Skip to content
  Werbung

Wann sind „besondere“ Sex-Dates gefährlich?

Hast du schon einmal gehört, dass ein SM-Date (ja, so etwas wie in den „Shades of Grey)“ mit psychischen oder physischen Verletzungen geendet hat?

Und fürchtest du dich seither davor, obgleich du davon heimlich träumst?

Wir haben gehört und gelesen, dass es ein paar „schwarze Schafe“ gibt - teils so schwarz, dass man sich vor ihnen fürchten sollte. Und wir haben einen Artikel gelesen, wie man sich davor schützen kann. Die folgenden Warnungen haben wir von jemandem erfahren, der sich auskennt. Sie gelten aber eigentlich nicht nur für SM-Beziehungen, sondern für jede Beziehung, in der ein Mensch dem anderen die Verfügung über seinen Körper gestattet.

Einsame Wölfe wollen dich kapern

Wo wir gerade beim Schaf sind: Derjenige, der oder draußen herumschleicht, ist kein Schaf, sondern zumeist ein einsamer Wolf. Gelegentlich, aber nicht sehr häufig, haben wir auch von Wölfinnen gehört.

Sie haben all eine gemeinsame Eigenschaft: Sie wollen dich kapern. Du sollst zu ihnen gehören - oder schlimmer noch: Du sollst ihnen gehören, ihnen hörig sein.

Lass dich nicht in eine Rolle drängen

Wenn du zunächst nach Erfahrungen oder Erlebnissen suchst, bis du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein(e) „Sub“. So nennt man die unterwürfigen Partner. Aber du könntest ebenso gut etwas zwischen „Sub“ und „Dom“ sein oder gar nicht von beiden -sondern einfach jemand, der solche Praktiken genießt.

Lass dich nicht zum „Nachspielen“ verleiten

Du träumst zwar von dem, was geschehen könnte, aber du weißt noch nicht, was „viel“ oder „wenig“ für sich ist. Das kannst du wirklich nur „am eigenen Leib“ erleben.

Der Weg hinaus muss frei bleiben

Für dich muss es immer einen „Weg hinaus geben“. Manche Männer und einige Frauen verwenden die Salamitaktik: „Hast du es einmal getan, wirst du beim nächsten Mal mehr tun, und dann immer mehr, bis du nicht mehr du selbst sein kannst.“

Warnung und Entwarnung

Die Schwierigkeit vieler Menschen, die irgendetwas sexuelles „ausprobieren“ wollen, besteht darin, dass sie sich lieber verführen lassen wollen als mit jemandem zuvor zu besprechen, was möglich ist und was nicht. Das gilt für so gut wie alle „ersten sexuellen Kontakte“, egal, was gerade erprobt werden soll.

Das Einzige, was man einer „abenteuerlustigen Person“ auf den Weg geben kann, ist deshalb: Sprich über das, was Du beim ersten Mal zulassen willst oder eben auch nicht willst. Und natürlich gilt: Sag irgendjemandem, zu wem du gehst und was du dort tun möchtest. Habe ich etwas vergessen?

Oh ja - lass kleine Fotos oder Videos von dir „in der Situation“ machen, egal, ob dir der neue Partner verspricht, sie „privat“ zu behandeln.

Hinweis: für diesen Artikel wurden Informationen aus unterschiedlichen Blogs verwendet.

Lust: Herbst für Singles und Paare?

Ein exklusives Liebeszimmer - Frankreich um 1935
Im Oktober ändert sich vieles – das spüren wir „irgendwie“. Eigentlich ist das jedes Jahr so, aber besonders eben in diesem Jahr. Draußen lauert der Herbst- und Winterblues – von der schrecklichen Weihnachtserstarrung ganz zu schweigen, die dem Single zeigt, dass er eben doch die Arschkarte hat.

