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Die Cancel Culture

Maulkorb für die freie Rede?
Sobald etwas ein Etikett bekommt, wird es abgestempelt und damit entwertet. Das ist mit der sexuellen Orientierung nicht anders als mit der ideologischen Ausrichtung.

Der neueste Begriff ist die „Cancel Culture“. Sie trifft Personen, deren Meinung aus dem einen oder anderen Grund nicht „willkommen“ ist. Sie werden "gecancelt" also ausgegrenzt und gemieden.

Würde man einfach sagen, dass man diese Menschen mundtot machen würde, so würde klar, worum es eigentlich geht: darum, Meinungen zu beerdigen. Oder die Freiheit abzuwürgen. Doch darüber lässt sich nicht „akademisch“ diskutieren. Da müssen die feinen Zwischentöne her - und ein neuer Begriff: "Cancel Culture".

Die Gespensterdebatte, die Beschwichtiger und die Freiheit

Neulich bezeichneten sogar ein NDR-Kolumnist sowie ein Zeit-Kolumnist den Ursprung der Diskussion um die „Cancel Culture“ in einem aktuellen Zusammenhang als eine „Gespensterdebatte“. Das kann sie schon deshalb nicht sein, weil die Menschen, deren Meinung abgewürgt werden soll, durchaus real sind. Die Meinung der Kolumnisten in Ehren - sie verteidigen aber nicht gerade die Freiheit der freien Meinungsäußerung. Schon das sehe ich als Warnzeichen, mag in diesem Fall auch der eine oder andere Feuilleton-Redakteur übertrieben haben. Was wäre ein Feuilleton ohne Übertreibung?

Die Schere im Hirn - oder warum man etwas besser nicht schreibt

Im Grunde finden das „Canceln“ auch nicht öffentlich statt. Es beginnt bereits damit, dass Journalisten immer häufiger versuchen, ein weichgespültes Vokabular zu verwenden. Die größte Gefahr scheint für sie zu sein, einen „Shitstorm“ auszulösen, weil sie mal Mehrheiten, mal Minderheiten angeblich nicht mit den Ausdrücken bedacht haben, die diese selbst gerne lesen würden.

Gegen den Mainstream der sozialen Medien schwimmen - ein "Frevel"?

Selbst ich überlege oft, ob ich noch schreiben darf, was ich denke - „#metoo“ fragwürdig zu finden, ist bereits „grenzwertig“. Die Redundanzen des feministischen Denkens zu erwähnen, kann bereits ein Frevel sein. Und nicht nur auf diesem Gebiet herrscht die interne „Cancel Culture“. Wer Menschen kritisiert, die ihren Kotau vor der Wissenschaft machen, kann angefeindet werden, ohne dass jemand ernsthaft widerspricht. Schon die Verteidigung der Meinungsfreiheit erscheint vielen Bürgern als Frevel.

Wie sollen wir eine demokratische, liberale und offen Gesellschaft erhalten, wenn wir Meinungen einfach „stornieren“, sei es im Hirn oder in der Öffentlichkeit?

Denkt drüber nach, bitte. Diese Bitte wird nicht wiederholt - ihr müsst also nicht fürchten, jede Woche darüber zu lesen.

Die gewöhnliche Lust beschleicht uns oft leise

Neue Brille aufsetzen - und einfach lieben
Vor einigen Tagen hörte ich einen Satz, der ungefähr so klang: „Und am nächsten Morgen wusste ich, dass ich mich in ihn verliebt hatte.“

Das lustvolle Gefühl, verliebt zu sein

„Sich verliebt haben“ ist in der deutschen Sprache eher ein Begriff, der eher auf die Lust abzielt als auf die Liebe. Wenn wir den Prozess mal rein theoretisch ansehen, wird er langweilig oder gar leblos. Optische und taktile Empfindungen, ein bisschen „wachrufen“ lustvoller Erinnerungen ... das reicht. Den Rest verrichten dann schon die körpereigenen Drogen.

Das sieht die/der Verliebte natürlich ganz anders. Führ sie oder ihn wird sozusagen „ein Schalter umgelegt“. Die rosarote Brille hilft, die widrigen Umstände zu ignorieren oder Zweifel zu beseitigen.

Das ist eigentlich nichts Besonderes - der bekannte Trick der Natur - wirkt ziemlich zuverlässig, falls du dich nicht gegen ihn wehrst.

