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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Gefühle - käuflich, tauschfähig oder verhandelbar?

Handel mit Illusionen - sinnlich, berechnend und gefährlich
Gehen wir die Frage nüchtern an, wie wir Gefühle austauschen. Der Standard, seit Urzeiten unter Primaten üblich, besteht im Tausch. Das heißt: Wir tauschen angenehmen Gefühle gegen ähnlich angenehme Gefühle.

Gefühle gegen Gefühle

Ob wir einander lausen oder streicheln oder in den Arm nehmen - wir tauschen Gefühle aus. Der freie Austausch ist so üblich, dass wir ihn schon gar nicht mehr bemerken - er gehört zum Menschsein. Manchmal ist eine ausgesprochen geringfügige Vereinbarung (Verhandlung) nötig („Darf ich dich mal drücken, du Ärmste?“). Normalerweise wird aber nicht einmal im Ansatz verhandelt.

Sex gegen Sex

Der Ansatz ist relativ neu. „Sex gegen Sex“ wird allgemein als skandinavischer Brauch angesehen, und dies bedeutet: Andere Gefühle als die Lust auf Sex sind kaum beteiligt. Seit Frauen mehr Macht haben und die emanzipatorische Bewegung große Erfolge feiert, ist „Verhandeln über Sex“ neben „spontanem Sex“ und „gewohnheitsmäßigem Sex“ üblich geworden. Paare, die so etwas praktizieren, sprechen also vorher darüber, was „geht“ und was „gar nicht geht“. Meist müssen die Frauen derartige Gespräche eröffnen. Männer glauben, „so etwas ergäbe sich schon“.

Mix und Mix

Nach einer älteren kulturellen Definition sind Liebe und Sex untrennbar miteinander verbunden. Das heißt: Gibt es Verliebtheit oder Zuneigung, dann gibt es irgendwann auch Sex. Anders herum passen diese Schuhe auch: Gibt es Sex, so entstehen auch andere Gefühle wie Verliebtheit und Zuneigung. Falls nun aber „über Sex zu verhandeln“ wäre, über Gefühle aber nicht, entstehen Widersprüche und Unklarheiten. Ein Beispiel wäre: „Ich schenke ihm Fellatio aus Liebe, obwohl ich mich körperlich davor ekle und ihn nicht als ‚Sex‘ empfinde.“


Sex gegen Gefühle

Beim Tausch von Sex gegen Gefühle entstehen „Unwägbarkeiten“. Denn wenn einer die „großen Gefühle“ für den anderen empfindet und ihm deshalb bedingungslosen Sex schenkt, wird gegeneinander getauscht, was unwägbar ist. Normalerweise verliert der „gefühlsbetonte“ Partner, weil er sich in seine Gefühle hineinsteigert.

Sex gegen „etwas anders“

Sex lässt sich außer gegen Gefühle auch noch gegen alle irdischen Güter tauschen. Wer sich nun empört, möge daran denken, dass dieser Handel normalerweise nicht einmal auffällt. Auffällig wird er nur, wenn etwas sehr Konkretes mit dem Sex verbunden wird: „Ich schenke dir (etwas Dingliches) und erwarte, dass du dich dafür mit Sex bedankst.“ Wieder umgekehrt: „Er ist zugänglicher für meine Wünsche, wenn ich häufiger mit ihm schlafe - warum also nicht?“

Sex gegen Geld

Sobald von „Sex gegen Geld“ die Rede ist, öffnet sich der Giftschrank, und das Wort „Prostitution“ steht im Raum. Die Diskussion darüber ist bisweilen so heftig, dass dieses Thema nur noch mit der Kohlenzange angefasst wird. Sofern die „lupenreine“ Prostitution betroffen ist, bei der Geld gegen gewöhnlichen Geschlechtsverkehr getaucht wird, sind die Verhältnisse eindeutig. Also: minimale Verhandlungen, weitgehend emotionsloser Vollzug.

