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Presserummel um ein angebliches „Entjungferungs-Gen“

Was müssen Sie sich zu dem Syncam2, auch CADM2 genannt, merken, wenn Sie kein Biologe sind? Eigentlich ganz einfach: Das Gen wird verdächtigt, ein Protein zu produzieren, das die Kommunikation innerhalb des Gehirns beeinflusst, weshalb angenommen wird, dass es Einfluss auf die Geschwindigkeit der Denkprozesse haben könnte. Dies zu erforschen, ist löblich, denn über die exakten Kommunikationsprozesse im Gehirn wissen wir fast gar nichts.

Gene und Zeitpunkt für den ersten Sex - vorerst eine gewagte Hypothese

Aber Sie dürfen ohne Weiteres vergessen, dass dieses Gen möglicherweise auch dafür sorgen könnte, dass Sie früher oder später – Sex hatten. Denn wenn’s so wäre, könnten wir daran sowieso nichts ändern, es sei denn mit den Methoden moderner Frankensteins.

Die angeblich verantwortlichen Gene und das "erste Mal" in der Presse

Doch in der Presse steht es mal wieder anders: Denn nichts ist so toll wie eine Nachricht über „den ersten Sex“. Dabei geht es um vielerlei Gene, aber genannt wird explizit CADM2, ein Gen, das möglicherweise Einfluss auf die interne Kommunikation des Gehirns hat. Vermutet wird, dass es Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben könnte und dass deshalb eventuell auch eine Verbindung zum "ersten Sex" bestehen könnte. Und egal, ob SPIEGEL, WELT oder ZEIT: SEX treibt die Auflage in die Höhe, nicht wahr? Vor allem, wenn man dabei ein klein wenig mit der Wissenschaft herumwedeln kann wie eine Dirne mit dem Po.

Heise schreibt sogar von den Entjungferungs-Genen: Ei, ei, wie nett man es doch sagen kann … von anderen „Quellen“, die die AFP-Nachricht kritiklos übernommen haben gar nicht zu reden.

Mir war es - bei der "Liebe Pur" eine Satire wert, und obgleich das Wort "Satire" zutrifft, finden Sie dort auch weitere Aufklärung über das, was wirklich gesagt und geschrieben wurde.

Sex-Seuchen durch Dating-Apps?

Im Mittelalter bezichtigt, die Syphilis zu verbreiten: Badehäuser, Bademägde
Sex-Seuchen, besser bekannt als Geschlechtskrankheiten oder sexuell übertragbare Erkrankungen, werden – wie kann es anders sein – überwiegend durch den Geschlechtsverkehr übertragen.

Einstmals waren es die Badehäuser, die angeblich die Syphilis verbreiteten

Im Mittelalter wurden Badehäuser bezichtigt, für die Ausbreitung der Syphilis, die man damals bezeichnenderweise „Franzosenkrankheit“ nannte, verantwortlich zu sein. Das lag nicht daran, dass man sie sich beim frohen Baden und Zechen ansteckte – wir erinnern uns, dass Frau und Mann damals durchaus gemeinsam nackt badeten und dabei auch Mahlzeiten zu sich nahmen. Vielmehr waren dafür die Bader verantwortlich, die sich neben den Bademägden für die Bedienung am Zuber auch solche hielten, die für die Bedienung geneigter Herren in bereitgestellten Betten zuständig waren.

Die Angst vor "Geschlechtskrankheiten" und die Huren

Anti-Prostitutionsplakat für Soldaten
Seither bezichtigt man entweder Huren oder aber „lose“ Frauenzimmer, die Syphilis und andere Geißeln des Geschlechtsverkehrs zu verbreiten und warnt davor, die Orte zu besuchen, an denen dies möglich ist.

Heute gibt es virtuelle Orte, an denen den Geschlechtsverkehr verabredet wird. Und zu den Huren und „losen“ Frauenzimmern sind nun auch ganz gewöhnliche junge Frauen gestoßen, die den Geschlechtsverkehr schon nach einer recht kurzen Kennenlernphase mehr oder weniger spontan ausführen. Und heute sollen diese Orte, die man jetzt Dating-Apps nennt, angeblich verantwortlich für die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten sein.