Das kalte Händchen der Wissenschaft - "gestalte deine Sexualität bewusst"

Ich las gerade, wie die „Wissenschaft“ mit der Kraft der Vernunft an das Thema der Lust herangehen will. Das Mantra der Neuzeit heißt ja „erkenne deine sexuelle Persönlichkeit“. Und wenn du sie erkannt hast, dann hast du „die Chance, den eigenen Sex erfüllender zu gestalten und bewusst zu verändern.“

Die Wissenschaft ist ja immer betont „cool“. Sie sagt nicht: „Finde heraus, wie du am geilsten wirst, und probiere das aus, was du herausgefunden hast.“ Und falls sie mal „Learning by Doing“ als Motto ausgibt, dann ist dies gleich die „zweitbeste Wahl.

Lust - bloß nicht bewusst gestalten

„Bewusst zu gestalten“ - der Satz ist so gekünstelt wie das, was dahintersteht. Genau genommen ist es eine Phrase. In der Liebe und in der Lust gestalten wir nicht, sondern wir geben uns der Natur schamlos hin. Oder wir fürchten uns davor, dies zu tun, und denken darüber nach, wie wir die Hingabe vermeiden können.

Wie sich die Lust bei uns Menschen einschleicht

Die Sinneslust beschleicht uns leise und völlig irrational. Die Kollegin war schon immer da, wir haben oft mit ihr gesprochen. Plötzlich finden wir sie attraktiv, und falls sich die Gelegenheit ergibt, ist die Nacht lau, der Blütenduft umweht unsere Nase, vermischt sich mit dem Duft ihrer Haut ... na, und so weiter eben.

Eigentlich hat das nichts mit Liebe zu tun, und wenn du nun wirklich noch das Wort „Sex“ hinzufügen willst: Der steht eben auch nur im Dienst der Paarung - die Lust entsteht im Kopf. Die Verliebtheit auch. Und der Drang, das Genossene noch einmal zu wiederholen.

Verlieb dich grundlos und lustvoll

Verlieb dich … es nützt dir. Solange du Lust an einem anderen Menschen hast, kannst du dich nicht „in den Falschen“ verlieben. Erst, wenn du ihn „besitzen“ willst und damit eine exklusive Partnerschaft meinst, wirst du vielleicht solche Gedanken haben. Aber warum sollte es nicht gut gehen, sich einfach grundlos zu verlieben und dann zusammenzubleiben?

Gibt es weibliche Sadisten?

Der Masochist, die Sadistin - zwei Illusionen kommen zusammen
Nach Meinung von Feministinnen sind es die Männer, die Frauen sadistische Züge zuschreiben. Ein Beispiel dafür ist die Gräfin Báthory, bekannt als die „Blutgräfin“, die - zu Recht oder Unrecht - bezichtigt wurde, junge Frauen aus Lust gefoltert und getötet zu haben. Insgesamt soll es sich um bis zu 50 junge Frauen gehandelt haben, die durch ihre Hand oder die ihrer Bediensteten gefoltert oder getötet wurden.

Im Nachhinein gab es viele Versuche, die historische Gräfin Báthory „reinzuwaschen“, weil man annahm, dass sie einer männlich geführten Intrige zum Opfer fiel. Dagegen sprechen allerdings die Prozessakten. Erstaunlicherweise wurde die Gräfin auch nicht zum Tode, sonder nur zum Hausarrest verurteilt, und auch ihr Vermögen wurde nicht konfisziert.

Den Tod durch den Henker fanden - eine Ironie der Geschichte - nur ihre Bediensteten. Zitat:

Dorothea und Helena wurden ... lebendig verbrannt. (Ihr Hausmeister) Johannes wurde geköpft, seine Leiche auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Kaum Quellen für den weiblichen Sadismus
Wer nach weiblichem Sadismus sucht, findet dafür kaum Quellen, was zwei Gründe haben kann: Entweder sind Frauen aufgrund ihrer Natur, Veranlagung oder Erziehung nicht sadistisch veranlagt, oder aber, dass sie ihren Sadismus „deckeln“, sodass er nicht offenkundig wird.

"Weiber zu Hyänen" und forensische Psychiatrie

Gut, auch der forensische Psychiater Krafft-Ebing will wissen, dass der Sadismus beim Mann die häufigste Perversion sei, dass sie aber beim Weibe durchaus ebenfalls gelegentlich vorkomme. Er schreibt (S. 102).

Gleichwohl kommt Sadismus des Weibes vor und lässt sich recht wohl aus dem ersten kontinuitiven Element des Sadismus, der allgemeinen Übererregung der motorischen Sphäre erklären.

Ich denke, ihr geht mit mir einig: Das kling nicht ganz logisch. Ein klein wenig deutlicher wird das schon Friedrich Schiller, der durchaus „Weiber zu Hyänen“ werden lässt, die „mit Entsetzen Scherz treiben“. Gut, der Herr Schiller war kein Psychiater, aber was bedeutet nun seine Beobachtung? Ist es abermals die männliche Zuweisung an die Frau, nicht alle Tassen im Schrank zu haben?

