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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Verfügbar und bereit sein – wer verlangt dies von Frauen?

Die Rolle der Frauen in der Gesellschaft wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Ursprung der neuesten Diskussion ist ein Buch von Louise Perry, eine engagierte Journalistin aus London. Sie versucht nun – nach etwa 60 Jahren der sexuellen Emanzipation – das Positive vom Negativen zu trennen. Dabei kommt sie am Sex nicht vorbei.

Sex im 21. Jahrhundert

Sex im 21. Jahrhundert ist ein sehr kompliziertes Thema geworden. Neue Reform- und Emanzipationsbestrebungen auf der einen Seite, die Rückkehr zur „Weiblichkeit“ auf der anderen Seite. Progressive Frauen freuen sich über die Befreiung der Lust, konservative beklagen die ganze Chose: Alles geht ihnen zu weit.

Meinungen und Zuweisungen

Autoren und Autorinnen, Befürworter und Gegner der „sexuellen Revolution“ haben eine Gemeinsamkeit: Sie können und wollen die Entscheidung über das individuelle Sexualverhalten nicht den Personen überlassen, die es durchleben.

So schreibt die Schweizerin Tamara Wemli engagiert über das Buch:

Der Druck zur ständigen sexuellen Bereitschaft … und auch die Ermutigung, Sex so auszuleben wie die Männer, plus die weiblichen Urinstinkte: Diese Rechnung geht tatsächlich nicht auf. Natürlich gilt das nicht für alle, aber die Mehrheit der Frauen sind keine auf Hochtouren laufenden Gefühlsentkoppelungsmaschinen. Es fällt ihnen schwer, Emotionen vom Körper zu lösen.


Die Frage wäre: Wer hat dies, bitte schön, verlangt? Wurde irgendjemanden gezwungen, einen bestimmten Weg für sich selbst zu finden? Oder haben Frauen auf die Flaschen Prophetinnen gesetzt, sind sie ihnen vielleicht gar per Trend nachgelaufen?

Gefühle im Fokus - aber welche?

Niemand weiß es genau. Und es ist sicher interessant, den Spuren einer gut 60 Jahre alten Entwicklung zu folgen. Ich bin gespannt, was ein solches Buch bewirken kann … und wem damit die Entscheidung abgenommen wird, einem Mann oder einer Frau ausschließlich sexuell zu begegnen oder auch nicht.

Und bevor ich den Artikel las, hörte ich niemals etwas von hochtourig laufenden Gefühlsentkoppelungsmaschinen. Was auch wieder die Frage aufwirft, was denn nun eigentlich „Gefühle“ sind. Doch bei dieser Frage müsste man wohl die Naturwissenschaften bemühen – oder einmal genau nachfragen, welche Gefühle bei welcher Art von Sex, Sinnlichkeit oder Liebe dominieren.

Paare sind Paare – nicht Ostdeutsche oder Westdeutsche

Die Anzahl der Paare, bei denen ein Teil aus dem so benannten „Ostdeutschland“, der andere aus dem ebenfalls so benannten „Westdeutschland“ stammt, ist stetig gewachsen. Nur: Das hat gar nichts mit „Ostdeutschland“ oder „Westdeutschland“ zu tun.

Ich lese (1):

Etwa drei Viertel der Ost-West-Paare leben in Westdeutschland und ein Viertel in Ostdeutschland, was in etwa proportional zur Verteilung der Bevölkerung ist. Außerdem haben Ost-West-Paare aufgrund ihrer recht jungen Geschichte ein etwas niedrigeres Durchschnittsalter und sind seltener miteinander verheiratet als Ost-Ost- beziehungsweise West-West-Paare.

Neben dem berühmten Online-Dating finden sich Paare auch dann, wenn sie sich (beispielsweise durch das Studium oder eine Beschäftigung in einem anderen Bundesland) örtlich nahekommen. Zudem grenzt manches „alte“ Bundesland inzwischen an ein „neues“ Bundesland. Da sind die Entfernungen überschaubar.

