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Gelegenheitssex ist eine Frage der Marktbedingungen

Spontane Hingabe gibt es selten zum "Nulltarif"


Wer nach Gelegenheitssex oder seinem vornehm verklausulierten Äquivalent „Causal Dating“ strebt, tut gut daran, sich an den Gegebenheiten des Marktes zu orientieren – also an Angebot und Nachfrage.

Die Anbieter von „Causal Dating“ werden zunächst verdutzt schauen, wenn ich Ihnen sage: Die meisten Menschen, sowohl Frauen wie auch Männer, hassen den Gedanken, sich wie die Vögelchen auf der Stange am Markt der Lüste anzubieten. Doch anders als die Frauen, die es dennoch tun, leben die Männer in der Illusion, es gäbe da draußen unendlich viele notgeile Frauen, die nur darauf wartete, von einem Kerl „gelegt“ zu werden.

Selbstverständlich gibt es diese Frauen. Namentlich Ehefrauen, die etwas Abwechslung von den Geberqualitäten ihrer Männer suchen, Managerinnen, die sich einfach keine Zeit nehmen wollen, Beziehungen einzugehen, und alleinerziehende Mütter, die sich den Zwiespalt zwischen „Partnerschaft“ und „Einen Mann haben“ durch Kompromisse lösen.

Frauen verhandeln gerne über die Bedingungen, unter denen sie Sex schnenken

Doch da wären mehrere Haken:

1. Diese Frauen sind größtenteils wählerisch. Insbesondere die Ehefrauen und Managerinnen wollen emotional geladenen Qualitäts-Sex.
2. Das große Angebot wird zumeist (wenn nicht gar immer) nur vorgetäuscht. In Wahrheit gibt es wesentlich weniger Frauen, die „notgeil“ sind, als angenommen wird.
3. Frauen können die „Latte“ ihrer Verfügbarkeit beliebig hoch ansetzen.
4. Frauen haben dadurch die Möglichkeit, über Sex zu verhandeln, bevor sie ihn schenken. Der Gegenwert kann in allem bestehen – von schönen Illusionen bis hin zu Bargeld.
5. Nicht jede Frau verhandelt ehrlich. Oftmals versuchen Frauen, die Geilheit der Männer zu nutzen, um Geschenke zu erhalten oder Bargeld zu ergaunern, ohne im Gegenzug Sex zu schenken.

Der Autor Dr. Gérard Bökenkamp hat den Gelegenheitssex aufgegriffen und schreibt (Zitiert nach der "Huffington Post"):

Die hohe Zahl der Frauen mit geringem Interesse an Sex führt zu einem Nachfrageüberhang bei Männern und einem Angebotsdefizit auf der Seite der Frauen. Das verbessert die Verhandlungsposition von Frauen, wenn es um das Aushandeln der Bedingungen für Gelegenheitssex geht.


Dem ist kaum etwas hinzufügen, wenn einmal von dem gesellschaftlichen Brimborium absieht, das um die „Käuflichkeit“ von Menschen, speziell von Frauen, stets veranstaltet wird.

Der Liebesmarkt hat eigene Gesetze

Wer an den „Casual-Dating-Markt“ geht, muss sich vergegenwärtigen, dass dort sexuelle Verfügbarkeit angeboten oder sexuelle Begierde gesucht wird. Man kann nicht zugleich einen geschlossenen Markt betreten und behaupten, man sei weder käuflich noch wolle man etwas kaufen.

Für Männer gilt nach wie vor: Das gesuchte Gut, der barrierefreie, schnelle Sex, ist selten oder gar nicht verfügbar, es sei denn für Geld, spontane Sympathien oder extrem hübsche Worte.

Es gibt – ohne jeden Zweifel – auch eine gewisse Anzahl von Frauen, die für Sex, gespielte Zuneigung oder falsche Romantik einen Preis in Geld oder Geschenken bezahlen, ja sogar solche, die sich abwerten, um Sex zu genießen. Es mag sogar sein, dass deren Anzahl zunimmt.

Doch auch auf diesem Gebiet gelten die Marktbedingungen. Wer als Mann Sex gegen Geld, Nahrung oder Geschenke tauschen will, findet einen schlecht bestellten Markt vor. Bestenfalls das Gefälle zwischen sinnlich-begehrlichen älteren Frauen und jungen, hübschen und potenten Männern bietet noch Raum für Gelegenheiten.

