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Der unbefleckte Körper, das saubere Denken ... und Seife

Körperlich kaum noch in Gebrauch - schmutzige Worte werden ausgewaschen
Unzivilisierte Menschen bedürfen der Reinigung. Und solche, die sich gegen die „guten Sitten“ vergangen hatten, demzufolge auch. So dachten unsere Vorfahren. Und sie nutzten Seife, um unbotmäßigen Menschen den "Mund auszuwaschen".

Nur wer in einen geheimen Gedanken „unkeusch“ war, entging der Rache der Gesellschaftsordnung. Körperlich unkeusch zu sein, und sei es nur durch „Selbstbefleckung“ galt nicht nur als schlimmes Vergehen, sondern oft auch als Vorstufe des Wahns oder des Verderbens. Nachdem dies gesagt ist, will ich von denjenigen reden, die sich verbal versündigten. Dabei waren es nicht nur Lügen, sondern auch Flüche und der Gebrauch „schmutziger Wörter“. Wer so die verbale Unschuld verloren hatte, musste gereinigt werden.

In den vergangenen Jahrhunderten bis in die Neuzeit nahm man an, dass insbesondere …

Frauen gereinigt, wiederhergestellt und in einen vermutlich natürlichen Reinheitszustand zurückgebracht werden können.

Konnte dies nicht durch sanfte Ermahnungen („ein wohlerzogenes Mädchen sagt so etwas nicht“) erreicht werden, dann wurden „andere Saiten aufgezogen“. Und neben den üblichen anderen Maßnahmen wie Ohrfeigen, erniedrigende Belehrungen oder „in den dunklen Keller sperren“ war es eben das „Ausseifen“ des Mundes. Wie jeder von euch ermessen kann, der jemals in Ermangelung von Zahnpasta Seife benutzte, um die Zähne zu bürsten, war dies extrem eklig. Und die vermeintlichen „Erzieher(innen)“, die so etwas taten, mussten schon reichlich sadistisch veranlagt sein, um solche „Maßnahmen“ durchzuführen.

Mag sein, dass die Seife in „Erziehungsspielen“ auch heute noch eine Rolle spielt - ihr Anteil ist allerdings gering. Im übertragenen Sinne werden aber immer noch Menschen beschimpft, die nicht dem gesellschaftlichen Vorbild des „Reinen“ entsprechen. Und jemanden „auf den Weg der Tugend“ zurückzubringen, gilt immer noch als edelmütig.

Die Autorin Rachel Klein ... ist der Ansicht:

Die Vertreter der Moral richteten ihre Augen … auf diejenigen, von denen sie glaubten, dass sie am dringendsten gereinigt werden müssten: farbige Menschen, sich schlecht benehmende Kinder und eigensinnige Frauen. Der Wunsch, ein Ideal der geistigen Makellosigkeit aufrechtzuerhalten, war schon immer eine treibende Kraft des Patriarchats. Die Einführung von Seife fügte lediglich eine implizite Einschränkung hinzu, die darauf hindeutet, dass die natürlichen Mittel zur Reinigung von Verunreinigungen unzureichend waren.

Nicht das Patriarchat allein - wer rein ist, bestimmen nun Frauen

Allerdings beobachten wie mehr und mehr: Es ist nicht das Patriarchat, das der „Main Influencer“ für „Reinheit“ ist. Es sind all jene, die Frauen wie Männer „entwickeln“ wollen, die ihnen die Schamhaare nehmen wollen und die alles andere tilgen wollen, was uns an unsere ursprüngliche Existenz erinnert. Und es sind vor allem Frauen, die andere Frauen sagen, wie sie „reiner“ in Körper, Geist und Psyche werden können.

Wer nun meint „niemand versucht mehr, schmutzige Gedanken zu tilgen“, der sollte noch einmal überlegen. Zum Beispiel, wann, wie und wo sie/er sich selbst furchtlos öffnet.

