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Warum gab es früher wenig Akt- oder Erotikfotos?

Die Pose war nur schwer zu halten ... die Dame stützte sich auf das Tischchen links
Weil es unheimlich schwer für Amateurfotografen war, solche Bilder überhaupt zustande zu bringen. Erstens gab es in den „besseren Kreisen“, die sich mit der „anständigen“ Amateurfotografie beschäftigten, wenig Kontakte zu den Ressourcen, aus denen damals die Modelle kamen. Und zweitens mussten Modell die Posen, die sie einnahmen, ohne zu zwinkern mindestens ein paar Sekunden halten. Belichtungszeiten zwischen 1/60 und 1/125 Sekunden, wie man sie für Handauslösungen üblicherweise benötigt, waren gegen die Jahrhundertwende (1900) noch undenkbar für Innenaufnahmen.

Zwar sank die Belichtungszeit in erstklassigen Ateliers von 1840 bis 1841 von 60 Sekunden auf etwa 3 bis 10 Sekunden – aber dabei blieb es dann zunächst auch.

Amateure konnten kaum "Akt" fotografieren

Amateure konnten mit Box-Kameras oder universellen Balgenkameras so gut wie gar keine Porträts in Wohnungen aufnehmen, weil ihre Optiken technisch deutlich schlechter waren als die der Profi-Kameras. Jene wiesen immerhin schon Lichtstärken von 1:3,6 auf, und sie zeichneten deutlich schärfer.

Teure Kameras allein reichten auch nicht, um gute Aktaufnahmen zu erstellen

Seit 1924 konnten betuchte Kunden dann mit Kameras, die über Lichtstärken von 1:2 verfügten, wirklich interessante Akt- und Erotikaufnahmen machen – solange sie diese selbst entwickelten. Der Gang zum Drogisten mit Filmen, die Akt- oder Erotikaufnahmen enthielten, war viel zu risikoreich. Zudem war immer noch ein geeignetes Atelier nötig, weil die meisten „gewöhnlichen“ Innenräume das Licht entweder schluckten oder zu stark reflektierten.

Das zweite Problem: Das Filmmaterial

Noch problematischer war das Filmmaterial. Die gängigen SW-Filme von Agfa, Perutz und Orwo waren nicht sonderlich empfindlich und viele sagten, sie würden Grautöne „verschmieren“. Zudem waren die üblichen „17-DIN-Fime“ oder – wenn es hochkam – „21 DIN-Filme“ immer noch nicht empfindlich genug, um bei schwachem Licht oder „verfügbarem Licht“ in Innenräumen wirklich gute Aufnahmen zu liefern.

Dazu kam noch, dass ein wirklich standhaftes Stativ noch nicht zur Ausrüstung jedes Fotoliebhabers gehörte – und wer „mal seien Freundin“ in der Unterwäsche fotografieren wollte, baute ohnehin kein Stativ auf.

Der Durchbruch: 35-mm-Kameras, große Lichtstärken und neue Filme

All dies wurde anders, als Fotografen den „Ilford FP3“ entdeckten (oder einen ähnlichen Film von Kodak), der nominal „22 DIN“ (125 ASA) hatte und dabei ausgesprochen feinkörnig war. Und sich mit einem Spezialentwickler so gut wie mühelos auf das doppelte oder noch höher „puschen“ ließ.

Mit einer ruhigen Hand oder einem guten Stativ, einem Objektiv mit einer entsprechenden Öffnung (1,4 oder 2,0) und einer Kleinbildkamera war es nun fast jedem Fotografen möglich, sinnliche Fotos aufzunehmen. Entweder in einem lichtdurchfluteten Raum oder aber mit relativ preiswerten Lampen und entsprechenden Schirmen.

Wer sich mehr vornahm, als ein paar hübsche Bilder seiner Freundin in ihren Dessous aufzunehmen, der musste sich „am Markt“ bedienen, an dem sich teure und zumeist schlechte, aber ansonsten leidlich aussehende Modelle herumtrieben.