Das "gewünschte Gut" ist meist rar

Lassen Sie mich noch einmal zitieren (Quelle wie zuvor), wovon der Erfolg in der einen oder anderen Richtung letztendlich abhängig ist:

Ihre Verhandlungsposition auf dem Markt hängt wesentlich davon ab, wie groß die Zahl der Individuen ist, die ähnliche Ziele verfolgen wie sie selbst, das heißt wie groß der Wettbewerb um ein bestimmtes Angebot ist und wie groß die Zahl der Individuen, die das gewünschte Gut zur Verfügung stellen.


Falls Sie nun denken „das ist eben der Kapitalismus, der der Autor hier vertritt“, sollten Sie bedenken, dass Sie selbst auch einmal am Markt der Partnersuche waren und sich dort „verkauft“ haben. Und mit einiger Sicherheit haben Sie dort nicht nur ihren edlen Charakter angeboten.

Link zum Buch des zitierten Autors.

Mindestlohn: nur Verlierer, keine Gewinner

ROT wird uns zu teuer ...
Ist es gut, wenn Löhne um 10, 20 oder gar 30 Prozent steigen? „Natürlich nicht“, werden alle denkenden Menschen empört aufschreien – dann steigen die Preise ja ins Unendliche, und daraufhin müssen auch die Löhne wieder steigen.

Das Gute: Nicht alle Löhne steigen. Das Schlechte: Einige Löhne steigen viel zu stark – so stark, dass sie Begierden wecken bei all jenen, die heute zwischen neun und zehn Euro verdienen – in teils durchaus anspruchsvollen Berufen. Nichts Neues, dass auch Selbstständige sich von der Regierung angepisst fühlen, denn sie verdienen teils deutlich unter 8,50 EUR – denn bei den 8,50 ist man schon krankenversichert, rentenversichert und hat Anspruch auf Erholungsurlaub.

Der Mindestlohn begünstigt Ungelernte - Fachkräfte werden mit Forderungen nachziehen

Bleiben wir bei den Arbeitnehmern: der „Kollege nebenan“ bezieht Mindestlohn und verdient in der Woche nur 60 Euro weniger als der qualifizierte, gelernte und engagierte Arbeitnehmer, der täglich die Interessen des Unternehmens nach außen vertritt, wie eine Fachverkäuferin beispielsweise?

Das alles ist kein Scherz, sondern die Realität. Wenn der Staat in die Tarifhoheit eingreift, indem er „Mindestlöhne“ per Regierungs- und Parlamentsdiktat durchsetzt, schafft er Unruhe in der Arbeitnehmerschaft. Denn nun gibt es Anreize für andere, nun endlich ihren „gerechten Lohn“ durchsetzen wollen. Einen Lohn, dessen Durchsetzung möglicherweise gerechter ist als die des (auch unter Arbeitnehmern) verhassten Mindestlohns.

Die Preise steigen astronomisch - doch das ist den Linksdenkern gleichgültig

Nahezu überall, wo geringfügige Dienstleistungen oder Zuträger-Arbeiten angeboten werden, sind die Preise bereits erhöht worden oder sie stehen kurz vor der Erhöhung. Der Bäcker kalkuliert bereits mit einer Kostensteigerung von 20 Prozent. Der Taxiunternehmer rechnet heute sogar mit 25 – 30 Prozent Steigerung. Der Friseur mit viel Personal denkt an Entlassungen, und jener mit wenig Personal kann seine Friseurinnen nur noch dann bezahlen, wenn auf einen Kunden sofort der nächste folgt. Leerzeiten sind dann einfach unbezahlbar. Taxis werden deutlich teurer, Handlangerdienst so gut wie unbezahlbar, und Hotels wie auch Gaststätten sind gerade dabei, neue Personal- und Kostenkonzepte zu erstellen. Der eine oder andere Betrieb wird nun das Handtuch werfen – und die Zirkusse, ohnehin immer am, Rande der Kostenschere, werden teilweise aufgeben. Die Folge: Entlassungen und Arbeitslosigkeit.

Ist der Mindestlohn sozial? Im Gegenteil!

Und für wen ist der Mindestlohn nun „sozial“? Für die Bezieher, die jetzt vielleicht wirklich 60 Euro mehr verdienen, falls der Chef nicht die Notbremse zieht? Entlassung oder weniger Wochenarbeitszeit? Und: Was auf der einen Seite mehr verdient wird, muss auf der anderen wieder ausgegeben werden. Die Bezieher kleiner Einkommen werden ganz erheblich dafür blechen müssen, dass andere Bezieher kleiner Einkommen mehr Lohn bekommen, damit sie auch teurer einkaufen können - was für ein sozialer Unsinn! Übrigens sind auch Singles und Alleinerziehende, die normalerweise ohne Dienstleistungen nicht auskommen, davon betroffen.

