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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Strapse - drunter oder drüber?

Drunter oder drüber - praktisch oder sinnlich?
Ich muss noch mal auf die Strapse zurückkommen. Ja, ja, das frivole Zeug, das du bei „klassischen“ Strümpfen brauchst, damit sie „oben bleiben“.

Die frivolste aller frivolen Fragen: „Trägst du das Höschen drüber oder drunter?“ Wer sich häufig in den „Waschraum“ begibt, sollte den Slip möglichst ausziehen können. Das ist einfacher, wenn du den Slip „außen“ trägst, so wie die Dame rechts. Optisch wirkt es besser, wenn du ihn über dem Slip trägst, so, wie die Dame links. Das gilt vor allem, wenn sie etwas verführerischer aussehen als diese in jungfräulichem Weiß gehaltenen Kombinationen. Mit Spitzen und als sinnliche Stimulanz: Slip unter den Strapsen.

Hinweis: Das Bild wurde als "anonym" deklariert. Es zeigt im Original zwei Wäschemodelle in traditionellen weißen Dessous.

Strapse – erotische Dating-Hilfe oder notwendiges Übel?

"Frivole Strapse" wurden erstmals gegen 1950 gezeigt
Kaum ein Mann kann Strapsen widerstehen – jedenfalls nicht, wenn sie an einer Frau sichtbar werden. Seien es die weißen Strapse der Braut, die violetten des verführerischen Vamps oder die kontrastreichen schwarzen Strapse auf milchig-weißen Oberschenkeln - Männer lieben alle Varianten.

Nun sind Strapse nicht gerade die Standard-Bekleidung für Dates, weil Candle-Light-Dinner im Abendkleid eher selten geworden sind. Aber … könntest du damit bei einem Mann punkten?

Klar ist mal: Wenn er dich später halb nackt mit Strapsen sehen soll oder darf, dann nützen sie in jedem Fall, weil Männer – wirklich – ganz wild auf Strapse sind.

Strapse sind mehr als nur ein Kleidungsstück

Ich weiß – du wirst vielleicht sagen: „Aber das ist nur ein Kleidungsstück, das bin nicht ich!“

Dann hast du absolut recht. Aber wenn der Punkt gekommen ist, an dem du nicht mehr über Hegel oder Freud, Mozart oder die Beatles reden willst, sondern dich nur noch schamlos hingeben willst … spielt das dann noch eine Rolle?

Ist es frivol, Strapse zu tragen?

Die Frage, ob eine Frau überhaupt noch Strapse tragen sollte, wird oft gestellt, und häufig wirst du hören, dass Strapse immer ein wenig frivol sind.

Und wenn schon - es geht nur um dich. Wenn du es liebst, ein bisschen frivol zu sein, und damit umgehen kannst, dann sind Strapse einfach toll. Du kannst „ganz aus Versehen“ zeigen, dass du welche trägst. Wenn du dazu noch ein wenig verlegen aussehen kannst und vielleicht schaffst, ein bisschen zu erröten – noch besser.

Übrigens lieben manche Männer, wenn du auch dann noch Strümpfe und Strapse trägst, wenn sie eigentlich „keine Funktion“ mehr haben. Männer sind eben manchmal höchst eigenartig.

Bild: Nach einem Original von 1951, restauriert.

Das peinliche Geheimnis: gegenseitiges Masturbieren

Das Ziel sind meist heftigere Orgasmen
Wenn Paare sich gegenseitig masturbieren, glauben viele, bei ihnen „stimme etwas nicht“. Doch wir wissen sehr genau, dass viele Menschen darüber fantasieren, von ihren Partnerinnen und Partner, aber auch von völlig fremden masturbiert zu werden.

Was passiert eigentlich, wenn wir unsere Partner(innen) masturbieren?

Aus einer kanadischen Studie - die Lust an Masturbation wäre groß

Nun, indem wir ihnen etwas vom Sinnlichsten schenken, was eine Hand geben kann, liefern wir uns zugleich dieser Hand aus. Und es empfiehlt sich zumindest, dabei nicht nur zu erfühlen, was passiert, sondern auch dabei hinzusehen.

Und warum schreckt uns dieser intime Gedanke dennoch? Eine mögliche Antwort fanden wir in einem Artikel, der sich mit der intimen Seite gegenseitiger oder jedenfalls wechselweiser Masturbation beschäftigt:

Wenn wir jemanden masturbieren oder mit jemandem masturbieren, teilen wir auf sehr realistische Weise einen der intimsten Teile unseres Lebens mit ihm.


