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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Gewöhnlich tust du das ganz Gewöhnliche, oder?

Was nun - das Gewöhnliche, oder ...
Bei so viel „heißen“ Themen im Oktober – wie ist das eigentlich mit dem „ganz Gewöhnlichen“? Na, wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir einer dieser Sprüche ein:

Ein Paar kommt zusammen, um Kinder zu zeugen und zu gebären, aufzuziehen und zu anständigen Menschen zu erziehen.

So etwas kann man mit der Religion oder mit der Natur begründen. Nur mit dem Unterschied, dass die Natur dem Menschen (und anderen Primaten) die Fähigkeit verlieh, jeden Tag und jede Stunde Lust auf Sex zu haben. Und zudem die Gabe, zur Erfüllung solcher Lüste auch Varianten zu erfinden.

Das Gewöhnliche und die Tabus

Und schon ergibt sich die Frage: Was ist denn nun das „Gewöhnliche“? Nach Auflassung einiger religiöser Dogmatiker ist es der Geschlechtsverkehr (PiV) zum Zweck der Zeugung. Aber das ist nun wieder eher die Absicht der Natur.

Und weil dies alle so ist, erfinden wie Menschen sowohl Erweiterungen und Ergänzungen als auch Tabuzonen. Als „Tabu“ galt bis in die 1950er-Jahren Oralverkehr und Analverkehr wurde nur heterosexuellen Wüstlingen und „Schwulen“ zugeschrieben. Das Volk ekelte sich öffentlichkeitswirksam vor Menschen, die es dennoch taten. Noch bis vor wenigen Jahren war es für Männer absolut undenkbar, den Cunnilingus auszuführen – ganz zu schweigen von Analstimulationen oder gar Fellatio. Bis heute verlangen sogenannte Hetero-Männer von Frauen Praktiken, die sie an sich selbst oder für sich selbst nie zulassen würden. Das alles lässt sich begründen, ohne jeden Zweifel. Aber die Begründungen sind fadenscheinig, denn auch für Frauen ist Fellatio wie auch Analverkehr nicht unbedingt ein Vergnügen, sondern eher eine Herausforderung.

Intimrasur ja - Sex nein?

Und wie war das mit dem Gewöhnlichen? Wir lesen immer wieder, dass Frauen nicht auf Dates gehen, ohne sich vorher die Schamhaare zu rasieren. Und es gibt eine große Anzahl von Frauen wie auch von Männern, die diese Praxis nicht normal finden.

Andererseits empfinden es manche Frauen als „ehrenrührig“, sich vor Dates auf die Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs vorzubereiten – in diesem Fall nicht wegen der Schamhaare, sondern wegen des Wohlstands. Ich erinnere mich immer an den Spruch mit dem Regenschirm: Wenn du einen dabeihast, wird es wahrscheinlich nicht regnen. Sollte es aber doch regnen, bist du froh, dass du ihn aufspannen kannst. Das gilt sinngemäß auch für Kondome.

Vorbereitet sein ist alles

Das Gewöhnliche ist, bei Begegnungen auf alles vorbereitet zu sein – auf das Einlassen, auf den Rückzug, auf Küsse und Umarmungen, auf „Ja“ und auf „Nein“, und mindestens auf „gewöhnlichen“ Geschlechtsverkehr. Die Fragen mögen gar nicht aufkommen (wie die Sache mit dem Regenschirm) - aber es tut wirklich gut, immer vorbereitet zu sein.

Die Lust über 40 - wohin damit?

Der Blick in den Spiegel ... wer sieht mich da an?
Wenn du über 40 bist (oder gar über 50, das soll ja „das neue 40“ sein), dann machst du dir vielleicht so deine Gedanken.

Zum Beispiel solche (1):

Ältere Frauen werden nicht für ihre Weisheit und ihr Selbstvertrauen oder ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrung in Bezug auf Sex gefeiert, sondern nur für ihre Fähigkeit, "für ihr Alter gut auszusehen"

Wer entscheidet, ob du noch knackig genug bist?