Man könnte argumentieren, dass es nicht die „kleinen Leute“ sind, die oft zu Friseuren gehen, Taxis nutzen oder andere Dienstleistungen in Kauf nehmen. Aber sie trifft es eben besonders schlimm. Eine Fernfahrten zum Facharzt (hin und zurück) wird bald gegen 74 Euro kosten (heute 49 Euro). (1) Und weil jeder irgendwann mal irgend etwas in Anspruch nimmt, woran ein Mindestlohnempfänger verdient, werden am Ende alle bestenfalls gleich viel Geld, möglicherweise aber deutlich weniger haben. Wenn sie nicht gleich auf die Straße gesetzt werden, weil den Chef die Lust verlässt, unter immer schwereren Bedingungen noch Personal zu beschäftigen.

Am Ende werden wir alle angeschmiert, weil alles für alle teurer wird

Im Grunde werden wir alle angepisst vom Mindestlohn – und wir sollten wirklich niemals vergessen, dass uns genau dies die SPD – die Sozialdemokratische Partei Deutschland – eingebrockt hat. Es hätte freilich noch schlimmer kommen können, wenn die Sozialdemokratie sich mit der Partei „Die Linke“ zusammengetan hätte. Ist das ein Trost? Ich denke nicht. Mindestlohn ist keine soziale Tat, sondern sozialer Beschiss.

(1) Laut Bericht der OVZ vom 14. November 2014.

Alleinerziehend – warum die Aussichten mies sind

Wenn Sie absolut wissen wollen, wie Ihre Aussichten als Single Mom besser sein könnten, dann kommen oft nur die drei „L“ infrage: spontane Lust, frei flottierende Leidenschaft und lesbische Eskapaden – sagen uns jedenfalls viele Frauen. Das stimmt natürlich nicht so ganz (1), aber das Gegenteil auch nicht: Nämlich das die Männer Schlange stehen nach Ihnen. Was aber wird ganz sicher passieren?

Hoffentlich nicht dies, aber vielleicht doch? 17 Mal Horror für alleinerziehende Mütter

1. Es ist ziemlich sicher, dass Sie keine goldene Hochzeit mehr erleben.
2. Zu 99 Prozent sind Sie Silvester allein (Weihnachten vermutlich auch, es sei denn, Ihre Kinder wären da oder (schrecklich) Sie gehen zu Ihren Eltern.
3. Im Winter haben Sie niemandem zum Wärmen – das Bett bleibt kalt.
4. Sie verbrauchen zu viel Batterien – nicht für Taschenlampen, versteht sich.
5. Wenn Sie unerkannt das Haus verlassen wollen, müssen Sie geheimdienstliche Methoden anwenden – und trotzdem will jeder wissen, wo Sie waren.
6. Freunde werden versuchen, Sie an die letzen Typen zu verkuppeln.
7. Wochenenden sind immer beschissen – niemand wird mit ihnen ausgehen. Auch Freundinnen nicht.
8. Die meisten Freunde bedauern sie nicht, sondern machen sich lustig über sie. Beschissene Dates? Ach – die sind typisch für Sie.
9. Unterhalten wie Erwachsene? Haben Sie längst verlernt, weil sie sich dauernd mit Kindern und anderen Single-Müttern unterhalten, die das auch verlernt haben.
10. Was tragen sie eigentlich nachts? Etwas schickes? Oder gepunktete Nachthemden (wahlweise auch schlecht passende Pyjamas?
11. Und am Tage als Dessous? Neuer BH nur, wenn der alte ausgeleiert ist?
12. Keine Kosmetikerin mehr, selten zur Friseuse, Rasierapparat verbannt? Merken Sie was?
13. Kinderkram und Teenagerzeug wird wichtiger als das, was Sie betrifft. Wann haben Sie zuletzt einen Film für Erwachsene im Fernsehen gesehen?
14. Sie gehen zu oft zu Ihren Eltern und stellen fest: Dort sind Sie immer noch das Kind. Verdammt beschissen, nicht?
15. Familienfeste, besonders Hochzeiten? Na, das wissen Sie ja selbst: Da hilft nur, sich möglichst schnell zu besaufen. Leider.
16. (Von uns): Sie werden feststellen, dass sie die moralischen Richtlinien ihrer Eltern oder Kinder besser kennen als Ihre eigenen.
17. (Von uns): Sie schämen sich, wenn Sie spontanen Sex mit jemandem hatten.