Warum ist gegenseitige Masturbation so intim?

Dabei kommt es nicht auf die Praktiken selbst an – Oralverkehr ist in der Tat wesentlich intimer. Aber das Geheimnis zu lüften, es selbst zu tun und den anderen daran teilhaben zu lassen, kratzt an unserem Schamgefühl. Der andere (oder die andere) hat die Freiheit, uns dabei zu beobachten – und er oder sie wird erstaunliche emotionale und körperliche Reaktionen sehen: Schreie, das Aufbäumen des Körpers – und bei Männern zweifellos den Samenerguss.

Ob wir es wirklich tun sollten? Manche Paare praktizieren tatsächlich „beobachtende“ oder „mitwirkende“ Masturbation. Vor allem, seit die Mehrheit der Frauen entsprechende Geräte besitzt, die mechanisch zur Steigerung der Lust beitragen. Das zumindest weckt die Neugierde die wundersamen Stäbe, die bei „ihr“ so heftige Reaktionen hervorrufen, auch einmal gemeinsam zu erproben.

Neu ist das alles nicht. Schon 1978 hieß es im „Sex Atlas“:

Beim zärtlichen Ertasten der erogenen Zonen des Partners werden beide immer wieder auf die empfindlichsten zurückkommen - die Geschlechtsorgane. So kommt es auf ganz natürliche Weise zum manuellen Geschlechtsverkehr. Dabei werden sie einem von beiden die Initiative überlassen oder beide gemeinsam handeln. In diesem Fall kann man auch von gegenseitiger Masturbation sprechen.

Spricht etwas dagegen?


Was dagegen spricht? Nun, es gibt noch weitaus sinnlichere Methoden, um zu Orgasmen oder Ejakulationen zu kommen. Doch sieht man dabei recht wenig von seiner Partnerin oder seinem Partner.

Falls jemand nach „gewöhnlichem Geschlechtsverkehr“ fragt: Er nützt den Männern viel mehr als den Frauen – denn meist reicht die Hubbewegung zwar für seinem Erguss, aber nicht zu ihrer Befriedigung.

Zitate: (oben) von Joe Duncan in "Medium".
(unten) Sexatalas.
Grafiken und Comics: © 2021 by Liebesverlag.de
Zahlenherkunft: Department of Psychology, Université du Québec à Trois-Rivières.

Ein fast ganz gewöhnlicher Weihnachtsabend für brave Mädchen

„Warst du denn auch immer hübsch artig?“

Ich erinnere mich gut an diese Frage, die mal der Nikolaus, dann aber auch wieder der Weihnachtsmann stellte. Die Zeremonie begann jedes Jahr damit, dass wir Kinder ein Weihnachtsgedicht aufsagen mussten.

Zuerst musste ich einen Knicks vor den meinem versammelten Publikum machen, deren Mitglieder ich hier aufzählen will: hässliche, aber grell geschminkte und von billigem „Au de Cologne“ durchtränkte Tanten und Großtanten. Dazu noch der eine oder andere Onkel, nach Rum und Zigarren riechend. Die Großmutter, die alljährlich große Dame spielen, wenn die Adventszeit nahte, dazu noch eine spitznasige und reichlich zickige Cousine.

Der Weihnachtsmann, dies sei vorausgeschickt, nahm niemals Höchstselbst an diesem Teil der Veranstaltung teil, denn die Großmutter klingelte erst immer nach ihm, wenn das Urteil über die Güte des Gedichtvortrags feststand.

Nach dem Knicks, den ich nach Art einer Bediensteten ausführen musste, war meine Pflicht, engelhaft und brav zu wirken, bevor ich mein Gedicht aufsagt. Am schönsten war es für Großmutter, wenn die Tanten „ach wie süß“ murmelten, währen der Onkel entzückt auf meine Haltung achtete. Und dann … nun, es lief nicht ganz, wie gedacht. Ich haspelte mich so durch, handelte mir eine Rüge ein, warum ich nicht fleißiger gelernt hatte, und musste das Podium an meine Cousine Beate abgeben, die fast erwachsen war und einen sehr kurzen Rock trug, bevor sie knickste und sich dann in Positur stellte, wobei dem bereits erwähnten Onkel Fritz beinahe die Augen herausfielen angesichts der „leckeren Rundungen“, sie sie bereits entwickelt hatte.

