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Männer haben keine Ahnung, welche Lüste Frauen haben

„Männer wollen immer, Frauen wollen selten“, ist wohl das, was die meisten von euch (soweit ihr Männer seid) gelernt habt. Und das heißt, ihr habt gelernt, jede Frau solange zu betrommeln, bis sie euch entweder zum Teufel jagt oder doch noch „ja“ sagt. Jeder Idiot, der ein Buch darüber schreibt, wie man „Frauen herumkriegt“ schwimmt auf dieser Welle.

Doch das ist nicht wahr. Ich hörte dies zum ersten Mal auf einem Kongress, als eine der Teilnehmerinnen sagte: „Das stimmt doch so gar nicht – Frauen wollen nicht immer, aber sie könnten immer – und ob Männer immer können, das bezweifle ich sehr.

Was wirklich „los ist“ mit dem Wirrwarr des Wollens und Könnens sagt uns eine Autorin. Sie sagt zunächst, dass sich Männer allenthalben darüber beklagten, wie schwierig es sei, Frauen zu „entspannen“. Die Vermutung dieser Männer besteht im alten Vorurteil: „Frauen hätten nicht so intensive Lüste wie Männer.“

Doch sie weiß es besser:

Ich nehme an, dass diese Männer keine Ahnung haben, was für eine Flutwelle von Lüsten über Männer hereinbrechen würde, wenn Frauen diese Lüste verwirklichen könnten, ohne drastische Konsequenzen zu riskieren.

Sie nennt dabei neben den bekannten Risiken wie Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten vor allem den Ehrverlust, der Frauen auch heute noch trifft, wenn sie sich sexuell zu freizügig geben. Als Beispiel führt sie den Verlust von Beziehungen oder des sozialen Status an und letztlich das Risiko, das eigene Einkommen durch Kündigung zu verlieren.

Wenn ihr es nicht glaubt, dann versucht euch mal in eine Autorin hineinzuversetzen: Sie schreibt „so nebenbei“ einen erotischen Roman mit „explizit erotischen Szenen“. Was wird ihre Mutter oder Tochter dazu sagen? Was ihr Arbeitgeber, wenn sie ihn veröffentlicht? Was ihre Kolleginnen und Kollegen? Das erste, was sie annehmen werden, ist, dass alles auf eigenen Erfahrungen beruht. Und das heißt, sei werden dich in neuem Licht sehen – in dem einer Schlampe.

Die Frage wäre dann zunächst, ob du es aushältst. Und dann, wie du reagierst, wenn dich jemand – zum Beispiel in der Kantine - nach Einzelheiten fragt, „wie es so gewesen ist“.

Männer haben keine Ahnung, welche verborgenen Lüste Frauen haben. Aber das ist nicht das, was Frauen und Männer daran hindert, zusammenzukommen. Es scheint so zu sein, dass Männer sich barrierefreien Sex wünschen, ohne dabei besondere Bedürfnisse zu haben. Vielleicht haben sie einmal erlebt, dass es schön war mit einer Frau, und sie wollen genau das wieder einmal genießen. Es kann aber auch sein, dass sie es niemals wirklich genossen haben. Sie sagen, dass sie einfach nicht bekommen, was sie „brauchen“, obgleich manche von ihnen parallel dazu behaupten, sie seien mit wenig zufrieden. (1)

Ob wir diesen Knoten jemals lösen werden? Auf der einen Seite ängstliche Frauen, die um ihren Ruf fürchten, auf der anderen Seite mutlose Männer, die sich gar keine „richtige“ Beziehung mit „wirklich tollem“ Sex vorstellen können?

(1) Auf die erste Nachfrage wird oftmals behauptet, "nur eine nette, Frau" würde ausreichen. Fragt man genauer nach, so werden oftmals schwer erfüllbare Kriterien nachgeschoben.

Verwundbar sein

Dieses Fragment stammt aus dem Internet. Es ist wahr und aufrichtig, und es schmerzt dennoch. Und es sagt etwas über die Liebe der scheuen, angstvollen Menschen aus.

Wen du dich den Menschen aussetzt, die dich mögen,
Damit sie deinen Körper fühlen können –
Dann bist du verwundbar.
Wenn du es nicht tust, weißt du nie, was du bist.


Ich wünsche allen, die ängstlich sind, dass sie sicher und glücklich durchs Leben gehen können.




Verbogene Wahrheiten und verborgene Wahrheiten

Verführungen beginnen meist sanft und zärtlich ...
Wenn wir von der Möglichkeit reden, Liebe, Lust und Leidenschaft zu schenken, geraten wir bald in dieselbe Falle, in die Menschen gegangen sind, die auf Erfolgstrainer hereingefallen sind.

Die Formel lautet ungefähr, dass du alles auf eine Karte setzen musst, dich also völlig neu ausrichten. Hinzu kommen Autosuggestionsmetoden, die teils sinnvoll sind, teils zur Zerstörung der „eigentlichen“ Persönlichkeit beitragen. Vielleicht habt ihr schon mal einen solchen Menschen kennengelernt – und ja, sie sind schrecklich.

Ein bisschen Erotik-Theater plus Lust - das geht schon

Wir haben hier schon oft davon geschrieben, was wir von „professionellen“ Verführerinnen lernen können. Und tatsächlich kannst du etwas von ihnen lernen, wenn du emotionsflexibel bist und gerne ein bisschen Theaterspiel mit der Liebe oder der Lust verbindest. Wobei wir beim Unterschied sind.

