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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Wohin fällt dein Blick?

Na, wohin fällt dein Blick zuerst ...?
Not Safe for Work (NSFW) - nicht währen der Arbeit ansehen, heißt es bei vielen Aktfotos, Semi-Aktfotos oder Wäschefotos.

Manchmal fällt der Blick allerdings nicht auf die Strapse, deren Darstellung früher groß in Mode war, sondern auf andere „Objekte der männlichen Begierde“. In diesem Fall das teure historisch interessante Hi-Fi-Equipment zu Füßen der Dame. Sie posierte für dieses Foto einmal in Bluse und Rock, um dann zu demonstrieren, dass sie blütenweiße Unterwäsche trug. Das Originalfoto aus fremder Quelle kann ich hier wegen „NSFW“ nicht posten.

Quelle des Bildes im Original: VFA. Der Ursprung ist nicht völlig klar, vermutlich eine Veröffentlichung von ca.1970. Das Foto ist möglicherweise auch ein Amateur-Foto, weil die Schatten durch den Einsatz eines Blitzgeräts sehr hart sind.

Nackt und in den Dünen – ein Teil der Aktfotografie

Die Darstellung basiert auf der Idee, Nacktheit zu idealisieren - möglicherweise 1930er Jahre
Der Artikel beschreibt die historische (analoge) Aktfotografie und die Probleme, mit denen man dabei konfrontiert wurde.

Wer sich irgendwann einmal in seinem Leben mit Aktfotografie beschäftigt hat, der begab sich auf dünnes Eis. Denn für die einen war es ein „Perversion“, für andere eine Lust, und für die Dritten ein ganz normaler Teil ihres Berufsalltags.

Die Herausforderung, nackt vor der Linse zu stehen

An sich ist der Mensch ja nackt – aber so abgelichtet zu werden, ist fast immer eine Herausforderung. Wenn eine Frau jung und schön war, so war sie auch als Modell ausgesprochen begehrt – und doch waren nur wenige Frauen bereit, ihre Hüllen für private Aktbilder fallen zu lassen. Selbstbewusste, emanzipierte Frauen, die sich der Schönheit ihres Körpers und dessen Wirkung bewusst waren, ließen sich allerdings lieber in professionellen Studios ablichten. Und schon vor 40 Jahren gab es Fotografinnen, die sich auf Aktfotos spezialisiert hatten. Dabei stellte sich oft heraus, dass sich ihre Kundinnen deutlich freier und unbefangener vor der Kamera bewegten als bei einem Fotografen. Einige Frauen gaben damals an, die eigene Schönheit dokumentieren zu wollen, während andere ihrem Ehepartner ein intimes Geschenk bereiten wollten.

Der Amateur und seine Aktfotografie

Vorbild aus der DDR 1960-er Jahre
Was den Foto-Amateur anging (es gab noch kaum entsprechende Amateurinnen), so waren nicht nur die Modelle, sondern vor allem die Lichtquellen ein Thema. Billige Farbfilme deutscher Herkunft und falsches Licht führten zu unerträglichen Hauttönen. Und die Ausleuchtung war ohnehin stets Thema – nur in Studios stand genügend „weiches“ Licht zur Verfügung, mit dem man sich an die Farbe wagen konnte. Der kluge Amateur nutzte die grafische Wirkung von Schwarz-Weiß-Filmen – mit ihnen war es angeblich leichter, den Aufnahmen eine künstlerische Note zu geben. Und er konnte sie auch selbst problemlos entwickeln und vergrößern.

Aktfotos von Männern waren einige Jahrzehnte lang völlig verpönt – ebenso wie solche von Frauen über 50. Die Gründe waren unterschiedlich. Frauen über 50 galten als unästhetisch, die Darstellung von nackten Männern galten vielen als „unethisch“, weil sie angeblich wahlweise Ekel oder falsche Gelüste erregten.

