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Warum sehnst du dich nach Schlägen?

Das Vergnügen der Damen ... Anno 1934
Sehnsucht nach Schlägen? Den meisten Menschen fallen spontan zwei Antworten ein.

Die erste Antwort kommt völlig unreflektiert aus dem Bauch. Wer nach Schlägen lechzt, ist meschugge – vornehmer ausgedrückt: Er/Sie leidet unter einer Deviation des Sexuallebens.

Die zweite Antwort kommt aus den Kreisen der notorischen Besserwisser. Sie haben von Sigmund Freud gehört und glauben, dass alle Lüste und Widerstände, die wir im Erwachsenenalter entwickeln, auf frühkindliche Erlebnisse zurückzuführen sind.

Eine einfachere Antwort

Es gäbe eine wesentliche einfachere Antwort.

Du sehnst dich nach Schlägen, weil sie deine sexuelle Lust anheizen.

Dabei wäre zu sagen: Es gibt niemals nur einen Grund, etwas sexuell „Abweichendes“ zu erproben. Einer, der es wissen muss, schreibt:

Schläge sind für mich sehr erotisch und zugleich sehr schmerzhaft und peinlich. Erwachsene können fast alles, was sie tun, sexualisieren. Ich denke, dass unser sexuelles Denken während der Pubertät einige Knoten bekam, sodass die „Verkabelung“ bei jedem etwas anders abläuft.

Nahezu jede und jeder Betroffene erwähnt den eigenartigen „Cocktail der Gefühle“, der vor und während der Schläge aufkommt. Viele sind nicht zufrieden mit sich selbst. Sie zweifeln an sich, zum Beispiel wegen er ständigen Konflikte zwischen Lust und Schmerz, oder der sozialen Rolle, die sie bei Schlägen einnehmen. Was würde jemand denken, wenn der Personalleiter oder die Lehrkrankenschwester auf einem Bock liegend eine „Züchtigung“ erwarten würde?

Niemand weiß genau, wie Erregung funktioniert

Niemand weiß, wie die Erregung in eurem Körper genau „funktioniert“. Aber etwas ist sicher: Die Leitungen, durch die der Strom am schnellsten fließt, werden zuerst benutzt. Und wenn sie auch „Verknotet“ sein mögen, am Ende zählt die Mischung aus ekstatischer Lust, Schmerz, Erregung und Befriedigung (3).

Zitat (sinngemäß übersetzt) von John Fessée, Blogger.
Bild: Davanzo, ca. 1934, Illustration

(3) Auszug aus einer Studie: Die untersuchten Schilderungen bestätigen, dass anhaltende und leichte, aber ebenso intensive Schmerzen, die in einem erotischen und einvernehmlichen Kontext auftreten, sexuelle Erregung und tiefgreifende Veränderungen des Gemütszustandes einschließlich Trance und Ekstase, hervorrufen können.

Kann dir erotische Literatur helfen?

Träumen ist erlaubt - und lernen?
Frauen und Erotik - das Thema ist ebenso sensibel wie aktuell. Generell geht es ja darum, deine Persönlichkeit so weit zu entwickeln, dass sie wirksam werden kann und dir zugleich Freude bereitet.

Nun gehen die meisten Studien über „das Erotische“ davon aus, dass Frauen mehr von Büchern erregt werden, während Männer eher auf visuelle Pornografie abfahren.

Forscher wollen auch wissen, dass Worte offenbar nachhaltiger in uns Menschen wirken als Bilder. Aber das ist noch nicht alles. Bücher können uns verändern, indem wir in die Figuren „hineinkriechen“, die uns Autoren und Autorinnen anbieten.

Lernprozesse durch erotische Literatur

Im Grunde ist es ein Lernprozess, den du wahrscheinlich schon einmal durchlebt hast: Wann würdest du genauso handeln wie die Romanfigur? Was würdest du auf keinen Fall tun? Wo würdest du etwas verändern, wenn du in der Situation wärest? Und falls dich das alles nicht interessiert, kannst du einfach der Realität entfliehen und in die Welt der Romanfigur eintauchen.

Was geht in uns vor, wenn wir Erotik lesen?

Doch was passiert beim Lesen erotischer Literatur?

Gute erotische Literatur erfüllt mindestens zwei Bedürfnisse.

Erstens: Die Gefühle indirekt anzusprechend, damit sinnliche Gedanken entstehen, denen du nachspüren kannst.

Zweitens: Rein sexuelle Lüste zu erzeugen, die sozusagen „von den Augen durch das Hirn in den Schritt“ wandern.

Du wirst schon bemerkt haben: Der erste Satz ist im Moment der wichtigere für dich. Wenn du darüber hinaus noch Lust verspürst, ist das aber kein Schaden.