Wer etwas naiv ist, dem wird die Formel, die gerade verbreitet wird, eingängig sein: Je schneller das Vögel-Karrusell rotiert, umso rasanter wird die Bevölkerung durchseucht. Und die Horrorversion wäre die, die ein junger Mann der BBC sagte:

Du kannst es jedenfalls mehrfach am Tag tun, mit beliebigen Leuten, und du weißt nie was sie haben und was sie dir verbergen.


Die angeblich unaufhaltsame Verbreitung von STDs durch Apps

Natürlich nicht echt - der "Wink mit dem Zaunpfahl"
Angeblich spricht die Statistik dafür, dass sich die Geschlechtskrankheiten mit Unterstützung der Apps rasant verbreiten. Bei Steigerungsraten der Gonorrhoe von 19 Prozent und der Syphilis von angeblichen 33 Prozent allein im Jahr 2014 kann der Bürger schon mal erbleichen, nicht wahr? Und an allem sollen die Apps schuld sein?

Man muss genau hinschauen, wenn man diese „Tatsachen“ bewerten will, die natürlich durchaus bewiesen werden können – allerdings nicht für die Gesamtbevölkerung. Denn die Neuerkrankungen mit Syphilis waren 2014 bei den Frauen in England auf einem der niedrigsten Stände seit 2005 – und fielen seither fast auf die Hälfte. Lediglich bei der Gonorrhoe ist auch bei den Frauen seit 2011 ein permanenter Anstieg zu verzeichnen, für den es keine hieb- und stichfesten Ursachen gibt.

Heizt der Datenverkehr den Geschlechtsverkehr an?

Möglich wäre s also schon, dass Apps nicht nur für mehr Datenverkehr, sondern auch für mehr ungeplanten Geschlechtsverkehr sorgen. Allerdings darf man dann nicht die Dating-Apps alleine sehen, denn auch andere Kommunikationswege berücksichtigen, wie die „ganz normalen“ sozialen Netzwerke des Internets und schnelle Kommunikationsdienste, die Sexting und Spontan-Chats erlauben.

Und schließlich bekommt man STDs nicht vom Smartphone und nicht von Apps, sondern von Menschen – und hier vor allem von Menschen, die gar nicht daran denken, Kondome zu benutzen. Wobei mir nur dies einfällt: Bessere Aufklärung und der Gebrauch von Kondomen sind die Voraussetzungen dafür, dass Menschen gesund bleiben, die aus Vergnügen vögeln wollen.

Mehr bei der BBC.

Frühsexualisierung – Unwort der klerikalen Sektierer

Sektierer als Sprachverfälscher?
Das Wort „Frühsexualisierung“ finden Sie nur dort, wo mit der Wahrheit relativ großzügig umgegangen wird. Solche verfälschenden und tendenziösen Worte sollten eigentlich nicht zum Vokabular der Menschen gehören, die sich für die „besseren Menschen“ halten.

Das Wort an sich ist schlüpfrig: Menschen können nicht „sexualisiert“ werden, weil sie von Geburt an sexuelle Wesen sind, nämlich Mädchen einerseits und Jungen andererseits.

Was von den genannten konservativen oder sektiererischen Kreisen als „Frühsexualisierung“ beschrieben wird, bezieht sich in der Regel auf den Aufklärungsunterricht in den Schulen, besonders aber in der Grundschule. Die meist aus einem klerikalen Umfeld stammenden Eltern, die den Begriff verwenden, glauben, dass der Bereich der Sexualität in das alleinige Hoheitsgebiet der Familien fällt und sehen im Unterricht der Schulen eine Gefahr für Ehe und Familie. Es ist leicht auszumachen, dass es sich dabei um reine Ideologie handelt, denn neben den von diesen Kreisen strapazierten Elternrechten gibt es längst auch Kinderrechte.