Zitate: "Bitchmedia"
Bild: Grafik by liebesverlag.de

Wenn du dich selbst begehrst, begehren dich auch andere

Schön? Begehrenswert? Sagt es dir dein Spiegelbild?
"Wenn du dich selbst begehrst, begehren dich auch andere" gilt für jedes Alter. Aber jeder Tag, der dich an die 50 heranbringt, konfrontiert dich mit der Frage: Wie begehrenswert bin ich eigentlich noch?

Du wirst also bald 50? Herzlichen Glückwunsch! Da ergibt sich eine Frage: Bist du selbstbewusst? So selbstbewusst, dass du dich schön und begehrenswert fühlst?

Eine Bloggerin schrieb vor einiger Zeit (1):

Wenn du dich sexuell sicher fühlst, dann bist du automatisch begehrenswert.

Das heißt, sobald du sowohl selbstsicher im allgemeinen Sinne, aber eben auch ein positiv-sexuelles Bewusstsein besitzt, begehren dich die Männer „wie von selbst“. Das liegt an etwas ganz Einfachem: kein Mann weiß, ob ihm Sex mit dir wirklich Freude bereitet. Aber wenn du Sinnlichkeit ausstrahlst, dann glaubt er, dass er mit dir ein lustvolles Erlebnis haben kann - natürlich auch mehrere. Und vielleicht auch für viele Jahre.

Die Bloggerin (1) sagte uns:

Wenn ich in den Spiegel schaue, dann konzentriere ich mich auf die Teile von mir, die mich begehrenswert machen. Meine Brüste sind verlockend, mein Gesicht hat charaktervolle Lebenslinien, und ich kann ein herrliches Lächeln darauf zaubern - kurz: Ich bin stolz auf mich.


In den Augen anderer bist du begehrenswert

Einer unserer Irrtümer ist oft, dass wir glauben, in den Augen anderer unvollkommen zu sein, nicht wahr? Aber was sehen die Männer wirklich? Wenn ihr glaubt, dass Männer all die „Unvollkommenen“ Teile in euch sehen, dann seid ihr schief gewickelt. Sie sehen etwas ganz anderes: „Ist sie eine Frau, die mitten im Leben steht und auch sexuell noch sehr lebendig ist?“ Oder auch: „Hat Sie Lust darauf, neue Erfahrungen (nicht nur sexuelle) zu machen?“

Verwöhnen und verwöhnen lassen

Verwöhnen und verwöhnenlassen ist für viele das Motto ab 50. Wenn du zeigst, dass du gerne „Frau“ bist, offen für neue Erfahrungen bist und dein Leben wirklich genießen willst, dann ist alles wunderbar.

(1) Die Idee für diesen Artikel stammt aus Blogs, und aus ihnen wurden auch die Zitate gewonnen. Bild: Grafik by Liebesverlag.de

Das Sugar Baby – ganz ohne Zucker

Symbolisches Sugar-Baby -1960er Jahre
Was ist ein „Sugar Baby“? Das deutsche Wikipedia-Lexikon versucht erst einmal, Ordnung in die Sache zu bringen, benennt das Thema um in „Altersunterschiede in Partnerschaften“ und zeigt allerlei Statistiken (1).

Zuwendungen für Zuwendung

Nun hat eine als „fest“ deklarierte Beziehung allerdings nichts mit dem „Sugar Baby“ oder dem „Sugar Daddy“ zu tun, der ihr zugetan ist. Denn ein echtes „Sugar Baby“ ist eine Frau, die finanzielle Zuwendungen oder Geschenke von Wert von ihrem Lover erhält.

Textlich (2):

(Es ist eine) Praxis, bei der eine Person Geld, Geschenke, Unterstützung oder andere finanzielle und materielle Vorteile im Austausch für ihre Treffen erhält, die einer Beziehung ähneln. Die Person, die die Geschenke erhält, wird als Sugar Baby bezeichnet, während ihr zahlender Partner als Sugar Daddy oder Sugar Momma bezeichnet wird.