Ein Bereich war für Amateure und die Anhänger „ästhetischer Aktfotografie“ (1) schon immer spannend: Aktfotos am Stand zu schießen. Natürlich mit Einwilligung der Damen. Diese anonymen Fotos am Strand und in den Dünen wurden alle nachträglich geglättet und koloriert. Die Original-Aufnahmen sollen zwischen 1920 und 1960 entstanden sein. Ob sie von Amateuren oder aus Magazinen stammen, konnte nicht eindeutig geklärt werden.

(1) Im Gegensatz zum professionellen Bereich wurden als "ästhetisch" im Amateurbereich nur solche Aktfotos angesehen, die zwar die Form des Körpers zeigten, aber keine erotisierende Wirkung hatten
Das unter Bild wurde stark verkleinert. Es ist zwar ein typisches Zeitdokument , doch könnten konservative Menschen vom Original befremdet sein.

Brüste posten, Brüste begucken und Brüste kommentieren

Nein, er interessiert sich nicht dafür, was sie ist, wer sie ist und wie sie ist
Ich höre immer mal wieder, dass Frauen sich über ihre „Objektifizierung“ beschweren – oder genau genommen: über ihre „sexuelle Objektivierung“.

Und das ist ganz böse, sagen die Autorinnen und einzelne Autoren dann, denn (1):

Sexuelle Objektifizierung ist die Sicht auf Menschen als Objekt der Begierde.

Reden wir mal über "gepostete" Bikini-Fotos

Nachdem dies gesagt ist, müssen wir mal über Öffentlichkeit reden. Denn gerade hat eine Dame sich beschwert, sie habe ein Foto „im Bikini“ von sich im Internet veröffentlicht. Ja, es zeigte ihre Brüste offenbar etwas zu groß, was sie sie sich kaum erklären konnte. Falls es ein Selfie war: Ein paar Kenntnisse über Optik reichen eigentlich aus, um zu wissen, warum Brüste bei Nahaufnahmen größer wirken, als sie sind.

Doch nun passierte etwas, mit dem sie so gar nicht gerechnet hatte: Es gab Kommentare von Männern, die sie mit den üblichen blöden Sprüchen bedachten – oder mit einem Emoj für „Feuer“ – was so ungefähr bedeutet: „Du siehst heiß aus“.

Sie beschwerte sich, dass die Männer sie nicht als „ganzen Menschen“ wahrnahmen, und sagt (2):

Sie interessieren sich nicht dafür, wer ich bin oder was ich bin oder wie ich bin. Ich wurde … auf einen einzigen Teil meines Körpers reduziert, der nur für die Betrachtung und den Genuss des männlichen Blicks existiert.

Brüste und der "ganze Mensch"

Oh, bitte: Warum sollten sich diese Männer denn dafür interessieren, wer du bist, was du bist oder wie du bist? Es gibt dafür nicht den geringsten Grund. Genauso, wie es keinen Grund dafür gibt, im Internet Aktfotos, Wäschebilder, Bikinibilder, Selfies im Badezimmer oder Bilder in „anregende Posen“ zu veröffentlichen. Wer im Internet auf die Bühne geht, erzeugt automatisch Aufmerksamkeit, ob sie/er will oder nicht. Und Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte. Also wirst du – ja auch du und du und sogar Männer – auf das reduziert, was auf dem Foto zu sehen ist.

Prominente, Möchtegern-Prominente und DU

Werfen wir einen Blick zurück: In früheren Zeiten wurden nur Menschen öffentlich beobachtet, die ohnehin prominent waren. Vor einigen Jahren kamen Personen hinzu, die sich bewusst in den Vordergrund drängten, zum Beispiel die It-Girls. Heute kann sich jeder Mensch in sozialen Netzwerken präsentieren – und viele forcieren diese Popularität beispielsweise mit Bildern, die ihre Schönheit zeigen sollen.

Also, mal herhören: Wenn du deine Brüste in die Kamera hältst, musst du dir gefallen lassen, dass sie beglotzt werden. Als Brüste – nicht als Teil deiner Persönlichkeit. Musste das mal gesagt werden? Ich glaube schon.