Selbstverständlich könnte man seitens der Eltern argumentieren, dass Kinder heute durch die Medien zu sehr mit der Sexualität konfrontiert würden. Es wäre dann aber Aufgabe des Elternhauses, sich mit den Kindern über daraus entstehende Probleme auseinanderzusetzen. Im Grunde verhält es sich doch genau umgekehrt: Kinder und Jugendliche erhalten durch die Medien Informationen, die sich nicht begreifen und über die sie gerne Aufklärung hätten. Wenn die Eltern ihre Fragen nicht beantworten mögen oder die Eltern aus Angst vor den Reaktionen gemieden werden, ist die Schule mit Sicherheit der sicherste und verlässlichste Ort, um Fragen zu stellen.

Dieser Artikel kann auch in anderen Medien gefunden werden. © 2013 by Gebhard Roese.

Warum das Internet mehr Sex braucht

sex-lehrerin
Erotik lernen - sicherlich nicht durch Druckknopf-Sex, aber auch nicht durch Pornografie
Das Internet ist voll von Sex – das sagt Ihnen jeder, nicht wahr?

Im Grunde zeugt diese Meinung von extremer Ignoranz. Denn das Internet ist voller visueller (und mancher nicht-visueller) Pornografie. Aber es ist nicht „voller Sex“, nicht „voller Erotik“ und schon gar nicht „voller Liebe“.

Machen wir uns doch nichts vor: das moderne Establishment (ja ihr da, mit den Nasen nach oben, ihr seid gemeint) hat längst beschlossen, dass es ein „gutes“ Internet und ein „böses“ Internet gibt. Im „guten“ Internet gibt es langweilige Online-Lexika, betuliche Aufklärungsversuche, tantenhafte Ratschläge und schrecklich naive Frauenmagazine. Im „schlechten Internet“ gibt es hingegen die "Früchte des Bösen": Leiber, die niemals schwitzen, zelebrieren endlosen Durchhalte-Sex mit sichtbarer Spermaflüssigkeit in allen Körperöffnungen.

Wer sagt: „Wir brauchen eine bessere, realistischere und lebensnahe Aufklärung“, wird bald mit Hohn und Spott übergossen. Das Volk versucht, sich an der Wahrheit vorbeizumogeln, und die Wahrheit heißt: Menschen jeden Alters sind sexuell neugierig, und wer neugierig ist, findet im Internet alle Arten von Informationen – richtige und falsche, frisierte und erlogene. Auf keinem anderen Gebiet des Wissens aber gibt es so eine große Diskrepanz zwischen „Märchen“ und „Realitäten“, wie auf dem Gebiet der Sexualität. Und das Schlimme daran: Viele Märchen werden für Realitäten gehalten, weil es die Menschen (und nicht nur die jungen Menschen) nicht besser wissen.

Lucinda "Cindy" Lee Gallop will dies ändern – und stößt allenthalben auf Widerstand. Diese Frau ist keine junge Wirrköpfin – immerhin zählt sie schon 55 Lenze, und dennoch stoßen Ihre Thesen auf Widerstand.

Dabei will Cindy Gallop nichts mehr als uns dies sagen: „Sex ist nicht so, wie ihr ihn im Internet seht.“ Und weil sie mutig ist, versucht sie dies auch zu verbreiten. Das Schlimme an den Bumsfilmen ist ja nicht, dass Sie pornografisch sind, sondern dass es kein adäquates Gegengewicht gibt, das die sexuelle Wahrheit zeigt. Tatsächlich will sich niemand daran die „Finger verbrennen“, denn nichts ist einfacher, als einen Menschen zu diffamieren, der sich für Erotik und realistischen Sexbetrachtungen einsetzt.

Es ist eine Schande – und die Macht all dieser Pseudo-Moralisten, die das Thema am liebsten vermeiden würden, ist entwürdigend für die menschliche Kultur.

Wahrscheinlich wird alles so bleiben, wie es ist: Junge Menschen gehen mit dem lächerlich geringen Wissen des Aufklärungsunterrichts ins Leben. Erwachsene erschrecken vor erotischen Herausforderungen und Seitenwegen. Paare wissen nicht, ob dun wohin sie ihre erotischen Möglichkeiten erweitern sollten. Wer naiv ist, wird Pornografie für realistisch halten – und niemand wird ihn daran hindern können, denn es gibt kein Gegengewicht.