Der kleine Hauch der Erotik - das Schlafzimmer

Einfaches, erotisiertes Schlafzimmer, 19. JH

Was die erotische Begeisterung betrifft, so fällt nun die öffentliche Lust am Betrachten muskulöser Oberarme (bei Herren) und sinnlicher Oberschenkel (bei Damen) fort.

Was machen die Singles, was tun die Paare, um die „langen Nächte“ mit einem Hauch von Erotik zu überziehen?

Eine Möglichkeit wäre, das Schlafzimmer zu erotisieren. Sind die Kinder längst ausgezogen? Dann könnte man das Kinderzimmer in ein Lust- und Liebeszentrum verwandeln. Gut, das betrifft vor allem ältere Ehepaare. Der Single muss eigentlich nicht warten – er kann seine Wohnung so weit erotisieren, dass sie sowohl ihn wie auch sie lustvoll beflügelt.

Kleider verführen - vor allem männliche Augen

Das Korsett eignet sich immer noch für Überraschungen

Mit den erotischen Klamotten ist es so ähnlich – sie anzuziehen und sich vorzustellen, der (oder die) Geliebte stünde im Türrahmen, ist durchaus eine Perspektive. Natürlich wäre es ganz hübsch, wenn du es überraschend für deinen Partner tun würdest. Es gibt kaum eine Frau, emanzipiert oder nicht, die es nicht schon versucht hätte. Mögen Strapse auch umständlich sein, im Schritt offene Strumpfhosen „unpassend“ sein oder der frivole Fummel für die Nacht „obszön“ – der Zweck heiligt die Lust. Sollte der Mann schon mal auf Frauen in Lederröcken gelinst haben, dann will er wahrscheinlich etwas „härter“ angepackt werden – und dazu eignet sich die „Winterquarantäne“ auch vorzüglich.

Vorräte anlegen wie die Eichhörnchen

Ob zart oder hart – der Winter ist die Zeit, in der die Vorräte an Konserven-Lust angepackt werden. Vieles wird nicht mehr so „frisch gekocht“, sondern muss erst aufgetaut werden, bevor es an den Verzehr geht.

Erinnert sich noch jemand an „Aktion Eichhörnchen?“ Nein? „Denke dran, schaff Vorrat an“, hieß das Motto. Einen festen Partner? Einige zuverlässige, aber flexible Partner(innen)? Trennen zwischen erotischen, sexuellen und vanille-emotionalen Verbindungen? Hauptsache lustvolle Möglichkeiten bunkern.

Schon mal die Vorratskammer sichten ...

Jeder muss wissen, was er kann, was er wagen darf und wie weit er dabei gehen will – das gilt für Frauen wie für Männer. Aber die später möglichen erotischen und sexuell vielversprechenden Partner(innen) schon im Oktober zu kennen, schadet nichts, nicht wahr?

In diesem Sinne: Geht sorgsam mit euren Ressourcen um. Sie sind nicht unerschöpflich, aber sie sollten reichen, um über den Winter zu kommen.

Ach so: Es schadet wirklich nichts, sich für den Winter mit jemandem einzuigeln. Die körperliche Nähe schafft auf jeden Fall die Möglichkeit, viele angebliche „Stolpersteine“ in Meilensteine zu verwandeln.

Bild oben: Luxus-Liebeszimmer aus einem französischen Bordell.
Bild Mitte: Ein bisschen Romantik in Rot - Mexiko, 19.JH.
Bild unten: Axfords Modell D 35, gegen 1990, © by Axfords, Re-Scan
Wir bedauern, keine modernen "zivilen" erotischen Schlafzimmer zeigen zu können - hätten wir gerne getan.

Verführerinnen und Verführer - anders betrachtet

Die Verführerin, die in die Geschichte einging: Circe
Ein herrlich oder herrisch Etwas schnürte
In Ketten alles, was sie tat, – das heißt,
Dass, wer sie sah, die Kett' am Halse spürte.
Die Wonne selber würd‘ zur Folter meist.