Dabei besteht ein beachtlicher Unterschied, ob es sich um eine wirkliche „Beziehung“ handelt, die lediglich unter finanziellen, sozialen und altersbezogenen Kriterien als ungewöhnlich gilt oder um Begegnungen, die scharf an Prostitution grenzen.

Durchaus normal - oder schon an der Grenze?

Sind beide ledig, so darf man annehmen, dass es sich um eine zwar ungewöhnliche, aber durchaus sinnvolle Begegnung handelt. Das gilt auch dann, wenn das „Sugar Baby“ die Ressourcen ausschöpft, die ihm zur Verfügung gestellt werden. Beispiele wären: Zugang zu bestimmten Gesellschaftsschichten, Geschenke, eine Kreditkarte ohne Limit, aber auch Beiträge zum Unterhalt zur Miete oder für Anschaffungen. Der Unterschied zwischen etwa Gleichaltrigen, die in ähnlichen Beziehungen leben, ist minimal. Allerdings wird dieses Argument auch von Prostituierten gebraucht, die sich als „Sugar Babys“ ausgeben oder als solche verdingen.

Grenzfragen - Prostitution oder nicht?

Als Prostitution werden üblicherweise sexuelle Dienstleistungen bezeichnet, bei der ein direkter Zusammenhang zwischen der „Gewährung des Geschlechtsaktes“ und einer Geldzahlung (oder geldwerten Vergütung) besteht. Professionell tätige „Sugar Babys“ nutzen diese Lücke in der Definition aus, indem sie behaupten, nur „gesponsert“ zu werden, dafür aber keine sexuellen Dienstleistungen zu erbringen. Zwar gäbe es solche Erwartungen, aber sie seien nicht Grundlage der Vereinbarungen.

Zudem schützen sich „Sugar Babys“ über den Begriff einer „innigen Beziehungen“. Dazu muss man sich vergegenwärtigen, dass es in Ehen und anderen dauerhaften Beziehungen ebenfalls um Sex und Geld geht, doch werden diese nicht von außen hinterfragt. Und deshalb ist die Beziehung auch dann geschützt, wenn ein „Sugar Baby“ sehr hohe Geldbeträge kassiert. (3)

Dieses „Schönreden“ fällt in die Grauzone der bezahlten sexuellen Dienstleistungen. Nahezu alle, die daran beteiligt sich, versuchen, ihre Beziehungen auf diese Weise darzustellen.

Der kleine Bereich ganz gewöhnlicher Beziehung zum "Sugar Baby"

Interessant ist auch die Frage, wie das „Sugar Baby“ zu seinem „Sugar Daddy“ gekommen ist. Von manchen ledigen, reichen Männern geht durchaus eine Faszination ist, die ausreicht, um eine Beziehung anzustreben. Egal, von wem die Initiative ausgeht, kann man dabei durchaus von einer „Liebesbeziehung“ sprechen.

Wenn sich ein „Sugar Baby“ allerdings bewusst einen reichen Mann sucht und zugleich danach fragt, was ihm die Beziehung „wert ist“, dann liegt der Verdacht der Prostitution durchaus nahe. Schon der Satz „kannst du dir eine Frau wie mich eigentlich leisten?“; deutet auf Prostitution hin.

Nur Beziehungen sind letztlich "Beziehungen"

Um das Sugar-Dating (auch „sugering“) zu bewerten, muss man zunächst feststellen, wer sich wo anbietet, und ob schon ein „Preisschild“ drauf klebt. Ist das so, dann liegen die Erwartungen beiderseits fest, auch ohne dass dies explizit ausgerückt werden muss. Bei „gewöhnlichen“ Beziehungen ist dies nie der Fall. Keine Frau, die an einer Beziehung interessiert ist, sagt „ich brauche 3.000 Euro im Monat. Melde dich nur, wenn du dir das leisten kannst.“ Selbst ausgesprochen „berechnende“ Frauen tun dies nicht. Und kein Mann sagt; „Ich will dich mit 3.000 Euro im Monat unterstützen, weil du so wertvoll bist.“

Erfolgreiche Sugar Babys?