Na schön. Mit 40 wirst du nicht mehr als „Milf“ (2) angesehen, es sei denn, du bist schlank und extrem knackig. Sobald dein Gewicht zunimmt, deine Brüste erschlaffen und du dich nicht mehr ohne Weiteres vor einem Kerl ausziehen magst, bist du optisch als Geliebte nicht mehr „marktfähig“. So jedenfalls die Vorurteile und Hemmungen.

Ist es dein Körper, der dich hindert?

Oder ist das alles ganz anders?

Ich frage dich mal etwas: Wovor hast du mehr Angst: Davor, dass er deine Hülle als „angejahrt ansieht“ oder davor, dass die kleinen Mäuschen hinter deinem Ohr piepsen: „Das darfst du nicht tun?“

Was darfst du nicht? Dich selber berühren und zum sexuellen Genuss bringen? Dich von anderen berühren lassen, die dich zum Jauchzen bringen? Oder andere so wild machen, dass sie laute Schreie aussenden, um ihre Lust hinauszuschreien?

Frage dich einfach, ob es wirklich dein Alter ist, das dich hemmt. Oder dein Körper, der nicht „wirklich perfekt“ ist. Oder sind es die Mäuschen, die dich hindern?

Manchmal ist es wirklich sinnvoll, ein bisschen spielerisch mit der Intimität umzugehen. Und die Frage, die dir jeder (außer den Mäuschen) stellen wird, ist: „Was kann den schlimmstenfalls dabei passieren?“

(1) Zitat: Wir zitierten aus einem Blog, auf den wir leider nicht verlinken können, weil dessen Vokabular unangemessen ist.
(2) Das Wort mag nicht gerade seriös sein. Aber es zeigt, dass Frauen über 40 immer noch sexuell begehrt werden.
Bild: Unbekannter Künstler

Zwei plus eins ergibt drei - oder? Alles was du über Dreier wissen kannst

Prolog

Dieser Artikel über Dreier oder „Triolen“ erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch beruht er auf einer wissenschaftlich nachprüfbaren Basis. Aber immerhin enthält er nahezu alle Informationen, die man aus öffentlichen verfügbaren Quellen bekommen kann.

Wenn Männer träumen, sieht der Dreier oft so aus ...

Was ist eigentlich ein Dreier?

Geschichten über Dreier, die im Internet veröffentlicht werden, segeln oft unter falscher Flagge. Die Autoren schwören, dass sie wahr sind, die Art der Plots entlarvt sie jedoch als „Fakes“. Im Grunde wird immer wieder die gleiche Geschichte mit einigen Varianten erzählt.

Ordnen wir die Sache erst einmal, bevor wir in Details gehen und versuchen, die Wahrheit herauszufinden. Nach wissenschaftlicher Definition sind Dreier dies:

Sexuelle Treffen mit drei Personen, bei der Aktivitäten zwischen mindestens zwei Personen gleichzeitig ausgeübt werden.

Viele Begriffe - ein Ziel: Sex zu dritt

Im engeren Sinne spricht man vom MGTs. (Mixed Gender Threesomes), dann sind es Aktivitäten in gemischtgeschlechtlichen Gruppen. Man unterscheidet zunächst zwischen MFF und FMMund sagt dabei aus, wie das Verhältnis zwischen Frauen und Männer ist: Ein Mann - zwei Frauen oder zwei Männer - eine Frau.

Wichtig ist vor allem, ob die Begegnungen zwischen ausschließlich „heterosexuellen“ Personen stattfinden oder zwischen solchen, die latent oder bewusst an gleichgeschlechtlichen Kontakten interessiert sind.

Ganz zuletzt - und vor allem aus psychologischer und emotionaler Sicht - ist noch wichtig, welche Rolle der/die Dritte spielen soll.

Warum die Theorie? Weil es große Unterschiede in den Erwartungen und Wünschen gibt. Und weil oftmals zu Anfang nicht klar ist, was bei Dreiern geschehen muss, kann, darf oder soll.