Lord Byron, englischer Dichter. Don Juan Kapitel fünf.

Männer die Frauen verfallen und sich dadurch selbst zugrunde richten, stehen nur noch selten im Fokus der Geschichte. Die moderne Lebenswelt verachtet Verführer(innen) und Verführbare gleichermaßen, seit die absolute Selbstbestimmung zu einem Mantra der Moralisten geworden ist.

Seinen Trieben folgen - "unmoralisch" oder verständlich?

Doch nach wie vor ist die „Fleischeslust“ oder der Drang, seinen Trieben zu folgen statt der Vernunft, ein starkes Motiv, sich zeitweilig in den Wahn der Verheißung der Lust hineinzustürzen.

Verführte Männer - belächelt und verachtet

Teils belächeln wir die Männer, die schalkhaft-listigen Frauen verfallen, teils verachten wir sie. Selbst wenn sie dabei kriminelle Neigungen entwickeln, verzeihen wir ihnen oftmals - als Männer wie als Gesellschaftsordnung.

Verführte Frauen - Gegenstand unseres Mitgefühls

Frauen hingegen, die Männern verfallen, genießen fast ausschließlich unser Mitgefühl. Wir unterstellen ihnen edelmütige Gefühle, keine nackte Lust. Wir vermuten keine Begierde, sondern den Drang nach liebevoller Zweisamkeit.

Und dies alles in unserer Zeit, in der Frauen wie Männer angehalten werden, mit ihren emotionalen Ressourcen sorgfältig umzugehen und als selbstbestimmte Wesen zu handeln?

Verständnis für Verführerinnen und Verführer

Wenn wir die Sache genau betrachten, dann hat das Verführen etwas mit „Herrschen wollen“ zu tun, das verführt werden mit „beherrscht sein wollen“.

Das liegt darin, dass von uns auch sonst erwartet wird, außer unserem selbstbestimmten Wesen auch noch eines zu haben, das zu Führen imstande ist und eines, das sich führen lässt. Ich argumentiere bewusst nicht mit Freud und seinen abstrakten Vorstellungen von der gleichzeitigen Anwesenheit der drei ICH-Zustände. Ob wir sie nun haben oder nicht haben: Wir besitzen ein großes Repertoire, von dem absolut selbstbestimmten ICH abzuweichen - und wir hätten es nicht, wenn wir es nicht benötigen würden.

Möglicherweise ist unsere „gefühlte Ablehnung“ von Verführungen davon geprägt, dass wir glauben, andere nicht beeinflussen zu dürfen. Dabei ist längst bewiesen, dass wir andere ständig beeinflussen - ob willentlich oder nicht willentlich, ob durch Reden oder durch Schweigen, durch Tun oder Unterlassen.

Klar scheint lediglich zu sein: Wenn wir „stark manipulativ“ vorgehen, und dieses Verhalten vom anderen bemerkt wird und darüber hinaus unerwünscht ist, werden wir darauf angesprochen.

Die Verantwortung liegt bei beiden
Verführerin als Werbung

Die „Verführten“ ihrerseits können sich nur schwer aus der Verantwortung herausreden. Auch bei Ihnen steht in der neuen Zeit das selbstbestimmte Handeln im Mittelpunkt. Und auch sie lassen Manipulationen zu, ja, es ist für sie sogar möglich, aus einer vorgeblich „passiven“ Haltung heraus zu manipulieren.

Spielen ist üblich, die Regeln sind oft unklar

Wir wissen auch, dass sich mit den ICH-Zuständen vortrefflich spielen lässt, wenn man sich in ihrem Repertoire auskennt. Und dann wird das Verführen und verführt werden zu einem Spiel, das auf Rollen basiert.

Unter Menschen ist üblich, dass Spiele mit offenem Ausgang und ohne ein genaues Regelwerk begonnen werden. Einer versucht, auf der Klaviatur der ICH-Zustände ein paar Akkorde anzuschlagen und beobachtet, wie der andere darauf reagiert. Lässt er oder sie sich ein, so wird daraus vielleicht eine Verführung. Und falls nicht, so scheitert der Versuch.