Soweit die Tatsachen. Dass es angeblich „so wenige“ sind, liegt an der mangelnden Mobilität aller Deutschen: Sie bevorzugen, ihren Partner oder ihre Partnerin in der Nachbarschaft kennenzulernen. Warum manche Paare lieber im Osten leben, andere aber im Westen, ist reine Spekulation. Leipzig hat ähnliche Attraktionen wie Hamburg, und auf der Straße hört man (zum Leidwesen der Sachsen) vielfältige Landessprachen aus dem In- und Ausland.

In der „Provinz“, in der auch ich wohne, ist es ein wenig anders: Sie ist teils überaltert, andernteils kann man noch überall Reste der DDR-Ideologien durch die Mauerritzen spüren. Besonders empfindlich sind Bürger, die sich durch die Wiedervereinigung (auch nach 30 Jahren) noch benachteiligt fühlen. Es ist schwierig, als sogenannter „Westdeutscher“ mit ihnen zu reden. Aber das muss man auch nicht unbedingt.

Zitat: und weitere Fakten: bib.

Corona-Folgen: Apokalypsing oder „Slow Dating”?

Wer derzeit die einschlägigen Kolumnen in Frauenzeitschriften (1) beobachtet, der findet schnell heraus, dass es zwei völlig unterschiedliche Meinungen zum Corona-Dating gibt.

Slow Dating - im Schneckentempo mit größter Sorgfalt aufeinander zugehen

Die erste hieß „Slow Dating“. Sie verfolgt die These, dass wir in Zeiten, in denen wie weniger Dates wahrnehmen können, wählerischer in der Auswahl der Partner(innen) sind. Das heißt, wir sehen uns die möglichen Partner(innen) genau an, überlegen recht lange, ob wir die zunächst lockere Bindung in eine feste verwandeln wollen.

Apokalypsing - schnell einen Menschen abfischen, bevor es zu spät ist

Die andere, zunächst widersprüchliche Behauptung ist: Aus dem gleichen Grund (weniger mögliche Dates) greifen wir nun schneller zu, sichern uns die Partnerin oder den Partner, und zimmern uns in kürzester Zeit eine Zukunft zurecht, in die wir dann auch wirklich eintauchen. Diese Idee wurde von kurzem „Apokalypsing” genannt.

Haben die Begriffe überhaupt einen Sinn?

Ich fragte mich zunächst: Wie können zwei so unterschiedliche Thesen nebeneinander existieren? Die kurze Antwort vorweg: Indem sie erfunden und blitzartig verbreitet wurden.

Ein Blick auf den Ursprung zeigt uns: Beide Thesen stammen aus dem Fundus von Dating-Seiten oder Dating-Apps.

Slow-Dating ist wahrscheinlich eine Erfindung der Dating-Branche

Die eine These, „Slow Dating” wurde nach Internet-Recherchen zuerst von der Dating-App „Once“ benutzt. Die Macher(innen) behaupten, den Stein der Weisen im „Slow Dating“ gefunden zu haben. Das Konzept (in der Werbeaussage): Ein Vorschlag pro Tag, und der selbstverständlich nach den berühmten „Algorithmen“, die nur die wirklich passenden Partner ans Licht bringen. Der Rest der Branche witterte offenbar Morgenluft und übernahm den Begriff, und schon war die geschwätzige Gilde publikumsnaher Psychologinnen und Psychologen auf der Bühne, um den Wert zu „Slow Dating“ zu bestätigen. Da Redakteure und Redakteurinnen bekanntlich alles aufsaugen, was aus dieser Ecke kommt, machte der Begriff bald die Runde. Ob dahinter lauter warme Luft stand oder etwas, das sich beweisen ließ, steht bis heute in den Sternen.

Auch "Apokalypsing" entstammt einer Datingseite

Der andere Begriff, das „Apokalypsing” (2), ist wesentlich spektakulärer. Im Grund wir dabei die ferne Zukunft in die Gegenwart verlegt: Man tut so, als ob alles, was erst wachsen müsste, schon da wäre: Standort fixiert, gemeinsames Heim, Elternschaft. Angeblich kann dies „beobachtet“ werden, und zwar anhand äußert vager Befragungen. Mich erstaunt nicht, dass der Begriff von Leuten bei „Plenty Of Fish“ erfunden (3) und erfolgreich als Corona-Phänomen vermarktet wurde. Was man wirklich herausfand, war etwas, das wir normalerweise als „Wissen vom Hörensagen“ (3):

Ein Drittel der Singles, die POF befragte, sagten, sie würden jemanden kennen, der es schon getan hat.