Grundlagen - Neugierde, Abenteuerlust und Einstellung zum Sex

Bei Dreiern geht es darum, neue, ungewöhnliche sexuelle Erfahrungen zu erwerben, zu genießen oder zu vertiefen. Dabei können allerdings auch Gefühle wachgerufen werden, die nicht eingeplant werden können: Eifersucht, latente Bisexualität, Scham, Ekel und noch viel mehr. Die beste Einstellung ist deshalb, Berührungen als Berührungen aufzufassen und Sex als Sex - und sonst gar nichts. Paare müssen sich vorher einige sein, was geschehen soll und wie die dritte Person dabei gesehen wird. Der oder die Dritte muss sich klar sein, dass sie möglicherweise nicht viel mehr als eine Art „Spielkamerad(in)“ beim Sex ist.

Gerade der letztgenannte Punkt ist umstritten. Denn offenbar wünscht sich der/die Dritte oft, eine dauerhafte Beziehung zu einem Paar aufzubauen oder weiterzuentwickeln.

Die zwei, die es wagen

Zwei eines Sinnes - doch was ist mit dem Einhorn?
Die meisten Triolen werden von zwei Personen angeleiert, die einander gut kennen. Normalerweise mussten sie einige Hürden überwinden, bevor sie den Entschluss für die „Liebe zu dritt“ fassten. Und wenn es so weit ist, dann wollen sie das meiste für sich selbst aus der Begegnung herausholen. Der/die Dritte ist eine Randnotiz in ihrem Sexualleben.

Das Einhorn, das dazu stößt

Der oder die Dritte, auch „Einhorn“ genannt, hat immer die schlechtere Ausgangsbasis, weil mit dieser Person wesentlich kürzer gesprochen wird und die Entscheidungen deshalb viel schneller getroffen werden. Dies wird in so gut wie allen Ratgebern verschwiegen.

Schwierig: zwei Männer oder zwei Frauen plus Einhorn

Sie gelten als unberechenbar: Zwei Männer, die eine Frau suchen. Bei diesen Begegnungen geht es in der Regel um die Erfüllung von Männerfantasien - zulasten der beteiligten Frau. Zwei Frauen, die einen Mann suchen, spielen oft mit der Neugierde und der Naivität des Mannes.

Bi-Wünsche und Homophobie

Selbstverständlich sollten Bi-Wünsche vorher erkannt sein, aber Menschen mit fließender Sexualität zeigen sie dennoch oft erst, wenn es „zur Sache geht.“ Auch das Gegenteil tritt auf: Homophobe Gefühle, wenn sich zwei Männer zu intensiv berühren, ohne bisexuell zu sein.

S/M-Wünsche und Rollenspiele bei Dreiern

Das gängige Klischee vom "Cuckold"
Bekannt geworden sind Cuckold“-Szenarien, die aus Swinger- und S/M-Kreisen stammen. Doch auch andere Rollenspiele (Wechsel der Geschlechterrolle, Feminisierung, CFNM (1) und andere) kommen vor. Wichtig ist vor allem, dass der/die „Dritte“ genau weiß, was „gespielt wird“.

Erfahrungsberichte, Wunschdenken oder Fakes?

Diejenigen, die wirklich „Dreier“ hatten und darüber sprechen, neigen meist zu Beschönigungen. Hingegen schweigen diejenigen, die sich beim Dreier nicht wohlgefühlt haben - meist aus Scham. Die Mehrheit der veröffentlichten „Storys“ entspringen allerdings der Fantasie.

Die Wissenschaft auf den Rängen - sprachlos und auch vorlaut

Es gibt keine wissenschaftlich exakten Erkenntnisse über Dreier, wohl aber Behauptungen von Wissenschaftlern. Die betont „sexpositiv“ eingestellten Sexologen glauben, dass es dem Paar guttut (und vergessen die jeweils Dritten). Die eher psychologisch ausgerichtete Fraktion warnt vor Verwerfungen in der Beziehung des Paares, das zum Dreier aufruft. Auch bei ihnen spielen „Dritte“ keine Rolle.