Erweiterungen und Einschränkungen

Selbstverständlich deckt diese Aussage nicht alles ab, was Verführungen betrifft. Wie Lord Byron anmerkt, ist es die „herrlich und herrische“ Ausstrahlung, also das „Bestimmende“, was an Verführerinnen und Verführen fasziniert. Oder eben die feminine oder maskuline Ausstrahlung, die geneigte Menschen auf die Knie zwingt oder ins Lotterbett treibt.

Bild oben: Circe, John William Waterhouse, 1849-1917, der das Motiv mehrfach nutzte.
Bild Mitte: Werbung, Frankreich, ca. 2000.

Die Umkehrung der Verführerrolle

Die verführerische und zugleich kämpferische Frau, 1920
Wer verführt eigentlich wen zu was? Für die Erzkonservativen ist es klar: Das Weib verführt, sein Name war Eva, und damit begann das ganze Schlamassel. Heute mag man das nicht mehr so stehen lassen. Und in der Tat ist die Genesis mehrdeutig: Eva war nicht Gottes ursprüngliches Geschöpf, weil er den Menschen als Mann und Weib schuf - komplett und perfekt.

Vor 200 Jahren - Frauen haben sowieso keine Geschlechtslust

Die Behauptung, das Weib sei die böse, verführerische Kraft, weil sie der Schlange verfallen war, die mit falscher Zunge redete, gehört heute zum Religionsmüll. Das „neue“ Weib, das die Psychiatrie und der Zeitgeist im 19. Jahrhundert aufbauten, war im Grunde ein „Unwesen“, das zu behandeln war, falls es zur „Hysterie“ neigte, und eben auch, falls es der „Mannstollheit“ verfiel. Nur die völlige Anpassung an das bürgerliche System oder wahlweise ein radikaler Ausbruch aus der Gesellschaftsordnung konnte die Frau retten, die sich nicht in das Schema einordnen wollte - von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.

Vor 100 Jahren - Keuschheit lohnt sich

Vor 100 Jahren noch wurde den jungen Frauen dringend dazu geraten, sich „alle Vertraulichkeiten, die auf die Sinnlichkeit abzielen, energisch zu verbieten.“ Der Hinweis allerdings weist auch darauf hin, dass es nicht mehr so selbstverständlich war, „keusch“ zu bleiben. Das alte System der bürgerlichen Selbstverständlichkeiten war ausgelöscht, der Krieg hat ein Chaos hinterlassen, und viele junge, heiratsfähige Männer hatte der Krieg dahingerafft. Was letztendlich hieß: Viele junge Frauen suchten einen eigenen Weg aus der Misere - wirtschaftlich wie auch sexuell. Behauptet wurde, dass neun von zehn Frauen, die sich ihrem Liebhaber „hingegeben hatten“, nicht von ihm geheiratet wurden. Da wäre natürlich die Frage: Hatten sie dies erwartet? Wollten sie durch Ihre „Hingabe“ im Konkurrenzkampf einen Vorteil erlangen? Oder beschlich sie einfach die natürliche Lust, die man ihnen gar nicht zubilligen wollte?

Die1950ern - Fortsetzung der Keuschheitsideals

Die „Keuschheitserziehung“ der Töchter war bis weit in die 1950er Jahre der übliche Standard - und je vehementer er gefordert wurde, umso weniger wurde er eingehalten. Die Forderung „als Jungfrau in die Ehe“ zu gehen, erschien vielen jungen Frau als völlig absurd - lediglich die Furcht vor Schwangerschaften war noch als Hindernis. Als die Zeitschrift TWEN 1962 bezweifelte, dass die Jungfräulichkeit der Frau bei der Eheschließung irgendeinen Wert habe, gab es gar ein Skandälchen.