Erotik lesen heißt, etwas über die eigene Sexualität zu lernen

Das Interessanteste an der erotischen Literatur ist der Kontakt, den du zu deiner eigenen Sexualität aufnimmst. Dabei fallen Schranken, die du „innerlich“ aufgebaut hast. Zugleich lernst du dabei, deine offensichtlichen und geheimen Lüste besser zu verstehen.

Das alles kann dich zu der sexuellen Person werden lassen, die du dir wirklich vorgestellt hast.

Also: Keine Scheu vor erotischer Literatur - du kannst darin etwas über dich selbst lernen. Und du wirst schnell herausfinden, was dich daran anregt oder abschreckt.

Warum sehen junge Frauen Pornos?

Begierden am Bildschirm - sehen, was frau sich selbst nicht zutraut?
Du bekommst viele Antworten, wenn du die Frage stellst. Manche von euch fühlen sich schon in ihren Intimitäten verletzt, wenn du sie fragst. Andere bestreiten vehement, jemals den seltsamen Lüsten nachgegangen zu sein, die für die Pornografie „typisch“ sind.

Wir hörten viele Meinungen, aber diese fanden wir immer wieder: Frauen sehen mit Inbrunst lustvolle Begegnungen zwischen Frauen. Das betrifft sowohl diejenigen, die Beziehungen zu Männern unterhalten wie auch jene, die ausschließlich Frauen lieben. Die Gruppe der Frauen, die sich auch „real“ nicht festlegen wollen, scheint ebenfalls immer größer zu werden.

Wollten wir ein Fazit ziehen, so könnten wir sagen: Ob heterosexuell, bisexuell oder lesbisch: Frauen wollen lustvolle Verführungen von Frau zu Frau sehen. Unklar bleibt, ob sie sich in die Rolle der Verführerin oder der Verführten wiederfinden konnten.

Das scheint auch für die wenigen, explizit für Frauen erzeugten Filme mit S/M-Themen zu gelten. Der Grund könnte sehr einfach sein: Die Beschauerin dieser Art von Pornografie kann wählen, in welcher Rolle sie sich am besten wiederfindet. Ist es die harte, fordernden und strenge, bisweilen gar unnachgiebige Rolle? Oder ist es die Rolle der lustvoll Leidenden, die sehnlich auf die nächste heftige Berührung wartet?

Wir wissen es nicht – besonders im pornografischen S/M-Bereich wagen sich Frauen kaum aus der Deckung. Möglicherweise gilt es als „doppelt unanständig“, heimlich Frauen lieben zu wollen und sich von ihnen schlagen zu lassen.

Welche Hetero-Frau würde schon öffentlich zugeben, sowohl von gleichgeschlechtlichen Begegnungen wie auch von entsprechenden SM-Lüsten zu träumen?

Die Frage bleibt hier offen. Dürfen wir sie sie an euch stellen?

Und falls ihr etwas dazu sagen wollt – wie ist eure Meinung?

Wie du einen Mann geil auf dich machst

Wenn du denkst, nicht schön genug zu sein ...
Nimm an, du wärst äußerlich nicht besonders attraktiv. Ich weiß, dass du ziemlich attraktiv bist, aber denk für den Moment mal daran, was du tätest, wenn du nicht so attraktiv wärst.

Nehmen wie zusätzlich an, du wärest geil, und du hättest jemandem gefunden, der mit dir bei Schummerlicht die Couch teilt.

Was machst du, damit er dich will?

Und nun sag mir, wie du ihn verführen würdest, so, dass er richtig heiß auf dich ist und alles gibt, um dich zu befriedigen. Was wirst du tragen, drüber und drunter? Weißt du, ob er schon vom Küssen geil wird? Bei manchen Männern reichen Zungenküsse, um den berühmten “Steifen“ zu bekommen, aber andere wollen etwas anders küssen – deine Brüste zum Beispiel.

Warte nicht, bis er dich auszieht

Wenn er wirklich scharf auf dich werden soll, dann warte nicht, bis er dich küsst oder dich auszuziehen versuchst oder was du sonst erwartest. Gib ihm einen Grund, geil auf dich zu sein. Es gibt kaum etwas Schlimmeres für Männer, als wenn du nur daliegst, die Beine voneinander spreizt und passiv bist.

Werde aktiv. So, dass er dir nicht mehr widerstehen kann. Zieh dich selber aus, streichle deinen Körper, auch intim, und mach ihn wild darauf, endlich mit dir zu vögeln. Du kannst so „schmutzig“ sein wie du willst – Männer lieben Frauen, die ein bisschen frivol sind. Also zeig ihm deine Lust. Berühre ihn mit den Händen, dem Mund und den Brüsten. Nimm dir seinen Penis, und „führe“ ihn. Und vor allem: Zeig ihm, was du von ihm willst, und wie du es von ihm gerne hättest.