Was wir als Liebeszeitung dazu sagen, ist dem ziemlich ähnlich, was andere Fachleute (3) sagen: Schärft eure Sinne, um nicht auf jeden Blödsinn (Bullshit) hereinzufallen. Macht euer Ding, nicht das, was ihr in der Presse lest. Denn beide angeblichen Trends sind Extreme – und die taugen niemals als Vorbild.

(1) Frauenzeitschiften: Z.B: Brigitte.
(2) Herkunft Apokalypsing - Urban Dictionary.
(3) Yahoo.com - Datingtrends.

Im Oktober entblättern

Eine moderne "Wanda"? Oder ist es einfach zu kalt im Oktober?
Der Oktober, also der achte Monat, nach dem römischen Kalender, erinnert mich immer an das Zahlensystem, das auf der Zahl „Acht“ basiert: das Oktalsystem. Es ist insofern einfacher als das Dezimalsystem, weil sich die Acht durch sich selbst, aber auch durch zwei und vier teilen lässt. Man kann also leichter verdoppeln und halbieren.

An den Marktständen und in Kneipen wird es noch häufig benutzt. Man kauft ein Viertelpfund Hackfleisch oder trinkt ein achtel Wein. Man verdoppelt also einfach oder man „hälftet“.

Alles verfärbt und entblättert sich

Nun ist als Oktober, und ein Blick durchs Fenster zeigt uns: Der Herbst ist rasend schnell über uns hergefallen. Die Blätter der Bäume vor meinem Fenster leuchtend bereits in grünlichem Gelb, und gerade fallen die letzten Kastanien unter lauten Geräuschen auf Straßen, Wege und Gewässer.

Zu schnell für dich? Garde noch bei Sonnenschein auf der Pirsch gewesen? Frauen mit wippenden Röcken beobachtet oder Männer mit handfesten Waden?

Das Leben hinter den Wänden und die frivolen Spiele

Also ist wieder Indoor-Saison. Für die Zögerlichen leere Betten, Rotwein und Masturbation, für die Mutigen die Zeit der Bewährung im Alltag. Und für Paare, die ihr Leben dem sinnlichen Sehnen verschrieben haben, auch wieder die Zeit der Rollenspiele. Mag es nun eine Neuauflage der Spiele der Wanda und ihres Slaven sein oder ein modernes Spiel mit Gender-Bender. Auch für andere frivole Spiel oder Handlungen unter Paaren ist jetzt die Zeit reif.

Ein paar Worte an die Einsamen

Ich weiß, wie bitter der Herbstbeginn sein kann, wenn man „niemanden hat“ oder gerade jemanden gehen sah. Und dennoch: Eine Trennung kann überwunden werden, und vielleicht seht ihr noch mal die Liste eurer „abgelehnten“ Partner(innen) an. Zwischen „falsch negativen“ und „falsch positiven“ Beurteilungen befindet sich die Insel der Realitäten, auf der nur das „Machbare“ zählt. Kann ich mit ihm/ihr dies oder jenes tun, ohne mich zu dauerhaft zu binden? Oder halte ich eine Trennung nach einem halben Jahr aus, wenn die Zeit dazwischen wirklich schön war?

Der Oktober – abtauchen in die Gedankenwelt, nicht nur die Welt der sinnlichen Gedanken, aber eben auch.

Und das Motto? Wir dachten uns:

Mut zum Entblättern im goldenen Oktober

Das meinen wir psychisch, körperlich und (wenn es geht) auch sozial. Mit Lust, Mummenschanz und dann und wann einem schrecklich frivolen Gedanken, den du vielleicht sogar aussprechen wirst.

Zwei Wochen: Wahrheit, Sex, Lüste, Dating und die Sieben

Letzte Woche konnte ich leider keine Wochenzusammenfassung schreiben, und mittlerweile ist es 14 Tage her, dass ich es tat. Deshalb will ich mich heute kurzfassen.