Niemand liebt alles an seinem Beruf

Also reden wir mal Klartext: Auch wenn Handwerkerinnen (nur ein Beispiel) ihren Beruf lieben, heißt das nicht, dass sie alles daran lieben. Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass Verführerinnen auf alles stolz sind, was sie tun. Ich denke, das kannst du nachvollziehen, wenn du es dir bildlich vorstellst. Mag ja sein, dass dein einziges Ziel ist, Männer zur Ekstase zu bringen. Aber wenn du „täglich daran arbeitetest, darin besser zu werden“, dann denke ich schon wieder an Motivationstrainer(innen).

Mit Freuden Freude schenken - das geht doch, oder?

Ich schlage mal eine andere Methode vor: Du gibst ihm das, wobei du dich wohlfühlst, und probierst dann mal aus, ob du dich auch noch bei anderen Sexspielchen wohlfühlst. Denn „wohlfühlen“ ist der eigentliche Schlüssel zur „bedingungslosen“ Lust. Wenn du dir jeden Moment überlegen musst, ob du die richtigen Knöpfchen gedrückt hast und nur daran denkst, wie du die Königin der Verführungskunst bleibst, dann bist du bald am Ende.

Neulich bekam ich einen Artikel in die Finger,, wie du es schaffen kannst, „stolz auf deine Blowjobs“ zu sein, und beklagt wurden all die armseligen Freundinnen, Bräute und Ehefrauen, die daran nicht den geringsten Ehrgeiz entwickeln.

Klar ist: Männer lieben Verführungen – ob sie oral, manuell oder sonst wie gestartet werden, und ich höre oft, dass Frauen ziemlich selten dazu bereit sind. Aber kaum ein Mann will wirklich, dass sich seine Geliebte damit quält, etwas zu geben, was sie anwidert. Da hilft dann auch keine Schönrederei aus „professioneller Sicht“ mehr.

Erfolg ist am Ende nur das, was Nutzen und Freude vereint

Meine Botschaft heute: Ihr seid nicht zum Erfolg verdammt. Nicht beim Kennenlernen und nicht beim Verführen. Also sorgt dafür, dass euch jedes Date Freude bereitet – vom ersten Nippen am Kaffee, bis die Morgensonne auf eure Körper scheint. Und auch dann, wenn etwas anderes passiert – oder vielleicht auch gar nichts.

Bild: Pastell-Zeichnung "Die Unverfrorene" von Vala Moro, Buchillustration, Oberteil, entfleckt

Welchen Kick gibt dir dein Schamgefühl?

Manchmal reicht es, Strapse zu tragen, um sich zu schämen
Wenn ich die Sache mal ganz einfach sehe: Es ist der Kick, Lust daran zu empfinden, wofür die wir uns eigentlich schämen. Ich denke, wenn du nie masturbiert hast, wirst du das nicht begeifern – aber das betrifft ja nur ein paar Prozent von euch (seid ehrlich und schämt euch nicht …).

Erinnerst du dich an Lust mit Scham?

Erinnerst du dich? Der Kick dabei war, dass du erwischt werden konntest – entweder dabei oder weil man es dir angesehen hat – im Gesicht, und manchmal auch an der Kleidung. Und du hast es trotzdem getan, weil die Gefühle so toll waren.

Wie war es, als du einem Mann zum ersten Mal erlaubt hast, an deinen Brustwarzen zu saugen? Ach, hast du noch nicht? Weil du dich, schämst oder wegen was anderem?

Ich habe gehört, dass die Lust daran, auf den Po geschlagen zu werden, vor allem daher kommt, weil wir uns schämen, „so etwas“ überhaupt auszuprobieren. Weil wir unseren „inneren Schweinehund“ besiegen müssen oder das Mäuschen, das in dein Ohr pfeift: „Eine anständige Frau gibt sich nicht für so etwas her.“

Einen Knacks im Hirn oder ein Mäuschen im Ohr?

Klar kann’s auch sein, dass wir glauben, einen Defekt im Hirn zu haben: zu viel Lust auf Lust oder so. Oder das wir uns Zuneigung kaufen, wenn wir was „Unanständiges“ mit jemandem tun.

Aber der Kick? Da reicht schon mal, einen kurzen Rock und Strapse zu tragen und auszuprobieren, ob das jemanden interessiert. Und wenn du dich dabei schämst? Dann versuch mal, das Gefühl zu genießen, statt davor wegzulaufen.

Erotik lesen – und sich schämen, es zu tun?

Beim Lesen erröten
Mal ehrlich – schämst du dich ein wenig, wenn du Erotik-Romane oder die meist verborgenen Erotik-Storys liest, die vor allem eines bewirken sollen: dass du geil wirst.

Wenn du jetzt erröten solltest, dann schämst du dich, weil du hin und wieder wirklich Erotik liest, und weil du weißt, wonach du dann gierst.

Solange es sich dabei um das „Übliche“ handelt, schießt den meisten von uns die Schamesröte nicht mehr so fix in die die Wangen. Klar, wir wissen, wie ein Penis aussieht, wie er sich in der hohlen Hand anfühlt und auch, wie er an anderem Orte wirkt.

Und wenn‘s nicht „das Übliche“ ist? Eine Frau in mittleren Jahren sagte mir vor ein paar Jahren: „Klar habe ich es gelesen, und ich werde auch die nächsten Folgen lesen. Es ging um die „Shades of Grey“ - erster Band - und sie erröte nicht.

Ob ihr die Röte in die Wangen gestiegen wäre, wenn sie gefragt hätte, ob sie’s schon mal probiert hat – lebensnah und mit ihrem Mann?

Egal mal – schämt ihr euch, Erotik zu lesen? Und tut ihr es trotzdem?

Bild: Koloriertes 1920er-Jahre-Foto