In manchen Ländern ist das „Sugar Dating“ offenbar sehr erfolgreich - in anderen weniger. Entsprechend kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob es eher einen Nachfrage- oder einen Angebotsdruck gibt. Man hört jedoch, dass die Anzahl der „Sugar Daddys“ nicht sehr hoch ist - um sich auf Dauer ein „Sugar Baby“ leisten zu können, sind jährliche Einkommen von mindestens etwa 100.000 EUR/USD nötig, wie man hört. (4) Die „Sugar Babys“ müssen also um ihre Position kämpfen, um ein akzeptables Einkommen aus ihren Beziehungen zu erzielen. Sicher: es gibt Berichte über märchenhafte Einkommen - die Frage ist freilich, wie hoch ihr Wahrheitsgehalt ist.

Auf dem Graumarkt der Lust sind viele tätig

Nur am Rande sei erwähnt, dass „professionelle Sugar Babys“ nicht die einzigen sind, die sich für „Beziehungen auf Zeit“ anbieten. Im Grunde ist der „Graumarkt der Lust“ ein weites Feld, und die „Sugar Babys“ sind bestenfalls die Glitzersteinchen auf diesem Acker.

Bar jeder Moral - oder wo bliebt die Moral?

Nachdem dies alles gesagt ist - wer würde noch glauben, dass sich selbstetikettierte „Sugar Babys“ für „ganz gewöhnliche Beziehungen“ interessieren?

Wir moralisieren nicht - doch „Bar jeder Moral“ können wir sagen:

1. Sex gegen Geld ist ein Geschäft - auch dann, wenn wir es nicht „Prostitution“ nennen.
2. Wer sagt „ich nehme Geld von dir an“ provoziert automatisch die Frage: Wofür soll das Geld denn sein?
3. Nur minimale Geldbeträge zählen als „Nettigkeiten“ (z.B. Rechnung im Restaurant bezahlen).
4. Regelmäßige „Unterstützungen“ führen in die Abhängigkeit und schon daraus entsteht der Wunsch, sie fortzusetzen, auch wenn sich die „Bedingungen“ für die Fortzahlung ändern.
5. Jede Frau, die sich als „Geliebte auf Zeit“ mit finanziellen Zuwendungen einlässt, erweckt den Verdacht, käuflich zu sein, und kann dadurch in schlechten Ruf kommen.


Nicht jeder sieht "Prostitution" gleich an

Es gibt sicher andere Sichtweisen, und es gibt Tauschgeschäfte in Ehen und Beziehungen, die eine gewisse Verwandtschaft zur Prostitution haben. Das alles ist „der Lauf der Welt“, und der Faszination des Geldes kann jede Frau und jeder Mann erliegen. Aber sich jemandem in einem erotischen Zusammenhang gegen Geld anzubieten - egal, was das „sich“ dabei bedeutet, grenzt immer an Prostitution.

(1) Wikipedia (englisch, empfohlen)
(2) Wikipedia, deutsch.
(3) Motyl über US-amerikanische Sichtweisen.
(4) Mia DeSoto.
Bild: Nach einer Illustration, ca. 1966

Scheidung - und dann sofort wieder Sex?

Der tiefe Schmerz nach Trennung oder Scheidung – ich denke, jede und jeder kennt ihn, der einmal davon betroffen war. Die Frage „Wann hattest du danach wieder Sex“, wird oft zurückhaltend beantwortet.

Ach, das "Zweite Erste Mal?"

Eine Frauenzeitschrift schreibt sehr verblümt über „das zweite erste Mal“, geradezu so, als ob das „erste Mal“ wirklich das „allererste Mal“ gewesen wäre (1).

Wieso erst danach?

