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Kein Schwein schreibt Erotik

Erotik ist kein Thema für Schweine
„Ich könnt‘ Erotik schreiben … ein ganzes Buch.“

So ähnlich hat es einmal eine für ihre Leserschaft zunächst anonym gebliebene Frau ausgedrückt, und dann hat sie ein „Skandalwerk“ geschrieben. Über dieses Buch rümpfen die Literaturpäpste bis heute die Nase. Es hieß: Histoire d’O. Die Geschichte der O. Die Autorin verwendete das Pseudonym Pauline Réage, und sie schrieb es für ihren Liebhaber.

Das Buch wurde 1954 bei Jean-Jacques Pauvert verlegt – und über 40 Jahre wurde das Werk nicht nur ignoriert, diffamiert und indiziert. Vielmehr wurde auch vehement bezweifelt, dass „so etwas“ eine Frau schreiben könne. Schließlich bekannte sich kurz vor ihrem Tode Anne Cécile Desclos zu dem Buch, die besser unter einem anderen Pseudonym, nämlich Dominique Aury, bekannt wurde.

Ein Beitrag zur Emanzipation - keine Pornografie

Dieser Roman zeigt, wie man ein erotisches, skandalöses Buch schreiben kann, ohne „obszön“ zu sein. Und es nahm die Tendenz der vollständigen sexuellen Emanzipation der Frauen vorweg. Ich zitiere den Verleger Jean Paulhan, der im Vorwort schrieb(1):

Es gibt wenige Männer, die nie davon träumten, eine Justine zu besitzen. Doch keine einzige Frau hat bisher, soviel ich weiß, davon geträumt, eine Justine zu sein. Jedenfalls nicht laut davon geträumt …


Erotik mit Anstand

Wenn ich jemals noch meine Finger in das Senftöpfchen der erotischen Literatur stecken würde, dann würde ich gerne unverdorbene Erotik lesen. Denn, wie Jean Paulhan sagte, wenn er an die „O“ denke, dann falle im spontan ein Wort an, nämlich „Anstand“ (1).

Erotische Literatur, die Anstand hat, so führt er weiter aus, wird weder „Seufzer noch Gräuel“, weder „Ekstase noch Ekel“ beinhalten. Und wir wissen es selbst am besten: Die eigentlichen Schweine sind diejenigen, die in der Erotik nach Dreck suchen.

Man könnt es auch anders sagen (3):

Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber … ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Sinn und ihr Gewissen.

Wer (wie ich) den zitierten Paulus nicht schätzt – den Satz haben auch andere in den Mund genommen, zu Beispiel Nietzsche(4):

„Dem Reinen ist Alles rein“ — so spricht das Volk. Ich aber sage euch: den Schweinen wird Alles Schwein! Darum predigen die Schwärmer und Kopfhänger, denen auch das Herz niederhängt: „die Welt selber ist ein kothiges Ungeheuer“.

Die fordernde Natur, die innere Begierde, die „Lust an sich“ ist, weder schlecht noch obszön – sie gehört einfach zu uns Menschen.

Ich habe dieen Beitrag bereits in einem inzwischen recht "verkommenen" Magazin "Sinnlich schreiben" veröffentlicht, das demnächst aufgegeben werden soll. Ich hoffe, dass er zum Nachdenken anregt.

Quellen:
(1) Originalausgabe, Vorwort
(2) Justine oder vom Missgeschick der Tugend ist ein Roman des Schriftstellers Marquis de Sade.
(3) Paulus an Titus, Bibel, NT
(4) Deutsches Textarchiv
Bild: historisch, Illustration zu einem Buch.

Die Wahrheit lässt sich nicht beliebig manipulieren

Das Leben als solches beruht auf biologischen Grundlagen. Deshalb muss unser eigens Leben noch lange nicht „bionormativ“ sein. Indessen treten heute immer mehr Sektierer auf, die an den biologischen Grundlagen des Menschseins zweifeln: Gender-Ideologen, Feministinnen, und nicht zuletzt „Kreationisten“. Sie treten in letzter Zeit in vielen Variationen auf und vermenge sich immer mehr mit politischen Gruppen, mal mit links, mal mit rechts.