Gespielte Gefühle und Sex im Mix gegen Geld

Tatsächlich ist der Bereich "gefühlsbetonte sexuelle oder erotische Dienstleistungen gegen Geld“ derjenige, in denen am meisten verhandelt wird. Ob es sich um eine teure Escort-Frau handelt, um eine langfristig unterstütze Geliebte oder um eine Domina: Für sie alle gehören Verhandlung über das, was „geboten und erwartet wird“ zum Alltag. Die Verhandlung „Sex gegen Sex“ ist für die meisten „gewöhnlichen“ Frauen und Männer hingegen völlig neu - und teils mit erheblichen Hemmungen besetzt.

Ist es zulässig, über den Handel mit Gefühlen zu sprechen?

Machen wir uns nichts vor: Der Handel mit Gefühlen ist weit verbreitet. Wer es nicht wahrhaben will, mag sich an den Satz erinnern „ich habe so viel Gefühle investiert ...“. Wenn Gefühle „Investitionen“ sind, dann können sie auch als die Währung angesehen werden, für die etwas eingekauft wird.

Bild: nach dem Cover eines Pulp-Magazins ca. 1950, Autor unbekannt.

Fettleibigkeit und Dating - gib es eine Lösung?

Einige Extra-Pfunde sind sicher zulässig ...
Ich hörte gerade, wie schwer es für fettleibige Frauen ist, einen Partner zu finden. Das liest sich ungefähr so (2):

Ich kann dir nicht die soziale Anerkennung schenken, die dir eine schlankere Frau bieten kann, aber ich bin eine erwachsene Frau mit zwei Hochschulabschlüssen, einem Job (und) verschiedenen Nebenbeschäftigungen.

Freilich wird diese Anpreisung, die auch noch ein „schönes Lächeln“ und „Loyalität“ enthält, durch die Aussage entwertet: „Nimm mich, wie ich bin - ich kann nichts dafür, dass ich so bin.“ Oder gar: Ich in eine jener „unterdrückten Bevölkerungsgruppen, die Schutz verdienen.“

"Ein paar Extrakilos" oder Fettleibigkeit?

Die Fragestellung verdeckt andere: Zwar legen manche Männer (und auch Frauen) nicht sehr viel Wert darauf, ob jemand „ein paar extra Kilos“ hat.(1) Dennoch stört sie, wenn jemand die dreifachen Kilos mitbringt, die allgemein üblich sind. Und bei - sagen wir mal - 180 Kilo verblasst dann das schöne Antlitz, die gute Ausbildung oder die Summe der anderen Persönlichkeitsmerkmale. Ob zu Recht oder zu Unrecht?

Die Beurteilung deiner Schwierigkeiten und der Partnermarkt

Lasst mich eine Zwischenbemerkung machen: Es ist nie die Frage, ob zu Recht oder zu Unrecht. Die Frage ist, was von anderen Menschen noch akzeptiert wird und was nicht mehr. Eine absonderliche Eigenschaft? Eine kleine Meise? Eine kaum erkennbare Behinderung? Ungewöhnliches Sozialverhalten? All dies kann noch unter dem „Toleranzradar“ liegen und damit auch akzeptiert werden. Und dazu gehören eben auch die pfundigen Abweichungen nach oben oder unten.

Das Gewicht, der Sex und der Fetischismus

Überwältigende Gefühle und Ängste
Manche betont „starke“ Frauen machen sich ganz andere Gedanken - sie fragen sich, warum der potenzielle Partner nach den berühmten „Extrapfunden“ sucht oder sie ignoriert.