Das Internet braucht mehr Sex – mehr sinnliche Träume, mehr realistische Möglichkeiten, und vor allem mehr Wissen über alles, was Lust bereitet. Es gibt sie doch, die Magazine, die uns über gutes sinnliches Essen und Trinken informieren. Warum, bitte, nicht über genussvollen Sex?

Orgasmen, Fesselungen, Schläge, Substanzen

Ein Einstieg in das Verständnis der besonderen Liebeserlebnisse im Schatten von Herrn Grey und Fräulein Steele.

Wie fühlen sich Hanfseile auf der Haut an?


Eines der wirklich schwierigen Themen in der Liebe ist ohne Zweifel der Orgasmus. Bereits anatomisch ist er schwerer zu erklären als gemeinhin angenommen wird. Kürzlich las ich beispielsweise die Albernheit, durch Stimulation der Klitoris würde der Orgasmus direkt und unmittelbar erzeugt. Das ist ungefähr so, als würde die Betätigung der Computermaus direkt zu einer Bildschirmanzeige führen – ohne CPU. Richtig ist, dass ohne die Nervenstränge, das Gehirn und die Botenstoffe, die vom Gehirn initiiert werden, gar nichts dergleichen geschähe. Emotional erleben Frauen und Männer ihre Orgasmen unterschiedlich, was ebenso schwer zu vermitteln ist – man lese entsprechende Aufklärungsbücher für junge Leute. Dort wird zwar alles beschrieben, aber ein Bild kann man sich trotz alledem nicht machen. Gefühle bleiben eben Gefühle, und sie sind kaum durch reine Beschreibungen zu vermitteln.

Seit einiger Zeit werden wir nun mit anderen Phänomenen konfrontiert. Offiziell sind die „50 Shades of Grey“ die Auslöser, doch das ist nur die Spitze eines Eisbergs, der längst tief im Meer der Lust liegt. Denn viele Paare versuchen seit langer Zeit, ihre müde Lust durch sinnliche Spiele „aufzupeppen“. Die „FSoG-Masche, in der Fräulein Steele und Herr Grey sich mit Fesselungen und Schlägen auf den Hintern beschäftigen, ist sozusagen nur die Übertragung einer Praxi der Eliten auf das gewöhnliche Volk. Und siehe, auch in ihm loderte die Lunte schon lange.

Ist es nun völlig pervers, einmal eigene Versuche zu wagen? Und was passiert eigentlich, wenn jemand gefesselt wird, Schläge bekommt oder wenn Substanzen auf die empfindliche Haut einwirken?

Keine Schranken zwischen Frau und Mann: ähnliche Gefühle

In einer Beziehung haben wir dabei Glück: Frauen und Männer mögen unterschiedlich reagieren, wenn es um die Empfindsamkeit, die Sinnlichkeit oder die Hemmschwellen und Schmerzgrenzen geht, die dabei überwunden werden. Aber: Im Prinzip ist die Wirkung am weiblichen wie am männlichen Körper so ähnlich, dass jeder ahnen kann, wie der andere fühlt. Hanfseile, Seide, Stahl, Kunststoff, Klebeband und Leder, eng an die Haut angelegt, fühlen sich für alle Menschen ähnlich an. Ebenso ist es mit den Schlägen, solange wir sie rein physisch betrachten und den Substanzen, die auf die Haut aufgebracht werden. In der Regel dienen sie in den „leichten“ Versionen lediglich dazu, die Durchblutung der „strategisch interessanten“ Stellen zu fördern und damit die Lust zu steigern. Über Schmerzen (insbesondere Lustschmerzen) lässt sich streiten, doch berichten zahlreiche Menschen davon, dass sie davon ebenfalls erotisch erregt werden. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind dabei eher geringfügig und zumeist eher abhängig vom eigenen Schmerzempfinden. Klar dürfte sein, dass eine Frau, die Leistungssport betreibt und dabei ihre „Schrenzgrenzen“ kennt, anderes empfindet als eine verhöhnte Mode-Prinzessin auf der Erbse, die schon bei einem kleinen Klaps „Aua!“ schreit.