Sadistische Frauen - kein einheitliches Bild bei "Fachleuten"

Über sadistische Frauen konnte ich erfahren:

Das Zufügen von Schmerz und Betteln der Opfer verleiht ihrem Selbstwertgefühl Flügel.

Dies alles gilt, wie unschwer zu erkennen ist, unter dem Gesichtspunkt der Psychiatrie. Doch was ist mit dem sexuell motivierten Sadismus? Ein Medizinprofessor schreibt:

Bei einigen sind es sexuelle Motive und weniger Menschenverachtung oder Habgier. Wenn es während einer solchen Handlung zu sexueller Erregung und Orgasmus kommt, spricht man in Expertenkreisen von einer Paraphilie des sexuellen Sadismus.

Sollten wie uns auf die „Expertenkreise“ einlassen? Müssen wir davon ausgehen, dass Frauen, die erotisch-sadistische Neigungen oder Gedanken haben, bereits zu jenen zählen, die aus der Gesellschaft abgekippt sind und ein Randsiedlerdasein führen? Oder ist es generell verwerflicher, Lüste aus sadistischen Handlungen zu beziehen als an diesen Handlungen zu verzweifeln?

Alles im "kriminellen Bereich"?

Wir wissen nur eines: So weit es sich um Kriminalität handelt, agieren Frauen eher in Gruppen als alleine, und sie trinken sich zuvor keinen Mut an. Diese Beobachtungen stammen allerdings von typischen „Sexualstraftäterinnen“, also nicht von jenen, die aus der Lust am Quälen entsprechend veranlagte Partner suchen.

Echte Sadistinnen sind im Grunde nirgendwo willkommen. Das „echt“ bezieht sich darauf, dass sie Männer (aber auch Frauen) quälen, um daraus psychische Befriedung zu erzielen, ohne die Bedürfnisse des anderen zu beachten. Auf einschlägigen Webseiten behaupten sie, selber „bizarre Wünsche“ zu haben und ihren Sadismus an „männlichen Opfern auszuleben.“ In der jüngeren Literatur dürfte vor allem der Roman von Gigi Martin („Die Herrin“) zu nennen sein, in dem eine ungewöhnlich sadistische Amateurin geschildert wird, die einen ihr völlig ergebenen Sklaven in den Ruin treibt.

Frauen: Im Traum oft dominant, dann und wann auch sadistisch

Realität, Fantasien und erotisch Träume klaffen bei erotischen Sadistinnen weit auseinander. Die Träume sind keinesfalls selten (was auch den Erfolg des Romans zu erklären vermag) aber sie wandeln sich selten in Realitäten. Das geht auch aus Zahlen hervor, die wir kennen: Die sexuelle Vorherrschaft strebt gut die Hälfte der Frauen in ihren Träumen an, aktive sadistische Fantasien hat etwa ein Viertel.

Die Rolle der vermeintlichen Sadistin

Es mag durchaus ein, dass eine Frau, die sich in die Rolle der erotischen Sadistin begibt, diese Rolle verinnerlichen kann. In diesen Fällen könnte sie die Macht über ihre vermeintlichen „Opfer“ durchaus genießen. Wie war das noch? Das Selbstwertgefühl mancher Menschen steigt offenbar dann an, wenn sie es schaffen, andere zu erniedrigen.

Doch eine Rolle ist eine Rolle, ist eine Rolle. Fällt sie von den Frauen ab, die sie spielen, so kleben sie wieder an der Realität. Und die ist oft nicht so rosig, wie es uns die Domina-Webseiten vermitteln wollen. Denn nach der „Sitzung“ erwartet die Domina, sei sie als Amateurin oder beruflich unterwegs, ein Leben, in dem Sadismus keinen Platz hat.

Zitate:

Wikipedia zu Bathory.
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis, Printausgabe.
Sigrun Roßmanith, in einem Interview mit Vice sowie aus verschiedenen Untersuchungen.
Psychosoziale Gesundheit, wissenschaftliche Abhandlung (pdf) .

Zum Spitzentanga die Spitzemaske

Maske mit Spitzen - eine Verlockung, auch nach der Pandemie
Partys sind ja gerade nicht so schrecklich beliebt, und Masken schon gar nicht. Aber mit dieser Maske wirst du auch noch nach der Pandemie bewundert werden.

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Gibt es bei der Firma, für die wir als einzige werben. Du findest dort noch viel mehr Masken, die zu einem sexy outfit passen - und natürlich auch solche, die anderen Zwecken dienen. Klicken ist durchaus erwünscht. Es gibt dort natürlich auch passende Dessous, und für diejenigen unter euch, die das Besondere lieben ... nun ja, alles, was das erotische Leben interessanter macht.