Frei übersetzt vom Liebeszeitungs-Team, neu formuliert und ergänzt - nach dieser Vorlage, die (hoffentlich!) auch bereits eine Satire ist.

(1) haben Sie Tipps? Dann schreiben Sie uns doch einfach ...

Liebe Woche – Erotik in Wort und Bild nebst Feminismus und Spießertum

Toleranz und liberales Denken beinhaltet auch, Andersdenkende anzuhören. Aber dennoch habe ich die Nase voll von Feministinnen und (anderen?) Spießern. Das Thema lässt die "Liebeszeitung" vorläufig nicht los.

Erotisch schreiben - Möglichkeiten und Grenzen

In unserer umfassenden Serie über das Schreiben erotischer Bücher und erotischer Sequenzen in Liebesromanen haben wir diese Woche ein Highlight: Wie beschreibt man eigentlich erotische Gefühle? Dazu behandeln wir ein Stilmittel, das aus der Fotografie entlehnt ist: Zoomen – nah herangehen.

Ein ziemlich unerfreuliches Kapitel der heutigen erotischen Literatur: der Weichspülgang, der nahezu die gesamte erotische Frauenliteratur unserer Zeit durchzieht. Da waren schreibende Damen schon einmal erheblich heftiger und direkter. Warum? Weil sie in „Neusprech“ schreiben müssen, um sich nicht verdächtig zu machen, „sozial inkorrekt“ zu sein?

Übrigens: Warum lesen Frauen eigentlich so gerne Erotik-Kitsch? Gramse glaubt, die Antwort zu kennen,

Feministinnen und Huren

Feministinnen hassen Huren – und Huren hassen Feministinnen. So gesehen. Wäre die Sache klar. Aber wer steht wirklich hinter der Anti-Prostitutions-Allianz? Viele Frage stehen offen, und es gibt kaum Antworten. Wer sind die Gegner? Wer die Befürworter? Und letztendlich: Was ist eigentlich Prostitution? Sie meinen, das wäre so eindeutig? Nein, ist es nicht.

Wo und wie Feministinnen ihre heimliche Macht und sogar ihre Zensur, verwirklichen können, steht längst fest: in Universitäten. Von dort aus begann in den 1970ern die heimliche Unterwanderung. Sie scheiterte vor allem daran, dass ihnen die meisten Hetero-Frauen die Gefolgschaft versagten. Doch im EU-Parlament ist der Schulterschluss mit den Ultrakonservativen gelungen – und in der Sprachregelung auch: Was „Sexismus“ ist, bestimmen Frauen.

Lesbische Frauen und Pornografie

Feministinnen hassen zumeist Pornografie – aber was ist eigentlich mit lesbischen Frauen? Kurzfassung: Überzeuget lesbische Frauen glauben, dass es keinen Markt für lesbisch-positive Pornografie gibt. Aber möglicherweise für bi-neugierige Frauen?

Partnersuche über 40 und empfindliche Seelchen

Wenn eine Frau weiß, was sie will, kann sie über 40 einen Partner finden – aber wenn sie dabei nicht realitätsnah und ausreichend neugierig ist, scheitert sie dennoch.

Zur Partnersuche ab 40 gehört auch, eine belastbare Psyche einzubringen. Wer sich ständig beleidigt fühlt, weil sein Seelchen angekratzt wird, sollte sich einmal überlegen, warum das so ist. Partnersuche ist wie "zur See fahren": Der Wind kann von allen Seiten wehen, und die See geht hoch. Wem da zu8m Kotzen ist, der sollte lieber bleiben lassen, auf Partnersuche zu gehen. Falls du gerade auf Partnersuche bist (von 18 - 68) udn ein bisschen nachdenken willst: Der Chef philosophierte diese Woche über Gegensätze.

Alles außer Hetero

Wenn eine Frau mit einer anderen Frau äußerst intim wird, schert das Männer wenig – auch dann noch, wenn es um die Ehefrau geht. Umgekehrt allerdings empfinden Frauen als Katastrophe, wenn ihre Freunde, verlobten oder Ehemänner „mit einem Mann herummachen“. Darüber gibt es jetzt sogar ein Buch.