Sollte nämlich jemand sagen: „Ach, dein Gewicht ist doch nicht so wichtig“, so ist die Frage, was dem Mann sonst wichtig ist - und warum er gerade diese Frau will. Sagt er hingegen „ich stehe auf Frauen mit ein paar Pfunden mehr“, so ist immer noch nicht alles gewonnen - denn beide Sätze gelten normalerweise nur bei „Übergewicht“, „Rubensfiguren“ oder „Frauen mit Kuschelpotenzial“. Wer wirklich „fett“ ist, muss mit „Fettleibigkeitsfetischisten“ rechnen. Das sind Männer, die am liebsten mit Frauen vögeln, die mehr als doppelt so viel wiegen wie üblich. Da echte Körperfetischisten niemals die Person lieben, sondern nur die Körperteile oder Körperformen, die sie „geil machen“, kann von Beziehungen nicht die Rede sein. „Fettleibigkeitsfetischisten“ kommen also so wenig infrage wie „Fettphobiker“.

Dann wären da noch jene Männer, die von allen Frauen gehasst werden, nicht nur diejenigen mit erheblichem Übergewicht. Diese Männer suchen „Sex um jeden Preis“ oder auf vulgär: Es ist ihnen gleich, „wo sie ihren reinstecken“. Und dabei haben wir mindestens einen Rat bekommen, den wir gerne weitergeben (3):

Verzweiflung oder spontane Experimentierfreude waren noch nie gute Gründe, jemanden zu vögeln.

Gute Gründe für Sex wären zum Beispiel, dem Mann ein unvergessliches Vergnügen zu bereiten und dafür möglichst ein Ähnliches zu bekommen - aber das ersetzt keine Beziehung.

Die Lösung liegt in der nüchternen Analyse

Nachdem du bis hierher gelesen hast, fragst du wahrscheinlich: „Was ist die Lösung?“ In jedem Fall wäre es günstig, wenn du dir über deinen Gesundheitszustand klar werden könntest. Beziehungen haben eine ganze Menge mit „Zukunft“ zu tun, nicht nur mit der Gegenwart und den nächsten drei Monaten. Bleibe nüchtern und gib niemandem die Schuld, wenn dich kaum jemand will -der Partnermarkt folgt seinen eigenen Gesetzen, und sie sind für viel bitter - nicht nur für dich. Und noch dies: Es ist absolut aussichtslos, jemanden dafür verantwortlich zu machen, dass er nichts „von dir wissen will.“

(1) Hinweis auf den BMI: Als übergewichtig gelten Menschen mit einem Bodymassindex von 25 - 30. Sie sind von den Aussagen dieses Artikels nicht betroffen. Wenn du glaubst, von Fettleibigkeit betroffen zu sein, gehe zu deinem Hausarzt. Dies ist weder ein medizinischer Artikel noch bietet er Rat und Hilfe bei Fettsucht.
(2) Zitat aus Medium (englischsprachig, gekürzt)
(3) Zitat aus "Vice"
Bild oben: Historisches Foto, nachkoloriert, Archiv Liebesverlag.
Unten: Historische Künstlerdarstellung, ca. 1920.

Hey du, ich bieg mal den Rohrstock - die Domina in der Werbung

Stilisierte Domina in einer typischen Fotografierpose
Besuchst du ab und an eine Domina?

Natürlich nicht – welcher „anständige“ Herr oder welche sanftmütige Dame würde es tun? Dann weißt du auch nicht, wie sie aussieht, nicht wahr? Falls du vermutest, dass sie in Spitzen-BH und passendem Höschen auftritt, hast du zu viel Pornos gesehen.

Nun ist es aber so: Männer, also der (der Hauptteil ihrer Kunden) sind ja nun mal Voyeure, und wenn sie sich so eine Dame vorstellen, dann denken sie manchmal auch an Haut. Oder an Dessous. Und manchmal denken sie an die Wonne, sich „übers Knie legen“ zu lassen. Rein praktisch gesehen ist die einzige Züchtigung mit Körperkontakt. Sie ist vor allem bei amerikanischen Männern sehr beliebt. Und damit in den Männergehirnen möglichst viele Flammen lodern, posieren diese Damen in dieser Stellung für Fotos. Da sitzen sie nun, auf einem recht unbequemen Stuhl, die Oberschenkel möglichst vollständig freigelegt, mit mütterlich-liebevollem Blick und warten, bis der Fotograf die Illusion perfekt im Kasten hat. Als „Waffe der Wahl“ wird entweder die Hand gehoben oder die Haarbürste gezeigt, deren Rückseiten manchen Mann in Verzückung versetzt.
Comic aus einer OTK-Pose - immer auf "liebevoll" gemacht