Dazu zitiere ich einen Auszug aus diesem Artikel der „NZZ“, den ich jedem empfehlen kann, der ernsthaft die Wahrheit für sich selbst sucht.

Den Einfluss der Biologie zu bestreiten, kann einerseits eine Debattenstrategie sein: Man nimmt eine Extremposition ein, dann horchen alle auf. Und anderseits lässt sich so klarmachen, dass die kulturellen Einflüsse verdammt wichtig sind. Das kann ich als Biologe bestätigen: Die Probleme, mit denen die Frauen heute kämpfen, kommen von der Kultur, nicht von der Biologie.

Ich selbst staune immer wieder, wie viele Menschen die Natur in sich leugnen, oder die Naturwissenschaften als sekundär ansehen. Es ist wahrscheinlich brutal, zu sagen: Diese Leute haben ein unzutreffendes Menschenbild - seien sie nun Angehörige von Sekten, Religionen oder Ideologien. Aber es ist die Wahrheit, und sie kann gar nicht deutlich genug verbreitet werden.

Seitensprünge, Sex, Propaganda und CNM

CNM kann alles sein ...
Die Welt der Abkürzungen ist um eine reicher geworden: CNM.

Wer es nicht weiß und es auch nicht „Googeln“ kann: Es bedeutet Consensual Non-Monogamy oder auf Deutsch: „Einvernehmliche nicht-monogame Beziehungen“.

Sehen wir uns zuerst an, was Menschen üblicherweise tun: Sie gehen Ehen und feste Beziehungen ein und bleiben ihrem Partner dabei möglichst lange „treu“. Kurze, zufällige, rein sexuell motivierte und verschwiegene Seitensprünge werden normalerweise unter den Tisch gekehrt. Sie kommen relativ häufig vor, bleiben aber zumeist unerkannt.

Der Begriff CNM ist eine Sammelbezeichnung für unterschiedliche sexuelle Verhaltensweisen, deren Gemeinsamkeit lediglich zwei Punkte umfasst.

1) Die Protagonisten sind eine Ehe oder fest Beziehung eingegangen.
2) Sie haben vereinbart, dass für einen der Beteiligten oder beide außereheliche sexuelle Beziehung möglich sind.

Deswegen lesen wir in einem Zitat (1) auch:

CNM-Beziehungen kommen in unterschiedlichen Formen, von Polyamorie über offene Beziehungen bis hin zu Swinging oder Cuckolding. (2) Es gibt viele unterschiedliche Strukturen, und … verschiedenartige Personen bevorzugen möglicherweise sehr unterschiedliche Arrangements.

Unglaublich viele notorisch untreue Ehepartner?

Eine recht neue und oft gelesene Behauptung geht nun dahin, dass es „unglaubliche viele Paare“ gibt, die gemeinsam oder getrennt lustvolle sexuelle Erlebnisse mit Dritten haben. Diese Behauptung wird gewöhnliche aufgestellt, um zögerliche Personen zu überreden, einfach mal „mitzumachen“.

Wissenschaft, Mischmasch und Wahrheit

Handelt es sich um „wissenschaftliche“ Berichte oder Umfragen, muss man sehr genau auf die Wortwahl und die Quellen achten. Wenn eine von fünf Personen schon einmal in eine „offene Beziehung“ verstrickt war, heißt das nicht, dass er darüber vorab eine Vereinbarung hatte. Noch fragwürdiger sind „Befragungen“, die darauf hinauslaufen, ob die Probanden eine solche Beziehung eingehen würden. Und schließlich gibt es immer noch eine Studie, die uns sagt, wie viele Personen davon träumen würden, mit einem Dritten oder einer Gruppe sexuelle Vergnügungen auszuleben – diese Personen waren zwar ehrlich, sprachen aber über sexuelle Fantasien.

Wie die Presse auf das "Phänomen" aufmerksam wurde

Die Presse wurde auf das „Phänomen“ der CNM erst aufmerksam, als Wissenschaftler behaupteten, dass es solch ein Phänomen gäbe. Dabei wurden sehr wenigen Probanden nach sehr viel befragt. Nach mir vorliegenden Informationen waren es lediglich 123 Personen „gewöhnlichen“ Beziehungen und 76 Personen in CNM-Beziehungen. Die Ergebnisse sind keinesfalls spektakulär, sondern bilden lediglich das Befinden von Personen mit unterschiedlichen sexuellen Vorstellungen ab.