Tipps? Oft leichte Kost

Frauenzeitschriften und Magazine für junge Menschen beschäftigen sich gerne mit Dreiern und geben dazu auch Tipps. Allerdings gehen die so gut wie nie von Paaren aus, die bisher „ganz gewöhnlichen Sex“ hatten, ohne viel darüber zu reden. Kritisch betrachtet heißt das: Das Paar als „Wir“ muss sich ebenso wie jede Person als „Ich“ darüber klar werden, wie flexibel Körper und Emotionen sind und was sich daraus ergibt. Wer sagt „Küsse gehen gar nicht“, der sollte sich wahrhaftig überlegen, ob dann „überhaupt etwas“ möglich ist. Sollte es ausschließlich um die Reihenfolge beim „PiV“ (2) gehen, so bleibt nicht viel übrig für die erwünschten sinnlichen Erfahrungen. Ohne Lippen- und Körperküsse, Berührungen aller Art oder (falls erwünscht) Oralverkehr sind Dreier eher eine Art „Sexsport“.

Apropos Sport: Manche Stellungen, die bei Dreier empfohlen werden, erfordern ziemlich flexible Körper.

Eine Abgrenzung zur Dreiecksbeziehung

Wenn Hans mit Grete schläft, aber auch mit Peter, und Grete ebenfalls mit Peter schläft und sie dabei nie zu dritt sind, haben wir eine Dreiecksbeziehung. Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn Hans mit Grete schläft, aber eben auch mit Karin, wobei Karin und Grete ebenfalls dann und wann das Bett teilen. Manchmal werden auch „Winkelbeziehungen“ als Dreiecksbeziehungen bezeichnet.

Epilog

Wünsche? Abneigungen? Scham? Hoffnungen? Die Entscheidung, sich an einem „Dreier“ in irgendeiner Form zu beteiligen, kann zu Veränderungen führen. Und ob du wirklich Veränderungen in seinem bis dato „perfekten“ Räderwerk deiner Lüste willst? Das kann kein anderer Mensch für dich entscheiden. Du selbst bist gefragt, und nur du trägst die Verantwortung für dein Wohlbefinden. Wer eigentlich sonst?

Basis des Artikels: Internet-Recherche in Ratgebern, wirklichen und geschönten Erfahrungsberichten, wissenschaftlichen Stellungnahmen und mehr.
(1) CFNM - Begegnungen, bei denen die Frau oder alle beteiligten Frauen Kleidung tragen, der Mann aber nackt ist.
(2) PiV - Geschlechtsverkehr mit "Penis in der Vagina".

Die üblichen erotischen Fantasien - und die weniger üblichen

Sind Fantasien über Nacktheit noch populär?
Das, worüber wir fantasieren, ist das, was wir nicht haben. Das lässt sich weiter ausführen, indem wir sagen: Wir fantasieren über erotische Erlebnisse, die uns innerlich bedrängen, die wir aber im wahren Leben nicht verwirklichen können. Teils sind es Fantasien, die uns zugleich befremden und erregen, und zu einem anderen solche, die uns soweit „ins Abseits“ stellen würden, dass uns selbst wohlmeinende Freunde meiden würden.

Was wissen wir über die geheimen Lüste?

Zunächst wissen wir heute, dass die Fantasien von Frauen und Männern durchaus ähnlich sind. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Lüste der Männer breiter gefächert sind als jene der Frauen. Sodann ergibt sich, dass Frauen viel häufiger über aktive Dominanz fantasierten als angenommen, während Männer sich häufiger in der Rolle der Unterwerfung sahen, als erwartet wurde.

Eine Beobachtung der Forscher folgend, rechneten Frauen aber nicht damit, dass sie ihre Fantasien in die Tat umsetzen würden. Die Männer hingegen suchten zumindest nach Wegen, einige ihrer Wünsche zu verwirklichen.

Kuscheln und Lüste mit Vanillesoße

Welche Fantasien sind wirklich häufig wie Gänseblümchen? Beginnen wir einmal mit den Vanille-Erfahrungen: Blümchensex mit einem vorhandenen Partner oder einem Fremden. Die Befragten schwankten dabei zwar zwischen Kuschelromantik und Abenteuer, doch letztlich ergab sich eine Mehrheit für die Romantik, gefolgt vom Abenteuer mit Fremden und der Lust an gegenseitiger Masturbation. Die Antworten von Frauen und Männer lagen dabei in einem Bereich von „mehr als zwei Drittel“ bis hin zu 90 Prozent.