Übers Knie legen – das Kind im Manne frohlockt

So weit also „OTK“, „Over the Knee” oder auf Deutsch: Sie wird dich übers Knie legen, du böser Bub. Wie ich so höre, genießen es die Herren über 40, noch einmal in diese Lage zu kommen. Allein der Kontakt von Haut zu Haut … das schlägt das Herz der geneigten Herren höher. Wie schon gesagt, ist dies die Fotografierposition ohne 150-Kilo-Mann auf den zarten Oberschenkeln – diese Darstellung könnte potenzielle Klienten eher abschrecken.

Die hart gesottenen Herren und der Rohrstock

Fotografierpose mit BH und Rohrstock

Die andere Variante für die hart gesottenen Kunden und Kundinnen ist - ihr ahnt es - der Rohrstock, auch „gelber Onkel“ genannt. Im haftet der besondere Ruf peinlicher, schmerzhafter Bestrafungen an. Die darin enthaltene Erotik, oft Schmerzgeilheit genannt, öffnet sich nur dem Connaisseur. Zudem hinterlässt eine heftige Züchtigung mit jenem Instrument, die voller Ernst und kraft ausgeführt wird, besorgniserregende Spuren.

Das hält „harte Kerle“ (und manche Frauen) aber nicht davon ab, sich den „Küssen“ des Rohrstocks auszusetzen. Wenn ein Mann Frauen für zarte Wesen hält, deren Schlagkraft gering ist, will er überzeugt werden. Das wird auf Fotos mit mehreren Mitteln dargestellt: Einmal mit einem strengen oder gar ausdruckslosen Gesicht, und dann mit der Darstellung des Schlagens. Weil auf einem Foto nun aber die Dynamik des Schlagens fehlt, nutzt man einen Trick: Der Rohrstock wird kraftvoll gebogen. Mal nach oben, mal nach unten. Wem das nicht ausreicht, der wird mit dem weiträumigen Ausholen auf dem Foto angelockt. Und beide Positionen zeigen dem Mann: „Sieh mal da steckt Kraft dahinter“. Wer solche Fotos ansieht und weiß, was die Darstellung für sein entblößtes Gesäß bedeuten könnet, der zuckt sofort zusammen.

Sollen Herren mit ins Bild?

Meist werden die Damen im Studio fotografiert (nicht in ihrem, sondern in dem des Fotografen). Lediglich, wenn die Umgebung eine Rolle spielt, was bei vielen Herren der Fall ist, werden auch Instrumente und Einrichtungen gezeigt. Die sogenannten „Erziehungsflächen“ der Herren werden normalerweise nicht gezeigt. Man erzählt sich, dass vor allem die behaarten Gesäße älterer Herren eher als abstoßend empfunden werden, sodass sie nicht gezeigt werden – zudem wirken die Fotos dann eben auch pornografisch.

Die Kleidung spielt eine entscheidende Rolle

Kraftvolle, uniformierte Domina im Rollenspiel

Eine weitere Frage für die Wirkung einer Domina auf Fotos ist ohne Zweifel das „Outfit“. Ist es die liebevoll strafende Mama, die strenge Gouvernante oder gar eine Frau in Uniform? Muss es unbedingt Leder sein? Oder ist es tatsächlich so, dass die Männer von strafenden Frauen im Spitzen-BH begeistert sind? Gibt es nicht sogar Fotos von Dominas, die „nackt mit Peitsche“ fotografiert wurden?