Und die Wahrheit?

Nimmt das Interesse an Monogamie wirklich ab? Und sind verschwiegene Seitensprünge bereits ein Indiz dafür? Müssen wir uns auf eine ganz andere Welt der Beziehungen einstellen? Oder fallen wir auf eine gezielte Verführung von Interessengruppen herein?

Das wird weitgehend davon abhängen, ob wir „nur Sex“ oder „nur erotisches Spiel“ von der tiefen Liebe und Zuneigung abtrennen können. Die Frage ist wissenschaftlich zwar geklärt, aber das heißt nicht, dass diese Erkenntnisse mit unserem eigenen Lebensstil, unseren sozialen Gegebenheiten und unserem Wunsch übereinstimmen. Mit anderen, einfachen Worten: Die Eifersucht oder das Schämen kann heftig sein, auch wenn uns klar ist, dass es „nur“ Sex war.

Interessengruppen versuchen, Einfluss auf Berichte zu nehmen

Kein Zweifel besteht hingegen daran, dass es Interessengruppen gibt, die den Seitensprung „hoffähig“ machen wollen. Neben den Verlautbarungen der „üblichen Verdächtigen“ aus der einschlägigen Szene wurde nun auch eine Umfrage bekannt, nach der „Monogamie an Beliebtheit“ verliert. 3600 Personen wurden befragt, und dabei kam angeblich heraus, dass.

Monogamie zunehmend ein Rohrkrepierer ist, da Menschen, die sich (derzeit) verabreden, keine Single-Partner-Beziehungen mehr bevorzugen.

Und wer hat es festgestellt? „Seeking Arrangements“, ein Portal, das „Sugar Babys“ und „Sugar Daddys“ zusammenbringt. Na denn …

(1) Zitat Lehmiller (Blog)
(2) Polyamorie - Liebe auf mehrere Personen aufteilen, Swinging - Wechsel der Geschlechtspartner in Anwesenheit des ständigen Partners. Cuckolding - Geschlechtsverkehr eines Dritten mit der ständigen Partnerin.
(3) Zitat unten: Toronto Sun
(4) Daten und Fakten: Psychology Today sowie ausführlich in sagepub.

Parallelen zwischen ONS und Beziehungswünschen

Unterschiedliche Wünsche - ähnliche Ausgangslage
Ein Zitat zuerst zur Einstimmung (1):

Du kannst nicht über Gefühle verhandeln - du kannst nur über Verhaltensweisen verhandeln.

Wenn du jemanden triffst, mit dem du keine dauerhafte Beziehung willst, dann kannst du darüber verhandeln, was zwischen euch möglich ist und was nicht. Klar, dass es in diesem Fall um das geht ,was du dir sexuell wünscht, erhoffst oder ablehnst.

Insbesondere im Casual-Dating ist dies üblich - und keinesfalls verpönt. Wer darüber verhandelt, was der andere alles mit ihm „machen kann“ und was auf keinen Fall geht, bekommt wahrscheinlich mindestens einen guten ONS. Niemand verhandelt in einer solchen Situation über Gefühle.

Sogenannte "seriöse" Paare wollen viel zu viel vorab aushandeln

Nun höre ich oft „seriösen“ von Paaren, die schon beim ersten Date alles aushandeln wollen, was die zukünftige Beziehung ausmachen könnte - zu einem Zeitpunkt, an dem es noch gar keine Beziehung gibt.

Seht mal - das geht gar nicht. Du kannst dein Leben mit dem anderen nicht beim ersten Date aushandeln. Und du kannst nicht über Gefühle verhandeln, die „sein müssen“. Im Grunde kannst du über gar nichts verhandeln. Du kannst nur sagen, was mit dir möglich ist und was nicht.

Insoweit unterscheidet sich ein Sex-Date (ONS) nicht von der Absicht, eine langjährige Beziehung einzugehen. Und wer nicht weiß, was mit ihm selbst möglich ist, der weiß auch nicht, wohin der Weg als Paar führen könnte.