Mundverkehr – keine Einbahnstraße

Orale Fantasien sind orale Verlockungen
Eine der Überraschungen ergab sich bei der Abfrage von oralen Kontakten, sei es Cunnilingus und Fellatio in der Kombination oder separat. Generell fantasierten Frauen wie auch Männer darüber häufig. Beim gemeinsamen Genuss von Oralkontakten waren es über 75 Prozent, während nahezu 80 Prozent angaben, in ihren Träumen Cunnilingus zu geben. Davon, Fellatio zu geben, träumten immerhin noch fast drei Viertel der Frauen. Männer, die in ihren Fantasien Fellatio gaben und Frauen, die den Cunnilingus aktiv vollziehen wollten, landeten immerhin noch im Bereich zwischen einem Viertel und einem Drittel.

Haremsgedanken und Damenwahl

Was sich bei Oralkontakten zeigte, wiederholte sich bei den Triolen und Orgien. Die Männer führten dabei mit 84 Prozent, soweit nach „Triolen mit zwei Frauen“ gefragt wurden, und sie folgten auch dem Prinzip: „Je größer der Harem, umso mehr will ich der Pascha“ sein (75 Prozent). Doch bereits, wenn man Männer befragte, ob sie in der Fantasie an einer gemischten Gruppe mit mehr als drei Personen teilnehmen würden, sackte der Anteil auf 16 Prozent. Die Frauen dachten ganz anders. Mehr als die Hälfte fand diese Fantasie erregend – der Grund dafür könnte sein, dass es für Frauen attraktiv ist, aus einer Gruppe von Männern wählen zu können.

Lechzen nach Unterwerfung und roten Gesäßen

Sinnliche Dominanz ist ausgesprochen häufig in der Fantasie

Ein Anzeichen für den Wandel der Geschlechterrollen sahen viele Beobachter in den Zahlen, die man über Domination und Submission gewinnen konnte. Sowohl Frauen wie auch Männer erregte die Fantasie, Macht über ihre Partner(innen) auszuüben, und auch die Lust, diese Macht zu spüren, lag bei beiden Geschlechtern über 50 Prozent. Dabei waren durchaus unterschiedliche Empfindungen im Spiel, zum Beispiel wurden passive Fesselungsgelüste häufiger genannt als aktive. Und mit Schlägen nach Art des Herrn Grey und der Frau Anastasia konnten sich deutlich weniger Frauen und Männern anfreunden. Immerhin lagen die Zahlen auch hier noch im Bereich von einem Drittel der Befragten. Hier zeigten sich auch deutlichere Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Davon, Frauen zu züchtigen, träumten fast 44 Prozent der Männer, aber nur etwa 24 Prozent der Frauen erregten sich in der Fantasie dadurch, Männer zu züchtigen.

Auf der anderen Seite des Zauns

Das gleiche Geschlecht - sanfte Realität, heftige Fantasie
Aus verschiedenen Studien geht inzwischen hervor, dass die Lust am eignen Geschlecht verbreiteter ist, als man zuvor annahm. Zumindest für Frauen wurde dies wissenschaftlich erhärtet, sodass es kaum verwundet, wovon Frauen träumen. Mehr als ein Drittel der Befragten Frauen grasen in ihren Fantasien auf der anderen Seite des Zauns. Männer sind zurückhaltender, aber unter den 20 Prozent, die entsprechende Gelüst zugaben, waren sicherlich auch heterosexuelle Männer.

Und alles andere?

Einige der sinnlichen Träume, zum Beispiel, Menschen nackt zu sehen, oder sich anderen nackt zu zeigen, haben wir ignoriert. Zudem fanden wir zu wenig eindeutige Daten über anale Lüste heterosexueller Frauen und Männer. Fetische oder fetischistische Aktivitäten waren für meine Begriffe nicht ausreichend spezifiziert, ebenso wie die unterschiedlichen Arten der erotischen Unterwerfung. Wir fanden, dass erotische Flexibilität offenbar in den Träumen zunimmt, während sie in der Realität weitgehend geleugnet oder aus sozialen Gründen nicht praktiziert wird.