Das alle ist – mehr oder weniger – Schnee von gestern. Heute kann jede Frau von sich selbst Akt- oder Erotikaufnahmen herstellen, oder einen Freund bitten, diese für sie zu erstellen. Und dies alles sogar in Farbe, was ein Vor- aber auch ein Nachteil sein kann.

Immer noch: Fotografieren heißt "Malen mit Licht"

Nur einen Einwand gibt es noch: Fotografie ist „Malen mit Licht“ – und nur das Licht erzeugt mithilfe der Kunst des Fotografen wirklich optimale Bilder. Und deshalb ist es eben nicht möglich, dass jeder und jede mit dem „Handy“ wirklich gute Lichtbilder erzeugen kann.

Bild: Stereo-Aufnahme, 19. JH, linker Teil, Fotograf unbekannt. Es ist eines der wenigen Bilder, die nicht koloriert wurden

Schwarz-Weiß-Aktporträts vom Feinsten

Bildquelle: Sticks & Stones Agentur, siehe Text
Für die Liebhaber von Schwarz-Weiß-Aktporträts und einer weitgehend monochromen Farbfotografie habe ich einen Weihnachts-Leckerbissen entdeckt. Der Fotograf Adam Dawda lichtete sein wunderschönes und natürliches Modell Lena Yendakova in wundervollen, sinnlichen und ästhetischen Posen ab. Die Fotos wurden von der „Sticks and Stones“-Agentur veröffentlicht. Das © 2016 liegt bei den jeweiligen Inhabern, die auf der Webseite von S&S aufgeführt sind.

Nackt am Gletscher


Der Münchner Fotograf Korbinian Vogt und die “Sticks and Stones” Agentur haben dieser Tage Fotos seines Modells Dora auf Island veröffentlicht. Nackt Haut und raue Natur und sogar ein Foto von Dora am Rand eines Gletschers. Muss unheimlich kalt gewesen sein – und geregnet hatte es auch. Und selbst in Island mussten die beiden fünf Stunden wandern, um einige wirklich unberührte Orte für die Fotos zu finden.

Mehr von Dora (wirklich hübsch) auf Instagram.

Und mehr Aktfotos aus Island auf Tumblr.
http://icelandicselkie.tumblr.com/

Nackt im Internet? Nie? Oder doch?

Einst sah man sie nur in Brieftaschen ... heute überall: Aktfotos


Nackt im Internet?

Es gibt Argumente dagegen. Logisch. Wir alle haben sie gehört:

1. Das Internet vergisst nichts. Ist erstmal ein Aktfoto im Internet, dann bleibt es nicht einmal dort: Es wird überall herumgereicht.
2. Du wirst Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben.
3. Jeder hält dich für eine Schlampe.
4. Du bekommst nie mehr einen wirklich tollen Mann.
5. Du gewinnst damit nichts, aber du bekommst schmutzige Angebote.
6. Was wird deine Mami dazu sagen, wenn ihre Kaffeekränzchendamen sie darauf ansprechen?
7. Deine Kinder werden für sich einmal für dich schämen.

Und die Argumente dafür?

Mhhh … Vielleicht willst du jedem zeigen, wie schön du bist? Ohne, dass er dich gleich anquatschen der anfassen kann? Vielleicht gibt es dir den Kick, dass dich Millionen Menschen bewundern? Oder ist es nicht vielleicht moralsicher, sich völlig zu entblößen, statt in Verführfummeln in Bars herumzusitzen?

Eine mögliche Antwort gibt Edgar Allan Poe. Der Charakter Eugenie Salsafette beschreibt sich selbst als leicht verrückte Exhibitionistin (1):

«Sie war ein sehr hübsches und zurückhaltendes Mädchen, dem die übliche Kleidertracht anstößig erschien. Sie versucht deshalb; statt in die Kleider hineinschlüpfen, aus ihnen herauszukommen. Das geht übrigens ganz leicht, man braucht nur „so“ zu machen, und dann „so - so - so“ und dann „so“ - und - „so“ - und „so“. Und dann …»


Am Ende sitzt sie dort wie die mediceische Venus. Und wir ahnen: Sie mag zwar ein bisschen verrückt sein, aber sie ist eine Moralistin, die ihre Sinnlichkeit lieber nackt darbietet als sie durch die Mode zu pornografisieren.