Wenn du ihn willst, vergiss deine moralischen Vorstelllungen

Vielleicht sagst du: „Das schickt sich nicht“ oder „so etwas tun anständige Frauen nicht“. Das kannst du sagen oder auch nicht. Aber ein Mann vögelt nicht mit dir, weil du so gebildet bist oder so viel Charakter hast. Er vögelt mit dir, wie du ihn geil machen kannst.

Ein letztes Wort: Was willst du lieber: einen Mann, der jede Frau vögelt, nur weil er geil ist oder einen Mann, der nur bei dir richtig geil wird?

Na,…?

"Wie du einen Mann geil auf dich machst" ist einer von mehreren Beiträgen unserer Autorin, der ursprünglich für eine Beratungsrubrik gedacht waren.

Hast du ein schmutziges, kleines Geheimnis?

Der Hintern - oftmals sehr erregend?
Wahrscheinlich hast du eines, denn eigentlich hat jede und jeder eines. Und viele davon haben etwas mit Sex zu tun. Schmutzigem Sex, versteht sich.

Mustermänner, Musterfrauen, Schlampen und Machos

Klar ist, dass viel von uns ein Muster im Kopf habe. Mancher Mann wird sagen, er kann nur mit Exoten, ein anderer, er kann am besten mit echt frivolen Schlampen. Und Frauen? Manche behaupten, sie suchen einen dieser Familienmänner: erfolgreich, intelligent und fleißig, treu, ehrlich und kinderlieb. Es dauert eine Weile, bis sie merken, dass sie ein solcher Mann nicht (mehr) sonderlich erregt. Andere suchen einen dieser „echten, ursprünglichen Männer“ mit Tarzankörper und Knackarsch. Der erregt sie eine Weile, aber den Knackarsch wollen auch andere sehen, und andere sind eben „frischer“.

Oh, ich lese, dass „jeder von uns“ eine „einzigartige Erregungsvorlage“ hat, sozusagen ein Geilheitsmuster. Wem es Spaß macht, der kann das „psychologisch“ erklären, und das klingt dann sehr gelehrt. Nämlich so (da zitiere ich doch mal)(1):

Die grundlegende Erregungsvorlage jeder Person besteht aus allen Erfahrungen, Lehren, Beobachtungen und Modellen, die Eltern, Lehrer, Familienmitglieder, religiöse Führer, Geschwister, Gleichaltrige, Lieder, Filme, Bücher, Bilder, Videos usw. vermittelt haben.

Wiehern wie ein Pferd oder den Hengst machen lassen?

Soll ich nun erröten oder wiehern wie ein Pferd? Mein lieber Schwan, das ist echt zu viel. Und es ist aus dem wissenschaftlichen Lutschfinger herausgezogen. Jedenfalls ist das eine völlig absurde Beschreibung dafür, wovon du geil wirst.

Wenn dein „kleine schmutzige Geheimnis“ nur ist, dass du gerne einen Kerl mit einem schönen Gesäß, tollen Muskelkräften, hyperaktiven Hüften und standhaftem Penis hättest, nun ja. Man nennt das wohl einen „Hengst“.

Und was ist nun ein "Arousal Template"?

Oh, die Wissenschaft weiß es natürlich genau. Die Sache mit der Erregung funktioniert über ein „Arousal Template“, also eine Erregungsvorlage. Wer an Definitionen interessiert ist, findet auch eine Erläuterung:

Die vollständige Zusammenfassung von Gedanken, Bildern, Verhaltensweisen, Tönen, Gerüchen, Gegenständen, Fantasien und Objekten, die uns sexuell erregen.

Na, wie hübsch. Und wie wirkt sich das auf den Moment aus, indem wir einer Frau /einem Mann gegenübersitzen? Wird die Frau da gleich feucht und der Mann bekommt einen steifen Penis? Oder ist es „Freud für Anfänger, auf sexuelle Erregung heruntergebrochen?“

Schmutzige Geheimnisse und Überraschungen

Hat das wirklich etwas mit unseren (ja auch deinen) „schmutzigen kleinen Geheimnissen“ zu tun? Gibt es überhaupt „eine Vorlage?“ Könnten es nicht mehrere Vorlagen sein? Und wie ist es eigentlich, wenn wir etwas erfahren, was wir nie für möglich gehalten haben, aber das für als so geil empfinden, dass uns Hören und Sehen vergeht?

Na ja, war eben nicht drauf auf der „Arousal Template“. Was für ein Glück, dass es noch Überraschungen gibt.

(1) Nach "Medium", aber durchaus ähnlich in der psychologischen Literatur beschrieben.