Findet ihr euch in diesen Träumen wieder?

Um sich dessen bewusst zu werden, ist nötig, gewisse Schranken des Alltagsdenkens zu durchbrechen. Was vorstellbar ist, offenbart sich nur für diejenigen, die sich in eine Situation vertiefen könnte, nicht für diejenigen, die an der Oberfläche ihrer Gedankensuppe Buchstaben zu finden hoffen. Und in diesem Sinne: Taucht ruhig einmal ab in eure Traumwelten, so wie Millionen andere Menschen auch.

Quellen: Wir nutzen mehrere Quellen. Einige befinden sich in im Archiv der Liebeszeitung - sie gelten als besonders zuverlässig. Andere finden sich in der Fachliteratur und in psychologischen Zeitschriften, zum Beispiel in "Psychology Today" Auch populärwissenschaftliche Publikationen wie diese sind gelegentlich hilfreich.

Nach Lust und Schlägen lechzen - wie geht das zusammen?

Die literarische Mär: Reife Dame in sinnlicher Bekleidung züchtigt jungen Mann
Die Ära der „häuslichen Disziplin“ liegt schon lange zurück. Wer in seiner Kindheit noch einen „Hinternvoll“ auf den „Blanken“ bekommen hat, bezieht inzwischen wahrscheinlich Rente. Selbst im Vereinigten Königreich, wo Schülerinnen und Schüler noch damit rechnen mussten, dass im Rahmen der Schuldisziplin eine „körperliche Züchtigung“ vollzogen wurde, war damit 1987 endlich Schluss (1). Und seither wurden auch notorische „Wiederholungstäter“ nicht mehr mit den gefürchtete „Six oft the best“ (2) bestraft, die mit dem Rohrstock vollzogen wurden.

Die Suche nach den Ursachen - ungelöst

Jahrzehntelang hatte man befürchtet, dass körperliche Schläge zu einer erheblichen Störung der Psyche führen würde, und in der Tat konnte man dies unschwer an verhaltensgestörten Jugendlichen nachweisen. Doch eine Frage blieb unbeantwortet: Warum erregten manche jungen Frauen und Männer die Schläge auf das Gesäß sexuell? Wie kam es zustande, dass sie begierig auf Schläge wurden, so sehr, dass sie sich förmlich danach drängten, jemandem das Gesäß zu präsentieren, um lustvoll geschlagen zu werden?

Um es vorwegzunehmen: Eine glaubwürdige Antwort darauf steht noch aus. Von dem Begriff „passive Algolagnie“ bis zum modernen Wort „Masochismus“ ist die Literatur zwar voller Erklärungen. Doch eine eindeutige Ursache konnte aus der Sicht der Psychologie und der Psychiatrie nicht gefunden werden. (3)

Die Freudianer verweisen auf die Kindheit

Aus der Psychotherapie hören wir, dass diese Frauen und Männer in ihren frühen Jahren körperlich geschlagen oder psychisch gedemütigt wurden. Obgleich diese These auch heute noch recht häufig vertreten wird, gilt sie als widerlegt, denn es erwies sich als unmöglich, dafür den Beweis anzutreten. Verdächtigt wurden aus psychiatrischer wie auch aus psychologischer Sicht einerseits „negative Einstellungen gegenüber der Mutter“ und Störungen in der „analen Phase“, die eine Verbindung von Lust und Schmerz ermöglichten. Körperliche Züchtigungen wurden seltener erwähnt, gelten aber, gelten aber in populärwissenschaftlichen Berichten weiterhin als Ursache für die Schmerzlust.

Die Pubertät – Doppelbindungen im Strudel der Sinne?