Bei den „50 Shades of Grey“ versäumte die Autorin ja bekanntlich nicht, einen psychologischen Grund für das „abweichende“ Verhalten von Herrn Grey zu nennen. Ich nutze dies, um Ihnen etwas über die psychologischen Faktoren von Unterwerfungen, Fesselungen und Schlägen zu berichten – in aller Kürze.

Erotische Unterwerfung

Unterwerfung als Verhaltensweise ist ein natürlicher Prozess, der ursächlich nichts mit Erotik zu tun hat, aber in allen Formen der gelebten Sexualität Auswirkungen hat. Wer darin bereits eine „sexuelle Abweichung“ sieht, ist zu bedauern. Das Spiel mit der erotischen Unterwerfung ist ein ganz normaler Bestandteil des „Liebeswerbens“ und wird von jedem Menschen nach eigenen Vorstellungen verwirklicht. Auch Männer neigend neuerdings dazu, sich in der Rolle des „Verführten“ wohlzufühlen, wenn die Partnerin über entsprechende erotische Ressourcen verfügt.

Fesselungen - Angst und Sinnlichkeit

In seiner Freiheit eingeschränkt zu werden, erzeugt Furcht. Wer in seiner Jugend in Abstellräume gesperrt wurde, oder wer einmal in Fesseln lag, während andere ihn verhöhnten, weiß davon. Ebenso erzeugt auch die erotische Fesselung Ängste. Je mehr die Bewegung eingeschränkt wird, je peinlicher die Zurschaustellung ist und je mehr Sinne manipuliert werden, umso größer ist in der Regel die Angst. Doch auch die Angst ist nicht bei allen Menschen identisch: Wer in seiner Jugend traumatische Erlebnisse hatte, mag panikartig reagieren, wer neugierig darauf ist, seine Reaktionen zu erforschen, reagiert hingegen meist erregt, aufmerksam und sinnlich. Man kann Fesselungen als sinnlich Extremerfahrungen betrachten, die durch Nacktheit und dem Verbinden der Augen noch verstärkt werden können.

Schläge, Lust und Strafen -psychisch

Schläge und Fesselungen hängen nicht ursächlich zusammen – und nicht alle Schläge sind erotische Strafen. Geht man von dieser Grundlage aus, so werden die Unterschiede deutlich: Der Klaps auf den Po, die krallenden Fingernägel im Nacken, der Biss in die Oberhaut oder die Abwendung einer Kleiderbürste oder Streichelpeitsche sind ungefähr gleichwertig sinnlich. Erst, wenn sich der Rezipient oder die Rezipientin sich psychisch in den Zustand der Strafe hineinversetzen will oder soll, werden möglicherweise längst vergessene Erfahrungen mit Körperstrafen aus der Erinnerung herausgebaggert. Und erst dann tauchen die „psychologischen“ Effekte“ auf, die in der Literatur ständig ausgekostet werden. Werden Schläge mit Fesselungen kombiniert, so können Ängste und Erinnerungen zu heftigsten psychischen Reaktionen führen, die nicht immer kontrollierbar sind.

Unterschiede zwischen Literatur und wirklichem Leben

Literarisch lässt sich selbstverständlich alles verarbeiten – auch der Gang durch die Hölle von Kindheits- oder Pubertätserinnerungen, die dabei möglicherweise hochkommen. Doch wer die Realität sucht, sollte sich davor hüten, sich Extremen hinzugeben. Die Beschäftigung mit sich selbst und die Erforschung der eigenen Psyche sind an sich schon abenteuerliche Unternehmen. Erinnern wir uns aber unbeabsichtigt unter erotischen Fesslungen und Schlägen an Szenen, die uns extrem ängstigen, so sollten wir andere Wege zur Lust suchen.