmlich, und das sollten Vanille-Paare sich durchaus zu Herzen nehmen.

Variationen über Sex müssen als Themen erlaubt sein

Sexuelle Aufklärung, so wollen es viele, soll immer auch moralische Aspekte behandeln. Natürlich eist es legitim, die Fragen der Gesellschaftsordnung, wie zum Beispiel Monogamie und Heterozentrierung, in die Sexualerziehung zu integrieren. Und sie beschäftigt sich,, was auch legitim ist, überwiegend mit penetratrivem Vanille-Sex, weil dieser zu Schwangerschaften führen kann. Doch all diejenigen, die von anderen Dingen gehört haben, oder die sich absolut nicht in den Mainstream einordnende wollen, müssen auch ihren Weg zur Sexualität finden. Es gilt zu sagen: „Nun gut, das ist nicht mein Ding, aber sie sollen es tun, wenn es ihnen Freude bereitet – und – aha – falls ich es auch will, muss ich dies oder jenes beachten.“ Seien wir doch ehrlich: Bei allen Abweichungen herrscht Unsicherheit – und viele junge Leute sind neugierig auf Abweichungen. Und wenn sie neugierig sind, werden sie auch abweichende Praktiken erproben. Es wäre gut, wenn wir „Normalen“ lernen würden, wie man mit Abenteuern umgeht.

Sex im Vorbeigehen, Sex aus Lust oder, Sex aus Liebe?

Nur die Praxis lehrt wirklich, was Sex für uns bedeutet. Sexualkunde ist manchmal peinlich, manchmal langweilig und vor allem schrecklich theoretisch. Die Praxis schafft Lust und Schmerz, und mancher junge Mensch wird vom tatsächlichen Sex abgestoßen, während andere die „kleine Lust gerne mitnehmen“, die ihnen Orgasmen bieten. Beides ist nicht wirklich erwünscht, denn Sex soll vor allem Freude bringen. Kritiker machen sich’s leicht: Sie sagen, man solle eben die Liebe in den Sexualkundeunterricht einbinden. Das nützt definitiv überhaupt nichts, denn Lust entsteht nicht parallel zur Liebe, sondern auch unabhängig davon. Beim Sex geht es um Lust, und Sex ohne Lust ist wirklich entsetzlich, während Sex ohne Liebe erträglich ist. Also ist das Ziel, mehr Lust aus dem Sex zu gewinnen.

Meinungen zu Lasten der Wahrheit?

Sicher – man kann über all dies anderer Meinung sein. Viele Deutsche wollen, dass vor allem die Variationen gedeckelt werden. Andere beharren darauf, dass zum Sex innige Liebe gehört. Doch was nützt dies alles, wenn Paare nicht über die gegenseitigen Wünsche sprechen können, weil sie sich einer von beiden schämt, auch nur einen Schritt vom sexuellen „Mainstream“ abzuweichen?

Nach einer Idee im Blog theblackpomegranate.

Presserummel um ein angebliches „Entjungferungs-Gen“

Was müssen Sie sich zu dem Syncam2, auch CADM2 genannt, merken, wenn Sie kein Biologe sind? Eigentlich ganz einfach: Das Gen wird verdächtigt, ein Protein zu produzieren, das die Kommunikation innerhalb des Gehirns beeinflusst, weshalb angenommen wird, dass es Einfluss auf die Geschwindigkeit der Denkprozesse haben könnte. Dies zu erforschen, ist löblich, denn über die exakten Kommunikationsprozesse im Gehirn wissen wir fast gar nichts.

Gene und Zeitpunkt für den ersten Sex - vorerst eine gewagte Hypothese

Aber Sie dürfen ohne Weiteres vergessen, dass dieses Gen möglicherweise auch dafür sorgen könnte, dass Sie früher oder später – Sex hatten. Denn wenn’s so wäre, könnten wir daran sowieso nichts ändern, es sei denn mit den Methoden moderner Frankensteins.

Die angeblich verantwortlichen Gene und das "erste Mal" in der Presse

Doch in der Presse steht es mal wieder anders: Denn nichts ist so toll wie eine Nachricht über „den ersten Sex“. Dabei geht es um vielerlei Gene, aber genannt wird explizit CADM2, ein Gen, das möglicherweise Einfluss auf die interne Kommunikation des Gehirns hat. Vermutet wird, dass es Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben könnte und dass deshalb eventuell auch eine Verbindung zum "ersten Sex" bestehen könnte. Und egal, ob SPIEGEL, WELT oder ZEIT: SEX treibt die Auflage in die Höhe, nicht wahr? Vor allem, wenn man dabei ein klein wenig mit der Wissenschaft herumwedeln kann wie eine Dirne mit dem Po.

Heise schreibt sogar von den Entjungferungs-Genen: Ei, ei, wie nett man es doch sagen kann … von anderen „Quellen“, die die AFP-Nachricht kritiklos übernommen haben gar nicht zu reden.

Mir war es - bei der "Liebe Pur" eine Satire wert, und obgleich das Wort "Satire" zutrifft, finden Sie dort auch weitere Aufklärung über das, was wirklich gesagt und geschrieben wurde.