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Das Date im kurzen Kleid

Der Blick bleibt "ihm" verborgen, aber ...
Ist eigentlich noch Sommer? Oder war gerade Sommer? Jedenfalls sah ich ein „Erstes Date“, bei der die Frau (Typ Mädchenfrau, aber schon deutlich über 30), so ein schwarzes Kleidchen trug. Also, ich habe früher mal so Kleider beschrieben, die hießen „Partykleider“. Na ja, und die waren so geschnitten, dass sie bis ungefähr zwei Drittel über den Po reichten, wenn du gerade gestanden hast. Nun ist klar, dass du nicht immer kerzengerade stehst, oder? Also wandert der Saum mal höher und mal noch höher.

Nicht, dass es bei dem Date passiert wäre. Die Frau sitzt ja größtenteils an der anderen Seite des Tisches., sodass der Mann ihr nicht auf den Schritt gucken kann. „Das macht ein Gentleman sowieso nicht“, sagt ihr da wahrscheinlich. Aber das stimmt nicht: Ein Gentleman sieht es, schaut dir dann in die Augen (wenn sein Blick nicht auch noch an deine Brüste streift) und tut so, als hätte er nichts gesehen.

Aber dazu muss ich noch was sagen: Die meisten Männer gucken zwar auf den Schritt, wenn er herausblitzt, aber sie finden das nur toll, wenn sie in einer Strip-Bar oder in einem anderen Erotik-Etablissement sitzen. Wenn sie wirklich eine Partnerin suchen, dann wollen sie eine Frau, die sich schick und dennoch verführerisch anziehen kann - und keine, die zeigt, wo der Hotspot ist - mal so ausgedrückt.

Schämen mit und ohne Sinn

Schämst du dich am Tag danach?
Derzeit wird über das „Schämen“ heftig gestritten. Manche Zeitgenossen meinen, wir hätten die Schamgefühle abgelegt. Ein Teil davon hält das für absolut schlecht, ein anderer Teil glaubt, so etwas wirke befreiend. Wieder andere sehen neue Wellen von Scham in der Gesellschaft oder im Individuum aufsteigen. Und immerhin gibt es Propagandistinnen, die Männer am liebsten an den Pranger stellen würden, um sie öffentlich zu beschämen. Sie sollen dort für ihre Worte und Taten büßen, indem sie der Schande anheimfallen.

Wenn uns die Schamröte befällt

Wann schämen wir uns eigentlich? Es mag sein, dass wir uns unserer Worte und Taten schämen, wenn wir eine Missetat begangen oder ein Tabu gebrochen haben. Doch wenn die Scham durch heftiges Erröten auf unseren Wangen erkennbar wird, dann wissen wir: Weder Worte noch Taten waren der Grund, uns zu schämen – sondern der Umstand, dass uns jemand damit konfrontierte. Es ist eine Reaktion darauf, bei etwas „erwischt“ worden zu sein. Manche Wissenschaftler meinen, das Erröten diene zu unserem Schutz, weil das Erröten zum Teil bereits als Sühne interpretiert würde.

Jedenfalls – und das ist ziemlich sicher – empfinden wir bei der Scham aus psychologischer Sicht unsere Unvollkommenheit oder Fehlbarkeit.

Das Beispiel Nacktheit – schamvoll oder schamlos?
Nackt sein und sich schämen

Das harmloseste Beispiel für ein plötzliche auftuendes Schamgefühl ist die Entkleidung oder die Nacktheit als solche. Sie wurde vor allem in der erotischen Literatur des 19. Jahrhunderts erheblich strapaziert: Die Autoren schreiben über Entkleidungen aus der Sicht der Betroffenen ebenso wie aus dem Augenwinkel zufälliger oder absichtlicher Zuschauer.

Die Autoren der damaligen Zeit kannten viele Stufen der Scham, die durch das „Ausziehen“ entstehen kann. Es ging dabei darum, ob sich die Protagonistin selbst entkleidete oder entkleidet wurde, welche Kleidungsstücke entfernt wurden und ob es dabei Zurschaustellungen bestimmter Körperteile gab. Sodann wurde variiert, ob die Zuschauer männlich oder weiblich waren und wie hoch ihre Anzahl war. Noch heute werden entsprechende Gefühle angesprochen: Etwa dann, wenn sich die Protagonistin oder der Protagonist entkleiden muss, die Zuschauer(innen) aber vollständig bekleidet bleiben.