Es ist ein Seiltanz, sicher. Aber nehmen wir an, du wärst eine Seiltänzerin. Dann würdest du völlig unsinnigerweise auf einem Seil balancieren – und ein kleiner Teil der Menschheit würde dich bewundern, während sich der Rest fragen würde, warum du eigentlich keinen anständigen Beruf gelernt hast.

Die Maus hinterm Ohr sagt ja immer: Tu’s nicht. Und die Frage, die du dir sicher stellst, ist: Hörst du auf sie? (2)


(1) Aus: The System of Dr. Tarr and Professor Fether
(2) Nach einer Idee aus diesem Blog., möglicherweise NSFW.



Wenn die Urgroßmutter die Hüllen fallen ließ

Amateuraufnahme, undatiert. - vermutlich aus den 1950er Jahren oder früher
So ungewöhnlich war es nicht, dass die Großmutter oder die Urgroßmutter (und gar die Ururgroßmutter) einige Hüllen fallen ließ und sich dem lechzenden Verlangen diverser Fotografen ergab.

Nun mag man argumentieren, dass derartige Frivolitäten eher in den Schmuddelbereich der Fotografie gehörten und die Damen alles andere als „Damen“ waren. Oder man könnte sagen, dass sie sich nicht aus reiner Lust am frivolen Posieren entblößten, sondern ihre nackten Körper gegen Geld oder wegen der Liebe fotografisch verfügbar machten.

Doch der Fotoapparat verlockte durchaus zu eigenen Experimenten – hübsch angezogen konnte man sich durchaus SELBST mit einer BOX fotografieren, wenn man lange genug still saß oder einen Garten hatte. Das fotografische Selbstporträt war den Damen oft nur deshalb verschlossen, weil sie sich nicht trauten, die komplizierten Stand- oder Balgenkameras zu bedienen. Aber die BOX? Die machte es möglich.

Und die frivolen Akt- und Wäschefotos? Sicher – die meisten wurden von Männern produziert, aber längst nicht alle. Frauen, die als Fotografinnen arbeiteten oder einen Berufs- oder Amateurfotografen mit eigenem Labor kannten, wussten durchaus, wie sie sich bar jeder Bekleidung oder – noch frivoler – mit zarten Dessous in Szene setzen konnten. Dazu bedurfte es allerdings einer etwa bessern Ausstattung als einer BOX. War das ein Problem? Nein, keinesfalls, denn längst hatte auch die Hersteller vornehmer und teurer Fotogeräte erkannt, dass reiche, sportliche und abenteuerlustige Damen durchaus als Kunden infrage kamen.

Der Verbleib der meisten Aufnahmen - im Kamin verbrannt?

Und warum gibt es so wenige dieser Aufnahmen? Aus vielen Gründen. Einmal gab es nur äußert selten weibliche Fotoamateure – und das sogar bis in die 1960er Jahre hinein. Und diejenigen, die es gab und die mutig genug waren, sich zu entkleiden und kenntnisreich genug, ein Selbstporträt zu erzeugen, musste erst einmal die Hürde nehmen, diese privat entwickeln zu lassen. Aber das ist längst nicht alles. Wo immer Kinder, Enkel oder Urenkel die Wäsche- oder Aktfotos fanden, wanderten diese in den Ofen oder in den Müll. Und ob es Selbstporträts waren, ob sie der Ehemann oder ein Lover „geschossen“ hatte, wollte man eigentlich gar nicht so genau wissen. Man fürchtete, seine weiblichen Vorfahren damit zu entehren.

Und so wurden viele, viele fotografische Zeitzeugnisse vernichtet. Eigentlich Schade, nicht wahr?

Hinweis: Wenn Sie auch nur ein Fitzelchen von der Wahrheit wissen, schreiben Sie mir ... bitte. Ich bereite gerade eine umfangreiche Dokumentation über weibliche "Selfies" im 20. Jahrhundert vor