Sie begann noch mit dem kolossalen Epos von Eichendorff, „Markt und Straßen sind verlassen, hell erleuchtet jedes Haus ...“ Doch dann endete ihr Vortrag abrupt und sie sagte mehr zornig als entschuldigend: „Ich kann mir den Blödsinn einfach nicht merken“.

Die Gesellschaft der lieben Verwandten erstarrte wie in eine rituelle Voodoo-Szene, die ich im Museum gesehen hatte. Schließlich ergriff ihre Mutter Thea das Wort und sagte: „Kind, wie kannst du mir so etwas antun … hier vor allen Leuten.“

Beate trotze sichtbar. „Ich glaube, ich bin zu alt, mich hier zum Püppchen machen zu lassen, damit ihr eure Vorstellung bewahren könnt, ich wäre noch ein kleines Mädchen“.

Wer weiß, was aus der Szenerie geworden wäre, wenn in diesem Moment nicht der Rauschebart eingetreten wäre, frisch von „Draus‘ vom Walde“. Sicherlich bemerkte er, dass er seinen Auftritt falsch geplant hatte. Doch angesichts der Situation und in Unkenntnis des Vorfalls fragte er Beate, ob sie denn auch immer brav gewesen wäre. „So brav, wie es in deinen Büchern steht, lieber Weihnachtsmann.“

Jener war sich seiner Sache sicher, überreichte ein kleines Geschenk, wie man es so tut als Weihnachtsmann und fragte in die Runde: Und ihr, wart ihr auch alle brav? Natürlich nickten alle, doch Onkel Fritz konnte nicht umhin, zu petzen, dass ich mein Gedicht nur schlecht gelernt hätte und Beate gar „ein unsägliches Wort“ gesagt habe.

Der Weihnachtsmann blickte in die Runde, grübelte ein wenig und sagte theatralisch: „Und soll ich die Rute herausholen und sie auf einem der Gesäße der Jugend verwenden, damit dererlei nicht mehr vorkommen möge?“ Die Gesellschaft schwieg still, und der Weihnachtsmann war froh, dass von ihm keine körperlichen Strafaktionen dieser Art verlangt wurde.

Doch als er den Raum verlassen hatte, folgte ihm Tante Thea auf dem Fuß – und erst viel später fiel den wenigen nüchtern gebliebenen Verwandten auf, dass sie fehlte. Und weil es ja nicht ungewöhnlich war, dass der Weihnachtsmann nach seinem kurzen Auftritt verschwand, vermisste man auch keine andere Person. Zumal nicht die eigenwillige Tante Thea, das schwarze Schaf der Familie.

Während die erwachsenen Weihnachtsgäste nach und nach in den Zustand des Vollrausches eingetreten waren, lagen Beate und ich in unsere Betten und ich fragte vorsichtig, warum der Weihnachtsmann zusammen mit Tante Thea verschwunden war und die Tante nicht wieder zurückkam.

„Weil sie ein böses Mädchen ist - und sie die Rute bekommen wollte.“

„Die Rute?“

„Ich kann es dir jetzt nicht erklären. Frag mich, wenn du alt genug bist.“

Ich dachte in dieser Weihnachtsnacht nicht mehr darüber nach. Aber die Tante tauchte am nächsten Tag wieder auf, als wäre nichts gewesen. Und wen auch immer ich fragte, sagte nur „ach das verstehst du noch nicht, mein Kind.“

Inzwischen bin ich kein Kind mehr und kann es mir denken. Auch wenn es sich sicher nicht um das wundersame Singen handelte, von dem Eichendoff schrieb, sondern eher um das heil’ge Schauern.

Sagt mal, wird euch auch gerade „ganz anders“?

Kleidung und Körpereinsatz, um Erfolg zu haben?

Jede Kleidung kann etwas bewirken, das nicht gewollt ist
Die weibliche Welt ist dreigeteilt. Ein recht überschaubarer Teil diskutiert darüber, wie er es wohl anstellen könnten, nicht ständig als Sexualobjekt angesehen zu werden. Ein weiterer, etwas größerer Teil ist vernarrt in die feminine Rolle und überlegt, wie er sich am besten als „Objekt der Begierde“ präsentieren kann. Der dritte Teil geht einfach in Boutiquen, Kauf- und Warenhäuser und sucht aus, was gefällt – mit Gedanken, die uns alle nichts angehen. Es reicht, wenn etwas „passt“ und es der jeweiligen Dame „steht“.