Schamlos handeln, schamvoll erwischt werden?

Daneben wurden vielfach „beschämende“ sexuelle Handlungen angesprochen, immer unter dem Gesichtspunkt, dabei „erwischt“ worden zu sein. Mal ist es der Voyeur, mal ein masturbierender Jüngling, mal ein Freundinnenpaar, das die sapphische Liebe ausführte. Und bis heute gilt: Je mehr die Lust mit einem Tabu verbunden ist, umso mehr schämen sich die Protagonisten wie die realen Personen, wenn sie damit konfrontiert werden.

Wenn wir die Scham an der Garderobe abgeben

Wie ist es nun mit der gespielten Schamhaftigkeit oder der Lust daran, sich an schambesetzten oder tabubehafteten sexuellen Handlungen zu beteiligen?

Zuerst sollten wir uns eingestehen, dass unser Schamgefühl, wie alle anderen Gefühle auch, ebenso komplex wie variabel ist, oder einfacher: Jeder Mensch empfindet seine Scham anders. Dann sollten wir bedenken, dass jede sinnliche Erfahrung einerseits Furcht erzeugen, andererseits aber auch Erfüllung bringen kann. Was letztlich heißt: Wir fordern unser Schamgefühl recht häufig heraus.

Sich schämen, die Scham zu überwinden?

Dabei entsteht oftmals eine paradoxe Situation: Je heftiger die Empfindung waren und je intensiver der Genuss, umso mehr berichten Betroffene hernach über negative Gefühle – unter anderem auch von Scham. Von „wie konnte ich das tun?“ bis „warum habe ich mich nur drauf eingelassen?“. Offenbar wirkt die Scham also später als die Lust, und sie kann die Lust sogar überdecken. Ob wir uns sogar schämen, die Scham überwunden zu haben? Diese Frage wird wohl ohne Antwort bleiben.

Gibt es ein „Spiel mit der Scham?“ Man muss lange suchen, um hier in der Literatur fündig zu werden. Offenbar glauben viele, niemand sei berechtigt, mit seinen Gefühlen zu spielen. Gefühle gelten als der Heilige Gral der Aufrichtigkeit. Und doch haben manche Menschen Erfolg damit, ihre Gefühle gezielt einzusetzen – auch das Schamgefühl. Eine Dame, die damit spielt, schamhaft zu sein, berührt die Psyche der Männer. Offensichtlich denken sie: „Ach, dieses wundervolle Wesen, sie schämt sich so, diese frivolen Dessous zu tragen, und sie tut es dennoch – für mich.“

Scham im Rollenspiel

Umstritten ist, ob Menschen „auf Befehl“ erröten können, aber auch ohne die Schamröte im Gesicht kann das Schämen erfolgreich gespielt werden, ebenso wie andere Gefühle auch. Das liegt einfach daran, dass manche Menschen sehr glaubhaft Rollen spielen können, die nicht ihrem Wesen entsprechen.

Letztlich entscheidet dann der Rezipient, ob er der Rolle Glauben schenken will – für eine Nacht, ein paar Tage in Folge oder dann und wann. Genauso, wie es im Musical „Show Boat“ heißt (sinngemäße Übersetzung):

Fragt doch den Helden,
Ob er mag, wie ich ihn verführe,
Ob ich nun ein Luder spiele.
Oder seine Geliebte.


Fragt sich natürlich, wann die Spielerin wieder sie selbst ist und was sie dann will, wofür sie sich schämt oder was sie sich nimmt, ohne sich zu schämen. Aber das sollten wir – mit Verlaub – jedem Menschen selbst überlassen.

Und das Fazit des Schamgefühls?

Sich zu schämen ist so ernst, dass jeder über sich nachdenken sollte, wenn ihn dieses Gefühl überfällt. Aber es ist nicht so ernst, dass wir daran verzweifeln müssten. Ein bisschen verschämt zu sein kann sehr erfolgreich sein, sich für sein Handeln zu schämen und daran zu verzweifeln, ist hingegen mit Sicherheit unsinnig.

Jetzt: Richte deine Wohnung erotisch ein!

Auch Tagträume im Schlafzimmer sind schön ...
Bist du zur Zeit oft in deiner Wohnung? Und fühlst du dich darin alles andere als sexy, frivol oder erotisch?