Die Diskussion um eine wirklich oder eingebildete Homophobie ist derzeit so groß, dass beide Seiten vor Hass aufeinander schäumen. Doch wäre wohl auch zu berücksichtigen, dass die mächtige LSBTTIQ-Lobby prozentual nur sehr wenige Menschen vertritt, aber andere Minderheiten ebenso von den rechtskonservativen Kräften beschimpft und diffamiert werden: zum Beispiel Alleinerziehende. Nun wäre natürlich zu fragen: Ist es wirklich Homophobie, die den Hass antreibt? Oder ist es einfach so, dass die Ideologen überall Oberwasser bekommen blindwütig auf Andersdenkende, anders Lebende und Andershandelnde einschlagen?

Ekelhafte Gutmenschen - und doch eine schöne Woche für euch

Das eigentlich ekelhafte an diesen neuen Gutmenschenbewegungen ist, dass sie die Liebe allein für sich vereinnahmen – und auch noch die Kultur- und Demokratiehoheit beanspruchen.

Dennoch – eine schöne Woche. Und versucht bitte mal, liberal zu denken – das hilft gegen Feminismus, Sektierertum, Homophobie und andere lästige Angewohnheiten.

Drei Mütter auf Partnersuche: Vorhaben gescheitert

Das ZDF zeigte gestern in der Sendung "37 Grad", was Mütter bei der Partnersuche falsch machen können – sagte es aber nicht deutlich genug. Was meint unser Experte Gebhard Roese dazu? Hier seine Stellungnahme.

Nicht alle Single-Mütter sind auf Partnersuche ...


Es war abzusehen: Die drei Mütter, die das ZDF für die Sendung „37 Grad“ ausgegraben hatte, würden am Ende ohne Partner dastehen. Alle tun etwas für die Partnersuche, und alle haben mehr oder weniger Probleme damit, denn die Kinder sind noch jung, und die Männer, die zu ihnen passen könnten, sind rar. Soweit die Ausgangssituation für alle.

Mütter wollen keine Liebhaber – doch wollen sie Beziehungen?

Ebenso klar ist auch, dass alle nicht das wollen, was nach den Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte nahe liegt: einen Liebhaber. Denn die Frauen, die im ZDF vorgeführt wurden, sind keine „Wunsch-Single-Mütter“, also Frauen, die sich entscheiden haben, mit Kind allein zu leben. Sie sind vielmehr die „Zurückgebliebene“ aus Beziehungen.

Schlechte Chancen für Mütter gegen 40 - nicht nur wegen der Kinder

Nun sind Beziehungen für Frauen gegen oder gar über 40 aber immer problematisch, weil die „Marktlage“ für sie sie ausgesprochen mies ist. Und Frauen, die sich erst vor wenigen Jahren trennten und dazu noch kleine Kinder haben, konkurrieren durchaus mit kinderlosen Single-Frauen zwischen 35 und 40. Man kann hier durchaus von einem „Käufermarkt“ sprechen – wo Männer die „freie Auswahl“ haben, gehen die problemlosen Marktteilnehmerinnen besser „weg“ als diejenigen, die möglicherweise zusätzliche Schwierigkeiten in beginnende Beziehungen einbringen. Damit sind nicht „Kinder“ generell gemeint, sondern die Gesamtsituation, die der Mann dort antrifft.

Partneragenturen reden den Müttern ihr Vorhaben schön - mit Befragungen

Bevor ich auf die Personen und ihre Wege zur Partnerschaft komme, ein Wort zuvor: Die Single-Börsen und Partneragenturen sind äußert geschwätzig, wenn es darum geht, den Beweis für die Vermittelbarkeit von Müttern anzutreten. Sie überbieten einander darin, festzustellen, wie gerne Männer doch eine Frau mit Kind „nehmen“ würden. Die Wahrheit dahinter ist simpel: Männer „würden“ schon eine Frau mit Kind nehmen, aber sobald sie die Wahl haben, werden sie zumeist eine Single-Frau ohne Kind oder aber eine junge Mutter mit dem Wunsch nach gemeinsamen Kindern heiraten wollen. Demnach haben Mütter mit mehreren Kindern, die aus einer Ehe stammen, schlechtere Chancen. Ganz schlecht sind die Heiratschancen allerdings auch für Mütter, die mehrere Kinder von verschiedenen Vätern großziehen.

Ilona - dominierende Persönlichkeit - doch wohin führt der Weg?