Seit etwa 1980 hörte man von Frauen, die bei Dates verführen
Heute: Verführen oder verführen lassen?
Die ersten Berichte über weibliche Verführer bei Dates gab es in den 1980er-Jahren, aber sie gelangten damals noch nicht in die Presse. Erst seit sich der Journalismus mit dem sogenannten „Online-Dating“ auseinandersetzte, und es die ersten Berichte über eine angeblich „Abschlepp-Kultur“ gab, fiel der Öffentlichkeit wie Schuppen von den Augen. Frauen traten wesentlich häufiger als Verführerinnen auf, als man je gedacht hatte: Mal verdeckt-aktiv durch ausdrückliche Ermunterung, mal als pro-aktive Verführerinnen.

Dahinter verbirgt sich keinesfalls ein Geheimnis, denn der Schlüssel heißt: Heute muss der Sex stattfinden, denn heute bin ich in jeder Hinsicht darauf vorbereitet.

Auch die neue Frauenbewegung der 2010er Jahre hat daran kaum etwas geändert - die Frauen, die aktiv verführen will, erreicht ihre Ziele gegen alle Zeitströmungen und sonstige Tendenzen.

Dafür gibt es gute Gründe: Wer seine Zeit mühevoll „frei schaufeln“ muss, sei es aus sozialen, beruflichen oder biologischen Gründen, geht selten Umwege. Der Mann für das Date kann vielleicht ein Partner fürs Leben werden, aber er kann auch Partner für eine Nacht ein Wochenende oder einen Kurzurlaub sein.

Sollte es zur Regel werden, dass die Frau verführt?

Für eine Umkehr der Verführerrolle gibt es gute Gründe. Der erste ergibt sich aus der Evolution, der zweite aus der Emanzipation, der Dritte aus dem Zeitgeist: Es ist einfacher, selbst zu fragen, als sich fragen zu lassen und dann meist spontan eine Antwort finden zu müssen. Die Nachbeben um #metoo erzeugen einen zusätzlichen Anreiz, selbst zu fragen: Es ist die einzig unmissverständliche Art, zu zeigen: „Ich bin bereit“.

Verführen nur "Schlampen"?

Dennoch wird das Thema weitgehend ausgeklammert. Denn im öffentlichen Raum wird kaum eine Frau zugeben, dass sie sich gezielt verführen ließ oder aktiv verführte. Es gilt als frivol, schlampenhaft, nicht ladylike oder was immer es sonst an Entschuldigungen geben mag. Vor der Öffentlichkeit kommt immer noch viel besser an, zu sagen „ich bin schwach geworden“ oder „ich war schon leicht angetrunken, als ...“, gefolgt von dem üblichen Bedauern, es dennoch getan zu haben.

Keine Prognose - aber die Wage schlägt zugunsten der Frauen aus

Ich wage keine Prognose, ob es eine „völlige Umkehrung“ der Verführung geben wird. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass es einfacher für eine Frau ist, einen zu Anfang distanzierten Mann zu verführen. Ungleich schwerer ist es für einen Mann, eine zu Anfang lustlose Frau zu verführen.

Bild oben: Titelbild der emanzipatorischen ausgerichteten Zeitschrift "Woman Ciizen", 1920
Unten: Verführerische Liebesszene, 2010er Jahre, ohne Quelle

Begierde wecken, verführen und an sich binden

Schönheit kann sehr verwirrend sein ...
Im Grunde ist es ganz einfach, einen Mann zu begeistern – AIDA lässt grüßen. Nein, nicht die AIDA von diesem Verdi. Die andere AIDA. Das ist der ehemalige Star der Seminare, die aus gewöhnlichen Frauen und Männern Starverkäufer machen wollten.

AIDA - eine Verkaufsformel, die sich auch für die Partnersuche eignet

Was sagt uns diese AIDA?