Das Foto und die Realität der Domina

Neben Formalkleidung und Uniformen, so konnte ich erfahren, tragen professionelle Dominä vor allem Lederkleidung oder Korsetts. Und obgleich Korsetts sich bestens zum Fotografieren eignen würden, vor allem mit Strapsen und Stümpfen, könne man sie „währen der Arbeit“ nicht länger als maximal eine Stunde tragen. Auch Latex hat seine Tücken: in Wirklichkeit stört der Schweiß schrecklich bei der (oft sehr anstrengenden) Arbeit.

Zwischen Schein und Sein, Komfort und Aussehen liegen also auch in der Welt der Domina gewisse Gräben. Und die Fotos? Nun, sie dienten dazu, Männer „scharfzumachen“, die noch wenig Erfahrung haben.

Was meint ihr? Spielt ihr manchmal die Domina für euren Partner? Mag er das? Und welche Kleidung will er an euch sehen, falls ihr es tut?

Wir lasen unter anderen: Fashionista und Reddit. Wer etwas mehr dazu sagen will, der möge einen Kommentar hinterlassen.

Hinweis: Für keines der Fotos konnte ein Copyright ermittelt werden. Sie stammen aus Sammlungen im Internet, und sie wurden teils bearbeitet.

Wie fühlt es sich an, wenn dir etwas unter die Haut geht?

Sinnliches auf der Haut - und unter der Haut?
Was geht unter die Haut? Ist es nur die piksende Spritze, die mir eine Dame mit orangefarbenem Haar und neulich in den Oberarm drückte? Waren es die sehnsüchtigen Mandelaugen shoppender Prinzessinnen, die mir einstmals bei Harrods begegneten?

Seien wir ehrlich: Jede sinnliche Begegnung kann unter die Haut gehen – dazu muss nichts in den Körper eindringen. Erinnert euch mal an die Verwirrung, die durch euren Körper rieselte wie flüssiges Feuer. Gut, das war die Natur, die ihre Drogen nutzte, um zu sagen: „Los, trau dich! Manch doch endlich, was Erwachsene tun…!“ Aber es war eben auch das sanfte Zittern, dass die Wirbelsäule in Schwingungen versetzte, um später das zu erobern, was man das „Urogenitalsystem“ nennt. Da zirpte es und zuckte, und da wurden Organe gereizt, von denen wir zuvor gar nicht wussten, dass sie in uns existierten. Und dann diese seltsamen Beben, die plötzlich in uns explodierten, und von denen wir zu Beginn nicht einmal die Namen kannten.

Wenn Gefühle einen Namen bekommen, ändern sie sich

Was im Inneren vorgeht, was also unsere Adern erhitzt und unsere Nerven elektrisiert, ist eine sinnliche Erschütterung – am Anfang oft so sehr, dass wir glauben, unsere Sinne würden schwinden.

Nach und nach gehen die seltsamen Gefühle in unser Gedächtnis über. Wir lernen, wo sie wirken, wie sie wirken und dass sie „Orgasmen“ oder „Ejakulationen“ genannt werden.

Über die Gefühle, die von unserem Reptiliengehirn oder dem Zwischenhirn ausgehen und keinen Namen tragen, denke ich seit Langem nach. Denn sobald sie ihren Namen bekommen haben, sind sie „ein Gefühl“, dass sich katalogisieren lässt. Und sobald es in den Katalog aufgenommen wurde, wird es in gewisser Weise „entindividualisiert“. Das heißt, dass wir ab diesem Zeitpunkt sagen: „Ich verschaffe mir einen Orgasmus“ oder „ich bekomme einen Orgasmus“.