Kleidung – Mode, um sich zu gefallen oder Männern zu gefallen?

Bei vielen dieser Diskussionen spielt die Oberkleidung eine Rolle. Möglichst unauffällig kleiden? Brüste nicht zeigen, eventuell sogar reduzieren lassen? Keine kurzen Kleider oder Röcke, keine High Heels? Oder eben doch, weil sich „frau“ so kleiden soll, wie sie mag? Und was wäre, wenn hinter etwas offensiverer Kleidung doch eher der Wunsch stehen sollte, zu gefallen, vielleicht sogar aufzufallen? Und welche Frau würde noch erheblich weiter vorpreschen, um wirtschaftliche Erfolge sicherzustellen?

Die Kolumnistin Katie Jgln schreibt dazu:

… manche Frauen (entscheiden sich) dafür, sich zurückhaltend zu kleiden. Manche ziehen es vor, halb nackt herumzulaufen. Einige entscheiden sich dafür, zwischen den beiden Extremen zu bleiben. Wieder andere entscheiden sich dafür, ihren Körper zu benutzen, um Geld zu verdienen, Ruhm zu erlangen oder die soziale Leiter zu erklimmen.

Ist das nun nur eine Stellungnahme ohne Bewertung?

Trag doch, was du willst oder "trag, als was du erscheinen möchtest?"

In den üblichen, einschlägigen Magazinen und Foren ist diese Frage so gut wie beantwortet: Auffallen, aber nicht immer und überall. Kleiden, wie es gefällt, aber nicht wie die Frauen im Rotlichtdistrikt. Dabei gibt es je nach Anlass, Status und Region deutliche Unterschiede. Was in Budapest als „sexy“ angesehen wird, gilt möglicherweise in Hamburg bereits als „frivol“. Während die junge Mutter in Ungarns Hauptstadt mit High Heels, kurzem Rock und tiefem Ausschnitt den Kinderwagen schiebt, bemüht sich die Münchnerin vielleicht eher, ihren Status als Mutter ins rechte Licht zu rücken.

Ähnlich ist es bei den Dessous. Manche Frauen sorgen dafür, dass sie dann und wann in Erscheinung treten – nicht nur bei Dates. Und während ungarische Frauen durchaus auch mit Tops beobachtet werden können, die eher als Dessous gelten, wäre dies in Oldenburg möglicherweise „völlig unmöglich“.

Wer ist verantwortlich dafür, "den Körper" einzusetzen?

Für etwas Verwirrung mag der Nachsatz der bereits erwähnten Kolumnistin sorgen. Ist es also in Ordnung, wenn sich eine Frau entscheidet, „ihren Körper einzusetzen“, um zu Geld, Ruhm, Macht oder sozialem Ansehen zu kommen?

Wir bekommen eine überraschende Antwort, und sie ist mehrteilig.

Demnach ist es nicht angebracht, wütend auf die Frau zu sein, die ihren Körper benutzen, um im Leben voranzukommen. Wohl aber sei es angebracht, auf die Gesellschaft wütend zu sein, die dies zulässt. Denn das würde dazu führen, dass „Frauen entmenschlicht und mit Objekten verglichen“ würden, und nochmals wörtlich:

Sie sollten sich darüber ärgern, wie beschissen diese Welt ist, wenn Sie zufällig eine Frau sind, und nicht auf Frauen, die das manipulierte System zu ihrem Vorteil nutzen.

Die ganze Person inklusive Körper einsetzen?

Interessant dabei ist, dass diejenigen Frauen, die „ihren Körper“ (eigentlich aber „ihre ganze Person“) einsetzen, um mehr Erfolg als andere zu haben, die sehr bewusst tun. Manchmal haben sie Erfolg damit, manchmal nicht. Aber eines steht fest: Diejenigen, die Erfolg damit hatten, sprechen so gut wie nie darüber. Der Grund? Sie wollen nicht abgewertet werden in der Entscheidung, die sie getroffen haben, weil genau diese Entscheidung nach wie vor missbilligt wird.

Ob sie sich jemals „dessen schämen“? Mit dieser Frage lasse ich euch gerne allein. Wenn es euch betrifft, werdet ihr es wissen – und wenn es euch nicht betrifft, ist es auch nicht erwähnenswert.

Die verwendeten Zitate entstammen einem Artikel aus dem Verbund von "Medium" Bild: Unbekannter Autor, möglicherweise Plakatwerbung für Krankenschwestern.