„Danach?“, eine Dame, die im Grunde eher traditionellen ethischen Prinzipien folgte, sagte rund heraus: „Ein paar Wochen nach der Trennung. Ich wollte halt schauen, ob’s mit einem anderen geht.“

Ich dachte nach. Wieso eigentlich danach? Soll jemand das ganze „Trennungsjahr“ leben wie eine Nonne oder ein Mönch? Und haben es sich die Leidensgenossinnen nicht wenigstens selbst gemacht?

Ein „gewisser Unmut“, so las ich, sei damit verbunden. Und sogar (2):

Die Fragen, die einem durch den Kopf schießen, sind mannigfaltig, praktisch immer negativ konnotiert und definitiv dazu geeignet, das Selbstvertrauen nachhaltig zu unterminieren.


Gut, der Kopf – der hindert uns manchmal. Und vielleicht hat man sich den „alten“ Partner nach einem Monat noch nicht „aus dem Kopf geschlagen“. Und ja, der Anspruch, eine perfekte Geliebte zu sein oder auch ein erstklassiger Lover, der wohnt schon irgendwo im Hinterstübchen.

Oh ja, und es gibt ganz Kataloge von Verhaltensratschlägen, was du in den ersten Monaten tun darfst und tun solltest, und wie du dich langsam wieder an den Sex herantastest.

"Der Sex" ist nicht unbedingt "Es in Es"

Den Sex? Du wirst doch einigen Praktiken beherrschen, die nicht deine „ganze Person“ erfordern? Küssen kannst du doch noch, oder? Hände hast du auch, und der Mund lässt sich auch dann noch einsetzen, wenn der Rest deines Körpers sich noch ein bisschen sträubt.

Die irrationale, späte Treue

Ist es überhaupt der neue „erste Sex“, der dir im Wege steht? Oder ist es eine Art „verspätete, irrationale Treue“, die in dein Gehirn eingebrannt wurde?

Ich zitiere dazu mal (3):

Vielmehr warnte mich ein irrationaler Instinkt: „Die Nähe zu einem neuen Mann ist unangemessen“. Es war, als ob der unbewusste Teil meines Gehirns zu glauben schien, ich sei noch verheiratet. Ich konnte mir nicht vorstellen … (einen anderen Mann) … zu küssen oder neben ihm im Bett zu liegen.

Persönlich glaube ich nicht, dass alle Frauen immer „treu“ waren während ihrer Ehejahre – und Männer auch nicht. Und ich denke auch, dass Masturbation heute eher etwas „ganz Gewöhnliches“ ist als ein „Abweg der Tugend“.

Statt komplizierter Klärung: oft reicht ein Impuls

Jedenfalls reicht oft ein Impuls, um „den Bann zu brechen“. Der kann in einer Begegnung mit einem Verführer/einer Verführerin liegen, in der Lust, erotische Literatur zu genießen und sich dabei in die Personen im Buch hineinzuversetzen oder sich (endlich) einen Vibrator zu kaufen.

Hingabe ist fast immer möglich

Und natürlich kannst du dich auch einfach hingeben – ein bisschen angeschickert oder auch nicht, aber bei vollem Bewusstsein. Denn auch für die aufkommende Lust ist ja auch das Gehirn verantwortlich - und das vergisst das Rezept nie. Ich hab immer wieder gehört, dass junge Frauen noch im Erwachsenenalter die Warnungen ihrer Mütter im Ohr haben: „Tu’s nicht – das schickt sich nicht“. Und ich sag euch jetzt mal was: Es ist viel schwieriger, die warnende Mutter aus dem Hirn zu verscheuchen als die „Treue zum Ex“. Und wenn die Lust mal die pickenden Vögelchen im Hirn überwindet, ist alles gewonnen.

(1) Brigitte - Frauenzeitschrift
(2) Zitat einer kommerziellen Webseite zur Partnersuche.
(3) Blog (möglicherweise nur eingeschränkt lesbar)
(4) Brauchbare Hinweise (englisch) in: worty

Offener Brief an DIE Frauen (oder doch an eine?)