Dann könntest du überlegen, ob du es nicht ein wenig „lustvoll aufhübschen“ könntest. Sieh mal: Die Lust ist nichts, was du verbergen müsstest. Und du musst niemanden in deiner Wohnung empfangen, der da nichts zu suchen hat. Also könntest du eigentlich alles ein wenig „erotisieren“: Flur, Badezimmer, Wohnzimmer ... und natürlich das Schlafzimmer. Du brauchst dazu keine Möbel, die es nur in Spezialgeschäften gibt ... es reicht völlig, alles ein bisschen umzugestalten. Und wenn du wirklich schamvoll bist ... nimm das Schlafzimmer unter die Lupe. Hat dort jemand anders etwas zu suchen außer Dir und deinen Lovern oder Geliebten?

Farben des Orients - vor allem Rot

Das Erste ist die Farbe. Warum nicht rot oder wenigsten rötlich? Die „Farben des Orients“ sind immer sinnlich. Wenn das absolut nicht geht, hilft die Beleuchtung: Rote Lampenschirme erzeugen ein perfektes Licht, in dem auch du wesentlich besser aussiehst, wenn du nackt bist. Egal, welches Bett du hast: Stell es so, dass es von beiden (oder von drei) Seiten zugänglich ist - das hilft dir dabei, dich selbst besser zu präsentieren und verschieden Stellungen auszuprobieren, die du beim Sex nutzen willst.

Ein Spiegel und lustvolle Bilder

Als hübsch erweisen sich erotische Skulpturen oder Bilder. Wenn du wenig Geld hast, kannst durchaus Fotos oder Drucke verwenden - sie wirken beim Schummerlicht genauso intensiv wie „echte“ Gemälde. Zu deinem eigenen Vergnügen und zur Kontrolle deines Aussehens sollte ein Spiegel nicht fehlen - er muss nicht groß sein. Interessant ist, einige erotische Bücher zu verstreuen - auch Bildbände.

Sehr modern - ein Monitor, um anregende Filme zu sehen

Wenn du im Bett liegst und Anregungen benötigst, ist ein unauffälliger Monitor oder ein Fernsehgerät nicht schlecht. Du kannst damit die Filme ansehen, die dich anregen - oder dich und deinen Lover.

Versteck nicht, was deine (seine,ihre) Lust anregt

Ich finde es hübsch, die kleinen „Essentials“ zu zeigen und nicht zu verstecken. Eine hübsche kleine Schale mit Kondomen, falls du männliche Liebhaber erwartest? Vielleicht eine kleine Peitsche oder ein paar Handschellen? Für alle Fällen sinnvoll - auch wenn die Gegenstände nur zu erotischen Gesprächen anregen sollte. Ähnlich verhält es sich mit „Spielzeugen“.

Wenn du ein bisschen nostalgisch bist: Es ist unglaublich erregend für ältere Herren, wenn du dich hinter einem Paravent entkleidest.

Ob allein, für erotische Spiele zu zweit, für Vanillesex oder Experimente - das Schlafzimmer ist immer ein Ort, an dem du dich vollständig hingeben kannst.

Was, wenn Frauen sich vor Männern auszuziehen?

Nackt, verwirrt, schutzlos?
Was, wenn Frauen sich vor Männern auszuziehen? Ist ein Essay. Eingearbeitet wurden einige Zitate von Professor Konrad Paul Liessmann aus der NZZ.

Ausziehen heißt nicht „nackt sein“, sondern sich entkleiden. Vielfach wird beides in Foren verwechselt: Dort schreibt jemand: „Och, in der Sauna oder am FKK-Strand, da sind doch alle nackt, das macht gar nichts.“

Sich zu entkleiden macht doch was

Macht nichts? Es ist nicht die Nacktheit, es ist das Entkleiden. Vor allem, wenn sich die Frau vor einem angezogenen Mann oder einer ganzen Gruppe von angezogenen Männern entkleidet. Oder wenn das Entkleiden Angesicht der Situation auf keinen Fall angebracht wäre, es aber dennoch verlangt wird. Manche Schauspielerinnen weigern sich grundsätzlich, Nacktszenen zu spielen, andere versuchen, diese aus dem Internet zu tilgen – sogar Theateraufführungen im Evaskostüm gehören dann zum nachträglich zu dem „zu schützenden Schambereich“.