Zitate: (1) So beschreiben es feministische Kreise üblicherweise. Das Wort "Objektifizierung" gehört nicht zum deutschen Sprachschatz und sollte deshalb eigentlich nicht verwendet werden.
(2) von Kathy Parker

Die Woche: Erfolge, Versprechungen und Risikobereitschaft

Partnersuche ist nicht einfach. Und etwas kann ich euch garantieren: Ohne Bemühungen gibt es weder Partnerschaften noch Jobs noch Erfolge oder irgendetwas anders, was du gerne hättest.

Erfolg – und leere Versprechungen

Die Kehrseite der Medaille: Sowohl der Weg zur Partnerschaft wie auch der Weg zum Erfolg ist mit leeren Versprechungen gepflastert. Ich lese, höre und beobachte immer wieder Menschen, Autoren, Organisationen und Einzelpersonen, die dieses Prinzip verfolgen:

- Mach die Menschen unzufrieden mit dem, was sie erreicht haben.
- Versprich ihnen, dass du sie weiterbringst.
- Kassiere dafür möglichst viel Geld.
- Wenn’s nicht klappt bis du nicht zuständig – der Klient hat es halt verkackt.

Ein Teil dessen kommt hin und wieder in die Presse. Der größte Teil nicht. Ich habe all dies in meinem Artikel „Jede Partnersuche hat ihre Tücken“ zusammengefasst.

Das Motto für Juni – bis du bereit?

Unser Juni-Motto heißt: „Bist du bereit?“ Wofür? Für die dauerhafte Partnerschaft, für eine kurze, aber heftige Affäre – woher soll ich das wissen? Jedenfalls gilt: Ohne eine gewisse Risikobereitschaft geht gar nichts. Und das hat nichts mit der Pandemie zu tun, sondern damit: Egal, was du tust, das Risiko einer Veränderung kann einen Gewinn einbringen oder einen Verlust. Wenn du das weißt, dann ist ein guter Anfang gemacht.

Der Flaschenhals als Hindernis für die Partnersuche

Bei der Partnersuche gibt e immer dann einen Stau, wenn sich viele Menschen danach drängeln, sofort einen besonders attraktiven Partner zu finden. Gegen die Tendenzen bist du machtlos, aber es gibt immer Möglichkeiten, nicht im Flaschenhals stecken zu bleiben. Ich erkläre das in einem aktuellen Artikel.

Die männliche Jungfrau und die erfahrene Geliebte

Aktive, selbstsichere und zukunftsträchtige Männer werden meist von Frauen in ähnlichem Alter gekapert – und auch verführt, wenn es denn das „erste Mal“ ist. Doch was machen eigentlich die „nicht so attraktiven“ Männer? Oder gar die ängstlichen Männer? Finden sie noch jemanden, der sie „anlernt“? Glauben sie selbst, dass die Liebe sie eines Tages treffen wird? Ich weiß es nicht. Es ist eher eine Frage an die Frauen, denen es Freude bereitet, so etwas zu tun – und die meisten von ihnen dürften „Spielerinnen“ sein.

Das Aktfoto – mal nicht vor dem Spiegel

Wie stellt man es an, ein Aktfoto von sich selbst im Freien zu machen? Interessante Frage? Irgendwie kam der Artikel nicht gut an … obgleich er eine Menge mit der Zeit zu tun hat, in der leben. Alles hopphopp, alles digital, alles für den Müll? Warum nicht einmal mit mehr Sorgfalt?

Humor und mehr

Der Humor: Wie macht man aus Männern Schweinchen? Höre ich da: Die muss man nicht dazu machen, die sind schon welche? Die Circe sah das noch anders …

Ich verabschiede mich ins Wochenende, diesmal ganz schnörkellos.

Erforschen Singles in der Pandemie neue sexuelle Lüste?