Den sadomasochistischen Helden und Antihelden in der Literatur wird oft unterstellt, dass ihre Prägung durch Erlebnisse im Jugendalter entstand. (3) Beschrieben wird oftmals, dass die Jünglinge oder auch die jungen Frauen weit nach Eintritt der Pubertät gezüchtigt wurden. Wenn es sich um junge Männer handelte, so würden sie sich während des Körperkontakts zur strafenden (weiblichen) Person erregen – und gegebenenfalls gar ejakulieren. Als Verursacher kommen Gouvernanten oder entfernte weibliche Verwandte infrage, vorzugsweise Tanten oder Cousinen. Angenommen wird, dass die jungen Männer dabei eine Doppelbindung an die Sinnlichkeit und an den Schmerz entwickeln, ähnlich wie bei den pawlowschen Hunden. Für junge Frauen mag dies in gleicher Weise zutreffen, doch fehlen Beweise aus der Literatur und der Realität.

Gedankliche Schmerzlust im Erwachsenenalter

Im Widerspruch zu beiden Theorien steht vor allem, dass viele junge Menschen weder das eine noch das andere erlebt haben. Und dennoch kreisen ihre Fantasien darum, in der Lust den Schmerz zu erleben und im Schmerz die Lust. Wer sich darauf einlässt, benötigt allerdings einen Menschen, der ähnlichen oder gegenteiligen Begierden hingibt. Es scheint sich herauszukristallisieren, dass heterosexuelle Frauen dabei oft gleichgeschlechtliche Begegnungen vorziehen, weil sie Männer für zu brutal und unüberlegt halten. Heterosexuelle Männer hingegen wollen sich ganz bewusst vor Frauen erniedrigen und dabei die Schläge genießen, die sie dabei empfangen.

Einfachere Erklärungen für die Schmerzlust

Die einfachste Erklärung für die Schmerzlust besteht allerdings darin, dass Schläge, die eine flächige Rötung der Haut verursachen, sich auch auf die Durchblutung der Genitalien auswirken. (6) Es scheint zumindest so, als ob dieser Grund im Dschungel der komplizierten Denkweisen untergegangen ist.

Ebenso naheliegend erklärt die Gehirnforschung die Nähe von Lust und Schmerz. (7) Demnach ist ein gemeinsames Zentrum im Gehirn für Lust und Schmerz verantwortlich, und angenommen wird nun, dass sich beide ergänzen.
Eine weitere Erklärung, die zwar psychologisch motiviert ist, aber sehr leicht nachvollzogen werden kann, kommt aus den Kreisen jener Welt, in der „Entspannung durch Schläge“ angeboten wird. Das liest sich textlich so (noch 4):

Viele Männer aus der Mittelschicht … wurden in dem Glauben erzogen, dass Erfolg alles ist. Wir sind dann ständig bemüht, uns diesen Erfolg zusichern – und wir empfinden es daher als Erleichterung, unsere Macht vorübergehend abzugeben.

Für nichts verantwortlich zu sein, nicht ständig „seinen Mann stehen zu müssen“. Die Kontrolle völlig abzugeben und sich nur der strafenden Hand der Partnerin hinzugeben – das scheint die neue Wonne für viele Männer zu sein. Es heißt, dass vor allem solche, mit Macht und Einfluss ausgestattete Männer, die exklusiven Studios dominanter Frauen besuchen.

Die aufkommende Macht der Frauen

Wo wir gerade bei machtvollen Männern sind – unsere Gesellschaft befindet sich in einem ständigen Wandel. Frauen drängen an die Macht und beginnen, diese nach gleichen Regeln auszuüben wie Männer. Und sie erfahren bald, welche Anstrengung damit verbunden ist, Macht auszuüben und Macht zu erhalten. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann auch sie nach Möglichkeiten suchen, sich ganz in die Hände einer dominanten Person zu begeben – zeitweilig und ohne Verbindlichkeit.

(1) Informationen im britischen Schulmuseum.
(2) Gemeint sind sechs heftige Schläge auf das Gesäß mit dem gefürchteten "Cane" (Rohrstock).
(3) Auf "Psychotherapeuten"
(4) In zahllosen viktorianischen Schriften, auch in "gehobener Literatur".
(5) Aus der "Spectatorworld" - weitgehend eine sinnreiche Spekulation.
(6) Den Schilderungen von Personen entnommen, die als glaubwürdig gelten.
(7) Aus "wissenschaft.de"

Illustration: Aus "Painful Pleasures", erschienen 1931.