Kommen wir nun zu den Frauen, die das ZDF zeigte. Absolut dominierend war die Persönlichkeit der Ilona: Eheerfahren, nicht mehr ganz jung, dazu mit einem stressigen Privatleben und einem ebensolchen Beruf, erfolgreich und wohlhabend, hätte eigentlich gute Voraussetzungen, bei einer Partneragentur fündig zu werden. Die Probleme zeigten sich allerdings im Detail: Sie schwankte zwischen Anspruchshaltung und Liebessuche und konnte auch vor der Kamera nicht eindeutig sagen, wohin der Weg für sie mit Beruf, Kindern und Mann gehen soll.

Melanie - Gute Chancen, aber Weichen falsch gestellt

Die zweite Frau, die 36-jährige Melanie, ist eher die Frau, die sich Männer wünschen: Ganz Frau, mit einem äußert liebevollem Gesicht, das Vertrauen schafft. Allerdings wäre da ein Problem mit der Erscheinung: aufgebrezelt (beim Salsa-Tanz) wirkt sie weniger attraktiv als im Alltag. Dies Problem ließe sich leicht lösen, doch wäre da noch ein Anderes. Sie möchte „gefunden werden“, was mit 36 und zwei Kindern noch unwahrscheinlicher ist als sonst. Frauen, die „gefunden werden wollen“ locken, ohne es zu wollen, oft fragwürdige Existenzen unter den Männern an. Immerhin ist sie „gerne Frau“ und zeigt dies auch.

Maria -Offenheit sollte eigentlich punkten, trotz der "Extrapfunde"

Als dritte Frau schickte das ZDF die 39-jährige Maria ins Feld der Männersuche: Sie ist solide, mütterlich und etwas übergewichtig. Erstaunlicherweise glaubt sie, mit ihrer „offene und klare Art bei Männern vielleicht nicht so gut“ anzukommen. Nun – dass sie beim Speed Dating keinen Erfolg hatte, hätte man voraussagen können. Allerdings verwundert doch ein wenig, dass sie mit ihrer Art keinen „soliden Mann“ findet, beispielsweise einen Handwerker. Da sie wenig Bedürfnisse hat (jedenfalls so, wie das ZDF sie darstellte) dürfte dies eigentlich kein Problem sein.

Erkenntnisse aus der ZDF-endung fürs Leben

Was ist nun das Fazit?

1. Erstens kann man feststellen: Mütter mit kleinen Kindern, insbesondere Frauen aus ehemals „soliden“ Ehen, haben es schwer, einen beständigen Partner zu finden.
2. Zweitens: Gelegenheitsbeziehungen und „Lover“ werden meist abgelehnt – teils aus guten Gründen (Sicherheit, Wohl der Kinder, „Schlampenfaktor“), teils aber auch aus der Anspruchshaltung, einen ständigen Partner zu „verdienen“.
3. Drittens: Falsche Wege führen zu falschen Resultaten. Salsa-Tanz ist kein Beziehungsköder, eine Menge Dates ohne klare, erfüllbare Vorstellungen führen ins Leere, und holprige Dating-Versuche erzeugen Frust.
Das Vorhaben der drei Mütter, einen Partner in der vom ZDF beobachteten Zeit zu finden, ist offenkundig gescheitert – doch das ZDF will das nicht so stehen lassen und spielt die Hoffnungskarte aus. Wie ich es auch überlege: Daraus wird kein Joker im Spiel um die Liebe.

Fragwürdiger Schluss in der Ankündigung zur ZDF-Sendung

Zum ZDF wäre noch eine Bemerkung zu machen: Nach der Beschreibung der Sendung wird zusammenhanglos und damit relativ unqualifiziert noch dieser Satz (Quelle) angehängt:

Der Forscher Tamas Bereczkei und seine Kollegen wollen herausgefunden haben, dass sich Menschen offenbar an den Gesichtszügen ihrer Eltern orientieren. Dabei bevorzugen Frauen unbewusst einen Mann nach dem Ebenbild ihres Vaters und Männer Partnerinnen, die der eigenen Mutter ähnlich sehen. Vielleicht eine Hilfestellung oder Tipp für alle Suchenden.


Das ZDF sollte sich wirklich überlegen, ob es solche Hinweise veröffentlicht – das klingt erheblich nach Boulevard, denn eigentlich vergeht kein Monat, in dem nicht irgendein vorwitziger „Forscher“ behauptete, herausgefunden zu haben, wie die Partnerwahl funktioniert.

Hinweis: Die Sendung wurde am 15. Januar 2013 ausgestrahlt und vom Autor gesehen - Zusatzinformationen des ZDF wurden in diesem Artikel verwendet.