Die Liebeszeitung im Dienste der Wahrheit

Die Liebeszeitung bringt manche Kuriosität – insgesamt aber ist die Redaktion auf die Wahrheit fixiert. Dazu gehört auch, Blödsinn aller Art zu entlarven. Warum das so scher ist, beschrieben wir im Artikel „Lüste und Wahrheitssuche“.

Partnersuche - künftige Kids, heiße Kinks und noch viel mehr

Partnersuche ist immer wieder ein Thema – und die offizielle Frauen- und Boulevardpresse sucht immer wieder nach angeblichen „Tatsachen“, die oft nichts als Meinungen sind. Wir schließen uns dem nicht an und betrachten kritisch, warum weder der Kinderwunsch noch harmlose sexuelle „Kinks“ zu Themen „erster Begegnungen“ werden sollten.

Die erste Begegnung ist bekanntlich immer kompliziert. Wenn du selber auswählst, kannst du nach dem Ausschlussverfahren oder nach dem Auswahlverfahren vorgehen. Wer Lust auf Fakten statt Gesülze hat, der kann aus unserem Artikel über beide Prinzipien viel entnehmen.

Hallo – es gibt sieben Zwerge, sieben Geißlein und sieben Gründe, mit jemanden durchs Leben zu gehen. Doch statt solche Zahlenspielereien als „ausgemachten Blödsinn“ zu bezeichnen, beruft sich die Presse darauf. Es handelt sich schließlich um „Wissenschaft“. Die Liebeszeitung erklärt die Hintergründe der Behauptung.

Sex geht häufiger als Liebe - und Genuss gehört dazu

Sex pur – gibt es das ohne Liebe? Jeder Biologe würde sagen: „Ja, und es liegt daran, dass…“. Christen, Fanatiker, Moralisten und Bildungsbürger behaupten das Gegenteil. Da hilft nur, ganz brutal zu sagen: Zum Sex gehören ohne Zweifel Gefühle – aber es gibt keinen direkten Zusammenhang von „Sex und Liebe“.

Das heißt nun aber auch, dass uns das Leben durchaus durch viele Betten führen kann. Die Lust zu entzünden und solange zu genießen, wie sie andauert, ist absolut natürlich. Müsste man darüber eigentlich noch schreiben?

Manchen von euch interessiert auch, wann „man“ (also jede Frau und jeder Mann) nach der Scheidung oder Trennung wieder „Sex haben darf“. Dies betrifft allerdings häufig nur die „Verlassenen“. Lustig dabei ist nur, dass sie oft von dem/der Ex beschimpft werden, wenn sie gleich wieder mit jemandem ins Bett hüpfen.

Heikles um den Sex - zustimmen und die bösen. bösen Fetische

Die Schweizer zoffen sich gerade über das Thema „Zustimmungslösung“ – zum Sex, wozu sonst? Sie ist in keiner Weise praktikabel, und sie ist weder natürlich noch logisch. Aber sehr von Ideologien durchdrungen.

Was sind eigentlich sexuelle „Fetische“? Der Begriff ist inzwischen so weit gestreut wie Pusteblumen auf überdüngten Wiesen. Und das macht vieles zum „Fetisch“, auch wenn es sich gar nicht um einen Fetisch handelt.

Marginalien und Abgesang für heute

Wir hatten ein Problem mit der Software und daraufhin ziemlichen Ärger mit dem Service. Also musste ich selbst „Hand anlegen“, aber mit Details verschone ich euch diesmal. Dafür habe ich eine Wunderkiste von Pressemeldungen veröffentlicht. Und nein, die Liebeszeitung gibt nicht auf. Und überhaupt: Hast du schon mal an eine „erotische Aktion Eichhörnchen“ gedacht? Ich habe gerade die „Brigitte“ gelesen, die über ein ähnliches Phänomen berichtet – jenseits von der Energiekrise. Also: Ein Herbst/Winter mit Partner wärmt Körper und Psyche zugleich.

Und damit ein schönes Wochenende.