Sexuell sein oder sich den Klischees anpassen?

Neue Lüste erproben - Wagnis oder ein neuer Weg, sich sexuell zu verwirklichen?
Du bist männlich, bezeichnest dich als „heterosexuell“, verführst Frauen dazu, mit dir zu vögeln und liegst dabei „oben“? Dann passt du in das Klischee der Männer.

Solltest du weiblich sein, dich ebenfalls „heterosexuell“ nennen, und lässt du dich gerne von Männern verführen, wobei du am liebsten „unten“ liegst - dann passt du perfekt in das Klischee der Frauen.

Das Leben in Klischees - einfach, aber auch gut?

In Klischees zu leben, ist einfach: Die meisten Frauen/Männer erwarten, dass du leicht einzuschätzen bist, damit die Erwartungen an die „Liebesnacht“ irgendwie erfüllt werden.

Die Frage wäre allerdings: Willst du das wirklich?

Eine Bloggerin schrieb kürzlich sinngemäß: „Er kennt mich als geile Schlampe, und das bin ich gerne. Aber wird er mich noch lieben, wenn ich einmal nicht seine geile Schlampe sein will?

Sicher, das ist ein Extrem. Das Gegenteil wäre es auch. Wenn der Mann seine neue Bekanntschaft als zurückhaltend-seriöse Frau kennenlernte, was würde er wohl sagen, wenn sie plötzlich Praktiken an den Tag legte, die er bestenfalls bei einer Hure vermuten würde?

Wer willst du eigentlich sein?

Ein Autorenteam stellte kürzlich die Frage: „Wer bin ich und wer will ich sein?“, und meinte dies im sexuellen Sinn. Dabei ging es vor allem darum, ob wir mit den Klischees glücklich sind, unter denen wir lieben, und ... (Zitat)

Sich von all den Klischees über Sex zu verabschieden, ist herausfordernd. Die eigenen Bedürfnisse benennen zu können, braucht Mut. Aber es kann sich lohnen. Wer auf diese Weise gefestigt ist, kann sich leichter mit der Partnerin oder dem Partner darüber austauschen, wie der Sex für ihn zu einer schönen, bewegenden, wohligen oder atemberaubenden Erfahrung werden kann, um dann gemeinsam zu entscheiden, was man tun möchte.

Die Frage, ob man sich selbst infrage stellen sollte, beschäftigt die Philosophen und Psychologen seit Langem. Indessen gilt die Frage, ob man seine sexuellen Definitionen, Praktiken und Lüste ebenfalls infrage stellen sollte, als grenzwertig. Um dies zu klären, verallgemeinere ich einfach mal: Was bedeutet es, sich zu ändern?

Die Bedeutung von Änderungen

Es gibt gewisse Erfahrungen mit Veränderungen aller Art, und sie gelten als gesichert:

1. Veränderungen sind nicht gleichbedeutend mit Verbesserungen.
2. Veränderungen können positives, negatives oder gar nichts bewirken.
3. Wer sich verändert, macht damit neue Erfahrungen, mit denen er nicht unbedingt gerechnet hat.


Wenn du etwas ändern willst, solltest du wissen, was IST. Du findest dabei heraus, was du nur tust „weil es üblich ist“ oder „weil es jemand von mir verlangt“ und was du wirklich genießt. Schließlich schreibst du auf, welche sexuellen Lüste du gerne verwirklichen würdest. Nach Abschluss dieser Betrachtungen weißt du sehr wahrscheinlich:

1. Was du immer noch tust, obgleich du es nicht wirklich magst.
2. Was du jetzt schon tust, weil es dir gefällt.
3. Was du noch tun willst oder tun könntest, um mehr Lust zu bekommen.


Theorie ist nicht alles - Änderungen wollen erprobt sein

Üblicherweise funktioniert die Öffnung zur „sexpositiven“ Person nicht rein theoretisch - du musst auch die Gelegenheit haben, sie auszuprobieren. Dazu schreibt das Autorenteam:

Natürlich kannst du dich auch einfach beim Sex ausprobieren. Machen statt denken. Wer dem eigenen Verlangen aber einmal ganz bewusst nachgeht, sich selbst besser verstehen lernt und herausfindet, was es noch alles zu entdecken gibt, dem stehen für die eigene Weiterentwicklung viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

Letztendlich wirst du dein persönliches Konzept für das aufstellen, was dir wirklich gefällt - und du kannst überlegen, wen du dir dafür aussuchst, falls du Single bist. Oder du kannst deine Partnerin / deinen Partner einladen, etwas mit dir zu erproben, was ihre beide noch nie miteinander getan habt.

Zitate: Aus "SPEKTRUM".