Träume und emotionale Wagnisse in der Pandemie
Die Stockholmer Sex-Therapeutin Leigh Norén und das Kinsey-Institut haben eine Tendenz in der gegenwärtigen Pandemie festgestellt, die viele überraschen wird. Demnach versuchen die von den Maßnahmen der Regierungen während der Pandemie besonders gebeutelten Singles, neue sexuelle Lüste zu erproben. Ähnliches, so hörte ich, gälte auch für Paare in Fernbeziehungen.

Fernbeziehungen mit Fern-Sex unterstützen

Wer Fernbeziehungen führt, überwindet demnach seit Beginn der Pandemie eher die häufigste Schamschwelle: Telefon- oder Online-Sex wird populärer. Wer dergleichen nicht mag, nutzt häufig andere Mittel (Zitat):

Einige der häufigsten sexuellen Ergänzungen sind Sexting, das Senden von Aktfotos und das Teilen sexueller Fantasien mit dem Partner.
Singles sollten ihre Attraktivität neu definieren

„Echte“ Singles, also solche, die völlig ohne Partner und demnach ohne sexuelle Kommunikation auskommen müssen, handeln ähnlich. Sie fragen sich mehr und mehr danach, warum sie so zurückhaltend waren, als sie noch die Möglichkeit hallten, alles zu erproben, was ihnen Freude macht. Das Phänomen kennen wir von Großstädtern, die alle Arten von Kultur um sich herum besuchen könnten – dies diese Chancen aber nie wahrnehmen, weil sie dazu aus dem Haus gehen müssten. Erst jetzt erkennen sie, was sie versäumt haben. Doch zurück zu den Singles: Für sie besteht in der Isolation die Möglichkeit, ihr gesamtes Sexualleben neu zu durchdenken: Von der Identität über die Intimität bis hin zu frivolen Lüsten, von denen sie schon immer träumten. Immerhin wissen wir aus sicherer Quelle, dass Träume „heftiger“ Art zum sinnlichen Repertoire von mindestens der Hälfte der Menschen gehören. Dazu wieder eine Stellungnahme einer Sexologin, Donna Oriowo.

Zu Beginn der Pandemie ... wollten viele Menschen herausfinden, warum sie … Teile ihrer sexuellen Identität nicht erforscht haben. Einige mögen gedacht haben, es sei „falsch“, aber die Isolation von der Gesellschaft gab ihnen die Möglichkeit, herauszufinden, welche Wünsche sie wirklich haben – und zugleich begannen sie sich zu fragen, worin ihre eigene Anziehungskraft liegt.

Chancen für Singles: Jetzt die eigene Vorzüge erkennen

In der Tat sind sich viele Partnersuchende nicht darüber klar, worin ihre eigenen sozialen, körperlichen oder erotischen Vorzüge liegen. Sie achten viel mehr darauf, „wen sie suchen“, und verwenden dabei in der Regel immer die gleichen Klischees. Wir wissen mittlerweile, dass diese Art der Suche viel Zeit kostet und insgesamt gesehen völlig frustrierend ist.

Sich sexuell neu aufstellen für eine effektivere Partnersuche

Möglich, dass viele Single während der Pandemie übertreiben, wenn sie „solo“ neue erotische Vergnügungen suchen – und ebenfalls möglich, dass sie die neuen Erkenntnisse nicht beibehalten. Aber es ist eben eine seltene Chance, sich innerlich völlig neu zu orientieren. Hören wir noch einmal eine Sexologin, Jill McDevitt::

Ich hoffe, wir führen weiterhin größere gesellschaftliche Gespräche über Einsamkeit, über die Bedeutung menschlicher Berührungen, über die psychische Gesundheit und über Sexualität als wichtigen Teil unserer Menschlichkeit.

Ich meinerseits hoffe, dass dieser Ansatz nicht wieder mit dem „feuchten Schwamm“ weggewischt wird.

Zitate aus: Medium Autorin: Nazlee Arbee.