(1) Aus einem Blog, der nicht verlinkbar ist.

Lohnt es sich, brav zu sein?

Brave Mädchen beim Ausgang um 1900
Ein braves Mädchen sein, ein braver Junge? Den Regeln folgen ohne ständig dazu aufgefordert zu werden? Sich unterordnen, ohne dass momentan eine Veranlassung dazu besteht? Verinnerlichen, was es bedeutet, brav zu sein?

Lohnt es sich wirklich, "brav" zu sein?

Eine der Regeln der Kindheit lautet: Brav sein lohnt sich. Doch die Wissenschaft hat erhebliche Zweifel daran.

Dazu zitiere ich mal:

Wir wollen brav den Bedingungen entsprechen, weil uns dann der Papa, die Mama, die internalisierten Eltern die Zuneigung versprechen.

Die „internalisierten Eltern“ sind dabei immer die Mäuschen, die uns in die Ohren pfeifen: „Sei brav, dann hast du am meisten Erfolg, weil dich dann alle Menschen lieben.“

Zweifel am "Lohn des Bravseins"

Wir merken früher oder später, dass dies nicht ganz stimmt. Erstens, weil sich der Erfolg nicht einstellt. „Brav sein“ reicht häufig nicht. Jedenfalls nicht, um aus der Masse durchschnittlicher, ja selbst noch überdurchschnittlicher Befähigungen, herauszuragen. Denn früher oder später merkst du: Wenn du „brav“ bist, wirst du kaum wahrgenommen.

Als richten wir uns zumeist darauf ein, manchmal brav zu sein und dann auch wieder nicht. Wollen wir Erfolg, müssen wir hervortreten aus der Masse. Insoweit lohnt sich also nicht, brav zu sein.

Und auch der Rest über die „Bravheit“ stimmt nicht.

Wir können brav sein und deshalb geliebt werden

Eine schöne Vorstellung? Mag sein. Allerdings dauert ihre Liebe nur an, wenn du brav folgst – aber nicht mehr, wenn du eigene Wege gehen willst, die ihrem Verständnis eines „braven“ Menschen widersprechen.

Wir können nicht brav sein und deshalb geliebt werden

Manche Menschen lieben uns dafür, dass wir unsere eigenen Wege gehen. Sie mögen uns, weil wir solche Möglichkeiten gefunden haben und bewundern uns, weil wir damit unabhängiger werden.

Brav oder nicht – wir werden geliebt oder auch nicht

Unabhängig davon, ob wir als „brav“ oder „eigensinnig“ gelten, werden wir von Menschen geliebt, die uns so mögen, wie wir sind. Und wir werden von anderen gehasst, weil sie eben nicht mögen, wie wir sind. Diese Menschen lieben oder hassen uns als Person.

Wie Menschen dich lieben

Generell lässt sich dies sagen:

Einige Menschen lieben dich, weil du existierst. Meist sind es „Eltern-Typen“ oder „Geschwister-Typen“, die schon immer der Meinung waren: Liebe wir nicht verhandelt, sondern sie ist Voraussetzung für das Leben.

Andere lieben dich für das, was du (für sie) tust. Du musst dir die Liebe also „erwerben“. „Brav zu sein“ ist dabei meist zu wenig. Sie werden mit der Zeit mehr von dir verlangen. Liebe gibt es nur gegen Leistungen.

Das Fazit: Lohnt es sich, „brav“ zu bleiben?

Lohnt es sich also, ein „braves Mädchen“ zu sein und zu bleiben? Oder ein „braver Junge“?

Nein, es lohnt sich nicht. Wer einen eigenen Weg gehen will, darf sich nicht davon lenken lassen, ob er für sein „Wohlverhalten“ geliebt wird. Allerdings muss man nun kein „Bad Girl“, also ein aufmüpfiges Mädchen werden, um Erfolg zu haben. Es geht nur darum, eigene Werte zu finden und sie gegenüber anderen durchzusetzen. Für Jungs gilt übrigens das Gleiche.

Zitat aus "Businessinsider"