Der Name ist nur ein Name, das Gefühl bliebt aber ein Gefühl

Die Frage wäre allerdings: Was fühlen wir wirklich? Denn genau das passiert, wenn der Name vergeben ist. Selbstverständlich gilt dies auch für andere „Katalog-Begriffe“. Wer behauptet „Ich bin ein Sub“, der sagt, was er zu sein meint, aber nicht, was er dabei empfindet. Das bedeutet nun aber, dass er oder sie niemandem außerhalb der Szene erklären kann, was in einem „Sub“ vorgeht. Denn diese oder dieser fällt ja bereits in den Topf „Sadomaso“ und dabei auf die „Maso“-Seite. Und von „diesen Leuten weiß man ja, was sie wollen.“

Das ist natürlich engstirnig gedacht. Und es ist völlig falsch, wenn man versucht, die Gefühle einzuschätzen.

Wem die Geschichte mit dem „Maso“ befremdlich erscheint, der mag sich mit der Floskel “Ich liebe dich“ beschäftigen. Sie enthält keinerlei konkrete Gefühle, sondern nur eine recht dürftige Botschaft, den anderen irgendwie zu mögen. Oftmals ist der Satz aber auch ein Appell, um eine ähnliche Botschaft vom Partner zu empfangen: „Ja ich liebe dich auch.“

Und du? Was denkst Du darüber?

Die Frage ist, ob wir uns mit solchen „Plattheiten“ über Gefühle zufriedengeben sollten. Müssten wir nicht wenigstens für uns selbst ganze Sätze formulieren können, um unsere Gefühle zu beschreiben?

Genau an diesem Thema arbeite ich derzeit. Wer Interesse am Thema hat, möge sich bei mir melden.

Bild: Liebesverlag-Archiv.

Heikles über erotische Fantasien

Manche Fantasien sollten Fantasien bleiben
Wurdest du schon einmal nach deinen geheimen erotischen Fantasien gefragt? Oder hast du sie deinem/deiner Liebsten offenbart?

Was hast du geantwortet oder offenbart? Die Wahrheit, eine fromme Lüge? Oder hast du ihn beschimpft, weil er dir „solch eine“ Frage gestellt hat? Wurdest du etwa gar deswegen selbst beschimpft?

Wenn dein Partner oder deine Partnerin negativ reagiert, dann weißt du, dass er/sie ein Problem damit hat. Ein Grund dafür kann sein, dass die andere Person sexuelle Fantasien grundsätzlich für pervers hält. Doch oftmals ist jemand schon deshalb entsetzt, weil „so etwas“ überhaupt in deinen Kopf eingedrungen ist.

Keine Vorurteile - außer beim eigenen Partner?

Nein, dein Gegenüber, Partner oder Liebhaber hätte keine Vorurteile, wenn jemand anders so etwas sagen würde. Aber nicht jemand, den er/sie kennt. Und vor allem: nicht du. Schließlich – und nun wird es noch heikler, könnte dein „Geständnis“ so aufgefasst werden, dass er in Panik gerät. „Das muss dann wohl irgendwann verwirklicht werden“ oder – fast noch schlimmer – „ich muss dies jetzt an ihm/ihr vollziehen“.

Jeder Mensch, der so reagiert, hat ein Problem – und du bist nicht das Problem. Du warst ehrlich, und das ehrt dich in jedem Fall.

Vom Liebespartner abgestempelt werden?

Du kannst überlegen, ob du mit dem Menschen zusammenbleiben willst, der dich wegen deiner Fantasien verachtet oder sich allein davon verletzt fühlt, dass du sie hast. Überleg mal: Du hast sie offenbart, weil du Vertrauen hattest, dass dein Gegenüber damit umgehen kann. Und das hat nicht geklappt. Du musst also damit rechnen, dass jede deiner sinnlichen Empfindungen abgestempelt und damit entwertet werden kann.

Besser alles geheim halten?

So manche Frau und so mancher Mann wird niemals über geheime Fantasien sprechen – oder jedenfalls niemals mit dem regulären Partner. Auch das kann funktionieren, solange Fantasien auch wirklich Fantasien bleiben sollen – und das scheint für mindestens zwei Drittel (wenn nicht viel mehr) der Fantasien zuzutreffen.

Grafik: Japanische Grafik, undatiert, koloriert.