Ganz viel mit wenigen Buchstaben:

Du musst Aufmerksamkeit erregen. Das ist das erste „A“. Womit du Aufmerksamkeit erregst, ist nicht ganz so wichtig: Schönheit, Haltung, Kleidung, Selbstbewusstsein – alles ist denkbar. Es muss nur zum Mann passen, den du begeistern willst.

Das reicht aber nicht, denn nun musst du sein Interesse an Dir wachrufen. Das ist das „I“. Hier kommt der Flirt ins Spiel, die Preisgabe von Informationen, die du nicht jedem beliebigen Mann gibst. Einfacher: Macht dich mit dem interessant, was du wirklich bist und kannst.

Das „D“ steht für „Desire“ (Verlangen) und kann in Deutsch ganz gut mit „Drang“ übersetzt werden. In dieser Phase machst du den Mann heiß auf dich – und damit wird auch klar, dass du „zu haben“ bist.

Das letzte „A“ ist dann der Abschluss - eine Verlängerung des Dates, eine intimere Begegnung oder auch nur ein zweites Treffen.

Dieses Schema benutzen wahrscheinlich mit einigen Abwandlungen und Verzögerungseffekten etwa 95 Prozent der Frauen. In dieser Phase sind die Netze ausgeworfen, und ein Fisch hat sich darin verfangen.

Dieser Fisch bleibt dir aber nicht, weil dein Netz noch viele Schlupflöcher zulässt.

Ein Wink aus der Zeit vor 100 Jahren

Ein Dichter der Vergangenheit soll einmal gesagt haben (1):

Viele, fast alle … junge Frauen … werfen ihre Netze zum Fangen aus … aus, aber die meisten bemühen sich vergebens, weil ihre Netze nicht fest und haltbar genug sind: Die Schlingen der Schönheit allein genügen nicht, es muss auch dazukommen das Garn der Liebenswürdigkeit und Herzensgüte und vor allem die festen Maschen der Durchbildung.


Nützt uns das Wissen von 1920 heute noch?

Ein zweites Date, eine erregende Liebesnacht – das alles dient nur dazu, den Mann „näher“ kennenzulernen. Aber um ihn an dich zu binden, ist viel mehr nötig. Mag es auch so scheinen, als wäre er mit deiner Schönheit oder dem Sex, den du schenkst, äußert zufrieden. Auf lange Sicht will der Mann wissen, ob du ihm auch andere Gefühle entgegenbringst – Liebe, Verständnis, Güte, Treue und dergleichen. und letztendlich das, was der Dichter als „Durchbildung“ bezeichnet: das vollständige Bild aller Eigenschaften, die dich erstens auszeichnen und die ihm zweitens gefallen.

Heute - die Beziehung beginnt nach der Verführung - oder auch nicht

Ganz modern ausgedrückt: Wenn du ihn anmachst, heißt das noch nicht, dass er wirklich Interesse an dir hat. Und falls er Interesse hat, kann es ausschließlich dein Körper sein, der ihn begeistert. Dann überfällt ihn der Drang, dich zu verführen. Oder du verführst ihn, weil du alles „in der Hand“ behalten willst.

Aber dann geht es erst los mit der Beziehung. Der Mann will am Ende wissen, was er als „Gesamtpaket“ bekommt. An weiblichen „Wundertüten“ sind nur wenige Männer interessiert – es sei denn, sie suchten nichts als eine aufregende Geliebte.

Zitat nach: "Wie gewinne ich die Liebe eines Mannes", geschrieben 1920. Das Original-Zitat stammt möglicherweise aus einem er vielen Fortsetzungsromanen, die in jener Zeit in Zeitschriften veröffentlicht wurden.
Das Bild oben wurde nach einer Illustration aus jener Zeit (ca. 1920) gestaltet. Es ging dabei um "den Reiz ihrer Brüste als unwiderstehlichen Köder". Das Original soll von Gustave Brisgand als Rötelzeichnung ausgeführt worden sein.