Liebe Frauen,

Jeder von uns führt das Leben, das er führen kann – nicht alle von uns führen das Leben, das sie führen möchten. Kurz: Das Leben kann für jeden von uns hart sein.

Wir nehmen uns heraus, Meinungen über Frauen zu haben. Nicht über „die Frauen“, sondern über dich – dich dort und auch dich dahinten, die du jetzt distanziert am Bildschirm sitzt.

Das ist genau das, was ihr auch tut: Keine von euch weiß, wie „die Männer“ sind. Aber ihr wisst, wie der Mann neben euch ist, oder der Mann, dem ihr häufiger begegnet und dem Mann, der euch von einer Parkbank aus beobachtet. Also hört auf, von „den Männern“ zu reden – ihr machst euch lächerlich.

Ich lese aufmerksam:

Nur weil wir als Frauen existieren, heißt das nicht, dass wir … euch … etwas schulden. Wir sind auch Menschen und versuchen nur, unser Leben ohne Einmischung zu leben.

Hey, IHR schuldet UNS nichts. Aber WIR schulden EUCH auch nichts. Schuldverhältnisse entstehen durch Interaktionen, und die geschehen zwischen Individuen. Nicht zwischen „DEN Frauen“ und „DEN Männern“.

Wenn ich euch als DU gut finde, finde ich euch gut, und ich sage das. Und ich frage mich nicht, was IHR darüber denkt, wenn ich EUCH gut finde. Ich habe eine Meinung über konkrete Personen, nicht über EUCH. Und ich habe ein Recht, diese Meinung zu vertreten. Selbstverständlich beurteile ich dich, die du dort hinter dem Bildschirm sitzt oder die du mir im Warenhaus oder im Büro begegnest. Es ist mein gutes Recht, dies zu tun, und oft ist es eine Notwendigkeit. Und Achtung: Dabei spielt keine Rolle, ob du eine Frau oder ein Mann bist.

Und ach, was lese ich da? Ich habe „nett“ zu Frauen zu sein, wörtlich:

(Nur) … ein netter Kerl zu sein macht dich zu einem netten Kerl.

Um Himmels willen … ich bin nicht euer Haustier. Kein Mann (nun ja, kaum einer) will es sein. Wenn ihr einen „netten Kerl“ wollt, dann schafft euch einen Hund an. Und falls ihr einen Partner wollt, sei er Frau oder Mann, dann ertragt bitte schön, dass diese Person nicht allzeit „nett“ ist, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten.

Das gilt übrigens in jede Richtung: Kaum jemand will einen Menschen, der vor allem „nett“ ist – wegen der Langeweile, die von „netten“ Menschen auf Dauer ausgeht.

Am Ende lese ich:

Frauen muss nicht gesagt werden, was sie tun sollen, wie sie sich anziehen sollen, wie sie sich verhalten sollen und wie sie sich fühlen sollen. Wir schulden Männern nichts.

Wer sagt EUCH denn das? Männer? Ein Mann? Frauen? Eine Frau? Influencer(innen)? Redakteurinnen von Frauenzeitschriften? Freundinnen?

Ich bin mal gar nicht nett und sage zum Schluss dies:

Wer sich ständig darüber beklagt, wie er von anderen gesehen wird, sollte über sich nachdenken – nicht über die anderen. Falls es dich betrifft und zu dem Schluss kommst, dass bei dir alles OK ist – dann lebe damit, dass die Welt nicht so ist, wie du sie gerne hättest. Und der Satz richtet sich an Frauen wie an Männer.

Es schreibt euch: der Mann, der sagt, was er wirklich denkt – und nicht das, was ihr gerne hören würdet.

Gebhard Roese

Geschrieben als Antwort auf diesen Blogbeitrag, aus dem die Zitate stammen.