Beschämen als Strafe oder Strafverschärfung

Gehen wir einige Schritte zurück in die Vergangenheit. Zur Beschämung des weiblichen Hauspersonals gehört in nahezu jedem erotischen viktorianischen Roman, die Entkleidung zu nutzen, um das Schamgefühl wachzurufen und in Demut umzuwandeln. Zur Strafe nackt zu sein, die Beschämung dabei zu spüren und unter der Schutzlosigkeit zu leiden, ist auch heute noch Gegenstand zahlloser erotischer Romane.

Nackt zu sein „an sich“ mag ja „natürlich“ sein, und der nackte Körper ist die natürlichen Körper. – aber (Zitat)

Was an diesem zu sehen ist, ist der Mensch in seiner Tierheit.

Eigenartig: Wird der Körper nach und nach sinnlich enthüllt, sprechen wie von Erotik. Wird ihm plötzlich die Hülle weggezogen, so steht das menschliche Tier vor uns.

Und um dem die Krone auszusetzen, haben Frauen einen Weg gefunden, dem Körper das Tierische auszutreiben: Außer dem Haupthaar bleibt kein Härchen am Körper. Das ist der geltende Chic. Ohrgehänge dürfen dran blieben, nötigenfalls auch Bettstiefel. Aber kein Haar.

Nackt werden - sich verfügbar machen?

Bevor die Frau im echten Leben nackt wird, und sie dies nicht gerade am bereits genannten FKK-Strand oder in der Sauna tut, muss sie eine Hürde überwinden: Die Gesellschaft verlangt, dass sie sich ihrem Fortpflanzungstrieb stellt. Zugleich nimmt sie ihr Übel, wenn sie dies zu häufig tut.

Das könnte man so sagen:

Zu sehen, dass man nackt ist, bedeutet zu erkennen, dass man von … einem Trieb, einem Begehren dominiert wird, das sich aller rationalen Kontrolle, aller zivilisatorischen Mäßigung entzieht.

Heißt klartextlich: Nackt zu werden bedeutet, sich sexuell zu offenbaren oder die Begierde „Fleisch werden“ zu lassen.

Eindeutige Signale aus dem Ausziehen ableiten?

Fragen wir uns: „Was ist eindeutig?“, so würden die meisten Männer sagen: Wenn die Frau auf der Couch sitzt und sich langsam „frei macht“, was zugleich als erotisch anregend gilt. Aber eindeutig ist auch, wenn sie beim Besuch eines Herrn plötzlich nackt aus dem Badezimmer kommt. Blumig sagt dies der schon genannte Autor:

Die Nacktheit suggeriert jene Eindeutigkeit, nach der sich unsere Gegenwart, die es verlernt hat, mit Mehrdeutigkeiten umzugehen, verzehrt.


Und so wird es wohl bei diesem fragwürdigen Status bleiben: Der dargebotene nackte oder dürftig bekleidete weibliche Körper, heute vorzugsweise scham- und achselhaarfrei, wird immer dann der „Schlampen-Kategorie“ zugewiesen, wenn das männliche Gegenüber zunächst bekleidet bleibt.

Was wäre, wenn diese Frau sich nackt vor eine Gruppe von Männern stellen würde und fragen: Nun beschreibt mir mal, was ihr an mir begehrenswert findet?

Nicht auszudenken? Oder doch?

Stripperinnen zu Corona-Zeiten

Drive-In-Strip?
Das Titelbild sieht aus wie ein Comic, ist aber keines. Das Original soll aus einem Screenshot stammen, der wiederum auf einem Amateur-Video beruht. Angeblich gibt es einen Drive-In-Stripclub. Ob es stimmt oder nicht? Diesmal weiß ich es nicht.

Mitten in WK 2
Interessant ist, dass Stripperinnen in Deutschland, die damals „Schönheitstänzerinnen“ hießen, noch bis fast zum Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten. Und in der Zeit der „spanischen Grippe“? Damals hatten alle damit zu tun, die Kriegsfolgen zu überwinden, und doch gab es auch 1918 erotische Magazine.

Bild oben: Symbolischer Auszug aus einem Video von 2020. Autor unbekannt.
Bild unten: Nach dem Druck eines Originals von J. Donderer gegen 1942